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Nummer MIDI Gedichte
G001 1 1. Du, o Gott, den wir bekennen,
du bist einzig Gott zu nennen,
ausser dir ist keiner mehr.
Dir zur Rechten auf dem Throne
zeigest du in deinem Sohne
den, der jetzt ist aller Herr.

2. Dort mit Ehr und Ruhm gekrönet,
hat er denen, die versöhnet,
seinen Heilgen Geist gesandt.
Dieser eine Geist in allen
wirkt nach deinem Wohlgefallen,
dass der Sohn jetzt werd erkannt.

3. Jesu, dir sei Macht und Ehre,
dich erhöhn der Heilgen Chöre,
alle Engel dienen dir.
Alle Werke deiner Hände,
bis an aller Welten Ende,
gab dein Gott und Vater dir.

4. Und auch wir sind dir gegeben,
ewiglich mit dir zu leben,
deine Herrlichkeit zu sehn,
deine Ehr und Macht zu teilen,
dir zur Rechten dort zu weilen,
deinen Ruhm stets zu erhöhn.
G002 2 1. Jesus lebt! Er hat gesiegt;
wer kann seinen Ruhm verkünden!
Jesu Blut für Gott genügt,
tilgte alle meine Sünden.
Ja, er lebt, ich sterbe nicht,
denn sein Tod war mein Gericht,

2. Jesus lebt! Er lebt für mich,
nie kann ich verlassen stehen;
er, der mich erwarb für sich,
lässt nur Lieb und Gnad mich sehen.
Ob der Feind sein Haupt erhebt,
dieses bleibt: Mein Jesus lebt.

3. Ja, du lebst! Du bist gekrönt,
hast den Himmel eingenommen.
Herr, nach dir mein Herz sich sehnt,
bis ich werde zu dir kommen,
bis ich schau dein Angesicht.
O welch selge Zuversicht!
G003 3 1. Wirf Sorgen und Schmerz
ins liebende Herz
des mächtig dir helfenden Jesu.

2. Wenn Kummer dich quält,
wenn alles dir fehlt,
so flehe zu deinem Erbarmer.

3. Er leichtert die Last
voll Mitleid und fasst
und hebt sie mit mächtigen Händen.

4. Er schützt dich und wacht,
drum lass dich die Nacht
des Leidens und Todes nicht schrecken!

5. Ja, wer ist ihm gleich?
Sein Segen macht reich,
sein Wort gibt dir himmlischen Frieden.

6. Wir sind nicht mehr fern;
beim freundlichen Herrn
erquicken uns Ströme der Wonne.
G004 4 1. Jesus lebt! Mit ihm auch ich.
Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich,
werd ich sterben, auferwecken
und verklären dort im Licht;
dies ist meine Zuversicht.

2. Jesus lebt! Nun kann der Tod
mir nicht rauben mehr das Leben.
Welchen Trost in jeder Not
wird es meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht:
Herr, Herr, meine Zuversicht!

3. Jesus lebt! Ich bin gewiss,
nichts kann mich von ihm mehr scheiden;
keine Macht der Finsternis,
keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Liebe lässt mich nicht;
dies ist meine Zuversicht.

4. Jesus lebt! Ihm wird das Reich
über alle Welt gegeben,
mit ihm werd auch ich zugleich
ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht;
dies ist meine Zuversicht.
G005 5 1. O Gottes Sohn,
für Sünder hingegeben!
Die Erde, die du schufst,
ach! sie trug dein Kreuz.
Wer zog dich denn herab
in Armut, Mühsal, Tod und Grab?
Die, Herr, die dir gegeben
dein Gott, mit dir zu leben,
mit dir zu thronen ewiglich.
O Herr, wir preisen dich!

2. O Gottes Lamm,
du Quelle aller Freuden,
bist unser, wir sind dein –
jetzt und ewiglich.
Hast teuer uns erkauft
und uns mit deinem Geist getauft.
Die Liebe zog dich nieder;
sie zieht zu dir uns wieder.
Was wär der Himmel ohne dich
und alle Herrlichkeit?

3. Komm, Jesu, komm!
Wir sehnen uns zu schauen
dein Antlitz, teurer Herr,
der uns Gott erkauft,
und der – des Vaters Bild –
sein Herz und seinen Himmel füllt.
Wir rufen dir entgegen
auf fremden Erdenwegen,
bis unser Lob dir voll ertönt,
o Lamm, das uns versöhnt.
G006 6 1. Ein Heim hab ich, ein Vaterhaus,
so unaussprechlich schön;
bald ruh ich dort bei Jesu aus,
möcht heut schon zu ihm gehn.

2. Dort seh ich ihn von Angesicht
in seiner ganzen Pracht,
wo alles strahlt in seinem Licht
in Herrlichkeit und Macht.

3. Der Engel unzählbare Schar
schweigt nie in seinem Lob;
sie bringet Gott Verehrung dar,
der ihn so hoch erhob.

4. Sollt ich nicht auch von Herzensgrund
dich loben allezeit,
hier machen deine Gnade kund,
dort deine Herrlichkeit!

5. Aus Gnaden hast du mich erwählt
zu deinem Eigentum,
und mich zu deiner Braut gezählt;
dir, Herr, sei Preis und Ruhm!
G007 7 1. Lobsinget dem Herrn,
o preiset ihn gern!
Anbetung und Lob ihm gebühret.

2. Lobsingt seiner Lieb,
die einzig ihn trieb,
zu sterben für unsere Sünden.

3. Lobsingt seiner Macht,
sein Werk ist vollbracht:
er sitzet zur Rechten des Vaters.

4. Lobsingt seiner Treu,
die immerdar neu,
bis er uns zur Herrlichkeit führet.
G008 8 1. Für Gottes Volk ist noch vorhanden
glückselge Ruhe immerdar.
Bald ist der gute Kampf bestanden,
bald wirst du, Jesu, offenbar.
Dann wirst du uns nach Schmerz und Leiden
auf Himmelsauen herrlich weiden. –
Du führst uns ein ins schönste Los.
Welch eine Feier für die Müden,
zu ruhn mit dir in stillem Frieden
in deinem Liebesarm umd Schoss.

2. Der Lebensbaum wird seine Gaben
dort spenden und kein Fluch wird sein;
der Lebensstrom wird uns erlaben,
der glänzend fliesst, kristallenrein.
Wir werden, Herr, mit dir regieren,
in selger Ruhe triumphieren,
in Freud und Wonne ungetrübt.
Dir wird das neue Lied erklingen,
wir werden Ruhm und Lob dir bringen,
der du so wunderbar geliebt.
G009 9 1. Zu deinem Tisch sind wir geladen;
die Seele weidet sich in dir.
Herr, deiner Liebe Füll und Gnaden
in deinem Tode schmecken wir.
Und diesen Tod wir jetzt verkünden,
er traf dich einst für unsre Sünden,
die ewig du getilget hast.
Du unser Haupt,
du kommst bald wieder,
und nimmst zu dir all deine Glieder;
du führst uns heim zu ewger Rast.

2. O Gottes Lamm, du wirst erheben
zu deines Himmels Hochzeitsmahl
die Heilgen, die auf Erden leben,
mit den Entschlafnen ohne Zahl.
Nicht einer fehlt, sie kommen alle,
sie rufen laut mit Jubelschalle:
Dem Lamme Ehr, das uns versöhnt!
Du wirst von allen hoch erhoben,
dir gilt der Ruhm und dir das Loben;
Gott selbst hat herrlich dich gekrönt.
G010 10 1. Ohne Anfang, ohne Werden,
Wort, du bist von Ewigkeit.
Was im Himmel, was auf Erden,
was im Raum und in der Zeit:
Alles ist durch dich geschaffen,
alles ist für dich bereit’t.

2. Wort und Gott und – Fleisch geworden,
o Geheimnis wundergross!
Du gingst durch des Todes Pforten,
als dein Blut am Kreuze floss.
Aber du bist auferstanden,
dein ist nun das schönste Los.

3. Du hast jetzt in allen Dingen
einzig Vorrang immerdar;
alles wird Anbetung bringen
dir, der ewig ist und war
Amen, Amen! ruft dann deine
teur erkaufte, selge Schar.
G011 11 1. Mit Dornen gekrönt,
verspottet, verhöhnt,
trug Jesus am Holz meine Sünden.

2. Er ging ins Gericht,
das ganze Gewicht
des Fluches für mich zu empfangen:

3. Der Leiden und Qual
unnennbare Zahl;
von seinem Gott selbst noch verlassen.

4. Nicht eigene Schuld,
unendliche Huld
liess ihn solche Marter erdulden.

5. Die Schuld war nur mein,
die Huld aber sein,
die Rettung – ein Werk seiner Liebe.

6. Anbetung und Ehr
gebührt dir, o Herr,
gelobt sei dein heiliger Name!
G012 12 1. Wie schwer und mühsam ist der Weg,
wie fern scheint mir das Ziel,
wenn ich nicht alles auf dich leg,
sei’s wenig oder viel.

2. Mit dir, mein Jesu, ist es gut
durchs Pilgerland zu ziehn;
du nimmst mich ja in deine Hut,
nimmst alle Sorgen hin.

3. Von ganzem Herzen dank ich dir,
dein Sorgen ist genug;
wirk du Vertrauen stets in mir,
Ergebung sonder Trug.

4. Gib, dass ich dich durch Glauben ehr
in dieser armen Welt;
zu deinem Lobe du vermehr
in mir, was dir gefällt.

5. Wenn du in jenen selgen Ort
mich sicher heimgebracht,
rühm ich gewiss mit allen dort:
«Herr, du hast’s wohl gemacht!»
G013 13 1. Wohlgeruch und Lieblichkeiten
stiegen auf vom Kreuzaltar,
wo das Lamm im tiefsten Leiden
bis zum Tod gehorsam war.
Nach des Vaters Wohlgefallen
gab der Sohn sich willig dar.

2. Auf dem Holz ist er verschieden,
hat für Sünd und Schuld gebüsst;
doch Gerechtigkeit und Frieden
haben sich am Kreuz geküsst,
und als ewger Hoherpriester
ward er froh von Gott begrüsst.

3. Gott, den Heilgen und Gerechten,
hat geehrt der eigne Sohn,
so ward ihm gesagt, zur Rechten
sich zu setzen auf den Thron;
ja, der Vater hat gegeben
alles ewig ihm zum Lohn.

4. Gott und Vater, wir besingen
deinen wunderbaren Rat,
Jesu wir Anbetung bringen
für die grösste Liebestat;
Lob und Dank und Ruhm gebühren
ihm, der dich verherrlicht hat.
G014 14 1. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn!
Der du auf deines Vaters Thron
die Rechte eingenommen,
du wirst gewiss in kurzer Zeit
in grosser Kraft und Herrlichkeit
vom Himmel wiederkommen.
Dann nennt ein jeder Mund dich «Herr»,
zu deines Gottes Ruhm und Ehr.

2. Wer fasst, o Heiland, jetzt die Pracht,
die deinen Tag einst herrlich macht?
Wie gross wirst du dich zeigen,
wenn du auf lichten Wolken einst
mit der Erlösten Schar erscheinst,
und alle Knie sich beugen!
Dann sieht die Welt die Majestät,
zu der dich Gott, dein Gott, erhöht.

3. O Herr! wenn dieser Tag erscheint,
wird auch die Braut, mit dir vereint,
im hellen Glanz erscheinen.
Sie wird mit dir in Herrlichkeit
dort thronen bis in Ewigkeit
im Vollgenuss des Deinen.
Ein Kleines noch – der Tag ist da,
dann singt sie froh: Halleluja.
G015 15 1. Anbetung dir! Sei hochgepriesen
für deine Liebe, Jesu Christ,
die du an Sündern hast bewiesen,
da du für uns gestorben bist!
Wie viel hast du für uns getan!
Wir beten dankend, Herr, dich an.

2. Anbetung dir! So wird es schallen
im neuen Liede fort und fort.
Anbetung dir! Das schwache Lallen
wird bald zum mächtgen Chore dort,
wo, bei der Heilgen Harfen Klang,
dir tönt der ewge Lobgesang.
G016 16 1. Es ist das ewige Erbarmen,
das alles Denken übersteigt,
des, der mit offnen Liebesarmen
sich nieder zu den Sündern neigt,
das uns vom Fluche hat befreit,
uns führt zu Jesu Herrlichkeit.

2. Wir sollten nicht verloren werden,
vielmehr vom Zorn errettet sein.
Es kam herab der Sohn auf Erden
und nahm für uns den Himmel ein;
so kommt uns nun vom Gnadenthron
der Gnade Fülle durch den Sohn.

3. O Gnade, welche alle Sünden
durch Christi Blut getilget hat!
Wie lässt uns seine Lieb empfinden
jetzt schon, was Gott bereitet hat,
für uns, die nur Barmherzigkeit
erlöst hat für die Ewigkeit.
G017 17 1. Stark ist meines Jesu Hand,
und er wird mich ewig fassen;
hat zu viel an mich gewandt,
um mich wieder loszulassen.
Mein Erbarmer lässt mich nicht;
das ist meine Zuversicht.

2. Sieht mein Kleinmut auch Gefahr,
fürcht ich auch zu unterliegen;
Christus beut die Hand mir dar,
Christus hilft dem Schwachen siegen.
Dass mich Gottes Huld verficht,
das ist meine Zuversicht.

3. Wenn der Kläger mich verklagt,
Christus hat mich schon vertreten;
wenn er gar zu sichten wagt,
Christus hat für mich gebeten.
Dass mein Mittler für mich spricht,
das ist meine Zuversicht.

4. Seiner Hand entreisst mich nichts;
wer will diesen Trost mir rauben?
Mein Erbarmer selbst verspricht’s,
sollt ich seinem Wort nicht glauben?
Jesus lässt mich ewig nicht;
das ist meine Zuversicht.
G018 18 1. Jesu, heilges Gotteslamm,
du hast an dem Kreuzesstamm
nach der grössten Gnad und Huld
selbst gebüsst für unsre Schuld.

2. Ja, du hast den Tod geschmeckt,
du Lamm Gottes unbefleckt,
hast die Sünde weggetan,
uns zu Gott gemacht die Bahn.

3. Jedes Lob ist viel zu klein –
stimmen selbst die Himmel ein –
für den wunderbaren Rat,
für die grosse Liebestat.

4. «Du bist würdig, du, nur du!»
Alles ruft es einst dir zu.
«Du bist würdig, du bist’s wert,
dass dich alles, alles ehrt!»
G019 19 1. Du bist im Tod für mich erblichen,
der du das Leben selber bist;
dein teures Blut hat ausgestrichen
die ganze Schuld, Herr Jesu Christ.
Du gingst für mich in das Gericht:
O grössre Liebe gibt es nicht.

2. Du bist zum Himmel aufgefahren,
hast dich gesetzt zum Vater hin;
du wirst mich stark und treu bewahren,
bis ich im Vaterhause bin;
dort lebest du, der mich verficht:
O grössre Liebe gibt es nicht!

3. Dein Herz ist treu in allen Dingen
für mich besorget früh und spat;
du trägest mich auf Adlersschwingen,
du leitest mich nach deinem Rat;
du führest mich in deinem Licht:
O grössre Liebe gibt es nicht!

4. Und endlich wirst du mich erheben
aus diesem armen Tränental,
wirst deine Herrlichkeit mir geben
und Freuden ohne Ziel und Zahl;
dann seh ich selbst dein Angesicht:
Nein, grössre Liebe gibt es nicht!
G020 20 1. Sieh, Herr, wir Erlöste nahen,
das Mahl der Liebe zu empfahen,
das uns von deiner Gnade spricht.
Volles Heil und ewges Leben
hat deine Liebe uns gegeben,
und uns versetzet in dein Licht.
Du gabst ja uns zu gut
dahin dein Fleisch und Blut,
du Erbarmer!
Dank, Dank sei dir,
o Jesu, hier
und einst in Ewigkeit dafür!
G021 21 1. Weit vorgerückt
ist schon die Nacht der Tränen;
der Morgen naht,
er stillt mein heisses Sehnen,
wann, Herr, mein Auge dich erblickt.

2. O selge Stund
voll Wonne und Entzücken,
wann du die Braut
dir wirst entgegenrücken!
«Er ist’s!» – frohlockt dann jeder Mund.

3. Ja, dann ist fern,
was hier mich je beschweret;
ich hab genug,
hab, was mein Herz begehret,
hab dich, o Jesu, meinen Herrn.

4. In deiner Näh
geniess ich Wonn und Frieden;
nie wird mein Mund
in deinem Lob ermüden.
O Jesu, dass ich heut dich säh!
G022 22 1. Preis sei Christo, der erstanden!
Aus den zersprengten Todesbanden
trat siegverkläret Gottes Sohn.
Durch die Himmel durchgezogen,
zeigst du, Herr, was dein Blut gewogen;
denn Friede glänzt um Gottes Thron.
Preis dem, der uns geliebt,
der ewges Leben gibt,
Jesu Christo
und unserm Gott!
Es ward zu Spott,
der uns gefangen hielt im Tod.

2. Du, o Jesu, unser Retter,
bist Hoherpriester und Vertreter
der Deinigen zur Seligkeit.
Lieblich ist dein Los gefallen,
und deinen Auserwählten allen
ist gleiche Herrlichkeit bereit.
Du gabst auf dem Altar
dich selber für uns dar
zur Versöhnung:
Wir sollen rein,
auf ewig dein,
ein Königtum und Priester sein.

3. Bald mit dem Posaunenschalle
rufst du die Deinen, führst sie alle
verklärt auf Wolken in das Licht.
Komm, Geliebter, uns entgegen,
dass wir uns völlig freuen mögen,
und lass uns sehn dein Angesicht!
Heil allen, die mit dir
nun auferstanden, hier
gläubig wallen!
Die Herrlichkeit
in Ewigkeit
ist dort bei dir für sie bereit.
G023 23 1. O Herr, mein Hirt!
Im Schatten deiner Güte
frohlockt mein Herz,
singt jauchzend mein Gemüte,
und dankt, weil mir nichts mangeln wird.

2. Du führest mich
auf fette, grüne Weiden.
Hier blühen mir
des Geistes reinste Freuden;
mein Herz erquickt und sättigt sich.

3. Du tränkest mich,
wenn Hitz und Durst mich schwächen,
aus frischem Quell,
aus klaren Lebensbächen;
und meine Seel erschöpft sie nicht.

4. Wenn du gebeutst,
muss aller Sturm sich legen;
du leitest treu
mich deines Namens wegen
in Pfaden der Gerechtigkeit.

5. Mit dir kann ich
durch finstre Täler wallen,
ich fürchte nichts;
du lässest mich nicht fallen;
ich tröste deines Stabes mich.

6. Herr, du bist mein,
und dein ist meine Seele;
du salbst mein Haupt
mit deinem Freudenöle;
du schenkst den Becher voll mir ein.

7. Mir folgen hier,
Herr, deine Huld und Güte.
Zum Vaterhaus
zieh ich mit frohem Schritte
und wohne ewig dann bei dir.
G024 24 1. Unser Herz und Mund lobsinge
dir, unserm Gott, der grosse Dinge
für Sünder und für Feinde tat.
Uns gabst du, zu deinem Preise,
den gröBten aller Liebsbeweise,
den Sohn, der uns errettet hat.
Der deine Wonne war,
ihn hast du ganz und gar
hingegeben
in Kreuzesnot
und Sühnungstod,
für uns, zum Heil, o welch ein Gott!

2. Mit anbetendem Gemüte
bewundern wir, Gott, deine Güte,
wie nah sind wir zu dir gebracht!
Durch den Sohn hast du das Leben,
den Geist der Sohnschaft uns gegeben,
zu Hausgenossen uns gemacht.
O nimm Lob, Preis und Ruhm
in deinem Heiligtum
von uns allen
durch Jesum Christ!
Wie glücklich ist
ein Kind, dem du, Gott, Vater bist!
G025 25 1. O Herr Jesu, reich an Gnaden,
du hast dich mit dem beladen,
was mich hat von Gott getrennt.
Meine ganze Schuld zu zahlen,
littest du die grössten Qualen,
welche keine Sprache nennt.

2. Keine Seele kann verstehen,
was du trugst für tiefe Wehen
und für Leiden ohne Zahl.
Finsternis hat dich umnachtet;
Gottes Sohn, du hast geschmachtet
als ein «Wurm» am Kreuzespfahl.

3. Nichts kann dieser Liebe gleichen,
welche selbst bis zum Erbleichen
in dem Tod an mich gedacht.
Wer will nun verdammen, klagen?
Hier ist Christus, der getragen
meine Sünd – mich freigemacht.

4. Ewig will ich dich erheben,
der für mich sich hingegeben,
mir zum Heil, auf Golgatha.
In dem tiefsten Seelengrunde
schweb es vor mir jede Stunde,
Herr, was dort am Kreuz geschah.
G026 26 1. Möchtest du doch bald erscheinen
für die Deinen,
Jesu, heller Morgenstern!
Nach dem Wort aus deinem Munde
ist die Stunde
deines Kommens nicht mehr fern.

2. O wir möchten gern dich sehen,
zu dir gehen
aus dem Fremdlingsland hinaus.
Teures Haupt, o sammle deine
Brautgemeinde
bald bei dir im Vaterhaus!

3. Es verstummt an jenem Tage
jede Klage,
niemand nimmt die Freude mehr.
Ewig singen deine Glieder
Lobeslieder
vor dem Throne, dir zur Ehr.

4. Prangen wird im Hochzeitskleide
und Geschmeide
deine Braut, die du erwählt.
O wie wird mit selgen Weisen
sie dich preisen,
wenn sie dann mit dir vermählt.

5. Ja, vor dir sind Herrlichkeiten,
Lieblichkeiten
dir zur Rechten immerdar.
Deine Gnade ohne Grenzen
wird erglänzen
dort im Schauen wunderbar.
G027 27 1. O Jesu, teures Gotteslamm!
Du wurdest an des Kreuzes Stamm
für unsre Sünd geschlachtet.
Für uns gingst du in Not und Tod;
du opfertest dich völlig Gott;
für uns wardst du verachtet.
Jetzt kann uns nichts verdammen mehr,
o Jesu, dir sei Dank und Ehr!

2. Dein glücklich Volk, o Herr, erscheint
an deinem Tische hier vereint,
von deiner Lieb geladen.
Durch diesen Kelch und dieses Brot
verkündigen wir deinen Tod
und deine reichen Gnaden.
Nichts drücket das Gewissen mehr,
o Jesu, dir sei Dank und Ehr!
G028 28 1. Jesus, unsre Zuversicht,
o wie reich ist deine Gnade!
Du gibst Freude, Trost und Licht
auf des Glaubens schmalem Pfade.
Alle Fülle haben wir,
o Herr Jesu, stets in dir.

2. Unser bist du, wir sind dein;
Liebe hat uns so verbunden.
Unser Heil bist du allein,
durch dein Blut und deine Wunden.
Nur in dir ist selge Ruh;
unsre Hoffnung, Herr, bist du.

3. Du, Herr, lässt uns nicht von dir,
hältst uns fest an deiner Seiten;
du wirst uns gar bald von hier
heim ins Vaterhaus geleiten.
Selig, wer von Herzen spricht:
Jesus, meine Zuversicht!
G029 29 1. Ewig sist du angebetet,
Gott, der umser Vater ist!
Du hast uns vom Tod errettet,
uns gesendet Jesum Christ,
durch dein Wort uns neu geboren;
ewig wären wir verloren,
hätt er nicht vom Thron herab
sich versenkt in Tod und Grab.

2. Jesu, wir erlösten Sünder,
wir Befreite danken heut
dir, dem Todesüberwinder,
dir, dem Herrn der Herrlichkeit.
Der du tot warst, lebest wieder;
mit dir leben deine Glieder.
Uns, die sonst der Tod geschreckt,
hat Gott mit dir auferweckt.

3. O mit welchen Gottesfreuden
strahlst du in des Himmels Pracht!
Ewig fern ist alles Leiden,
ganz dein grosses Werk vollbracht.
Liebreich wirst du bald den Deinen
im Triumphe froh erscheinen,
sie aus diesem Leidensstand
führen in das Vaterland.
G030 30 1. Wer will Gottes Auserwählte,
die er voller Vaterhuld
in dem Sohn zu Kindern zählte,
zeihen der vergebnen Schuld?
Gott erklärt sie für Gerechte,
heisst sie Söhne, nicht mehr Knechte;
wer will je verdammen sie?
Der gerecht macht, Gott, ist hie.

2. Hier ist Christus, der gestorben,
ja, auch auferwecket ist;
der uns durch sein Blut erworben,
trotz des Feindes Macht und List.
Er sitzt nun zu Gottes Rechten,
unsre Sache zu verfechten;
er, der uns bei Gott vertritt,
teilt uns seinen Segen mit.

3. So sind wir gewiss und glauben,
dass kein Leben und kein Tod
seine Liebe uns kann rauben,
ob auch Welt und Satan droht.
Weder Macht, noch Wunderwerke,
Fürstentümer, Engel, Stärke,
noch was jetzt und künftig ist,
scheidet uns von Jesu Christ.
G031 31 1. Du, Herr Jesu, unser Leben,
du bist unser Heil allein.
Dich und deine Lieb erheben,
kann nur Freude für uns sein.
Uns zugut bist du gestorben,
hast uns ganz für dich erworben; –
deine Liebe lässt uns nie.

2. Wie viel Schmerz hast du erduldet,
wie viel Tränen du geweint!
Alles das, was wir verschuldet,
lag auf dir, o Herr, vereint.
Durch dein Blut sind wir versöhnet,
werden dort mit dir gekrönet; –
deine Liebe endet nie.

3. Ja, dein Lieben, ohn Ermüden,
brachte unsern Seelen Ruh,
dass wir jetzt in deinem Frieden
wallen deiner Wohnung zu.
Deine Freude ist, zu segnen,
freundlich allen zu begegnen; –
deine Liebe ruhet nie.

4. Gehen wir durch Kampf und Leiden,
deine Liebe hält uns fest;
sehen wir hier alles scheiden,
deine Lieb uns nie verlässt.
Auch die Trübsal wird verschwinden,
jeder Kampf sein Ende finden; –
deine Liebe schwindet nie.
G032 32 1. Herr, das Wort aus deinem Munde
ist so lieblich, süss und hold!
Gute Botschaft, frohe Kunde,
besser als das reinste Gold!
Deine ewgen Heilsgedanken,
deine Liebe ohne Schranken,
dein Herz, das zu uns sich neigt,
hast du völlig uns gezeigt.

2. Eins ist not – auf dich zu hören,
auf dein Wort voll Huld und Heil;
zu bewahren deine Lehren,
ist das allerbeste Teil.
Ja, das Wort, das du gegeben,
es ist Wahrheit, Geist und Leben,
unsers Weges helles Licht;
wer ihm folgt, der irret nicht.

3. Gib, dass wir die teuren, klaren
Heilsgedanken allezeit
hören, aber auch bewahren;
dies ist uns Glückseligkeit.
Möchten wir das Wort empfangen,
das aus deinem Mund gegangen,
das zu retten uns vermag,
Herr, mit Sanftmut jeden Tag.

4. Vater, Dank für diese Quelle,
Lebensmanna, Himmelsgab,
diese Leuchte unsrer Seele,
diesen guten Wanderstab!
Dank für diese Kraft der Schwachen,
Weisheit, Toren klug zu machen.
Dank für dieses Schwert im Krieg,
Dank für diesen Weg zum Sieg!
G033 33 1. Auf des Vaters Throne,
in der Herrlichkeit,
glänzet in dem Sohne
unsre Seligkeit.
Ja, in seinen Händen
ist nun unser Heil;
Glück, das nie soll enden,
er ist unser Teil.

2. Er, der auferstanden
zu der Herrschermacht
aus des Grabes Banden,
aus des Todes Nacht,
er, des Himmels Krone,
er, des Vaters Lust –
trägt als Hoherpriester
uns auf seiner Brust.

3. Ewig weit erhoben
über Tod und Grab
ist er, und von oben
kommt uns Licht herab,
Licht, das hin uns leitet
in die Ruhestatt,
die uns der bereitet,
der gesieget hat.

4. Himmlisches Entzücken,
nun in ihm zu sein;
froh ihn anzublicken,
seiner sich zu freun.
Preis den Herrn, o Seele!
Jauchze himmelan!
Jeder Hauch erzähle,
was er dir getan!
G034 34 1. Du hast, Herr Jesu, das rettende Mittel gefunden;
Gnad und Gerechtigkeit hast du am Kreuze verbunden;
o wie dein Blut
Wunder der Gnad an uns tut!
Leben entströmt deinen Wunden.

2. Preis dir, o grosser Erretter! Du hast es vollendet!
Wer sich im Glauben zu dir und dem Gnadenstuhl wendet,
der wird versöhnt,
der wird mit Gnaden gekrönt;
Ruh wird ins Herz ihm gesendet.

3. Wenn auch die Sonne erlischt an dem Himmelsgewölbe,
stürzen die Berge ins Meer auch: Du bleibest derselbe!
Du wankest nicht;
ewig erquickt uns dein Licht;
treu bist du, ewig derselbe!
G035 35 1. Lobe den Heiland, o Seele, den Heiland der Sünder!
Lobet ihn alle, ihr Adams erlösete Kinder!
Singet mit Macht
dem, der euch selig gemacht,
dem Starken, dem Überwinder!

2. Lobe den Hirten, den guten, der selber gestorben,
der durch sein Opfer dir ewge Versöhnung erworben,
der durch sein Blut
machte auf immerdar gut,
mehr, als die Sünde verdorben!

3. Lobe den Heiland und werde nicht müde zu loben
lass Welt, lass Sünde, lass Teufel und Zweifel nur toben
Kurz ist die Zeit!
Sein Kommen ist nicht mehr weit;
dann singst und rühmest du droben.
G036 36 1. Dein Erlösungswerk auf Erden
hast, o Jesu, du vollbracht;
was vollendet sollte werden,
das vollführtest du mit Macht.
Du bist selbst für uns gestorben,
hast uns Gnad und Heil erworben,
und dein siegreich Auferstehn
lässt uns in die Freiheit gehn.

2. Alle Namen deiner Frommen
trägst du stets auf deiner Brust;
alle, die zu dir gekommen,
sind und bleiben deine Lust.
Du bewahrst die an dich glauben,
niemand kann sie dir je rauben;
stets dein treues Auge wacht,
deine Hand trägt sie mit Macht.

3. Dir, Herr Jesu, dir gebühret
Dank, Anbetung, Preis und Ruhm!
Hast uns aus der Welt geführet
und versetzt ins Heiligtum,
um dich ewig dort zu loben;
du hast uns zu dir erhoben,
dich zu rühmen allezeit,
Gott zur Ehr und Herrlichkeit.
G037 37 1. O lasst uns Gott lobsingen
und Ehr, Anbetung bringen,
ihm weihen Dankeslieder,
vereint als Christi Glieder!

2. Denn Gott ist voll Erbarmen,
ein Vater, der uns Armen
Vergebung, ewges Leben
durch seinen Sohn gegeben.

3. Er kam zu uns auf Erden,
zum Retter uns zu werden;
er hat, von Gott gesendet,
das grosse Werk vollendet.

4. Preist ihn, den Herrn, ihr Frommen!
Er wird bald wieder kommen
und schenken dort am Throne
die Überwinderkrone.

5. Dann werden all die Seinen
sich um das Lamm vereinen
und preisen seinen Namen.
Lob sei ihm ewig, Amen!
G038 38 1. Himmlische Liebe, die Namen der Erde nicht nennen!
Herr aller Herren, den einst alle Zungen bekennen!
Gingest du nicht
selbst in der Sünder Gericht,
Sünder entlassen zu können?

2. Herr aller Himmel und Retter der sündigen Seele,
jeder Gedanke und jede Empfindung erzähle:
was du uns bist,
wie uns ein Freudenstrom fliesst
aus der Erbarmungen Quelle.

3. Lobe, o Seele, den Heiland! Er hat dir vergeben,
trug deine Sünden und gab dir das ewige Leben.
Er stritt den Streit;
Friede und Freude statt Leid
hat dir nun Jesus gegeben.
G039 39 1. Wer, o Jesu, fasst dein Lieben,
wer den Wert von deinem Blut?
Liebe nur hat dich getrieben,
selbst zu werden unser Gut.
Unsre Sünden trugest du,
gabst in dir uns ewge Ruh.

2. Nichts kann uns von dir mehr scheiden,
nichts kann uns verdammen mehr:
weder Tod, noch Schmach, noch Leiden,
noch des Satans mächtges Heer.
Ewig sind wir, dir zum Ruhm,
dein erkauftes Eigentum.

3. Dir gehöre unser Leben,
unser Lob nur dir allein;
selig ist’s, sich dir ergeben,
deinem Dienste sich zu weihn,
und – gehorsam deinem Wort –
dir zu folgen, treuer Hort!
G040 40 1. Amen, Amen! Jesu eile,
still das Sehnen deiner Braut!
Mächtiglich die Wolken teile,
dass dich unser Auge schaut!
Steige auf am Horizonte,
Morgenstern, durchbrich die Nacht!
O dass deine Braut schon thronte
dort mit dir in Himmelspracht!

2. Amen, Amen! Brich dein Schweigen,
lass uns nicht getrennt mehr gehn;
lass uns bald in selgen Reigen
dort um dich versammelt stehn!
Komm, Herr Jesu, komm behende,
zeige dich in deiner Pracht!
Amen, Amen! O vollende
das, was du für uns vollbracht!
G041 41 1. O Herr Jesu, welche Höhen,
welche Tiefen ewger Huld
sind am Kreuz in dir zu sehen,
als du sühntest unsre Schuld!
Wie inbrünstig ist dein Lieben,
dass du dich zu nichts gemacht,
und, von dieser Lieb getrieben,
dich als Opfer dargebracht.

2. Deines Vaters Rat und Willen
war des Sünders Seligkeit;
diesen Willen zu erfüllen,
warst von Herzen du bereit.
Nun hat er dich hoch erhoben
über alles weit und hehr;
alles, alles wird dich loben
und dir bringen Ruhm und Ehr.

3. Du wirst uns zu dir entrücken,
und wir werden bald dich sehn.
O welch freudiges Entzücken,
wenn wir dir entgegengehn!
Welches Glück, bei dir zu weilen!
Selig, wenn der Morgen graut,
da zu dir die Braut wird eilen
und ihr Aug dich herrlich schaut!
G042 42 1. Herr, die Gebundnen zu befrein,
der Unheilbaren Heil zu sein,
bist du herabgekommen.
All unsre Schuld und Not und Qual
hast du aus Lieb und freier Wahl
von uns auf dich genommen.
Müden –
Frieden,
uns Elenden Heil zu spenden,
stiegst du nieder,
brachtest uns, Verlorne, wieder.

2. Du, der im Fleisch auf Erden war,
noch heute bist du unsichtbar
allwaltend hier zugegen.
Du nimmst dich unsrer Schwachheit an.
Wenn wir den steilen Pfad hinan
zu klimmen nicht vermögen,
trägst du,
pflegst du,
die ermüden;
gibst zum Siegen
Mut und Stärke,
Geist, zu wirken Gottes Werke.
G043 43 1. O treuer Hirt, mein Licht und Leben!
Der Glaube hält an dir sich unverrückt.
Lass dir mein Herz sich ganz ergeben,
in dir allein wird es wahrhaft erquickt;
in dir, mein Heiland, der so zärtlich liebt
und all den Seinen stets nur Gutes gibt.

2. Wie wohl ist mir durch deine Wunden,
wie selig ruht es sich in deinem Schoss!
Seitdem ich dich, o Herr, gefunden,
hab ich in dir das herrlich schönste Los;
mit jedem Tag wird die Erfahrung neu,
dass dir recht gut im Glauben dienen sei.

3. Dein bin ich, Herr! Dein werd ich bleiben;
des Herzens Wunsch bist einzig, Jesu, du.
Nun kann mich nichts mehr von dir treiben;
dein wahrhaft Wort, das sagt mir dieses zu.
So ziehe ich getrost zum Himmel fort,
bald seh ich dich, o meine Hoffnung, dort!
G044 44 1. So sollt es sein, du musstest leiden.
Dein Tod macht uns des Vaters Liebe kund;
er ist für uns ein Quell der Freuden,
ist unsers Heiles ewig fester Grund.
So wahr dich Gott für uns zum Opfer gab,
kommt seine Liebe nun auf uns herab.

2. Dein sind wir nun und Gottes Erben,
und sehen in sein Vaterherz hinein;
wir können leiden, können sterben,
dennoch unmöglich je verloren sein.
Wenn Sonne, Mond und Erde untergehn,
so bleibt doch deine Gnade ewig stehn.

3. Nimm, Herr, den Dank für deine Plagen,
du Retter, den die treuste Liebe dringt!
Bald werden wir dir’s besser sagen,
wenn unser Mund im Himmel froh dir singt;
dann stimmen alle Selgen fröhlich ein;
der ganze Himmel soll dann Zeuge sein.
G045 45 1. Unsre Lieder aufwärts dringen
zu dir, Gott der Liebe, hin.
Deine Güte zu besingen,
ist nur Freude, nur Gewinn.
Deine Gnade machte offen
uns den Weg zur Herrlichkeit,
dorthin dringet unser Hoffen,
dort liegt unser Teil bereit.

2. Ja, dich loben unsre Seelen,
Gott der Macht und Liebe du!
Wer kann deinen Ruhm erzählen,
wer ist reich, o Herr, wie du?
Wo nicht Rettung war von Sünden
und kein Heil für unsre Not,
wusstest Rettung du zu finden
durch des Sohnes Opfertod.

3. Du hast Jesum uns gegeben,
mit ihm alle Herrlichkeit;
und er selbst wird uns erheben
zu des Himmels ewger Freud.
Dann, wenn aller Herzen brennen
in dem Schauen seiner Pracht,
werden völlig wir erkennen
deine Liebe, Gnad und Macht.
G046 46 1. Lasst unsern Vater, lasst uns singen
von Herzen gern ein dankbar frohes Lied,
empor den Geist, empor sich schwingen
zu unserm Gott, der gnädig auf uns sieht,
uns hört voll Huld und voller Liebe an;
kommt, preiset freudig, wer nur preisen kann!

2. Lasst uns ihm singen! Doch wir haben
nur schwache Lieder und ein schwaches Herz.
Er gab die grösste aller Gaben,
den eignen Sohn, in Leiden, Schmach und Schmerz;
er gab ihn hin für Sünder in den Tod.
Wer liebt wie du, o grosser Heiland-Gott!

3. Herr, wie so gut bist du! – O Seele
erhebe ihn, bet ihn bewundernd an!
Sing seiner Liebe und erzähle,
was er, der Gnädige, an uns getan!
Ihn preis in Herzensfülle unser Dank;
ihm schalle freudig unser Lobgesang!
G047 47 1. O mein Herr Jesu Christ,
der du die Liebe bist,
du Gottes Lamm!
Aus heisser Liebesglut
mit deinem teuren Blut
hast du erkaufet mich
am Kreuzesstamm.

2. Ewge Gerechtigkeit,
du bist mein Ehrenkleid
vor meinem Gott.
In deinem Blut allein
bin ich von Sünden rein,
heilig, vollkomm’n, gerecht,
der Welt zwar Spott.

3. Wer will verdammen mich,
der nicht zugleich auch dich,
Jesu, veracht’t?
Denn nicht ich lebe mehr,
sondern mein Gott und Herr,
Christus, der lebt in mir,
o Gottes Macht!

4. Du bist mir Kraft und Licht
und meine Zuversicht,
Erlöser, du!
In meinem Pilgerlauf
schau ich zu dir hinauf,
Glaubens-Anfang und -End,
du Seelenruh!

5. Anbetung, Lob und Dank,
Preis, Ruhm mein Leben lang
sei dir geweiht!
Wenn auch in Schwachheit noch,
wird’s einst geschehen doch
in Kraft und ungetrübt,
in Ewigkeit.
G048 48 1. Du, o Gottes Lamm,
starbst am Kreuzesstamm. –
Wunderbare, heilge Liebe! –
Hast aus Sklaverei und Lüge
und aus Sündennacht
uns zu Gott gebracht.

2. Frei von Schuld und Not,
Sündendienst und Tod!
Du, der Friede unsrer Seele,
gibst von deinem Freudenöle
schon in dieser Zeit
und in Ewigkeit.

3. Unser aller Herr,
Jesu, dir sei Ehr!
O wie strahlt aus deinem Werke
Gnade, Herrlichkeit und Stärke!
Dir sei Tag und Nacht
Dank und Lob gebracht!
G049   1. Halleluja! Wie lieblich stehn
hoch über uns die Himmelshöhn,
seit du im Himmel sitzest,
seit du vom Thron des Vaters dort
uns spendest dein lebendig Wort
und deine Herde schützest!
Fröhlich,
selig
schaut der Glaube von dem Staube
auf zum Sohne;
unsre Heimat ist am Throne.

2. O teurer Heiland, Jesu Christ,
wie wundervoll und heilig ist,
was uns in dir geschenket!
In dir, der seine Lieben schirmt,
bleibt unser Anker, wenn es stürmt,
auf ewig eingesenket.
Spende,
sende
deine hellen
Lebensquellen
reichlich nieder,
grosses Haupt, auf deine Glieder!
G050   1. Wer ist wohl wie du,
Jesu, süsse Ruh!
Bist vom Vater auserkoren,
zu erretten, was verloren.
Wer ist wohl wie du,
Jesu, süsse Ruh!

2. Du gingst in den Tod,
littest Angst und Not;
bist am Kreuz für uns gerichtet,
hast der Sünde Macht vernichtet.
Kein Gericht mehr droht;
du gingst in den Tod.

3. Deiner Liebe Macht
hat das Werk vollbracht.
Und zum Vater, der hernieder
dich gesendet, gingst du wieder,
als das Werk vollbracht
deiner Liebe Macht.

4. Auf des Vaters Thron
trägst du jetzt die Kron!
Bist als Sieger hoch erhoben
und durch Gott verherrlicht droben,
trägst der Ehre Kron
auf des Vaters Thron.

5. Herr, du kommst zurück –
o welch selig Glück!
Führest uns aus Kampf und Leiden
hin zu dir, zu ewgen Freuden.
O welch selig Glück,
Herr, du kommst zurück!
G051   1. Du brachst des Todes Bande,
allmächtger Heiland du;
hast uns, die ferne standen,
gebracht zu deiner Ruh.

2. Dein Werk hast du vollendet,
du hast’s für uns erfüllt;
dein Leiden ist beendet
und unser Herz gestillt.

3. In dir ist uns gegeben
ein ewig sichres Heil.
Du selbst bist unser Leben,
bist unser köstlich Teil.

4. Wer fasset deine Gnade,
wer deine Lieb und Macht?
Auf unserm Pilgerpfade
sei dir stets Dank gebracht!
G052   1. Vater, du, der Liebe Fülle,
bleibest immer treu und gut.
Selig ist das Herz und stille,
wenn’s in deiner Liebe ruht.
Du gabst hin für unsre Schuld
deinen Sohn, o welche Huld!
Solltest du den Sohn uns schenken
und nicht liebend an uns denken?

2. Ja, du sorgest ohn Ermüden
für uns alle, Tag und Nacht;
nie sind wir verwaist hienieden,
Vatertreu uns stets bewacht.
Deiner Liebe ist allein
nichts zu gross und nichts zu klein.
Wo wir gehen, wo wir stehen,
lässt du deine Lieb uns sehen.

3. Du erquickst und stärkst die Müden,
machst getrost der Schwachen Herz,
leitest sie in deinem Frieden,
leitest sie durch Kampf und Schmerz.
Dank, o Vater, Dank sei dir,
Preis, Anbetung für und für!
Welche Gnade, dich zu loben,
dich zu preisen hier und droben!
G053   1. O Gott, an deiner Gnade
genüge uns allein,
so wird auf deinem Pfade
das Herz stets glücklich sein.

2. Will uns der Weg ermüden,
und wird der Kampf uns schwer,
bewahr uns deinen Frieden,
die Gnad in uns vermehr!

3. Wenn Satan uns will schaden,
und wenn die Welt uns höhnt –
getrost, wir sind in Gnaden,
wir sind mit dir versöhnt!

4. Selbst wenn wir Mangel leiden
und keinen Ausweg sehn,
so kann uns doch nichts scheiden,
weil wir in Gnaden stehn.

5. Du wirst uns sicher leiten,
durch deine Gnad und Treu;
du wirst uns zubereiten,
bis alles völlig neu.
G054   1. O geheiligte Gemeinde,
schau zu Jesu froh empor,
den zum Retter seiner Feinde
Gott von Ewigkeit erkor!
Ihm der an dem Kreuze starb,
sterbend dir das Heil erwarb,
dir auf ewig es errungen,
ihm sei Lob und Dank gesungen!

2. Gott hat dir als Haupt gegeben
den, der über alles ist.
Du wirst ewig mit ihm leben,
weil sein eigner Leib du bist.
Was er erbt, gehört auch dir.
Und er liebt dich für und für;
du, der Grund all seiner Schmerzen,
bist am nächsten seinem Herzen!

3. O geheiligte Gemeinde,
schau zu Jesu froh empor!
Der dich so mit sich vereinte,
neigt zu dir sein Herz und Ohr.
Dass du ihn jetzt wiederliebst
und dein ganzes Herz ihm gibst,
freut ihn mehr als alle Welten;
ihm soll all dein Rühmen gelten!
G055   1. Opferlamm, du hast erduldet
Sündenstrafe, Kreuz und Tod.
Auf dir lag, was wir verschuldet
gegen den gerechten Gott.
Du hast völlig ihn geehrt,
und dein Blut, so teur und wert,
wusch uns rein von allen Sünden,
so dass keine mehr zu finden.

2. Nochmals haben wir verkündet
deinen Tod, und dein gedacht;
deine Liebe uns entzündet,
weil du uns zu Gott gebracht.
Dank, Anbetung bringen wir,
o Lamm Gottes, dir schon hier!
Schöner wird das Lob erschallen
dort von deinen Heilgen allen.
G056   1. Herr, du lenkest alles gut!
Ja, du wirst in allen Lagen
uns mit grosser Treue tragen
mit der Hand, die Wunder tut.
Herr, du lenkest alles gut,

2. Herr, wie treu ist doch dein Herz!
Bei dir sind wir wohl geborgen,
du befreist von allen Sorgen,
stillest selbst den grössten Schmerz.
Herr, wie treu ist doch dein Herz!

3. Herr, wie reich sind wir in dir!
Von der Erde reichsten Schätzen
ist das Glück nicht zu ersetzen,
das wir schon geniessen hier.
Herr, wie reich sind wir in dir!

4. Herr, bei dir ist unser Heim!
Bald entrücket allen Proben,
werden wir verklärt dich loben
mit dem schönsten Siegesreim.
Herr, bei dir ist unser Heim!
G057   1. Wir blicken mit Verlangen,
Vollendeter, ans Ziel dir nach;
du bist vorangegangen,
erfüllt wird, was dein Mund versprach:
Die Stätte zu bereiten
in unserm Vaterland,
uns an das Ziel zu leiten
mit treuer Hirtenhand.
So ist uns nicht verborgen,
noch dunkel Gottes Plan;
bald strahlt ein schönrer Morgen
mit vollem Licht uns an.

2. Vereint mit dir zu werden,
ist unser Heil, denn wir sind dein.
O möchte schon auf Erden
im Himmel unser Wandel sein!
Dir standhaft anzuhangen
und nur auf dich zu schaun,
wie du vorangegangen
mit vollem Gottvertraun:
Möcht heiliges Bestreben
doch Herzenslust uns sein!
Denn nach dem Pilgerleben
gehn wir zur Freude ein.
G058   1. Herr, du hast überwunden
des Feindes Macht und Spott;
wir haben Heil gefunden,
für uns ist unser Gott.

2. Durch dich mit Gott versöhnet,
gerettet und befreit,
sind wir, wenn auch verhöhnet,
nun dein in Ewigkeit.

3. Der Friede ist erstritten,
des Todes Schrecken flieht;
du hast für uns gelitten,
uns bleibt das Siegeslied.

4. Was kann uns jetzt noch scheiden
von deiner Lieb, o Herr?
Nicht Schmach, noch Kampf, noch Leiden.
Lobpreis sei dir und Ehr!
G059   1. Herr, lenke unsre Herzen
und unsern ganzen Sinn
auf deine Angst und Schmerzen
und auf dein Opfer hin!

2. Du liessest dich verklagen,
du wardst verhöhnt, verspeit,
verspottet und geschlagen,
du, Herr der Herrlichkeit!

3. Du wardst von Gott verlassen,
damit er bei uns sei;
durch dein am Kreuz Erblassen
sind wir vom Tod nun frei.

4. O Lamm, sei hoch gepriesen!
Du trugst die ganze Schuld.
Dank dir! Du hast erwiesen
nur Gnade, Lieb und Huld.
G060   1. Christus, er ist mein Leben
und Sterben mein Gewinn;
ihm hab ich mich ergeben;
nun weiss ich, wem ich bin.

2. Er ist für mich gestorben,
damit ich leben soll,
hat mir das Heil erworben,
o mir ist ewig wohl!

3. Er lebet nun dort oben,
wo unser Vater ist;
lasst uns ihn ewig loben,
ihn, der uns nie vergisst!

4. Er lebt, er lebt für immer,
Christus, mein Heiland mein!
Drum werde ich auch nimmer
ein Raub des Todes sein.

5. Dich will ich ewig loben
und ewig danken dir,
hier schon und bald dort oben,
wo nichts mich trennt von dir.

6. Lass mich denn bei dir bleiben,
du treuer Jesu Christ!
Lass nichts mich von dir treiben,
da du mein Heiland bist!
G061   1. Dank, o Vater, deiner Gnade,
deiner Liebe, deiner Macht,
dass du von des Sünders Pfade
uns so nah zu dir gebracht.
«Abba Vater!» rufen Kinder,
«Abba!» wir erlösten Sünder.
Ja, als Söhne sagen wir
durch den Geist das «Abba» dir!

2. Fern von dir, mit Fluch beladen,
lagen wir in Sündennacht;
Christi Blut hat uns aus Gnaden
von dem Fluche freigemacht.
Du hast in dem Sohn gegeben
uns Erlösung, ewges Leben.
O wir danken dir dafür,
«Abba», Vater, Preis sei dir!
G062   1. Herr, wie unaussprechlich selig
werden wir im Himmel sein,
wo die Deinen unaufhörlich
sich mit dir, o Jesu, freun!
Da wird ohne Leid und Zähren
unsre Wonne ewig währen
Herr, zu welcher Seligkeit
führst du uns nach dieser Zeit!

2. Welche Wunder deiner Güte
werden unser Glück erhöhn!
Mit erstaunendem Gemüte
wird dann unser Auge sehn:
Deine Huld ist überschwenglich,
unser Erbe unvergänglich;
aber mehr als alles ist,
was du, Jesu, selbst uns bist.

3. Da wird deiner Heilgen Menge
ein Herz, eine Seele sein,
Preis und Dank und Lobgesänge,
teurer Jesu, dir zu weihn,
der du ja dein eignes Leben
willig für uns hingegeben.
Dir sei jetzt und allezeit
Segnung, Macht und Herrlichkeit!
G063   1. Lieblich ist’s, bei dir zu wohnen,
Herr, in deines Vaters Haus,
wohin du, im Glanz zu thronen,
einst den Deinen gingst voraus.
Da, da sehen wir dich wieder,
Erstgeborner vieler Brüder;
welche Wonne wird das sein.

2. Unsrer Seele ganzes Sehnen
geht zu dir, o Herr, hinauf,
wo die Leiden und die Tränen
und die Klagen hören auf;
wo das Alte ist entschwunden,
und dann nie mehr wird gefunden,
was die Deinen je beschwert.

3. Wie der Vogel fern vom Neste,
pilgern auf der Erde wir;
doch das Erbe ist uns feste,
dein Geist ist uns Pfand dafür.
Führst du uns noch durch die Wüsten,
wo wir hungern, wo wir dürsten –
wir sind auf dem Weg zu dir.

4. Bald, Herr, kommst du uns entgegen,
und verwandelst uns im Nu,
führst von fremden Erdenwegen
uns dem Vaterhause zu;
wo wir deiner Liebe singen,
Preis, Anbetung, Dank dir bringen,
ewig jauchzen dir zur Ehr.
G064   1. O du Fels der Ewigkeit!
Leben, Heil und Sicherheit
gab die Gnade mir in dir,
der du bist geöffnet mir.
Wasser floss aus dir und Blut,
wunderbare Gnadenflut!

2. Fels der Ewigkeit, aus dir
fliesst mir Kraft und Labsal hier.
Gib, dass nie mein Auge mehr
sich von deiner Gnade kehr;
gib, dass ich mit Zuversicht
auf dir steh, und wanke nicht.

3. Hier auf meinem Pilgergang
gelte dir mein Lobgesang;
werd ich aber bei dir sein,
preis ich dich erst voll und rein;
du mein Ruhm, du meine Freud,
Jesu, Fels der Ewigkeit!
G065   1. O hohes Glück, vor Gott zu stehn;
o Freude, Jesu, dich zu sehn,
an dir sich stets zu weiden;
zu sehen dich in deinem Licht
von Angesicht zu Angesicht,
und nie von dir zu scheiden!

2. Befreit auf ewig, fern von Qual,
getränkt mit Freuden ohne Zahl,
in Gottes hehrer Nähe!
Dann zeigt in jenem Augenblick
der Deinen unaussprechlich Glück
der mächtgen Gnade Höhe.

3. Der Seligkeiten, Gott, wie viel!
Der Freuden ohne Mass und Ziel,
hoch über alles Sehnen!
O Herrlichkeit in Ewigkeit;
was ist das Leiden dieser Zeit?
Wie nichts sind alle Tränen!
G066   1. O Jesu, wir erheben dich,
und unsre Herzen freuen sich
der Herrlichkeit, der Majestät,
zu der dich Gott, dein Gott, erhöht!

2. Dein Werk auf Erden ist vollbracht,
zerstört hast du der Feinde Macht;
dein Blut hat uns mit Gott versöhnt,
und Gott hat dich mit Ruhm gekrönt.

3. Du bist zur Rechten Gottes dort,
und stärkst uns durch dein teures Wort,
dass wir den guten Kampf bestehn,
bis droben wir dein Antlitz sehn.

4. Du ziehst uns ja so gern zu dir;
so gib, Herr Jesu, dass auch wir
stets suchen das, was droben ist,
wo du, verklärter Heiland, bist!

5. Dort wird sich völlig unsre Seel
in dir erfreun, o Lebensquell!
Bald singen wir zu deinem Ruhm
ein neues Lied im Heiligtum.
G067   1. Du, des sich alle Himmel freun,
auch unsre Seele freut sich dein,
dass du, o Gott, der ewig ist,
in Christo unser Vater bist.

2. Weit, über alles Denken weit
geht deines Namens Herrlichkeit
und deine Lieb und deine Huld,
die uns befreit von aller Schuld.

3. Wir preisen dich in dieser Welt,
die noch im Argen sich gefällt;
doch schwingt die Hoffnung sich empor,
zu loben dich im ewgen Chor.

4. Wie in des Himmels Heiligtum,
schallt auch auf Erden einst dein Ruhm:
Dein ist die Macht und Herrlichkeit,
von Ewigkeit zu Ewigkeit!
G068   1. Vollendet ist das Werk, vollendet,
durch dich, Erlöser, unser Heil!
Der Sünde Fluch ist abgewendet,
dein Segen dafür unser Teil.
Du, der herabkam, ewges Leben
und Licht und Freude uns zu geben,
hast dich gesetzt auf Gottes Thron.
Für dich ist jeder Ruhm zu wenig,
o du, der Schöpfung Haupt und König
der Könige, des Vaters Sohn!

2. Gib unserm Glauben Mut und Leben,
damit wir über Welt und Zeit
in deiner Stärke uns erheben
zu dir, in deine Herrlichkeit!
O du, der uns den Finsternissen
des ewgen Todes hat entrissen
und nun Gott angenehm gemacht;
du, unser aller Herr und Führer,
des Weltalls mächtiger Regierer,
bald zeigst du dich in deiner Pracht!

3. Bald wirst du herrlich wiederkommen.
Herr Jesu, komm! – Es sehnen hier
im Fremdlingsstande deine Frommen
sich nach dem Vaterland, nach dir.
O sammle bald die Zahl der Deinen
für dein so seliges Erscheinen
auf Wolken, hehr, in Majestät!
O komm! Wir möchten mit dir weilen
im Vaterhaus und dahin eilen,
wo uns des Vaters Blick erfreut.
G069   1. Heiliger,
heiliger,
heiliger Herr Zebaoth,
welchem Erd und Himmel dienet;
du, der ganzen Schöpfung Gott,
und der Menschen, die versöhnet
und geheiligt sind durch Jesu Blut,
höchstes Gut,
höchstes Gut!

2. Preis und Dank,
Preis und Dank
sei dir ewig dargebracht,
dass du uns den Sohn gegeben,
uns zu Kindern hast gemacht
durch ihn, der zu unserm Leben
und zur Tilgung unsrer Schuld und Not
ging in Tod,
ging in Tod!

3. Herr und Gott,
Herr und Gott!
Davon soll in der Gemein,
die er durch sein Blut erworben,
Tag und Nacht kein Schweigen sein.
Er ward Mensch, weil wir erstorben,
dass er uns das Leben gäb aus sich
ewiglich,
ewiglich.

4. Wunderbar,
wunderbar
ist, o Gott, dein Gnadenrat!
Helle leucht des Sohnes Klarheit
hier auf unserm Pilgerpfad,
wie er kam voll Gnad und Wahrheit;
bis wir dort sein freundlich Angesicht
sehn im Licht,
sehn im Licht.
G070   1. Herr, deines Namens Herrlichkeit
gibt Freude, Trost und Seligkeit,
ja, kostbar über alles ist,
was du Herr Jesus Christus bist.

2. Wie liebst du uns, wie grenzenlos
ist deine Huld, wie göttlich gross!
Was du für uns am Kreuz vollbracht,
hat deine Lieb uns kundgemacht.

3. Dort floss für uns dein teures Blut,
ertrugest du der Feinde Wut,
befreitest uns von Sünd und Tod
und bahntest uns den Weg zu Gott.

4. Nie komme aus dem Sinn uns mehr,
was du uns bist, o Gott und Herr!
Stets leuchte uns im hellsten Licht
dein gnadenvolles Angesicht!

5. Doch dann wird erst das Herz gestillt
und unsre Freude ganz erfüllt,
wenn wir dir, Herr, entgegengehn
und in der Herrlichkeit dich sehn.

6. Komm du, den unsre Seele liebt,
der Leben uns und alles gibt!
Komm und erfüll das heisse Flehn
und lass uns dich im Himmel sehn!
G071   1. Guter Hirte, der die Leiden
seiner Schafe hier erlitt,
und statt Strafe nun die Freuden
ewger Seligkeit uns gibt.

2. Du erfüllest unsre Herzen
mit der Freude, die du schon
unter grosser Angst und Schmerzen
uns erwarbst, o Gottes Sohn!

3. Diese Freude, die wir haben,
findet sich in dir allein.
O so komm, uns zu erlaben,
führ uns zu dir selber ein!

4. Deine Hirtenstimme hören,
ist, was unser Herz erfreut,
der du mehr, als wir begehren,
in dir selber hast bereit.

5. Aber mehr noch, als dich hören,
ist, dich selber bald zu schaun;
denn du wirst uns auch verklären,
die wir auf dich, Herr, vertraun.

6. O der Wonne, Jesum sehen!
Dich zu sehen, wie du bist!
Wo wir dann zur Ruhe gehen,
die für ewig unser ist.

7. Lass uns dir bald droben singen,
bei dir in der Herrlichkeit,
wo dir die Erlösten bringen
Preis und Ruhm in Ewigkeit!
G072   1. Name Jesus, o wie süsse
klingst du in der Gläubgen Ohr!
Name, den ich froh begrüsse,
dich preist hoch der Selgen Chor.

2. Du stillst Kummer, heilest Schmerzen,
jede Furcht entfernest du,
tröstest der Betrübten Herzen,
gibst den Müden selge Ruh.

3. Jesu, Schatz und Füll der Gnade,
du mein Schild und Bergungsort,
Licht auf meinem Pilgerpfade,
Fels im Sturm und sichrer Hort!

4. Herr und Heiland, Hirt und Führer,
Priester, König und Prophet,
Weltenschöpfer und Regierer,
Wort, das ewiglich besteht.

5. Du, mein Leben, Weg und Ende,
nimm mein Lob, mein Danken an;
schwach ist, was empor ich sende,
was von dir ich denken kann.

6. Werd ich aber dich, Herr, sehen,
dann preis ich nach Würden dich;
werd im Lobe mich ergehen,
Jesu, bei dir ewiglich.

7. Möchte deine Lieb erheben
jeder Hauch und Atemzug,
dir gehör mein ganzes Leben,
ohne Rückhalt, ohne Trug!

8. Herr, in deinem heilgen Namen
triumphier ich ewig weit;
in dir ist das Ja und Amen;
dir nur sei mein Lob geweiht!
G073   1. Lamm, verwundet und beladen,
heimgesucht mit schwerem Leid,
dich traf unser aller Schaden,
unsre Ungerechtigkeit.

2. In den Tod hast du dein Leben
ausgeschüttet ganz und gar;
deine Seele ward gegeben
für die Schuld auf dem Altar.

3. Aus den Gluten, aus dem Feuer
deiner Leiden ging hervor
Wohlgeruch so süss und teuer,
welcher stieg zu Gott empor.

4. Dir, dem Retter, der nicht scheute
diese Pein, nicht wich zurück,
dir gehört die Meng zur Beute,
dir verdankt sie all ihr Glück.

5. Dich, der einst mit Sünd beladen
an dem Kreuz gelitten hat,
dich erheben Myriaden
ewig für die grösste Tat.
G074   1. Wir warten dein, o Gottes Sohn,
und lieben dein Erscheinen;
bald ist die Wartezeit entflohn,
bald kommst du für die Deinen.
Wer an dich glaubt,
erhebt sein Haupt und sieht dir froh entgegen,
du kommst zum Heil und Segen.

2. Wir warten dein, du hast uns ja
das Herz schon hingenommen.
Jetzt bist du uns im Geiste nah,
doch wirst du sichtbar kommen.
Dann, Herr, wirst du
bei dir uns Ruh,
bei dir uns Freude geben,
zur Herrlichkeit erheben.

3. Wir warten dein, du kommst gewiss,
die Zeit ist bald vergangen;
wir freuen uns schon über dies
mit herzlichem Verlangen.
Was wird geschehn,
wenn wir dich sehn,
wenn du uns heim wirst bringen,
wo wir dir ewig singen!
G075   1. Du bist’s, der uns in Christo liebt,
du Gott voll Huld und Güte;
du bist es, der stets reichlich gibt,
dein Herz wird niemals müde.
Und wie du liebst,
und wie du gibst,
um stets uns zu beglücken,
ist nimmer auszudrücken.

2. Ja, wahrlich, unser Glück ist gross,
wir sind aus dir entsprossen;
du machtest uns – welch köstlich Los! –
zu deinen Hausgenossen.
Noch pilgern wir
als Fremde hier;
doch kann uns nichts mehr trennen,
weil wir dich «Vater» nennen.

3. Dank dir für deine Lieb und Huld,
dein Name sei gepriesen!
O Vater, Dank für die Geduld,
die du uns stets erwiesen!
Bald werden dort
wir immerfort
dir Lob und Ehre bringen
und deine Huld besingen.
G076   1. Du führtest uns ins Heiligtum,
nicht sind wir mehr geschieden;
wir singen deines Namens Ruhm
und beten an in Frieden.
O Liebesglut!
Du gabst dein Blut;
von Sünden ganz gereinigt,
sind wir mit dir vereinigt.

2. Nichts trennt uns mehr; das Vaterherz
ist uns in dir geschenket;
das Herz, das stets in Leid und Schmerz
so liebend an uns denket.
Es hebt und trägt,
es sorgt und pflegt,
es segnet ohn Ermüden,
versäumet keins hienieden.

3. Wie unaussprechlich ist die Gnad,
wie reich die Segensfülle,
die stets erhellet unsern Pfad
und macht das Herz so stille.
O gib, dass wir
im Glauben hier
auf dich, Herr Jesu, sehen
und deine Lieb verstehen.
G077   1. Wo ist ein Vater, Gott, wie du,
der unser so gedenket,
uns liebt und segnet, so wie du,
in Christo alles schenket?
Was fehlt uns doch
nun weiter noch,
da wir zum Vater haben
dich, Geber aller Gaben?

2. Du hast so viel an uns gewandt
zu unserm Heil und Leben,
uns deinen eignen Sohn gesandt,
ihn für uns hingegeben!
Der so geneigt
sich Sündern zeigt,
wie? solltest du denn minder
versorgen deine Kinder?

3. Stets bleibet uns dein Vaterherz
in Jesu Christo offen;
dort fliehn wir hin in Not und Schmerz
mit kindlich gläubgem Hoffen.
Und da, da ruht
sich’s sanft und gut;
da sind wir wohl geborgen
und ledig aller Sorgen.

4. Du hast uns lieb; das ist genug,
uns Trost hier zu verleihen.
Du hast uns lieb; das ist genug,
uns ewiglich zu freuen.
Drum lass uns auch
nach Kindesbrauch,
durch deinen Geist getrieben,
verehren dich und lieben.
G078   1. Fürwahr, du, Herr, trugst selbst die Strafe unsrer Sünden;
die Schmerzen musstest du an dir für uns empfinden;
wir gingen in der Irr, ohn Hirten, arm und bloss;
doch Gott warf unsre Schuld auf dich und sprach uns los.

2. Befreit, in Ewigkeit erreicht uns kein Verderben,
wir haben Teil mit dir und dürfen mit dir erben,
dem eingebornen Sohn, dem ewig und allein
das ganze Vatergut zum Eigentum wird sein.

3. Erfreut ob solchem Heil, lobpreisen wir und danken,
wir rühmen deine Gnad, dein Lieben ohne Schranken.
Anbetung, Jesu, dir – dir unserm teuren Herrn!
Bald werden wir dich sehn, dein Kommen ist nicht fern.
G079   1. Die Gnade sei mit allen,
die Gnade unsers Herrn,
des Herrn, dem wir hier wallen,
und sehn sein Kommen gern.

2. Auf Gnade darf man trauen;
man traut ihr ohne Reu;
und wenn uns je will grauen,
so bleibt’s: der Herr ist treu.

3. Auf dem so schmalen Pfade
gelingt uns ja kein Tritt,
es gehe seine Gnade
denn bis zum Ende mit.

4. Damit wir nicht erliegen,
muss Gnade mit uns sein;
sie flösst uns zu dem Siegen
Geduld und Glauben ein.

5. So scheint uns nichts ein Schade,
was man um Jesum misst;
wir haben seine Gnade,
die über alles ist.

6. Herr, lass es dir gefallen,
noch immer rufen wir:
«Die Gnade sei mit allen,
die Gnade sei mit mir!»
G080   1. Wo ist ein solcher Gott wie du,
voll Langmut, Macht und Gnade!
Führst Sünder ein in deine Ruh,
von des Verderbens Pfade.
Durchdrangst mit Macht
der Sünde Nacht,
gabst hin den Eingebornen
zur Rettung der Verlornen.

2. Wo ist ein solcher Gott wie du,
wer kann dein Lieben fassen!
Für deine Feinde liessest du
den Sohn im Tod erblassen.
Gerechtigkeit
ward unser Kleid;
Errettung, Licht und Leben
ward uns in ihm gegeben.

3. Wo ist ein solcher Gott wie du,
so treu in jeder Lage!
Wer hilft in Not, wer sorgt wie du
ohn Rast von Tag zu Tage!
O treuer Hort,
lass hier wie dort
von deiner Lieb uns singen,
Lob, Ehr und Dank dir bringen!
G081   1. Ich sehne mich nach dir!
Mein Heiland, dich hat Gott erhoben,
du bist zu seiner Rechten droben.
Ich aber wandle hier
und sehne mich nach dir.

2. Ich sehne mich nach dir!
Hier auf des Lebens Pilgergange
sucht dich mein Blick; – o bleib nicht lange!
Ich bin beschweret hier
und sehne mich nach dir.

3. Ich sehne mich nach dir!
Wie sollt vor Not und Tod mir grauen?
Du führst vom Glauben mich zum Schauen.
Dir leb und sterb ich hier;
ich sehne mich nach dir.

4. Ich sehne mich nach dir!
Du kennest meines Herzens Sehnen,
du siehst und trocknest meine Tränen.
Nie bist du fern von mir;
ich sehne mich nach dir.
G082   1. Herr, du bist vorangegangen,
unsre Stätte ist bereit;
kommst zurück, uns zu empfangen,
zu beenden alles Leid.
Eh noch die Gerichte toben,
werden wir zu dir erhoben;
eh der Tag des Zorns erscheint,
hast du uns mit dir vereint.

2. Stärk uns jetzt auf deinem Pfade,
dass wir treu dir folgen nach,
nicht versäumen deine Gnade.
Halt uns nüchtern, halt uns wach,
bis du, Jesu, noch verborgen,
wirst an jenem neuen Morgen
einzig unsre Freude sein,
und wir ewges Lob dir weihn.
G083   1. Jesu, treuer Herr der Deinen,
Sonne aller Herrlichkeit,
lass dein Licht uns helle scheinen,
mach die Herzen dir bereit!
Du bist da, wir sind beisammen,
Herr, in deinem heilgen Namen;
lass die Herzen offen stehn
und dein Leben uns durchwehn.

2. O belebe alle Glieder,
du des Leibes herrlich Haupt;
treibe aus, was dir zuwider
und was dir den Einfluss raubt.
Herr, enthülle uns in Klarheit
deine Liebe, Gnad und Wahrheit,
Gottes Herrlichkeit und Huld,
seine Treue und Geduld.

3. Lass sich die Gemüter kehren
zu dir, Herr der Herrlichkeit;
lass uns allesamt begehren
dich, nur dich, in Ewigkeit.
Deine Freude ist, zu segnen,
jedem gnädig zu begegnen,
auf dass jedes rein und treu
ganz auf dich gerichtet sei!
G084   1. Sollt ich dir, o Gott, nicht singen,
sollt ich dir nicht dankbar sein
und mich nicht in allen Dingen
deiner Liebe stets erfreun?
Liebe ist es, nichts als Liebe,
was dein treues Herz bewegt;
Liebe, die mich pflegt und trägt,
wär es um mich noch so trübe.
O so lass mich dir vertraun,
stets und völlig auf dich baun.

2. Für mich, ehemals Verlornen,
der ich tot in Sünden war,
gabst du deinen Eingebornen,
gabst du Jesum Christum dar.
Wer kann, was du tust, ergründen,
auf der ganzen Erde, wer?
Wer aus deiner Engel Heer
kann es, wie du liebst, empfinden?
Deine Lieb ist immer neu,
ewig deine Gnad und Treu.

3. Weil denn ohne Zahl und Ende,
Vater, deine Gaben sind,
heb ich betend meine Hände
zu dir auf, erhör dein Kind!
O du wollst mir Gnade geben,
dir mein ganzes Herz zu weihn,
deiner Liebe mich zu freun,
deinen Ruhm hier zu erheben,
bis ich dich nach dieser Zeit
lieb und lob in Ewigkeit!
G085   1. Nur noch ein wenig
wall ich als Fremdling hier;
dann ruh ich ewig,
treuster Hirt, dort bei dir.
Bald werd ich dich, mein Jesu, schauen,
selig dir folgen auf Friedensauen.

2. Hier in der Wüste,
wenn ich ermattet bin,
hungre und dürste,
führst du zum Quell mich hin;
weisst mich so freundlich zu erlaben,
spendest durch deinen Geist Himmelsgaben.

3. Doch in der Ferne –
ach Herr, was gleichet dir?
Ich ging so gerne
heute schon weg von hier.
Ich wünschte, Herr, bei jenen Thronen
jetzt schon und ewig mit dir zu wohnen.

4. Da ist’s so herrlich,
wo du, mein Heiland, bist,
und alles fröhlich,
voll selger Wonne ist;
wo alle Lob und Ehr dir bringen,
deine Lieb immerdar, Herr, besingen.

5. Das stärket mächtig,
weiter dir nachzugehn,
bis ich dich prächtig
in Himmelsglanz werd sehn.
Bald darf ich deinem grossen Namen
freudig zujauchzen das Amen, Amen!
G086   1. Der du uns das Heil errungen,
menschgewordner Gottessohn!
Ewig sei dir Lob gesungen,
dass du von der Himmel Thron
uns zugut im Fleisch gekommen,
und dich voller Freundlichkeit
nach dem Rat vor aller Zeit
hast der Sünder angenommen
und ihr Heil geworden bist;
sei gelobt, Herr Jesu Christ!

2. An dem Kreuz, in deinem Sterben,
das dich für die Sünder traf,
die Versöhnung zu erwerben,
trugst du alle unsre Straf;
hast auf ewig uns befreiet,
und zu Gottes Gnadenthron
durch dein Blut, o Gottes Sohn,
uns den neuen Weg geweihet.
Nun stehn wir im Heiligtum
und verkünden deinen Ruhm.

3. Herr, wie gross ist deine Liebe! –
Dieser Ruf erfüllt dein Haus;
ihre Höhe, ihre Tiefe
misst kein Sterblicher je aus.
Des Gerichtes grosse Wasser
löschten nicht die heilge Glut;
selbst in tiefster Leidensflut
liebtest du all deine Hasser.
Niemand dich erfassen kann,
staunend beten wir dich an!
G087   1. Wir danken, treuer Heiland, dir,
dass du uns nicht gelassen
als unversorgte Waisen hier
auf unbekannten Strassen.
Bei fremdem Volk, in fremdem Land,
wo alle Wege ungebahnt,
da sehn wir deine Tritte.
Wir stehen nie verlassen da,
du bist uns allenthalben nah;
du lebst in unsrer Mitte.

2. Du bist bei uns mit deinem Geist –
o selge, heilge Nähe! –
der so lebendig sich erweist,
als ob man selbst dich sähe.
Bist unser Licht im dunkeln Tal,
erquickst durch deiner Liebe Strahl,
bist Seelentrank und -speise;
stehst uns mit Rat und Tat zur Seit
und gibst uns selber das Geleit
auf unsrer Pilgerreise.

3. Drum danken wir, o Heiland, dir
für deine Lieb und Treue.
O dass doch jedes Herz schon hier
sich deinem Lob stets weihe!
Das ist ja unsre Seligkeit,
ist süsser Trost in allem Leid,
solange wir hier wallen.
Und wenn wir dort dein Antlitz sehn
und völlig deine Lieb verstehn,
wird ewges Lob erschallen.
G088   1. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir,
o Jesu, unser Leben!
Nur du bist würdig für und für;
wer kann dich gnug erheben!
Du bist des Allerhöchsten Sohn,
zur Rechten auf des Vaters Thron
mit Ehr und Ruhm gekrönet.
Durch dich ist jede Kreatur,
für dich sind alle Dinge nur;
du bist’s, der sie versöhnet.

2. Du bist, o Herr, einst uns zugut
in diese Welt gekommen;
du hast freiwillig Fleisch und Blut
für Sünder angenommen.
Als Opfer brachtest du dich dar;
zu retten, was verloren war,
wardst du ein Fluch auf Erden.
O Huld, die sonst nichts Gleiches hat;
du starbst für unsre Missetat,
das Leben uns zu werden!

3. Drum Ehre, Preis und Dank sei dir,
o Jesu, unser Leben!
Nur du bist würdig für und für;
wer kann dich gnug erheben!
Du bist der Quell, der ewig quillt,
die Fülle, die das Herz nur stillt,
du bist die Lebenssonne.
Bald wirst du uns zu dir erhöhn;
dann wird dich unser Auge sehn,
zu ewger Freud und Wonne.
G089   1. Es singt von deinen Schmerzen
und deiner Herrlichkeit
die Schar versöhnter Herzen,
von Schuld und Tod befreit.
Herr Jesu, Dank sei dir,
du Retter der Verlornen,
von den Erlösten hier!

2. Du bist das ewge Leben,
das Licht in dunkler Nacht.
Mit Freuden wir erheben,
Herr, deiner Liebe Macht,
schon hier in dieser Zeit
und bald im Vaterhause
die ganze Ewigkeit.

3. Triumph! Bald wirst du kommen,
ins Reich der ewgen Ruh
erheben deine Frommen,
dir, grosser Heiland, zu
wo in Vollkommenheit
wir dich, Herr Jesu, schauen
in deiner Herrlichkeit.
G090   1. Hin zu Jesu möcht ich eilen,
heim ins teure Vaterhaus;
immer, immer bei ihm weilen,
o welch Glück, wer spricht es aus!

2. Nur bei Jesu schweigt mein Sehnen,
mein Verlangen stillt nur er.
Wie soll ich mich hier gewöhnen,
wo mir alles öd’ und leer?

3. O mein Jesu, welch Entzücken
wird’s für meine Seele sein,
dich verherrlicht zu erblicken,
dir dort Lob und Dank zu weihn!

4. Komm, Herr Jesu, hör das Flehen,
hör den Ruf so sehnlich laut:
Komm und lass mich dahin gehen.
wo man dich verkläret schaut!
G091   1. Von deiner Gnade will ich singen,
die mich erfüllt mit selger Ruh;
Anbetung deiner Liebe bringen;
wer liebt, o Gott, wer lieht wie du!
Die Gnade führt von bösen Wegen
den Sünder, den verlornen, aus;
die Liebe eilt ihm froh entgegen,
als käm der ein’ge Sohn nach Haus.

2. Nur Gnade ist’s, die mir begegnet,
so lang ich hier in Schwachheit bin;
der Liebe Fülle dort mich segnet,
komm ich zur ewgen Heimat hin.
Mag auch hienieden alles wanken,
mag alles hier auch enden sich;
die Gnade kennet keine Schranken,
und Liebe bleibet ewiglich.

3. Wie kommt’s, dass ich hier sicher walle? –
Weil deine Gnad, o Gott, mich schützt.
Wie kommt’s, dass ich im Kampf nicht falle? –
Weil deine Lieb mich schirmt und stützt.
Ja, Gnade ist’s, die stets mich leitet,
und Liebe, die mich füh lt ein
dort, wo die Wohnstätt ist bereitet,
wo ich bei dir werd immer sein.
G092   1. Wer findet Worte, dir zu danken
o Vater, Gott von Ewigkeit!
Du gabst, o Liebe ohne Schranken,
den Sohn, den Herrn der Herrlichkeit;
du gabst ihn hin, den Eingebornen,
du sandtest ihn zu uns herab;
für deine Feinde die Verlornen,
gabst du den Sohn in Tod und Grab.

2. O wohl uns, dass du voll Erbarmen,
dass du, o Gott, die Liebe bist,
und wir in treuen Vaterarmen
so sicher ruhn durch Jesum Christ!
In ihm gabst du uns Heil und Leben,
ja alles – o wer liebt so sehr!
Ein Gott, der seinen Sohn gegeben,
ein solcher Gott versagt nichts mehr.
G093   1. Ein lieblich Los ist uns gefallen,
ein schönes Erbteil uns beschert;
dir, Herr, soll Lob und Preis erschallen,
dir, dir gebührt’s, dass man dich ehrt!
Aus Gnaden hast du uns erwählt
und uns zu deinem Volk gezählt.

2. Du hast dich unser angenommen,
dich jammert unser gar zu sehr;
weil wir zu dir nicht konnten kommen,
kamst du zu uns von oben her;
es war die wundervollste Lieb,
die dich zu uns ins Elend trieb.

3. Du sahst die Leiden unsers Falles
voll Mitleid und Erbarmen an,
gabst selbst dich uns und damit alles,
mehr als ein Mensch nur wünschen kann:
Die Sohnschaft und das Sohnesteil,
im ewgen Leben ewges Heil.

4. Wir hoffen nichts als lauter Gutes
aus deiner reichen Liebeshand
und gehen nun getrosten Mutes
durch dieses öde Pilgerland.
Schon zeigst du uns in deinem Wort
die Schönheit unsers Erbteils dort.
G094   1. Der du die Sünden hast getragen,
du, Jesu, lebst, dein Grab ist leer.
Verstummen muss des Feindes Klagen,
getilget ist die Schuld so schwer.
Gerechtgesprochen singen wir:
O Auferstandner, Ehre dir!

2. Du hast gesprengt des Todes Ketten
und dich auf Gottes Thron gesetzt;
du lebst, um völlig zu erretten,
du lebst und bittest für uns jetzt.
Wer ist’s, der hier, du herrlich Haupt,
uns je aus deiner Obhut raubt?

3. Du lebst, die Deinen zu beschützen,
du lässt uns nimmer einsam hie,
auf dich kann sich der Glaube stützen;
du lebst, und du verlässt uns nie;
du lebst und nimmst in kurzer Frist
die Glieder dahin, wo du bist.

4. Bald zeiget sich des Tages Grauen,
da du uns, Herr, zu dir erhebst;
dann werden unsre Augen schauen,
was wir jetzt glauben: dass du lebst!
Dann tönt durch Ewigkeiten lang
dir Ehre, Ruhm und Lobgesang.
G095   1. O Jesu, Name ohnegleichen,
voll Gnade, Trost und Lieblichkeit!
Anbetend sich die Engel neigen,
bewundern deine Herrlichkeit.
Der Gottheit Fülle wohnt in dir;
in dir sind auch vollendet wir.

2. Du bist uns alles: unsre Stärke,
Erlösung, Weisheit, Licht und Kraft;
du bist die Quelle aller Werke,
die deine Gnade in uns schafft.
Ja, was wir haben, was wir sind,
in dir nur seinen Ursprung find’t.

3. Herr, deine Liebe, unvergleichlich,
erfüllet allen Mangel hier;
sie strömt in Kampf und Not so reichlich,
so mild auf uns herab von dir;
und weigerst du uns je ein Teil,
so ist es nur zu unserm Heil.

4. Mag auch hienieden alles weichen!
In dieser Welt gibt nichts uns Ruh.
Was wäre dir wohl zu vergleichen?
Des Segens Fülle bist nur du,
bist unser Reichtum ewiglich;
wir loben und verehren dich.
G096   1. «Jesus-Nam!» Wer kann ergründen
deine Tiefe, deine Höh!
Wer die Gnad und Lieb verkünden,
deren End ich nirgend seh!
Unausforschlich bleibet hier
deines Namens Fülle mir.

2. «Jesus-Name!» Ewge Quelle
alles Heils und aller Macht,
bist der Ruhort meiner Seele,
bist mein Licht in dunkler Nacht.
Deine Liebe, Treu und Gnad
leiten mich auf ödem Pfad.

3. «Jesus-Nam!» In dir geborgen
geh ich durch die Wüste hier,
wandle frei von Angst und Sorgen,
da selbst Satan weicht vor dir.
Bleibt mein Aug auf dich gericht’t,
wanke und verzag ich nicht.

4. «Jesus-Name!» Kraft der Schwachen,
Ruh der Müden, Trost im Schmerz;
bist im Sturm ein sichrer Nachen,
Heilung für ein wundes Herz;
Manna, das die Seele nährt,
Zuflucht, wenn Versuchung währt.

5. «Jesus-Name!» Seelenweide,
Hoffnung, die das Herz erquickt;
Morgenstern, der allem Leide,
allem Elend mich entrückt.
Droben werd ich ganz verstehn,
was ich glaubend hier gesehn.

6. «Jesus-Name!» Lebenssonne!
Du, des Vaters ewge Freud,
bist auch meine Lust und Wonne,
jetzt und bis in Ewigkeit.
Deine Strahlen, voll und frei,
machen auch die Schöpfung neu.
G097   1. Wer kann dich hier würdig loben,
grosser Gott von Ewigkeit!
Was auf Erden und was droben
zeugt von deiner Gütigkeit.
Du, du bist des Lobes wert;
selig, wer dich preist und ehrt!

2. Wer kann deine Lieb ergründen,
deine Gnade, deine Huld!
Gabst den Sohn für unsre Sünden,
sprachst uns frei von aller Schuld.
Du, du bist des Lobes wert;
selig, wer dich preist und ehrt!

3. Wer kann deine Treu ermessen,
deine Langmut, Sorg und Müh!
Mag ein Weib ihr Kind vergessen,
du vergisst die Deinen nie.
Du, du bist des Lobes wert;
selig, wer dich preist und ehrt!

4. Wer kann deine Grösse nennen
und dein Wundertun verstehn!
Wer kann, wie du bist, dich kennen
und in deine Tiefen sehn!
Ja, du bist des Lobes wert;
selig, wer dich preist und ehrt!
G098   1. Auf dem Lamm ruht meine Seele,
betet voll Bewundrung an.
Alle, alle meine Sünden
hat sein Blut hinweggetan.

2. Selger Ruhort! – Süsser Friede
füllet meine Seele jetzt.
Da, wo Gott mit Wonne ruhet,
bin auch ich in Ruh gesetzt.

3. Ruhe fand hier mein Gewissen,
denn sein Blut – o reicher Quell! –
hat von allen meinen Sünden
mich gewaschen rein und hell.

4. Und mit süsser Ruh im Herzen
geh ich hier durch Kampf und Leid;
ewge Ruhe find ich droben
in des Lammes Herrlichkeit.

5. Dort wird ihn mein Auge sehen,
dessen Lieb mich hier erquickt,
dessen Treue mich geleitet,
dessen Gnad mich reich beglückt.

6. Dort besingt des Lammes Liebe
seine teur erkaufte Schar,
bringt in Zions selger Ruhe
ihm ein ewges Loblied dar.
G099   1. Du siegend Haupt, dort in der Herrlichkeit,
mit Ehr und Ruhm gekrönt!
Du schaust herab, erblickst uns hier im Streit,
siehst, wie die Welt uns höhnt.
Doch kämpfen wir hienieden,
dein Arm stärkt uns im Streit;
wir ruhn in deinem Frieden
von Sünd und Tod befreit.

2. Zieh uns hinauf, der du die Stätte dort
für uns bereit gemacht!
Wir schaun empor zu jenem selgen Ort,
wohin wir bald gebracht.
Wir werden nie verderben,
weil wir Geliebte sind;
wir werden mit dir erben,
wenn wir vollendet sind.
G100   1. Nicht mehr lange! Selge Worte.
Du, o Jesu, kehrest bald zurück;
führst uns heim aus fremdem Orte
in das Vaterhaus zu ewgem Glück.
Kampf und Leiden sind das Teil der Deinen
hier in dieser kurzen Pilgerzeit.
Alles endet, Herr, durch dein Erscheinen,
aus der Trübsal geht’s zur Herrlichkeit.

2. Nicht mehr lange! Dann erkennen
wir, o Herr, wie du uns hast erkannt;
unser Herz wird völlig brennen
in der Liebe, die uns hier schon band.
Ruhm und Preis und Dank und Lobgesänge
werden ewiglich nicht schweigen mehr;
und der Heilgen Harfen süsse Klänge
tönen stets zu deines Namens Ehr.

3. Nicht mehr lange! Lehr uns wachen!
Morgenröte zeigt sich schon von fern;
bald wird landen unser Nachen,
der uns trägt zu dir, dem guten Herrn.
Lehr uns wachen, kämpfen ohn Ermüden,
immer näher bringt uns jeder Tag;
lehr uns wandeln völlig abgeschieden,
unserm Kampf folgt selge Ruhe nach.
G101   1. Gott, mein treuer Leiter,
deine Macht reicht weiter
als die Macht der Welt.
Du willst selbst mich schützen,
darf auf dich mich stützen,
o du starker Held!
Steh mir bei,
erhalt mich treu,
lass mich trauen deinem Walten,
fest an dir mich halten!

2. Ich bin auf der Reise –
scheinbar eine Waise –
müd und unterdrückt.
Doch in allen Stunden
wird in dir gefunden
Ruh, die mich erquickt.
Ungekannt,
im fremden Land,
walle ich hier abgeschieden,
Herr, in deinem Frieden.

3. Seh ich alles scheiden,
geht’s durch Kampf und Leiden,
du erquickest mich.
Ich bin ganz zufrieden,
habe gnug hienieden,
habe ich nur dich.
Ruhig, still
in deinen Will
allezeit mich zu ergeben,
bleibe hier mein Leben.
G102   1. Gott, dich würdig zu verehren,
reicht die Ewigkeit nicht hin;
möcht schon hier dein Lob sich mehren,
ganz erfüllen Herz und Sinn.

2. Deine Liebe an uns dachte,
eh der Welten Grund gelegt,
deine Gnade uns bewachte,
seit uns diese Erde trägt.

3. Doch am hellsten strahlt die Sonne
deiner Lieb und Gnad, o Gott,
als du Jesum, deine Wonne,
gabst für Sünder in den Tod.

4. Kannst du Höh’res je uns geben,
kann noch Liebe grösser sein?
Und wir sollten unser Leben
dir, o Gott, nicht völlig weihn?

5. Dir wir Ruhm und Ehre bringen,
Dank, Anbetung allezeit;
ewig werden wir besingen,
Gott, dein Lob in Herrlichkeit.
G103   1. Jesu, deine Segenshand
hältst du ausgestreckt
sie ist’s, die im fremden Land
mich versorgt und deckt.
Du hilfst in Not,
trägst mich voll Barmherzigkeit,
leitest mich durch diese Zeit,
du treuer Gott.

2. Alles nimmt dein Auge wahr,
was es immer sei;
du kennst jegliche Gefahr,
stehst mir mächtig bei.
Du bleibst bei mir,
du, der allen Kummer stillt
und mein Herz mit Trost erfüllt;
o Dank sei dir!

3. Du bist meine Burg, mein Hort,
meine Zuversicht;
wie ermuntert mich dein Wort:
«Fürchte ja dich nicht!»
So geht mein Lauf,
ob auch manches Hindernis
sich noch findet, doch gewiss
zu dir hinauf.

4. An dem Ende dieser Bahn –
wie wird dann mir sein! –
treffe ich dich selber an,
Gott und Heiland mein.
Wie werd ich da
voll Bewunderung dich sehn,
mit Anbetung vor dir stehn,
Halleluja!
G104   1. Herr Jesu, wenn ich einst dort oben
in Herrlichkeit dich werde sehn,
dann kann ich dich nach Würden loben
und besser deinen Ruhm erhöhn.
Doch jetzt schon, hier auf meinem Pfad,
will ich dich loben jeden Tag.

2. Du bist des Herzens wahre Freude,
der Seele reines Lebenslicht;
du, Herr, bist meine Lust und Weide,
mein Trost und meine Zuversicht.
Nie lass mich weichen mehr von dir,
o Jesu, sei du alles mir!

3. Dein treues Herz wird mich nicht lassen;
dein starker Arm bewahret mich;
stets wird mich deine Lieb umfassen,
ich lehne mich, mein Hort, auf dich;
so geh ich durch den Fremdlingsort
im Glauben zu der Heimat fort.

4. Wir bleiben ewig ungeschieden,
es trennet uns kein Kreuz, kein Tod;
du führst mich hin zum vollen Frieden
ins Vaterhaus, aus aller Not,
wo deine Braut bald ewig thront
mit dir, und bei dem Vater wohnt.
G105   1. Du hast, o Herr, das Heil vollendet,
du gingst für uns in Tod und Grab.
Den Fluch hast du hinweggewendet,
der auf uns allen, allen lag.
Zum Gnadenthron ist Bahn gemacht,
seit du dein grosses Werk vollbracht.

2. Du tust, o Jesu, überschwenglich,
mehr, als wir bitten und verstehn.
Dein Lieben bleibt, ist unvergänglich,
und deine Treu kann nie vergehn.
Wir sind getrost und harren dein,
um ewig, Herr, bei dir zu sein.

3. O unaussprechliches Entzücken,
an jenem nahen grossen Tag,
wenn wir, Herr Jesu, dich erblicken,
der sich für uns zum Opfer gab.
Dir ähnlich und wie du so rein,
wie gross wird unsre Wonne sein!
G106   1. Freudig ziehen voll Verlangen
Gottes Kinder hin zum Vaterhaus,
schauen aufwärts ohne Bangen,
seine Liebe trieb die Furcht ja aus.
Wollen auch des Satans Pfeile schrecken,
drücken auch die Leiden dieser Zeit;
nichts kann schaden, Jesu Hände decken
sich zum Schilde über uns im Streit.

2. Wer darf zagen, wer darf klagen,
wer ermatten hier im Kampf und Lauf?
Der die Schuld gesühnt, getragen,
führt zur heilgen Stätte uns hinauf.
Bald sind wir am Ziele unsrer Pfade,
bald tönt der Posaune froher Schall;
auferstehen werden dann vom Grabe
die entschlafnen Brüder ohne Zahl.

3. Ja, wir ziehen dir entgegen;
nur bei Jesu, dir, ist volle Ruh.
Stets erquickt durch Himmelssegen,
wallen wir der Heimat fröhlich zu.
Und den guten Kampf in deinem Namen
kämpfend, rufen wir mit Sehnsucht: «Komm!»
«Ja, ich komme bald!» so sagst du. «Amen!» –
O welch starker Trost! – «Herr Jesu, komm!»
G107   1. Auch mich hast du erworben,
Lamm Gottes, durch dein Blut;
du bist für mich gestorben
und machtest alles gut.
Dein Tod ist für mich Leben,
dein Blut tilgt meine Schuld;
froh darf ich dich erheben
und rühmen deine Huld.

2. Kein Tod kann mich nun schrecken,
wer glaubt, der stirbt nicht mehr;
du wirst mich auferwecken,
entschlaf ich je, o Herr!
«Ich leb – und ihr sollt leben»,
so spricht dein treuer Mund.
Lass mich drum nie erbeben,
selbst nicht in banger Stund!

3. Bald wird auch das verschlungen,
was sterblich jetzt noch ist;
du hast den Sieg errungen,
der du das Leben bist.
Komm, komm, lass dein Erscheinen,
o unsre Hoffnung, du,
uns allesamt vereinen
bei dir in deiner Ruh!
G108   1. O Herr, am Kreuzesstamme
trugst du der Sünden Last,
wo du zum Opferlamme
dich hingegeben hast.
Herr Jesu, ach! geflossen
ist dort dein teures Blut;
für mich ward es vergossen,
auch mir kommt es zugut.

2. Ja, auch für meine Sünden
du musstest Schmerz und Not
und bittre Qual empfinden
im martervollsten Tod.
Nun darf ich nicht mehr zagen
ob meiner Sünd und Schuld:
Du hast sie ganz getragen;
auf mir ruht Gottes Huld.

3. Mein Heiland, in den Wunden
und in den Striemen dein
hab Heilung ich gefunden,
Errettung von der Pein.
Für mich ertrugst du Bande,
das Kreuz, die Dornenkron,
für mich den Hohn, die Schande;
o Preis dir, Gottes Sohn!
G109   1. Kommt, lasset uns lobsingen
und Dank, Anbetung bringen
dem Vater, der uns liebt!
Aus unsern Herzen allen
soll Preis und Ruhm erschallen
dem, der so freundlich auf uns sieht.

2. Wer kann sein Herz verstehen,
wer seine Lieb erheben,
wenn nicht sein eignes Kind?
Kein Engel kann erzählen,
wie glücklich unsre Seelen
in unsers Vaters Liebe sind.

3. Er wählte seine Kinder
nur aus der Mitt der Sünder,
für sie floss Jesu Blut.
Den Sohn hat er gegeben,
mit ihm das ewge Leben,
mit ihm ein unvergänglich Gut.

4. O lasst uns Ehre geben
dem, der uns wird erheben
zu seiner Herrlichkeit!
Wir werden Jesum sehen,
des Vaters Lieb verstehen,
lobsingen ihm mit ewger Freud.
G110   1. Dein Tisch, o Herr, gibt uns die Zeichen deiner Liebe;
gestillt ist Gottes Zorn, versönht sind ewig wir.
Nicht bange Furcht macht jetzt noch unsre Freude trübe;
wir sehen nichts als Liebe hier.

2. Durch dieses Brot und diesen Kelch wir laut verkünden,
Herr, deinen Tod, erwartend deine Wiederkehr;
gewaschen hat dein Blut uns ganz von allen Sünden,
und kein Gericht bedroht uns mehr.

3. Zerrissen ist der Vorhang und der Himmel offen,
das Leben und die Herrlichkeit sind unser Los.
Der Fluch, den wir verdient, hat dich für uns getroffen;
Lamm Gottes, deine Lieb ist gross!
G111   1. In Glaub und Hoffnung stehen wir im Kampf hienieden,
es bleibt dein Auge immerdar auf uns gericht’t.
Du, Herr, gibst Mut und Kraft, erhältst uns deinen Frieden;
bald schaun wir dich von Angesicht.

2. Vor Gottes Thron bist du, o Herr, für uns erschienen;
dein eignes Blut spricht jetzt für uns im Heiligtum;
versöhnt sind wir durch dich, um ewig Gott zu dienen
und zu verkünden deinen Ruhm.
G112   1. Ja, fürwahr, uns führt mit treuer Hand
ein Hirt durchs fremde Land
der dunkeln Erde,
uns, seine kleine Herde.
Bewahren wird
uns stets der Hirt.

2. Freundlich blickt sein Aug auf uns herab;
sein sanfter Hirtenstab,
er bringt uns Friede.
Der Hüter wird nicht müde,
hat auf uns acht
bei Tag und Nacht.

3. Wenn sein Häuflein auch im Dunkeln geht,
der gute Hirte wacht
und lässt den Seinen
sein freundlich Licht noch scheinen.
Der Morgenstern
ist nicht mehr fern.

4. Ja, fürwahr, er ist getreu und gut!
Wie sicher es sich ruht
in seinen Armen,
durch sein so gross Erbarmen!
Lobpreis dem Herrn!
Lobpreis dem Herrn!
G113   1. O Gott der Liebe! – Ohne Hülle
bist du im Sohn geoffenbart.
Schon unermesslich ist die Fülle,
die hier der Glaub in ihm gewahrt.
Doch völlig wird das Herz erquickt,
wenn deine Lieb es ganz erblickt.

2. Du gabst dahin – o welch Erbarmen –
den eignen Sohn für unsre Schuld!
Du nahmst uns auf mit Vaterarmen
in wunderbarer Gnad und Huld.
Dein Lieben unvergleichlich ist,
du liebst uns, weil du Liebe bist.

3. O welch ein Trost in allen Lagen,
dass deine Treu uns nie vergisst!
Wie könnten jemals wir verzagen,
da du, Gott, unser Vater bist?
Vergäss die Mutter selbst ihr Kind,
dein Lieben nie ein Ende find’t.

4. Drum ziehn getrost wir unsre Pfade
und harren aus in jedem Leid.
Nie wanket deine Lieb und Gnade,
nie deines Herzens Freundlichkeit.
O Dank dir, Vater, ewig Dank,
dich preise unser Lobgesang!
G114   1. Dir, Herr Jesu, sei geweihet
Dank, Anbetung, Preis und Ruhm!
Fried und Hoffnung uns erfreuet,
seit du weilst im Heiligtum.
Nichtig sind die Erdenfreuden,
wertlos Erdengüter jetzt.
Mag hienieden alles scheiden,
alles wird durch dich ersetzt.

2. In der Wüste, wo wir wallen,
wo die Seele nichts erquickt,
könnt uns etwas noch gefallen,
eh das Auge dich erblickt?
Doch nicht lange wird es währen,
und die Nacht ist ganz vorbei;
dann wird alles dich verehren,
und die Schöpfung selbst wird frei.

3. Dann ist jeder Schmerz gestillet,
jede Träne abgewischt;
Freude nur das Herz erfüllet,
selge Freude unvermischt.
Diese Welt, wo du gelitten,
die auch uns verwarf mit dir,
sieht verherrlicht dich inmitten
deiner Heilgen – eins mit dir.

4. Thron und Herrschaft wirst du teilen
dort mit deiner selgen Braut;
ewig wird sie bei dir weilen,
die hier glaubend dir vertraut.
Schauend ihre Füll und Habe,
preist sie dich ohn Unterlass;
doch, dass du bist ihre Gabe,
bleibt der Freude höchstes Mass.
G115   1. O Vater, reich gesegnet
bin ich hienieden schon,
weil du mir bist begegnet
in dem geliebten Sohn.
Er ist die höchste Gabe,
nichts Höh’res hattest du;
und weil ich ihn jetzt habe,
hat meine Seele Ruh.

2. Ich weiss, dass du mich liebest
und väterlich mich pflegst,
dass du mir alles gibest,
mich stets mit Langmut trägst.
Wohin ich mich mag wenden,
folgt deine Liebe mir;
ich ruh in guten Händen,
es trennt mich nichts von dir.

3. Wie könnt ich ängstlich sorgen,
da du mein Vater bist!
Du bist es heut und morgen,
dein Herz mich nie vergisst.
Du wirst mich nie beschämen,
weil du mich innig liebst;
ich werde reichlich nehmen –
was gut ist, du mir gibst.

4. Du sorgst für alle Dinge
so weise, treu und gut;
nichts ist dir zu geringe;
ich steh in deiner Hut.
Ich ruh in deiner Liebe
so selig und so frei;
und wenn mir nichts mehr bliebe,
dein Vaterherz bleibt treu.
G116   1. O Lamm Gottes, unschuldig,
am Kreuzesstamme geschlachtet,
befunden stets geduldig,
wiewohl du warest verachtet!
All Sünd hast du getragen,
sonst müssten wir verzagen.
Anbetung dir, o Herr Jesu!

2. Du hast für uns gelitten,
mit Gott für immer versöhnet,
hast uns das Heil erstritten
und uns mit Gnade gekrönet.
Des freuen wir uns alle
mit lautem Jubelschalle.
Anbetung dir, o Herr Jesu!
G117   1. Als Fremdlinge hienieden
ist unser Heim bei dir.
Wenn wir im Kampf ermüden,
den du verordnet hier:
Auf dich, Herr, lass uns schauen,
du gingest uns voraus;
dir lass uns völlig trauen,
bald ruhn wir bei dir aus.

2. Ja, unsre Ruhe eilet,
sie kommt; der Kampf ist aus,
und Leib und Seele weilet
alsdann im Vaterhaus.
Du, du bist unsre Ruhe,
du, Jesu, ganz allein;
was jetzt der Feind auch tue,
wir sind und bleiben dein!

3. Schon rufen jene Stimmen:
«Wacht auf, der Bräutgam kommt!»
Auf, Brüder, zieht von hinnen,
bedenket, was euch frommt!
Wacht auf, macht euch nun fertig!
In einem schnellen Nu –
so ist er gegenwärtig
und führet uns ihm zu.
G118   1. O Haupt, voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn;
o Haupt, zum Spott umbunden
mit einer Dornenkron!
Was hast du, Herr, verschuldet,
was legt man dir zur Last,
dass du das Kreuz erduldet,
den Tod erlitten hast?

2. «Mein Gott, mein Gott, verlassen
warum doch hast du mich?»
So frugst du beim Erblassen,
als alles gegen dich.
Du warst nicht von den Bösen;
warum denn dies Gericht?
Du zeigtest niemals Blössen
und kanntest Sünde nicht.

3. Du musstest es empfinden,
wie Gottes Zorn so schwer
für mich und meine Sünden,
so viel wie Sand am Meer.
Du tratst an meine Stelle
aus freier Lieb und Huld,
gabst deine eigne Seele
für meine Sünd und Schuld.

4. Du, Jesu, hast vollendet,
was dir der Vater gab;
dein Leiden ist beendet
und leer das offne Grab.
Du hast mich ganz versöhnet
mit Gott in Ewigkeit,
und er hat dich gekrönet
mit Ehr und Herrlichkeit.

5. Lass mich in deiner Leiden
Gemeinschaft immer sein,
und meine Seel sich weiden
an dir, o Herr, allein,
so wie du bist dort oben,
verherrlicht immerdar,
wo ich dich bald werd loben
mit der Erlösten Schar.
G119   1. Bereit’, o Jesu, unsre Herzen
durch deinen Geist der Liebe zu,
dass unverweilt durch Kampf und Schmerzen
wir eilen hin zu deiner Ruh.
Nur Liebe nähret das Verlangen
nach deiner Ankunft selgen Freud;
o eile du, uns zu empfangen,
dein Kommen endet alles Leid!

2. Welch glücklich Los, dass wir dich schauen
in deines Vaters Herrlichkeit,
mit dir auf jenen Friedensauen
für immer ruhn von allem Streit!
Ja, selig sind, die dir anhangen
und warten dein in dieser Zeit;
o eile du, uns zu empfangen,
dein Kommen endet alles Leid!

3. Ja, eile – rufen, Herr, die Deinen –
und ende unsern Pilgerlauf!
Wie glücklich macht uns dein Erscheinen,
o führ uns bald zu dir hinauf!
Ja, komm und stille das Verlangen,
erfülle unsre Seligkeit!
O eile du, uns zu empfangen,
dein Kommen endet alles Leid!
G120   1. O Gottes Lamm, wer kann verkünden
den Reichtum deiner Lieb und Huld,
wer deiner Leiden Mass ergründen,
die du ertrugst so voll Geduld?
Wie Schafe stumm zur Schlachtbank gehen,
gingst du hinauf nach Golgatha,
wo Schrecken, Angst und Todeswehen
allein dein Auge vor sich sah.

2. Von finstern Mächten ganz umgeben,
bliebst du doch völlig Gott geweiht;
gabst willig hin dein teures Leben
zu Gottes Ehr und Herrlichkeit.
Hast deine Lieb am Kreuz enthüllet,
sowie der Mensch den tiefsten Hass;
hast Gottes Willen ganz erfüllet,
und ach! der Mensch sein Sündenmass.

3. Und du – o Liebe ohnegleichen! –
du gabst dich selber für uns hin,
dass kein Gericht uns kann erreichen
und selbst der Tod uns wird Gewinn.
Du hast für uns den Fluch getragen,
als du am Kreuz zur Sünd gemacht;
auf dir all unsre Sünden lagen,
als du das Sühnungswerk vollbracht.

4. O Gottes Lamm, anbetend bringen,
wenn schwach auch, wir dir Preis und Ehr!
Wir werden völlig dort besingen
dein Lob dann ewig schön und hehr.
O Lamm, du wardst für uns geschlachtet,
hast Gott erkauft uns durch dein Blut,
hast uns zu herrschen wertgeachtet
und stets zu warten deiner Hut.
G121   1. Wo nichts ich seh als eine Wüste,
ein ödes Land, wo Dürre wohnt;
ein Meer von Sand, wo keine Küste,
nicht Frucht, noch Quell den Pilger lohnt:
Will Gott aus frischem Quell mich laben,
mit Lebenswasser, hell und klar;
aus Fluten, die kein Ende haben,
reicht er mir stets Erquickung dar.

2. Gott selbst will mir den Weg bezeichnen;
sein Licht umstrahlt die Schritte mir.
Er kann sich selber nicht verleugnen;
ich geh mit ihm, er geht mit mir.
Sein reicher Segen fliesst verborgen,
und nimmer geh ich kärglich aus;
er leitet mich zum ewgen Morgen,
er führt mich heim ins Vaterhaus.

3. Dort in der Heimat voller Segen,
wo aus der Fremd ich kehre ein,
kommt mir kein fremder Gott entgegen,
schon ist er Gott und Vater mein.
Die Liebe, die mich dort begrüsset,
die mich umgibt mit Herrlichkeit,
hat hier die Wüste mir versüsset,
hat mich erquickt in dieser Zeit.
G122   1. Du, Herr Jesu, du allein
stillest mein Verlangen;
dich selbst darf ich nennen mein,
freudig, ohne Bangen.
Du verstehst von ferne schon,
was ich dir will sagen,
weisst, was Leiden ist und Hohn,
darf dir alles klagen.

2. Du, Herr Jesu, du allein
kannst auch das verstehen,
wenn ich vor dir seufz und wein,
was kein Aug mag sehen.
Du empfindest es mit mir,
wirst es gnädig wenden;
o mein Jesu, Dank sei dir!
Gut wird alles enden.

3. Du, Herr Jesu, du allein
hast es ganz empfunden,
was es heisst, verlassen sein
in Versuchungsstunden.
Bin auch ich verlassen hier,
fehlt des Freundes Treue –
meine Quellen sind in dir,
fliessen stets aufs neue.

4. Du, Herr Jesu, du allein
fülle meine Seele;
dir zu dienen treu und rein
sei, was ich erwähle.
Kurz ist noch die Wartezeit –
und du selbst wirst kommen;
dann werd ich in Herrlichkeit
zu dir hingenommen.
G123   1. Bilde unsre Herzen durch den Geist der Liebe,
dass wir, Herr, dich lieben inniglich;
dass wir alle stets mit sehnsuchtsvollem Triebe,
von der Welt getrennt, erwarten dich!
Auf dich hofft man nicht vergebens,
deinem Wort vertrauen wir.
Christe Jesu, Fürst des Lebens,
komm und nimm uns auf zu dir,
wo befreit von Schmerzen,
Herr, an deinem Herzen
alle Heilgen ewig ruhn!

2. Komm, o komm Herr Jesu! Sehnsuchtsvoller sehen
unsre Blicke auf zum Gnadenthron.
Immer wächst das Rufen; wartend wir hier stehen,
bis du kommst, o Jesu, Gottes Sohn!
Geist und Braut, sie flehn nach oben –
wie einst du im Pilgerkleid, –
dass wir dieser Welt enthoben,
bei dir sei’n in Ewigkeit.
Deinen Geist verstehst du,
deine Braut erhörst du;
Jesu, komm! Wir warten dein.
G124   1. Mein alles, was ich liebe,
mein alles, was ich übe,
sei mein Herr Jesu Christ,
weil ich in ihm besitze,
was einer Seele nütze,
was einem Menschen schätzbar ist.

2. Das Herz kann nichts ergründen,
das nicht in ihm zu finden;
in ihm, da ist mir’s wohl.
Die Herrlichkeit, das Leben
ist mir in ihm gegeben,
und Wonne, die nicht enden soll.

3. Ich wünsche und begehre
ohn Jesum keine Ehre
und keines andern Lichts;
von Weisheit, von Ergötzen,
von Herrlichkeit und Schätzen
begehr ich ohne Jesum nichts.

4. Nur er soll mir auf Erden
zum Ruhm, zur Weisheit werden,
zum Leitstern in der Zeit,
zum Schatz, der ewig währe,
zur Herrlichkeit und Ehre,
zum Himmel und zur Seligkeit.
G125   1. Herr, dir bringen wir jetzt Preis und Ehre;
wir, dein teures Eigentum,
stimmen ein ins Lob der Heilgen Chöre,
zu erhöhen deinen Ruhm;
durch dein Blut hast du uns Gott erkaufet,
durch den Geist zu einem Leib getaufet,
deinen Frieden uns geschenkt,
deine Lieb ins Herz gesenkt.

2. Jesu, Erstgeborner vieler Brüder,
du bist uns vorangeeilt;
nimmst als Haupt zu dir all deine Glieder,
kehrest wieder unverweilt.
Bald wirst du zur Freude uns erscheinen,
alle dort am Thron mit dir vereinen,
wo wir, frei von Kampf und Leid,
ruhn in deiner Herrlichkeit.

3. «Komm, o komm, Herr Jesu, bleib nicht lange!»
ruft der Geist und deine Braut;
stille bald das sehnliche Verlangen,
dieses Flehn, inbrünstig, laut!
Lass uns, Herr, dir bald entgegengehen
und in deiner Herrlichkeit dich sehen,
ewig schaun dein Angesicht;
Amen, komm und säume nicht!
G126   1. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden!
Du bist mein, ich bin dein,
niemand kann mich scheiden,
Herr, von dir, weil du dein Leben
und dein Blut
mir zugut
hast dahingegeben.

2. Nein, du kannst mich nicht mehr lassen,
deine Lieb, die dich trieb,
wird mich stets umfassen.
Dafür bringen selge Chöre
dir, mein Hort,
hier und dort
Preis und Dank und Ehre.
G127   1. «Wir werden also immerfort
bei unserm Herren sein!»
Wie kann dies teuerwerte Wort
die Seele hoch erfreun!
Abwesend sind wir noch vom Herrn,
doch ist sein Kommen nicht mehr fern.
Wir sehnen uns und seufzen viel;
allein wir sind nicht weit vom Ziel;
wir sind getrost
und nicht mehr fern vom Ziel.

2. Einheimisch noch in unserm Zelt,
im Leib, doch allezeit
getrosten Mutes in der Welt
geht’s fort zur Herrlichkeit.
In froher Hoffnung, die nicht trügt,
bis jede Schwierigkeit besiegt,
gehn wir der schönen Heimat zu.
Bei dir, dem Herrn, im Land der Ruh,
bei dir, dem Herrn,
erwartet uns die Ruh.

3. Es geht gewisslich nicht mehr lang,
so kommst du, Herr, zurück;
dann feiern wir mit Lobgesang
bei dir ein ewges Glück.
O welch ein köstlich, treues Wort:
Wir werden dann erkennen dort
von Angesicht zu Angesicht,
wie du uns hast in deinem Licht
erkannt schon hier,
erkannt in deinem Licht.
G128   1. Die Trübsal, die uns noch beschwert
in dieser Prüfungszeit,
ist selbst nicht der Vergleichung wert
mit jener Herrlichkeit.
Bald wird sie werden offenbar,
befreit sind wir auf immerdar;
dann jubelt Gottes Kind nicht nur,
es freut sich auch die Kreatur,
es freut mit uns sich alle Kreatur.

2. Wir werden offenbar mit dir,
Herr Jesu, einst im Licht;
auf Unsichtbares richten wir
schon jetzt das Angesicht;
und sei’s auch, dass in dieser Welt
der äusserliche Mensch verfällt,
so wird der innre allezeit
in Christi Herrlichkeit erneut,
in Herrlichkeit
von Tag zu Tag erneut.
G129   1. Preist unsern Gott! Er ist voll Huld,
voll Gnade uns begegnet,
hat uns vergeben alle Schuld,
im Himmel reich gesegnet
in Christo, der uns durch sein Blut
erworben jenes ewge Gut,
die Sohnschaft uns gegeben.

2. Vor aller Zeit sind wir erwählt
nach Gottes Wohlgefallen,
sind dem Geliebten zugezählt,
ihm gleichgesinnt zu wallen,
und werden in der Füll der Zeit,
zum Lobe seiner Herrlichkeit,
mit ihm vereinigt werden.

3. Als Haupt wirst du, Herr Jesu Christ,
all Ding zusammenfassen;
die Erde und der Himmel ist
für dich, o Herr, geschaffen.
Gereinigt wird dein Eigentum
und einst zu deines Namens Ruhm
zum Erbteil uns geschenket.

4. Die ganze Schöpfung seufzet noch
und harret voll Verlangen.
Erlöse sie vom eiteln Joch,
befrei sie von dem Bangen!
Es ruft der Geist, des Erbteils Pfand,
es schaut die Braut zum Heimatland
und fleht: O komm, Herr Jesu!
G130   1. Gott ist getreu!
Sein Herz, sein Vaterherz
verlässt die Seinen nie.
Gott ist getreu!
Im Wohlsein und im Schmerz
erfreut und trägt er sie.
Weicht Berge, weicht! Fallt hin, ihr Hügel!
Mein Glaubensgrund hat dieses Siegel:
Gott ist getreu!

2. Gott ist getreu!
Wenn’s oft auch anders scheint;
dies weiss, dies glaub ich fest.
Ich weiss gewiss,
dass er mich keinen Feind
zu hart versuchen lässt.
In meiner Prüfung trübster Stunde
bringt mir sein Wort die frohe Kunde:
Gott ist getreu!
G131   1. Du hast mich lieb,
mein treuer Herr und Gott;
das ist mein Trost allein.
Du hast mich lieb
und willst in jeder Not
mir deinen Beistand leihn.
Ich darf in allen meinen Lagen
den Schmerz dem Vaterherzen sagen;
du hast mich lieb.

2. Du hast mich lieb,
das bleibet fest und wahr,
weicht selbst der Berge Grund.
Du hast mich lieb,
versichert treu und klar
das Wort aus deinem Mund.
Getrost kann ich drum weiter wallen;
ich sag es mir und sag es allen:
Du hast mich lieb.

3. Du hast mich lieb,
das wird noch dort der Ton
im höhern Liede sein.
Du hast mich lieb,
so stimm ich vor dem Thron
mit allen Selgen ein.
Gib Gnade mir, auf dich zu bauen,
zu stehen fest in dem Vertrauen:
Du hast mich lieb.
G132   1. Wo ist unsre Sünd geblieben?
Christus starb an unsrer Statt;
durch sein Blut – o welches Lieben! –
er die Schuld getilget hat.
Ganz gereinigt,
ihm vereinigt,
der zur Rechten Gottes ist;
der den Weg zum Heiligtum
uns geweiht zu seinem Ruhm.

2. Kann der Kläger noch bestehen,
da zur Rechten Gottes jetzt
er des Menschen Sohn muss sehen,
auf den Thron von Gott gesetzt?
Alle Klagen –
abgeschlagen,
sind dort ausser Kraft gesetzt.
Vor dem Lamm auf Gottes Thron
geht der Kläger stumm davon.

3. Er wird auch in Gnaden leiten
seine teur erkaufte Schar;
ja, an seiner Hand wir schreiten
ohne Zagen und Gefahr
durch die Fremde
bis ans Ende,
seiner heilgen Wohnung zu,
wo das Herz nichts mehr begehrt,
jeder Mund ihn preist und ehrt.
G133   1. O Vater! Einer ist’s vor allen,
auf ihn blickst du mit Wohlgefallen,
auf den geliebten, eignen Sohn.
Wie in dem Schoss der Ewigkeiten,
so war er’s in der Füll der Zeiten,
und jetzt als Mensch auf deinem Thron.
In ihm sind deine Wesenheiten,
dein Abdruck ist er und dein Bild,
der Abglanz deiner Herrlichkeiten;
er ist’s, der dein Verlangen stillt.

2. Eh diese Schöpfung noch geboren,
hast du zum Opfer ihn erkoren
als reines, makelloses Lamm.
Für uns ward er zur Sünd, zum Fluche,
für dich zum lieblichen Geruche
am martervollen Kreuzesstamm.
Er hat vollendet deinen Willen,
dein göttlich grosses Werk vollbracht;
er kam, um alles zu erfüllen,
was deine Lieb zuvor bedacht.

3. Zu deiner Rechten hoch erhoben
thront er als Gott und Mensch jetzt droben,
o wunderbarer Gottesrat!
Bald wird er noch zu sich erheben
die Braut, um dort mit ihr zu leben,
die er so teur erkaufet hat.
Auch sie ist dann zu deiner Ehre,
o Gott, zu deiner Herrlichkeit,
damit sie deinen Ruhm vermehre
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G134   1. Mein Heiland, welche Huld und Liebe
und welch Erbarmen wohnt in dir!
Wer fasset deine Hirtentriebe,
womit du pflegst die Deinen hier,
für welche du dein teures Leben
aus freier Liebe hingegeben!

2. Wenn ich ermüde, wenn ich leide,
dann bleibest meine Zuflucht du;
du führest mich auf grüne Weide
und leitest mich zur ewgen Ruh.
Und dürst ichdu bist meine Quelle,
du labst und stärkest meine Seele.

3. Ja, du bist’s, der mich reichlich segnet;
du bist und bleibst mein höchstes Gut;
du bist’s, der freundlich mir begegnet,
bei dir mein Herz stets sicher ruht.
Wohin ich gehe, ich dich finde,
und deine Lieb ich nie ergründe.

4. Von dieser Liebe will ich singen,
die mich so reich, so glücklich macht;
Anbetung deiner Treue bringen,
die mich beschützet Tag und Nacht.
O dass sich stets mein Herz erfreue
an deiner Lieb und Hirtentreue!
G135   1. Wie selig ist’s, in deinen Wegen
dir nachzufolgen, treuer Hirt!
Du führest mich auf sichern Stegen
durch Freud und Leid und nichts mehr wird
mich, Herr, von dir je scheiden können.
O lass mein Herz von Dank entbrennen!

2. Geht’s hier auch oft auf rauhem Pfade
durchs Dunkel hin, du bist mein Licht.
Es bleibt mir deine Huld und Gnade,
und deine Treue wanket nicht.
Dir, Liebe, gross und ohne Schranken,
gebührt mein herzlich frohes Danken!

3. Ich fühl’s, mein Lob ist zu geringe,
das ich hienieden bringen kann;
doch, wenn ich auch nur stammelnd singe
von dem, was du an mir getan,
so hörst du, Herr, mit Wohlgefallen
den schwachen Dank, das kindlich Lallen.

4. Was kann dich aber besser preisen,
als deine Liebe gegen mich?
Dir schallt – in himmlisch schönen Weisen –
hiefür mein Dank bald ewiglich.
Dann sing ich dir mit jenen Scharen,
die, wie auch ich, hier Pilger waren.
G136   1. Deine Braut, Herr, wartet hier,
sehnet sich nach oben
wo sie dann, vereint mit dir,
dich wird schauend loben.
Sie ist fremd und einsam hier,
von der Welt geschieden;
doch, o Jesu, du bleibst ihr,
leitest sie in Frieden.

2. Ihre Ruhestätt ist dort,
wo kein Feind sie störet –
dort, bei dir, wo immerfort
Jubelfreude währet;
wo nichts Böses je mehr trennt
und kein Herz erkaltet;
wo man Liebe völlig kennt
und nur Liebe waltet.

3. Komm, du heller Morgenstern,
bleibe nicht mehr lange!
O wir sehn dein Kommen gern,
hier wird uns oft bange.
Doch du lässt uns nie allein –
stärke dies Vertrauen! –
du willst immer bei uns sein,
bis wir dort dich schauen.
G137   1. Haupt der Deinen,
bald dann weinen
Gottes Pilger nicht mehr hier.
Du kommst wieder,
steigst hernieder,
nimmst hinweg all deine Glieder,
führest sie hinauf zu dir,
führest sie hinauf zu dir.

2. Welche Freude
hier im Leide
gibt uns diese Hoffnung schon!
Doch erhoben,
werden droben
wir dich ewig lieben, loben,
danken stets vor deinem Thron.

3. Diese Erde
voll Beschwerde
hat nichts mehr für unser Herz.
Uns erquicket
und beglücket,
was der Glaube dort erblicket,
wo beendet jeder Schmerz.

4. Allen Proben
bald enthoben,
werden dort wir schauen dich;
und am Throne
wird die Krone
den Bewährten dann zum Lohne,
und sie ruhen ewiglich.
G138   1. Wir singen schon auf Erden
das Lob, das dir gehört;
im Himmel soll es werden
viel besser, ungestört:
Dem, welcher hat gerungen
für uns in Angst und Schweiss,
sei ewig Lob gesungen,
sei ewig Ruhm und Preis!

2. Dem, welcher hat gerufen
am Kreuz: «Es ist vollbracht!» –
sei vor des Thrones Stufen
Anbetung, Kraft und Macht!
Der, welcher hat gebüsset
für unsre Sünden schwer,
sei demutsvoll begrüsset
von der Erlösten Heer!
G139   1. Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesu offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe,
womit ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.

2. Wie bist du mir so zart gewogen
und wie verlangt dein Herz nach mir;
durch Liebe sanft und tief gezogen,
neigt sich mein alles auch zu dir.
Du, Herr, die Liebe selbst im Wesen,
hast mich aus Liebe dir erlesen.

3. O Jesu, dass dein Name bliebe
im Grunde tief gedrücket ein!
Möcht deine treue Retterliebe
in Herz und Sinn gepräget sein!
Im Wort, im Werk, in allem Wesen
sei Jesus und sonst nichts zu lesen.
G140   1. O Liebe ohnegleichen!
Kein Sinn kann je erreichen,
wie du, o Herr, uns liebst.
Vergassest deine Schmerzen,
trugst die nur auf dem Herzen,
die du so unaussprechlich liebst.

2. Dein Werk ist jetzt vollendet,
der Fluch ist abgewendet
und Gnade uns gebracht.
Der Schuldbrief ist zerrissen,
befreit ist das Gewissen,
die Sünde ist zunicht gemacht.

3. Jetzt pflegest du die Deinen,
dass trostlos sie nicht weinen,
noch hier verlassen stehn.
Im Geist du sie begleitest,
mit starker Hand sie leitest,
die hier durch Kampf und Leiden gehn.

4. Und Hoffnung, tief im Herzen,
macht stille sie in Schmerzen,
ihr Teil bist, Jesu, du.
Bald enden alle Leiden;
und nie mehr wirst du scheiden,
wenn sie gebracht zu deiner Ruh.

5. O Liebe ohnegleichen!
Kein Sinn kann je erreichen
die Fülle, die du gibst.
Selbst Engel werden stehen
und voll Anbetung sehen,
wie du, o Herr, die Deinen liebst.
G141   1. Heilger Gott und Vater!
Vor dich wir jetzt treten
und durch Christum dich anbeten.
Du hast aus den Sündern
uns für dich erkoren,
durch den Geist uns neu geboren.
Ehre dir
für und für!
Dir wird Lob gesungen
bald von Vieler Zungen.

2. Du bist hoch zu loben;
jetzt schon soll erschallen
Ruhm von deinen Heilgen allen.
In dem Sohn erhoben
zu des Thrones Höhe,
rufen wir in heilger Nähe:
Herrlichkeit –
dir allzeit!
Preis sei deinem Namen!
Heil. o Gott, dir, Amen!
G142   1. Ach, bleib mit deiner Gnade
bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade
des bösen Feindes List.

2. O, bleib mit deinem Worte
bei uns in dieser Zeit,
dass uns in diesem Horte
sei Trost und Heil bereit.

3. Ja, bleib mit deiner Klarheit
bei uns, du Lebenslicht;
erleucht uns mit der Wahrheit,
damit wir irren nicht.

4. Ach, bleib mit deiner Treue
bei uns, du Herr und Gott;
Beständigkeit verleihe,
hilf uns aus aller Not!
G143   1. Wie gross zeigst du dich im Erbarmen,
in Lieb und Gnade an uns Armen,
der du uns, Herr, errettet hast.
Du wurdest selbst für uns zur Sünde,
und dass ein jedes Gnade finde,
nahmst du auf dich die ganze Last.
Ach wer begreifet solche Liebe?
Im Himmel selbst – wer fasset sie?
Und die erbarmungsvollen Triebe,
die Kreatur erforscht sie nie.

2. Schon vor dem Anfang aller Zeiten –
dir nur bekannten Ewigkeiten –
warst du auf unser Heil bedacht.
Nun aber, in der Zeiten Fülle,
hast du dich nach des Vaters Wille
für uns zum Opfer dargebracht.
Hinfort sind wir nicht mehr verloren;
wir sind gereinigt durch dein Blut;
du hast auf ewig uns erkoren;
wie huldvoll, Herr, bist du, wie gut!

3. Wir preisen dich, o Herr, mit Freuden;
du wirst uns sicher dahin leiten,
wo du die Stätt bereitet hast.
O welche Wonne, welch Entzücken,
wenn wir dich, Jesu, selbst erblicken,
und du in Himmelslüften nahst!
Wir werden dir Anbetung bringen;
dir, dir gebühret Preis und Ehr;
durch alle Himmel wird es dringen:
Du, Jesu, du bist einzig «Herr»!
G144   1. Du bist, o Herr, gegangen
schon ein ins Heiligtum;
du hast von Gott empfangen
ein ewges Priestertum.
Der Vorhang ist zerrissen,
die Sünden weggetan;
befreit ist das Gewissen,
anbetend wir jetzt nahn.

2. Wir nahn dem Thron mit Freuden
und mit Freimütigkeit;
von dir kann uns nichts scheiden
in dieser Prüfungszeit.
Du hast uns deine Liebe
ins bange Herz gesenkt;
wenn hier auch nichts uns bliebe,
bist du uns doch geschenkt.

3. Jetzt weilst du für uns droben,
vertrittst uns allezeit,
bis wir zu dir erhoben
in deine Herrlichkeit.
O seliges Vollenden,
bei dir, dem Herrn, zu sein,
wo nie dein Ruhm wird enden,
wo wir nur Lob dir weihn!
G145   1. Wer kann die Sorgfalt nennen,
die du, o Vater, übst,
und wer die Liebe kennen,
womit du stets uns hebst?
Du pflegst uns ohn Ermüden
und trägst uns ohne Rast;
du schenkst uns deinen Frieden,
erleichterst jede Last.

2. Wir sind dir anvertrauet
von Jesu, unserm Herrn;
der Glaube stets dich schauet,
du bist uns nimmer fern.
Du wirst uns hier bewahren
in dieser argen Welt;
wir werden stets erfahren,
dass Vatertreu uns hält.

3. Dein Tun ist stets gesegnet,
selbst wenn es hart uns scheint;
dein Blick voll Trost begegnet
dem, der gebeugt hier weint.
O wohl uns, dass wir stehen
in deiner Vaterhut!
Wir können freudig gehen,
du machst es immer gut.
G146   1. Es kennt der Herr die Seinen
in jedem Volk und Land;
ob sie verlassen scheinen,
sie sind von ihm gekannt.
Er lässt sie nicht verderben,
er führt sie aus und ein;
im Leben und im Sterben
sind sie und bleiben sein.

2. Er kennet seine Scharen,
die glaubend auf ihn schaun
und ihm, dem Unsichtbaren,
als sähn sie ihn, vertraun;
die von dem Worte zeugen,
dem Worte, das sie nährt;
die vor dem Wort sich beugen
und die das Wort bewährt.

3. Er wird sie sicher leiten
durch diese Wüstenei;
gibt Mut und Kraft zum Streiten,
führt selbst den Sieg herbei.
Und wenn ihr Lauf vollendet,
so ruhn sie mit ihm aus;
wenn aller Kampf beendet,
gehn sie ins Vaterhaus.
G147   1. Lobt den Herrn! Er ist die Liebe,
er verlässt die Seinen nicht.
Scheint es um uns her auch trübe,
freundlich strahlt sein Angesicht,
freundlich strahlt sein Angesicht.

2. Lobt den Herrn! Er brachte Frieden,
stand einst für uns im Gericht,
ging voran im Kampf hienieden;
freundlich strahlt sein Angesicht.

3. Lobt den Herrn! Er ist voll Gnade,
ist voll Langmut, Kraft und Licht.
Sind auch dornig unsre Pfade,
freundlich strahlt sein Angesicht.

4. Lobt den Herrn, rühmt seine Treue!
Nein, sein Volk verlässt er nicht;
spendet Segen stets aufs neue;
freundlich strahlt sein Angesicht.
G148   1. Still, o Jesu, das Verlangen,
alles seufzt und sehnet sich.
Glieder, die dir treu anhangen,
warten sehnsuchtsvoll auf dich.
Eine Freude sie nur kennen,
eine Hoffnung sie nur nennen:
Jesu, dass sie schauen dich.

2. Fremd und ungekannt hienieden,
finden nirgend Ruhe sie;
bliebest du, o Herr, geschieden,
dann frohlockten nimmer sie.
In der Welt, wo Satan thronet,
Eitelkeit und Sünde wohnet,
ruhen deine Glieder nie.

3. Sieht man sich, man trennt sich wieder,
und kein Auge sieht jetzt dich;
in die Lob- und Dankeslieder
mischt der Schmerz der Trennung sich.
Hier auf dieser armen Erde
gibt’s nur Mühe, nur Beschwerde;
nirgend zeigt die Heimat sich.

4. Doch du kommst – welch frohe Kunde! –
unser Auge wird dich sehn.
Ja, du kommst – o selge Stunde! –
wo wir nie getrennt mehr stehn;
wo der Heilgen Harfenklänge,
Lob- und Preis- und Dankgesänge
ewig deinen Ruhm erhöhn.
G149   1. Herr Jesu Christ, mein Leben,
du hast dich selbst gegeben
für mich zum Opfer dar.
Dein Blut hat mich gereinigt,
ich bin mit dir vereinigt,
mit dir, o Herr, so wunderbar.

2. Mein Hoffen ist lebendig
und bleibet hier beständig
auf dich, o Herr, gericht’t.
Bald werde ich dich droben
in heilger Freude loben,
wann ich werd schaun dein Angesicht!

3. Auch jetzt sei dir mein Leben
und alles hingegeben,
was ich hier hab und bin.
Du hast mich ganz erworben,
da du für mich gestorben;
drum nimm mich ganz zum Opfer hin.
G150   1. O Jesu, treuer Hirte,
wer liebt, wer sorgt wie du!
Dein Schäflein, das verirrte,
trugst du der Herde zu.
Dein Geist mich jetzt begleitet,
dein Auge mich bewacht,
dein starker Arm mich leitet,
mich schützet Tag und Nacht.

2. Tränkst mich an frischer Quelle,
die grüne Au mich nährt,
birgst mich an sichrer Stelle,
wenn die Versuchung währt.
Du bist mein Licht hienieden,
mein Trost, mein Arm im Streit;
dein Nahsein gibt mir Frieden,
gibt Freud und Seligkeit.

3. Bald weichen alle Sorgen
bei der Posaune Klang;
dann kommt ein neuer Morgen,
dann tönt ein ewger Sang.
Dann wirst du, Herr, vereinen
um dich die gläubge Schar,
und wirst mit ihr erscheinen
verherrlicht, wunderbar.
G151   1. Jesu, dir wir Dankeslieder singen;
reichlich strömt für uns die Gnadenflut;
die wir Preis und Lob und Ehre bringen –
du, Herr Jesu, machtest alles gut!

2. Alle unsre Sünden sind vernichtet;
droben spricht für uns dein kostbar Blut.
Ja, der Gnadenthron ist aufgerichtet;
du, Herr Jesu, machtest alles gut!

3. Deine Gnade, deine Huld wir kennen,
unser Herz in deiner Liebe ruht.
Kann auch niemand deine Fülle nennen –
du, Herr Jesu, machtest alles gut!

4. Du gingst hin, die Stätt uns zu bereiten;
süsse Hoffnung stärkt der Pilger Mut,
und dein Geist wird uns hier treu geleiten;
du, Herr Jesu, machtest alles gut!

5. Dann, wenn schauend wir dir Ehre bringen,
jeder treue Kämpfer siegreich ruht,
werden ewig selge Herzen singen:
Du, Herr Jesu, machtest alles gut!
G152   1. Dich, o Vater, zu verehren,
dir zu bringen Preis und Dank,
ist was immer wir begehren,
wenn wir nahn mit Lobgesang.
Da wir schwach und Sünder waren,
gabst du den Geliebten schon;
da wir nichts als Feinde waren,
starb für uns dein eigner Sohn.

2. Deiner Liebe reiche Fülle
alles Denken übersteigt;
hast sie völlig, ohne Hülle,
in dem Sohne uns gezeigt.
Und von deiner Liebe singen
ist des Herzens wahre Freud;
Ehre, Lob und Dank dir bringen
ist für uns Glückseligkeit.
G153   1. Gott, deiner Liebe Fülle
macht uns getrost und stille,
wie steil der Weg auch ist.
Will Not uns niederbeugen
und sich kein Ausweg zeigen –
genug, dass du die Liebe bist!

2. Wir dürfen freudig sagen,
dass du in allen Lagen
die Deinen nie vergisst.
Will uns der Feind betören,
durch Zweifel gar noch stören –
genug, dass du die Liebe bist!

3. Dein Lieben ohnegleichen
wird niemals von uns weichen,
trotz Satans Macht und List.
Wir dürfen aufwärts schauen
und rufen voll Vertrauen:
genug, dass du die Liebe bist!
G154   1. Welche Liebe! Jesus betet!
Glaubend schauen wir empor.
Seine Mittlerstimme redet
für uns zu des Vaters Ohr.
In den Himmel eingegangen,
siegreich, voller Herrlichkeit,
bleibt sein Herz doch voll Verlangen,
uns zu segnen allezeit.

2. Und er betet ohn Ermüden
auch für unsre Seelen jetzt;
sein Gebet bewahrt den Frieden,
der wie Tau das Herz benetzt.
Mag der Feinde Schar auch toben,
Satan selbst uns klagen an;
Jesu Hände sind gehoben –
wer ist, der uns schaden kann?

3. Ja, du betest für die Deinen;
welch Vertrauen gibt uns dies!
Was uns bitter mag erscheinen,
wird durch dies Bewusstsein süss.
Jeden Schmerz hilfst du uns tragen,
jedes Leid kannst du verstehn,
und du willst in allen Lagen
stets zum Vater für uns flehn.
G155   1. Bleib, Herr, mit deinen Gnaden
bei uns in dieser Zeit!
Der Feind sucht uns zu schaden;
halt uns von ihm befreit!
Dein Wort, o Jesu, leite
allein und stets uns hier,
damit keins von uns gleite,
noch sich von dir verirr!

2. Es sei uns Kraft und Leben,
das Licht in dunkler Nacht;
möcht es uns stets erheben,
wenn’s uns hier bange macht.
Birg uns an deinem Herzen;
o Jesu! deine Hand,
bald stillt sie alle Schmerzen,
führt uns ins Vaterland.

3. Dann werden froh wir singen
dir, unserm höchsten Gut,
dir Lob und Ehre bringen,
dass du uns durch dein Blut
für unsern Gott erworben
zum König-Priestertum,
da du für uns gestorben;
dir, Herr, sei Preis und Ruhm!
G156   1. Ich gehe heim! Bin Fremdling nur hienieden,
ich find nicht Heimat hier, noch find ich Frieden;
in dieser Welt kann nichts mein Herz erfreun.
Ich gehe heim! Ich gehe heim!

2. Ich gehe heim! Von Jesu stets begleitet;
auf mühevollem Pfad er sanft mich leitet,
bis ich verklärt in heilger Schar ihn preis.
Ich gehe heim! Ich gehe heim!

3. Ich gehe heim! Bald ist der Preis erstritten.
Getrost, getrost! Die Wüst ist bald durchschritten!
Das Heimweh wächst, und der Geliebte naht.
Ich gehe heim! Ich gehe heim!

4. Ich gehe heim! Wie süss sind diese Klänge!
O selge Heimat, wo der Brüder Menge
ich find und nimmer wieder scheiden seh!
Ich gehe heim! Ich gehe heim!

5. Ich gehe heim! Dort in der Heilgen Mitte
seh ich das Lamm; und folgend seinem Tritte
verkünd ich laut, wie herrlich Jesus ist.
Ich gehe heim! Ich gehe heim!
G157   1. O Lamm Gottes! Du hast selbst getragen
unsern Fluch und unsrer Sünden Last.
Welcher Feind darf zu verdammen wagen
uns, dein Volk, das du erlöset hast?

2. Ja, dein Werk ist jetzt für uns vollendet;
ewig fest steht unser Heil in dir.
Gottes Zorn ist von uns abgewendet,
Gottes Liebe nur geniessen wir.

3. Teures Opfer, du, des Segens Fülle!
Trost und Freude strömen stets aus dir.
Selger Friede macht das Herz so stille,
denn dein Geist ist unser Führer hier.

4. Nicht mehr lange, und dich werden sehen
all die Deinen dort von Angesicht.
Jedes Herz wird dann dich ganz verstehen,
jeder Mund frohlockend preisen dich.
G158   1. Aufgeschaut!
Nacht entflieht, der Morgen graut.
Kummertränen, nachts geweinet,
glänzen, wenn der Morgen scheinet;
alles freut sich dort im Licht
vor des Heilands Angesicht.
Aufgeschaut,
selge Braut!

2. Nicht mehr fern
bist du, heller Morgenstern!
Bald wird die Posaune schallen
deinen gläubgen Streitern allen,
sie zu rufen aus der Welt,
die sie feindlich noch umstellt.
Bist nicht fern,
Morgenstern!

3. Teurer Herr!
Unser Sehnen stets vermehr,
bis nach kurzem Morgengrauen
wir dein Antlitz droben schauen,
und dein Anblick unverhüllt
unser Sehnen völlig stillt.
Teurer Herr,
dir sei Ehr!
G159   1. Vater, lass wie Kinder
uns gehorsam sein,
dir, als Überwinder,
uns durch Jesum weihn.
Dir nur hier zu leben,
suchen deine Ehr:
Das sei unser Streben
Tag für Tag noch mehr.

2. Eine uns zusammen,
halt uns nah bei dir,
und in Jesu Namen
uns bewahre hier.
Unser Herz erweite
deine Lieb und Gnad;
deine Furcht uns leite
auf dem schmalen Pfad.

3. Inniges Erbarmen
lass uns üben gern,
von Elenden, Armen,
nie uns halten fern.
Wo wir Mangel sehen,
öffne Herz und Hand,
da auch wir noch gehen
hier durchs fremde Land.

4. Lass in allen Dingen
uns dich ahmen nach.
Wollen und Vollbringen
wirkst du; und in Schmach,
Trübsal, Hohn und Leiden
übst du die Geduld,
willst uns zubereiten,
Gott, nach deiner Huld.

5. Allen Fleiss beweisen
in der Zeit der Saat
lass uns, und dich preisen
stets in Wort und Tat.
Dort wird immer währen
unsre Erntezeit,
wo wir, Vater, ehren
dich in Ewigkeit.
G160   1. Edler Weinstock, Gott entsprossen,
Leben, welches alles schafft,
du erwähltest zu Genossen
Reben ohne alle Kraft.
Du hast sie mit dir vereinigt,
ewig in dich eingesenkt;
jetzt dein Vater sie noch reinigt,
mehr zur Fruchtbarkeit sie lenkt.

2. Innig eins mit dir zu werden,
eine Pflanze mit dir sein,
ist das Köstlichste auf Erden;
alles andre ist nur Schein.
Doch um reichlich Frucht zu tragen,
sind wir hier in dich versetzt;
und nach kurzen Trübsalstagen
wird die Ruh noch mehr geschätzt.

3. Reicher Lohn wird dem verheissen,
der für dich, Herr, Frucht gebracht.
Lass uns Treue dir beweisen,
stets aufs Ende sein bedacht.
Dir zum Ruhme wir bekennen,
wenn wir werden offenbar:
Dein ist jedes Werk zu nennen,
der in Schwachen mächtig war.
G161   1. Ich preise dich! Du bist herabgekommen;
du suchtest mich, hast mich dem Tod entnommen.
Nur Leben seh ich – seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

2. Ich preise dich! Du hast dich hingegeben; –
Verlornen weihtest du dein teures Leben.
Nur Liebe seh ich – seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich!
Ich preise dich!

3. Ich preise dich! Dein Blut ward einst vergossen;
für meine Sünden ist’s am Kreuz geflossen.
Versöhnung seh ich –
seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich!
Ich preise dich!

4. Ich preise dich! Dein Werk ist ganz vollendet,
Gerechtigkeit hat mein Gericht beendet.
Nur Gnade seh ich –
seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich!
Ich preise dich!

5. Ich preise dich! Wall ich auch noch hienieden,
ich wall mit dir, geniesse deinen Frieden.
Erquickung hab ich –
seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich!
Ich preise dich!

6. Ich preise dich! Du bist vorangegangen,
ich schau dir nach mit sehnlichem Verlangen.
Voll Hoffnung bin ich –
seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich!
Ich preise dich!

7. Ich preise dich! Bald stillest du mein Sehnen,
wirst mich mit allen Heilgen zu dir nehmen.
O selge Freude – l seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich!
Ich preise dich!
G162   1. Alles sei dir übergeben,
du sollst Rat und Helfer sein.
Du bist Wahrheit, Weg und Leben,
dir vertrau ich mich allein.
Geht es gleich durch manch Gedränge,
siehst du doch den Ausgang schon;
und dein Weg trägt in die Länge
den erwünschten Sieg davon.

2. Deine Wahrheit kann nicht trügen,
weil du selbst die Wahrheit bist;
deine Liebe nie versiegen,
weil du selbst die Liebe bist.
Du wirst alles das erfüllen,
was dein heilig Wort verheisst,
und mein Herz vollkommen stillen;
diesen Trost mir nichts entreisst.

3. Ja, du wirst mich treu bewahren,
leiten mich durch deinen Geist –
und mein Glaube wird erfahren,
dass du Rat und Helfer heisst.
Ich vertrau mich deinen Händen,
sehe deiner Führung zu;
und dein gnädiges Vollenden
leitet mich zur ewgen Ruh.
G163   1. Harre, meine Seele,
harre des Herrn!
Alles ihm befehle,
hilft er doch so gern.
Sei unverzagt!
Bald der Morgen tagt,
und ein neuer Frühling
folgt dem Winter nach.
In allen Stürmen,
in aller Not
wird er dich beschirmen,
der treue Gott.

2. Harre, meine Seele,
harre des Herrn!
Alles ihm befehle,
hilft er doch so gern.
Wenn alles bricht,
Gott verlässt uns nicht;
grösser als der Helfer
ist die Not ja nicht.
Ewige Treue!
Retter in Not!
Unser Herz erfreue,
du treuer Gott!

3. Harre, meine Seele,
harre des Herrn!
Alles ihm befehle,
hilft er doch so gern.
Bald höret auf
unser Pilgerlauf,
und die Klagen schweigen,
nimmt uns Jesus auf.
Nach allem Leiden,
nach aller Not
folgen ewge Freuden,
du treuer Gott!
G164   1. Preis und Dank sei dir gesungen,
Gottes Lamm, das für uns starb!
Deine Lieb hat dich gedrungen,
hinzugehn in Tod und Grab.
Gottes Lamm, das für uns starb,
nur dein Herz kann also lieben;
dies zeigt uns die Leidensnacht,
und was du am Kreuz vollbracht.

2. Welches Beten, welches Ringen
sehn wir in Gethsemane!
Selbst der Engel musste bringen
Stärkung dir, Herr, aus der Höh.
Jesu, in Gethsemane!
Hier hast du allein gekämpfet,
und nach deines Vaters Sinn
nahmst der Leiden Kelch du hin.

3. Aber an dem Kreuzesstamme,
auf dem Hügel Golgatha,
zeigt der vollen Liebe Flamme,
was durch dich für uns geschah.
Auf dem Hügel Golgatha –
dort hast du dein Werk vollendet,
uns versöhnt, gerecht gemacht.
Lob und Ehr sei dir gebracht!
G165   1. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heilgen Geistes
sei mit uns allen, mit uns allen, Amen!
G166   1. Herr, lenke unsern Sinn empor
und öffne gnädig jedes Ohr,
führ durch den Geist ins Wort uns ein
und lass es unsre Speise sein!

2. Dass jedes Herz gesammelt sei,
mach uns von Sorg und Unruh frei;
bewege du des Herzens Grund
und tu uns deine Gnade kund!

3. An Lebenswassern, still und rein,
lass alle uns gelagert sein;
gib selbst das gute, rechte Wort,
du LeibesHeiland, Hirt und Hort!
G167   1. Du, Herr, bist mein, o welche Gnade!
O welche Huld, ich bin jetzt dein!
Was könnt auf meinem Pilgerpfade
noch köstlicher, noch höher sein?
Was mich erfreut, was mich erquicket,
in dir mein Glaube stets erblicket.

2. Du bist am Kreuz für mich gestorben;
dort nahmst du meine Stelle ein.
Dein Blut hat völlig mich erworben,
mituteib und Seele bin ich dein.
Dein Sklave sein ist grössre Ehre,
als König über Land und Heere.

3. Ich hab genug, weil ich dich habe;
mein Geist frohlocket inniglich.
Wo findet eine solche Gabe
auf Erden und im Himmel sich?
Mein Herz, zu gross für alle Dinge,
zu klein, als dass es dich umfinge!

4. O Dank dir, Jesu! Ruhm und Ehre
gebühren dir, nur dir allein.
Dir ganz zu leben ich begehre,
mein ganzes Herz nur dir zu weihn,
damit selbst in den schwersten Proben
an mir dein Name werd erhoben.
G168   1. Dankt unserm Gott und bringt ihm Ehre,
denn er ist freundlich jederzeit,
frohlockt, dass seine Güte währet
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Ja rühmet ihn mit Herz und Munde,
er ist allein des Rühmens wert;
ein Lobgesang sei jede Stunde,
die seine Güte uns beschert!

2. Du, grosser Gott, bist unsre Stärke,
bist unser Licht in dunkler Nacht.
Du hast durch wunderbare Werke
Heil und Erlösung uns gebracht.
Wir waren hoffnungslos verloren,
in Weltund Sündenlust verstrickt;
du hast uns für dich selbst erkoren,
des bösen Feindes Macht entrückt.

3. Dich sollen Herz und Zunge loben,
erheben deine Majestät;
dein Ruhm, o Gott, sei hoch erhoben,
der über alle Himmel geht!
Dein Vaterantlitz voll Erbarmen
bestrahlet uns zu jeder Zeit;
du trägst dein Volk auf mächtgen Armen,
du grosser Gott von Ewigkeit!
G169   1. Herr, wenn um dich allein
die Herzen sich bewegen,
dann fliesst wie Himmelstau
herab dein reicher Segen.
Drum ziehe uns mit Macht
auch jetzt zu dir empor,
gib Stille des Gemüts,
und heilge Mund und Ohr!

2. Verscheuche gnädiglich
des Feindes böse Mächte,
erfüll mit deinem Geist
die Seele deiner Knechte!
Ja, lege deine Kraft
in jedes Wort hinein,
und lasse Herz und Sinn
auf dich gerichtet sein!
G170   1. Selge Hoffnung! Du kommst wieder,
lässt die Glieder nicht zurück;
bald verkünden neue Lieder
droben unser ewges Glück.
Dann ist jeder Wunsch erfüllt,
unser Sehnen ganz gestillt.

2. Ruhen werden dann die Glieder
ewig dort, vereint mit dir;
keine Trübsal kehret wieder,
keine Träne fliesst wie hier.
Ewig fern ist alles Leid,
jedes Herz füllt Seligkeit.

3. Und anbetend wird dann singen
deine teur erkaufte Schar,
dir, dem Lamme, Ehre bringen,
Gott erheben immerdar.
Welch ein Glück, bei dir zu sein!
Komm, Herr Jesu, führ uns ein!
G171   1. Herr, du schaust in Gnaden nieder
auf die Deinen allezeit,
breitest segnend deine Hände
über sie in Kampf und Leid.
Seelenspeise
für die Reise
reichst du unermüdlich dar;
schenkest auch zur Pilgerschaft
Licht und Weisheit, Mut und Kraft.

2. Alle Schafe deiner Herde
leitest du in Lieb und Huld;
lagerst sie auf grüner Weide,
hebst und trägst sie mit Geduld.
Segnest immer,
lässt sie nimmer,
schirmest sie vor Satans List;
bleibst ihr fester, starker Hort,
lehrst sie durch dein teures Wort.

3. Lenke auch in dieser Stunde
unsre Herzen, Herr, zu dir!
Tröste, lehre, nähre, pflege,
gib, was not ist, jedem hier!
Und in Frieden
sei beschieden
uns auch jetzt das gute Teil;
lass uns wie Maria tun,
still zu deinen Füssen ruhn!
G172   1. Gottes Sohn! Anbetend schauen
wir in dir des Vaters Bild,
Gottes Herrlichkeit und Gnade,
seine Liebe unverhüllt.
Staunend beugen wir uns nieder,
singen dir, dem Herrn der Welt,
der das ganze All erhält,
unsre Lob- und Dankeslieder;
preisen mit der Schöpfung laut
dich, o Herr, der sie erbaut.

2. Gottes Lamm! – Du kamst hernieder
aus des Vaters Herrlichkeit;
schrittest durch die Welt der Sünde,
Segen spendend, Gott geweiht.
Littest stille, ohne Klagen,
liessest dich für unsre Schuld –
o der wunderbaren Huld! –
willig an das Fluchholz schlagen.
Dank dir, teures Opferlamm,
Gottes Sohn am Kreuzesstamm!

3. Gottes Lamm! – Jetzt weilst du droben
ruhmgekrönt auf Gottes Thron;
siegreich hast du überwunden
Satans Macht und Menschenhohn.
Jauchzend singen heilge Chöre,
seit das grosse Werk vollbracht:
Dir, dem Lamme sei gebracht
Macht und Herrlichkeit und Ehre!
Und wir stimmen freudig ein:
Du bist würdig, du allein!
G173   1. Du hast uns lieb, du treuer Gott und Vater,
wie nie ein Mensch geliebt.
Du hast uns lieb! Selbst nicht im Mutterherzen
es solche Liebe gibt, es solche Liebe gibt.

2. Du hast uns lieb! Du gabst den Eingebornen –
den Sohn in deinem Schoss.
Du hast uns lieb, unwürdig wie wir waren
und sündig, arm und bloss.

3. Du hast uns lieb! Mit Kleidern ewgen Heiles
hast du uns angetan.
Du hast uns lieb! – als vielgeliebte Kinder
anbetend wir dir nahn.

4. Du hast uns lieb, und deine Liebe gossest
du in das Herz uns aus.
Du hast uns lieb! drum eilen frohen Mutes
wir heim ins Vaterhaus.
G174 174 1. Jesus, Lamm Gottes, in Herrlichkeit droben gekrönet,
warest einst hier und hast sterbend am Kreuz uns versöhnet.
Ewiger Sohn,
gingst von dem Kreuze zum Thron,
du, der hienieden verhöhnet.

2. Deine Geliebten, versammelt, um dich zu erheben,
die du geführt hast vom Tode zum ewigen Leben,
beten dich an,
der du so Grosses getan,
selber dich für uns gegeben.

3. Preis und Anbetung sei deinem hochheiligen Namen,
hoch und erhaben ist er über jeglichen Namen!
Preis sei schon hier,
Preis einst in Herrlichkeit dir!
Preis sei dir ewiglich! Amen.
G175   1. Dir, dem hocherhobnen Herrn,
den der Engel Scharen loben,
dem sich alles, nah und fern,
beugen wird einst hier wie droben,
bringen Huldigung auch wir;
denn du bist für uns gestorben,
hast uns durch dein Blut erworben.
Ehre, Preis und Ruhm sei dir!

2. Dich zu schaun in Herrlichkeit,
Gegenstand der höchsten Ehren,
ruhmgekrönt in Ewigkeit –
ist das Ziel, das wir begehren.
Und wenn wir nach dieser Zeit
dort mit dir verherrlicht stehen,
wird doch jeder in uns sehen,
Herr, nur deine Herrlichkeit.
G176   1. Schau auf uns hernieder,
o du treuer Hort!
Lehr uns durch dein Wort.
Mehre in uns deine Gnade,
dass wir auf dem schmalen Pfade
wandeln dir zum Ruhm
als dein Eigentum,
willig und ergeben
dir allein nur leben.

2. Du kennst unsre Herzen,
du kennst jede Not,
o du treuer Gott!
Wo der Menschen Hilf zu Ende,
bleiben mächtig deine Hände;
und du lässt uns nicht,
bleibst uns Schirm und Licht;
führst durch Kampf und Leiden
uns zu ewgen Freuden.
G177   1. O Vater sieh die Deinen
vor dir sich hier vereinen
zu kindlichem Gebet.
Du hörest gern ihr Flehen,
willst alles wohl versehen,
dein Herz uns allzeit offen steht.

2. Du sprichst dein Ja und Amen,
wenn wir in Jesu Namen
dir, Vater, bittend nahn.
Die Schätze deiner Gnade
sind auf dem Pilgerpfade
den Deinen reichlich aufgetan.

3. Drum lass uns dir vertrauen,
auf deine Güte bauen,
die jeden Morgen neu.
Dein Lieben ist ohn Wanken,
so lehr uns bitten, danken
in Kindeseinfalt, ohne Scheu.
G178   1. Preis sei dir, o Lamm,
Spross aus Davids Stamm!
Unsre Schuld hast du gesühnet,
trugst den Fluch, den wir verdienet.
Preis sei dir, o Lamm,
Spross aus Davids Stamm!

2. In welch tiefer Not
schrieest du zu Gott:
«Warum hast du mich verlassen?»
O wer kann dein Weh erfassen!
In welch tiefer Not
schrieest du zu Gott!

3. Du, zur Sünd gemacht,
sankst in Todesnacht.
Du, der keine Sünde kannte,
der sich selbst «das Leben» nannte,
du, zur Sünd gemacht,
sankst in Todesnacht.

4. Nun ist Gott geehrt,
Satans Macht zerstört,
freigemacht unzählge Scharen,
die des Todes Beute waren;
Gott in dir geehrt,
Satans Macht zerstört.

5. O Anbetung dir,
Preis und Dank dafür!
über alles hoch erhoben,
weilest, Gottes Lamm, du droben.
O Anbetung dir,
Preis und Dank dafür!
G179   1. Hoffnung unsrer Herzen,
sei uns mcht mehr fern,
heller Morgenstern!
Ach, erscheine unsern Blicken,
lass uns bald entgegenrücken,
dir, o Gottes Lamm,
unserm Bräutigam!
Hoffnung unsrer Herzen,
Ende aller Schmerzen!

2. Keine Ruhestätte
ist auf diesser Erd
uns des Suchens wert.
Steter Kampf bleibt uns hienieden,
nirgends find’t die Seele Frieden.
Nur im Vaterhaus
ruhn wir mit dir aus;
da schweigt alles Sehnen,
fliessen keine Tränen.

3. Ja, schon hier auf Erden
stärkt uns diese Freud
in der Prüfungszeit.
Droben aber ohne Schmerzen
freun sich völlig unsre Herzen,
nicht getrennet mehr,
stets bei dir, o Herr,
wo kein Leid uns drücket,
ewge Ruh erquicket.
G180   1. Dem, der uns liebt
und uns von unsern Sünden gewaschen hat
in seinem Blut,
und uns gemacht hat
zu einem Königtum,
zu Priestern seinem Gott und Vater:
Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht
von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Amen, Amen!
G181 181 1. Herr, dein Wort ist Geist und Leben,
zum Licht und Heile uns gegeben,
wie haben wir’s so oft verspürt!
Bist auch heute uns begegnet,
hast mild und gnädiglich gesegnet,
auf grüne Auen uns geführt.
Du schliesst dein Wort uns auf,
stärkst uns im Pilgerlauf
bis zum Ziele,
zu jeder Frist.
Wie selig ist,
dass du selbst unser Hirte bist!

2. Als die Schafe deiner Herde,
die du erkauft von dieser Erde,
sind wir nun dein in Ewigkeit.
Lass das Wort aus deinem Munde,
das neu du gabst in dieser Stunde,
auch mit uns gehen durch die Zeit!
Herr, lehr uns wachend stehn
und wartend auf dich sehn,
treu im Kleinen!
Bald ruhen wir,
o Herr, bei dir
und preisen dann dich für und für.
G182 182 1. Dank und Herrlichkeit und Segnung,
Macht, Weisheit, Ehre und Anbetung
gebühren dir, Herr Jesu Christ!
Ewig seist du hoch erhoben,
auf Erden und im Himmel droben,
Lamm Gottes, das verherrlicht ist!
Dein Werk bleibt ewig stehn,
dein Sieg kann nie vergehn,
Gott zum Ruhme.
Auf seinem Thron
freust du dich schon
an deiner Mühsal Frucht und Lohn.
G183   1. O Lebenswort! Wer dankt genug,
dass du im Fleisch gekommen,
und nach der Liebe tiefstem Zug
das Knechtsbild angenommen!
Du schämtest dich der Sünder nicht,
gingst selber für sie ins Gericht
und starbst für ihre Sünden.

2. Kein Mensch dies Wunder fassen kann,
kein Engel kann’s verstehen;
der Glaube schaut’s und betet an,
bewundert, was geschehen.
Drum sei dir unser Lob geweiht,
denn dir, dem Herrn der Herrlichkeit,
Lob, Ehr und Ruhm gebühret!
G184   1. Grosser Heiland der Verlornen,
Gottes heilges Opferlamm,
dorngekrönt, mit Fluch beladen,
hingst du an des Kreuzes Stamm!

2. Dich, den Herrn, den Fürst des Lebens,
traf der Menschen Spott und Hohn;
dir, dem Reinen, Fleckenlosen,
ward der Sünde bittrer Lohn.

3. Rings von Todesnacht umgeben,
hast du unsre Schuld gesühnt;
still und stumm, von Gott verlassen,
trugest du, was wir verdient.

4. Aus den Toten auferstanden,
thronst du als des Menschen Sohn
jetzt zur Rechten Gottes droben –
Sünder gab er dir zum Lohn!

5. Grosser Heiland der Verlornen!
Wer jetzt gläubig dir vertraut,
der wird nimmermehr zu Schanden,
hat auf Felsengrund gebaut.
G185   1. Abba, Vater! Dir wir nahen
in dem Namen unsers Herrn;
deiner Kinder Dankeslieder
hörst du, Vater, ja so gern.
Hier am Tisch des Herrn vereinigt,
der am Kreuze für uns starb,
schaun anbetend wir die Liebe,
die so teuer uns erwarb.

2. Sklaven einst, in Satans Ketten,
hassenswürdig, voller Schuld,
stehn wir als geliebte Kinder
jetzt in deiner Vaterhuld.
In das ewge Reich des Sohnes
deiner Liebe nun versetzt,
sind wir in dem Auferstandnen
deines Herzens Wonne jetzt.

3. Und in uns, die hier versammelt,
schaut der Engel zahllos Heer
all die Wunder deiner Weisheit,
deiner Liebe weites Meer.
Abba, Vater! Dir sei Ehre
allezeit durch Jesum Christ;
ewig, ewig sei gepriesen,
der du Licht und Liebe bist!
G186   1. Anbetung dir, dem Lamme,
das unsre Sünden trug;
dort an des Kreuzesstamme
wardst du für uns ein Fluch!
Preis dir, dass du gegeben
in heisser Liebesglut
für uns dein teures Leben
und dein Versöhnungsblut!

2. Wer könnte je ergründen
die Tiefen und die Höhn,
und wer Verständnis finden
von dem, was dort geschehn!
Du, alles Lebens Quelle,
des ewgen Gottes Sohn,
du hast an unsrer Stelle
geschmeckt der Sünde Lohn!

3. Preis und Anbetung bringen
wir dir, o Herr, dafür!
Von deiner Liebe singen
in Schwachheit wir schon hier.
Was wird es sein, wenn droben,
in deiner Herrlichkeit,
dich jeder Mund wird loben,
o Lamm, in Ewigkeit!
G187   1. Durch eine Wüst ich reise,
durch eine arge Welt,
wo mich zu deinem Preise
dein starker Arm erhält.

2. Dein Nahsein mich erfreuet,
dass ich die Müh nicht acht;
und wenn der Feind mir dräuet,
beschützt mich deine Macht.

3. Mein Herz, von dir erfüllet,
geht froh den Pilgerpfad;
aus deinem Herzen quillet
mir Friede, Freud und Gnad.

4. So eil ich dir entgegen,
dir, meinem treuen Herrn;
bald naht der reichste Segen,
dein Kommen ist nicht fern.
G188   1. Jesu, du, Jesu, du!
Du bist meiner Seele Ruh!
Bist mein Trost auf meiner Reise,
meine Kraft und meine Speise;
führst dem Vaterhaus mich zu.

2. Inniglich, inniglich
sehnet meine Seele sich!
O wann werd ich zu dir kommen,
wo ich, dieser Welt entnommen,
schaue, o Herr Jesu, dich?

3. Nicht mehr lang, nicht mehr lang!
O welch himmlisch froher Klang!
Bald werd ich dich schauend loben,
Herr, mit allen Heilgen droben;
dann tönt ewger Lobgesang.

4. Was wird’s sein, was wird’s sein,
führest du mich droben ein,
wo nicht Sünd und Welt mehr störet,
nie ein Seufzer wird gehöret –
ewig werd ich bei dir sein!
G189   1. Ich walle in der Fremde,
von Menschen ungekannt;
doch leiten deine Hände
mich treu zum Vaterland.
Bei jedem schweren Schritte
gewahrt mein Glaube dich;
ich find hier deine Tritte,
die du einst tatst für mich.

2. Geh ich auf harten Wegen,
auf mühevollem Pfad,
ich eile dir entgegen,
mich leitet deine Gnad.
Will mich der Lauf ermüden
und find ich nirgends Ruh,
ist doch mein Herz in Frieden;
denn meine Ruh bist du.

3. Und wenn ich schwach mich finde,
gering vor Satans List,
ich dennoch überwinde,
weil du zur Seit mir bist.
Bist Speis und Trank auf Erden,
wo Brot und Quelle fehlt.
Wie könnt ich zaghaft werden ?
Hast selbst mein Haar gezählt!
G190   1. Stille unsers Herzens Sehnen,
führ uns aus dem Land der Tränen!
Hier, wo Feinde uns umringen,
Satan uns legt tausend Schlingen,
will dein Lob nur schwach erklingen.
Herr Jesu, komm,
Herr Jesu, komm!

2. Ganz zertrennt die Heilgen stehen,
Einheit ist nicht mehr zu sehen.
Satans List hat sie zerstöret,
Sünd und Welt manch Herz betöret;
ach, wie sehr wirst du entehret!
Herr Jesu, komm,
Herr Jesu, komm!

3. Dann wird alle Schwachheit enden,
nie ein Herz von dir sich wenden.
Jeder wird dich froh begrüssen,
deine Liebe ganz geniessen
und anbeten dir zu Füssen.
Herr Jesu, komm,
Herr Jesu, komm!

4. Herrlich wirst du dann erscheinen
in der Mitte all der Deinen.
Erd und Himmel werden spenden
Ruhm und Preis an a]len Enden.
O welch seliges Vollenden!
Herr Jesu, komm,
Herr Jesu, komm!
G191   1. Du, Herr, erhörest, wenn wir beten
und glaubend schaun zu dir hinauf;
du wirst uns allezeit vertreten,
bewahren uns im Pilgerlauf.
Wir können frei und sicher gehn,
wenn wir, o Herr, auf dich nur sehn.

2. Du hast für uns das Kreuz getragen,
du gingst voran und ziehst uns nach;
du hast für uns den Feind geschlagen,
gibst uns den Sieg für jeden Tag.
Es trägt und schützt uns deine Macht,
bis wir den guten Kampf vollbracht.

3. Ein Vorrecht ist’s, hinauszugehen,
zu folgen deinen Schritten nach,
mit dir vom Lager fern zu stehen,
zu tragen willig deine Schmach,
dem Lobe Gottes sich zu weihn,
bis du uns führst zur Ruhe ein.
G192   1. Du, Herr, hast unsre Schuld gesühnt;
am Kreuz trugst du, was wir verdient,
trugst unsrer Sünden Menge.
Jetzt weilest du im Heiligtum,
nicht auszusprechen ist dein Ruhm
und deines Lebens Länge.

2. Du bleibest Priester ewiglich,
vertrittst die Deinen kräftiglich,
die Himmel du bewohnest.
Gericht und Tod uns nicht mehr schreckt,
dein Blut uns allzeit schirmt und deckt,
weil du, Herr, droben thronest.

3. Wer fasset deiner Liebe Tat,
und wer ergründet deine Gnad,
die uns so reich umgibet?
Selbst Engel deinem Throne nahn
und beten staunend mit uns an,
dass du uns so geliebet.

4. Und hast du deinen Dienst erfüllt,
wird unser Sehnen ganz gestillt,
dann wirst du wiederkehren.
Führst uns zu deiner Ruhe ein,
wo wir uns deines Anblicks freun,
mit ewgem Lob dich ehren.
G193   1. Anbetug, Ehre, Dank und Ruhm
sei, o Gott, im Heiligtum,
für deine viele Liebe,
die du entgegen uns gebracht,
als wir in tiefer Sündennacht,
im Tod gefangen lagen!
Reich bist du an Barmherzigkeit,
dein Lieben übersteiget weit
all Denken und Erkennen.

2. Du wolltest nicht des Sünders Tod,
du wolltest als der Heiland-Gott
uns Heil und Leben bringen.
In dem Geliebten auserwählt,
hast du vor dich uns hingestellt
als Kinder deiner Liebe.
O Abba, Vater, welch ein Glück!
Voll Huld und Gnade ruht dein Blick
auf uns mit Wohlgefallen.

3. Bald werden wir vor deinem Thron
dir, unserm Vater, und dem Sohn
ein ewges Loblied singen.
Dann wird das Lob ein volles sein,
wenn alle Kreatur stimmt ein
in der Erlösten Chöre.
Doch sei auch jetzt in dieser Zeit
Anbetung, Lob und Dank geweiht
dir, Vater, und dem Lamme!
G194   1. Befiehl du deine Wege,
und was dein Herze kränkt,
der allertreusten Pflege
des, der den Himmel lenkt!
Der Wolken, Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden,
da dein Fuss gehen kann.

2. Dem Herrn musst du vertrauen,
wenn dir’s soll wohl ergehn;
auf sein Werk musst du schauen,
wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen
und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen,
es muss erbeten sein.

3. Weg hat er allerwegen,
an Mitteln fehlt’s ihm nicht;
sein Tun ist lauter Segen,
sein Gang ist lauter Licht,
sein Werk kann niemand hindern,
sein Arbeit darf nicht ruhn,
wenn er, was seinen Kindern
erspriesslich ist, will tun.

4. Ihn, ihn lass tun und walten!
Er ist ein weiser Fürst
und wird sich so verhalten,
dass du dich wundern wirst,
wenn er, wie ihm gebühret,
mit wunderbarem Rat
das Werk hinausgeführet,
das dich bekümmert hat.
G195   1. Herr, dein Wort, die edle Gabe,
diesen Schatz erhalte mir!
Denn ich zieh es aller Habe
und dem grössten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,
worauf soll der Glaube ruhn?
Mir ist’s nicht um tausend Welten,
aber um dein Wort zu tun.

2. Ewges Wort, du Ja und Amen!
Herr, du wollest auf mich sehn,
dass ich mög in deinem Namen
fest bei deinem Worte stehn!
Lass mich deinen Willen wissen,
lernen wie Maria tat;
lass mich eifrig sein beflissen,
dir zu folgen früh und spat.
G196   1. Stumm, wie ein Lamm vor seinen Scherern ist,
hast du, o Herr, für unsre Schuld gelitten
am Kreuze, wo du in der Sünder Mitten
im Sühnungstod für uns erblichen bist.

2. In Schrecken, Qual und tiefstem Herzeleid,
um uns aus Sündenknechtschaft zu erretten,
zerbrachest du im Tode unsre Ketten,
erwarbst uns Gnade und Glückseligkeit.

3. Ja, Amen! Dir, Herr Jesu, kommen zu
Macht, Weisheit, Herrlichkeit und alle Ehre!
Dass unser Herz doch überfliessend wäre
von deinem Lobe, grosser Retter du!
G197   1. Sieh, wie lieblich und wie fein
ist’s, wenn Brüder friedlich sein,
wenn ihr Tun einträchtig ist,
ohne Falschheit, Trug und List!

2. Wie der edle Balsam fliesst
und sich von dem Haupt ergiesst
auf des Hohenpriesters Kleid,
dass es duftet weit und breit;

3. wie von Hermons Höhn der Tau
niederfällt auf Zions Au,
also lieblich ist und schön
Brüdereintracht anzusehn.

4. Denn daselbst verheisst der Herr
reichen Segen mehr und mehr,
und es wird die arme Zeit
Vorhof ewger Seligkeit.
G198   1. Wir treten vor dein Angesicht,
o Gott, um dir zu dienen;
als Priester hier in deinem Licht,
sind wir vor dir erschienen,
weil unser Herr
zu deiner Ehr
als Opfer sich gegeben
für uns zum Heil und Leben.

2. Dein heilger Zorn traf im Gericht
für unsre Schuld den Reinen.
Wohl lag auf seinem Angesicht
der Herr mit Flehn und Weinen,
doch ging er hin
mit festem Sinn,
ertrug die grössten Leiden –
der Herr der Herrlichkeiten.

3. Wie hat am Kreuz gehorsam er
für uns den Fluch getragen!
Er litt und schwieg – wie furchtbar schwer
dein Schwert ihn auch geschlagen!
Er stieg hinab
in Tod und Grab,
hat uns mit dir versöhnet,
und du hast ihn gekrönet.

4. Anbetend blicken wir auf den,
der deines Herzens Wonne.
In ihm wir Lieblichkeiten sehn
und huldigen dem Sohne.
Wie danken wir,
o Vater, dir,
dass wir in ihm nun haben
die höchste aller Gaben!
G199   1. In Anbetung weilen wir
ehrfurchtsvoll, o Herr, vor dir,
rühmen dich aufs neue.
Keiner war dir jemals gleich,
gross an Macht, an Liebe reich,
tadellos an Treue.

2. Wohlgeruch und Lieblichkeit
warst für Gott du allezeit,
selbst im tiefsten Leide.
Völlig hast du ihn geehrt,
im Gehorsam dich verzehrt,
ihm zur Wonn und Freude.

3. Auf dem ehernen Altar
brachte man einst Opfer dar
vor dem Heiligtume.
Du, das makellose Lamm,
starbest auf dem Kreuzesstamm,
Gott zum ewgen Ruhme.

4. Was des Vaters Auge sah,
Herr, in dem, was dort geschah,
können wir nicht fassen;
doch auch wir erblicken hier
Herrlichkeiten schon in dir,
über alle Massen.

5. Teurer Herr, wir preisen dich,
huldigen dir feierlich, singen deinem Namen.
Du bist höchster Segnung wert,
du bist’s, den der Vater ehrt:
Du bist würdig! Amen.
G200   1. Freudig preisen wir, Herr Jesu,
deiner Liebe Wundertat,
die aus tiefsten Sündentiefen
uns mit Macht gezogen hat
und nach Gottes Gnadenwillen
uns vor Gott verherrlicht stellt;
denn zu Königen und Priestern
machtest du uns, Siegesheld!

2. Lob und Dank sei dir, Erlöser,
der, für uns zur Sünd gemacht,
in unsagbar tiefen Leiden
Gott zur Ehr sein Werk vollbracht,
seine Majestät verherrlicht,
seine Lieb geoffenbart –
Gottes Lamm, sei hochgepriesen,
das für uns geopfert ward!

3. Preis dir, grosser Überwinder,
der in bittrem Todesgang
an dem blutgen Marterholze
völlig jeden Feind bezwang.
O wir fallen dir zu Füssen,
rühmen deine Siegermacht,
rufen huldigend von Herzen:
Dir, o Herr, sei Lob gebracht!

4. Ruhm, Anbetung, Preis und Ehre
bringen wir, Herr Jesu, dir!
Unerforschte Höhn und Tiefen
sieht erstaunt der Glaube hier:
Herrlichkeiten der Erlösung,
Frucht des Werks am Kreuzesstamm.
Sei erhoben, sei gepriesen,
grosser Heiland, Gottes Lamm!
G201   1. Herr Jesu, wir betrachten
dein Kreuz auf Golgatha,
wo einst in tiefster Mühsal
dein Liebeswerk geschah.

2. Verlassen von den Mengen,
die deine Huld geschmeckt,
geschlagen und gegeisselt,
mit Schmach und Hohn bedeckt,

3. gekrönt zum Spott mit Dornen,
kein Jünger folgte mehr,
verraten und verleugnet,
nur Feinde um dich her –

4. so gingst du hin zum Kreuze,
als Gottes treuer Knecht,
durch ewge Lieb getrieben,
gehorsam und gerecht.

5. Dort wurdest du verlassen
von ihm, dem heilgen Gott.
Wer kann dein Weh erfassen
und deiner Seele Not?

6. Den Lohn, den wir verdienet
für unsre Missetat,
den musstest du empfangen
nach Gottes heilgem Rat.

7. Du hast für uns, die Armen,
so Herrliches getan.
Wir rühmen dein Erbarmen
und beten dankend an!
G202   1. O Herr, in welche Leidensnot
bist du für uns gekommen,
als du dem Starken durch den Tod
die Todesmacht genommen!

2. Du trugst am Kreuz in Not und Pein –
o Liebe ohne Massen! –
die Last der Sünden ganz allein,
von Gott und Mensch verlassen.

3. Wie furchtbar war der Feinde Macht,
die dich, Herr, dort umgeben!
Triumph! Du hast das Werk vollbracht,
gabst hin dein eignes Leben.

4. Wir nahn durch dich, o Gottes Lamm,
anbetend nun dem Throne,
für Gott erkauft am Kreuzesstamm
und dir geschenkt, dem Sohne.
G203   1. Du wardst erhöht von dieser Erde
auf das Kreuz, auf das Kreuz,
dass, wer da glaubt, errettet werde
durch das Kreuz, durch das Kreuz.
Versunken in der Leiden Flut,
verzehrt von des Gerichtes Glut,
gabst du für uns dein eignes Blut
auf dem Kreuz, auf dem Kreuz.

2. Lamm Gottes, du hast sterben müssen
an dem Kreuz, an dem Kreuz;
der Scheidevorhang ist zerrissen
durch das Kreuz, durch das Kreuz.
Das Heiligtum ist aufgetan,
wir dürfen Gott anbetend nahn,
er nahm dein Opfer völlig an
dort am Kreuz, dort am Kreuz.

3. Triumph! Der Feind ist überwunden
durch das Kreuz, durch das Kreuz,
und seine Beute losgebunden
durch das Kreuz, durch das Kreuz.
Herr Jesu, dir sei Lobgesang
durch alle Ewigkeiten lang,
dir, der uns solchen Sieg errang
auf dem Kreuz, auf dem Kreuz!
G204   1. O Tag der Schmach, der Schande und der Schmerzen,
o Tag, erfüllt mit unfassbarer Not,
als du am Leib, Herr Jesu, und im Herzen
für uns erduldet hast den Zorn von Gott!

2. Du sahst umher nach Mitleid und nach Liebe.
Ob wohl ein Mensch dein tiefes Weh empfand
und bis zum Tode tröstend bei dir bliebe?
Ach, dass dein Herz nicht solchen Tröster fand!

3. Du littest stumm, es stillte nichts dein Sehnen,
die Feinde weiden sich an deiner Qual;
nur Schmähung, Spott und lästerndes Verhöhnen
kam aus den finstern Herzen ohne Zahl.

4. Du hast vollbracht, sanftmütig bis zum Ende,
das schwere Werk, das dir der Vater gab,
befahlst den Geist in seine treuen Hände
und gabst für uns dich hin in Tod und Grab.

5. O teurer Herr, wir singen Dankeslieder
und preisen dich, du starbst an unsrer Statt!
Wir beten an und fallen staunend nieder
vor dir, der Gott so hoch verherrlicht hat.
G205 205 1. Gott, du hast dir ausersehen
deinen Sohn zum Opferlamm.
Deine Liebe hiess dich gehen
mit ihm hin zum Kreuzesstamm.
Seine Qual schnitt dir ins Herz
und sein Weh war auch dein Schmerz.
Deinen Feinden – wer kann’s fassen! –
musstest du ihn überlassen.

2. Dann, in jenen finstern Stunden,
eh der Vielgeliebte starb,
war’s die tiefste seiner Wunden,
dass dein Antlitz sich verbarg.
Und er riefdu bliebest stumm,
kehrtest dich zu ihm nicht um:
Dass wir nicht als Sünder sterben,
musste er «zur Sünde» werden.

3. Und zuletzt hat er sein Leben
ausgeschüttet in den Tod,
hat sich für uns hingegeben,
dir zum Wohlgeruch, o Gott!
All dein Sehnen ist gestillt,
das Erlösungswerk erfüllt:
«Kinder» bringt er dir zum Herzen,
als die Frucht von seinen Schmerzen.

4. O, mit welchem Wohlgefallen
blickst du jetzt auf deinen Sohn!
Er, der Herrlichste von allen,
sitzt bei dir, auf deinem Thron,
stimmt in uns den Lobgesang,
der nicht enden wird, jetzt an:
Vater, nimm in Jesu Namen
Ehre, Preis, Anbetung! Amen.
G206 206 1. Heilge Harmonien,
reiner Harfenton,
durch die Himmel ziehen,
wenn vor Gottes Thron
bald der Heilgen Menge
singt im Heiligtum
neue Lobgesänge
zu des Lammes Ruhm.

2. Mitten in dem Throne
sehn die Deinen dich.
Deine Siegerkrone
schmückt dich ewiglich.
Die durchgrabnen Hände
künden Kreuzesnot:
Liebe ohne Ende
trieb dich in den Tod.

3. Lamm, dich wir erheben!
Voller Liebesglut
gabst du hin dein Leben
und dein teures Blut,
dass von Vieler Zungen
werd im Jubelton
Gottes Lob gesungen
einst vor seinem Thron.

4. Heilge Harmonien
Lob und Siegessang
wird das All durchziehen
bei der Harfen Klang.
Preis sei Jesu Name!
Herrlichkeit und Macht
sei Gott und dem Lamme
ewig dargebracht!
G207   1. Tief neigt der Himmel sich zu Armen:
Emmanuel wollt sich uns nahn.
Gott wurde Mensch, o welch Erbarmen!
Du, sein Volk, bete staunend an!

2. Wer kann dies Lieben voll erfassen?
Hier, unter Sündern, ziehet ein
er, den das Weltall nicht kann fassen –
will vollkommener Diener sein!

3. Tiefer noch muss die Liebe gehen,
hat sich an unsern Platz gestellt:
Er hing am Kreuz in Schmach und Wehen,
starb für eine verlorne Welt!

4. Was können wir dir dafür bringen,
Gott, welchen Weihrauch nimmst du an?
O, lass uns dir von Jesu singen,
er allein dich erfreuen kann!

5. Tief neigt der Himmel sich zu Armen:
Emmanuel wollt sich uns nahn.
Gott wurde Mensch, o welch Erbarmen!
Du, sein Volk, bete staunend an!
G208 208 1. Die Ruh auf immerdar erwartet uns am Throne;
die Deinen dienen dir dann voll Ergriffenheit.
Und alle werfen dir zu Füssen jede Krone,
sie beten, Herr, dich an in alle Ewigkeit.

2. Beseligt wird die Braut in deinen hehren Zügen,
du Herr und Bräutigam, vollkommne Schönheit sehn.
Wie tief und weit vor ihr wird das Geheimnis liegen
der Liebe und der Gnad, die wir dann ganz verstehn.

3. Dein Glanz, dein reines Licht wird deine Braut umhüllen,
Herr Jesu, dir zur Ehr, zu deiner Herrlichkeit.
Sie wird des Vaters Haus mit deiner Pracht erfüllen,
im makellosen Kleid deiner Vollkommenheit.

4. Von deiner Seele Not wirst du die Frucht geniessen,
um die du rangst am Kreuz, von tiefer Nacht umhüllt;
sie wird vollkommen, reif und heilig vor dir spriessen,
dein göttlich liebend Herz ist ewig dann gestillt.
G209   1. Herr, dein Wort ist allgewaltig,
wunderbar und mannigfaltig;
sonst ist ja kein Licht vorhanden,
fremde Lehre macht zuschanden.
Deine Wahrheit, deine Gnade
leiten uns auf rechtem Pfade.
Echter Glaube, wahres Lieben
hat den Grund:
«Es steht geschrieben.»

2. Lass uns deine Worte essen,
deine Lehren nicht vergessen,
deine Wahrheit treu verwalten,
deine Rechte heilig halten,
fest auf die Verheissung bauen,
deinen Zeugnissen vertrauen,
und dich durch Gehorsam ehren,
sonst auf keine Stimme hören.

3. Licht und Kraft und Mut und Freude,
wahrer Trost in allem Leide,
Schutz vor vielerlei Gefahren
und ein tägliches Bewahren,
das sind deines Wortes Früchte.
Alles andre wird zunichte,
alles andre muss vergehen.
Herr, dein Wort bleibt ewig stehen!
G210   1. Herr, dein Volk singt dir zur Ehre,
der du ihm die reine Lehre
deines Wortes hast geschenkt!
Menschen haben oft verdunkelt
dieses Licht, das helle funkelt
und die Herzen göttlich lenkt.

2. Deiner Schar ist anvertrauet,
Herr, dein Wort, darauf sie bauet
in der Zeit der Fremdlingschaft.
Dieses Wort nährt ihren Glauben,
niemand kann dem Worte rauben
seine still verborgne Kraft.

3. Deinem Wort ist Macht gegeben,
zu erbauen, zu beleben,
Wunder tut es immer neu,
als das Wasser, das uns reinigt,
als die Botschaft, welche einigt,
als Verheissung, wahr und treu!

4. Lass es in uns, die wir hören,
durch den Geist die Frucht vermehren,
die der Heilgen Zierde ist.
Lass dein Wort uns stets erquicken
und ein jedes Herz beglücken.
Dank sei dir, Herr Jesus Christ!
G211   1. Gib Gnade, Vater, dass der Wunder Fülle
aus deinem Wort sich unserm Blick enthülle
und wir der Weisheit grosse Tiefen sehn;
damit, gefestigt durch die ewge Wahrheit,
wir ohne Wanken in des Wortes Klarheit
und neubelebt den Pfad der Treue gehn!

2. Erleuchte uns, dass wir, die Zeit erkennend,
hier eifrig dienen dir, die Herzen brennend,
zu leuchten dort, wo Nacht und Todesgraus,
und wir getreu die flüchtgen Stunden nützen,
als Führer derer, die im Elend sitzen,
sie weisend auf den Weg zum Vaterhaus.

3. Ja, hilf uns, dass wir deinen Sohn erkennen,
zu ihm hin wachsen. Möge nichts uns hemmen!
Das Wort des Christus nähre unser Herz,
bis dass er selbst erscheinet unsern Blicken
und unser Aug ihn schauet voll Entzücken,
wenn heim wir eilen mit ihm himmelwärts.
G212   1. Herr, als deines Leibes Heiland,
der Versammlung herrlich Haupt,
prüfst du liebend ihren Zustand,
nährst und pflegest deine Braut,
dass sie heilig vor dir stehe,
tadellos, von Flecken rein,
und dein Auge an ihr sehe
deiner Schönheit Widerschein.

2. Gaben sind dem Leib gegeben
für den Dienst nach deinem Sinn,
dass wir alle wachsen mögen,
Herr, zu dir dem Haupte hin.
O so höre unsre Bitte:
Leite uns durch deinen Geist.
Du bist’s, der in unsrer Mitte
durch das Wort uns unterweist!
G213   1. Du bist der Gott, der Wunder tut –
o welch ein herrlich Wissen –
auf dem der Glaube völlig ruht
in allen Finsternissen!
Wenn hier der Hoffnung letzter Stern
auch käme zum Erblassen –
wer dir vertraut, dem grossen Herrn,
wird nie von dir verlassen.

2. Du bist der Gott, der Wunder tut –
froh wol]en wir es sagen
und in der Trübsal Feuerglut
nicht klagen noch verzagen.
Wo Grenzen der Unmöglichkeit
bedrängen ein Gemüte,
zeigst du in der Verlegenheit
die Allmacht deiner Güte!

3. Du bist der Gott, der Wunder tut –
das wollen fest wir halten,
das gibt uns immer neuen Mut,
zu trauen deinem Walten.
Du bleibst derselbe allezeit,
dein Wort ist Ja und Amen.
Wir preisen, Vater, dich voll Freud
in Jesu heilgem Namen.
G214   1. Herr, unsre Zeiten sind in deiner Hand,
nichts kann uns treffen, das du nicht gesandt.
Nicht blindem Schicksal sind wir anvertraut,
nein, deine Hand hat uns den Weg gebaut
un