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Frage 162  
 

Siehe auch:  Siehe auch:  und Kopfbedeckung der Frau   
--->   1438
 

 
Versammlung  

http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=784

Lieber Hans Peter,

 
mir geht es um folgendes Kapitel: 1. Kor. 11!
Und zwar um die Frage der Kopfbedeckung der Frau. Meine Frau und ich wollen das Wort des Herrn ernst nehmen und es auch machen wie es in seinem Wort steht.
Also:
Es geht uns nicht um die Frage ob die Frau ihr Haupt bedecken soll oder nicht. Das ist klar. Da dieses Kapitel, Brief durch die Argumentation des HL. Geistes nicht weginterpretiert werden kann.
Aber:
Wann muss die Frau das tragen???
Nur wenn sie laut betet? (also nicht Gemeinde, da ist ja schweigen siehe kap.14, 1. Tim 2, und da müßte sie dann keins tragen)
Denn sonst müßte das eigentlich doch immer sein, denn unser leben soll gebet sein???
 
Vielen Dank für deine Mühe...
IN IHM
Dani

15.10.2016

Lieber Dani

Da zu nächst mal ein kleiner Verweis auf alte Beiträge zu "Kopfbedeckung" . und" Die Beteiligung der Frau in den Versammlungen" .

Und dann noch was höchstpersönliches. Ich selber finde die Diskussion im Lichte einer Schwester betrachtet, dann etwas heikel, wenn der Bruder die an sich biblische Lehre der Kopfbedeckung vertritt, selber bartlos ist. (Jetzt hast Du schon etwas ein Bild von mir....! )  Wenn Gott zur Unterscheidung in die Schöpfung einige Kleinigkeiten hineingelegt hat, soll will ich persönlich dies auch beachten. Seitdem mir diese Dinge persönlich klar geworden sind, habe ich ein gewisses Verständnis für Schwestern die das "Verständnis"  nicht haben. Der Zeitgeist ist,  seitdem es "Zeit" gibt da..

Du hast bemerkt, dass ich Dein "muss" und "müsste" verlinkt habe. 

Hast Du die 9 x "wissest ihr nicht" und das 10. mal "ich will aber, dass ihr wisset" im 1. Korinther schon beachtet?

Ich freue mich auf Deine Beurteilung!
Liebe Grüsse

Hans Peter 

Da noch etwas von Bruder Briem, aus dem Klassiker zum Thema: "Mann und Weib schuf Er sie"

,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.,.

Einleitung

 

Wir leben in ernsten Tagen, den letzten Tagen der Gnadenzeit. Aus Gottes Wort wissen wir, daß "in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden" (2. Tim. 3, 1). Grund und Ursache für diese schwe­ren Zeiten sind nicht in dem äußeren, sichtbaren Bereich zu suchen, sondern in dem inneren, sittlichen Zustand: "Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heil­los, ohne natürliche Liebe..." Also nicht deswegen bezeichnet Gott die Zeiten, in denen wir leben, als "schwer", weil die Gefahr eines Krieges, vielleicht eines Atomkrieges, oder eines Zusammenbruchs der Wirtschaft besteht, sondern weil der sittliche Zustand der Menschen, die ein christliches Be­kenntnis haben, so erschreckend tief ist und sie sich von Prinzipien leiten lassen, die völlig ungött­lich sind.

 

Hinter diesen Grundsätzen, die heute die Welt re­gieren, steht eine machtvolle Persönlichkeit  Sa­tan, der Widersacher Gottes und des Menschen. Gottes Wort nennt ihn den "Gott dieser Welt" und den "Fürsten dieser Welt". Als "Weltbeherrscher dieser Finsternis" läßt er nichts unversucht, das, was von Gott und Seinem Christus noch in dieser Welt zu sehen ist, zu unterhöhlen und zu zerstören. Dabei müssen wir uns darüber klar sein, daß er nicht das äußere Erscheinungsbild zu verändern, ja zu verderben sucht, sondern daß er es in erster Linie darauf abgesehen hat, göttliche Grundsätze beiseite zusetzen und sie durch die seinen zu ersetzen. Ist z. B. das "königliche Gebot" Gottes: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Jak. 2, 8), so sagt er: "Suche deinen eigenen Vorteil." Wir ahnen anhand dieses Beispiels, wie schwerwiegend, tiefgreifend solche Unterschiede in den inneren Grundsätzen sind und wie völlig verschieden sie das äußere Verhalten und Erscheinungsbild prägen werden. Wir müssen lernen, uns in der Beurteilung, ob eine Sache gut oder schlecht ist, nicht so sehr von der äußeren Erscheinungsform leiten zu lassen, ob sie uns gefällt oder nicht (der Teufel weiß, die Dinge dem Geschmack der Menschen anzupassen, er hat eine sechstausendjährige Erfahrung darin), sondern die dahinterstehenden inneren Grundsätze zu erkennen, ob sie von Gott oder Seinem Widersacher sind. Ein Gott wohlgefälliges Verhalten können wir nur dann glaubhaft an den Tag legen, wenn uns nicht die Grundsätze der Welt, sondern allein göttliche Grundsätze leiten.

 

Das Gesagte fest im Auge behaltend, möchten wir uns im Nachfolgenden mit der Stellung von Mann und Frau nach den Gedanken Gottes beschäftigen ‑ einem Gegenstand, der das besondere Angriffsziel des Feindes in unseren Tagen ist und der selbst von wahren Kindern Gottes oft nicht ernst genug genommen wird. Wie gut indessen, daß wir auch in dieser Frage nicht auf den Treibsand menschlicher Meinungen bauen müssen, sondern das untrügliche Wort Gottes als sichere Grundlage und Autorität haben, dem wir allerdings mit Glauben und Gehorsam begegnen müssen, wollen wir es wirklich verstehen und Nutzen daraus ziehen. "Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist", hat der Herr Jesus einmal den Juden gesagt (Joh. 7,17), und das Wort gilt unverändert auch heute noch.

 

Um die Wichtigkeit und Autorität der Aussagen der Heiligen Schrift zu unterstreichen, möchten wir noch bemerken, daß wir alle ‑ Leser wie Schreiber dieser Zellen ‑ Kinder unserer Tage, d. h. von dem Geist unserer Tage mehr oder weniger stark geprägt sind. Oft merken wir gar nicht mehr, daß wir in einem Punkt, einer Verhaltensweise beispielsweise, falsch liegen, weil sich die Veränderung so langsam und damit unbemerkt vollzogen hat oder weil wir die Dinge überall um uns her sehen und uns schließlich daran gewöhnt haben. Dem Verfasser ging es häufig so, daß er, wenn er im Ruhrgebiet aus dem Zug stieg, die schlechte, rauchige Luft wahrnahm, die es da zum Atmen gab. Aber es dauerte nicht lange, ein oder zwei Tage, dann verspürte er nichts mehr davon. Man kann sich eben auch an schlechte Luft gewöhnen! Das gilt auch für schlechte geistige Luft. Wie gut ist es dann und welch ein Segen, daß wir die reine Luft des Wortes Gottes atmen dürfen, das immer der unveränderba­re Maßstab ist und bleibt! Gottes Gedanken bleiben immer dieselben ‑ auch in der uns beschäftigen­den Frage, welche Stellung der Mann und die Frau jeweils hier einnehmen sollen. Die Welt spricht von Gleichstellung der Geschlechter, Gott auch?

 

Wir werden finden, daß alle Dinge nur schön und gut sind, wenn sie an dem Platz bleiben, an den Gott sie gestellt hat.

 

 Die Ordnung Gottes in der Schöpfung

 

Natürliche Beziehungen

Nicht Seiten begegnet man dem Gedanken, daß die sichtbare Schöpfung Gottes jetzt, da Er auf dem Boden der Erlösung eine neue Schöpfung gemacht hat (2. Kor. 5, 17), gleichsam überholt und für den Christen ohne Belang ist. Das aber ist ganz und gar nicht der Fall. Wiederholt kommt Gott, wenn es um eine Korrektur der Verhaltensweise der Seinigen geht, auf anfängliche Grundsätze zurück, die Er von Anfang an in Seiner ersten Schöpfung niedergelegt hat. Diese Grundsätze, diese natürlichen Beziehun­gen, die Bestandteil Seiner ersten Schöpfung sind, bleiben für den Christen solange bindend und be­stimmend, wie er selbst in dieser Schöpfung lebt, d. h. auf Erden ist.

 

Aus Gottes Wort wird nun klar ersichtlich, daß Satan, wenn er den Irrtum einführt, immer die Anfangsgrundsätze der Schöpfung verletzt und mißachtet. Es war sicherlich einer seiner raffiniertesten Schachzüge, den Christen unter dem Vorwand höherer Geistlichkeit einzuflüstern, daß die natürli­chen Beziehungen für sie, die in höhere Beziehun­gen in Christo gekommen waren, nicht mehr von Bedeutung wären. Auf den ersten Blick klingt das auch ganz logisch und einsichtsvoll, und so kam es, daß selbst wahre Gläubige, entweder durch den menschlichen Hochmut oder die menschliche Ei­genliebe genährt, dem falschen Gedanken Satans Gehör gaben und die natürlichen Beziehungen, in die sie der Schöpfer Gott gestellt hatte, mißachteten oder wenigstens vernachlässigten. Gott tritt dem im Neuen Testament entschieden entgegen und ermahnt, die Ehe zu achten; die Speisen, die Er geschaffen hat, mit Danksagung anzunehmen, statt sich dem Asketentum hinzugeben. Er ermahnt die Kinder, ihren Eltern gehorsam zu sein. Er ermahnt die Gläubigen, ihre Witwen zu versorgen und zu eh­ren; und Er will auch, daß Seine Kinder den obrig­keitlichen Gewalten unterworfen sind. Diese flüch­tig hingeworfenen Beispiele machen deutlich, daß wir die von Gott geschaffenen natürlichen Bezie­hungen, selbst wenn sie in gewissem Maß durch die Sünde in Mitleidenschaft gezogen worden sind, aufrechterhalten sollen, gerade wenn und weil wir Seine Kinder sind.

 

Drei Häupter

Nun scheint es, daß sich auch in der Versammlung zu Korinth ungute Praktiken eingeschlichen hatten, und man gewinnt den Eindruck, daß besonders die christlichen Frauen dort eine Freizügigkeit und ein Betragen an den Tag legten, die Gottes Gedanken zuwider waren. Um diesem Fehlverhalten entge­genzutreten, zeigt uns der Heilige Geist in den er­sten Versen von 1. Korinther 11, daß Gott in Seiner Schöpfung eine klare Ordnung oder Rangfolge niedergelegt hat, die zu kennen und zu beachten von äußerster Wichtigkeit ist.

 

So lesen wir dort: "Ich will aber, daß ihr wisset, daß der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, des Weibes Haupt aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott." Dieser Vers zeigt uns, daß es auf der Er­de eine relative, von Gott festgesetzte Ordnung gibt, die wir in absteigender Linie folgendermaßen wie­dergeben , können:

 

Christus hat ein Haupt über Sich: Gott; der Mann hat ein Haupt über sich: Christus, das Weib hat ein Haupt über sich: den Mann.

 

So werden uns hier drei Häupter vorgestellt, und wir wollen mit Gottes Hilfe versuchen, die Bedeutung hiervon zu verstehen. Es mag uns befremden, daß auch der Herr Jesus ein Haupt über Sich hat. Aber wir müssen bedenken, daß wir hier die Ordnung Gottes in der Schöpfung vor uns haben und uns da­her der Herr Jesus nicht in Seiner wesenseigenen Gottheit vorgestellt wird. Obwohl nicht Geschöpf, so nahm Er als Mensch auf Erden doch in wunder­barer Gnade die Stellung der Unterwürfigkeit unter Gott ein und nannte Ihn "mein Gott“. Jesaja hatte von Ihm als dem Knecht Jehovas geweissagt, daß Er sich jeden Morgen von Jehova das Ohr öffnen lassen würde; Er würde Jehova zu Seinem Haupt machen und nur Seinen Willen tun. Der Herr Jesus war auf Erden stets der vollkommen von Gott Ab­hängige, und Gott konnte von Ihm sagen: "Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an welchem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat“ (Matth. 12,18). Er war und ist der vollkommene Diener des Willens Gottes. Wie anbetungswürdig ist es, daß der Herr Jesus, obwohl selbst Gott, freiwillig diese Stellung der Abhängigkeit einnahm und im­mer einnehmen wird (l. Kor. 15, 28)!

 

Aber wenn der Herr Jesus als Mensch in Seine ei­gene Schöpfung eintrat, so nahm Er notwendiger­weise den ersten Platz, den Platz der Vorrangstel­lung, in ihr ein. Die Schrift bezeichnet Ihn deswegen als den "Erstgeborenen aller Schöpfung" (Kol. 1, 15). Diese einzigartige Vorrangstellung fließt aus Seiner wesenseigenen Herrlichkeit hervor: Er ist der Erstgeborene aller Schöpfung, weil Er ihr Schöpfer ist. Der Herr Jesus nimmt also als Mensch den ersten Platz in der Schöpfung ein, und so ist Er auch das Haupt eines jeden Mannes. So wie Chri­stus als Mensch all Seine Weisungen von Seinem Haupt ‑ von Seinem Gott ‑ empfing, so kann auch der Mann (das griechische Wort bedeutet nicht "Mensch", sondern "Mann" im Gegensatz zur Frau) nicht einfach tun und lassen, was er will, sondern er ist verantwortlich, seine Weisungen von Christus, seinem Haupt, zu beziehen und zu befolgen. Wie wenig, ja erschütternd wenig, beachten es die "Männer", daß sie ein Haupt über sich haben! Der Herr Jesus hat den ganzen Acker und damit auch sie erkauft (Matth. 13, 44; 2. Petr. 2, 1), und sie ge­hören Ihm. Einst war Adam das natürliche Haupt ei­nes jeden Mannes, jetzt aber ist es Christus kraft der durch Ihn vollbrachten Erlösung. Gewiß ist Er auch das Haupt des Leibes, der Versammlung, aber das ist hier nicht der Gedanke. In der Schöp­fungsordnung Gottes ist der Herr Jesus das Haupt eines jeden Mannes, sie alle gehören Ihm; und wenn sie Ihm nicht gehorchen, so wird Er sie demgemäß richten.

 

Aber dann haben wir noch ein drittes Haupt in der Ordnung Gottes für Seine Schöpfung: der Mann ist Haupt des Weibes. Als Gott den Menschen schuf, da schuf Er sie "Mann und Weib". Er machte sie ver­schieden, obwohl einander entsprechend. Adam wurde jedoch zuerst gebildet, danach Eva, betont die Schrift in 1. Tim. 2,13. Und in 1. Kor. 11, 8.9 wird dieser Gedanke noch erweitert und gesagt: "Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne; denn der Mann wurde auch nicht um des Weibes willen geschaffen, sondern das Weib um des Mannes willen." Aus diesen Worten wird die Vorrangstellung des Mannes gegenüber der Frau deutlich und begründet. Dennoch, wird ein wenig später hinzugefügt, ist weder das Weib ohne den Mann, noch der Mann ohne das Weib im Herrn; aber das ändert nichts an der Tatsache, daß der Schöpfer die Frau dem Mann unterordnete und daß Er den Mann als Mann und die Frau als Frau schuf.

Die Frau soll nach dem Willen Gottes ihre Weisun­gen von ihrem Haupt erhalten und nicht umgekehrt.

 

Der Charakter der Ordnung Gottes

Gegen kaum einen Grundsatz ist Satan heftiger und mit mehr Erfolg Sturm gelaufen als gegen diesen. Dabei ist es nicht nur bezeichnend, sondern er­schreckend, daß er mit seiner "Emanzipation" nir­gends mehr Gehör fand als in den sogenannten christlichen Ländern.

 

Ehe wir im folgenden auf einige praktische Schlußfolgerungen aus der Schöpfungsordnung Gottes eingehen, möchten wir noch einmal auf den eigent­lichen Charakter dieser Ordnung zu sprechen kommen und damit gewissen falschen Vor‑ oder Einstellungen entgegenwirken. Diese Schöpfungs­ordnung Gottes bezeichnet nicht eine Rangfolge in der Wertigkeit, sondern in der auszuübenden Macht. Das bedeutet mit anderen Worten  und wir bleiben bei dem Verhältnis von Mann und Frau , daß der Mann in keiner Weise irgendwie mehr wert wäre als die Frau. Das entnimmt man zwar vielfach den obigen Worten, aber es ist falsch. Wenn die Frau nach den Gedanken Gottes einen Platz der Unterordnung unter den Mann hat und ihn prak­tisch einnehmen soll, ist diese untergeordnete Stel­lung eine minderwertige Stellung? Durchaus nicht! Hat nicht der Herr Jesus als Mensch auf Erden den tiefsten Platz, den Platz vollkommener Abhängigkeit und Niedrigkeit eingenommen? Und war dieser Platz ein minderwertiger? Ganz im Gegenteil! Welche sittlichen Herrlichkeiten sehen wir bei Ihm  gerade in Seiner vollkommenen Menschheit hervorstrahlend! Nein, das ist kein minderwertiger Platz, den Gott der Frau angewiesen hat.

 

Der Verfasser zögert nicht zu behaupten, daß die Stellung der Frau eine innigere, intimere ist als die des Mannes. Jemand hat nicht unzutreffend den Mann als das Haupt und die Frau als das Herz des menschlichen Geschlechts bezeichnet. Es ist si­cher nicht das Schlechteste, das "Herz" zu sein. Es ist nicht Gegenstand dieser Zeilen, die kostbaren Aufgaben und Tätigkeiten der gläubigen Frauen im Alten und im Neuen Testament aufzuzeigen  es wäre in der Tat der Mühe wert. Auch fiele es uns nicht schwer, Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament dafür anzuführen, daß Frauen geistli­cher sein können als Männer. Uns ging es hier nur darum aufzuzeigen, daß die Frau nicht von gerin­gerem Wert ist als der Mann, daß aber in der Machtordnung Gottes für den Menschen der Mann über der Frau steht. "In Christo" ist sowieso nicht "Mann und Weib" (Gal. 3,28), und die Schwester ist ebenso Priester wie der Bruder. Aber solange wir auf der Erde sind, will Gott, daß wir Seine Ordnung aufrechthalten, wenn auch andere es nicht tun mö­gen. Damit wollen wir zu einigen praktischen Fra­gen übergehen, die mit dem bisher Gesehenen in engem Zusammenhang stehen.

 

 Über das Gebet von Mann und Frau

 

Beten und Weissagen

Wir kommen nun zu einem Gegenstand von großer praktischer Bedeutung ‑ dem öffentlichen Gebet. Grundsätzlich ist es das Vorrecht eines jeden Gläu­bigen, ob Mann oder Frau, sich persönlich im Ge­bet zu Gott zu wenden. Dieser persönliche Umgang mit Gott im Gebet, zu dem wir an vielen Stellen des Wortes Gottes ermuntert werden, kann an Bedeu­tung und Wichtigkeit für die Seele kaum über­schätzt werden; er gleicht dem Atmen der Seele. Es gibt wohl keinen wichtigeren und zugleich auch un­gefährlicheren Dienst als das persönliche Verhar­ren im Gebet für andere, und dieser Dienst steht je­dem Kinde Gottes offen, ob es alt oder jung, ob es mehr oder weniger begabt, ob es männlichen oder weiblichen Geschlechts ist  jeder darf sich im Ge­bet für andere verwenden. Ach, täten wir es nur mehr!

 

Unser Gegenstand indessen ist nicht das persönliche Gebet im Verborgenen, sondern wir wollen uns heute mit dem Gebet beschäftigen, das einen mehr öffentlichen Charakter trägt, und wir werden finden, daß es da gewisse Dinge zu beobachten gilt und daß die Schwester nicht dieselben Vorrechte hat wie der Bruder, sondern gewissen Einschränkun­gen unterliegt. Da der erste Abschnitt von 1. Kor. 11 eine Fülle von Belehrungen zu unserem Thema ent­hält und wir im folgenden darauf mit der Hilfe des Herrn eingehen wollen, möchten wir eine allgemei­ne Bemerkung über ihn voranstellen: Die ersten sechzehn Verse von 1. Korinther 11 beziehen sich nicht auf das, was geschieht oder geschehen soll, wenn wir versammelt sind. Die Belehrungen dar­über beginnen erst mit Vers 17, wie die Worte "zu­sammenkommen" (V. 17), "als Versammlung zu­sammenkommen" (V. 18) usw. deutlich machen. Wir werden sogleich die Wichtigkeit dieser Bemer­kung wahrnehmen.

 

Jeder Mann, der betet oder weissagt, indem er et­was auf dem Haupte hat, entehrt sein Haupt. Jedes Weib aber, das betet oder weissagt mit unbedeck­tem Haupte, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre." Zuerst wollen wir uns die Frage stellen, was mit "beten" und "weissagen" gemeint ist. Aus dem vierzehnten Kapitel unseres Briefes erfahren wir, daß, wer weis­sagt, "den Menschen zur Erbauung und Ermah­nung und Tröstung redet" (V. 3). In jenen Anfangs­tagen des christlichen Zeugnisses, als das Wort Gottes noch nicht vollendet war, bedeutete Weissa­gen oft Reden mit vom Geist inspirierten Worten. Für uns heute ist es das Reden von Gott her zu den Menschen, wobei ihrem sittlichen Zustand genau entsprochen wird und sie dadurch erbaut und er­mahnt und getröstet werden.

Nun glauben wir, daß "Beten" in unserem Vers nicht das verborgene, persönliche Gebet, sondern ein hörbares Beten vor den Ohren anderer bedeutet. "Weissagen" trägt einen gewissen öffentlichen Charakter, es geschieht vor anderen, vor "den Men­schen" (Kap. 14, 3), und das ist sicherlich genauso mit dem hier gemeinten "Beten". Wir können nicht annehmen, daß Gott zwei so ungleiche Dinge wie das verborgene Gebet und das öffentliche Weissa­gen auf diese Weise miteinander verbindet und "betet oder weissagt" sagt.

 

Beten und Weissagen ist nicht allein Vorrecht der Männer, wie uns das Beispiel der Töchter des Philippus in Apostelgeschichte 21 zeigt: Sie "weissag­ten". Das bedeutet nicht, daß sie "lehrten", sondern vielmehr, daß sie mit inspirierten Worten redeten. Sie übten diese Gabe zweifellos nicht in der Ver­sammlung aus, sondern wahrscheinlich zu Hause. Damit stand die Ausübung ihrer Gabe keineswegs im Widerspruch zu der Anweisung des Herrn in 1. Korinther 14, 34, wo wir lesen: "Eure Weiber sol­len schweigen in den Versammlungen, denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern unterwürfig zu sein, wie auch das Gesetz sagt." Das unter­streicht die Wichtigkeit der vorher gemachten Be­merkung, daß, wenn in 1. Kor. 11, 4 ff. von "beten" und "weissagen" die Rede ist, nicht das Zusam­menkommen als Versammlung im Blickfeld des heiligen Schreibers ist. Auch der fünfte Vers in unserem Kapitel macht, ebenso wie Apostg. 21, deut­lich, daß Schwestern durchaus vor anderen beten oder weissagen können, aber sie haben dazu nicht dieselbe uneingeschränkte Freiheit wie die Män­ner, wie wir gleich noch sehen werden. An welche Beispiele wir denken, wenn wir von dem Beten ei­ner Schwester vor anderen sprechen? Nun, kann eine Schwester nicht mit ihren eigenen oder frem­den Kindern beten? Kann sie nicht bei bestimmten Anlässen mit anderen Schwestern beten? Ganz gewiß ist dies das Vorrecht auch der Schwestern, ganz gewiß kann eine Schwester auch heute noch anderen Frauen gegenüber weissagen, aber dann, sagt der Heilige Geist durch Paulus, "laß sie sich bedecken".

 

Über das Bedecken des Hauptes

Viele Gläubige nehmen leider die Sache mit dem Bedecken des Hauptes beim Beten oder Weissa­gen nicht sehr ernst und tun sie als eine geringfügi­ge Äußerlichkeit ab. Aber für Gott ist sie sehr ernst, wie dieser ganze Abschnitt klarmacht: Die ganze Ordnung Gottes in der Schöpfung wird sozusagen "bemüht", um die Frage zu klären, ob eine Frau beim Beten ihr Haupt bedecken soll. Die von bösen Geistern inspirierten Frauen jener Tage hatten die Gewohnheit, ihr Haare wild herumwehen zu lassen; aber das sollte bei dem christlichen Weibe nicht so sein. Sie sollte sich bedecken. Hinter diesem un­scheinbar wirkenden äußeren Zeichen verbergen sich eben in den Augen Gottes wichtige göttliche Grundsätze, und wir können uns diese Tatsache, die uns immer wieder im Wort Gottes begegnet, nicht ernst genug vor die Seele stellen. Wir müssen lernen, die Dinge so zu sehen, wie Gott sie sieht; und Gott sieht nun einmal hinter manchen Äußer­lichkeiten" Grundsätze, seien sie gut oder böse. Um nur noch ein Beispiel hierfür zu nennen: Wenn je­mand einen Irrlehrer (äußerlich) grüßt, nimmt er in Seinen Augen an dessen bösen Werken teil (2. Joh. 10. 11). So kann man durch einen bloßen Gruß in Gemeinschaft mit Bösem kommen, das man selbst nicht tut. Andererseits drückt eine Schwester, die sich beim Beten oder Weissagen nicht bedeckt, aus, daß sie wie der Mann sein will. Vielleicht beab­sichtigte sie dies nicht, hatte daran auch nicht ge­dacht; aber gerade das tut sie, und so sehen es Gott und Seine Engel (V. 10).

 

"Der Mann freilich soll nicht das Haupt bedecken, da er Gottes Bild und Herrlichkeit ist; das Weib aber ist des Mannes Herrlichkeit" (V. 7), d. h., der Mann ist Gottes öffentlicher Repräsentant auf Erden, die Frau dagegen hat solch eine Stellung nicht, sondern sie ist des Mannes Herrlichkeit und wird in ihm gesehen. Der Mann würde sein Haupt, das ist Christus, entehren, wenn er beim Beten oder Weissagen etwas auf dem Kopf hätte. Er würde nämlich dadurch versäumen anzuerkennen, daß er nur Christus als Haupt über sich hat.

 

Praktisch nähme er dadurch den Platz des Weibes ein.

 

Umgekehrt ist es bei der Frau: Wenn sie unbedeckt zu Gott betet, entehrt sie ihr Haupt, das ist den Mann, indem sie die Stellung des Mannes ein­nimmt, die ihr nach der Ordnung Gottes nicht zu­kommt.

 

Wann oder bei welchen Gelegenheiten soll sie sich bedecken? Immer dann, so möchten wir antworten, wenn sie mit ihrem Handeln die Interessen oder die Stellung des Mannes tangiert (berührt). Normaler­weise dankt der Vater für Speise und Trank, wenn er mit der Familie zu einer Mahlzeit versammelt ist; denn er ist der Priester seines Hauses. Ist er aber abwesend, so kann und sollte die Mutter dies tun. Da sie dann aber die Stellung ihres Mannes ein­nimmt, sollte sie sich deswegen unbedingt bedecken und damit zum Ausdruck bringen, daß sie eine Macht, die Macht des Mannes, über sich anerkennt. Die Bedeckung ist also das Zeichen der Macht, un­ter der sie steht (V. 10). Durch das Bedecken sagt die Frau gleichsam: Ich bin selbst nicht Haupt; der Mann ist mein Haupt, und ich bin in Unterwürfigkeit. Sind übrigens unter den Kindern herangewachse­ne, gläubige Jungen, so wird sich die Mutter dar­über Gedanken machen, wann der Zeitpunkt ge­kommen ist, daß diese das Tischgebet überneh­men.

Eine weitere Gelegenheit bietet sich dann, wenn Schwestern miteinander zu Tisch sind und eine für die Speisen danken will. Sie darf das tun, aber sie sollte sich bedecken: Es ist ein öffentliches Gebet. Oder wenn eine Schwester eine Kranke besucht und ihr "geröstete Körner“ von der letzten Zusam­menkunft mitbringt, so ist es gut und angemessen, wenn sie sich bedeckt; kann es doch sein, daß sie dabei weissagt, indem sie einen geistlichen Dienst an der Seele der Kranken ausübt.

 

Sicher gibt es noch eine ganze Reihe von Gelegen­heiten, wo das Bedecken notwendig ist; aber wir möchten noch auf eine besondere zu sprechen kommen, die immer dann vorliegt, wenn wir als Versammlung zusammenkommen. Manche liebe Schwester hat Mühe, die Notwendigkeit der Bedeckung während des ganzen Zusammenkommens einzusehen. Aber was würde sie wohl denken, wenn sie die Brüder mit einer Kopfbedeckung da­sitzen sähe? Genauso ungeziemend ist es, wenn ei­ne Schwester unbedeckt den Zusammenkünften beiwohnt. Das "Tücher Schwenken", wie es einmal ein alter Diener des Herrn nannte, ist keine gute Sache. Doch warum ist ein Bedecktsein während der ganzen Stunde nötig? Zum einen, weil das zeitweilige Sich Bedecken  nur während der Zeit, da ge­betet wird  von der falschen Voraussetzung aus­geht, daß da die Schwester betet und sich deshalb bedecken muß. Wahr ist vielmehr, daß ein Bruder betet, er  nicht die Schwester  ist der Mund der Versammlung zu Gott. Gewiß betet die ganze Ver­sammlung, beten alle Geschwister mit, aber das "Mundstück" ist ein Bruder, er spricht die Danksagung. Zum anderen heißt es in Vers 10 unseres Kapitels: "um der Engel willen". Die Engel sind himmlische Betrachter der Gläubigen auf Erden, und das trifft ganz besonders zu, wenn sie als Versammlung zusammengekommen sind. Nach Epheser 3, 10 wird ihnen durch die Versammlung die gar mannigfaltige Weisheit Gottes kundgetan; d. h., wenn sie die Weisheit Gottes kennenlernen möchten, so be­trachten sie nicht länger die Schöpfung, sondern die Versammlung. Gott will nun, daß die himmli­schen Betrachter in der Versammlung die Einhal­tung Seiner Schöpfungsordnung wahrnehmen. Wenn daher die Engel eine Schwester unbedeckt in die Nähe des Herrn kommen sehen, dann sagen sie gleichsam: Diese Schwester will sein wie der Mann, sie will nicht den Platz der Unterwürfigkeit einneh­men. Gewiß hat die Schwester, ebenso wie der Bruder, mit heiligen Dingen zu tun, und sie ist  "in Christo"  wie der Bruder; aber "in der Versamm­lung" ist sie es nicht. Wir werden auf diesen Grund­satz in anderem Zusammenhang noch einmal zu­rückkommen.

 

Fassen wir diesen Punkt kurz zusammen: Die Engel sollen nicht Unordnung unter Christen, sollen nicht die "Herrlichkeit des Mannes" in der Versammlung

sehen. Deswegen soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben, d. i. das Zeichen der Unterwürfigkeit unter den Mann. Zweifellos spricht der Apostel nicht davon, dieses Zeichen zu aller Zeit zu tragen, "aber“, so hat einmal Bruder J.N.D. bemerkt, "ich glaube, daß es sehr lieblich wäre". Die ganze Belehrung hier betrifft die Ordnung und die Schicklichkeit. Eine Frau ist um so anziehender, je mehr sie sich verbirgt. Ach, daß wir alle dies doch mehr lernten, auch die Männer! Es ist die Herrlich­keit und Schönheit des Geschöpfs, sich zu verber­gen; und Gott hat Freude und Wohlgefallen daran, wenn Er diese Gesinnung bei uns findet, auch bei Seinem Diener.

 

Noch zwei Punkte möchten wir, dieses Thema ab­schließend, anfügen:

 

1. Das Sich Bedecken bezieht sich sowohl auf die verheiratete als auch auf die unverheiratete Frau. In diesem Abschnitt geht es um den Mann als solchen und um die Frau als solche. Wie wir schon im ersten Kapitel gesehen haben, steht die Frau grundsätzlich unter der Autorität des Mannes, was auch aus 4. Mose 30, 3 9 erhärtet wird: Das Gelübde einer Jungfrau, die noch in ihres Vaters Haus war, hatte nur Gültigkeit, wenn ihr Vater darin einwilligte. Ebenso verhielt es sich mit der verheirateten Frau: Ihr Mann mußte zu ihrem Gelübde seine Zustimmung geben, andernfalls besaß es keine Gültigkeit.

 

2. Wenn dem Weib langes Haar "anstatt eines Schleiers" gegeben ist, wie der Apostel in Vers 15 sagt, so macht das keineswegs die vorher gege­benen Anweisungen bezüglich des Kopfbedeckens ungültig. Langes Haar ist eine Ehre für die Frau, aber diese Ehre oder Herrlichkeit der Frau soll nicht in der Gegenwart Gottes gesehen wer­den. Deswegen: "So laß sie sich bedecken!"

 

Die arme, blinde Welt steht diesen Dingen ver­ständnislos, wenn nicht gar spöttelnd gegenüber; sie kann sie auch nicht verstehen, weil sie "geistlich beurteilt" werden. Wenn der Herr aber uns, den Seinigen, Licht über Seine Gedanken schenkt, so möge Er uns auch helfen, sie in die Tat umzusetzen und Ihn durch willigen Gehorsam, der aus der Liebe zu Ihm hervorfließt, zu verherrlichen!


15.10.2016 Hallo Hans Peter,
 
ich wollte dir ja mal schildern, wie wir die Sache mit dem Kopftuch so leben, nach unserem Erkenntnisstand:
 
Also:
Meine Frau trägt das Kopftuch, wenn sie aktiv betet, d. h. wenn wir zusammen Gebetsgemeinschaft haben, oder sie alleine betet. Wenn wir schon Kinder hätten würde sie beim (weissagen) erzählen oder Bibellesen mit den Kindern auch das Kopftuch aufsetzen.
 
Und zwar deshalb:
Aus 1. Kor. 11 wird nur beten und weissagen genannt -> nicht immer
In der Gemeinde ist ja schweigen für die Frau -> kein Kopftuch, da sie nicht betet und weissagt
wenn sie in der Versammlung ein Kopftuch aufhätte würde sie damit ja sagen, dass sie beten und weissagen will....
 
Wir sind mit dem Thema aber nicht fertig, da ich denke dass diese Position auch ihre Schwierigkeiten hat....
In diesem Kapitel weisst Paulus ja eigentlich auf einen  Misstand hin und erwähnt es deshalb nur im Hinblick auf beten und weissagen???
 
Auf jeden Fall ist die Kopftuchfrage keine Kulturelle. Und wir haben uns schon ewig viele Gedanken gemacht und zum Herrn um Weisheit gebetet....deswegen sind wir bis jetzt zu dieser Entscheidung gekommen.

Eine Frage noch: Warum bringt Bruder Briem die Stelle aus Epheser? Die Kopftuchfrage steht im Zusammenhang des allgemeinen! Bei jedem Gebet. Und da man nur weissagen im aktiven Sinn kann wird das beten auch aktiv gemeint sein, da wir allezeit beten sollen   -> dann würde im 1. Kor 11 stehen, dass sich eine Frau immer bedecken soll.....
 
so far von uns
 
IN IHM
 
dein Dani

Lieber Dani 15.10.2016

Ich weiss nicht mehr genau wer aber es war letzthin, da hat mir ein Bruder bez. der Kopftuchfrage folgendes gesagt: "Wenn sie eines trägt, macht sie bestimmt nichts falsches." Find ich echt schön die Antwort. Aber ich bin überzeugt dass eine Schwester die den Weg kompromisslos, im Glaubensgehorsam mit dem Herrn gehen will, intuitiv richtig handelt, mit oder ohne Kopftuch. Die "Frage" wurde sws. erst zum Problem, seitdem eindeutige Stellen, zB.   über:  "Schweigen" ungläubig hinterfragt werden.


Lieber Hans Peter,
vielen Dank für dein Beitrag im Forum. Da hast du natürlich recht. Der Herr wirds zeigen. Eine Frage hab ich noch... was meintest du mit bartlos???
IN IHM
Dani

Ich möchte die Thematik in aller Einfachheit
und im Bewusstsein des Stückweisen Erkennens aufgreifen.
Leider werden oft darüber unnüchterne Diskussionen geführt, und es
scheint mir symptomatisch fuer unsere Tage zu sein, da solche Dinge
zum heissen Eisen werden, die man erst gar nicht anpackt. Dabei
geht es in diesem Abschnitt in 1Kor 11 doch um Herrlichkeiten bzgl.
der Schöpfungsordnung.
Wenn wir uns der Bibel unterstellen und ihr in allen Stücken
gehorchen, brauchen wir uns nicht mit theologischen Konstruktionen
auseinander zu setzen, die in sich nicht haltbar sind;
nur zu gut kenne ich Erklärungsversuche bis dahin reichen, da der
Ehering heute das Symbol der Kopfbedeckung damals darstellen solle.
Obwohl ich weder Kinder habe noch verheiratet bin, dafuer aber
verantwortlich fuer die Sonntagschularbeit in unserem Zeugnis bin,
moechte ich uns auffordern, die wir von der Schönheit des Wort Gottes
beeindruckt haben, klar Stellung zu beziehen.
Damit wir bald nicht nur noch die Form haben, gerade weil diese
vielleicht unter Jüngeren zu wenig bekannt ist, last uns diese "mit
Leben füllen", indem wir Gottes Gedanken dazu verstehen lernen.
Beachten wir aber besonders das Wort, das uns selbst (Mann oder
Frau) gilt; allzu oft wissen wir nämlich besser darüber bescheid,
was den anderen betrifft.
Gibt uns V. 5 nicht eine erste Antwort:

J e d e (ob verheiratet oder nicht) Frau, die betet oder weissagt
(beides hörbar) mit unbedecktem Haupt (Kopf), entehrt ihr Haupt
(d. i. den Mann, damit auch ihren, wenn sie einen hat).

In einer englischen Bibel haben wir diese Schwierigkeiten nicht,
weil es dort um man und woman im allgemeinen Sinn geht - an anderen
Stellen wie beispielsweise in Eph. 5, wo es sich um das Zusammenleben
als Familie handelt, um wife und husband und das eheliche Verhältnis
gemeint ist.
Die Kap. 10 - 14 des ersten Briefes an die Korinther bezieht sich
nicht vollständig auf das Zusammenkommen, wie uns die Überschriften
in manchen Bibeln irreführen. Allerdings ist in Kap. 10 vom Tisch des
Herrn die Rede - aber in einem viel umfassenderen Zusammenhang.
Erst ab Kap. 11, V. 17 heißt es vom "Zusammenkommen als Versammlung".
Obwohl die gottesfürchtige Frau in den Versammlungen nicht laut betet
oder weissagt, weil sie schweigt (Kap. 14, V. 34), bedeckt sie sich
trotzdem, da die Versammlung obwohl himmlischer Charakter sich noch
auf der Erde befindet und um der Engel willen. Die Luther -Jubilaeums-
bibel 1964 (!) kommentiert hierzu:

"Die Frau soll die Kopfbedeckung auch im Gottesdienst nicht ablegen,
weil der Unterschied zwischen Mann und Frau, den Gott gestiftet hat,
auch dann in Geltung bleibt, wenn sie vor Gott treten. So wenig sich
die Frau das Haar abschneiden lassen moechte, so wenig soll sie auch
in der Tracht den Unterschied vom Mann verleugnen. 'Eine Macht' ist
ein Zeichen der Vollmacht, unter der sie steht. Beim Gebet tritt die
Gemeinde vor Gottes Thron, um den die Engel versammelt sind; es wäre
ein widerwärtiger Anblick fuer sie, wenn die Frauen unziemlich
erschienen."

Nirgendwo in den Gesellschaften besitzt die Frau eine solch hohe
Achtung als nach den Grundsätzen der Heiligen Schrift, welche zeitlos
und unabhängig von jeweiligen Kulturen ist. Sicherlich ist so manches
Verhalten von gläubigen Ehemännern gegenüber ihren Frauen in der
Geschichte zu bedauern, wo aus biblischer Unterwürfigkeit
Unterdrückung gemacht wurde. Einer Frau wird es nicht schwer fallen,
sich ihrem Mann unterzuordnen, wenn er sie liebt nach dem
unerreichbaren Maßstab wie Christus die Versammlung.

Die Frau ist gleichwertig in bezug auf die Errettung, Stellung vor Gott
usw. (Gal 3, 28) aber andersartig im Leben hier auf der Erde (In der
Ewigkeit wird es einmal keine Geschlechtlichkeit und keine familiären
Beziehungen mehr geben).
Vor einem halben bis einem Jahrhundert hatten selbst die Kirchen
solche Probleme nicht, denn die Frauen kamen bedeckt in die
Gottesdienste, und die Soldaten nahmen den Helm ab zum Gebet, wenn
auch vielleicht nur rein äusserlich.
Wie ernstzunehmen die Anwesenheit von Engeln ist, insb. wenn es um den
wunderbaren Heilsplan Gottes geht, sehen wir noch in folgenden
Stellen: Eph 3, 8-12; 1Petr 1, 10-12 u. a.
Wir sollten uns wieder neu bewusst sein, wie Gott einen jeden von uns
haben will und den Platz einnehmen, den Er fuer uns zugedacht hat.
Ferner ist die Frau des Mannes Herrlichkeit (V. 7) bzw. ihr langes Haar
ihre persönliche Ehre (V. 15). Es ist schade, wenn Frauen sich um ihre
von Gott geschenkte Schönheit "beschneiden", und diese sollte aber bei
den Zusammenkünften nicht gesehen werden, da wir Christus vor Gott
weben möchten und nicht die Herrlichkeit eines Menschen.


Kindererziehung sollte in der "F u r c h t  und Ermahnung des Herrn"
(Eph. 6, 4) geschehen, und es ist richtig, da sie schon bald die
Atmosphäre in den Stunden kennenlernen.
Sobald Kinder zu verstehen beginnen, da Gott den Menschen als Mann und
Frau geschaffen hat (vielleicht nicht in allen Einzelheiten), sollten
wir ihnen durch Vorbild diese Praxis beibringen, wenn sie evtl. danach
fragen oder wenn nicht, dass wir sie im geeigneten Alter darauf bringen.
Der Apostel redet bei solchen Dingen "als zu Verständigen", die
"beurteilen" können (Kap. 10, V. 15). Wir sollten bedenken, da wir bei
unserer Bekehrung auch nicht erfassen konnten, was das Heil in Christus
alles beinhaltete, aber jeder wird zustimmen, je eher es geschah, desto
besser. Wie der Herr Jesus (Lk. 4, 16) oder auch der Apostel Paulus (Apg.
17, 2) sollten auch wir uns bzw. unseren Kindern gute Gewohnheiten
aneignen.
Wenn es außerdem keine innere Herzenseinstellung ist, sollten wir
niemals zwingen, wohl aber sie in Liebe darauf ansprechen in der Weise
"Und nun, was zögerst du? Steh auf, la dich ..." (Apg. 22, 16), da sie
das fuer sich klären, um dann mit Überzeugung so zu tun. Bestimmt sollte
das auch unsere Haltung sein in den Aspekten von Sammlung, Taufe und
Teilnahme am Brotbrechen.
In Jesu Liebe verbunden, herzlichst
Karsten 15.10.2016

Nachtrag von Karsten

Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, erquickend die Seele;
das Zeugnis Jehovas ist zuverlässig macht weise den Einfältigen.
Die Vorschriften Jehovas sind richtig, erfreuend das Herz;
das Gebot Jehovas ist lauter, erleuchtend die Augen.
Die Furcht Jehovas ist rein, bestehend in Ewigkeit.
Die Rechte Jehovas sind Wahrheit, sie sind gerecht allesamt;
Sie, die köstlicher sind als Gold und viel gediegenes Gold,
und süßer als Honig und Honigseim.
Auch wird dein Knecht durch sie belehrt;
im Beachten derselben ist großer Lohn.
(Ps. 19, 7-11)

Auch Deine Antwort habe ich ebenfalls gelesen. Auch ich finde es
richtig, der Mann einen Bart trägt zur Unterscheidung der Geschlechter,
 welche sich als ein göttlicher Grundsatz durch die ganze Schrift
zieht. Übrigens gilt auch, daß "Christus das Haupt eines j e d e n
Mannes (auch des ungläubigen) ist" (1Kor 11, 3) und daß "d e r  Mann
Gottes Bild und Herrlichkeit ist" (V. 7). Welch eine hohe Verantwortung!
Natürlich können wir kein Gesetz für das Barttragen machen (weil wir
keine explizite Anweisung finde wie für die Frauen, aber wir dürfen
eine Anwendung machen) und Brüder verachten, die das nicht so sehen.
Wenn man sich die alten Fotos ansieht, stellt man fest, daß die
Gesichter doch überwiegend bärtig waren und in der Schweiz habt Ihr
das wohl auch noch häufiger.
Heutzutage ist sowieso alles verkehrt, und es sollte uns mehr
anspornen, ehrbar (anständig) zu wandeln. Außerdem, wenn wir Brüder
uns dessen bewusst sind, kann dies eine Hilfe für Schwestern sein,
denn es wirklich nicht einfach, diese Äußerlichkeiten im Alltag-
und Berufsleben zu akzeptieren.
Das leider vergriffene Buch "Als Mann und Weib schuf Er sie" von
Christian Briem habe ich erst vor einigen Monaten gelesen. Bisher
habe ich angenommen, daß gemeinsame Gebet von Brüdern und Schwestern
außerhalb der Versammlung prinzipiell möglich wäre (und hatte das
auch als sehr schön empfunden, als ich einmal ein älteres
Ehepaar besuchte - daß nachdem der Mann gebetet hat und ein deutlicher 
Abstand eintrat, auch die Frau bedeckt und auch ich als Gast
gebetet hat). Aber ich konnte nachvollziehen, daß (auch nachzulesen
in "Da bin ich in ihrer Mitte" von ihm) im Gebet eine gewisse Leitung
 übernommen wird, die von der Frau dann über den Mann übernommen 
wird. Sicherlich geht es in die Richtung "über den Mann zu herrschen"
 (1Tim 2, 12), obwohl ich das nicht so konkret verstehen
würde. Ist es auch eine vorgenomme Führung, wenn sie ihre Anliegen
und Bitten mit dem Mann vor Gott kundwerden läßt?
Diese Zeilen schreibe ich von unterwegs aus. Vielleicht kannst Du
die beiden Texte zusammenfügen. Wäre dieses Wort als Ergänzung
auch für Tychikus interessant? Bei der ersten Frage, ob sich nur
die verheiratete Frau bedecken sollte, dachte ich noch an 1Kor 7:

Die Unverheiratete ist für die Dinge des Herrn besorgt,
damit sie heilig sei, sowohl an Leib als Geist (V. 34).

Darf das nicht gerade schon sie und auch mich Ledigen kennzeichnen
(V. 32)? Ist das keine gute Schule für uns, einzeln dem Herrn schon
zu gefallen, ehe man den gemeinsamen Weg geht? Dürfen wir an dem
anderen nicht schon etwas Christus-Ähnliches sehen, was uns ermutigt,
zu zweit Ihm nachzufolgen? Zuerst kommt das persönliche Verhältnis
zum Herrn. Es ist traurig, daß bei manchen jungen Geschwistern erst
nach der Verlobung die Taufe und die Teilnahme am Brotbrechen voll-
zogen werden. Sind das nicht Schritte meines Glaubens?

In Ihm bin ich Dein Bruder
Karsten


Lieber Karsten

ich danke dir für Deine ausgewogene Antwort. Bez.  dem Bart wollte ich noch nachtragen, dass die allermeisten meiner lieben Brüder im Herrn natürlich keine Bartträger sind. Meine 5 Söhne sind, glaube ich alle auch bartlos... Na, eventuell geht ihnen da mal ein Licht auf....  

IN IHM
Euer Bruder Hans Peter 


 
 
 Lieber Hans Peter, 22.04.2001

beiliegenden Brief möchte ich Dir nicht vorenthalten, s zunächst letzten
Abschnitt. Es ist doch "gut und lieblich, wenn Brüder einträchtig beieinander
wohnen!" (Ps 133, 1).
In diesem Sinn grüßt Dich herzlich
Karsten


>> Lieber ...,
lieber Werner, der Du die Anregung zum guten Gedankenaustausch gegeben hast,

über Deine Reaktion habe ich mich sehr gefreut. Es ist immer ermunternd,
sich gegenseitig in dem HERRN zu stärken.
Völlig eins bin ich auch mit Dir, daß die Frage uns beide nicht angeht
zum einen als "Mann" nicht (in 1Kor 11 steht auch nicht "Bruder") und
zum anderen nicht, weil wir ledig und kinderlos sind. Wären wir in einem
solchen Familienstand hätten wir sicherlich die Aufgabe darauf zu achten,
obwohl es im gewissen Sinn auch eine persönliche Sache zwischen jeder Frau
und dem Herrn ist, wie ich Dich verstanden habe. Es heißt ja auch nicht
"Mädchen", und das setzt somit eine Reife voraus. Sicherlich ist es gut,
mit derartigen Gewohnheiten früh anzufangen, sobald ein ernsthaftes Inter-
esse bemerkt wird, auch wenn wir auch in anderen Dingen immer Lernende
bleiben. Nur so schaffen wir günstige Bedingungen für geistliches Wachstum,
wenn wir zunächst einmal wie "die Beröa das Wort mit aller Bereitwilligkeit
aufnehmen", aber dann auch "täglich die Schriften untersuchen, ob dies
sich also verhielte" (Apg 17, 11). Es ist heute wohl nicht mehr üblich,
Ansichten von vielleicht erfahreneren Personen anzunehmen, sondern sie
gleich blindlings beiseite zu schieben nach der Gesinnung: "Ich kann tun
und lassen, was ich will und bin niemanden dafür verantwortlich". Die
Erziehung an den Schulen trägt dazu wesentlich bei, daß der moderne
Mensch sich von allen Regeln und Vorschriften frei fühlen kann. Dabei
wissen sie nicht, daß der Teufel so leichtes Spiel mit ihnen hat, dessen
Sklaven sie durch das Sündigen geworden sind. Das mit unserem Verstand
nicht logisch zu erklärende ist dies, daß Menschen nur völlig frei werden
können, wenn sie sich ganz dem Sohn unterwerfen und Ihn als Herrn annehmen,
um in Seiner Abhängigkeit Ihm zu dienen (vgl Joh 8, 31-36; 1Joh 2, 4-10).
Der Menschen entzieht sich seinem Unterscheidungsvermögen, läßt andere für
sich denken und entscheidet blauäugig, was seiner Natur am ehesten gefällt.

Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist,
denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht verstehen, weil es
geistlich beurteilt wird; der geistliche aber beurteilt alles, er selbst
aber wird von niemand beurteilt; denn "wer hat den Sinn des Herrn erkannt,
der ihn unterweise?" Wir aber haben Christi Sinn. (1Kor 2, 14-16)

Dasselbe können wir auf das würdigliche Teilnehmen am Brotbrechen übertra-
gen, wo wir uns selbst zu prüfen haben und den Leib zu unterscheiden
wissen.

Aber wenn wir uns selbst beurteilten, so würden wir nicht gerichtet (Kap.
11, 31).

Es geht also um ein ständiges Anwenden des Wortes Gottes auf unser Leben,
wo wir uns in Seinem Licht erkennen. Wir wollen nicht "im Hören träge
werden, daß wir wiederum bedürfen, daß man uns lehre" (Hebr 5, 11.12).

Denn jeder, der noch Milch genießt, ist unerfahren im Wort der Gerechtig-
keit, denn er ist ein Unmündiger;
die feste Speise aber ist für Erwachsene, welche vermöge der Gewohnheit
geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen
(V 13.14).

Leider kam auch eine "zweifende Überlegung" (aus 1Tim 2, 8) zu dem Thema
der Kopfbedeckung, indem man mir vorwarf, daß ich in den Test etwas hinein-
lege, was dort nicht steht. Mit den Klammern würde ich eine persönliche
Interpretation vornehmen, und die Vorgehensweise sei gewagt. Das betrifft
den Vers 5 aus 1Kor 11. Ich kann ihn mir nicht anders erklären, so eindeu-
tig ist er mir in dem Zusammenhang. Was macht es beispielsweise für einen
Sinn, wenn die Frau im Stillen betet, daß sie sich bedecke, wo ausserdem
in einem Gedanken das Weissagen erwähnt ist, welches nur laut und nicht
für sich geschehen kann (aus der Gegenwart Gottes redend zu anderen).
Kein Geschöpf kann in das Herz eines Menschen schauen, das kann nur Gott.
So "sehen" die Engel nicht, wenn man still betet. Es ist übrigens auch
ein wunderbare Entdeckung, daß selbst der Teufel es nicht kann, der anson-
sten viel Macht hat. Daß er den Mensch dennoch gut beeinträchtigen kann,
liegt an seiner ca. 6.000 jährigen Erfahrung der Menschheitsgeschichte.
Über die Bedeutung von "jede" und die unterschiedliche Verwendung des Wortes
"Haupt" bedarf es wohl keiner weiteren Untersuchung.

Deine Empfehlung, den Zeitpunkt der Kopfbedeckung ab der Taufe zu nehmen,
fand ich sehr wertvoll, weil es sich in beiden Fällen um öffentliche
Bekenntnisse handelt, vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Man kann,
wie gesagt, keine Schemata aufstellen - das muß sich sehr individuell ergeben.
Es ist aber auch schön, wenn wir solche Vorstellungen von Gottes Gedanken
gewinnen, die allerdings bei Geschwistern verschieden sein können.
Vielleicht sollten wir berücksichtigen, daß alle sonstigen Zusammenkünfte,
solche nicht als Versammlung wie z.B. Kinder-, Jugend- oder Seniorenstunde,
Chöre oder Freizeiten, Konferenzen oder Hauskreise (haben nur Berechtigung,
wenn Unbekehrte anwesend sind - alles andere führt zu Parteiungen) immer im
Hinblick auf Versammlung ausgerichtet sein sollen. Je nach Gegebenheiten
gibt es viele Möglichkeiten in der örtlichen Versammlung von selbst
gewählter Gemeinschaft. Dabei ist nur ein Teil der Geschwister eingeladen, das macht
den Unterschied aus. Wir dürfen uns daran freuen, und der Herr wird auch
solche Stunden segnen, solang wir nicht die höchste Form des Zusammenkommens
gering achten oder sie sogar versäumen (s. Hebr 10, 19-25)
Der Herr selbst hat letztere uns geschenkt, wo Er verheißen hat "in der
Mitte derer zu sein, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind" (Mt
18, 20).
Sind das nicht die Gelegenheiten, worin wir verharren sollen? "In der Lehre
der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den
Gebeten" (Apg 2, 42) - diese vier Speichen des Rades christlicher
Versammlungspraxis.
Das sollte unser ganzes Leben kennzeichnen und nicht nur auf jene Stunden
beschränkt sein, "daß wir mit Herzensentschluß bei dem Herrn verharren" (Kap
11, 23).

Die Frau, "die sich zur Gottesfurcht bekennt" (1Tim 2, 10), wird wissen,
wann es "ihr geziemt", sich auch in den zusätzlichen Veranstaltungen zu
bedecken, wenn es ihr deutlich ist, daß diese dazu beitragen, Brückenschlag
zur Versammlung zu bilden, worauf sie hinauslaufen sollen. Sind wir uns
eigentlich bewußt, daß die meisten geistlichen Lieder eigentlich Gebete sind?
Es ist der "in Furcht reine Wandel" der Frau (1Petr 3, 2), der von Gott
belohnt wird. Ist es nicht eine vorzügliche Auszeichnung in Gottes Wort,
wenn es (zwar unter einem ähnlichen Aspekt) spricht von dem "verborgenen Mensch
des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes,
der vor Gott sehr kostbar ist" (V. 4)?

Ein Nachtrag zur ersten Antwort ist nachzulesen unter
http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage162.htm    162
Hans Peter fragte mich an, meinen Beitrag zu veröffentlichen. Hiervon
möchte ich ihm auch eine Kopie schicken, und bitte auch Dich Deine
ergänzenden Zeilen an ihn zu senden. Dabei möchten wir nicht uns erheben,
sondern unseren großen Herrn,
der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und
Erlösung; damit, wie geschrieben steht: "Wer sich rühmt, der rühme sich des
Herrn" (1Kor 1, 30).

Herzlichst in Ihm bin ich Dein Bruder
KarSten >>


22.04.2001
--
Lieber Hans-Peter,

von Karsten hörte ich daß Dich das Thema Kopfbedeckung interessiert und er bat mich, meinen kleinen Beitrag
Dir zur Kenntnis zu senden. Kein Problem!

----------------------
Lieber Karsten,
 
herzlichen Dank für die ausgiebige Antwort, mich geht das Thema zwar wenig an aber ich konnte doch
wieder etwas lernen. Unbeantwortet blieb nur noch der Zeitpunkt. Ich glaube, es ist eine höchstpersönliche Sache und ich
habe keine Frau oder Kinder deshalb nur meine eigene unwesentliche Meinung dazu:

Tatsächlich gibt es Meinungen, die Stelle bezieht  sich nur auf Frauen und die sind "Weibspersonen" erst
nach der Heirat. So folgt dann der Brauch, bei der  Hochzeit von der Ortsgemeinde auf einem silbernen
Tablett ein Kopftuch gereicht zu bekommen. 
Meinen Meinung nach eine verkehrte Auslegung. Eine Frau hat immer ein Haupt (= Verantwortlichen): Den Mann, oder den Vater (siehe 4.Mose 30,17 und  zuvor) oder den ältesten Bruder 1Mo 24,29+53+55). Denn wie sollen sich sonst die unverheirateten 40jährigen verhalten? Für sie gilt die Korintherstelle doch ebenfalls, oder?

Oft sieht man Kinder mit Kopftuch in den Versammlungsstunden sitzen. Warum nicht, sie sehen es als Spiel und wollen es den Erwachsenen gleichtun.  Aber zwingen würde ich meine Kinder niemals. Nur: Angenommen ich hätte eine Tochter und die wäre so 8-16  und wollte sich taufen lassen, so würde ich sie  fragen: "So, du möchtest es vor den anderen  Gläubigen und der Welt öffentlich bekennen daß du zum  Herrn Jesus gehörst, wäre es nicht gut ab heute es auch vor den Engeln zu bekennen?"

Aber wie schon erwähnt betrifft es mich nicht direkt  und ich möchte mich zurückhalten mit Empfehlungen.

herzlichen Gruß,
 
Roland
 
---------------------
...der Herr ist nahe


28.04.2001 


 Frage 162      (Kopfbedeckung)


Liebe Geschwister

Die Frage, ab welchem Alter Schwestern beim Beten ihr Haupt bedecken sollen, haben wir vor ein paar Jahren im Teenagerkreis "unserer" Versammlung bewegt.

Ich habe mir die Antwort einfach gemacht und auf den Wortlaut in Gottes Wort hingewiesen:

* Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder weissagt, entehrt ihr Haupt; ... (1.Kor.11,5)

Ich wies darauf hin, dass hier nicht "Mädchen" steht, sondern "Frau". Sobald sich eine Schwester als Frau fühlt, finde ich es richtig und konsequent, dass sie ihr Haupt bedeckt.

Vielleicht kann dieser kurze praktische Gedanke jemandem dienen.


Mit herzlichen Grüssen.

Hans Rapold,  26.4.2001