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Informationsschrift                 Siehe auch: 635  Lemuel   631 Ivo Sasek 03.07.02

Ivo Sasek

 

 Obadja

Elaion-Verlag

Panorama-Zentrum

Gemeinde-Lehrdienst 

 

P.K.

 

 

(2. Fassung vom Januar 2001)

 

 


 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Einleitung.. 3

Die Offenbarungslehre Ivo Saseks.......... 4

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen 4

Rhema und Logos............... 4

Denn wir erkennen stückweise.... 5

Göttliche Autorität und geistlicher Hochmut..... 8

Prüfet aber alles................ 8

Wer zu stehen meint............... 9

Ein königliches Priestertum 11

Die Erkenntnis bläht auf.... 12

Weitere Sonderlehren Ivo Saseks........................ 14

Kairos und Aorist........... 14

Die zwei Bäume im Paradies. 15

Der Christus-Organismus. 16

Schlusswort..................... 18

Anhang: Ergänzungen November 2000............... 19

Ivo Saseks Offenbarungslehre............... 19

Kindererziehung.................... 20

Ist Ivo Saseks Gruppierung eine Sekte?. 21

Zusammenfassung.................... 22

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Bibelstellen wurden, sofern nicht anders vermerkt, der Revidierten Elberfelder Bibel entnommen.

 

 

Einleitung

In den letzten Jahren ist unter dem Namen Gemeinde-Lehrdienst eine Arbeit in der Ostschweiz bekannt geworden, mit dem auch Geschwister in unseren Kreisen in Berührung gekommen sind. Da die Lehre und Praxis dieser Arbeit nicht unproblematisch ist, haben wir uns bemüht, eine Informationsschrift zusammenzustellen, die unseren Geschwistern eine Hilfe sein soll, diese Arbeit anhand der Heiligen Schrift zu überprüfen.

Hauptverantwortlicher des Gemeinde-Lehrdienstes ist Ivo Sasek. Ivo Sasek gründete anfangs der achziger Jahre in Walzenhausen die Drogen-Rehabilitationsstätte Obadja. In der Zwischenzeit ist die Arbeit recht stark gewachsen. Ivo Sasek hat im hauseigenen Elaion-Verlag bereits über zehn Werke herausgebracht, die verschiedenste Themen seiner Lehre darlegen. Das Panorama-Zentrum bietet auch eine grosse Sammlung von Lehrkassetten an, die bei Vorträgen von Ivo Sasek aufgenommen wurden.

Wir schätzen an Ivo Sasek, dass er die alleinige Herrschaft Jesu Christi in unserem Leben betont. Er verkündigt eine kompromisslose Botschaft der Heiligung und der Busse, die in unseren Tagen dazu führen muss, dass seine Arbeit heftig angegriffen wird. Durch seine klaren Botschaften durfte er schon manchen Geschwistern ein Segen sein. Wir gehen mit Vielem, das Ivo Sasek verkündigt, völlig einig, und betrachten ihn als unseren Bruder im Herrn.

Gleichzeitig ist es aber so, dass wir alle nur schwache Menschen sind, die sich irren können. Es ist deshalb wichtig und notwendig, dass wir unsere Aussagen immer wieder anhand der Heiligen Schrift überprüfen und uns von unseren Geschwistern korrigieren lassen. Diesbezüglich gibt es einige Punkte in der Lehre Ivo Saseks, die uns bedenklich erscheinen.

Ivo Sasek hat recht gute Kenntnisse des neutestamentlichen Griechisch, von denen er in seinen Schriften und Predigten entsprechend fleissig Gebrauch macht. Wie bereits die Beschreibung seiner Offenbarungslehre deutlich macht, wird es deshalb für manche Geschwister nicht einfach sein, Ivo Saseks Aussagen umfassend zu überprüfen. Es tut uns sehr leid, wenn die nachfolgenden Ausführungen deshalb z.T. recht komplex ausgefallen sind. Wir hoffen trotzdem, dass wir die Erläuterungen so halten können, dass sie für jeden verständlich bleiben. Bitte verzeiht uns, wenn uns das nicht immer gelungen ist.

 

 

 

 

Die Offenbarungslehre Ivo Saseks

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen

Als Menschen sind wir nicht fähig, Gott aus uns selbst richtig zu erfassen oder zu erkennen. Das einzige, das wir messen und beurteilen können - und dies ebenfalls nur beschränkt - ist die sichtbare Welt um uns herum. Wenn wir uns mit der sichtbaren Welt befassen, um sie zu verstehen und zu begreifen, dann ist dies Naturwissenschaft. Alles jedoch, das wir aus uns selbst über die unsichtbare Welt um uns herum in Erfahrung bringen möchten, ist reine Spekulation. Der einzige Weg, wie wir etwas über die unsichtbare Welt ergründen können, ist, wenn es uns offenbart wird. Eine Offenbarungslehre sagt uns nun, woher wir eine solche Offenbarung und die dazu gelieferte Erkenntnis über das Unsichtbare erhalten.

Als Christen glauben wir, dass die Bibel Gottes Offenbarung an uns über sich selbst ist. Sie enthält alles, dass der Herr möchte, dass wir über Ihn und Seinen Plan mit uns wissen sollen. Deshalb müssen wir lernen, alles über Gott anhand dieses Massstabes zu beurteilen. Das Wort Gottes muss für uns in allen Bereichen immer die letzte Autorität in unserem Leben darstellen, denn anhand Seines Wortes werden wir einst gerichtet (Joh. 12, 48):

 

Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.

 

Wir wissen, dass das Wort Gottes vollkommen ist und in alle Ewigkeit bestehen bleibt (Ps. 19, 8; Jes. 40, 6-8; Luk. 21, 33):

 

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig und macht den Einfältigen weise.

Alles Fleisch ist Gras, und all seine Anmut wie die Blume des Feldes. Das Gras ist verdorrt, die Blume ist verwelkt, denn der Hauch des HERRN hat sie angeweht. Fürwahr, das Volk ist Gras. Das Gras ist verdorrt, die Blume ist verwelkt. Aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit.

Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.

 

Der Herr wacht über Seinem Wort (Jer. 1, 12) und warnt uns davor, auch nur das geringste hinzuzufügen (Spr. 30, 6; Off. 22, 18), wegzunehmen (5. Mos. 4, 2; Off. 22, 19) oder zu verdrehen (Jer. 23, 36; 2. Petr. 3, 16).

Wir wissen aus dem Wort Gottes, dass der Herr uns einen besonderen Einblick in menschliche Herzen oder in bestimmte Situationen geben kann, z.B. durch ein prophetisches Wort oder durch die Geistesgaben der Erkenntnis und der Weisheit (1. Kor. 12, 7-10). Doch muss jede solche gewonnene Erkenntnis ausnahmslos anhand vom Wort Gottes, der Heiligen Schrift, d.i. unsere Bibel, geprüft werden (Apg. 17, 11; 1. Kor. 14, 29).

 

Rhema und Logos

Die griechische Sprache des Neuen Testaments kennt, im Gegensatz zur deutschen Sprache, zwei Wörter für Wort bzw. Rede, nämlich Logos und Rhema. Grundsätzlich können diese beiden Wörter im Neuen Testament praktisch austauschbar verwendet werden. Dabei kann Rhema manchmal ein spezifisches Wort in einer bestimmten Situation bedeuten. Es wird deshalb in Zitaten aus dem Alten Testament verwendet, wie z.B. in 1. Petr. 1, 25: Das Wort des Herrn. Eine Ausnahme gibt es dort, wo der Herr Jesus selbst als das Wort Gottes dargestellt wird. In diesem Fall steht immer Logos (Siehe Joh. 1, 1; Off. 19, 13).

Vor allem in den charismatischen Kreisen der Dritten Welle gibt es nun betreffend dieser beiden griechischen Worte einige Missverständnisse, die Ivo Sasek in seine Offenbarungslehre übernommen hat. Er beschreibt die Verwendung dieser Worte im Neuen Testament folgendermassen:

 

Das Logos ist das ganz allgemein gültige Wort Gottes, das uns über Gott und Sein Reich mit all Seinen Herrlichkeiten unterweist (so z.B. unsere gesamte Bibel). Das Rhema dagegen ist das persönliche Reden Gottes, das unmittelbare lösungsbringende, schöpferische Wort in unser aktuelles Problem hinein. Gott wirkt live in die neue Lebenssituation. Rhema heisst „Fliessendes“, es ist schöpferisch, prophetisch, unmittelbar.[1]

 

Es gibt im Neuen Testament keinen Hinweis dafür, dass eine Qualifizierung dieser beiden Worte, wie sie Ivo Sasek und verschiedene Vertreter der Charismatischen Strömungen vornehmen, gerechtfertigt wäre. Logos wird im Neuen Testament an vielen verschiedenen Stellen verwendet, genauso wie Rhema, und bedeutet nicht immer Das Wort Gottes. Ivo Sasek nimmt vielleicht an, dass Rhema vom griechischen Wort rheos abstammt, welches der Herr Jesus in Joh. 7, 38 verwendet. Rheos bedeutet tatsächlich fliessen, doch sind diese beiden Worte nicht miteinander verwandt. Wenn Rhema wirklich ein fliessendes, prophetisches Wort bedeuten würde, dann hätte Paulus das Wort Rhema in 1. Kor. 12, 8 zur Beschreibung der prophetischen Gaben der Worte der Weisheit und der Erkenntnis verwenden müssen. Dem ist aber nicht so. An dieser Stelle steht im Griechischen das Wort Logos.

Ich bin überzeugt, dass Gott auch noch heute zu uns reden kann, zu jedem Menschen ganz persönlich. Sei dies durch Sein Wort, d.h. der Bibel, oder duch eine Person, durch Umstände oder durch Seinen Heiligen Geist sogar direkt in unsere Herzen hinein. Es bleibt Ihm jedoch vorbehalten, wie, wann und wo Er dies tut. Wir müssen lernen, Seine Stimme zu hören. Diese Tatsachen gehen eindeutig aus der Heiligen Schrift hervor. Wir stimmen also in diesen Punkten mit den Aussagen Ivo Saseks überein. Doch müssen wir sehr vorsichtig sein, nicht etwas in die Texte der Bibel hinein interpretieren zu wollen, das nicht drin steht, um dem Herrn sozusagen unter die Arme zu greifen.

 

Denn wir erkennen stückweise

Die Lehre vom Logos und Rhema hat aber noch viel weitreichendere Konsequenzen. Da sowohl Logos wie auch Rhema in der Schrift nebeneinander stehen, wäre die letzte Konsequenz dieser Lehre, dass das „fliessende, prophetische Wort“, welches der Herr zu uns heute redet, ebenfalls neben dem Wort Gottes, der Heiligen Schrift, zu stehen kommt. Solche „prophetische Worte“ würden somit die gleiche Autorität wie die Heilige Schrift erhalten. Obwohl die meisten Anhänger dieser Lehre dies bestreiten, wird es in der Praxis schlussendlich doch so gehandhabt.

Obschon Ivo Sasek an verschiedenen Stellen in seinen Schriften darauf hinweist, dass er auf keinen Fall die Autorität der Schrift untergraben möchte und sie als Vollkommen und Inspiriert betrachtet, macht er einige sehr gefährliche Aussagen. In seiner Schrift Laodiceas Verhängnis, sagt er z.B. folgendes:

 

Das ganze Reich Gottes ist einer fortlaufenden Entwicklung unterworfen. Jeder, der daran beteiligt ist, legt mit seiner Offenbarung nur wieder eine Grundlage für denjenigen, der nach ihm kommt. Es verhält sich genau gleich wie bei einem Hausbau. Deshalb wird der Leib Christi auch als ein Hausbau geoffenbart (Eph. 2, 21-22). Jeder Stein, der gelegt wird, dient somit als Grundlage für den nächsten Stein. Wird es aber versäumt, auf die bereits gelegten Steine weiter aufzubauen, dann stagniert der ganze Bau.[2]

 

Diese Auslegung der Schrift weist Ähnlichkeiten mit den Lehren der römisch-katholischen Kirche auf. Die kath. Kirche duldet nur diejenigen Auslegungen, die mit ihren Lehren und Überlieferungen übereinstimmen. Da die Überlieferungen genauso wichtig werden, wie das, was die Schrift sagt, häuft sich somit über die Jahrhunderte Irrtum auf Irrtum. Mit der Angleichung der Schrift an ausserbiblische Quellen geht Ivo Sasek noch etwas weiter. Er schreibt im gleichen Band:

 

Zum Schluss sei nachgewiesen, dass die Schrift selber aus (für uns zumindest) „ausserbiblischen“ Quellen schöpft und sie mit sich selbst gleichsetzt. Wir rühmten oft die scheinbare Tatsache, dass Gott Sein ganzes Wort durch die Stürme der Zeit bewahrt und durch alle Verfolgungen erhalten habe. Stimmt diese Behauptung? Höre die Schrift selber: Paulus stellt in Kol. 4, 16 seinen Brief an die Kolosser auf dieselbe Stufe wie den ebenso durch ihn verfassten „Brief an die Laodiceer“. Er fordert die Kolosser auf, „dass auch ihr den aus Laodicea lest“. Wo ist dieser Brief geblieben? Wo sind die zwei verlorenen Korintherbriefe hingekommen? Man weiss, dass es vier gegeben hat. Wir mögen sagen, Gott hätte sie eben nicht als vollkommen inspiriert erfunden, weshalb sie dann auch nicht der Schrift hinzugefügt werden durften. Man kann natürlich auf fast alles eine so simple Antwort finden.[3]

 

Nach diesen Aussagen ist es nicht erstaunlich, dass Ivo Sasek zu folgender Schlussfolgerung kommt:

 

Wir haben die Bibel zu etwas Ganzem gemacht, obwohl sie von sich selber ausreichend zeugt, dass sie ebenfalls nur Stückwerk ist.[4]

 

Wie wir bereits weiter oben dargelegt haben, zeugt die Heilige Schrift von sich selbst, dass sie nicht Stückwerk ist (Ps. 19, 8):

 

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen.

 

Der Apostel Paulus sagt (1. Kor. 13, 9-10):

 

Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise; wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden.

 

Das Wort Gottes sagt uns an dieser Stelle, dass das, was stückweise ist, weggetan werden wird, wenn das Vollkommene kommt. Wäre die Schrift wirklich Stückwerk, würde sie demzufolge ebenfalls weggetan werden. Der Herr sagt aber (Luk. 21, 33):

 

Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.

 

Petrus doppelt nach, indem er aus dem Propheten Jesaja zitiert (1. Petr. 1, 25):

 

Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.

 

Aus diesen Gründen sind wir der Meinung, dass die Offenbarungslehre Ivo Saseks nicht schriftgemäss ist. Wie wir im Folgenden noch sehen werden, stellt Ivo Sasek seine persönlichen Offenbarungen auf die gleiche Stufe wie die der Heiligen Schrift.

 

 

Göttliche Autorität und geistlicher Hochmut

Prüfet aber alles

In den Charismatischen Strömungen ist es Sitte, vermeintliche Offenbarungen oder Prophezeiungen mit den Worten „So spricht der Herr“ einzuleiten. Mit diesen einleitenden Worten wird das Gesagte als direkter Ausspruch Gottes gekennzeichnet, und somit angedeutet, dass dieser Ausspruch die entsprechende göttliche Autorität beinhaltet. Da man behauptet, dass ein solches Wort göttliche Autorität besitzt, folgert man, dass es weder angetastet noch überprüft werden darf. Man muss es einfach glauben.

Bereits Heinrich Dallmeyer hat während den Kasseler Versammlungen im Juli 1907, die zu schweren Auseinandersetzungen und Spaltungen unter den damaligen Christen, bzw. schlussendlich zur Berliner Erklärung und der Gründung der deutschen Pfingstbewegung geführt haben, ähnliche Drohungen ausgesprochen, indem er sagte:

 

„Ich habe ein Wort zu sagen als ein Wort vom Herrn, das er mir aufgetragen hat, das heisst: Alle, die sich verwirren lassen, gehören zu den törichten Jungfrauen.“ [5]

 

Daran hat sich in den Charismatischen Strömungen im weiteren Verlauf dieses Jahrhunderts nicht viel geändert. Im Dezember 1998 hat Michael Brown, der Theologe der Pensecola Bewegung, während einer Abendversammlung eine ähnliche Drohung gegen all diejenigen ausgestossen, die an den Wirkungen des Heiligen Geistes in der Pensacola Bewegung zweifeln.[6]

Der Feind nützt die Leichtgläubigkeit der Christen schamlos aus, um die Gläubigen daran zu hindern, Offenbarungen zu überprüfen, indem er ihnen droht, sie würden zu den törichten Jungfrauen gehören (Mtth. 25, 1-13) oder die Sünde wider den Heiligen Geist begehen (Mtth. 12, 31-32; Luk. 12, 10), wenn sie seinen Aussagen nicht glauben. Damit bringt er es fertig, falsche Offenbarungen in die christlichen Kreise einzuschleusen. Die Schrift ermahnt uns aber, jede Offenbarung und Prophezeiung anhand der Heiligen Schrift zu überprüfen. Aus diesem Grund sagt Paulus zu den Korinthern (1. Kor. 14, 29):

 

Von den Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen urteilen.

 

Weitere Stellen finden wir in Apg. 17, 11 und 1. Thess. 5, 21:

 

Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte.

 

Prüft aber alles, das Gute haltet fest!

 

 Damit ist zwischen modernen Prophezeiungen und der Bibel eine deutliche Unterscheidung gemacht. Das Wort Gottes steht über jeder Aussage, die heute gemacht werden kann, sei diese Aussage nun ein vermeintlicher Ausspruch des Herrn oder das Reden eines Menschen.

Auch dann, wenn eine Prophezeiung oder angekündigtes Ereignis sich erfüllt, müssen wir die Person des Propheten und seine Lehre genau anhand der Schrift untersuchen. So sagt Mose (5. Mose 13, 2-6):

 

Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt dir ein Zeichen oder ein Wunder, und das Zeichen oder das Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, indem er sagte: »Laß uns anderen Göttern - die du nicht gekannt hast - nachlaufen und ihnen dienen!«, dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten hören oder auf den, der die Träume hat. Denn der HERR, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr den HERRN, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele liebt. Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen, und ihn sollt ihr fürchten. Seine Gebote sollt ihr halten und seiner Stimme gehorchen; ihm sollt ihr dienen und ihm anhängen. Und jener Prophet oder der, der die Träume hat, soll getötet werden. Denn er hat Abfall vom HERRN, eurem Gott, gepredigt, der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt und dich erlöst hat aus dem Sklavenhaus -, um dich abzubringen von dem Weg, auf dem zu gehen der HERR, dein Gott, dir geboten hat. Und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.

 

Diese Stelle lässt uns erkennen, wie wichtig das Überprüfen sogenannter Propheten ist. Der Herr will, dass wir lernen, richtig zu unterscheiden und uns nicht auf Zeichen oder Wunder verlassen. Die Heilige Schrift lehrt uns, dass sich niemand der Überprüfung und Beurteilung anhand der Bibel entziehen kann, auch wenn sich diese Person mit noch so vielen Zeichen, Wunder, Träume oder in Erfüllung gegangene Weissagungen als Prophet Gottes auszuweisen versucht.

Unsere Erkenntnis ist Stückwerk. Dies sagt uns die Heilige Schrift. Wir müssen deshalb sehr vorsichtig sein, dass wir unsere Worte nicht irgendwie implizit als unantastbar hinstellen. Wir sollten vielmehr darauf bedacht sein, dass jeder die Möglichkeit hat, unsere Worte und unsere Erkenntnis anhand der Heiligen Schrift zu überprüfen. Es bedarf der Demut, sich von anderen korrigieren zu lassen, und nicht jeder bringt das fertig, denn es tut weh, Fehler eingestehen zu müssen. Trotzdem ist dieser Prozess heilsam und lehrreich.

 

Wer zu stehen meint

Leider mussten wir feststellen, dass Ivo Sasek die Tendenz hat, in seinen Schriften ähnliche Methoden zu verwenden, wie verschiedene Vertreter der Charismatischen Strömungen. Dadurch werden manche Gläubige davon abgehalten, seine Gedankengänge am Massstab der Heiligen Schrift zu überprüfen. Die regelmässigen Informationsschriften Ivo Saseks liefern hierfür entsprechende Beispiele. In den Panorama-Nachrichten vom April 1999 beschreibt Ivo Sasek die Erfüllung eines prophetischen Traumes. Nach der Beschreibung des Traumes schreibt er folgendes:

 

Daraufhin erwachte ich, teils erschrocken, teils erstaunt, und suchte eilends die Nähe Gottes. Prophetische Träume unterscheiden sich in aller Deutlichkeit von gewöhnlichen Träumen. Sie haben stets den Charakter einer Vollgewissheit und durchdringenden Überführungskraft. So bat ich denn Gott um eine Auslegung dieses seltsamen Geschehnisses. Die Antwort schien mir überaus unmöglich und hochgegriffen. Der Herr schien mir zu sagen: „Man wird zwar gegen dich kämpfen, aber dich nicht zu überwältigen vermögen. Dir aber, weil man dich verfolgt hat, werde ich geben, was ich ihnen wegnehmen werde. Dein wird diese Liegenschaft sein, die du im Traum gesehen hast.“ Zur Erklärung muss ich beifügen, das mich jene religiöse Bewegung seit 1979 mit argsten Verleumdungen bedrängt und überall in Verruf gebracht hat. Höhepunkt ihrer Ablehnung gegen mich und meinen Dienst, war die offizielle Verwerfung des „prophetischen Wortes an die christlichen Versammlungen“, das sie über ein Traktat von mir empfangen hatten. Eine Gesandschaft von ihnen warf es mir vor die Füsse und sagte: „Das kannst du glatt vergessen, das ist kein Wort von Gott.“ Ich erschrak regelrecht. Wird Gott zu solch kühnen Schmähungen schweigen?[7]

 

Um nicht unnötig viel Material zu zitieren, will ich nur noch angeben, was Ivo Sasek des weiteren in diesem Beitrag beschreibt, nämlich dass die erwähnte Bewegung dann tatsächlich eingegangen ist und Ivo Sasek einige Jahre später, im Februar 1999, die ganze Liegenschaft zu 40% des Preises erwerben konnte, für die sie ursprünglich ausgeschrieben war.

Es geht mir nicht darum, den Wahrheitsgehalt dieser Schilderung zu hinterfragen. Darüber kann und will ich keine Mutmassungen anstellen. Der Herr kann auch in unserer Zeit durch Träume reden, oder durch einzelne Menschen zu ganzen Gruppierungen reden und sie ermahnen. Wir müssen dabei aber immer sehr, sehr vorsichtig sein. Sogar dann, wenn der Herr über eine Gruppierung Gericht hält und sie zerstreut, müssen wir unsere eigene Haltung in der Sache gut überprüfen. Der Herr sagt durch den Propheten Jesaja über Assur (Jes. 10, 12-16):

 

Aber es wird geschehen, wenn der Herr sein ganzes Werk am Berg Zion und an Jerusalem vollendet hat, wird er die Frucht des überheblichen Herzens des Königs von Assur heimsuchen und den hochmütigen Stolz seiner Augen. Denn er hat gesagt: Durch die Kraft meiner Hand habe ich es getan und durch meine Weisheit, denn ich bin verständig. Und ich beseitige die Grenzen der Völker und plündere ihre Schätze und stoße die Bewohner hinab wie ein Starker. Meine Hand hat den Reichtum der Völker erreicht wie ein Nest. Und wie man verlassene Eier zusammenrafft, so habe ich die ganze Erde zusammengerafft: da war keiner, der mit dem Flügel schlug oder den Schnabel aufriß und piepste. - Rühmt sich die Axt gegen den, der damit haut? Oder brüstet sich die Säge gegen den, der sie zieht? Als schwänge ein Stock den, der ihn hochhebt, als ob ein Stab den hochhöbe, der kein Holz ist! Darum wird der Herr, der HERR der Heerscharen, Schwindsucht senden unter seine Fetten, und unter seiner Herrlichkeit wird ein Brand auflodern wie ein Feuerbrand.

 

Der Herr hat Assur als Seinen Gerichtsstab verwendet. Doch genauso wie Er Israel und die Nationen durch Assur gerichtet hat, musste Er anschliessend Assur wegen seiner hochmütigen Haltung richten. Wenn sich auch nur die geringste Überheblichkeit in unseren Herzen findet, wird sich der Herr von den Anderen, über die Er gerade Gericht hält, abwenden und nötigenfalls uns richten. Deshalb heisst es in den Sprüchen (Spr. 24, 17-18):

 

Wenn dein Feind fällt, freue dich nicht, und wenn er stürzt, frohlocke dein Herz nicht, damit nicht der HERR es sieht und es böse ist in seinen Augen und er seinen Zorn von jenem abwendet!

 

Zudem sagt Paulus (Röm. 12, 3.16; 1. Kor. 10, 12; Gal. 6, 1):

 

Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, daß er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.

Seid gleichgesinnt gegeneinander; sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen; seid nicht klug bei euch selbst!

Daher, wer zu stehen meint, sehe zu, daß er nicht falle.

Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, daß nicht auch du versucht wirst!

 

Die Schrift ermahnt uns verschiedentlich, mit einer Selbsteinschätzung sehr vorsichtig zu sein, denn wir neigen dazu, unsere eigene Standhaftigkeit zu überschätzen. Wenn wir geistige Erfolge verbuchen können, werden wir leider vielmals übermütig oder sogar hochmütig. Der Feind kennt viele Schlingen, mit denen er uns zu Fall bringen kann. Hochmut ist einer der schlimmsten.

 

Ein königliches Priestertum

Nun muss mit denen von Ivo Sasek beschriebenen Geschehnissen äusserst vorsichtig umgegangen werden. Es ist schon sehr problematisch, eine Begebenheit, bei der ein Feind zu Fall kommt, auf diese Art öffentlich zu schildern. Zudem wird mit der Schilderung dieser Ereignisse dem Leser der Eindruck vermittelt, dass jeder, der es wagt, Ivo Sasek anzugreifen oder seine „prophetischen Worte“ zurückzuweisen, damit rechnen muss, vom Herrn auf ähnliche Art bestraft zu werden. Dieser Eindruck wird verstärkt, wenn Ivo Sasek in der Informationsschrift des Gemeinde-Lehrdienstes Der Oelbaum vom gleichen Monat (April 1999) in einem „prophetischen Zeugnis“ folgende Äusserungen macht:

 

Wer im Gemeindebau zu stehen behauptet und solches nicht kennt und bezeugt, der steht so wenig im wahren Gemeindebau wie etwa Mirjam und Aaron darin standen, als sie von sich behaupteten: „Hat der Herr nicht auch durch uns geredet?“ – und dafür unverzüglich mit Aussatz geschlagen wurden (4. Mo. 12, 1ff). Wer sich aber darüber hinaus erkühnt, von dieser gegenwärtigen Christenheit zu behaupten, sie würde sich innerhalb des Heiligtums befinden, der widersetzt sich der Wahrheit Gottes in gleich gefährlicher Weise wie die Rotte Korahs, ehe Gott sie kopfüber in den Scheol stürtzte. Ehe sich nämlich der Erdboden unter ihren Füssen auftat und sie allesamt bei lebendigem Leib verschlang, schrien sie wie aus einer Kehle: „Ihr beansprucht zuviel für euch, Mose und Aaron! Die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der Herr ist in ihrer Mitte!“ (4. Mo. 16, 3ff). Hör darum gut zu: Wer sich diesem meinem Zeugnis widersetzt und dennoch von den landläufigen Gemeinden behauptet, sie würden sich innerhalb des Heiligtums befinden – im Namen Gottes sage ich es – der macht sich schlimmeren Verrates teilhaftig, als etwa die Rotte Korahs.[8]

 

Ivo Sasek macht mit diesen Äusserungen einige gravierende Fehler. Erstens stehen wir nicht mehr unter dem Gesetz des Alten Bundes, in dem tatsächlich Menschen, in diesem Falle Mose, später die Priester, als Mittler zwischen dem Volk und Gott  standen. Im Neuen Bund haben alle Gläubige den Heiligen Geist. Es steht keiner über dem anderen (Eph. 5, 21). Jeder wiedergeborene Christ ist ein Priester des Höchsten (Petrus nennt uns in 1. Petr. 2, 9 ein königliches Priestertum) und hat uneingeschränkten Zugang zum Heiligtum (Hebr. 10, 19-22). Schon deshalb ist dieser Vergleich sehr gefährlich.

Zweitens müssen wir sehr klar unterscheiden zwischen den Unmündigen im Glauben und den offenkundig Abgefallenen. Menschen können einen sehr niedrigen geistigen Stand im Glauben haben und trotzdem gerettete Kinder Gottes sein. So musste Paulus die Korinther als Unmündige bezeichnen (1. Kor. 3, 1-3). Ähnliche Andeutungen macht er in vielen seiner Briefe und muss die Gläubigen diesbezüglich immer wieder ermahnen und zurechtweisen. Drohungen im Stile Ivo Saseks spricht Paulus den Gläubigen gegenüber aber nicht aus. Wo offenkundige Irrlehre und Sünde im Spiel ist, gehen die Apostel recht hart vor. Trotzdem fordert uns Paulus dazu auf, Gläubige, die nicht von einer Sünde umkehren wollen, als Geschwister zu behandeln indem wir sie ermahnen (2. Thess. 3, 14-15).

Drittens macht sich Ivo Sasek mit seinen Bemerkungen für ein biblisches Beurteilen seiner Aussagen praktisch unzugänglich. Wir haben bereits weiter oben festgestellt, dass man dies nicht darf. Leider haben wir in unserer Zeit tatsächlich damit zu kämpfen, dass sehr viel Sünde und Irrlehre unter den Christen verbreitet ist. Dies ist eine grosse Not der Endzeit. Wir verstehen deshalb Ivo Saseks Anliegen, gegen diese Sünden, gegen Lauheit und gegen falsche Lehren vorgehen zu wollen. Doch müssen sich unsere Ermahnungen im biblischen Rahmen bewegen. Wir dürfen uns selbst keine Sonderrechte einräumen. In dieser Hinsicht müssen wir uns alle immer wieder einer Selbstprüfung unterziehen. Wie sieht es diesbezüglich in meinem eigenen Herzen aus?

 

Die Erkenntnis bläht auf

Jede Gruppierung hat mit vielen Versuchungen, Verführungen und Anfechtungen zu kämpfen. Besonders dann, wenn der Herr eine Person oder Gruppe mit besonderer göttlicher Autorität ausrüstet, besteht die grosse Gefahr des geistlichen Hochmuts. Deshalb ist es wichtig, dass wir in Allem nur unseren Herrn verherrlichen und Ihn erheben, niemals uns selbst oder unsere Gruppe. Wir sind überzeugt, dass Ivo Sasek sehr viele Erfahrungen mit dem Herrn gemacht hat. Der Herr hat ihm entsprechend viel Erkenntnis geschenkt. Doch Erkenntnis bläht auf (1. Kor. 8, 1).

Geschwister, welche die Arbeit in Walzenhausen besucht haben, machten die Erfahrung, dass nicht so sehr die Bibel zitiert oder andere erfahrene Gottesmänner zu Rate gezogen werden, sondern Ivo Sasek. Dadurch, dass sich im Gemeinde-Lehrdienst sehr viel auf die Person Ivo Saseks und seiner Lehre bezieht, entstehen besondere Gefahren in dieser Hinsicht. Eine solche Entwicklung ist in jeder Gruppierung gefährlich, und zwar nicht nur für die Person, die im Mittelpunkt steht, sondern auch für die Anhänger des Leiters. Ivo Sasek macht im oben zitierten Beitrag über seinen prophetischen Traum zum Schluss noch folgende Bemerkung:

 

Einmal mehr konnten wir nur wieder attestieren: Höhere Gewalt![9]

 

Man kann diese Bemerkung nur dann richtig verstehen, wenn man weiss, dass Ivo Sasek eine Dia-Präsentation zusammengestellt hat, die ebenfalls diesen Namen trägt: Höhere Gewalt. In dieser Dia-Präsentation geht es aber nicht in erster Linie um geistliche Wahrheiten oder um den Herrn, sondern um – Ivo Sasek!

Bereits Ende 1997 sandte Ivo Sasek einen Kalender für das Jahr 1998 an alle Bezüger seiner Schriften. Dieser Kalender enthielt keinerlei Bibelverse sondern ausschliesslich Aussprüche von Ivo Sasek. Ähnlich gelagert ist sein Büchlein Weniger ist mehr: das Büchlein enthält keinerlei Bibelverse sondern wiederum nur die Worte Ivo Saseks.

In Buchhandlungen gibt es Bücher, die nur Worte grosser Gottesmänner enthalten (ich meine damit nicht Predigten oder Schriftauslegungen), z.B. von C.H. Spurgeon oder Georg Müller. Diese Bücher wurden jedoch nicht von diesen Männern selbst zusammengestellt, sondern von der Nachwelt, weil die nachfolgenden Generationen bestätigen konnten, dass sich die Aussagen dieser Männer im Lichte der Bibel bewährt haben. Niemals hätte es einer dieser Gottesmänner gewagt, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Es war ihr einziges Anliegen, den Herrn zu verherrlichen. Ist das auch unser Anliegen? In den Sprüchen steht (Spr. 27, 2):

 

Es rühme dich ein anderer und nicht dein eigener Mund, ein Fremder und nicht deine Lippen!

 

Und der Herr selbst ermahnt uns (Mtth. 23, 12):

 

Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden.

 

Seien wir also in dieser Hinsicht sehr zurückhaltend! Wir Menschen neigen sehr schnell dazu, hochmütig zu werden. Deshalb muss der Herr uns immer wieder züchtigen und demütigen. Der König David hat das erkannt, deshalb schreibt er (Ps. 119, 67.71.75):

 

Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich. Jetzt aber halte ich dein Wort.

Es war gut für mich, daß ich gedemütigt wurde, damit ich deine Ordnungen lernte.

Ich habe erkannt, HERR, daß deine Gerichte Gerechtigkeit sind und daß du mich in Treue gedemütigt hast.

 

Der Herr liebt uns, und deshalb züchtigt Er uns. Wohl uns, wenn wir Seine Korrekturen und Seine Züchtigung annehmen. Lasst uns deshalb beherzigen, was der Apostel uns im Hebräerbrief schreibt (Hebr. 12, 4-11):

 

Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden und habt die Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: »Mein Sohn, schätze nicht gering des Herrn Züchtigung, und ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft wirst! Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt.« Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott behandelt euch als Söhne. Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr Bastarde und nicht Söhne. Zudem hatten wir auch unsere leiblichen Väter als Züchtiger und scheuten sie. Sollen wir uns nicht vielmehr dem Vater der Geister unterordnen und leben? Denn sie züchtigten uns zwar für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, er aber zum Nutzen, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit.

 

 

Weitere Sonderlehren Ivo Saseks

Da es uns in dieser Schrift nicht darum geht, Ivo Saseks Arbeit erschöpfend zu beurteilen, sondern einige Informationen weiterzugeben, die bei einer Beurteilung hilfreich sein sollen, wollen wir nur noch einige Punkte kurz streifen.

 

Kairos und Aorist

Einige weitere Besonderheiten der Arbeit Ivo Saseks sind die Lehren vom Kairos bzw. des Aorists. Kairos ist das griechische Wort für eine bestimmte oder festgesetzte Zeit. Die Heilige Schrift sagt uns, dass wir lernen sollen, diese Zeiten recht zu beurteilen (Mtth. 16, 3; Luk. 12, 56). Ivo Sasek geht in seiner Lehre viel weiter. Nach ihm sollen wir diese festgesetzten Zeiten nicht nur recht beurteilen, sondern wir sollen darin wandeln, wie man in einem Fluss oder Strom schwimmt. Wenn wir diesem Geheimnis nicht auf die Spur kommen und es deshalb versäumen, gemäss diesen Zeiten zu wandeln, so wird dies gravierende Konsequenzen für die ganze Menschheit haben. So beschreibt es Ivo Sasek in seiner Kairos Lehre.[10]

Damit wird der Mensch aber wieder in etwas hineingezwängt, das die Schrift uns in dieser Form nicht überliefert. Wir sollen lernen, dem Herrn gemäss zu wandeln (1. Joh. 2, 6), nicht jedoch gemäss einer Zeit. Dadurch, dass wir in der Freiheit Gottes lernen, dem Geist gemäss zu wandeln (Gal. 5, 16-26), werden wir auch lernen, die festgesetzten Zeiten recht zu beurteilen und so zu reagieren, wann und wie der Herr das möchte. Indessen dürfen wir aber wissen, dass der Herr uns jederzeit recht führt und uns alle Dinge zum Besten dienen (Röm. 8, 28). Der Herr weiss ja, dass wir der Erkenntnis mangeln und viele Fehler machen. Seine Vorhersehung leitet uns auch über unsere Schwachheiten hinaus auf dem rechten Weg (Eph. 3, 20). Nur dort, wo wir uns bewusst dem Herrn widersetzen, müssen wir mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

In der Arbeit Ivo Saseks wird öfters vom Aorist geredet. Der Aorist ist eine griechische Zeitform, die eine Sache als einmalige, vollendete Tatsache wiedergibt. In Johannes 3, 16 sagt der Herr:

 

Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

 

Wenn Johannes schreibt hat geliebt, so verwendet er den Aorist. Das Gott die Welt geliebt hat, ist somit eine vollendete Tatsache, an der es nichts zu rütteln gibt. Er schreibt dann noch dass er seinen eingeborenen Sohn gab. Auch hier wird der Aorist verwendet. Dass Gott seinen Sohn gab ist eine einmalige Tatsache. Er muss es nicht nochmals tun. Jesus ist einmal für uns gestorben. Das reicht für alle Ewigkeit.

Durch seine Sonderlehren und die Verwendung solch abstrakter Begriffe wie des Aorists wirkt die Arbeit Ivo Saseks elitär. Obwohl dadurch gewisse Punkte der Schrift unterstrichen werden können, müssen wir sehr vorsichtig mit unserem Sprachgebrauch sein. Wenn eine Gruppierung zu viele Eigenheiten aufweist, kann das dazu führen, dass Aussenstehende Schwierigkeiten haben, sich zurechtzufinden. Dies verstärkt dann den Eindruck einer auserwählten, elitären Gruppe, die über allen anderen steht. Wenn uns der Urtext der Bibel schon so wichtig geworden ist (was nicht notwendigerweise schlecht sein muss), würde es mir persönlich genauso wichtig erscheinen, die anderen Zeitformen im Griechischen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. So schreibt z.B. der Apostel Johannes (1. Joh. 3, 9):

 

Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.

 

Wenn Johannes hier schreibt kann nicht sündigen, so bedeutet diese Zeitform, dass der aus Gott geborene (also jeder wiedergeborene Christ, d.h. Du und ich), nicht fähig ist, andauernd, fortwährend in der Sünde zu verharren. Es bedeutet nicht, dass wir nicht mehr die Möglichkeit hätten, zwischendurch zu sündigen, wenn wir das wollen, oder zu straucheln, wenn wir versucht werden. So wird es nämlich in einigen Gemeinden ausgelegt, was zu grossem Leid und einem falschen, perfektionistischen Denken unter den Gläubigen führt. Ich wünsche mir für Ivo Sasek in dieser Hinsicht eine grössere Ausgewogenheit.

 

Die zwei Bäume im Paradies

Wie wir bereits aufgezeigt haben, schöpft Ivo Sasek immer wieder aus der Literatur der Charismatischen Strömungen. Dies geht z.B. aus seiner Offenbarungslehre (Rhema und Logos) hervor, aber auch aus seiner Lehre von den beiden Bäumen im Paradies, dem Baum der Erkenntnis und dem Baum des Lebens, die er in seiner Schrift Laodiceas Verhängnis ab der Seite 6 beschreibt. Diese Lehre stammt von Rick Joyner, einer der „Propheten“ der Charismatischen Strömungen, und wird in dessen Buch Die zwei Bäume im Paradies ausführlich erläutert. Rick Joyner sagt darin folgendes:

 

Es war also nicht nur der Ungehorsam der Menschen, der den Tod auf die Erde gebracht hat; der Grund lag auch in der Frucht des Baumes.[11]

 

Diese Aussage ist falsch. Die Frucht der Erkenntnis des Guten und des Bösen macht uns nicht sündig. Sogar Gott selbst hat diese Erkenntnis (1. Mose 3, 22), was Ihn aber deshalb nicht zu einer sündigen Person macht. Was Ivo Sasek aus dieser Lehre dann ableitet, ist natürlich genauso falsch wie das, wovon er es abgeleitet hat. Wir sehen daran wie wichtig es ist, alles genau zu überprüfen, bevor wir es übernehmen.

In den Sprüchen der Bibel wird uns klar gemacht, wie sehr wir Weisheit, Erkenntnis und Verstand nötig haben (z.B. Spr. 1, 1-7). Diese Dinge sind nicht notwendigerweise schlecht oder sündig. Erst dann, wenn wir uns nur noch auf unseren Verstand verlassen und den menschlichen Verstand über alles andere erheben, wird es uns zur Sünde (Spr. 3, 5-6). Das Streben nach Erkenntnis, vor allem nach göttlicher Erkenntnis, ist an sich etwas Gutes. Wir müssen nur sehr vorsichtig sein, dass uns diese Erkenntnis nicht Anlass zur Sünde wird, nämlich durch den Hochmut, weil wir durch die Erkenntnis aufgebläht werden (1. Kor. 8, 1). Gerade in unseren Tagen haben wir die Unterscheidung des Guten und des Bösen sehr nötig. Hierzu bedarf es aber der entsprechenden Weisheit und Erkenntnis. Im Gegensatz dazu schreibt Ivo Sasek in seinem Buch Laodiceas Verhängnis folgendes:

 

Die Christenheit steht inmitten der Stunde der Versuchung. Sie wird überflutet von einer Unmenge der Erkenntnis und ebenso auch der warnenden Literatur. Ist Aufklärung denn nicht auch etwas wichtiges? Müssen wir die armen Christenseelen denn nicht auf all die Gefahren und einbrechenden Strömungen hinweisen? Gewiss wird eine Aufklärung da und dort von Nutzen sein. Das Problem bei der Verführung liegt aber nicht bei der mangelnden Erkenntnis, sondern vielmehr bei der mangelnden Unterscheidung. Es geht dem Herrn Jesus weit mehr um unsere grundsätzliche Sensibilisierung für Ihn. „Bist Du es, HERR?“, ist dabei die wichtigste Frage, die wir uns immer stellen müssen. Wir sollen alles „Neue“ an seinem „Geruch“ erkennen, und wo Chistus nicht unvermischt drin ist, es bereits meiden lernen, bevor wir es begreifen, einordnen oder begründen können. Dieser „geistliche Geruchsinn“ aber kann durch Lehre oder Gegenlehre höchstens abgestumpft werden, und genau dies ist des Feindes Ziel.[12]

 

Ivo Sasek beschreitet mit diesen Aussagen einen sehr gefährlichen Weg. Gemäss seiner Weisung sollen wir anhand eines nicht klarer umschriebenen „Geruchsinns“ erkennen, was vom Herrn kommt und was nicht. Lehre im Allgemeinen, die nach seiner Auffassung diesen „Geruchsinn“ höchstens abstumpft, sollen wir verwerfen. Die Schrift jedoch lehrt uns, dass wir durch Lehre, durch das Hören des Wortes, das nötige Unterscheidungsvermögen erhalten (2. Tim. 3, 10-17; Hebr. 5, 14). Lehre, Erkenntnis und Unterscheidungsvermögen gehen also Hand in Hand. Das Heranreifen eines gesunden Unterscheidungsvermögens ist ein langsamer Wachstumsprozess, bei der die Lehre eine sehr wesentliche Rolle spielt, indem unser Charakter und unsere Gesinnung durch das, was wir hören und praktizieren (Glaubensgehorsam!) geformt wird.

Wir spüren in dieser Hinsicht bei Ivo Sasek einen gewissen Hang zum christlichen Mytizismus, wie er in den Charismatischen Strömungen ebenfalls zu finden ist. Der Herr lehrt uns in Seinem Wort, dass der Mensch sehr vielschichtig ist. Gefühle und Intuition gehören zum Menschen genauso dazu wie der Verstand und die Erkenntnis. Wenn wir uns nur noch auf Gefühle, auf einen undefinierbaren „Geruchsinn“, verlassen, öffnen wir uns für gewaltige Irrtümer. Desgleichen geschieht, wenn wir uns nur noch auf unseren Verstand verlassen. Auch in diesem Punkt haben wir alle mehr Ausgewogenheit nötig.

 

Der Christus-Organismus

Ivo Sasek predigt die Lehre vom Christus-Organismus. Die Gemeinde ist ein lebendiges, organisches Gebilde. Auch ich glaube daran. Doch geht es niemals darum, Menschen in dieses Gebilde einzurenken oder hineinzuzwängen, wie es Ivo Sasek betont. Paulus schreibt in Eph. 4, 11-12:

 

Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi.

 

Der Begriff „zur Ausrüstung der Heiligen“ könnte man aus dem Griechischen auch übersetzen mit „zur Einrenkung der Heiligen“. So wird es auch von Ivo Sasek interpretiert. Ein Glied kann jedoch nur dann eingerenkt werden, wenn es schon einmal ausgerenkt wurde. Normalerweise müssen wir durch einen langsamen Prozess lernen, unseren Platz als Glieder am Leib zu finden und einzunehmen. Dieses Wachstum schenkt nur der Herr allein. Wir können nicht mehr als bepflanzen und bewässern. Das Wachstum selbst muss jedoch in völliger Freiheit geschehen. Wir dürfen nicht über den Glauben unserer Geschwister herrschen (2. Kor. 1, 24) noch versuchen, sie mit Gewalt als Glieder der Gemeinde einzuverleiben (sprich: einzurenken).

In diesem Zusammenhang ist beim Gemeinde-Lehrdienst ein gewisses Bestreben herauszuspüren, eine falsche oder seelische Einheit zu erreichen, die sich dadurch ausdrückt, dass allen immer dieselben Gedanken von Gottes Geist eingegeben werden. Ein solches Gleichschalten der Gedanken wird von dieser Gruppierung als Kennzeichen echter geistlicher Gemeinschaft angesehen. Dieses Phänomen gibt es jedoch auch bei jeder nicht-christlichen Gruppierung, sobald sich die Leute aufeinander eingespielt haben. In dieser Hinsicht ist bei Ivo Sasek wiederum ein gewisser Hang zum christlichen Mytizismus herauszuspüren.

Der Herr kann allen denselben Gedanken eingeben. Dies ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Wozu benötigen wir denn sonst verschiedene Glieder in der Gemeinde, wenn nicht, dass sie vom Geist Gottes auf verschiedenartige Weise angesprochen werden können? Wenn es wirklich ein Kennzeichen geistlicher Gemeinschaft wäre, dass jeder immer das gleiche hört und denkt, dann wären wir als Glieder der Gemeinde nicht mehr aufeinander angewiesen. Aus diesem Grund ist es sehr nötig, dass wir lernen zu hören, was und wie der Geist Gottes zu den einzelnen Gemeindegliedern redet. Ein solches falsches Einheitsdenken kann zu Hochmut führen. Sind wir nämlich wirklich so weit im Glauben, dass wir sicher sind, dass nur unsere Gedanken vom Herrn eingegeben wurden und die Gedanken der Anderen falsch sind?

Das Hören- und Unterscheidenlernen ist ein äusserst wichtiger Aspekt des geistlichen Wachstums. Der Herr will Seine verschiedenen Werkzeuge auf verschiedenartige Weise fein abstimmen. Somit kann jedes Werkzeug einen wichtigen Aspekt, so wie es ihm vom Herrn eingegeben wird, zum Ganzen beitragen. Die Einheit in der Gemeinde ergibt sich daraus, dass jeder einzelne von ganzem Herzen Gottes Wille sucht und unsere Gesinnung deshalb immer mehr in dieser Richtung geformt wird (Phil. 2, 1-8). Wenn unsere Gesinnung der Gesinnung Jesu immer ähnlicher wird, ergibt es sich mit der Zeit automatisch, dass wir in bestimmten Situation auch ähnlich denken werden. Deshalb kann auch Paulus sagen (1. Kor. 1, 10):

 

Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seiet.

 

Die Kennzeichen echter geistlicher Früchte in einer Gemeinde bestehen nicht darin, dass wir immer gleich handeln und denken, sondern darin, dass wir einander lieben, vergeben und ertragen (Gal. 5, 22; Kol. 3, 12-14). Dies ist besonders dann nötig, wenn der Herr zulässt, dass eben nicht alles so rund läuft, wie wir uns das wünschen. Dadurch, dass der Herr uns immer wieder Menschen schickt, die nicht so sind, wie wir das gerne hätten und wir deshalb Mühe haben, sie zu verstehen, dürfen wir geistlich wachsen, indem wir lernen, geistlich an diesen Menschen zu handeln und sie lieb zu haben. In einer Gemeinde sollten alle Platz haben und alle sich wohl fühlen: die Mündigen wie auch die Unmündigen. Es macht jedoch den Anschein, als wenn Menschen, die die Arbeit in Walzenhausen besuchen, sich erst dann wirklich wohl fühlen können, wenn sie auf der „gleichen geistlichen Stufe“ wie die bestehenden Mitarbeiter angelangt sind. Man sollte bei der Beurteilung dieser Arbeit ein Augenmerk darauf haben.

 

Schlusswort

Wir sind als Menschen alle mit Fehler und Mängel behaftet. Wenn wir das Werk anderer Glaubensgeschwister beurteilen müssen, so ist es wichtig, dass wir dabei unser eigenes Herz vom Herrn durchleuchten lassen. Nur wer sich vom Herrn den Balken im eigenen Auge hat entfernen lassen, kann klar sehen, um den Splitter in seines Bruders Auge herausziehen zu können (Mtth. 7, 5).

Ivo Sasek warnt vor der Sünde und möchte, dass die Gläubigen sich ihrem Herrn uneingeschränkt ausliefern. Hinter solchen Anliegen können wir vollumfänglich stehen. Die Entwicklungen seiner Arbeit, die wir in dieser Informationsschrift beschrieben haben, betrachten wir jedoch als bedenklich. Wir würden deshalb unseren Glaubensgeschwistern empfehlen, Ivo Saseks Arbeit, d.h. seine Lehre und die Praxis seiner Gruppierung, sehr vorsichtig zu prüfen und sich ihr nicht unbedacht auszuliefern.

Um keine Misverständnisse aufkommen zu lassen, möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass wir Ivo Saseks Arbeit seit dem Sommer 1997 untersuchen und die Entwicklung der Arbeit seit dieser Zeit verfolgen. Wir haben seit März 1998 versucht, schriftlich mit diesem Bruder Kontakt aufzunehmen, um ihn auf die bestehenden Gefahren in seiner Gruppe aufmerksam zu machen. Erst nach unserem dritten Brief im April dieses Jahres (1999) hat er persönlich geantwortet. Wir mussten aus seiner Antwort zur Kenntnis nehmen, dass Ivo Sasek zur Zeit nicht bereit ist, Ermahnungen von ausserhalb seiner Gruppierung anzunehmen. Seine ablehnende Haltung kann verschiedene Ursachen haben. Es tut uns sehr leid, wenn unser eigenes Verhalten dazu beigetragen hat.

Wir beten, dass dieser Bruder die Gefahren in seiner Arbeit erkennen und korrigieren kann.

 

P.K.

Spiez, im Juni 1999

 

 

 

Anhang: Ergänzungen Januar 2001

Seit der ersten Niederschrift dieses Manuskripts im Juni 1999 sind inzwischen anderthalb Jahre vergangen. Wir hatten in dieser Zeit gehofft und gebetet, dass Ivo Sasek zu einer ausgewogeneren Verkündigung durchdringen könnte. Wir waren uns aber bewusst, dass eine solche Korrektur nur dann stattfinden würde, wenn Ivo Sasek bereit wäre, Ermahnungen und Ergänzungen zu seinem Dienst auch von ausserhalb seiner Gruppierung anzunehmen. Soweit wir das bis heute beurteilen können, ist dies nicht geschehen. Zudem haben verschiedene Entwicklungen innerhalb dieser Gruppierung unsere Bedenken gegenüber der Bewegung bestärkt. In diesem Anhang wollen wir versuchen, ein wenig auf diese Entwicklungen einzugehen.

Ivo Saseks Offenbarungslehre

Ivo Sasek hat mit der Fortführung und Erweiterung seiner unbiblischen Offenbarungslehre einen gefährlichen Weg beschritten. In den Panorama-Nachrichten vom April 2000 (S. 3) schreibt Ivo Sasek folgendes:

 

„Ich fühle mich durch den Geist des Herrn unablässig gedrängt, jedes einzelne Organ in Christus an seinen Platz hin zu begleiten. Ich weise auch dich daraufhin, dass du ganz konkret unter einer verbindlichen, geistlichen Führerschaft stehen solltest. Ich meine damit nicht nur deine örtliche Gemeinde. Ich meine damit darüber hinaus in einem apostolisch-prophetischen Dienst. Es kann nicht einen Christen, auch nicht einen Hirten geben, der nicht unter einem apostolischen Dienst überregional in einen Gesamtleib zusammengefügt wird. Wo ist deine apostolische Zugehörigkeit? Wenn es nicht unser Dienst ist, wird es ein anderer sein. Wir begnügen uns nicht mehr damit, dass der eine sagt, ‚ich kenne das‘ und der andere ‚ich kenne das nicht‘. Es darf auch nicht mehr einer sagen ‚das interessiert mich‘ und der andere ‚das interessiert mich nicht‘. Es geht hier um eine Existenzfrage! Aus diesem Grund rufe ich auch heute wieder dazu auf, zu einer Bemessung zu kommen und Rechenschaft darüber abzulegen, welchem apostolischen Dienst man angehört. Dies gilt auch für alle Hirten, Evangelisten und Lehrer. Dieser Aufruf ist keine Empfehlung, sondern eine verbindliche Ermahnung. Ich glaube, diese Aufrufe der letzten Monate im Auftrag Jesu zu tun und nicht billig auf eigene Faust zu handeln. Werden wir auf Seine Gesandten hören?“

 

So weit Ivo Sasek. Seine Aufforderung ist klar. Er bezeichnet sich selbst als Gesandter Jesu Christi und ermahnt in dieser Funktion alle Gläubigen, zu ihm nach Walzenhausen zu kommen, damit sie sich von ihm bemessen und einstufen lassen. Menschen werden nicht dazu angeführt, selber Gottes Stimme zu hören und zu erkennen, wo der Herr sie haben möchte (Joh. 10, 27). Von einem allgemeinen Priestertum ist hier also nichts zu spüren (1. Petr. 2, 9). Wir müssen nicht vor dem Herrn, sondern vor Ivo Sasek Rechenschaft ablegen (Mtth. 12, 36-37). Ivo Sasek redet aber noch klarere Worte. In einer kurzen Mahnschrift von lieben Geschwistern steht folgendes:

 

„Die folgenden, wörtlich wiedergegebenen Sätze aus der Kassette ‚Wandel im Geist‘ (Juni 1999) lassen keinen Zweifel offen, dass Ivo Sasek sich eine Autorität zumisst, die seit dem Abschluss der Heiligen Schrift keinem Menschen mehr zusteht. Diese Tatsache allein genügt eigentlich bereits, um ihn als falschen Lehrer zu erkennen.

‚Ich sage: wer gegen diese Botschaft redet; ich sage: wer gegen mich redet und diese Botschaft, wer sich dem Wort nicht fügt, das ich sage, ich Ivo Sasek hier in Walzenhausen, ist kein echter Diener Gottes.‘


‘So wahr ich hier stehe, so wahr steht Gott hinter dem, was ich sage. Und wer gegen mich redet und mich, wie es jetzt 22 Jahre passiert ist ­ ich bin der Allerverachtetste, ich wüsste niemand, der mehr durch den Dreck gezogen wird, buchstäblich nicht. Wer gegen mich redet: ihr werdet sehen, was mit den Menschen geschieht, denn ich hab den Dienst jetzt angetreten, erst jetzt. Wer mir jetzt nicht gehorcht, gehorcht dem Herrn nicht.‘


‘Wenn jemand gegen mich redet, dann redet er gegen Gott, ich sag es gleich wie es ist.‘

 
Von denjenigen, die nach dieser Botschaft nach vorne gehen (zu Gebet und Segnung mit Handauflegung) erwartet Ivo Sasek, dass sie sich verbindlich und ausschliesslich an ihm orientieren, sich in seinem Werk ‚bemessen‘ und von ihm als Organismus einpflanzen lassen. ‚Wir pflanzen dich dort ein, wo du hingehörst.‘ Alles müsse unter ‚apostolisch-prophetischer Aufsicht‘ geschehen, und ein paar Sätze später heisst es ‚unter unserer Aufsicht‘.“[13]

 

Ich habe die Kassette „Wandel im Geist“ inzwischen von einem Bruder im Herrn erhalten und selber angehört. Sie ist noch viel schlimmer als das, was hir von Bruder Tschui festgehalten wurde. Diese Worte sind eindeutig Früchte der unbiblischen Offenbarungslehre, die Ivo Sasek vertritt. Wir sehen daraus, dass er leider bereits so weit gegangen ist, dass er seine eigenen Worte und seine Autorität mit der Heiligen Schrift gleich stellt.

Kindererziehung

Wie die Evangelische Informationsstelle klarzustellen versucht, ist die Lehre, die Ivo Sasek bezüglich Kindererziehung vertritt, relativ einseitig. Keine zwei Menschen auf dieser Erde sind gleich. Dieser Tatsache muss auch in einer christlichen Erziehung Rechnung getragen werden. Aus diesem Grund zeigt die Heilige Schrift verschiedene Seiten dieser äusserst schwierigen und verantwortungsvollen Aufgabe auf. Es kann geschehen, dass sogar bei guten Vorbildern und äusserster Sorgfalt ein Kind nicht gemäss dem Wunsch der Eltern gerät (1. Sam. 8, 1-5). Die Gründe hierfür können mannigfaltig sein. Obwohl die Schrift uns diesbezüglich einige Richtlinien gibt, sind wir schlussendlich bei der Kindererziehung auf die Gnade Gottes angewiesen.

Ivo Sasek und seiner Frau Anni scheint das Erziehen ihrer Kindern bis jetzt recht gut gelungen zu sein. Sie dürfen dem Herrn dafür dankbar sein. Nun ist es aber so, dass Ivo Sasek diesen Punkt immer wieder unterstreicht und sein Gelingen in dieser Hinsicht als Bestätigung dafür betrachtet wird, dass seine Lehre von Gott sein muss, weil sie ja eindeutig funktioniert. Dem ist aber nicht so. Erstens werden wir in der Schrift dazu aufgefordert, die Lehrpunkte einer Gruppierung anhand der Schrift eingehend auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Auch Zeichen und Wunder bestätigen noch keine Irrlehre als von Gott gesandt (5. Mose 13, 2-4).

Zweitens kann die gleiche Erziehungsmethode, bei anderen Kindern angewandt, absolut verheerende Folgen haben. Dies wiederum deshalb, weil jedes Kind völlig einzigartig ist und auch ganz individuell erzogen werden muss. Hier können nur die Eltern selber wissen, was für ihr Kind das Beste ist. Voraussetzung ist natürlich immer, dass die Eltern dies überhaupt wünschen und Gott um die nötige Weisheit bitten. Leider gibt es auch Eltern, die sich nicht so sehr um die Erziehung oder das Wohlergehen ihrer Kinder kümmern. Obwohl Kinder aus solchen Familien manchmal misraten, gibt es auch manchmal Kinder aus schlechten Situationen, die gut geraten. Was auch wieder zeigt, dass die Kindererziehung sehr komplex ist und es keine eindeutige Regeln gibt. Die Bibel versucht uns, Richtlinien und Massstäbe mitzugeben. Diese werden, in der richtigen Situation und zum richtigen Zeitpunkt angewandt, sicherlich helfen. Doch muss diesbezüglich wieder sehr gut unterschieden werden. Leider macht dies Ivo Sasek nicht. Wer deshalb versucht, seine Erziehungsmethoden ohne genaues prüfen und abwägen zu übernehmen, könnte ein ziemlich böses Erwachen erleben.

Ist Ivo Saseks Gruppierung eine Sekte?

Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man sich zuerst die Frage stellt, was eine Sekte ist. Ivo Sasek selber unternimmt einen Versuch, diesen Begriff zu definieren:

 

„Sekte kommt von Sektor, d.h. ‚Teil von einem Ganzen‘. Man stelle sich ein Stück Kuchen vor, das aus dem gesamten Kuchen herausgeschnitten und abgesondert wurde. Sektiererisch ist somit alles, was von etwas ursprünglich Ganzem und Zusammengehörenden einen Teil (Sektor) herausnimmt und diesen dann zum Eigentlichen erklärt. Sektiererisch ist aber auch alles, was von etwas naturgemäss Zusammengehörenden einen Teil verleugnet oder abschneidet.“[14]

 

Vor allem der letzte Satz stellt eine sehr eigenwillige Definition dar. Eine Sekte wird allgemein tatsächlich als eine Gruppierung angesehen, die sich von der Hauptströmung trennt bzw. abspaltet. Im christlichen Bereich wird eine Sekte vor allem daran erkannt, dass Offenbarungen und Lehren vertreten werden, die entweder etwas von der Bibel wegnehmen, etwas hinzufügen oder die Schrift verdrehen (5. Mose 13, 1; Spr. 30, 6; Jer. 23, 36; 2. Petr. 3, 16; Off. 22, 18-19). Leider ist diese Tendenz bei Ivo Saseks Gruppierung zu erkennen, indem eigene Offenbarungen der Bibel hinzugefügt werden und die Schrift verdreht wird, damit die eigene Lehre hineingepasst werden kann.

Eine weitere Eigenschaft vieler Sekten besteht darin, dass nicht mehr Jesus Christus das Zentrum bildet, sondern ein Mensch mit einer charismatischen Persönlichkeit, welche die Gruppe anleitet und nur seine eigene Meinung darin gelten lässt (siehe 3. Joh. 9-10). Auch diese Tendenz ist in der Person Ivo Saseks leider nur zu offensichtlich geworden.

Die wesentlichste Eigenschaft bei jeder echten Sekte stellt aber die allein-seligmachende Haltung der Gruppierung dar. Eine echte Sekte behauptet also, man müsse der Sekte angehören und ihre Lehrmeinungen bejahen, um errettet zu sein. Leider macht Ivo Sasek in dieser Hinsicht recht klare Aussagen. Wie bereits vorher zitiert, sagt er in der Kassette „Wandel im Geist“:

 

‚Wer sich dem Wort nicht fügt, das ich sage, ich Ivo Sasek hier in Walzenhausen, ist kein echter Diener Gottes.‘

 

Im Abschnitt „Ein königliches Priestertum“ des Haupttextes dieser Abhandlung haben wir jedoch bereits darauf hingewiesen, dass diesbezügliche Tendenzen bei Ivo Sasek in Erscheinung treten und er kaum noch bereit ist, andere Gruppierungen, wegen darin vorhandenen Mängeln und Problemen, zu akzeptieren. Dabei sollte uns als Christen klar sein, dass keine Gruppierung den Leib Christi darstellt, sondern die in einer Gruppierung vorhandenen, erretteten Menschen, die an Jesus Christus als ihren Erlöser glauben, ungeachtet, wie unklar die Haltung der Gruppierung selbst sein mag. Sollen wir Personen verurteilen und abschreiben, weil sie nicht den gleichen Erkenntnisstand haben wie wir? Paulus hat dies nicht getan, sondern sich überall und immer wieder für seine Geschwister eingesetzt, trotz aller Probleme und Mängel, die er in den Gemeinden gesehen hat.

Ivo Sasek stellt seine Sektendefinition vor allem auf, um alle Personen und Gruppierungen, die vor den unbiblischen Elementen in seinen Lehren warnen, als Sekte bezeichnen zu können. Und das tut er in besagtem Rundbrief gegenüber der Evangelischen Informationsstelle ziemlich eingehend. Wegen den in seiner Gruppe vorhanden gefährlichen und bedenklichen Tendenzen, würde ich formulieren, dass Ivo Saseks Gruppierung immer klarer sektiererische Elemente herausbildet. Solche Tendenzen hat es schon immer gegeben. Friedrich Oehninger bemerkte dazu in seiner Geschichte des Christentums sehr treffend folgendes:

 

Gegen diese Verweltlichung der Kirche [es geht hier um die katholische Kirche] erhoben sich [im Mittelalter] eine Anzahl von Sekten. – Sie bekämpften diesen oder jenen Missbrauch der Kirche, wurden gewöhnlich verfolgt und sagten sich dann meistens von der allgemeinen Kirche los, um als besondere Religionspartei offen oder im geheimen fortzuexistieren. Doch sind die meisten dieser Sekten des Mittelalters untergegangen, bis auf die sogenannten Waldenser. Auch hat keine von allen diesen untergegangenen Sekten eine Reinigung der kirchlichen Lehre und des christlichen Lebens herbeiführen können. Viele derselben waren nicht frei von geistlichem Hochmut und schwärmerischem Eigendünkel; sie hielten sich selbst für die alleinseligmachende Kirche und verachteten alle, die zur herrschenden Kirche gehörten. Es fehlte meist die nötige Ruhe und Besonnenheit; sie wollten alle kirchlichen und selbst die weltlichen Verhältnisse und Ordnungen über den Haufen werfen und waren selbst nicht rein im Glauben, nicht frei von Irrtümern und sittlichen Verirrungen, wie sehr sie sich auch die Reinen nannten.[15]

 

Ivo Sasek hat viele Eigenschaften und Gaben, die ihn zu einem wertvollen Bruder und Diener im Reich Gottes machen würden. Durch seine langjährige Erfahrung mit Drogensüchtigen hat er die Fähigkeit erworben, tief verwurzelte Probleme in den Menschen zu erkennen und aufzudecken. Seine ausgeprägte Lehrgabe würde ihn befähigen, dass Wort Gottes klar und systematisch mitzuteilen. Deshalb ist unser Gebet weiterhin, dass der Herr ihn so leiten mag, dass er die Gefahren, die ihn bedrohen, zu erkennen und abzulegen vermag.

Zusammenfassung

Wir haben in diesem Anhang nur einige der auffälligsten Entwicklungen weitergegeben. Der Anhang soll nur eine weitere Hilfe zur Beurteilung dieser Gruppierung anhand neuerer Informationen darstellen. Betroffene Personen und Gemeinden werden gebeten, das Werk Ivo Saseks persönlich zu prüfen. Obwohl wir in dieser Schrift viel Negatives darstellen mussten, darf es uns niemals darum gehen, unsere Geschwister zu verurteilen oder abzuschreiben. Ivo Sasek durfte bis heute auch schon vielen Geschwistern ein Segen sein. Es ist deshalb unser innigster Wunsch, dass er einsehen darf, wo er vom biblischen Weg abgewichen ist und in seiner Lehre und in der Praxis seiner Gruppierung entsprechende Korrekturen vornimmt. Bis dies jedoch geschieht, bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Geschwister zu empfehlen, von dieser Bewegung wo möglich Abstand zu halten, so sehr uns dies auch schmerzt. Zum Schluss also noch dieses Zitat, dem ich ebenfalls beistimmen muss:

 

„Auch wenn einiges an Ivo Saseks Lehre und Leben beeindruckend ist, müssen wir doch vor seiner Bewegung warnen. Sie ist gefährlich, weil sie über die Schrift hinaus geht, eine höhere, bzw. tiefere geistliche Erfahrungsebene anbietet und sehr stark auf eine einzelne Person fixiert ist. Wer Christi Knecht sein will, halte sich fern von menschlicher Unterjochung, und sei sie noch so fromm getarnt!“[16]

 

 

P.K.

Spiez, im Januar 2001

 

 


 

[1] Ivo Sasek; Die Waffenrüstung Gottes; Elaion-Verlag; Walzenhausen; 1. Auflage 1997; S. 40

 

[2] Ivo Sasek; Laodiceas Verhängnis; Elaion-Verlag; Walzenhausen; 2. Auflage 1997; S. 92

 

[3] Ivo Sasek; Laodiceas Verhängnis; a.a.O.; S. 102

 

[4] Ivo Sasek; Sein Kampf; Verlag Obadja; Walzenhausen; 1. Auflage 1994; S. 231

 

[5] Ernst Modersohn; Er führet mich auf rechter Strasse; R. Brockhaus Verlag; Wuppertal und Zürich; 1995; S. 101

 

[6] Auf der Web-Seite der Evangelischen Informationsstelle der Reformierten Landeskirche über Kirchen, Sekten und Religionen (www.ref.ch/zh/infoksr/register.html) zu finden unter dem Beitrag „Pensecola“ von Georg Otto Schmid, Abschnitt „Die Sünde gegen den Heiligen Geist“.

 

[7] Panorama-Nachrichten; Infos der Gemeindedienstzweige: Obadja, Gemeinde-Lehrdienst, Elaion-Verlag; Walzenhausen; April 1999; Aus dem Beitrag: „Erfüllte Träume“ von Ivo Sasek; S. 1-2

 

[8] Gemeinde-Lehrdienst; Der Oelbaum; April 1999; Ivo Sasek; Ein prophetisches Zeugnis; Walzenhausen; S. 10-11

 

[9] Panorama-Nachrichten; a.a.O. Aus dem Beitrag: „Erfüllte Träume“ von Ivo Sasek; S. 2

 

[10] Ivo Sasek; Die festgesetzten Zeiten; Elaion-Verlag; Walzenhausen; 2. Auflage 1997; S. 31ff.

 

[11] Rick Joyner; Die zwei Bäume im Paradies; Projektion J Verlag GmbH; Wiesbaden; 1992; S. 14

 

[12] Ivo Sasek; Laodiceas Verhängnis; a.a.O.; S. 7

 

[13] P&A Tschui; Oktober 2000; IVO SASEK - einige Orientierungspunkte für verunsicherte Geschwister

 

[14] Der Oelbaum; April 2000; Elaion-Verlag Walzenhausen; S. 5

 

[15] Friedrich Oehninger; Die Geschichte des Christentums; Verlag von Karl Hirsch; Emmishofen, Konstanz, New York; 3. Auflage 1897; S. 205

 

[16] P&A Tschui; a.a.O.