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Hallo Hans-Peter,
nachfolgenden Beitrag habe ich heute gelesen und finde das Geschriebene
sehr auferbauend und mutmachend. Vielleicht findest Du ja, wenn Du
möchtest, Verwendung dafür. Ein Verfasser des Beitrages wurde nicht genannt.
Gruß
Marc
Entmutigt?
„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Johannes
14,1)
Wie nötig hatten die Jünger diesen Trost. Bereits wenige Stunden später,
nachdem Jesus diese Worte zu ihnen gesprochen hatte, gab es eine
dramatische Wendung in ihrem Leben: Kriegsknechte nahmen ihren Herrn und
Meister gefangen, Er wurde weggeführt, verhört, verurteilt und schließlich
gekreuzigt. Und plötzlich waren die Jünger ganz allein. Erschreckt, hilf-
und orientierungslos liefen sie davon und wussten nicht mehr aus noch ein.
Aus Furcht, ebenfalls in die Hände ihrer Widersacher zu fallen,
verriegelten sie die Türen. Und als man ihnen berichtete, der Herr sei
auferstanden, wollten sie die Nachricht nicht glauben. Zwei Jünger waren
Ihm auf ihrem Weg begegnet, und Er hatte sich mit ihnen unterhalten, doch
sie erkannten Ihn nicht. Tage später saßen sieben von ihnen nachts in einem
Boot und wollten fischen, doch ihr Netz blieb leer.
Es waren diese Stunden und Tage, in denen eine eiskalte Hand nach ihren
Herzen griff die Hand der Entmutigung, der Enttäuschung und
des Unglaubens.
Entmutigung ist unser ärgster Feind. Sie ist die Sackgasse ohne
Ausweg eine verschlossene Tür. Wenn sie uns überfällt, erlischt das Licht
des Tages, dann beginnt die Nacht. Dann bleibt auch unser Netz leer, weil
wir aufhören, die Gnade Gottes zu genießen. Entmutigung ist wie ein
eiserner Ring, der sich um unser Herz legt und uns den Atem nimmt. Wer
entmutigt ist, der geht zwar, so wie die Emmausjünger, immer noch neben dem
Herrn her, doch er sieht nicht mehr dessen Herrlichkeit. Entmutigung macht
uns blind. Sie raubt uns das Brot des Lebens. Sie treibt uns in die
Einsamkeit. Durch sie geschieht, was Jesus seinen Jüngern vorhersagte: „
Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, daß ihr zerstreut
werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein lasst.“ Deshalb gibt es für
unsere Seele einen schlimmen Feind die Entmutigung. Hängt sie einmal wie
ein schwarzer Sack über unserem Herzen, dann sitzen wir im wahrsten Sinne
des Wortes im Schatten des Todes.
Als wir Christus in unser Leben aufnahmen, waren wir voller Hoffnungen.
Vielleicht hofften wir, von ganz bestimmten Veranlagungen und Neigungen
befreit zu werden. Oder wir erwarteten, anderen Menschen geduldiger und
nachsichtiger begegnen zu können. Vielleicht meinten wir auch, fortan
keiner Versuchung mehr zu erliegen. Oder wir meinten, daß sich nun bald der
ersehnte berufliche Erfolg einstellen werde.
Wenn wir heute zurückblicken, müssen wir erkennen, daß sich nicht alle
unsere Hoffnungen erfüllten. Möglich sogar, daß wir auf unserem Weg großen
Widerstand und viel Ablehnung erfahren haben, sogar von Freunden, Bekannten
oder Verwandten. Vielleicht gehen wir immer noch ohne den ersehnten
Ehepartner durchs Leben. Auch kann es sein, daß sich unsere Veranlagung
noch nicht wesentlich verändert hat. In diesen Augenblicken geht es uns wie
dem Volk Israel, das voller Freude aus Ägypten auszog, um dann plötzlich
vor dem roten Meer zu stehen. Es sind diese Stunden, in denen ein
gefährlicher Feind nach unseren Herzen greift die Entmutigung.
Hat der Herr uns jetzt etwa verlassen? Weiß Er nicht, was uns gerade bewegt
und ängstigt? Warum hilft Er uns nicht? Warum greift Er nicht ein? Schon
können wir am Horizont die „Armee Pharaos“ erkennen, hören wir das Gedröhn
der Hufe und das Geklirr der Waffen. Angst breitet sich aus, und schon
sehen wir uns erneut unterjocht und versklavt. Der Herr aber sagt: „Euer
Herz erschrecke nicht!“
Er ist der Gott, der die Wege bahnt und uns durch das Rote Meer führt. Für
Ihn gibt es keine Sackgasse.
Was Gott in unserem Leben tut und auf welchen Wegen Er uns führt, mag nicht
immer unserer Vorstellung entsprechen, doch eines wird Er dabei immer tun:
Er wird uns stets näher an Sein Herz ziehen! Deshalb sagt Er zu uns: „Euer
Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“
Jesus, der Herr, wirbt heute um dein Vertrauen. Er ruft uns zu: „Vertraue
mir auch in den dunklen Stunden, die über dich kommen werden. Bleibe bei
mir, gerade dann, wenn du ratlos und verwirrt bist und nicht mehr weiter
weißt. Laß dich nicht von mir abschneiden. Ziehe dich nicht in „dein
Eigenes“ zurück. Verinnerliche nicht den Schrecken, der dir begegnet.
Erkenne, daß ich immer noch bei dir bin. Glaube an mich. Habe Anteil an
mir. Betrachte mich. Ich überblicke deine Situation. Ich habe die Dinge
immer noch in der Hand. Höre nicht auf, mir zu vertrauen.“
Als die Kinder Israel vor dem Roten Meer standen, sagte Mose zu ihnen:
„Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der Herr
heute an uns tun wird. Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet
stille sein.“
Dein Herz erschrecke nicht!