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Zuvorbestimmung

 

Gedanken zu Römer 8,29+30

 

„Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern.“ (Rö. 8,29)

 

Haben wir in diesem Vers eine Zuvorbestimmung in dem Sinne, dass es nur eine bestimmte Gruppe von Menschen gibt, die zu den vielen Brüdern gehören können und andere nicht? So etwas muss man in diesen Vers überhaupt nicht hineinlesen. Eigentlich geht es hier nur um eine ganz einfache Erklärung, warum Menschen überhaupt so geschaffen wurden, wie sie geschaffen sind. Der Grund ist: Der Herr Jesus soll der Erstgeborne unter vielen Brüdern sein. Gott hat sich in der Ewigkeit vorgenommen seinen Sohn dadurch zu verherrlichen, dass er den Vorrang unter vielen Brüdern hat.

 

Gott hat die Menschen zuvorerkannt. Das heißt, dass Gott die Menschen geliebt hat, bevor er sie überhaupt geschaffen hatte. Weil er diese Geschöpfe, denen er sich als der Gott der Liebe vorstellen wollte, bei sich in der Ewigkeit haben wollte, weil auch der Vater Anbeter in Geist und Wahrheit suchte, darum hat er die Zuvorerkannten zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein. Dies bedeutet ganz einfach, dass Gott den Menschen in seinem Bilde geschaffen hat. Gott hat den Menschen in der uns bekannten Form geschaffen, damit der Christus der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein konnte und damit der Vater Anbeter in Geist und Wahrheit haben konnte, damit dieses Sehnen im Herzen des Vaters, den Sohn zu verherrlichen und selbst Anbeter zu haben gestillt werden konnte.

 

Man muss in diese Stelle überhaupt keine willkürliche Zuvorbestimmung einer Gruppe von Menschen für die Herrlichkeit und einer anderen Gruppe zur Verdammnis hineinlesen. Die Schrift erklärt uns hier ganz einfach, dass einer der Gründe, warum Menschen, die Gott liebt, im Bilde Gottes geschaffen wurden darin besteht, dass es dem Plan Gottes entspricht, dass der Herr Jesus der Erstgeborne unter vielen Brüdern sein soll.

 

„Welche er aber zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.“ (Rö. 8,30)

 

Nach dem Einschub von Vers 29 beschäftigt sich der Apostel hier offensichtlich wieder mit denen, die Gott lieben (Vers 28), denen alles zum Guten mitwirkt. Das wird spätestens an dem „wir“ in Vers 31 deutlich.

 

Vers 30 stellt uns noch einmal in sehr komprimierter Form den Rettungsplan Gottes für die Zuvorbestimmten, für die die im Bilde Gottes geschaffen wurden und die dann durch die Sünde gerade die Herrlichkeit Gottes nicht erreichen konnten vor.

 

Gott hat eine Botschaft für die solche, die im Bilde Gottes geschaffen wurden. Dies ist ganz wichtig zu sehen. Gottes Rettungsplan richtet sich nur an die, die im Bilde Gottes geschaffen wurden. Gott hat für die Engel nämlich überhaupt keinen Rettungsplan. Engel sind nicht im Bilde Gottes geschaffen, Engel sind völlig ungeeignet Gott in Geist und Wahrheit anzubeten und Engel sind auch völlig ungeeignet den Herrn Jesus als Erstgebornen unter vielen Brüdern darzustellen.

 

Gehorsam der Botschaft Gottes gegenüber, nämlich der Berufung glauben, führt zur Rechtfertigung, das haben wir schon in Römer 3 und 4 gelernt und darum wird es hier nur so knapp wiedergegeben. Die Teilnahme an der Herrlichkeit ist unauflöslicher Bestandteil der Gerechtigkeit, die Gott uns durch den Glaubensgehorsam zurechnet. Schon in Römer 5 haben wir gefunden, dass wir uns in der Hoffnung an der Teilnahme der Herrlichkeit rühmen.

 

Römer 8 fängt damit an, dass jetzt keine Verdammnis für die ist, die in Christo Jesu sind (Vers 1) und direkt im Anschluss an unseren Gegenstand finden wir in Vers 33 „Wer wird wider Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, welcher rechtfertigt; wer ist der verdamme?“

 

Schützt hier die Auswahl vor der Anklage? Nein, überhaupt nicht! Nur die Rechtfertigung schützt vor der Verdammnis! Natürlich ist der Teufel der Verkläger der Brüder, der Gerechten. Hier wird auch gar nicht behauptet, dass es keine Anklage mehr geben wird, es wird lediglich dargestellt, dass eine Anklage gegen die Gerechten nicht zur Verdammnis führen kann.

 

Auserwählte sind also grundsätzlich so geschaffen, dass sie Anbeter in Geist und Wahrheit sein können und das sie zu den Brüdern des Erstgebornen gehören können. Beiden Zuvorbestimmungen können sie nur durch Glaubensgehorsam und durch die von Gott ausgesprochene Rechtfertigung aus Glauben gerecht werden. Wenn Auserwählte nicht zu Gerechten werden, dann kommen sie als Feinde in das Gericht. Gerichtet werden diese ungerechten Auserwählten von dem Erstgebornen unter vielen Brüdern.

 

Das es geliebte Auserwählte gibt, die Feinde sind und darum ins Gericht kommen finden wir in Römer 11,28 „Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde, um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte, um der Väter willen.“

 

„Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle allenthalben Buße tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an welchem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat,“ (Apg. 17,30+31)        

U. B.