A) hMEIS DE OFEILOMEN EUCARISTEIN TW QEW PANTOTE
PERI hUMWN ADELFOI HGAPHMENOI
hUPO KURIOU hOTI hEILETO hUMAS hO QEOS AP ARCHS (APARXHN NA27) EIS SWTHRIAN EN
hAGIASMW PNEUMATOS KAI PISTEI ALHQEIAS.
B) Übersetzungsvorschlag:
Wir (=betont) aber schulden, Gott allzeit für euch dankzusagen - vom
Herrn geliebte Brüder - dass/weil Gott euch von Anfang an zum Heil auswählte
in Heiligung (des) Geistes und im Glauben an (die) Wahrheit;
C) Zur Satzanalyse:
1) hHMEIS: "Wir" besonders im Satz wg. Anfangsstellung betont (emphatisch)
2) DE: nun, aber - hier besser als Kontrast (Unlgäubige-Gläubige) zum Vorsatz:
aber; sonst üblicherweise für einen kontrastlosen Übergang verwendet.
3) OFEILOMEN: sollen, schulden, müssen, verpflichtet sein zu: Indik. Präs.
1Pers. Pl. (dazugehöriges Verb ausnahmslos im Infinitiv: Lk 17,10; Joh 13,14;
Joh 19,7; Apg 17,29; Rö 13,8; Rö 15,1; 1Kor 5,10; 1Kor 7,36; 1Kor 9,10 [2x];
1Kor 11,7; 1Kor 11,10; 2Kor 12,11; 2Kor 12,14; Eph 5,28; 2Th 1,3; Heb 2,17;
Heb 5,3; Heb 5,12; 1Joh 2,6; 1Joh 3,16; 1Joh 4,11; 3Joh 1,8):
4) EUCARISTEIN: Infinitiv: dank sagen - zu OFEILW gehörend: es muss gedankt
werden; gleicher Ausdruck: 2Thes 1,3;
5) TW QEW: Adressat des Dankes, der geschuldet ist: Gott
6) PANTOTE: immer, zu allen Zeiten, Zeitadverb zu danken gehörend;
7) PERI m. Genitiv: wegen, betreffend, in Bezug
auf;
8) hUMWN: Ihr Gen.Plur.: die Briefadressaten sind
Grund des Dankes, der geschuldet ist; Die im Vorvers Genannten stehen dazu im
Gegensatz;
9) ADELFOI: Vokativ: Die Brüder sind direkt
adressiert !
10) HGAPHMENOI hUPO KURIOU: von AGAPAW:Verb
Parizip Perfekt Passiv Nominativ Mask. Plur: Die Briefempfänger sind Objekte
der Liebe Gottes: hUPO KURIOU; gleiche Verwendung 1Thes 1,4:die Empfänger
sind: HGAPHMENOI hUPO QEOU; die Brüder sind die, die vom Herrn geliebt sind.
hier attributiv verwendet;
11) hOTI: Der Grund/Ursache der Dankverpflichtung
wird ab hier eingeleitet: dass, weil
12) hEILATO Ind.Aorist Medium 3P.Sing. von hAIREOMAI: "here God's election of
the church to salvation" (NIDOTE S.534;Vol 1): erwählen, sich nehmen;
hAIREOMAI steht mit Akkusativ: hUMAS (Euch), d.h. die Briefempfänger sind
auserwählt zu (EIS mit Akkusativ: SWTHRIAN). Erwählen ist hier im Satz zur
besonderen Betonung vorgezogen: ..."dass _Euch erwählt_ hat Gott"
13) hUMAS: Akk.Plural = ihr; die Objekte der
göttlichen Auserwählung sind die Briefempfänger;
14) AP' (=APO bei folgendem Vokal fehlendes O)
ARCHS:
Folgende Vorkommen von AP' ARCHS: Matt. 19:4, 8;
24:21; Mk. 13:19; Lk. 1:2; Jn. 8:44; 15:27; Acts 26:4; 2 Thess. 2:13; 2 Pet.
3:4; 1 Jn. 1:1; 2:7, 13f, 24; 3:8, 11; 2 Jn. 1:5f;
Gegensatz: hO TELOS (das Ende); hH ARCH:
räumlicher und zeitlicher Beginn: Der Anfang der Schöpfung; der Welt; der
Schöpfung; Anfang der Exitstenz des Teufels; Beginn der Anwesenheit; Beginn
des Lebenswandels; manche Stellen scheinen auch an die vorweltliche Ewigkeit
hinzudeuten (z.B. der, der von Anfang an ist 1Joh 2,13f); Die Interpretation
von AP' ARCHS in 2Thes 2,13 "is not quite certain. Does it mean that the
election of the readers was from the moment of their birth or from eternity?"
(NIDOTE Vol.1, S.166).
Möglicherweise ist der Bezug auch zum Beginn ihrer Teilnahme am Evangelium
(1Thes 1,6).
15) EIS SWTHRIAN: Daz Ziel der Erwählung; die Briefempfänger sind zur
Rettung, Heil, Bewahrung, Errettung; Nach Röm 1,16 ist das Evangelium EIS
SWTHRIAN für jeden Gläubigen; Christus wird nach Heb 9,29 bei seinem zweiten
Kommen EIS SWTHRIAN erscheinen; der Bau der Arche Noah geschah EIS SWTHRIAN
TOU OIKOU AUTOU;
Am entsprechendsten dazu: 1Petr 1,5: die Gläubigen
werden EIS SWTHRIAN durch Gott bewahrt. Dieses Heil wird in der letzten Zeit
geoffenbart.
Das Heil, zu dem die Gläubigen erwählt sind, steht
im Gegensatz zu dem Schicksal der Ungläubigen im Vorvers: TOIS APOLLUMENOIS
(denen, die verloren gehen), bzw. denjenigen, denen von Gott eine wirksame
Kraf des Irrwahns gesendet wird, sodass sie der Lüge glauben, hINA KRIQWSIN PANTES
hOI MH PSITEUSANTES TH ALHQEIA (d.h. alle werden gerichtet, die der Wahrheit
nicht geglaubt haben).
Dieses entgültige Heil zu dem die Gläubigen vorgesehen sind, steht im Kontrast
zu hH EKDIHKHSIS (=Vergeltung), das die erwartet, die dem Evangelium nicht
gehrochen (2Thes 1,8).
Dieses Heil ist sicher nicht die bereits
erfahrende Wiedergeburt, sondern eine zukünftige Errettung, die im Gegensatz
zum zukünftigen Verderben der Ungläubigen (die nach V. 12 die Liebe zur
Wahrheit "EIS TO SWQHNAI AUTOUS" [im Gegensatz dazu: EIS SWTHRIAN V.13] nicht
angenommen haben) im Brief steht: "In this final, eschatological salvation
[...] 2Thes 2,13 we are concerned firstly with deliverance from the coming
wrath of God" (NIDOTE, Vol 3, S. 214). Diese eschatologische Heilserfahrung
korrespondiert mit der endzeitlichen Erreichung der Herrlichkeit im nächsten
Vers, die ja für die Adressaten noch aussteht.
17) EN hAGIASMW PNEUMATOS
EN ist hier wohl instumental zu verstehen (evtl.
Übersetzung mit "durch" möglich) - das Heil d. Gläubigen basiert auf der
Grundlage der Heiligung des Geistes. Hier ist wohl die Referenz zu TO PNEUMA
TO hAGION - weniger zum eigenen menschlichen Geist. PNEUMATOS hier Genitiv
auctoris: die Heiligung ist vom Geist Gottes bewirkt.
18) KAI PISTEI ALHQEIAS: Die "Brüder" sind vom
PISIS (=Glauben) geprägt - dieser Glaube ist auf die von Gott geoffenbarte
Wahrheit im Evangelium gerichtet. Die Gläubigen stehen im Gegensatz zu hOI MH
PISTEUSANTES THi ALHQEIAi im Vorsatz: die, die der Wahrheit nicht glauben;
ALHTHEIA wird in diesem Abschnitt häufig verwendet: Verse 10,12,13 - ebenso
PISTEUW/PISTIS: 11,12,13;
ALHQEIAS hier Genitv objectivus: Glaube _an_ die
Wahrheit.
Mit vielen Grüßen
Peter