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Allversöhnung die Irrlehre Satans und der Satanisten.         Zur Allversöhnungsirrlehre

http://www.agv-apis.de/main.jsp?navid=162

http://www.agv-apis.de/main.jsp?navid=162&pg=1

http://www.martin-wagner.org/allversoehnung.htm

http://www.come2god.de/Start/Heilsgeschichte/Allversoehnung/hauptteil_allversoehnung.html

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/allversoehnung.html

http://www.dctb.de/cgi-bin/Forum001.cgi?action=display&num=489

http://www.dctb.de/cgi-bin/Forum001.cgi?action=display&num=678

http://www.apg238.de/archive/predigten/allvers.htm

http://www.ekg-oeschingen.de/wortbeitraege/allversoehnung.html

http://www.nikodemus.net/article.php?article=543

http://home.t-online.de/home/hgaub/home0000.htm

 

Als ich das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung Jesu Christi, las, stieß ich in Kapitel 22 auf folgende Verse:

«Und er zeigte mir einen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes ausging, inmitten ihrer Straßen und zu beiden Seiten des Stromes den Baum des Lebens, der zwölfmal Fruchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker» (Of/ 22,1+2).

Das Endgericht (Off 20) ist vollzogen jeder nach seinen Werken gerichtet), der neue Himmel und die neue Erde, das neue Jerusalem erschaffen. Es ist alles neu ! Meine Frage ist nun, warum die Blätter des Baumes zur Heilung der Völker dienen, wenn ein jeglicher schon gerichtet ist und sein Urteil empfangen hat? Gibt es demnach doch eine Allversöhnung?

Ihre Schwierigkeiten ergeben sich daher, daß Sie die im Buch der Offenbarung geschilderten Ereignisse streng chronologisch fassen. Es ist aber so, daß die Offenbarung aus mehreren Zyklen besteht, die je eine ganze zukünftige Entwicklung bis ans Ende verfolgt. So gehen beispielsweise die mit den sieben Posaunen verbundenen Gesichte (Kap. 8-10) bereits bis ans Ende: «In den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er seinen eigenen Knechten, den Propheten, die frohe Botschaft verkündigt hat» (10,7). Danach gehen die Gesichte wieder zeitlich zurück, um einen anderen Fragenkreis zu behandeln, nämlich das Schicksal Jerusalems und Israels (Kap. 11-14) bis ans Ende.

Sodann greift der Seher in den Kapiteln 15 und 16 wieder zeitlich zurück und schildert uns die letzte Zeit des Zornes Gottes über die Menschheit, die wiederum bis zum Ende führt: ..Es ist geschehen» (16,17).

In einer Einblendung folgt dann eine detaillierte Darstellung der Hure Babylons und auch ihres Endes, obwohl schon längst gesagt worden ist, daß Babylon gefallen sei (14,8).

Das Kapitel 19 nun zeigt das Ende wiederum von einer anderen Seite: Der Herr kommt, aber zuerst hat er sich mit den Seinen verbunden (Hochzeit des Lammes; 19,7-10), um zusammen mit ihnen zum Gericht zu erscheinen (19,11-16).

Es wird jetzt der Faden chronologisch weitergeführt: die Zerschlagung der Opposition des mit dem Satan verbündeten Menschen gegen den Christus Gottes, darauf die Verbannung Satans in sein tausendjähriges Gefängnis (20,1-3), sodann die tausendjährige Herrschaft des Messias mit seinen Erlösten (20,4-6), die letzte Verführung und endgültige Verurteilung Satans nach dem Tausendjährigen Reich (20,7-10).

Um aber die Entwicklung an ihr absolutes Ende zu führen, fährt das Gesicht fort und schildert uns das letzte und endgültige Gericht über die im Unglauben gestorbenen Menschen (20,11-15) und geht von hier unmittelbar weiter zur Beschreibung des neuen Himmels und der neuen Erde, das ist die Ewigkeit (21,1-8).

In 21,9 geht aber der Seher zeitlich wieder zurück, um von hier bis 22,5 die Herrlichkeit Jerusalems im messianischen Friedensreich zu schildern (die für die Erlösten allerdings in die Ewigkeit überführen wird, wie 22,5 zeigt); denn, wenn uns in zwei Kapiteln die Greuel der großen Hure gezeigt worden sind, dann sollen uns auch in aller Ausführlichkeit die Herrlichkeiten der «Braut, des Weibes des Lammes», gezeigt werden.

Man beachte, wie deshalb dieser Abschnitt fast gleich eingeleitet wird wie das Gesicht über die große Hure: «Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, ...komm, ich will dir zeigen...» (17,1 und 21,9). Diese Einleitung hebt die Episode auch vom großen Zusammenhang 19,1 bis 21,8 ab, wo die verschiedenen Stadien der aufeinanderfolgenden Ereignisse jeweils mit «und ich sah» eingeleitet werden (19,11+17+19; 20,11; 21,1).

Während des messianischen Friedensreiches nun werden «Nationen» sein, die sehr wohl der Heilung bedürfen (22,2), kommen sie doch aus einer Zeit, in der die Sünde sie verdorben hat. Zur segensreichen Regierung des Messias gehört nun, daß sie leiblich und geistlich geheilt werden, so, wie das unter anderen auch der Prophet Jesaja vorausgesagt hat (35,1-10). Leider aber wird die Menschheit auch nach der tausendjährigen segensreichen Herrschaft des Messias sich erneut Satan anschließen. um sich gegen Gott zu erheben (Off. 20,7-9). Hernach folgt das in Off. 20,11-15 beschriebene letzte Gericht. Und dieses läßt keine Zweifel darüber zu, daß der seines Unglaubens und damit seiner Rebellion gegen den Sohn Gottes wegen gerichtete Mensch ewig verloren ist.
Die Bibel kennt also keine Allversöhnung. Darum versuchen wir wie Paulus, «da wir den Schrecken des Herrn kennen, die Menschen zu überzeugen ... denn die Liebe des Christus drängt uns» (2. Kor. 5,11+14). B.P. - Updated: März 12, 2000

 

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Band XI (1996) Spalten 89-93 Autor: Karl Heinz Voigt

 

STRÖTER, Ernst Ferdinand, * 31. Mai 1846 in Barmen, + 29. Aug. 1922 in Zürich. Eigenwilliger, umstrittener Exeget, der als freier Verkündiger nachdrücklich die Allversöhnung lehrte. - Nach seinem Schulbesuch in Barmen und Elberfeld studierte er 1865-1869 in Bonn, Tübingen und Berlin evangelische Theologie. Aus hohem Verantwortungsbewußtsein übernahm er kein Pfarramt, sondern wirkte als Hauslehrer einer amerikanischen Familie. In Paris begegnete er dem Methodistenprediger Wilhelm Schwarz. S. fand Heilsgewißheit. Er prüfte die Kirchenordnung der Methodistenkirche und schloß sich, nach seiner Auswanderung 1869 in die USA, dieser Kirche an. 1879 wurde er als Prediger nach Philadelphia an jene Gemeinde gesandt, die nach seinem zweijährigen Dienst von Friedrich von Schlümbach (s.d.) übernommen wurde. Am 26.12. 1871 heiratete S. Caroline Doelfeld und wirkte danach als Pionierprediger unter deutschen Einwanderern in Texas. 1879 wurde er an eine Gemeinde in St. Pauls, Minnesota, gerufen. Wilhelm Nast erkannte seine schriftstellerische Begabung und öffnete ihm die Spalten des von ihm herausgegebenen »Christlichen Apologeten«. Einige theologische Positionen S.s riefen Widerspruch hervor. Das führte zu einer Verwerfung von Lehransichten durch die methodistische Konferenz. Die integere Persönlichkeit S.s ermöglichte die Berufung als Professor für historische und praktischen Theologie an das Central Wesleyan College in Warrenton, Missiouri. Nach sechsjähriger Lehrtätigkeit wurde er an die Universität Denver, Colorado, berufen. 1894 gab er diese Stellung auf. Im Zusammenhang mit der Bildung der Ausbildungsstätte `Johanneum' in Bonn durch Prof. Theodor Christlieb, hatte er versucht, S. als Mitarbeiter für dieses Institut zu gewinnen. Damit versuchte der Organisator der Deutschen Gemeinschaftsbewegung seine Grundidee, die kirchenbildende Wirksamkeit der methodistischen Kirchen durch die Übernahme von deren Praxis überflüssig zu machen, auch durch die Gewinnung S.s personell auszugestalten. Seine theologischen Einsichten im Blick auf die Rolle Israels im biblischen Heilsplan und die Nachrichten über die Hinrichtung vieler Juden in Rußland brachten ihn nach New York, um dort seine Liebe zu Israel als Judenmissionar zu erweisen. 1898 bereiste er die Schweiz und danach Deutschland, um »Interesse und Verständnis zu wecken für Israel und seine Zukunft« (Evangelist 1898, S. 12). Ein Jahr später siedelte er nach Europa über (seit 1899 in Wernigerode), wohin er im Zusammenhang mit der Judenmission verschiedentlich gereist war (Polen und dreizehnmal Rußland). Er war aber auch im damaligen Palästina (dreimal) und in Südafrika (1911/12). Schon früh bezeichnete S. das `Hakenkreuz' der Nationalsozialisten als Zeichen des »organisierten Antisemintismus«. In Deutschland wirkte S., der nicht mehr im Dienste der Methodistenkirche stand, als unabhängiger Schriftausleger besonders innerhalb der Gemeinschaftsbewegung und der Evangelischen Allianz. Er gründete eine eigene Zeitschrift (»Das Prophetische Wort«) und einen eigenen Verlag (»Maranatha«). Von 1898 bis 1908 nahm er an acht Blankenburger Konferenzen (Ev. Allianz) als gern gehörter Redner teil. Im »Inspirationsstreit« innerhalb der deutschen Gemeinschaftsbewegung (1903), den Professor Johannes Lepsius ausgelöst hatte, nahm S. zunächst für Lepsius Stellung, änderte aber später seine Haltung. Sein Einfluß wurde geringer. Als er einige Jahre später öffentlich immer stärker den Gedanken der »Allversöhnung« vertrat, wurde er gebeten, Blankenburg nicht mehr zu besuchen. 1915 veröffentlichte er die Studie »Die Allversöhnung in Christus«. Wieder trennten sich manche Freunde von ihm, andere bildeten eine engere Anhängerschaft, aus der seine Kurse, die überwiegend in Wernigerrode gehalten wurden, und seine Tagungen im Lande hin und her lebhaften Zuspruch fanden. Seine Freunde gehörten unterschiedlichen Kirchen an, vertraten aber mehrheitlich neu-darbystische Tendenzen. S. wurde auch von manchen Gruppen eingeladen; Anfang der zwanziger Jahre z.B. dreimal je drei Tage von der Berliner Stadtmissionskirche. Selbst Karl Barth bemerkte in KD II,2 S. 294, daß die Exegese S.s von Römer 11 »trotz ihrer kräftigen Irrtümer nützlich zu lesen« sei. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte S. im Hause seiner Tochter, der Frau des methodistischen Bischofs John Louis Nuelsen.

Werke: Erinnerungen an die Pariser Mission (der Methodistenkirche) aus dem Jahre 1869, in: Der Evangelist, 46. Jg., 1895, 325; Reisebilder aus dem Morgenland, in: Der Christliche Apologete, hrsg. v. Wilhelm Nast, Cincinnati/Ohio, Fortsetzungen 1898/99; Israel, das Wundervolk, Ein Wort an Juden und Christen, 1898, 19032, 193?; Die Judenfrage und ihre göttliche Lösung, Römer 11, 1903; Das Königreich Jesu Christi, 1904, durchges.:19092; Das Morgenrot eines neuen Tages über Israel, in: Christl. Apologete v. 22.6.1904, 10; Russische Zeitbilder, in: Christl. Apologete v. 15. u. 22.11.1905, 10 u. 13; Unseres Leibes Erlösung, 1905; Das Evangelium an die Beschneidung, 1906; Het wondervolk Israel, een woord an Juden en Christenen, 1906; Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja, 1908; Kommt der Herr, wenn wir sterben?, 19072; Die Entrückung, in: Das Prophetische Wort (PW), 1907, 289-297, 321-326 u. 354-365; Wer gibt uns das `Königreich' wieder?, in: PW 1907, 97 f; Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja, in: PW 1907, 7-13, 50-56,65-73, 99-107, 129-137, 193-200, 225-230, 257-262; Die Zeiten der Erquickung, in: PW 1907, 13-19 u. 56-62; Der prophetische Inhalt des Vaterunsers, in: PW 1907, 111-116, 137-141, 168-173, 201-205 u. 231-235; Die Entrückung der Gemeinde des Herrn, 1908; Tauffreiheit oder Taufbefehl? (Zur Frage der 'Glaubenstaufe'), 1908; Der brennende Dornbusch, in: PW 1908, 2-13, 33-47,65-77, 97-114; Darf man die Weissagungen des Alten Testaments vergeistigen? in: PW 1908, 77-95; Welche Stelle soll die Lehre von dem Geheimnis des Leibes Christi in unserer Wortverkündigung einnehmen?, in: PW 1908, 193-214; Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen, in: PW 1908, 355-371; Das Gleichnis von den 10 Jungfrauen, 1908; The Glory of the Body of Christ an opening up of the Epistel to the Ephisians, 1909; Was versteht die Schrift unter `Ewigkeit'?, o.J., auch in PW 1909, 289-297, 322-329 u. 353-360; Israel, das Licht der Heiden, in: PW 1909, 161-171, 193-200, 225-239, 257-268, 307-318, 330-339; Unsere Stellung zu der sogenannten Pfingstbewegung, in: PW 1909, 321 f; Israels toekomst - met een vorrede van H. M. van Nes, 1910; Gottes Plan für dieses Zeitalter, in: PW 1910, 1-5, 33-48, 97-111, 129-141; Licht aus dem Dunkel, ein Wort zur Pfingstbewegung, 1910, auch in: PW 1910, 1-20; Das Königreich und die Psalmen, in: PW 1910, 33-40, 65-73, 97-106, 129-138, 162-170, 193-201, 225-232, 257-267, 289-300; War Jesus zwischen Tod und Auferstehung im Paradies?, in: PW 1910, 138-149; Die endliche Errettung aller Menschen - darf man sie glauben und lehren?, in: PW 1911, 162 ff, 307-343; Prof. E. F. Ströters Rundfrage, in: Ev. Bausteine 1911, 110-114, publiziert von Reinhold Kücklich. d.Ä.; Ströter/J. Seitz, Die Selbstentlarvung von Pfingstgeistern, 1911, 19122; Die Thessalonicherbriefe, in: PW 1911, 1-9, 33-44, 65-75, 97-106, 129-138, 181 ff, 226-234, 289-307 u. 1912, 2-18, 33-45; Was Gott durch den Glauben wirkt (Hebr. 11), in: PW 1912, 65-75, 97-102, 129-137, 193-201, 225-232, 257-265, 347-372 u. 1913, 26-31, 51-57; Ein Wort in eigener Sache (Besuch und Dienst in Hamburg-Holstenwall, Philadelphiagemeinde), 1913; Die Hölle ein Erweis der Liebe Gottes, in: PW 1913, 225-229, 225-229, auch als Separatdruck; Die zukünftige Welt, in: PW 1913, 4-15, 33-41, 65-74, 97-107, 129-139, 161-170, 193-200, 229-239, 258-268; Entrückung vor oder nach der Trübsal?, in: PW 1913, 207-213; Das Wehe des Herrn über den Verraäter, in: PW 1913, 373-376; Das Evangelium von der Allversöhnung in Christus, 1915, 19162; Erst Entrückung und dann Antichrist, oder umgekehrt? 1916; Die Vollendung der Gemeinde des Herrn, 1916; Strömungen der Gegenwart, 1917; Der Prophet Daniel, o.J.(vor 1918); Die große Zukunftsrede des Herrn, 1916; Die Herrlichkeit des Leibes Christi(Epheserbrief), 1908, 3. durchges.Aufl. o.J. (um 1922), davon 19412; Welche Stellung soll die Lehre von dem Geheimnis des Leibes Christi in unserer Wortverkündigung einnehmen?, o.J.; Christus unsere Heiligung(1. Johannesbrief), 1918, 19253, 19564; Wie soll ich meine Bibel lesen?, 19192, zus. mit Heinz Schumacher, 1962 in der Reihe »Für Leben und Glauben«; Die Allversöhnung in Christus (verkürzte Ausgabe, 164 S.), 1920; Gottes Plan für dieses Zeitalter, 19203, 19414; Das hohe Lied der Sohnschaft (Römer 8), 19203; Der Völkerbund im Lichte der Bibel, 1920; Der Zusammenbruch des Ansturm gegen die Wahrheit der Allversöhnung, 1921; Offener Brief an Herrn Prediger Gustav F. Nagel, 1921; Der Weltkongreß der Sonntagsschulen in Tokio (Okt. 1920), in: Leitstern 1921, 269-272; Unseres Leibes Erlösung, o.J.; Frei vom Gesetz (Galaterbrief), 1911, 19232; Das erste Buch Mose, in: PW 1923, 2-11. 33-51, 65-88, 97-117, 130-148, 163-184; Gottes Gedanken mit Israel, in: PW 1923, 184-191; Christi zweites Kommen verglichen mit dem ersten, in: PW 1926, 2-15; Christus als Haupt und Erbe des ganzen Alls, in: PW 1926, 97-111; Christus als Haupt seiner wartenden Gemeinde, in: PW 1926, 54-65; Göttliche Weisheit und menschliche Torheit, in: PW 1926, 145-158, 193-209; Ist die große Schar in Offenbarung 7,9 die jetzige Gemeinde, der Leib Christi?, in: PW 1926, 241-249; Die Thessalonicher-Briefe, 19272; Bekennen und Wiedergutmachen, in: PW 1927, 193-198; Die Entrückung der Gemeinde des Herrn, o.J.; Hat die Gemeinde vor ihrer Vollendung ein neues Pfingsten zu erwarten?, 1918; Die große Zukunftsrede des Herrn (Matthäus 24), o.J., 2. durchges. 1922; Die biblische Auferstehungslehre, o.J.; Christus, unsere Heiligung, 1956; zus. mit Karl Geyer, Die paulinische Lehre vom Leib Christi, 1963, in der der Reihe »Für Leben und Glaube«; Der Fürst des Lebens muß einst alles erben, 1966, hrsg. v. Heinz Schumacher; unter dem Pseudonym Curare, erschien: Israel ist mein erstgeborener Sohn, Ein Versuch zur Lösung wichtiger Fragen der Vergangenheit und Zukunft, o.J..

Zeitschriften: Das Prophetische Wort, hrsg.v. Ernst Ferdinand Ströter ab 1907; ab 1919 hrsg von E.F.Ströter und Heinrich Schaedel, ab 1923 bis 1937 hrsg v. H. Schaedel.

Lit.: E. C. Marquardt, Jubiläumsbuch der St. Louis Deutschen Konferenz (der Bischöflichen Methodistenkirche in Amerika), nach 1903, 376-379 (mit Bild); - Paul Fleisch, Die moderne Gemeinschaftsbewegung in Deutschland, 19123, passim; - Paul Fleisch, Die Pfingstbewegung in Deutschland, 1957, passim; - o. V., Nachruf, in: Der Leistern, hrsg. v. Hugo Georgi, 1922, 431 f; - Bernhard Haake, Prof. Ströters Stellung zur Evangelisation und Mission, in: PW 1923, 11-18; - Aus Briefen zum Heimgang von Prof. Ströter, in: PW 1923, 28-31 Paul Fleisch, Die Pfingstbewegung in Deutschland, 1957, passim; - Nachruf in: Auf der Warte v. 17. 9. 1922; - Heinrich Schaedel, Lebensbild von Professor Ernst F. Ströter, 1924; - Gottlieb Fischer, Die Tersteegensruh-Konferenz und ihre heimgegangenen Führer. Jubiläumsschrift zur 25. Tagung 1924, 36-42; - E.F.Stroeter; Frau Professor C. Stroeter +, in: Der Evangelist 1935, 411; - F. H. Otto Melle, 50 Jahre Blankenburger Konferenz, 1936, passim; - Ernst Modersohn, Er führet mich auf rechter Straße, 19485, passim; - Ernst Modersohn, Menschen, durch die ich gesegnet wurde, 19672, passim; - Ernst Giese, Und flicken die Netze, Dokumente zur Erweckungsgeschichte des 20. Jahrhunderts, 1976; - Joachim Drechsel, Das Gemeindeverständnis in der Deutschen Gemeinschaftsbewegung, 1984, 49 f; - Karl Kupisch, E.F.S., in: RGG3, Bd. VI. 419; - Ludwig Rott, E.F.S., in: GemLex S. 493, 1978; - ders., ELThuG, Bd. III., 1916.

Karl Heinz Voigt

Fragen und Antworten

Lehrt die Bibel die Versöhnung aller Menschen mit Gott?

Herr G. M., Georgen

Die Lehre von der sogenannten Allversöhnung hat bei den Gnostikern (von gnosis = Erkenntnis) ihre Wurzeln. Sie versuchten schon zur der Zeit der Apostel die christliche Theologie mit griechischer Philosophie zu verbinden und entwickelten dabei unbiblische Ideen. Aufschwung aber bekam die Allversöhnung durch den Kirchenlehrer Origenes (254 n. Chr. gest.), der als Anhänger der neuplatonischen Philosophie auch die Bekehrung und Begnadigung des Teufels und der gefallenen Engel vertrat. Origenes wurde jedoch 553 n. Chr. von der Kirche als Irrlehrer verdammt. Heute vertreten neben verschiedenen Theologen auch spiritistische Gruppen die Allversöhnung.

Wer sie in der Bibel wiederfinden will, kann sich nur auf Interpretationen stützen, die klare Aussagen der Heiligen Schrift ausblenden. Apg 3,13 spricht beispielsweise nicht von einer Erlösung aller Geschöpfe, sondern wörtlich von einer „Wiederherstellung" alles dessen, was Gott durch die Propheten geredet hat. Auch Paulus sagt nicht in Rö 5,18, dass alle Menschen gerechtfertigt werden, sondern dass die Möglichkeit der Rechtfertigung für alle Menschen besteht. Der Mensch aber muss die Gerechtigkeit Gottes im Glauben annehmen. Nur dann wird sie für ihn gültig. Gott erbarmt sich zwar aller (Rö 11,32), aber wenn der Mensch dieses Erbarmen zurückweist oder nicht daran glaubt, erhält er laut Paulus kein ewiges Leben (Rö 5,1.2; 10,10.11; Hbr 11,6).

Die Bibel kennt also immer zwei Wege: Ewiges Leben durch den Glauben an die Rechtfertigung des Menschen durch Christus oder ewiger Tod. Gott ist nicht nur gnädig, er ist auch ein gerechter Richter. Zahlreiche biblische Aussagen zeigen deshalb, dass es am Ende Menschen geben wird, die kein ewiges Leben erhalten, weil ihre eigene Gerechtigkeit sie nicht erlöst oder weil sie Gottes Willen nicht befolgen (Mt 5,20; 7;21-23). Jesus sagt sogar, dass viele in die „Verdammnis" gehen (Mt 7,13). In zahlreichen Gleichnissen und Predigten spricht er über Gericht und ewigen Tod, weil Menschen Gottes Angebot des ewigen Lebens ablehnen oder sich gegen ihn wenden.

In Offb 20,6-5 schildert Johannes schließlich dieses Endgericht, in dem die Gottlosen aber auch Satan und seine Engel den zweiten Tod sterben, weil ein Feuer vom Himmel sie vernichtet. Alle diese Texte lassen keine Allversöhnung zu. Man kann also den Gedanken des Gerichts nicht als jüdische Tradition und die Versöhnung aller mit Gott als original christlichen Gedanken betrachten.

Gott möchte zwar nicht, dass jemand verloren geht, aber wenn der Mensch sich nicht für Gott entscheidet, wird er kein ewiges Leben erhalten (2 Pt 3,9). Gott bietet uns das ewige Leben durch Christus an, aber er zwingt es uns nicht auf, wenn wir es nicht wollen (Hes 33,11). Auch das ist ein Zeichen seiner Liebe.

Im Gericht am Ende der Welt macht Gott alles wieder richtig, was die Sünde zerstört hat (Offb 21,3-5). Deshalb muss er sie ein für alle Mal beseitigen. Entweder der Mensch wendet sich Gott zu und lässt sich durch Christus befreien oder er muss als Träger der Sünde den zweiten Tod sterben. Diese Entscheidung zwischen Leben und Tod nimmt ihm niemand ab.

Siegfried Wittwer
Leiter des Bibelstudien-Instituts

[http://www.stimme-der-hoffnung.de/ibsi/navi.htm]

 

 

Letzte Änderung: 08.07.1999

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Überrascht von der Entdeckerfreude

Eine Ermutigung zum Bibelstudium

von Wolfgang Klippert [ 1 ]

 

"Es ist 6.30 Uhr. Ich bin wieder einmal zu spät aufgestanden. Zum Kaffee aufbrühen reicht es nicht mehr. Nur noch ein Glas Instant-Kaffee kann mich retten: ein Löffel Pulver, heißes Wasser, umrühren - fertig!"

In unserer stressigen Zeit werden viele solcher Instant-Verfahren entwickelt: schneller Erfolg bei minimalem Aufwand. Wer wünscht sich das nicht?! Leider entsteht dabei aber auch eine Grundhaltung, die zur Oberflächlichkeit neigt. Es fehlen dann der Wille und die Kraft, mit Mühe und Zeitaufwand eine Sache bis ins Detail zu betreiben. Natürlich sind wir als Christen von diesem Trend nicht ausgenommen. Gerade unser Umgang mit dem Wort Gottes ist allzu oft von der Oberflächlichkeit bedroht: Kalenderblatt kurz lesen, einige Gedanken bewegen - fertig!

Viele Christen haben solche "InstantVerfahren" im Umgang mit der Bibel zur Regel gemacht. Zu einem wirklich intensiven Bibelstudium finden nur noch wenige. Und das ist mehr als bedauerlich. Die Freude am Umgang mit der heiligen Schrift schwindet in dem Maße, wie man durch schnelles Hineinschauen eben gerade nichts mehr in ihr entdeckt. Und aus dieser unterschwelligen Verdrossenheit kann es natürlich auch nur sehr begrenzt zu einem geistlichen Wachstum des einzelnen und der Gemeinde kommen. Dabei gäbe es so viel in der Schrift zu entdecken! Gottes Wort ist wie ein Schatz. Aber man birgt ihn nicht im Schnellverfahren, sondern nur im intensiven Bemühen des ausdauernden Bibelstudiums. Dieses Geheimnis gilt es neu zu entdecken und sich überraschen zu lassen von der Entdeckerfreude, die im Umgang mit dem Wort entsteht.

 

Bibelstudium ist intensives Arbeiten an Gottes Wort

Wie der Name Bibelstudium schon sagt, geht es dabei um mehr als die tägliche Bibellese. Bibelstudium ist ein Sich-Mühen um den Text, das versucht, bis in die Einzelheiten hinein dem Wort nachzuforschen und biblische Linien und Zusammenhänge zu entdecken. Im Bewußtsein mancher Gläubigen ist das Wort Gottes eher eine Sammlung einzelner "Losungen" und Andachtsverse, eine Aneinanderreihung einzelner Abschnitte. Ein Verständnis der Zusammenhänge wird trotz jahrelangen Umgangs mit dem Wort oft kaum gewonnen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Kalenderblätter, die Herrnhuter Losungen, Bibel lesen und Andachtsbücher haben all( ihren Platz und ihre Bedeutung. Aber wer nur von solchen "Mini-Rationen(~ lebt, wird vor dem gedeckten Tisch de: Wortes Gottes sitzen und dennoch ver. hungern. Das eigenständige Nachdenker über Gottes Wort ist eben durch keine Kurzauslegung zu ersetzen - und da! beabsichtigen solche Schriften auch nicht!

Wieviel mehr sollten wir uns von der Freude der Psalmisten anstecken lassen, Das Wort Gottes ist ihnen "köstlicher ah Gold, ja gediegenes Gold, und süßer als Honig und Honigseim" (Ps. 19,11). "An deinen Satzungen habe ich meine Lust", bekennt der Schreiber des 119. Psalms. Und nicht umsonst beginnt das Buch der Psalmen mit einer Glücklichpreisung für den, der "über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht" (Ps. 1,2). Sich Zeit nehmen für das Wort Gottes, mit ihm Zeit verbringen, nachblättern und nachdenken, "widerborstigen" Stellen nicht ausweichen, sondern ihnen nachgehen, Bekanntes neu entdecken, nach der Tragweite für Lehre und Leben fragen - das alles gehört zum Bibelstudium und macht es so fruchtbar und unersetzlich.

 

Bibelstudium eröffnet ein vertieftes geistliches Leben

Nun herrscht leider bei vielen der Gedanke vor, Bibelstudium sei etwas für den gelehrten Fachmann. Der "einfache" Christ brauche nicht so tief in das Wort einzudringen und könne das auch wegen mangelnder Fachkenntnisse, beispielsweise der biblischen Sprachen, nicht. Kindlicher Glaube allein genüge; und auf den gelebten Glauben käme es schließlich an. Offensichtlich hatten die Apostel da eine ganz andere Meinung. Glaube und Erkenntnis sind gerade keine Gegensätze, sondern notwendige Ergänzung. Wachstum im geistlichen Leben ist unmittelbar abhängig von einem vertieften Verständnis des Wortes (vgl. Kol. 1,9-11; 2.Tim. 3,15f). Nein, nicht nur der "Fachmann", jeder Glaubende ist aufgefordert, sich in die Schrift hineinzuvertiefen. In fünf verschiedenen Bereichen möchte ich diese Notwendigkeit des intensiven Betrachtens der Bibel erläutern.

 

a. Bibelstudium hilft, gesunde Lehre zu erfassen

Ein normales Gemeindeglied bekommt im Laufe einer Woche eine Menge "Wort" geboten: Gottesdienst, Mahlfeier, Bibelstunde und manches mehr. Auch wenn dort biblische Lehre vermittelt wird, und davon gehe ich einmal aus, ist es doch bemerkenswert, wie wenig oft behalten und verinnerlicht wird. Gerade an dieser Stelle ist der eigene Umgang mit dem Wort wichtig: Parallelstellen werden aufgeschlagen, die Konkordanz wird gebraucht, ein Kommentar oder ein gutes Buch wird zu Rate gezogen. Auf alle Fälle wird nicht nur passiv gehört, sondern aktiv erarbeitet und entdeckt. Dabei werden auch Themen betrachtet werden können, die vielleicht schon lange nicht mehr in der Gemeinde angesprochen wurden. Dieses systematische und eigenständige Studium der Bibel unter bestimmten thematischen Gesichtspunkten und im Fragen nach der Selbstentfaltung biblischer Texte gibt einen notwendigen Einblick in gesunde Lehre. Und ohne dies kann es kein gesundes geistliches Wachstum geben.

 

b. Bibelstudium hilft, die Geister zu unterscheiden

Unser Glaube wird vielfältig herausgefordert, sei es durch philosophische und zeitgeistige Strömungen oder durch Anfragen aus der Gemeinde selbst. Nicht wenige Christen stehen hilflos vor solchen Herausforderungen und lassen sich sogar unbemerkt auf bibelfremde Denk- und Handlungsmuster ein. Verursacht ist das in vielen Fällen durch einfache Unkenntnis der Schrift. Man läßt sich von Ahnungen, Halbwahrheiten oder von unreflektierten Gemeindetraditionen leiten oder geht eben einfach von der persönlichen Meinung aus - jedenfalls nicht von fundierter biblischer Lehre. Kann es da wundern, daß viele ihren Glauben nicht mehr vermitteln können oder gar selbst falschen Lehren anheim fallen? Jeder Christ sollte das Wort so kennen, daß er Rede und Antwort stehen kann. Das kann aber die Predigt allein nicht leisten. Dazu gehört der engagierte Umgang mit Gottes Wort im eigenen Studium.

 

c. Bibelstudium hilft, das Gebetsleben zu vertiefen

Wir haben es in unseren Gemeinden zur Regel gemacht, keine festformulierten Gebete zu sprechen. Selbst das Vaterunser erscheint vielen schon zu "kirchlich". Das Gebet als Herzenssache soll eben direkt vom Herzen kommen. Oft erschrecke ich aber über die Verarmung vieler Gebete. Nicht daß es ihnen etwa an Länge fehlen würde, aber oft am Inhalt. Und auch meinem Gebet fehlen oft die Worte. Stetig wiederkehrende Floskeln beherrschen weithin unser Reden mit Gott. Damit ich recht verstanden werde: Ich maße mir nicht an, über irgend jemandes Gebet zu Gericht zu sitzen! Der Herr sieht das Herz an!

Aber ist nicht die Lebendigkeit des Gebets auch Ausdruck der Verwurzelung im Wort? Das Verständnis des dreieinigen Gottes, seines Heilshandelns durch die Geschichte von Abraham her über Israel zur Gemeinde, die Sendung Jesu bis hin zu neuem Himmel und neuer Erde ist weithin so gering, daß auch die Worte des Gebets zu flachen Formeln verkommen. Und selbst wenn man alle diese Zusammenhänge kennt, aber nicht durch stetiges Forschen in der Schrift darin lebt, kommt kein lebendiges Gebetsleben zustande. Eine der eindrücklichsten Zeiten meiner Christusnachfolge war die Vorbereitung auf das bibelkundliche Examen im Rahmen meiner theologischen Ausbildung. Die konzentrierte Beschäftigung mit dem Wort hat mein Gebetsleben so bereichert, wie ich es später kaum je wieder so erlebt habe. Wer Gott anbeten und loben will, muß wissen wofür. Ohne Forschen in der Schrift bleiben wir stumm.

 

d. Bibelstudium hilft, den Willen Gottes zu erkennen

In die Nachfolge treten, bedeutet, seinen Eigenwillen aufzugeben und nach Gottes Willen zu fragen. So schwer das im Einzelfall vollzogen wird, so würden wir doch alle zustimmen. Die oft aus innerer Not gestellte Frage aber lautet: "Was will Gott denn eigentlich von mir?" Wenn auch die komplexe Frage der Lebensführung hier nicht entfaltet werden kann, so glaube ich doch, daß oft ein gründliches Studium der Schrift für die Beantwortung dieser Frage zentral wäre. Viele greifen zu sehr problematischen Methoden der "Schriftauslegung" und lassen sich auf irgend eine Weise "ein Wort schenken" oder "einen Weg zeigen". Dabei ist die Schrift voller klarer Gebote und geistlicher Prinzipien, die unser vielfältiges Leben abdecken und es leiten sollen.

Paulus fordert uns zum aktiven Tun heraus: "Prüft, was der Wille Gottes ist..." (Röm. 12,2b). Und als wesentliche Voraussetzung dazu fordert er eine Erneuerung des Denkens (V.2a). Diese Erneuerung kann nur geschehen, wenn wir uns gründlich in das Wort "eindenken" und uns auch infrage stellen lassen. Mancher Ruf nach dem Willen Gottes wäre längst beantwortet, wenn der in der Schrift niedergelegte Wille Gottes durch ernsthaftes Bibelstudium erfaßt worden wäre. Intensives Bibelstudium ist daher die Voraussetzung eines erneuerten Denkens, das im Sinne des Herrn und in Verantwortung vor ihm christliches Leben aktiv gestaltet. Wer dagegen nur in akuter Not verzweifelt in der Schrift blättert, vermag meist keine Hilfe zu erfahren und fördert geradezu geistliche Unreife. Wer dagegen kontinuierlich in Gottes Wort lebt, lernt den Willen seines Herrn kennen.

 

e. Bibelstudium hilft, das Gemeindeleben zu bereichern

"Man kann nicht mehr geben, als man hat", lautet eine alte Wahrheit. Gerade dort, wo ein biblisches Gemeindeverständnis vertreten wird, das bewußt am allgemeinen Priestertum orientiert ist, kommt es auf den einzelnen an. Die Qualität der Zusammenkünfte beispielsweise, in denen der Beitrag des einzelnen erwartet wird, hängt wesentlich von der Qualität ab, mit der sich jeder mit dem Wort beschäftigt. Nicht nur im Bereich des Gebets finden wir oft eine Verarmung, auch im Bereich des Wortes, das als Zeugnis oder Verkündigung gegeben wird. Geistliche Tiefe wird nur dort gewonnen, wo jeder aktuell und frisch am Wort Gottes arbeitet und aus diesem gewonnenen Schatz dann weitergibt.

"Wer kärglich sät, wird kärglich ernten." Ohne Studium der Schrift verarmt nicht nur der einzelne, sondern auch die Gemeinde. Deshalb blieb die erste Gemeinde neben Gebet, Gemeinschaft und Brotbrechen fest in der Apostellehre.

 

Bibelstudium ist durch nichts zu ersetzen

Nun will ich nicht den Eindruck erwecken, als sei Bibelstudium das Allheilmittel für den Christen und die Gemeinde. Aber es ist doch ein ganz wesentlicher Faktor. Die Verankerung im Wort, wie unsere Väter aus der Zeit der Erweckung sie hatten, ist uns zum Teil verloren gegangen. Sollte es wirklich nur an der notwendigen Zeit mangeln oder an fehlender Anleitung?

Es ist entscheidend wichtig, das Wort zu studieren und unseren Herrn selbst darin zu entdecken. Die Vielfalt der biblischen Aussagen, die Vorbilder des Glaubens, die Geschichte Gottes mit Israel und der Gemeinde, die Gestaltung des geistlichen Lebens - das alles zu entdecken, bringt wirklichen Gewinn und weckt ungeahnte Entdeckerfreuden. Die Mühe lohnt sich. Wir sollten uns ermutigen lassen, zu beginnen. Um eine praktische Anleitung zu geben, wie Bibelstudium gestaltet werden kann, verweise ich auf den folgenden Artikel "Praktische Hilfen zum Bibelstudium" auf Seite 6.

© 1989 Wolfgang Klippert. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

Praktische Hilfe zum Bibelstudium

Der Hauptartikel "Zum Thema" (Seite 4) sollte dazu motivieren, selbständiges Bibelstudium zu betreiben. Sicherlich haben sich schon viele einmal daran gewagt. Aber es fehlt oft konkrete Anleitung, wie man Bibelstudium betreiben kann. Im Folgenden möchte ich einige Grundprinzipien vorstellen und verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten nennen. Es handelt sich dabei nur um Anregungen, keinesfalls um eine abgeschlossene Darstellung.

 

1. Allgemeine Grundsätze für das Bibelstudium

a. Verschaffen Sie sich möglichst einen guten zeitlichen Freiraum zum Studieren der Bibel. Einmal in der Woche neben der täglichen Bibellese ist beispielsweise besser als keinmal.

b. Arbeiten Sie mit Papier und Bleistift, um Ergebnisse festzuhalten und spontane Gedanken nicht zu vergessen. Auf die Dauer eignen Sie sich somit einen Schatz von Bibelwissen an. Außerdem sind Sie so gezwungen, Ergebnisse konkret zu formulieren.

c. Lesen Sie einen Textabschnitt immer im Zusammenhang (Kontext). Selbst wenn beispielsweise Parallelstellen aufgeschlagen werden, fragen Sie, was sie im Kontext konkret aussagen. Wer das nicht beachtet, wird schnell zu"interessanten" aber falschen Ergebnissen kommen!

d. Fragen Sie nicht gleich: "Was sagt der Text für mich?" Zunächst ist wichtig zu entdecken, was eigentlich dasteht und was der Autor dieses biblischen Abschnitts damals sagen wollte. Die Anwendung kommt später!

e. Stellen Sie die wichtigen "W"-Fragen: Wer hat was, warum, womit, wo, wie und wozu wann getan? Es gibt wohl kaum eine Stelle der Bibel, die man nicht anhand dieser Fragen klar und gezielt überblicken kann.

f. Gehen Sie auch schwierigen Stellen nach, aber verbeißen Sie sich nicht darin. Vielleicht verstehen Sie es beim nächsten Mal besser.

g. Benutzen Sie Hilfsmittel zum Studium. Keiner kann alles von sich aus wissen. Es wäre geradezu vermessen zu glauben, den Schatz dessen, was in den vergangenen Jahrhunderten der Gemeinde Jesu gegeben wurde, nicht zu benötigen. Natürlich muß mit Hilfsmitteln kritisch umgegangen werden (bis hin zur Verseinteilung, die auch nicht immer sinnvoll getroffen scheint). Aber zu keiner Zeit hat es derart gute Studienliteratur für jedermann gegeben! Kaufen Sie aber nicht alles, sondern ausgewählt (oder lassen Sie es sich schenken)! Wichtige Hilfsmittel sind eine Konkordanz, ein Bibellexikon (das neue "Große Bibellexikon" aus dem R. Brockhaus Verlag ist sehr empfehlenswert), ein Begriffswörterbuch, einen Kommentar. Das könnte zur Grundausstattung gehören. Natürlich können Sie getrost auch ohne diese Hilfsmittel beginnen! Ihre Bibel sollte möglichst eine wortgetreue Übersetzung sein (z.B. Revidierte Elberfelder) und durch eine sinngetreue (z.B. Menge) ergänzt werden; Übertragungen eignen sich nicht zum Studium. Es gibt natürlich noch eine Menge anderer Studienliteratur, aber die lassen Sie sich am besten einmal an einem Büchertisch zeigen.

h. Ziehen Sie konkrete Anwendungen aus dem bearbeiteten Text.

Folgende Fragen sind sehr hilfreich:

Gibt es...

    - eine Lehre, die ich mir einprägen soll?
    - eine Verheißung, auf die ich mich stützen kann?
    - eine Sünde, die ich meiden soll?
    - einen Irrtum, den ich ablegen muß?
    - ein Vorbild, dem ich nachfolgen kann?
    - ein Gebot, das ich einhalten soll?

Fassen Sie konkrete Schlüsse aus dem Bearbeiteten!

i. Studieren Sie ihre Bibel betend!

 

2. Verschiedene Möglichkeiten des Bibelstudiums

Jede noch so große Freude am Bibelstudium vergeht auf die Dauer, wenn man monoton immer nach der gleichen Weise vorgeht. Abwechslung ist wichtig, um die Freude nicht zu verlieren. Und da kann man beim Bibelstudium viel tun!

a. Die Buchbetrachtung

Suchen Sie ein biblisches Buch, das Sie bearbeiten wollen. Machen Sie sich zunächst mit den einleitenden Fragen (wer schrieb wann, an wen...) vertraut. Verschaffen Sie sich einen knappen Überblick über das Buch und gehen Sie dann Abschnitt für Abschnitt vor. Das Ergebnis könnte ein eigener Kurzkommentar sein.

b. Die Lebensbildbetrachtung

Personen, die in der Schrift vorkommen, werden genau betrachtet. Man wird versuchen, ihre Lebens- und Glaubensgeschichte zu verstehen. Über manche Personen ist nur an einer Stelle der Schrift die Rede, andere treten an vielen Stellen der Bibel auf. Gerade relativ unbekannte Personen lassen Freiraum für erstaunliche Entdeckungen.

c. Die Themenbetrachtung

Eine Thema wird durch die ganze Bibel verfolgt, z.B. Engel oder Babel/Babylon. Hier kommt man ohne Konkordanz nicht aus. Ein Themenstudium erschließt besonders gut heilsgeschichtliche Zusammenhänge.

d. Die Begriffsbetrachtung

Sie ist in einem gewissen Sinne auch eine Themenbetrachtung, nur, daß sie den Gebrauch eines bestimmten Wortes in der Schrift erhellen will. Was ist z.B. Sühne? Ein Begriffswörterbuch hilft, das Ergebnis zu überprüfen.

e. Andere Möglichkeiten sind das Arbeiten mit Parallelstellen.

Auch das zunächst ungezielte Arbeiten führt in erstaunliche Zusammenhänge. Sie sehen: Bibelstudium kann äußerst vielfältig gestaltet sein.

Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu wollen. Sind Sie nicht enttäuscht, wenn es anfänglich viel Mühe macht und vielleicht schmale Ergebnisse abwirft. Dranbleiben ist entscheidend! Lassen Sie sich überraschen und erwarten Sie bewußt Gottes Segen - er hat ihn zugesagt! Nach 2.Tim. 3,15 haben die "Heiligen Schriften die Kraft, dich weise zu machen zum Heil..."

© 1989 Wolfgang Klippert. Alle Rechte vorbehalten.

 

[ 1 ] Der Autor, Wolfgang Klippert, ist theologischer Lehrer an der Bibelschule Wiedenest.

 


 

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Copyright (C) 1989 by Wolfgang Klippert. Alle Rechte vorbehalten.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung.
Dieses Papier ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
Dieser Artikel erschient zuerst in der Zeitschrift der Brüdergemeinden "Die Botschaft" Nr. 12/1989
URL: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/bibelstudium.html
Home | Links | Downloads | Webmaster | Ins Netz gesetzt am 9.1.2002; letzte Änderung: 27.09.2002


 

 

Wer ist Arthur Muhl ?

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Geschrieben von MichaelB [53.122.34.117] am Dezember 10, 2001 at 14:11:51:

Antwort auf: Re: Hallo Jürgen :-) geschrieben von Jürgen on Dezember 10, 2001 at 13:49:20:

Hallo Jürgen !

Kannst Du Arthur Muhl kurz beschreiben,
damit wir alle wissen, um wen es sich handelt ?
Er scheint ein Lehrer der Allversöhnung zu sein, wie ich Deinem Schreiben entnehmen konnte.

Fragen an Dich:
Meinst Du, daß Allversöhnung das ist,
was ein Gott der Liebe anstreben kann ?

Spricht Jesus von Allversöhnung ?

Zieht Jesus die Menschen hinter sich her,
oder folgen (die wenigen) ihm nicht freiwillig ?
Die anderen bleiben (Kraft ihrer persönlichen Entscheidung) zurück.

Muß ein Gott der Liebe die Entscheidung der Menschen nicht akzeptieren ?

Was für einen Sinn soll Allversöhnung haben ?

Ist es nicht gar ein falsches Verständnis von Gottes Gericht, von Gerichts-"Strafen" ?


Lieben Gruß
Michael B


P.S.
Wie alt ist die Lehre von der Allversöhnung ?

Das Fegefeuer -welches keine biblische Lehre ist- treffen wir wieder an bei den Katholiken.
Gehört auch die Allversöhnung in diese "Ecke" ? Oder greift die Allversöhnung weiter ?

Heißt Allversöhnung, daß einmal ALLE MENSCHEN, egal ob sie Gott bekämpften (z.B. Satanisten, etc.) ebenfalls gerettet werden sollen ?


 

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