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Die Goldene Kette
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Seite 1 von 1

Autor:  Ulrich [ 23. Mär 2009, 08:40 ]
Betreff des Beitrags:  Die Goldene Kette

Gibt es die calvinistische goldene Kette?

Römer Kapitel 8 Vers 29 - 30 (Elberfelder 1905)
29Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. 30Welche er aber zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.


Nach calvinistisch reformierter Lehre stellen die oben angeführten zwei Verse aus dem Römerbrief die so genannte „goldene Kette“ dar. Dabei bringt man zum Ausdruck, Gott habe einige Menschen auserwählt um in Ewigkeit an der Herrlichkeit seines Sohnes teilzunehmen. Diese Überzeugung, nämlich dass Gott aus der Gesamtheit der Menschen einen Teil auserwählt hat, ist sehr weit verbreitet.

Unterschiede gibt es dann zwischen der einfachen und der doppelten Prädestination. Die Anhänger der einfachen Vorherbestimmung behaupten Gott habe zwar einige Menschen für die Herrlichkeit bestimmt, ohne die anderen für die Verdammnis bestimmt zu haben, die Anhänger der doppelten Prädestination unterstellen Gott sogar er habe für alle Menschen alles vorherbestimmt, also auch für die, die verloren gehen, die ewige Verdammnis.

Vom Standpunkt der menschlichen Logik ist die einfache Vorherbestimmung lediglich die dümmere Variante der doppelten Vorherbestimmung.

Beide Vorherbestimmungstheorien passen aber überhaupt nicht mit der Art und Weise zusammen, wie sich Gott in der Bibel geoffenbart hat. Der HERR JESUS ist die Offenbarung Gottes. In IHM wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig! Wo hat ER Gott oder göttliche Liebe jemals in dieser Form geoffenbart?

Es hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass es kaum möglich ist, die Anhänger solcher unbiblischer Gottesbilder, die deutlich von menschlicher Logik geprägt sind, davon zu überzeugen, dass der Gott der Bibel überhaupt nicht allbestimmend ist und das der Gott, der Liebe, Licht, Heiligkeit und Gerechtigkeit ist, Vorherbestimmung oder Auswahl überhaupt nicht in dieser calvinistisch / augustineschen Form vorge¬nommen hat.

Dieses calvinistische (reformierte) Gottesbild basiert auf Vernunftschlüssen und ist nur sehr schwer zu zerstören. „indem wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus, (2.Kor.10,5)“

Hier soll noch angemerkt werden, dass es keine dem Menschen eingegebene oder anhaftende Logik gibt. Logik ist ein definiertes Denkmodell der alten Griechen und basiert auf den so genannten Logik-Sätzen. Per Definition ist die Logik eine Philosophie und ein menschlich erdachter Weg die Wahrheit zu suchen. Logik erscheint vernünftig, ist aber nicht Wahrheit und führt auch nicht zur Wahrheit. Darum erheben sich Vernunftschlüsse gegen die Erkenntnis Gottes und führen überhaupt nicht zur Erkenntnis Gottes.

In der Theologie gibt es kaum einen Punkt indem so logisch argumentiert wird wie im Calvinismus. Darum erscheint dort alles so vernünftig und tatsächlich ist es so vernünftig, dass es den einfachen biblischen Glaubensgehorsam verhindert. Calvinismus ist wohl eine der höchsten Höhen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt.

Biblisches Gottesbild

In einer allgemeinen Wortbetrachtung wurde über Johannes 6,44 gesprochen.

Johannes Kapitel 6 Vers 44 (Elberfelder 1905)
44Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.


Dabei wurde dann ein sehr weit verbreitetes Bild gebraucht um „ziehen“ des Vaters bzw. Auserwählung zu erklären. Menschen werden durch die Botschaft des Evangeliums eingeladen zu Gott dem Vater und zu dem Herrn Jesus zu kommen. Auf der Zugangsseite befindet sich eine den Menschen zugewandte Tür, über der steht: „Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen (Matt. 11,28)“. Wer nun durch die Tür eingeht, der sieht dann auf der Rückseite der Tür eine Überschrift „auserwählt hat in ihm vor Grundlegung der Welt (Eph. 1,4)“

Es wurden dann noch hoch komplizierte Erklärungen abgegeben, wie das alles funktionieren soll, letztlich lief es auf einen allbestimmenden souveränen Gott hinaus. Im Endeffekt wurde unterstellt, dass der Vater nur die zieht, die auch zum Herrn Jesus kommen. So stellt sich aber Gott in der Bibel den Menschen überhaupt nicht vor, ganz im Gegenteil, Gott macht deutlich, dass er mit Menschen auf Grund von willentlichem Gehorsam Gemeinschaft haben möchte, nicht auf Grund einer souveränen Handlung, die er selbst, unabhängig vom Willen der Menschen, vorgenommen hat.

Einem 78 Jahre alten Bruder, der von diesen ganzen komplizierten philosophischen Gedanken keine Ahnung hat wurde eine einfache Frage gestellt: „Glaubt du, dass Gott allbestimmend ist?“ Nach kurzem Überlegen kam seine Antwort: „Nein, denn dann gäbe es keine Sünde!“ Der Bruder kennt seinen Gott und Vater.

Wenn wir die beiden Verse aus dem Römerbrief einmal näher ansehen, dann finden wir in diesen Versen insgesamt fünf Handlungen oder Aktionen:

1. zuvor erkennen
2. zuvor bestimmen dem Bilde seine Sohnes gleichförmig zu sein
3. berufen
4. rechtfertigen
5. verherrlichen

Will man jetzt von der Behauptung ausgehen, dass alles nach dem souveränen Willen Gottes abläuft und wenn man dann noch zuvor erkennen auf ein gewisses zuvor wissen reduziert, dann kommt man unwei-ger¬lich an den Punkt wo man sich fragen muss, warum denn Gott nicht einfach die, die er zuvor erkannt hat verherrlicht hat? Was sollen die Schritte 3 und 4 in dieser Kette? Wenn alles nach einem vorbestimmten und unumstößlichen Plan abläuft, dann würden doch berufen und rechtfertigen auf eine reine Alibitätigkeit reduziert.

Wenn wir uns aber verdeutlichen, dass „zuvor“ in der Bibel häufig auf etwas hinweist, was schon vor Grundlegung der Welt geschehen ist, dann bekommen wir hier einen völlig anderen Aspekt. Dann haben wir hier plötzlich den Gott, der Liebe ist, und der erkennt Menschen zuvor, bevor überhaupt irgendetwas geschaffen war. Gott liebt Menschen, Gott will eine innige Gemeinschaftsbeziehung zu Menschen. Dies ist die eigentliche Bedeutung dieser biblischen Aussage, die wir auch noch an anderen Stellen deutlich wieder finden. In Johannes 4 macht der HERR JESUS der Frau am Jakobsbrunnen deutlich, dass es das Sehnen des Vaters ist, Anbeter in Geist und Wahrheit zu haben.

Hier geht es aber eigentlich zunächst um den Aspekt, dass Gott die Menschen liebt, ja das Gott Liebe ist. Er ist der Heilandgott, welcher will dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Er hat nicht einen Teil der Menschen besonders auserwählt und eine anderen Teil der Menschen nicht, bzw. diesen nicht auserwählten Teil auch noch zur Verdammnis zuvor bestimmt.

1. Timotheus Kapitel 2 Vers 3 - 6 (Elberfelder 1905)
3Denn dieses ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, 4welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5Denn Gott ist einer, und einer Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 6der sich selbst gab zum Lösegeld für alle, wovon das Zeugnis zu seiner Zeit verkündigt werden sollte,


Hier ist auch ganz wichtig zu beachten, dass der HERR Jesus, nach Hebr. 2, durch seinen Tod alle die befreite welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren. Befreiung dürfen wir dabei natürlich nicht mit Errettung verwechseln. 1. Kor. 10 macht deutlich, dass die Israeliten alle aus Ägypten befreit wurden, sie wurden sogar auf Mose getauft, an den meisten hat aber Gott kein Wohlgefallen gefunden. Hatte dann das Volk vielleicht Recht wenn es meinte es sei nur aus Ägypten herausgeführt worden, weil es in Ägypten keine Gräber für sie gab?

2. Mose Kapitel 14 Vers 11 (Elberfelder 1905)
11Und sie sprachen zu Mose: Hast du uns darum, weil in Ägypten keine Gräber waren, weggeholt, um in der Wüste zu sterben? Warum hast du uns das getan, daß du uns aus Ägypten herausgeführt hast?


Israel beurteilt Gott in 2. Mose 14 auf Grund der Umstände. Sie gehen später sogar soweit, dass sie Gott unterstellen sie zu hassen.

5. Mose Kapitel 1 Vers 27 (Elberfelder 1905)
27Und ihr murrtet in euren Zelten und sprachet: Weil Jehova uns haßte, hat er uns aus dem Lande Ägypten herausgeführt, um uns in die Hand der Amoriter zu geben, daß sie uns vertilgen.


Es gibt auch unter solchen, die nicht die doppelte Prädestination vertreten viele, die behaupten z.B. Adam und Eva hätten im Paradies keine Chance gegen den Teufel gehabt (z.B. Franz Kaub). Die Bibel sagt aber deutlich etwas anderes. Adam und Eva haben von den Bäumen des Gartens gegessen. Aber selbst im unschuldigen Zustand haben sie nicht von dem Baum des Lebens gegessen.

1. Mose Kapitel 3 Vers 2 (Elberfelder 1905)
2Und das Weib sprach zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens essen wir;


Das Erste, was der HERR den Überwindern der Sendschreiben gibt ist von dem Baum des Lebens. Die Befreiung aller Menschen durch den HERRN hat er vollbracht, indem er in das Haus des Starken eingedrungen ist und den Starken gebunden hat. (Matt 12,29; Mark 3,27) Durch diesen Vorgang wurden aber Menschen nicht zu Marionetten. Prinzipiell hat ein Mensch jetzt die gleiche Möglichkeit wie Adam und Eva vor dem Sündenfall. Adam und Eva hätten von Christus, von dem Baum des Lebens essen können, der Satan hätte dann in Ihnen keinen Anknüpfungspunkt gefunden, wie er in Christus keinen gefunden hat.

Es steht heute jedem Menschen frei, aus dem Haus des Starken herauszugehen. Der Starke ist gebunden, Satan ist ein besiegter Feind, trotzdem muss der Mensch herausgehen wollen. Niemand wird hinausgesetzt. Anhänger der reformierten Theologie behaupten immer sie wurden bekehrt. Diese Passivform benutzen sie in Übereinstimmung mit Augustinus, Luther und Calvin.

Die Schrift spricht aber an vielen Stellen von dem Willen des Menschen. Dabei ist die Bereitschaft den Willen Gottes tun zu wollen das Schlüsselelement, nicht nur bei der Errettung sondern auch später bei einem Leben aus der Gnade zur Ehre des HERRN.

Johannes Kapitel 7 Vers 17 (Elberfelder 1905)
17Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede.


Epheser 2 macht uns dann ganz deutlich, dass der Glaube, der Glaubensgehorsam kein Werk ist. Viele wenden bei dieser Argumentation ein, der Wille des Menschen sei hier entscheidend und darum wäre es Werkgerechtigkeit, dem steht aber entgegen, dass Glaube und Gehorsam kein Werk ist. Gott will auf Grund des Glaubens und der daraus resultierenden Rechtfertigung alle Menschen retten. Es gibt da keine Ausnahme. Die Bibel macht deutlich, dass jeder Mensch zwei- dreimal ein Chance bekommt um sein Leben von der Grube abzuwenden.

Hiob Kapitel 33 Vers 29 (Elberfelder 1905)
29Siehe, das alles tut Gott zwei-, dreimal mit dem Manne,


Ganz deutlich hat Gott auch alle Menschen zuvor bestimmt dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein. Zum einen hat er davon Ausdruck gegeben, weil alle Menschen in seinem Bilde geschaffen sind und weil alle Menschen von Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens stehen. Psalm 69 und Offenbarung 3 machen das neben vielen vielen anderen Stellen deutlich. Eine separate Ausarbeitung über das Buch des Lebens hat in stichpunktartiger Form einen Umfang von 4 Seiten. Aus dem Buch des Lebens gibt es nur Löschvorgänge. Die Zuvorbestimmung der Menschen von Seiten Gottes ist allein durch die biblischen Aussagen zu diesem Buch des Lebens ausreichend dokumentiert. Sie sind zuvor bereitet, nämlich von Gott, als Gefäße zur Ehre, aber sie bereiten sich selber zu als Gefäße des Zorns (Rö. 9,22+23).

Wie wird nun ein Mensch dem Bild des Sohnes Gottes gleichförmig? Nun, dass ist nach biblischer Lehre sehr einfach. Er muss der göttlichen Botschaft glauben. Der HERR Jesus selbst ist der „Apostel“ Gottes. Ausgehend von dem HERRN wird die Botschaft verkündigt. Römer 10 macht deutlich wie geglaubt werden kann, nämlich in Folge der Botschaft. Der ganze Römerbrief hat wie einen Rahmen den Begriff „Glaubensgehorsam“. Dieser Begriff kommt nur zu Anfang und zu Ende des Römerbriefes vor. (Römer 1,5 und Römer 16,26) Dieser Glaubensgehorsam rahmt sozusagen einen einmaligen biblischen Begriff ein, nämlich die „Glaubensgrechtigkeit“ die wir allein in Römer 4,13 finden.

In der „goldenen Kette“ macht das Verb „berufen“ Schwierigkeiten, denn es hat im Deutschen einen Hauch von Passivität. Tatsache ist aber, dass dieser Ausdruck, übrigens genau wie der Ausdruck „Gnadenstuhl“ u.a. in Römer 3,25 auf die wortschöpferische Kreativität des Augustiners Dr. Martin Luther zurückgeht. Wer je Luthers Erwiderung an Erasmus von Rotterdam „gegen den freien Willen“ gelesen hat, der versteht sofort, warum Luther hier diesen Hauch von Passivität aufkommen lässt. Tatsache ist, dass hier „rufen“ steht. Englische Bibelübersetzungen machen das sofort deutlich und auch Griechischkenner bestätigen, dass es keinen Grund gibt warum hier plötzlich „berufen“ statt gerufen steht.

Würde hier nicht so ein „Passivausdruck“ verwandt, man käme sofort auf den Gedanken, dass die Rechtfertigung als vierter Schritt in dieser Kette vom Gehorsam dem Ruf, dem Evangelium gegenüber abhängt. Es ist übrigens bezeichnend, dass z.B. in der Studienbibel von John MacArthur die lutherischen Begriffe sehr häufig in der Fußnote erklärt werden. Da wird nicht Griechisch oder sonst etwas erklärt, da wird einfach neue reformierte Theologie durch alte reformierte Theologie untermauert.

Die Schrift selbst ist voll davon, dass wir durch Gnade und aus Glauben gerechtfertigt werden. Die Schrift betont auch in Eph. 2 das der Glaube kein Werk ist, trotzdem bleibt der Glaube ein Gehorsamsakt. Durch die ganze Schrift hindurch wird deutlich, dass Gnade durch Gehorsam zum Ausdruck kommt. Auch Liebe kommt nach Joh. 14 deutlich zum Ausdruck indem man gehorsam ist und die Gebote des Herrn hält. Gehorsam ist und bleibt aber Ausdruck eines Willens, der sich dem Willen Gottes unterordnet. Nur dadurch hat der HERR, als Mensch, Gott geehrt, durch Gehorsam.

Rechtfertigung setzt Gehorsam voraus, so wie sich Gerechtigkeit nur durch Gehorsam zeigt. Es gilt darum, dem Ruf, den man hört, zu gehorchen. Dieser Ruf geht an alle Menschen. Nicht durch Zuvor-erkenntnis oder Zuvorbestimmung kommt es zu zwei Gruppen unter den Menschen. Eine Trennung machen allein die Sünden. Nämlich die Sünden, die nicht vergeben werden, obwohl der Heiland Gott dies anbietet. Einem Menschen bleiben seine Sünden allein durch Ungehorsam erhalten.

Immer wieder spitzt sich die Diskussion auf die Frage des „freien Willens“ zu. Häufig wird auch die Frage gestellt, warum denn all das Böse in der Welt geschieht? Die Antwort ist ganz einfach, weil Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben hat und der Mensch das Böse tun will und kann, er ist darin frei! Gott zwingt niemanden lieb zu sein. Jeder, der im Haus des Starken bleibt, bleibt freiwillig dort. Die Aussage: „Im Himmel und in der Hölle gibt es nur Freiwillige!“ ist 100%ig richtig.

Niemand geht verloren, weil er nicht auserwählt, nicht zuvorerkannt oder nicht zuvorbestimmt war. Die Goldene Kette ist entstanden, weil Augustinus gegenüber Pelagius die Argumente ausgegangen waren und Augustinus dann einfach den freien Willen geleugnet hat. Natürlich hat Pelagius eine Rechtfertigung aus Werken gepredigt. Augustinus konnte und wollte wohl aber nicht zugeben, dass das Grundübel der Argumentation von Pelagius im Mönchstum, in der Askese, lag. Wenn Augustinus zu diesem Punkt gekommen wäre, dann hätte er seinen eigenen Orden wieder einstampfen müssen. Spätestens seit seiner Zeit im Cassiciacum hatte Augustinus das asketische Mönchstum so sehr verinnerlicht, dass er es gar nicht mehr in Frage stellen konnte. Man muss aber eigentlich davon ausgehen, dass wohl schon seine „Bekehrung“ auf Grund von Rö. 13,13 „nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid;“ eine Bekehrung zur Askese und nicht eine Bekehrung zu Christus gewesen ist. Alle Biographen von Augustinus sind sich einig darin, dass er sich zur Askese bekehrt hat. Uneinigkeit herrscht allein darüber, ob es bei Augustinus auch eine Bekehrung zum Christentum bzw. zu Christus gegeben hat.

Wenn man Calvin, den Calvinismus und die daraus resultierende reformierte Theologie vor sich hat, dann muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass die Reformatoren die Kirche zu Augustinus zurück geführt haben und das reformierte Theologie ohne alle Abstriche augustinesche Theologie ist. Calvin hat Augustinus mehr als alles andere zitiert und Luther war Augustiner.

Der Papst hat Augustinus berechtigter Weise den wichtigsten Theologen der katholischen Kirche genannt.

Augustinus war eindeutig Platoniker. Ober er nun dem Platonismus oder dem Neo-Platonismus anhing, dass war ihm wohl selbst nicht ganz klar. Tatsache ist aber, dass er eigentlich Epikur die Krone der Phi-loso¬phen aufsetzen wollte. Da aber Epikur die Existenz jeder Gottheit leugnete und das Höhlengleichnis Platons dem Augustinus eine wunderbare Interpretationsregel für seine eigene Bibelauslegung lieferte, gewann letztlich Platon die Oberhand, obwohl Epikur die bessere Ethik vertrat.

Reformierte Theologie ist Philosophie pur und die goldene Kette ist ein reines Philosophiegebilde.


Autor:  stefan_m [ 23. Mär 2009, 09:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht,
es steht doch da:

 

Zitat:
Denn welche er zuvorerkannt hat,



Es steht NICHT da: "Denn welche er zuvorbestimmt hat, hat er auch zuvorerkannt ...".

Die Menschen müssen doch nur mal lesen was da (in der Bibel) steht.


Autor:  Hans Peter [ 23. Mär 2009, 12:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Zitat:
Englische Bibelübersetzungen machen das sofort deutlich und auch Griechischkenner bestätigen, dass es keinen Grund gibt warum hier plötzlich „berufen“ statt gerufen steht.


Lieber Ulrich
das ist ein wertvoller Hinweis vor allem auch an (für) diejenigen, die Gott nicht als den begnadigenden Gott anerkennen wollen.
Jeder Mensch der sich in Busse und Glauben beugt ist dem Rufe Gottes gefolgt.
Wer aus dem Evangelium eine so abartige Theologie macht wie es Calvin augustinisch / heidnisch erkonstruiert hat, hat sich sws einfach nie recht bekehrt.
Man kann mit solchen Menschen, die die Gnade Gotte ja verworfen haben, auch keine Glaubensgemeinschaft haben. Aufklärung tut not!! aber wenn jemand nicht glauben will?


Autor:  horn77 [ 24. Mär 2009, 16:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Hans Peter hat leider Recht.
Ich habe mal über Zwingli in einem Vortrag gehört, er habe eine Schutzgürtel um Zürich mit Calvin vereinbart um u.a. diese Lehre fernzuhalten.
Wahrscheinlich war das die beste Methode, mit diesen Menschen umzugehen. In aller Freundlichkeit und Liebe getrennt von einander zu bleiben.
Die wollen es nicht nur nicht glauben, die wollen das auch noch verbreiten und infizieren unmündige Gläubige mit ihrem unbiblischen Zeug.
Das beste Beispiel ist die Studienbibel von MacArthur oder die Genfer, die wurde in "bibeltreue" Kreise eingeschleust (weil mit SCH2000) und jetzt muß man den Unsinn, den sie dort gelesen haben den Leuten wieder austreiben.
Besonders wenn dann noch ein "Calvinjahr" ausgerufen wird und alle so tun als ob dieser Calvin etwas Gutes für die Christenheit getan hätte.

1. Timotheus Kapitel 2 Vers 4 (Elberfelder 1905)
4welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.


Psalm Kapitel 86 Vers 5 (Elberfelder 1905)
5Denn du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit, und groß an Güte gegen alle, die dich anrufen.

Autor:  bobby [ 25. Mär 2009, 12:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Dank an Ulrich für den guten Beitrag.
Ich habe ihn ausgedruckt und hoffe best. Personen, die dem Calv. zuneigen, damit eine gute Hilfe zu geben.
Sachliche Aufklärung tut Not.
Leider sind die sehr guten Ausarbeitungen von z.B. Streitenberger zu lange, die Mühe sie zu lesen machen sich viele nicht.
Daher Dank für kurze aber treffsichere Argumente wie die von Ulrich zum Thema.


Autor:  Hans Peter [ 25. Mär 2009, 12:30 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Lieber Bobby
 

Zitat:
Personen, die dem Calv. zuneigen, damit eine gute Hilfe zu geben.


Ja dann, wenn sie sich bekehren.
Wenn ein Calvinist den "Calvin" nicht gelesen hat dann ist er einfach ein dummer Nachplauderi.
Analog bei den Darbysten.. die Darby nie gelesen haben.
Ich denke, kaum einer hat diesen Megaschmarren (Institutio) mal wirklich gelesen, ohne vorher eine Doppelladung Ritalin + CH3COOH konsumiert zu haben...
Ich schon.
Institutio ist selbstverständlich auf http://www.bibelkreis.ch u. http://www.antipas13.net für den geneigten Leser zu finden, wenn mans findet...


Autor:  David- [ 25. Mär 2009, 13:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Lieber Ulrich,

heißt das jetzt auch:"Wandelt würdig eures Gerufen seins?"

Gruß
David


Autor:  Hans Peter [ 29. Mär 2009, 13:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Zitat:
Leider sind die sehr guten Ausarbeitungen von z.B. Streitenberger zu lange, die Mühe sie zu lesen machen sich viele nicht.
Daher Dank für kurze aber treffsichere Argumente wie die von Ulrich zum Thema.



Lieber Bobby
leider muss ich Dir da halb Recht geben. Viel Gläubige? sind wohl im Stande, 1000 Seiten Schundliteratur ==> Potter usw. zu lesen, aber sobald sie ihr Gehirn einschalten müssten, solbald es um Gottes Wort geht, sind ihnen 40 Seiten zu viel. Lieber verplaudern und verfressen sie ganze Sonntage, statt dass sie die Zeit nützen, Gottes Wort zu studieren.
http://www.bibelkreis.ch/Streitenberger%20Peter/Ebook30.04.07.pdf


Autor:  Hans Peter [ 29. Mär 2009, 14:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Hans Peter hat geschrieben:
Zitat:
Leider sind die sehr guten Ausarbeitungen von z.B. Streitenberger zu lange, die Mühe sie zu lesen machen sich viele nicht.
Daher Dank für kurze aber treffsichere Argumente wie die von Ulrich zum Thema.


Lieber Bobby
leider muss ich Dir da halb Recht geben. Viele Gläubige? sind wohl im Stande, 1000 Seiten Schundliteratur ==> Potter usw. zu lesen, aber sobald sie ihr Gehirn einschalten müssten, sobald es um Gottes Wort geht, sind ihnen 40 Seiten zu viel. Lieber verplaudern und verfressen sie ganze Sonntage, statt dass sie die Zeit nützen, Gottes Wort zu studieren.
http://www.bibelkreis.ch/Streitenberger%20Peter/Ebook30.04.07.pdf
http://www.bibelkreis.ch/Streitenberger%20Peter/leer.htm


Autor:  Ulrich [ 30. Mär 2009, 06:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Goldene Kette

Lieber David,

am Computer lese ich immer die Elberfelder 1905, die Darby und die KJV gleichzeitig. Momentan mache ich Urlaub und habe wenig EDV-Zugriff, da lese ich dann die NIV. Zu deiner Frage vom 25. stelle ich hier einfach mals die drei zuerst geannten Übersetzungen ein zu Eph. 4,1 ein.
 

Zitat:
Elberfelder
Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn, daß ihr würdig wandelt der Berufung, mit welcher ihr berufen worden seid,


 

Zitat:
Darby
*I*, the prisoner in [the] Lord, exhort you therefore to walk worthy of the calling wherewith ye have been called,


 

Zitat:
KJV
I therefore, the prisoner of the Lord, beseech you that ye walk worthy of the vocation wherewith ye are called,



Wir haben natürlich das grundsätzliche Problem, dass Luther mit seiner Übersetzung einen gewaltigen Einfluss hatte. Mit Luther finden völlig neue Begriffe Eingang in die Sprache. Ohne Luther hätten wir z.B. den Begriff Apostel nicht. Es ist nicht ersichtlich, warum er hier einfach den griechischen Begriff hat stehen lassen, aber Unterpfand übersetzte und nicht einfach Hypothek benutzte.

Wir benutzen heute in der deutschen Sprache berufen oder Berufung in der Regel ohne einen "Passivaspekt". Ich bin z.B. Mitglied in IHK Prüfungsausschüssen. Da erhalte ich dann sogar eine "Berufungsurkunde". Kein Mensch käme aber auf die Idee, jemanden in einen Prüfungsausschuss zu berufen, ohne vorher seine Zustimmung einzuholen.

Calvinisten und auch Luther behaupten der Mensch hätte keinen (freien) Willen. Luther lehnt es auch ganz ausdrücklich ab, einen freien Willen zu haben, er betont, dass er gar keinen haben will! (Dieses Paradoxon muss man mal durchdenken). Luther will nicht wollen können!

Im Sinne einer IHK Berufung kann jeder berufen oder Berufung benutzen. Da wird nämlich deutlich, dass man zwei übereinstimmenden Willenserklärungen braucht. Der Berufene und der Berufende müsse beide das Gleiche wollen, sonst kommt es zu keiner Berufung.

Im calvinistisch lutherischen Sinn handelt aber der Berufende! Der Berufene erduldet oder erleidet einfach den Willen des Berufenden. Wenn jemand in diesem Sinn berufen oder Berufung benutzt, dann lehne ich das völlig ab.

Ab diesem Beispiel wird auch deutlich, wie gefährlich die ganze reformierte Theologie ist. Vordergründig, ohne Kenntnis der philosophischen Bedeutung der Begriffe, muss man eigentlich allen Punkten zustimmen. Erst wenn man ein Wenig nachfragt, dann stellt man fest, wie böse das System ist.

Da es im Englischen diese vordergründige Unterscheidung zwischen Ruf und Berufung nicht gibt, kommt natürlich sehr schnell der Einwand, dass man doch dem Ruf gehorchen muss. An dieser Stelle lernt man dann, dass man den göttlichen Ruf zweiteilen muss. Nach reformierter Lehrmeinung gibt es nämlich den "general call", den grundsätzlichen oder allgemeinen Ruf. Dieser grundsätzlich Ruf bewirkt nichts. Als zweiten Teil hat man dann den "effective call", den wirksamen Ruf. Dieser Ruf führt zum Heil.

Das Evangelium kann damit gleichzeitig von zwei Menschen gehört werden. Einer ist auserwählt, bei diesem Auserwählten findet ein wirksames Rufen statt und er wird bekehrt. Der zweite Mensch ist nicht auserwählt. Diese Nichtauserwählte hört die gleichen Worte, für ihn sind sie aber nur grundsätzlich oder allgemein, ohne das sie bei ihm überhaupt eine Wirkung erzielen können, er wird nicht bekehrt.

Ich will jetzt hier nicht das ganze TULIP-System und die Willensfrage behandeln, sonst wird das eine Arbeit, die landet irgendwo zwischen "Peter Streitenberger", "FIAT LUX" und "What Love Is This".

Wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass Gott will, dass alle Menschen durch Glaubensgehorsam errettet werden, dann kippt jedes reformierte Gebäude zusammen. Wenn man bei TULIP nur einen der fünf Punkte als unbiblisch entlarvt, dann kippt wieder sofort das ganze Gebäude.

Es ist einfach extrem gefährlich sich darauf einzulassen. Richtig schlimm ist die Tatsache, dass ein Calvinist nie Gewissheit seiner Errettung hat, dass kann er, nach calvinistischer Lehre, erst am Ende seines Weges wissen. Der Punkt ist so katholisch, ich versteh überhaupt nicht warum das keiner merkt. Jeder, der behauptet, er sei sich seines ewigen Heils sicher, muss aus der römisch katholischen Kirche ausgeschlossen werden. Das ist in dem System ein Grundsatz, der gilt seit Augustinus. Diese Auslegung zu Matt. 13 ist im Calvinismus festgeschrieben.

Also, Finger weg davon!

Ulrich


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