THE BEREAN CALL

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Mai 2015

Unseren dreieinen Gott kennen

T.A. McMahon

Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen: Zuerst das, was ich euch eben sage! Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten; aber der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. Johannes 8,25-26

Die Lehre über die Dreieinheit (Trinität – die drei Personen der Gottheit) ist etwas, was kein Endlicher voll begreifen kann. Das Konzept ist für uns Sterbliche unbegreiflich. Und doch hat Gott der Menschheit in der gesamten Schrift sehr viele Informationen über die Trinität gegeben – Informationen, die Seine Geschöpfe verstehen können und müssen, wenn auch unvollständig. Obgleich der Begriff „Dreieinheit“ in keinem Bibelvers steht, findet sich von 1 Mose bis zur Offenbarung das, was zur Trinität gehört. In 1 Mose 1,26 verkündete Gott, „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich (Hervorhebung hier und im ganzen Text hinzugefügt). Jesaja 48,16: „Nahet euch zu mir, höret dieses! Ich habe vom Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es ward, bin ich da. - Und nun hat der Herr, Jehova, mich gesandt und sein Geist.“ [UELB] Das Matthäusevangelium endet mit diesem Auftrag: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (28,19).

Was die Bibel über die Gottheit darlegt (Apostelgeschichte 17,29; Römer 1,20, Kolosser 2,9), ist sehr deutlich: Es gibt nur einen Gott. „Ich bin Jehova, und sonst ist keiner, außer mir ist kein Gott; ich gürtete dich, und du kanntest mich nicht: - auf dass man wisse vom Aufgang der Sonne und von ihrem Niedergang her, dass außer mir gar keiner ist. Ich bin Jehova, und sonst ist keiner!“ (Jesaja 45,5-6 UELB et al.). Es gibt nur einen Gott, doch Gott besteht aus drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ebenso klar ist, dass sie individuelle, göttliche Personen sind. Jesus, der seine eigene Gottheit bekräftigt (Johannes 8,24-27), bezieht sich dauernd auf Gott, den Vater als Seinen Vater. Die Religionsführer der Juden suchten Ihn zu töten, „weil er… Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte“ (Johannes 5,18). In Johannes 14,26 redet Jesus vom „Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren….“ Nochmals, drei göttliche Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

In 1 Mose 1,1 finden wir: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Das hebräische Wort für „Gott“ dort (und an mehr als 2.000 anderen Stellen im AT) ist Elohim, das bedeutet „Götter“. Überdies steht der Plural Elohim beinahe immer in Verbindung mit einem Verb im Singular, was die Grammatik völlig durcheinanderbringt. Ebenso wird Gott im gesamten Alten Testament durch Verwendung von „uns“ oder „unser“ als Vielheit dargestellt, z.B. „Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild“; „der Mensch ist geworden wie unsereiner“ (1 Mose 1,26; 3,22). Da Gott laut der Schrift „Einer“ ist, füllt diese Anwendung die Bibel entweder mit vielfachen Widersprüchen, oder das Vorgestellte unterstreicht einfach die biblische Lehre, Gott sei einer, besteht aber aus drei Personen. Die Gottheit hat nicht nur perfekte Harmonie und Einheit, sondern auch Vielfalt. Deshalb muss mehr als eine göttliche Person in Gott enthalten sein.

Obgleich wir wegen der transzendenten Natur des Konzeptes normalerweise einen dreieinen Gott nicht begreifen können, sehen wir, dass Verstand und Logik genau die Vorstellung unterstützen. Gott muss in Sinn und Absicht in allen Dingen vollkommen einheitlich sein – das ist bei Vater, Sohn und Heiliger Geist so. Als Jesus sagte „Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn“ (Johannes 5,19), sagte Er nicht, Er habe nicht die Macht dazu, sondern er stimmte in Allem mit dem Willen Seines Vaters überein. Er bestätigte dies im Garten Gethsemane: „Und er war in ringendem Kampf und betete inbrünstiger; sein Schweiß wurde aber wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen“ (Lukas 22,44), als Er auf das schaute, was Er für die Bezahlung der Sünden der Menschen erleiden musste. Er betete zum Vater: „Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Matthäus 26,39). Jesus unterwarf sich Seinem Vater vollkommen.

Der von Juden, Moslems, Zeugen Jehovas und Einsheit Pfingstlern verehrte „Gott“ ist ein Einzelwesen und daher unvollständig. Wie das? Die Schrift lehrt, Gott ist Liebe, und Liebe muss ein Gegenüber haben. Ein einzelnes, ewiges Wesen kann daher vor Seiner Erschaffung von Menschen, die Es lieben könnte, niemanden lieben. Dieser Gott ist unvollkommen und braucht erschaffene Wesen. Bei unserem dreieinen Gott ist das nicht der Fall. Ewig gilt: „Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben“ (Johannes 3,35). „Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen“ (Johannes 17,26). Auf dem Berg der Verklärung sprach der Vater über Jesus: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören“ (Matthäus 17,5).

Ein Hauptmerkmal der Bibel ist Gottes Selbstoffenbarung. Ohne diese Information direkt von Gott bleibt dem Menschen nur die eigene Spekulation über seinen Schöpfer, was immer gefährlich ist. Das große Gebot lautet, Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, Seele, Denken und Kraft. Wir können Gott unmöglich derart lieben, wenn wir Ihn nicht wahrhaftig kennen – und das geschieht nur, wenn wir mit der Hilfe des Heiligen Geistes verstehen, was er über Sich in Seinem Wort verkündet hat (1 Korinther 2,14).

Jesus betete dafür und ermahnte Seine Nachfolger beständig, eins im Glauben zu sein und dies durch ihre gegenseitige Liebe zu zeigen: „auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“ (Johannes 17,21). Seine Beziehung zu Seinem Vater ist vollkommener Ausdruck dessen, was Er von Seinen Nachfolgern erwartet, ihnen sogar gebietet. Letztlich wird die Liebe geoffenbart: „Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin“ (Johannes 15,9-10).

Bedenkt folgendes, nicht nur in Bezug auf das unvernünftige Konzept Gottes als Einzelwesen, das daher unvollständig wäre, vor der Schöpfung nie eine andere ewige Person hätte lieben und mit ihr Gemeinschaft haben können, aber mehr noch in dem, was innerhalb der vollkommen vereinigten Beziehung zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist stattfindet. Wer den Vorrang des Vaters auf Grundlage von Jesu Aussage predigt: „Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle“ (Johannes 10,29), übersieht den Kontext, der Gottes Macht unterstreicht, jene zu bewahren, die an Ihn glauben.

Der folgende Vers entkräftet jeglichen Vorrang eines Teils der Gottheit über die anderen: „Ich und der Vater sind eins“ (V 30). Vater, Sohn und Heiliger Geist sind gleichrangig Gott, und stimmen miteinander vollkommen überein. Dennoch haben sie in der Gottheit verschiedene Rollen. Gott der Vater ist die Hauptautorität der Gottheit und überwacht Seinen Sohn und den Heiligen Geist bezüglich Seiner Absicht für die Schöpfung und Seinem Plan der Rettung: „Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“ „Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.“ „Und er sprach zu ihnen: Weshalb habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein Muss, was meines Vaters ist?“ (Johannes 4,34; 3,35 Lukas 2,49). In Seiner Antwort an Pilatus weist Jesus auf die Souveränität des Vaters hin: „Da spricht Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Vollmacht habe, dich zu kreuzigen, und Vollmacht habe, dich freizulassen? Jesus antwortete: Du hättest gar keine Vollmacht über mich, wenn sie dir nicht von oben her gegeben wäre“ (Johannes 19,10-11).

Der Plan Gottes des Vaters ist ganz klar: „Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt“ (1 Johannes 4,14). Aus Liebe für die Menschheit sandte Er den Sohn in die Welt: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde“ (Johannes 3,17). In Jesaja 43,11 erfahren wir, es gibt nur einen Retter: „Ich, ich bin der HERR, und außer mir gibt es keinen Retter.“ Doch in Titus wird verkündet, dass Gott sowie Jesus unser Retter ist. Überdies verkünden die Schriften, dass Jesus unser „großer Gott und Retter ist“ (Titus 1,3-4; 2,13). Diese Verse können nur in unserem dreieinen Gott in Einklang gebracht werden. Sowohl der Vater wie Jesus sind Gott. Sie senden den Heiligen Geist (Johannes 14,16; 15,26; 16,7). Alle drei verherrlichen einander (Johannes 17,1). Jesus fügt sich dem Vater und der Heilige Geist fügt sich sowohl dem Vater wie dem Sohn (Matthäus 26,39; Lukas 11,13; Johannes 15,26).

Obgleich jede göttliche Person eine andere Rolle in der Gottheit hat, wirken sie dennoch in allen Funktionen in perfektem Einklang miteinander. Als Jesus, den der Vater sandte, Mensch wurde, der Gott-Mensch, und zum Kreuz ging, um die volle Strafe für die Sünden der Menschheit zu bezahlen, nahm der Vater Christi Opfer an, um die Menschheit mit Sich zu versöhnen: „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten“ (1 Petrus 1,3). Das war Gottes Plan, autorisiert vom Vater, ausgeführt von Jesus und bevollmächtigt vom Heiligen Geist.

Die Rolle des Heiligen Geistes ist es, von „[Jesus] Zeugnis zu geben“ (Johannes 15,26). Überdies überführt Er die Welt von Sünde, ermöglicht Sündern, wiedergeboren zu werden, versiegelt sie, hilft ihnen, die Schrift zu verstehen und führt und befähigt sie zu gottgefälligem Leben und Zeugnis geben (Johannes 16,8; 3,5; 2 Korinther 1,22; Johannes 14,26; 16,13; Apostelgeschichte 1,8). Obwohl Er sich dem Vater und dem Sohn unterwirft, ist Er dennoch völlig Gott, „der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht“ (Johannes 15,26).

Der Heilige Geist ist die am meisten missverstandene unter den drei Personen der Trinität. Dadurch wird er innerhalb wie außerhalb der Kirche oft herabgesetzt oder abgelehnt. Sekten wie die Zeugen Jehovas, The Way International, der Armstrongismus, und Unitarische Universalisten lehren, der Heilige Geist sei eine unpersönliche, aktive Energiekraft. In ihren Bibeln haben sie entweder die Personalpronomen mit Hinweis auf den Heiligen Geist verändert oder haben die Schriften so gedeutet, dass sie zu ihrer unbiblischen Lehre passen. Neben  anderen Stellen identifizieren Johannes 14,16-17 und 16,13-15 den Heiligen Geist klar als persönliches Wesen: „Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein…. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, dass er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird.“

Andere, verwandte Verse umfassen Handlungen, die auf keine unpersönliche Kraft halbwegs angewandt werden können. Man belügt und widerstrebt dem Heiligen Geist; Er kommuniziert persönlich, verbietet, reagiert wohlwollend, bevollmächtigt, hilft einem zu lieben, hilft Gläubigen zu beten und betet für sie. Er lehrt, wohnt persönlich in den Gläubigen, gibt ihnen geistliche Gaben, ist betrübt und versiegelt Gläubige; Er prophezeit, und beaufsichtigte das Verfassen der Schrift. (Apostelgeschichte 5,3; 7,51; 13,2; 16,6; 20,28; Römer 5,5; 8,13.26-27; 1 Korinther 2,13; 6,19; 12,8-11; Epheser 4,30; Philipper 2,1; 1 Timotheus 4,1; 2 Petrus 1,20-21). Solche Dinge kann nur ein persönliches Wesen. Nur wenn man seine unbiblische und befangene Sicht des Heiligen Geistes aufzwingt, kann man dies bestreiten.

Wiewohl die Lehre der Dreieinheit Gläubigen wunderbare Einsicht in den Charakter Gottes gibt, schenkt sie auch Klarheit, in welcher Beziehung wir auf eine Weise, die Ihm gefällt, zueinander stehen sollen, die fruchtbare Ergebnisse in unserem Leben hervorbringt. Wir können zum Beispiel das Bild der Beziehung von Vater, Sohn und Heiligem Geist verwenden, um die Weise zu erfahren, wie eine Ehe zwischen Mann und Frau nach Gottes Absicht funktionieren soll. Wie vermerkt, sind Vater, Sohn und Heiliger Geist gleichermaßen Gott. Auf gleiche Weise sind Mann und Frau gleich – obwohl ihre Rollen anders sind, ist in Gottes Augen keiner vorrangig. Er zieht keinen vor. Gehorsam ist ein weiterer Bereich, in dem die Einheit von Mann und Frau in der Ehe ein Bild für die Dreieinheit ist. Der Mann ist geistliches Haupt, und seine Frau ordnet sich unter, wie Jesus sich Seinem Vater unterordnet, und der Heilige Geist sich sowohl dem Vater und dem Sohn unterordnet.

Bloß weil jemand nicht alles versteht, was die Bibel über die Trinität sagt, bedeutet nicht, er sei unfähig, das wahre Evangelium zu glauben und gerettet zu werden. Wenn Unkenntnis jedoch in Ablehnung der Lehre der Schrift über Vater, Sohn und Heiliger Geist umschlägt, glaubt er an einen falschen Gott und folglich ein anderes Evangelium, das keinen retten kann. Herauszufinden, was das Wort Gottes über die Personen der Gottheit sagt, wird unser Verständnis und somit unsere Liebe für sie steigern: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1 Johannes 5,20). TBC

Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. – Johannes 14,16-17

Zitate

In unserem Eifer, dass die Welt das Evangelium akzeptiert, müssen wir darauf achten, ihnen kein Evangelium zu geben, das für die Welt „akzeptabel“ ist.

Dave Hunt

F & A

Frage: Immer schon habe ich an absolute, moralische Dinge geglaubt, die durch einen höchsten Standard außerhalb jeder menschlichen Meinung festgelegt werden müssen, und somit durch Gott alleine. Neulich hat mich jedoch ein atheistischer Freund zu überzeugen versucht, Ethik und Moral könnten einfach abgeleitet werden, indem man festlegt, welches Verhalten für die meisten Leute vorteilhaft wäre und somit für das Überleben der Menschheit. Es fällt mir schwer, sein Argument zu bestreiten. Können Sie mir helfen?

Antwort: Zunächst wird ihr atheistischer Freund von Herzen zustimmen, dass menschliche Meinungen, die Schwankungen unterworfen sind, nicht die Quelle absoluter, moralischer Dinge sein können. Folglich müssen alle, die für ein ethisches oder moralisches System ohne Gott streiten, gerade die Möglichkeit absoluter moralischer Dinge bestreiten. Dadurch haben sie jedoch etwas Absolutes eingeführt. Sie sind somit in der Zwickmühle, denn sie wagen nicht die Tür zu Absoluten zu öffnen; aber indem sie diese Tür geschlossen halten, begründen sie unvermeidlich einen Widerspruch – ein eigenes Absolutes. Der Humanist macht mit dem Kopf im Sand weiter und leugnet seinen eigenen, offensichtlichen Widerspruch.

Es stellt sich dann die Frage, was Moral soll, wenn keiner gewiss sein kann, ob die in Mode befindliche Moral richtig oder falsch, gut oder schlecht ist. Solche Konzepte machen tatsächlich ohne absoluten Standard, der sie bestimmt, keinen Sinn. Und hier gibt der Humanist wieder ungeniert vor, für das zu stehen, was richtig und gut ist, während er gleichzeitig jegliche Gültigkeit solcher Begriffe bestreitet.

Der UN Pavillon auf der Expo 86 in Vancouver, Kanada, gab ein klassisches Beispiel für diesen Unsinn. Exponate am Eingang zeigten angeblich, wie das Leben vollkommen durch Zufall entstand und sich entwickelte. Offensichtlich konnte es dann keinen Sinn oder Zweck für das Leben geben. Die Hauptattraktion im Pavillon war jedoch ein Propagandafilm in einem großen Kino, der keinen Sinn machte, wenn es keinen Sinn im Leben gab. Er appellierte an die Geschlossenheit, den Frieden in einer notleidenden Welt zu schaffen und verlangte, „Warum muss es gut und schlecht, richtig und falsch, uns und sie geben?“ Die Bedeutung war klar, solch Konzepte seien ein Fehler und stünden dem guten Willen und der Bruderschaft unter den Menschen im Wege.

Beim Kinoausgang fiel der Blick auf einen weiteren Appell zur weltweiten Zusammenarbeit mit der fett geschriebenen, überraschenden Überschrift: FÜR DAS GEMEINWOHL. Nachdem man gerade mit Autorität ermahnt worden war, es gebe weder gut noch schlecht, war man durch den Appell für etwas namens „Gemeinwohl“ verblüfft. Was könnte dies bedeuten und wie kann man sich dessen gewiss sein?

Man kann den Standards nicht entrinnen

Praktisch gesehen ist es ziemlich klar, wer absolute Dinge absolut ablehnt, kann nicht mal eine sinnvolle Unterhaltung führen, geschweige denn mit den Mängeln und Problemen der Gesellschaft umgehen, wenn sein Standard „keine Standards“ ist. Dem Konzept von gut oder böse muss man offensichtlich einen tieferen Sinn als Vorteil oder Komfort zugestehen. Wie jede andere falsche Religion hat auch der Humanismus seine Priester. Nachdem sie verneint haben, das es etwas wie gut oder schlecht, richtig oder falsch geben kann, zwingen sie dann im Weiteren dem Rest von uns auf, was nach ihrer Entscheidung dem „Gemeinwohl“ dient.

Die Hohepriester des Humanismus sagen uns rasch (von ihrer erhabenen Perspektive, nachdem sie uns versichert haben, es gebe weder richtig noch falsch), es sei viel falsch in unserer Welt und sie alleine wüssten, wie man das in Ordnung bringt. Sogar wer absolute Dinge bestreitet, muss argumentieren, seine Sicht sei richtig. Keiner kann ohne Zweck und Sinn leben. Die Frage ist: Wer entscheidet über Antworten zu letzten Fragen?

Ein Politiker oder Lehrer muss ein Ziel im Sinn haben, einen Standard, anhand dessen Schüler oder Gesellschaft zu leiten sind. Welcher Unsinn also ist es, jede Basis für die Gültigkeit solcher Anleitung zu bestreiten. Man kann nicht einmal ein Spiel ohne Regeln spielen. Und wie kann man eine sinnvolle Diskussion abseits einer Grundlage führen, um zu beurteilen, welche Sicht richtig oder falsch ist? C.S. Lewis bemerkte damals:

Ihre Skepsis über Werte… bezieht sich auf Werte anderer Leute: über die Werte, die gerade für sie gelten, sind sie nicht annähernd skeptisch genug…. Sehr viele, die traditionelle oder (wie sie sagen) „sentimentale“ Werte als falsch entlarven, haben eigene Werte im Hintergrund, die ihrer Ansicht nach nicht entlarvt zu werden brauchen.

Warum ist Überleben gut?

Der Atheist kann behaupten, „gut“ oder „böse“ kann nur bezüglich der Tatsache begründet werden, ob eine Handlung der Rasse überleben hilft oder nicht. Die Vorstellung, etwas helfe der Gesellschaft zu überleben, liefert jedoch keinen Grund, warum es getan werden sollte. Warum sollte die Rasse überleben? Man findet keinen ethischen oder moralischen Grund, wenn der Mensch bloß Zufallsprodukt ist. Und was ist, wenn das Überleben mit dem Überleben anderer Spezies in Konflikt steht?

Eines der notwendigen Nebenprodukte der Evolution ist angeblich das Artensterben. In dieser Theorie gibt es keine Basis, eine Spezies einer anderen vorzuziehen. Die Evolution betrauert das Ableben von keiner. Die Evolutionstheorie kann den Menschen nicht höher als ein Tier einschätzen – oder auch nur als ein Blatt oder Fels – insoweit wir alle angeblich aus denselben Inhaltsstoffen entstanden und schlicht durch Zufall „vorankamen“. In einem vom Zufall regierten Universum macht schon das „Wertekonzept“ keinen Sinn. Was ist überdies „Fortschritt“. Und wenn nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik das ganze Universum ins Vergessen steuert und alles eines Tages sein wird, als ob es nie gewesen wäre, spielt dann irgendwas eine Rolle?

Derweil zerfällt die Gesellschaft. Sogar der Humanist muss widerstrebend zugeben, dass Mord, Vergewaltigung, Krieg, Armut und grassierende Geschlechtskrankheiten nicht wünschenswert sind, ob sie das Überleben bedrohen oder nicht. Wird die „Rückkehr zu traditionellen, moralischen Werten“ Abhilfe schaffen, wie manche vorschlagen? Wer bestimmt welche Tradition und aufgrund welcher Autorität? Durch Übereinkommen einer anständigen Gesellschaft? Wie definieren wir „anständig“?

Es gibt keine Hoffnung, es sei denn der Mensch wurde von Gott für einen Zweck geschaffen, den der Schöpfer schließlich herbeiführen wird. Bevor jedoch Hilfe aus dieser Quelle kommen kann, muss man seine Unwürdigkeit bekennen, für die Rebellion gegen Gott Buße tun, und an unseren Herrn Jesus Christus als Retter, der die Sündenstrafe für uns bezahlte, glauben.

Verteidigt den Glauben

Unser monatlicher, spezieller Artikel aus Dave Hunts Buch mit demselben Titel.

Biblische Antworten auf herausfordernde Fragen

Wann und wo war die Bergpredigt?

Frage: Die bekannte Bergpredigt betreffend sagt Lukas 6,12.17, Jesus stieg von einem Berg herab und stellte sich auf einen ebenen Platz, um seinen Zuhörern zu predigen. Matthäus 5,1 aber sagt, Jesus stieg auf einen Berg und setzte sich, um seinen Zuhörern zu predigen. Wie viele solche Widersprüche braucht es, bevor Christen zugeben, dass die Bibel nicht Gottes unfehlbares Wort ist?

Antwort: Haben Sie in ihrem Bestreben, die Bibel als fehlbar zu beweisen, vielleicht das Offensichtliche übersehen? Bestimmt wissen sie, die Evangelien berichten nicht jedes Ereignis in der Zeitabfolge. In Lukas 6,12-19 geht Jesus auf einen Berg und betet die ganze Nacht. Am nächsten Tag wählt Er dann Seine 12 Jünger. Dasselbe wird in Matthäus 10 berichtet. Es steht in keiner Verbindung zur Bergpredigt – noch weniger kommt sie unmittelbar danach, wie sie andeuten – und Matthäus berichtet von ihr lange zuvor in Kapitel 5.

In Lukas Kapitel 6 findet sich ein Bruch zwischen den Versen 19 und 20. Mit Vers 20 wird ein früheres Ereignis, die Bergpredigt, außer der Reihe rezitiert. Zwischen diesem Teil des Evangeliums, der in den Versen 12-19 erzählt wird und der Bergpredigt, die mit Vers 20 beginnt, gibt es keine Verbindung. Es gibt keinen Widerspruch zwischen Matthäus und Lukas.

Widersprüchliche Berichte der Verklärung

Frage: Die Geschichten der so genannten „Verklärung“ Jesu auf dem Berg scheinen ernste Widersprüche zu enthalten. Matthäus 17,1 und Markus 9,2 sagen, es geschah sechs Tage später als das gerade berichtete Geschehen. Aber Lukas 9,28 besagt, es war acht Tage später. Ich bin ratlos. Können Sie mir helfen?

Antwort: Tatsächlich sagen sowohl Matthäus wie Markus „nach (gr. meta) sechs Tagen“, was zumindest dem siebten Tag entspräche; und Lukas sagt „ungefähr acht Tage“. „Acht Tage“ ist ein idiomatischer Ausdruck für eine Woche später, und das Wort „ungefähr“ gibt an, dass die Zeitangabe nicht genau ist. Diese Kritik der Evangelien spaltet sinnlose Haare, und wieder legen Skeptiker der Bibel Widersprüche zur Last, für die sie unter Gelächter aus dem Gericht fliegen würden.

Auszug aus Verteidigt den Glauben (Seiten 103-4 – englische Originalausgabe) von Dave Hunt

Alarmierende Nachrichten

Die Trinität

AnswersInGenesis.org, 10.3.15, „Die Trinität“ [Auszüge]: Die Bibel bekräftigt eindeutig die Existenz von drei verschiedenen Personen, die alle als der eine Gott des Universums identifiziert werden.

Wie traditionell dargelegt, illustrierte St. Patrick die Trinität, indem er ein Kleeblatt verwendete (d.h. einen dreiblättrigen Klee): Ihr sagt uns, es gebe drei Götter und doch einen“, sagten die verwirrten Iren, als St. Patrick ihnen im 5. Jahrhundert das Evangelium predigte. „Wie kann das sein?“ Der Heilige bückte sich und pflückte ein Kleeblatt. „Seht ihr nicht“, sagte er, „wie in dieser Wildblume drei Blätter auf einem Stängel vereinigt sind, und werdet ihr dann nicht glauben, dass es tatsächlich drei Personen und doch einen Gott gibt.

Eine sogar bessere Illustration der Trinität ist das Universum selbst (obgleich keine Illustration perfekt ist). Ist es nicht interessant, dass das gesamte physikalische Universum (Uni = eins) aus drei und nur drei Aspekten besteht – Raum, Zeit und Materie? Wenn man eine davon wegnimmt, hätte man kein Universum mehr.

Raum besteht aus Länge, Breite und Höhe – drei in einem. Nimmt man eine dieser Dimensionen weg, hätte man keinen Raum mehr.

Zeit besteht aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – drei in einem. Nimmt man einen dieser drei Aspekte weg, hätte man keine Zeit mehr.

Materie besteht aus Energie in Bewegung, die Phänomene [beobachtbare Sachen/Ereignisse] produziert – drei in einer. Ohne Energie könnte es weder Bewegung noch Phänomene geben. Ohne Bewegung hätte man keine Energie oder Phänomene. Ohne Energie und Bewegung gäbe es keine Phänomene.

Das eigentliche Gefüge des Universums setzt sich aus dieser Drei-Einheit zusammen. Warum spiegelt das Universum eine trinitarische Natur wieder?... Was lehrt also die Bibel über die Trinität. Sie bestätigt klar die Existenz dreier verschiedener Personen, die alle als der eine Gott des Universums identifiziert werden. Dies ist kein Widerspruch, weil wir nicht sagen, Gott sei sowohl eine wie drei Personen. Noch sagen wir, Gott sei sowohl ein wie drei Götter. Wir sagen Gott ist einer im Wesen und drei in Person. Es gibt ein „Was“ und drei „Wer“. Wie sie sehen können ist Gott auf verschiedene Weise einer und drei. Genau wie das eine Universum als Raum, Zeit und Materie existiert, existiert der eine Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist.

(http://goo.gl/OJfUed)

„Bedrohliche Sprache“ durch Zitieren von Levitikus

ChristianToday, 23.3.15 „Straßenprediger schuldig, weil er durch Zitieren von Levitikus ‚bedrohliche‘ Sprache verwendete [Auszüge]: Ein christlicher Straßenprediger wurde für schuldig befunden, „bedrohliche“ Sprache beim Zitieren der Bibel verwendet zu haben, als er auf den Straßen von Taunton [England] im Juni letzten Jahres über Homosexualität predigte.

Der frühere Fallschirmjäger Mike Overd wurde gemäß Sektion 5 des Public Order Act für schuldig befunden. Sie bezieht sich auf Belästigung, Angst oder Notlage, wobei bedrohliche, schmähende oder beleidigende Worte oder Verhalten verwendet werden.

Der Richter am Bristol Crown Court sagte ihm, er hätte den besonderen Vers aus der Bibel – 3 Mose 20,13 – nicht verwenden dürfen, weil dort das Wort Gräuel vorkommt. Der Richter meinte, es gebe andere Verse, die er, wenn er wollte, hätte verwenden können, um über das zu reden, was die Bibel über Homosexualität sagt.

Libby Towell, Sprecher des Christian Legal Centre, die Overd vertrat, sagte: „Der Richter zensiert quasi die Bibel und sagt, bestimmte Verse seien nicht für den öffentlichen Bedarf geeignet.“

Overd erhielt eine Strafe von £200 und soll £1.200 für Gerichtskosten und als Entschädigung bezahlen. Dazu gehörte eine Summe für den Gefühlsschaden, den er beim homosexuellen Mann anrichtete, der auch Christ ist, zu dem er sprach, als er Levitikus zitierte.

(http://goo.gl/9oKGxP)

Anstieg des Antisemitismus in den USA

ChristianHeadlines.com, 1.4.15, „Nach beinahe einem Jahrzehnt Rückgang schießt der Antisemitismus in den USA nach oben“ [Auszüge]: Antisemitische Vorkommnisse in den USA schossen letztes Jahr um 21 Prozent nach oben, so die Anti-Defamation League (ADL), was viele amerikanische Juden verunsichert, die gedacht hatten, der Hass gegen Juden und Judaismus würde zumindest hier zuhause nachlassen.

Die ADL hat einen Frühjahrsbericht veröffentlicht, dass beinahe zehn Jahre lang weniger Vorkommnisse auftraten, die amerikanische Juden zum Ziel hatten. Dieser rückläufige Trend stand in starkem Kontrast zur wachsenden Flut des Antisemitismus in Europa – den man kürzlich im Januar bei dem Mord an vier Juden in einem koscheren Supermarkt in Paris miterleben konnte.

Aber dieser neue ADL Bericht wirft einen Schatten auf die Vorstellung, die USA, wo 40 Prozent der Juden in der Welt leben, stünden in krassen Gegensatz zum europäischen Antisemitismus und dem weit höheren Antipathie Level gegen Juden im Nahen Osten, wie es sich in Studien über antisemitische Einstellungen weltweit zeigt.

Die ADL zählte 2014 912 Vorkommnisse, nach 751 im Jahr zuvor.

(http://goo.gl/3roiYO)

Briefe

Hallo Tom,

Im November 1979 wurde ich gerettet, nachdem ich in den davorliegenden sechs Monaten wiederholt die Offenbarung gelesen hatte. Wie Sie wuchs ich als römischer Katholik auf. Alle meine vier Großeltern emigrierten aus Italien. Daher war der römische Katholizismus nicht bloß eine Religion, er war eine Tradition, gewoben in das ethnische Gewebe meiner Familie.

Gerade las ich im Februar Berean Call „Die Knie vor Rom beugen“, was die nagende Frage aufwirft, „Wie konnten sie?“ Wie können so genannte christliche Führer die Legitimität des römischen Katholizismus befürworten? Diese Frage setzte mir alle meine 35 Jahre als wiedergeborener Gläubiger zu. Wie konnten sie? Die einzige Antwort, die Sinn macht, ist, dass sie nicht erhielten, was ich erhielt, als ich anfangs Buße von meinen Sünden tat und an den Herrn Jesus Christus glaubte.

„Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme; sondern das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen“ (1 Korinther 1,26-27).

Das bin ich. Das Törichte. Ich höre zu, was Sie sagen. Ihr Dienst hat mir geholfen, fehlerhafte Entwicklungen zu identifizieren, die durch Ortskirchen fegen, die ich sonst vielleicht nicht erkannt hätte. Machen Sie weiter mit dem guten Werk. Dieser Brief mit meiner Ermutigung ist schon lange überfällig. JP (MO)

TBC Notizen

Die Bibel preisgeben: Hirten bringen die Schafe ins Wanken

Fragt man evangelikale Pastoren, ob sie an die Irrtumslosigkeit, Autorität und volle Hinlänglichkeit der Bibel glauben, würden die meisten ja sagen. Leider führen jedoch wenige ihre Herde entsprechend.

Würde man dieselben fragen, „Ist die Bibel Gottes direkte, übernatürliche Kommunikation an die Menschheit?“ würden die meisten antworten, „Natürlich“ und 2 Timotheus 3,16-17 zitieren: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ Nicht viele Pastoren wirken jedoch entsprechend der Worte Jesu, der ihnen (wie Petrus) geboten hatte, „speise meine Schafe“. Sie haben auch Jesu Aussage missachtet: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort Gottes“ (Lukas 4,4). Seit mehr als einem Jahrzehnt lassen Hirten ihre Herden sich von einer „Bibel“ nähren, die von den „Mietlingen“ (Johannes 10,12-13) von Hollywood produziert wird.

Neulich zum Beispiel unterstützten George Wood, CEO der Assemblies of God, David Jeremiah, konservativer, evangelikaler Pastor und Lehrer, und der sehr einflussreiche Pastor Rick Warren (zusammen mit sehr vielen, weiteren Pastoren) die von Roma Downey / Mark Burnett produzierte NBC Serie A.D.: The Bible Continues, inklusive Begleitunterlagen für die 12-teilige Reihe. Die Produktion ist, so drückt es der Produzent Mark Burnett aus, „Game of Thrones trifft auf die Bibel“ [ersteres ist HBOs brutale und pornographische Serie, mit Schlachten mythischer Königreiche]. Die Idee ist, die Bibel mit Drama zu durchziehen, damit die Leute sich begeistern. Das erreicht man, indem man Hollywood freie Hand lässt, Inhalt hinzuzufügen, der nicht in der Schrift ist, und Dinge wegzulassen, die weder politisch noch sozial korrekt sind.

Nur ein paar Beispiele aus der ersten Folge:

·       Dialog: Die Mutter Jesu hat in dieser visuellen Version der Apostelgeschichte viel zu sagen (obwohl keiner ihrer Dialoge dort in der Bibel stehen); Petrus beschwert sich, Christi Tod bedeute, die letzten drei Jahre ihres Lebens seien umsonst gewesen.

·       Handlung: Der Engel, der den Stein vom Grab entfernt, saust wie eine Rakete zur Erde und erscheint als schwarz angezogener, das Schwert schwingender Krieger.

·       Rassischer Pluralismus: Die Apostel Johannes und Jakobus wie Maria Magdalena sind auch schwarz.

·       Dramatischer Konflikt: Maria und Maria Magdalena hadern mit Petrus; Pilatus und seine Frau streiten über Jesus; die Frau des Hohepriesters tadelt Joseph von Arimathäa, weil er Jesus verteidigte; Aufrührer bedrängen die Jünger Jesu, sich ihnen anzuschließen.

·       Pathos: Der Jesusdarsteller schreit vor Schmerzen, als die Nägel in seine Hände und Füße geschlagen werden (obgleich Jesaja 53 angibt, Er war stumm in Seinem Leiden) und scheint bei der Kreuzigung verwirrt.

·       Chronologischer Freibrief: In A.D. finden die drei Stunden der Finsternis, in denen Christus den Zorn Gottes als Bezahlung der Sünden der Menschheit erlitt, nach der Übergabe Seines Geistes statt.

Alles das ist zumindest außerbiblisch. Wer behauptet, diese Dinge hätten geschehen können oder sind der Schrift „nahe genug“, um als „Anlass zum Gespräch“ verwendet zu werden, hat durch Spekulation ersetzt, was Gott übernatürlich mitgeteilt hat und hat Seine Wahrheit mit menschlicher Einbildungskraft vertauscht. Überdies hat er den entscheidenden Punkt verpasst oder abgewiesen: Gottes Wort ist Gottes Wort, nicht das des Menschen.

Hirten, die behaupten, die Schrift hochzuhalten, doch Hollywoods Versuche unterstützen, die Bibel zu dramatisieren, müssen beachten, was das wahre Wort sagt – und Buße tun: „Alle Reden Gottes sind geläutert; er ist ein Schild denen, die ihm vertrauen. Tue nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht bestraft und du als Lügner dastehst“ (Sprüche 30,5-6).

T.A. McMahon Executive Director

TBC Extra

Der Mann im schwarzen Pullover

Georgi Vins

Wir fuhren durch die dunklen Straßen von Novosibirsk zum Gefängnis. „Trautes Heim!“ sagte mehrere Gefangene. „Endlich können wir vor unserer nächsten Reise ausschlafen.“ Wir waren erschöpft, denn zwei Tage und zwei Nächte hatten wir in diesem überfüllten Gefangenenzug weder geschlafen noch gegessen. Aber zuerst mussten wir eine weitere Durchsuchung ertragen. Sie dauerte zwei Stunden.

Als ich durchsucht wurde, betete ich, O Herr, schütze mein kleines Evangelium und hilf mir. Menschlich habe ich keine Kraft mehr für eine neue Schlacht. Wieder blieb das Evangelium geschützt.

Wir wurden in einen langen, dunklen Korridor gebracht. Beide Wände waren mit schweren Metalltüren der Gefängniszellen gesäumt. Eine Reihe trüber Lampen, die von der Decke hingen, vertieften die gruselige Atmosphäre.

„Hinsetzen!“ befahl ein Wachmann.

Hundert Gefangene gehorchten still und saßen auf dem kalten Zementboden. Ein Offizier rief die Nachnamen der Gefangenen. Wachmänner eskortierten kleine Gruppen von Gefangenen in ihre Zellen. Eine Stunde später saß ich immer noch da. Bald war ich als einziger Gefangener übrig.

Zuletzt wurde mein Name gerufen und ich wurde den langen Korridor runtergeführt. Man hatte mir eine alte, schmutzige Matratze und ein großes, schmutziges Kissen zugeteilt. In einem Arm hielt ich mein Bettzeug, im anderen die Tasche mit meinen Habseligkeiten. Ich war vollständig erschöpft. Meine Füße waren wie tot. Ich konnte nichts mehr aufnehmen. Ich wollte mich bloß noch hinlegen und schlafen, sogar hier auf dem kalten Zementboden.

Schließlich hielt der Wachmann, schaute in das Schlüsselloch einer schweren Metalltür, dreht den Schlüssel im Schloss und stieß die Tür auf.

„Geh rein“, sagte er, und wies mich hinein. Er verriegelte die Tür hinter mir. Schwerer Tabaksqualm erfüllte die Zelle. Zwei Birnen brannten trübe an der Decke. Die Zelle war nicht groß und sollte sechzehn Mann Platz bieten. Stockbetten aus Metall waren an der Wand. Ein Holztisch und zwei Holzbänke standen in der Mitte des Zimmers. Toilette und Wasserhahn waren teilweise hinter einem Wandvorsprung in der Ecke verborgen.

Obwohl es nach Mitternacht war, schlief keiner der Gefangenen. Sie waren über etwas aufgebracht und hatten sich gestritten. Einige standen in der Mitte der Zelle nahe der Tür. Andere saßen am Tisch. Ein paar lagen auf den Stockbetten. Beinahe alle schauten mich feindselig an. Etwas in der Zellatmosphäre alarmierte mich.

„Guten Abend“, sagte ich, dann verbesserte ich mich. „Gute Nacht.“ Ich ließ meine Matratze und Bett auf den Boden fallen. „Ich habe zwei Tage nicht geschlafen. Komme gerade vom Transportzug.“

Ich wollte zu einem leeren Stockbett gehen, aber zwei Gefangene versperrten mir den Weg.

„Warum kommst du so spät in unser ‚Heim‘?“ fragte ein großer Mann in schwarzen Pullover.

„Ich komme gerade vom Transport“, antwortete ich.

„Du warst ganz alleine in einem Transportzug?“ piepste eine Stimme aus einem Bett.

„Nein, wir waren etwa Hundert vom Irkutsk Gefängnis.“

„Wo sind sie? Warum bist du alleine hierher gebracht worden? Es ist eine Falle!“ rief jemand.

„Hau ab hier! Ruf eine Wache! Wir haben Leute wie dich schon gesehen!“ knurrte der Mann im schwarzen Pullover. Er wies auf die Tür.

Ich hatte keine Energie mehr für eine Erklärung. „Ich möchte einfach schlafen“, sagte ich und versuchte Frieden zu stiften. „Ich war zwei Tage und Nächte ohne Schlaf.“

Mehrere Männer begannen, mich zu verfluchen.

Mein Geist flehte zu Gott. O Jesus, sei mit mir! Ich weiß nicht einmal, wo ich bin.

Ein magerer, kleiner alter Mann kam aus der Menge. „Wie viele Leute hast du getötet?“ krächzte er.

„Ich bin Christ. Ich habe keinen getötet. Weil ich an Gott glaube, wurde ich zweimal verurteilt“, antwortete ich.

„In welchem Gefängnis warst du vorher?“

Das erste Mal war im Nord Ural. Ich habe gerade fünf Jahre verschärfte Haft in Yakutia hinter mir.“

„Du bist also Christ und kein Mörder?“ fragte der Mann im schwarzen Pullover. „Es ist das erste Mal, dass ich jemanden wie dich im Gefängnis sehe. Warum haben sie dich in diese Zelle gesteckt? Wir alle sind Mörder.“ Er wies auf den kleinen, alten Mann. „Und dieser tötete fünf Leute. Wir alle kommen von unseren Verfahren und werden in Lager mit verschärfter Haft geschickt.“ Er begann, den Richter und Gott zu verfluchen.

„Warum fluchst du Gott? Protestierte ich. „Er brachte dich nicht hier rein.“

„Wir kennen Typen wie dich“, rief er und kam auf mich zu. „Hau ab! Du bist kein Christ“ Er schob mich mit seiner Schulter.

Ich wusste nicht, was tun. Die feindseligen Gesichter der Gefangenen umringten mich. In meinen acht Jahren im Gefängnis war mir so etwas nicht geschehen. Rufe, Flüche, Drohungen und etwas Böses, was ich nicht verstehen konnte, füllte die Zelle.

„Du sagst, du bist Christ?“ rief einer. „Beweis es! Zeig uns deine Bibel!“ Andere wiederholten den Befehl.

Meine Gedanken rasten wie verrückt. Sollte ich ihnen mein kleines Markusevangelium zeigen? Was, wenn sie es zerrissen? Nein, ich muss es ihnen zeigen. Der Herr wird Sein Wort vor diesen Mördern schützen, wie Er es vor den Soldaten im Zug tat.

„Glaubt ihr wirklich, ich könnte eine ganze Bibel ins Gefängnis schmuggeln? Sie würde konfisziert werden! Aber ich habe das Markusevangelium. Das ist Teil der Bibel“, sagte ich.

„Zeig es uns!“ verlangte einer der jungen Männer.

Ich öffnete meine Tasche und zog die Schachtel mit dem kleinen Evangelium raus. Hände streckten sich aus allen Richtungen, um es zu berühren. „Es ist so winzig!“ wunderten sich die Gefangenen. Jeder wollte es sehen.

„Können wir es lesen?“ fragte der Mann im schwarzen Pullover.

 „Natürlich!“ Ich gab es ihm.

Plötzlich schoss der magere, kleine alte Mann nach vorne und griff nach dem kleinen Buch. „Berührt es nicht!“ rief er. Es ist ein heiliges Buch und unsere Hände sind sündig! Sie sind voll Menschenblut! Lasst ihn vorlesen!“

Der Mann im schwarzen Pullover befreite sich aus seinem Griff. Sein Blick wanderte vom kleinen, alten Mann zum Evangelium, noch in seiner Hand, und dann zu mir.

„Habt keine Angst“, drängte ich. „Dies Buch war für euch wie für mich geschrieben. Es enthält den Weg zur Rettung und neuem Leben.“

Ich stand, hielt noch meine Tasche. Die Müdigkeit überwältigte mich. Ich wusste nicht, wie lange ich noch stehen konnte. Ein junger Mann wandte sich mir zu. „Du kannst heute Nacht mein Bett haben.“ Dann verspottete er die anderen, „Ha! Warum greift ihr ihn an wie Tiere? Seit Jahren ist der Mann nur für seinen Glauben an Gott im Gefängnis, und ihr schikaniert ihn! Setz dich.“ Er zeigte mir sein Bett.

„Woher kommst du?“ fragte er.

„Kiew“

„Ich bin auch von Kiew! Ich habe einen Monat dort geraubt. Dort wurde ich zuletzt verhaftet. In welchem Lager warst du?“

„Tabaga, ein Lager mit verschärfter Haft etwa fünfzehn Meilen von Jakutsk“, antwortete ich.

Ein anderer Gefangener bestätigte meine Aussage. „O ja“, sagte er und wippte mit dem Kopf rauf und runter, „ich kenne dieses Lager. Welche Lager sind noch in Yakutien?“

Ich benannte mindestens drei andere Lager in Yakutien, wo ich Gefangener war. Wieder bestätigten andere Gefangene meine Worte. Der Mann im schwarzen Pullover, der immer noch das Evangelium hielt, setzte sich an den Tisch. Der Rest der Männer stellte sich um ihn und er begann laut zu lesen.

„Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Wie geschrieben steht in den Propheten: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird…“

„Lasst uns es sehen! Ich möchte es halten! Ich möchte es zumindest berühren! Nie im Leben hielt ich ein Evangelium!“ unterbrachen aufgeregte Stimmen.

Genau da scharrte die Metalltür auf und ein Offizier und zwei Soldaten kamen in die Zelle. Sogar bevor die Tür komplett offen war, hatte es der Mann im schwarzen Pullover geschafft, das kleine Buch einem anderen Gefangenen zu geben, der wie ein Blitz auf sein Bett hüpfte. Es geschah so rasch, dass es kaum jemand in der Zelle bemerkte.

„Warum schlaft ihr nicht?“ fragte der Offizier. Dann schaute er mich an. „Wie gefällt euch euer neuer Zellgenosse? Ist er einer von euch?

Alle waren still. Der Offizier schien ziemlich enttäuscht. Er prüfte mein Gesicht, um zu sehen, ob ich geschlagen worden war. Nun war mir klar, warum ich in dieser Zelle war. Er hatte erwartet, die Mörder hätten mich angegriffen.

„Glaubt ihm nichts, was er sagt“, sagte der Offizier, und deutete mit dem Finger auf mich, als er rausging.

Nachdem der Offizier weg war, holte der Mann im schwarzen Pullover wieder das Evangelium. Ich ging auf ein Bett, kniete hin und dankte Gott von Herzen.

„Schaut! Er betet!“ wisperten ein paar Gefangene verblüfft. „Lasst ihn beten. Es ist seine Sache“, sagten andere.

Vollkommener Friede erfüllte mein Herz. Später erfuhr ich, dass der KGB tatsächlich die Gefängnisleiter angewiesen hatte, mich in diese Zelle zu stecken. Sie hatten einigen der Gefangenen vorher Lügen über mich erzählt und diese angestiftet, mich anzugreifen. Ich bin sicher, der KGB verheimlichte die Tatsache, dass ich Christ war. Aber mit diesem kleinen Markusevangelium, hatte Gott auf verblüffende Weise die abgefeimten Pläne Seiner Feinde umgeworfen. Ich fühlte mich vollkommen sicher, von Gott Selbst geschützt.

¬ Auszug aus The Gospel in Bonds: 8 Years in the Soviet Gulags - Imprisoned for His Faith von Georgi Vins, publiziert von Lighthouse Trails Publishing, verwendet mit Genehmigung.

1926 verließ der amerikanische Missionar Peter Vins die Vereinigten Staaten, um in Sibirien zu missionieren. Der junge Peter hatte sein Theologiestudium in Kentucky beendet, dann vorübergehend eine Gemeinde mit russischen Immigranten in Pittsburgh, Pennsylvanien geleitet. Er verliebte sich dort in eine Christin und bat sie, ihn zu heiraten. Sie stimmte zu und die beiden kündigten die Verlobung an. Als jedoch Peter seiner Verlobten sagte, Gott berufe ihn nach Russland, weigerte sie sich, mitzugehen. Ihr Ultimatum war, „Entweder ich oder Russland“. Gebrochenen Herzens blies Peter die Verlobung ab und ging alleine nach Russland.

In Russland segnete der Herr Peter Vins. Die Leute reagierten auf seine Predigt und viele kamen in seine Gemeinde. Auch zog eine Russin, eine engagierte Christin, bald seine Aufmerksamkeit auf sich. Peter begann der jungen Lydia Zharikova den Hof zu machen und heiratete sie 1927. 1928 gebar Lydia ihrem Mann in Blagoveschensk einen Sohn, den sie Georgi nannten. Das Evangelium in Fesseln ist Georgis Geschichte.

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Übersetzt von W. Hemmerling. Bibelzitate wurden aus der Schlachter Bibel 2000 entnommen.

Kontakt: wolfgang.hemmerling@freenet.de