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5 Punkte Calvinismus

Zu Vortrag 1:
Es ist kein Geheimnis, daß John MacArthur die 5 Punkte des Calvinismus vertritt und glaubt. Paul Washer hat gesagt: „The Lord Jesus died for his people.“ Er hat erklärt, daß es total verkehrt sei, daß der Herr Jesus für die Menschen gestorben ist, und daß es richtig heißen müßte: „Der Herr Jesus ist für sein Volk gestorben.“ Was er auch mit Vehemenz vertritt. Das Thema wird von den Calvinisten selber genannt: „Die Lehre der Gnade“. Damit meinen sie die 5 Punkte des Calvinismus.
Der erste Punkt ist „Totale Verdorbenheit des Menschen“. Sie sagen: „Sein Wille (der des Menschen) ist nicht frei. Er will und kann nicht das Gute gegenüber dem Geistigen vorziehen. Daraus folgt: Es erfordert viel mehr, als die Hilfe des Geistes, um einen Sünder zu Christus zu bringen. Also es reicht nicht, daß der Heilige Geist dich überführt, es erfordert die Wiedergeburt.“ Was diese Calvinisten meinen ist: „Du bist tot, und ein Toter kann nichts. Gott muß dir erstmal die Wiedergeburt schenken, und danach kannst du glauben."
Nach Johannes 3,16 ist eine ganz andere Reihenfolge bei der Erlösung. Wer glaubt, der kriegt nachher das ewige Leben. Glaube an den Herrn Jesus Christus, dann wirst Du gerettet werden. Nach der Bibel ist die Reihenfolge: Jemand glaubt, und nachher bekommt er das ewige Leben. - Was aber die Calvinisten sagen: „Jemand kann gar nicht glauben, denn er ist geistlich tot. Der kann nicht glauben, der kann nicht Buße tun, Gott nicht erkennen oder suchen.“
Bsp. Joh. 6,44: Wen der Vater nicht zieht, der kann nicht zu mir kommen. Die beste Erklärung ist in V45: Alle werden von Gott gelehrt sein. - Also der Vater zieht die Leute, indem Er sie lehrt. Was Calvinisten da gern reinlegen ist: "Die Leute sind tot, und die können gar nichts machen, und Gott überlegt sich: Na ja, den könnte ich vielleicht ziehen, den ziehe ich nachher, und die anderen nicht, die lasse ich dann mal lieber in die Hölle gehen. Den ziehe ich, und der bekehrt sich nachher. Und die anderen ziehe ich nicht." Das ist die Vorstellung von den Calvinisten, aber das ist nicht, was der Vers sagt. Deshalb muß man den Zusammenhang beachten.
In Römer 9 z. B. geht es um die Israeliten. Diese sind auserwählt. Warum hat dann Paulus solche einen Herzschmerz? Eben weil sie nicht errettet sind. Es geht im Zusammenhang nicht um einzelne Personen, daß die gerettet werden, sondern die Auserwählung in Röm. 9 zeigt, daß Gott das Volk Israel auserwählt hat. Wozu? Zu all den Segungen, die in V4-5 stehen. Was hat Israel daraus gemacht? Da wird Paulus ganz schwer ums Herz und er betet darum, daß sie gerettet werden. Es geht also darum, daß das Volk Israel auserwählt worden ist zu einer besonderen Rolle in der Weltgeschichte/Heilsgeschichte. Es geht in dem Zusammenhang nicht darum, daß einzelne Leute auserwählt werden zur Errettung.
Wenn der Herr nach Jerusalem kommt, dann weint er und sagt: „...aber ihr habt nicht gewollt.“ Die Leute konnten kommen, aber sie wollten nicht. Oder Röm. 10,21 "Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt zu einem ungehorsamen und widersprechenden Volke". - Heißt das aber, daß sie gar nicht kommen können, weil sie tot sind?
Dann sieht man auch, daß der Herr die Ungläubigen zu verschiedenen Sachen auffordert. „Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ Dafür sind die Leute verantwortlich. Oder: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt...“ - Er lädt die Leute ein: Wen da dürstet, der komme...
Joh. 10, da sagen die Calvinisten dann: „Das sind halt nicht seine Schafe. Sie können nicht hören, weil sie tot sind.“ Aber in V 37-38, also wenn man das Kap. etwas weiter liest, sagt er zu den Ungläubigen, die nicht seine Schafe sind, „Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubet mir nicht; wenn ich sie aber tue, so glaubet den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubet, auf daß
ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und ich in ihm.“ Das sagt er zu den Ungläubigen, die nicht seine Schafe sind. D. h. die können jederzeit seine Schafe werden. Und darum bemüht er sich. Diese Aufforderungen des Herrn zeigen, daß es nicht stimmt, daß der Mensch gar nichts machen kann. Man sieht auch die Verantwortung des Menschen. Der Herr sagt zu den Menschen: "Ringet danach, durch die enge Pforte einzugehen..." Das sagt er zu den geistlich Toten. Das heißt, daß sie etwas machen sollen. Der Herr will damit nicht sagen, sie könnten es verdienen. Es ist geistliche Energie notwendig.
Joh. 3,18-21: Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Dies aber ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Arges tut, haßt das Licht und kommt nicht zu dem Lichte, auf daß seine Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Lichte, auf daß seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott gewirkt sind.
Du bist also verantwortlich dafür, daß du glaubst. Wenn du nicht glaubst, bist du schon gerichtet. Sie entscheiden sich bewußt für die Finsternis, weil ihre Werke böse sind. Der Mensch ist also dafür verantwortlich, und wird dafür verurteilt und in die Hölle kommen, in die ewige Verdammnis, weil er dem nicht nachgekommen ist, weil er nicht umgekehrt ist und nicht geglaubt hat.
Der zweite Punkt ist die "bedingungslose Erwählung". Da wird immer sehr der "souveräne Wille Gottes" betont. Souveränität, bzw. daß Gott ein umumschränkter Herrscher ist, das wird hier sehr betont, auf Kosten der Liebe. Die "souveräne Auswahl" bzw. "bedingungslose Erwählung" heißt für Calvinisten: "Gott hat vorzeiten vorherbestimmt: Du kommst in den Himmel, und du kommst in die Hölle."
Auserwählung ist ein Thema in der Heiligen Schrift. Die Frage ist halt: Wer, wann, wozu, usw.
Das Problem bei den Calvinisten ist, daß sie logische Schlüsse ziehen. Es ist nicht eine Auslegung der Schrift, sondern der logische Schluß.
Die Bibel sagt, der Mensch ist ohne Entschuldigung. Er kann nicht sagen: Gott hat mich nicht dafür erwählt.
Die Calvinisten sagen bzgl. der Errettung aus Gnade: "Gott macht das total, und du machst gar nichts." Stimmt es, daß der Sünder nicht glauben muß? Natürlich mußt du glauben, um gerrettet zu werden. Das sagt die Schrift. Durch den Glauben kannst du die Rettung nicht verdienen. Der Glaube, die Buße, das Evangelium verstehen, das ist etwas, das du machen mußt, aber es ist kein verdienstvolles Werk. Aber es ist deine Verantwortung. Wenn du´s nicht machst, dann bist du dran.
Über den dritten Punkt sagen die Calvinisten "begrenzte Versöhnung oder spezielle Erlösung". Das bedeutet für sie: "Der Herr Jesus ist nur für die Leute gestorben, die er vorher auserwählt hat." Also sie sagen damit: "Die Leute sind tot, können nichts machen. Deswegen hat Gott sie auserwählt. Das ist ihre einzige Chance, denn sie können ja gar nicht glauben. Und der Herr Jesus ist nur für die Auserwählten gestorben, hat nur für diese bezahlt. Sonst wäre das ja eine Verschwendung." - Also nehmen wir einmal an, mein Nachbar bekehrt sich nicht, und der Herr Jesus hätte für ihn auch bezahlt, Sein Blut ist so kostbar, und mein Nachbar bekehrt sich gar nicht, dann wäre ja Sein Blut verschwendet. Die Frage ist: Ist das so?
Die Bibel zeigt, daß der Herr alle Menschen einlädt. s. Jes. 55 oder Offb. 22: "Kommt her zu mir alle..." Also nicht nur die "Auserwählten". Der Herr Jesus ist für alle Menschen gestorben. Das Opfer des Herrn würde für alle reichen, wenn sich alle bekehren würden. Aber das Opfer des Herrn
ist wirksam für die, die sich bekehren, für diejenigen, die glauben. - 1. Tim. 2,3-4: "Denn dieses ist gut und angenehm vor unserem Heilandgott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." Das beinhaltet die Möglichkeit für ALLE. In Markus lesen wir: 10,45 ..." sein Leben zu geben als Lösegeld für viele." Das ist für die, die glauben. Also da ist sein Opfer wirksam. Das sieht man auch beim Passahlamm, für alle gestorben, aber nur diejenigen, die das Blut an die Türpfosten ihres Hauses getan haben, die wurden gerettet. Oder die eherne Schlage: Sie wurde aufgerichtet (Bsp. in Joh. 3); und natürlich, wenn sie jemand nicht angeschaut hat, ist er nicht gerettet worden. Wenn er hingeschaut hat, ist er gerettet worden.
"Unwiderstehliche Gnade": Was Calvinisten damit meinen: "Der Mensch ist tot, und kann nichts machen. Die einzige Chance ist, daß Gott ihn erwählt, und er kann eben manche, einzelne Leute erwählen, bestimmte Leute. Und für die hat er bezahlt. Und wenn er für bestimmte Leute bezahlt hat, dann sorgt er auch dafür, mit seiner Gnade, daß die ihm nicht widerstehen, denn sonst hätte er ja umsonst bezahlt. Also diejenigen, die er erwählt hat, die bringt er auch dazu, daß sie sich wirklich bekehren und glauben. Also die können dann auch nicht anders."
Tit. 2,11: "Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen..." - Lk. 7,30: "...die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten machten in Bezug auf sich selbst den Ratschluß Gottes wirkungslos..."
Es gibt noch weitere Stellen, wo steht, daß man dem Heiligen Geist oder der Gnade widerstehen kann.
Zum 5. Punkt: Die Calvinisten sagen: "Der Mensch ist total verdorben, wird erwählt, der Herr Jesus bezahlt für diese Leute, die er erwählt hat, und die bringt er auch dazu, daß sie sich bekehren (da können die nicht mitreden oder selber etwas entscheiden). Und wenn er für sie bezahlt und sie erwählt hat, dann sorgt er auch dafür, daß sie bis zum Schluß dabei bleiben und dann in den Himmel kommen." Dabei haben die Calvinisten gar keine Heilsgewißheit, sondern zweifeln die ganze Zeit. Der Calvinist denkt: "Wenn ich nicht bekehrt bin, bin ich auch nicht auserwählt, dann kann ich auch nichts dran ändern." Der Calinist versucht sein ganzes Leben lang durch gute Werke zu beweisen, daß er wirklich auserwählt ist. Das sagen sie in ihren Predigten. Sproul z. B. spricht davon, daß er die ganze Zeit seine guten Werke untersucht, ob sie auch ausreichen, und ihn darauf hinweisen, daß er wirklich auserwählt ist. Das ist ein Theologe, der hält Konferenzen darüber. Und der Mann denkt, daß er vielleicht gar nicht auserwählt ist, und verloren geht, und dann kann er auch nichts machen.
Ich würde halt sagen: Wenn du denkst, du bist nicht bekehrt, dann bekehrst du dich halt. Der Calvinist sagt: "Das geht nicht. Er kann sich nicht bekehren. Wenn er nicht auserwählt ist, ist er tot in Übertretung und Sünden, und kann gar nichts machen."
Das Problem ist, daß die Calvinisten ihre Sache mit großer Vehemenz vertreten. Es ist ihnen äußerst wichtig. Sie würden z. B. sagen: "O.k. du siehst es anders, du denkst, daß der Menschen glauben muß und Buße tun muß. D. h. du denkst, daß der Mensch etwas dazu tun muß. Aber in meiner Bibel steht, daß Gott der Erlöser ist und daß der Mensch nichts dazu tun kann. Gott hat die ganze Herrlichkeit von der Erlösung, aber so, wie du das denkst, da trägt der Mensch etwas zur Erlösung bei, seine Buße und seinen Glauben. Du nimmst etwas von der Herrlichkeit Gottes weg. Und übrigens, der Gott, an den du glaubst, der dann den Menschen den freien Willen gibt, daß sie Buße tun und sich bekehren können, das ist gar nicht der Gott der Bibel, denn mein Gott, der ist souverän. Er erwählt die Leute souverän, usw. - D. h. du hast einen falschen Gott, das ist Götzendienst, was du machst. Es ist nicht nur, daß du was von der Herrlichkeit Gottes wegnimmst, sondern du betest einen Götzen an, das ist ein falscher Gott."
Viele der Calvinisten versuchen ihre Sache mit großem Nachdruck zu verbreiten. Und das ist der
Grund, warum sie in den USA sagen: Seit 10 Jahren ... ist das in der ref. Theologie der Hauptstreitpunkt und der Grund für die meisten Spaltungen in den Gemeinden, weil diese Leute das mit so großer Betonung behaupten und vertreten. Und wenn das jemand hört, dann schaut er im Internet nach, und sieht dann: Oh, das ist ja so wichtig, unsere "Ältesten" sind ja Götzendiener, weil sie das ganz anders sehen. Die verstehen das nicht, sind blind und wahrscheinlich nicht auserwählt, und sind in Sünden und Übetretungen und sonstiges Zeugs...

Lektortat VF 17.03.2017