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[BGriech] 2Thes 2,13 Übersetzungs- und Analysevorschlag

 

A) hMEIS DE OFEILOMEN EUCARISTEIN TW QEW PANTOTE PERI hUMWN ADELFOI HGAPHMENOI
hUPO KURIOU hOTI hEILETO hUMAS hO QEOS AP ARCHS (APARXHN NA27) EIS SWTHRIAN EN hAGIASMW PNEUMATOS KAI PISTEI ALHQEIAS.
 

B) Übersetzungsvorschlag:
Wir (=betont) aber schulden, Gott allzeit für euch dankzusagen - vom Herrn geliebte Brüder - dass/weil Gott euch von Anfang an zum Heil auswählte  in Heiligung (des) Geistes und im Glauben an (die) Wahrheit;
 
 

C) Zur Satzanalyse:
 
1) hHMEIS: "Wir" besonders im Satz wg. Anfangsstellung betont (emphatisch)
 
2) DE: nun, aber - hier besser als Kontrast (Unlgäubige-Gläubige) zum Vorsatz: aber; sonst üblicherweise für einen kontrastlosen Übergang verwendet.
 
3) OFEILOMEN: sollen, schulden, müssen, verpflichtet sein zu: Indik. Präs. 1Pers. Pl. (dazugehöriges Verb ausnahmslos im Infinitiv: Lk 17,10; Joh 13,14; Joh 19,7; Apg 17,29; Rö 13,8; Rö 15,1; 1Kor 5,10; 1Kor 7,36; 1Kor 9,10 [2x]; 1Kor 11,7; 1Kor 11,10; 2Kor 12,11; 2Kor 12,14; Eph 5,28; 2Th 1,3; Heb 2,17; Heb 5,3; Heb 5,12; 1Joh 2,6; 1Joh 3,16; 1Joh 4,11; 3Joh 1,8):
 
4) EUCARISTEIN: Infinitiv: dank sagen - zu  OFEILW gehörend: es muss gedankt werden; gleicher Ausdruck: 2Thes 1,3;
 
5) TW QEW: Adressat des Dankes, der geschuldet ist: Gott
 
6) PANTOTE: immer, zu allen Zeiten, Zeitadverb zu danken gehörend;
 
7) PERI m. Genitiv: wegen, betreffend, in Bezug auf;
 
8) hUMWN: Ihr Gen.Plur.: die Briefadressaten sind Grund des Dankes, der geschuldet ist; Die im Vorvers Genannten stehen dazu im Gegensatz;
 
9) ADELFOI: Vokativ: Die Brüder sind direkt adressiert !
 
10) HGAPHMENOI hUPO KURIOU: von AGAPAW:Verb Parizip Perfekt Passiv Nominativ Mask. Plur: Die Briefempfänger sind Objekte der Liebe Gottes: hUPO KURIOU;  gleiche Verwendung 1Thes 1,4:die Empfänger sind: HGAPHMENOI hUPO QEOU; die Brüder sind die, die vom Herrn geliebt sind. hier attributiv verwendet;
 
11) hOTI: Der Grund/Ursache der Dankverpflichtung wird ab hier eingeleitet: dass, weil
 
12) hEILATO Ind.Aorist Medium 3P.Sing. von hAIREOMAI: "here God's election of the church to salvation" (NIDOTE S.534;Vol 1): erwählen, sich nehmen; hAIREOMAI steht mit Akkusativ: hUMAS (Euch), d.h. die Briefempfänger sind auserwählt zu (EIS mit Akkusativ: SWTHRIAN). Erwählen ist hier im Satz zur besonderen Betonung vorgezogen: ..."dass _Euch erwählt_ hat Gott"
 
13) hUMAS: Akk.Plural = ihr; die Objekte der göttlichen Auserwählung sind die Briefempfänger;
 
14) AP' (=APO bei folgendem Vokal fehlendes O) ARCHS:
Folgende Vorkommen von AP' ARCHS: Matt. 19:4, 8; 24:21; Mk. 13:19; Lk. 1:2; Jn. 8:44; 15:27; Acts 26:4; 2 Thess. 2:13; 2 Pet. 3:4; 1 Jn. 1:1; 2:7, 13f, 24; 3:8, 11; 2 Jn. 1:5f;
Gegensatz: hO TELOS (das Ende); hH ARCH: räumlicher und zeitlicher Beginn: Der Anfang der Schöpfung; der Welt; der Schöpfung; Anfang der Exitstenz des Teufels; Beginn der Anwesenheit; Beginn des Lebenswandels; manche Stellen scheinen auch an die vorweltliche Ewigkeit hinzudeuten (z.B. der, der von Anfang an ist 1Joh 2,13f); Die Interpretation von AP' ARCHS in 2Thes 2,13 "is not quite certain. Does it mean that the election of the readers was from the moment of their birth or from eternity?" (NIDOTE Vol.1, S.166).
Möglicherweise ist der Bezug auch zum Beginn ihrer Teilnahme am Evangelium (1Thes 1,6).

 15) EIS SWTHRIAN: Daz Ziel der Erwählung; die Briefempfänger sind zur Rettung, Heil, Bewahrung, Errettung; Nach Röm 1,16 ist das Evangelium EIS SWTHRIAN für jeden Gläubigen; Christus wird nach Heb 9,29 bei seinem zweiten Kommen EIS SWTHRIAN erscheinen; der Bau der Arche Noah geschah EIS SWTHRIAN TOU OIKOU AUTOU;
Am entsprechendsten dazu: 1Petr 1,5: die Gläubigen werden EIS SWTHRIAN durch Gott bewahrt. Dieses Heil wird in der letzten Zeit geoffenbart.
Das Heil, zu dem die Gläubigen erwählt sind, steht im Gegensatz zu dem Schicksal der Ungläubigen im Vorvers: TOIS APOLLUMENOIS (denen, die verloren gehen), bzw. denjenigen, denen von Gott eine wirksame Kraf des Irrwahns gesendet wird, sodass sie der Lüge glauben, hINA KRIQWSIN PANTES hOI MH PSITEUSANTES TH ALHQEIA (d.h. alle werden gerichtet, die der Wahrheit nicht geglaubt haben). 
Dieses entgültige Heil zu dem die Gläubigen vorgesehen sind, steht im Kontrast zu hH EKDIHKHSIS (=Vergeltung), das die erwartet, die dem Evangelium nicht gehrochen (2Thes 1,8).
Dieses Heil ist sicher nicht die bereits erfahrende Wiedergeburt, sondern eine zukünftige Errettung, die im Gegensatz zum zukünftigen Verderben der Ungläubigen (die nach V. 12 die Liebe zur Wahrheit "EIS TO SWQHNAI  AUTOUS" [im Gegensatz dazu: EIS SWTHRIAN V.13] nicht angenommen haben) im Brief steht: "In this final, eschatological salvation [...] 2Thes 2,13 we are concerned firstly with deliverance from the coming wrath of God" (NIDOTE, Vol 3, S. 214). Diese eschatologische Heilserfahrung korrespondiert mit der endzeitlichen Erreichung der Herrlichkeit im nächsten Vers, die ja für die Adressaten noch aussteht.
 
17) EN hAGIASMW PNEUMATOS
EN ist hier wohl instumental zu verstehen (evtl. Übersetzung mit "durch" möglich) - das Heil d. Gläubigen basiert auf der Grundlage der Heiligung des Geistes. Hier ist wohl die Referenz zu TO PNEUMA TO hAGION - weniger zum eigenen menschlichen Geist. PNEUMATOS hier Genitiv auctoris: die Heiligung ist vom Geist Gottes bewirkt.
 
18) KAI PISTEI ALHQEIAS: Die "Brüder" sind vom PISIS (=Glauben) geprägt - dieser Glaube ist auf die von Gott geoffenbarte Wahrheit im Evangelium gerichtet. Die Gläubigen stehen im Gegensatz zu hOI MH PISTEUSANTES THi ALHQEIAi im Vorsatz: die, die der Wahrheit nicht glauben; ALHTHEIA wird in diesem Abschnitt häufig verwendet: Verse 10,12,13 - ebenso PISTEUW/PISTIS: 11,12,13;
ALHQEIAS hier Genitv objectivus: Glaube _an_ die Wahrheit.
 
 
Mit vielen Grüßen
Peter