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Frage: 702

 
Lieber Hanspeter
 
Was ist Sünde?
J.D. von Frauenfeld

Lieber J.D.


Für Sünde" werden im Grundtext verschiede Worte verwendet.
 

Sünde im AT


1) chatha = falschen Richtung ,Verfehlung

2) pascha = Auflehnung.

3) awah   = krümmen«.

4) schagah  = Irren, ----> Abirren


Sünde Im Alten Testament deutet ein böses Verhalten an und ist im AT kein abstrakter Begriff oder Prinzip.


Sünde im NT:



1) Griech. hamartano bzw. hamartia   bedeutet »nicht treffen« und Schuld

 

Unterschieden wird zwischen sündhaftem  Wesen 
(Sünde als Prinzip)  Joh 9,41 ; 1Joh 1,8 und

sündigen Taten (Schuld). Apg 2,38; 3,19 ; Hebr 1,3; 2,1

 

Apg 9,41 Er aber gab ihr die Hand und richtete sie auf; er rief aber die Heiligen und die Witwen und stellte sie lebend dar.

1Jo 1,8 Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

Apg 2,38 Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber [sprach] zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Apg 3,19 So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn,

Hebr 1,3 welcher, der Abglanz {Eig. die Ausstrahlung} seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner {d.h. seiner eigenen} Macht tragend, nachdem er [durch sich selbst] die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe;

Hebr 2,1 Deswegen sollen wir um so mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten. {O. daran vorbeigleiten, es verfehlen}

 

Mit freundlichen Grüssen

Hans Peter

 

Viel ausführliche kann man zB. in BibleWorkshop über das Thema nachlesen.


WAS IST SÜNDE ?                          01.09.02

Hallo J. D. von Frauenfeld,

In der Heiligen Schrift ist manches in Rätsel- und Sinnbildern zu unserem Nutzen gesagt, das gesagte entweder als Gleichnis oder als dunkles Wort, als Rede von Weisen zu verstehen Spr.1,6. Wir dürfen keinesfalls beim Buchstaben verweilen. Vielmehr müssen wir zur immateriellen und geistigen Betrachtung übergehen, dass die "leiblichen Gedanken" verwandelt werden in Verstand und Vernunft. Darum sagt auch Paulus: "der Buchstabe tötet, der Geist macht aber lebendig" II Kor.3,6. Das Wort Gottes hat überall eine Sinnvolle Aussage für den Gläubigen. Wo der Buchstabe diesen Sinn nicht erkennen lässt, ist sicher ein tieferer und höherer Sinn der hinter dem Buchstaben verborgen liegt. Vornehmlich dort wo der Buchstaben einen Anstoss gibt, ist er zu durchbrechen und den höheren Sinn zu ergründen. Jesus sagt, dass das Gesetz geistlich ist. Kehren wir uns dem Herrn zu, so zieht er uns die Hülle des Buchstabens hinweg. Keinesfalls dürfen wir beim Buchstaben verweilen, denn welchen Nutzen haben wir dann dabei, um in den Tugenden fortzuschreiten.

Denn was für einen Nutzen zur Tugend haben wir davon, wenn der Prophet Hosea durch eine hurerische Frau Kinder zeugte ? Oder wenn Jesaja zur Prophetin einging ? Oder die eherne Schlange die erhöht war ? Nehmen wir noch einige Beispiele von Jesus. Das Wasser, das er den Dürstenden versprach; das Brot, das vom Himmel herabkommt; der Tempel, der zerstört und binnen dreier Tage wieder aufgerichtet wird; die zwei auf einem Bette; der Mühlstein und die beiden Frauen, die mahlen; das Aas und die Geier. All dieses dient uns zur Ermahnung, dass es notwendig ist, die göttlichen Worte zu durchforschen und nachzuspüren, ob ein Sinn gefunden werden könnte, der höher reicht als das gelesene dem Buchstaben nach.

Anhand diesen Beispielen sehen wir die Notwendigkeit uns im Gespräch untereinander mit diesem zu betätigen. Wenn wir den tieferen Sinn der biblischen Worte nicht ergründen, ist es gleich so, wenn wir das Getreide unzubereitet zur menschlichen Speise auf den Tisch vorsetzen, ohne den Halm wegzunehmen und die Körner durch Worfeln von der Spreu zu trennen, ohne das Getreide zu Mehl verarbeitet zu haben und das Mehl in richtige Weise zu Brot als Speise dahergebracht zu haben.

Nach dieser, vielleicht langer Einleitung, gehen wir nun zur Beantwortung Deiner Frage: WAS IST SÜNDE ?  ( Hier als Sünden = Taten  verstanden)  
Es ist keine Pfannenfertige Lösung der Frage, aber einen Wink in die richtig Richtung.

Jene, die mit der Hilfe unseres Herrn Jesus Christus ein tugendhaftes Leben zu führen wünschen, müssen folgendes beachten:

Liebe die Ruhe und hüte Dich vor vielem Reden, denn "bei vielem Reden wirst Du der Sünde nicht entgehen" Spr.10,19; 18,21.

Wenn Du ein Wort der Weisheit hast, sage es deinem Nächsten, aber nur dem, der darnach ein Verlangen hat Spr.9,9, hast Du keines, lege Deine Hand auf Deinen Mund Spr.30,32.

Verleumde Deine Brüder nicht im verborgenen Ps.101,5 und höre nicht auf Verleumder, damit Du dich nicht erhebst und sündigst.

Wenn notwendig tadele öffentlich Matth.18,15.

Was Dir selbst widerwärtig ist, tu deinem Nächsten nicht an, und was Du willst, dass dein Nächster dir tue, das tue du ihm Matth.7,15.

Enthalte Dich unschönen Gelächters.

Hab acht, deinen Nächsten nicht mit etwas zu betrüben, und "vergilt Böses (denn das Böse ist Sünde) nicht mit Bösem" 1.Petr. 3,9, sondern "besiege das Böse durch das Gute" Rö.12,21.

Sei bereit zum Gehorsam in allem, was Gott wohlgefällig ist, soweit es in deinen Kräften steht, und hüte Dich, nicht etwas zu tun, um "den Menschen zu gefallen" vgl. Gal.1,10; 1.Thess.2,4, um nicht die Früchte deiner Mühe zu verlieren.

Sondern in jedem deiner Werke setze Gott in deinen Sinn, denn er sieht Dich, und du wirst nicht sündigen.

Blicke weder nach rechts noch nach links 5.Mose 5,32; Spr.4,32.

Richte Deine Gedanken, ob sie mit der Furcht Gottes übereinstimmen, und wenn du es nicht weisst, frage den ,der es weiss.

Wenn Dich ein befleckter oder schändlicher Gedanke befällt, stelle dir sofort in Deinem Geist das kommende Gericht vor, und sogleich wird er von Dir weichen.

Verachte nicht in Deinem Geist Deinen Bruder Spr.25,9, sondern halte Dich selbst für geringer als ihn.

Um einer Sache willen, deren Du nicht bedarfst, streite nicht Sirach 11,9.

In Deinen Bedrängnissen sage Dank, und "Dein Wort sei: ja, ja und nein, nein" Matth. 5,37, und für die Wahrheit kämpfe bis zum Tod - siehe Kap.44 1.Mose.

Vor allem aber und in allem: "Liebe den Herrn, Deinen Gott, aus Deinem ganzen Herzen und aus Deinem ganzen Geist, und Deinen Nächsten wie dich selbst".

Bei diesem wollen wir es lassen, obwohl es noch viel zu sagen gibt - vor allem zu tun, denn aus dem tun kommt die rede. Nun wünsche ich Dir viel Kraft und Freude in dem Herrn.

Andreas Feracin


03.09.02

Guten Tag..

 
Ich hätte noch eine Ergänzung zu Frage 702. Was ist Sünde?
 
Habe eine gute Definition im Kopf die lautet:
 
Sünde ist jeder Gedanke, jede Tat, jedes Wort und jedes Motiv das nicht dem vollkommenen Massstab Gottes entspricht.
 
Grüsse,
Michael L