Ivo Sasek – einige
Orientierungspunkte für verunsicherte Geschwister
Diese Zusammenstellung ist nicht
als Überblick über die Lehren von Ivo Sasek gedacht, sondern berührt nur
diejenigen Themen, wo seine Abweichung vom biblischen Evangelium besonders
deutlich wird. Wir anerkennen die Haltung Ivo Saseks in bezug auf praktische
Heiligung und Absonderung von weltlichen Gemeinden, können aber seine Schriften
und Kassetten vom biblischen Standpunkt aus nicht empfehlen.
Stellung zur Heiligen Schrift
Sasek glaubt an die göttliche
Inspiration der Bibel, nicht aber daran, dass sie die endgültige, vollkommene,
abgeschlossene Offenbarung Gottes an die Menschen ist. Neuoffenbarungen sind
also möglich!. Dazu einige Sätze aus Saseks Buch „Laodizeas Verhängnis“, Kapitel
„Frommer Ungehorsam“, Untertitel „Der Ungehorsam aufgrund der Heiligen Schrift“
(S.84-96):
„Vorweg sei gesagt, dass ich kein
Tüpfelchen der Heiligen Schrift antaste. Sie ist das vollkommenste Schriftwunder,
das es auf dieser Welt gibt. … Sie ist eine Sammlung vollendeter Schriftstücke,
Schriftstücke, die direkt aus dem Munde Gottes inspiriert wurden. …
Lasst mich nun etwas sagen, das
viele Gemüter erhitzen wird: Wenn wir glauben, dass am jüngsten Tag allein das
Buch der Bibel aufgeschlagen wird, um unsere Werke und Gesinnungen zu richten,
dann irren wir gewaltig (Offb. 20,12). Glaubt es oder verwerft es, Gott wird
einst mehr Bücher zitieren, die von anderen Verfassern als etwa von Paulus,
Petrus, Johannes oder Jakobus stammen, Schreiber aus allen Jahrhunderten und
Hintergründen. Die Schreiber der Bibel vermitteln uns lediglich den vollkommenen
Rohstoff, …
Das ganze Reich Gottes ist einer
fortlaufenden Entwicklung unterworfen. Jeder, der daran beteiligt ist, legt mit
seiner Offenbarung nur wieder eine Grundlage für denjenigen, der nach ihm kommt.
…
Wie werden wir unseren Ungehorsam
gegenüber so vielen Männern Gottes rechtfertigen, die in unseren Tagen und
während allen Jahrhunderten nach den ersten Aposteln gewirkt haben? Christus hat
durch viele von ihnen genauso verbindlich, ja oft sogar noch
verbindlicher zu uns geredet als
durch das Zeugnis der „Schrift allein“. … Diese Tatsache erfahren wir, sooft wir
beim Bibellesen feststellen müssen, dass der Text uns zu gewissen Zeiten nicht
viel zu sagen hat. Die Diener Gottes dagegen, die Gott eigens zu uns sendet, die
bringen uns auch Sein aktuelles Wort zur Stunde. … Auch in der jüngsten Zeit hat
Gott noch Seine Rufer. Wie kommen wir bloss um sie und ihre Schriften herum? …
Ich habe ja eingangs gesagt, dass die Schrift unsere einzige
und ewige Grundlage ist.
Aber ……
Ich sage es im Namen des HERRN: Wenn Christus heute auch durch das schwächste und verachtetste Glied einer Gemeinde zu uns redet; es ist für uns genauso verbindlich wie die Schrift selbst! … Er wird uns ebenso dafür zur Rechenschaft ziehen, wie wenn wir Mose oder Petrus übergangen hätten. …
Wenn dieses Wort und dieser Aufruf
vom Haupt des Leibes ist, dann wird auch dieses Buch einst vor dem Thron
aufgeschlagen werden …
Die vollkommene Inspiration der
Heiligen Schrift nützt uns ein alter Hut, wenn wir nicht ebenso vollkommene
Inspiration bei deren Auslegung erhalten. Diese vollkommene Auslegung hat Gott
aber willentlich auf den ganzen Leib Christi über alle Zeitalter hin beschlossen
und verteilt. Er allein bestimmt, wem Er welche Bau-steine der Auslegung
anvertraut und wen Er … zur Fortentwicklung der Offenbarung verantwortlich macht.
…“
Die zentrale Stellung von Ivo Sasek
– Sie zeigt sich bereits daran,
dass im Bücher- und Kassettenverzeichnis ausschliesslich Werke von Ivo Sasek
angeboten werden.
– Auf ermahnende Briefe
verschiedener Brüder (auch auf solche, die nebst brüderlicher Kritik auch viel
Anerkennendes enthalten), reagierte Ivo Sasek entweder gar nicht oder dann so,
dass er die Ermahnung ablehnte.
– Die folgenden, wörtlich
wiedergegebenen Sätze aus der Kassette „Wandel im Geist“ (Juni 1999) lassen
keinen Zweifel offen, dass Ivo Sasek sich eine Autorität zumisst, die seit dem
Abschluss der Heiligen Schrift keinem Menschen mehr zusteht. Diese Tatsache
allein genügt eigentlich bereits, um ihn als falschen Lehrer zu erkennen.
„Ich sage: wer gegen diese
Botschaft redet; ich sage: wer gegen mich redet und diese Botschaft, wer sich
dem Wort nicht fügt, das
ich sage, ich Ivo Sasek hier in
Walzenhausen, ist kein echter Diener Gottes.“
„So wahr ich hier stehe, so wahr
steht Gott hinter dem, was ich sage. Und wer gegen mich redet und mich, wie es
jetzt 22 Jahre passiert ist – ich bin der Allerverachtetste, ich wüsste niemand,
der mehr durch den Dreck gezogen wird, buchstäblich nicht. Wer gegen mich redet:
ihr werdet sehen, was mit den Menschen geschieht, denn ich hab den Dienst jetzt
angetreten, erst jetzt. Wer mir jetzt nicht gehorcht, gehorcht dem Herrn nicht.“
„Wenn jemand gegen mich redet, dann
redet er gegen Gott, ich sag es gleich wie es ist.“
Von denjenigen, die nach dieser
Botschaft nach vorne gehen (zu Gebet und Segnung mit Handauflegung) erwartet Ivo
Sasek, dass sie sich verbindlich und ausschliesslich an ihm orientieren, sich in
seinem Werk „bemessen“ und von ihm als Organismus einpflanzen lassen. „Wir
pflanzen dich dort ein, wo du hingehörst.“ Alles müsse unter „apostolisch-prophetischer
Aufsicht“ geschehen, und ein paar Sätze später heisst es „unter unserer Aufsicht“.
Spezielle Begriffe
– „Bemessung“: In den Panorama-Nachrichten
vom Dez. 1998 erklärt eine Mitarbeiterin: „Ja,für uns war es zuerst auch
erstaunlich, wie Gott diese neue Art des Dienstes in unserer Mitte hervorschälte.
… Die meisten bemessen sich viel zu hoch, meinen, die Schuhe des Vaters seien
exakt das Richtige für sie… Praktisch sieht [eine Bemessungswoche] so aus, dass
Ivo jeweils am Besuchertag einen Grund mit dem Wort legt. In der kommenden Woche
erarbeiten wir dann als Team (ohne Ivo) dieses Wort, helfen mit, dass jeder
selber vor Gott stehen kann, bis er weiss, was der Herr durch die Predigt in
sein Leben hineinspricht. …“
– Organische Konferenz, organisches
Leben, organische Realitäten
– Organische Christus-Generation (unter
diesem Namen tritt die Gemeinschaft um Ivo Sasek seit Sommer 2000 in die
Öffentlichkeit mit Vorführungen von „3-D-Live-Shows“)
– Hochziele Gottes
– usw.
Charismatische Elemente
Dazu liessen sich viele weitere Beispiele finden. Nur ein paar wenige:
„Mitten im Gebet brach sich ein Schub göttlicher Salbung Bahn“ (Panorama-Nachrichten, März 98)
„Da war ein Salbungsstrom nach dem anderen“ (do)
… die prophetische Predigt von Ivo
(Panorama-Nachrichten, Dez 98)
Zeichen und Wunder auch für unser
Zeitalter (Kassette „Wandel im Geist“, Juni 99)
Kinder – die uns verheissene Erlösergeneration
Aus „Der Oelbaum“, Sept. 2000:
„Und in unseren Tagen, wenn es um
die Vollendung der Gemeinde geht, geht es um die Herausgeburt einer ganzen
Erlösergeneration. Darum hat der
Feind wieder mit Kindermord begonnen [Geburtenregelung, Abtreibung]. Dass diese
Mordwelle gerade in unseren Tagen den Höhepunkt aller Zeiten erreicht hat, zeigt
an, dass genau jetzt die Stunde da ist, da diese verheissene neue
Erlösergeneration am Entstehen ist.
Wollen wir unsere Kinder in die Fülle des ihnen zugedachten Erbes und in die Vollkraft des Geistes hineinbringen, müssen wir sie nach den Bedingungen der Nasiräer grossziehen [nicht im at-äusserlichen, sondern im nt-übertragenen Sinn]: Aller rivalisierenden Gaumen-, Ohren- oder Fleischeslust, sowie jeglicher Leidenschaft bereits in den Anfängen wehren.
Auf unsere Kinder soll der Geist
des Herrn fallen. Sie sollen, erfüllt von der Kraft und Salbung des Allmächtigen,
Träger einer durchschlagenden Erweckung – beginnend unter Kindern – werden. …
Durch sie sollen Werke Gottes geschehen, die diese seufzende Schöpfung ins
Jauchzen und die Sterne am Himmel ins Tanzen versetzen. Indem sie in ungetrübtem
Augenkontakt und ungeteilter Beziehung zu Gott, dem Allmächtigen, aufwachsen,
indem sie ohne Ablenkung zu einem immer stärker anschwellenden Kraftfeld Gottes
werden, sollen durch sie Werke Gottes geschehen, wie die Welt sie noch nie
gesehen hat.“
Über die Wirkung der Züchtigung in der Kindererziehung (Aus „Der Oelbaum“, Juni 2000):
„Die Heilige Schrift sagt uns in aller Deutlichkeit, dass das gute Wollen substantiell bei jedem Menschen vorhanden ist, nur eben das Vollbringen des Guten nicht. … Sobald wir … das Böse gründlich genug austreiben, fliesst das Gute von selbst nach. Ich sagte, gründlich genug! Dies ist ein schlichtes Naturgesetz und hat mit Glauben oder Unglauben gar nichts zu tun. … So wie das Gute nie unter Zwang in ein Kind hineinkommt, so kommt das Böse nie ohne Zwang aus ihm heraus. Sobald das Böse ausgetrieben wird, rückt feierlich der gute Vorsatz und Wille nach.“
Kommentar: Das Familienleben und die Kindererziehung der Saseks
ist ohne Zweifel eindrücklich und wohl für viele der grösste Anziehungspunkt und
die Bestätigung dafür, dass die Lehre Ivo Saseks „von Gott“ sein müsse. Gerade
aus den obigen Aussagen geht aber hervor, dass hinter der Zucht und Ordnung, wie
sie bei Saseks sicher vorbildlich gelebt wird, ein Menschenbild steht, das über
das hinausgeht, was die Schrift uns lehrt. Wir befürchten, dass ihre Kinder, die
zum Teil auch schon in den Verkündigungsdienst einbezogen werden, ein ungesundes
Sendungsbewusstsein entwickeln. Sich als Erlösergeneration und Empfänger des
doppelten Erbanteils zu sehen, als gottgeweihte Nachkommen eines gesalbten
Propheten Gottes, das mag ihnen den Antrieb und die Kraft geben, den Erwartungen
entsprechend heilig zu leben. Aber ob sie wirklich die Bedeutung dessen erkannt
haben, was der Herr Jesus Christus am Kreuz getan hat?
Ivo Sasek spricht viel über tiefes,
„organisches“ geistliches Leben, über apostolisch-prophetischen Dienst, aber
kaum etwas über die Person und das Werk und die Herrlichkeit des Herrn Jesus
Christus. Er spricht von der Vollendung der Gemeinde, von der Wiederherstellung
aller Dinge, von der Vereinigung Gottes als unserem Hochziel, von einem alle
Äonen umfassenden Organismus, aber wo
ist das Kreuz, das Zentrum, auf welchem unsere Erlösung ruht? Wo ist die
Botschaft der Errettung, das „Vor-die-Augen-Malen“ des gekreuzigten Christus?
In Saseks Schriften hat der Herr Jesus und SEIN Werk nur einen kleinen Platz!
Auch wenn einiges an Ivo Saseks
Lehre und Leben beeindruckend ist, müssen wir doch vor seiner Bewegung warnen.
Sie ist gefährlich, weil sie über die Schrift hinaus geht, eine höhere, bzw.
tiefere geistliche Erfahrungsebene anbietet und sehr stark auf eine einzelne
Person fixiert ist.
Wer Christi Knecht sein will, halte
sich fern von menschlicher Unterjochung, und sei sie noch so fromm getarnt!
P&A Tschui, November 2000
Nachtrag (Februar 2001)
Vor wenigen Wochen kam ein Buch von Saseks drei ältesten
Kindern (15, 14 und 11-j) mit dem Titel
„Mama, bitte züchtige mich!“ heraus. Es ist recht eindrücklich, wie
sie die Harmonie in ihrer Familie schildern. Mit einleuchtenden (selbst- oder an
Geschwistern miterlebten) Beispielen erklären sie, dass dies möglich ist, wenn
Kinder schon von den ersten Lebenstagen an daran gewöhnt werden, nicht den
eigenen Kopf durchzusetzen. Bedenklicher ist, wie die drei Kinder ihre Eltern,
vor allem ihren Vater samt seinen Lehren und seinem Dienst, durch und durch
verteidigen und fast als unfehlbar hochheben. Geradezu tragisch ist aber die
Bedeutung, die dem Gebrauch der Rute in der Erziehung zugemessen wird, nämlich
erlösende Kraft! Zitat aus dem Beitrag des 14-jährigen David: „Wir alle können
das Gute nicht aus uns selber tun. Auch du kannst das Gute nicht tun. Du bist
machtlos der Hölle ausgeliefert, [Bis dahin sind wir
einverstanden, und jetzt käme das Evangelium, aber nicht so bei Saseks:]
wenn deine Eltern nicht nachhelfen. … Ich bin meinen Eltern ja so dankbar,
haben sie mich nicht nur vor der Hölle gewarnt, sondern
jegliche Sünde, die die Hölle verdient,
ausgetrieben und zwar konkret mit der Rute.“ Ein paar Sätze später wendet
David sich an alle Eltern: „Da es mir so ein Anliegen ist, dass Ihr Eure Kinder
vor der Hölle und vor dem Gericht errettet, bitte ich Euch, dass Ihr, wo immer
nötig, zur Rute greift und ihnen das Böse austreibt.“
Das absolut Zentrale, die Botschaft
der Errettung, der Weg zur Errettung ist also bei Saseks völlig falsch!
Anfangs 2001 verschickte Ivo Sasek
eine „Einladung“ an viele Gemeindeleiter. Er bietet darin 6 Veranstaltungen (4
in Deutschland, je eine in der Schweiz und Oe), wobei alle, die diesem Aufruf
nicht Folge leisten, unter ein hartes Gericht Gottes fallen würden. (Der Inhalt
der Veranstaltungen soll ebenfalls eine Gerichtsbotschaft sein, die Ivo in
Gottes Auftrag ausrichten müsse.) Ein paar Zitate aus dem Faltblatt: „Wer daher
diesem Aufruf nicht Folge leistet, ihn verwirft oder schmäht, wird seine Schuld
dafür selber tragen.“ „Ein unbestechliches Gericht wird jeden geistlichen
Vorsteher oder Verkündiger treffen.… Das ganze Volk Gottes wird von diesen
Erschütterungen heimgesucht werden.… Gott hat mir den Schlüssel aus diesen
Gerichten geoffenbart. Wer aus Gott ist, demütigt sich und nimmt ihn aus meiner
Hand an.“
Die Autorität, die Ivo Sasek sich
zumisst, steht heute keinem Menschen mehr zu!