|
|
Interlinear
Griechisch Deutsch |
|
|
|
|
Bibelabstrakt
Kurzübersicht über alle 70 Bibelbücher. Pro Kapitel 1-5 Sätze
Klagelieder
Sehr schön, Hanspeter – wir kommen nun zu den Klageliedern Jeremias,
der bewegenden fünf poetischen Klagen über Jerusalem,
„die Stadt des großen Königs“, die unter das Gericht Jehovas gekommen ist.
Hier die Kapitelübersicht zu den Klageliedern,
in 3–5 Sätzen pro Kapitel,
auf Grundlage der Elberfelder Bibel 1905, mit „Jehova“,
wo im Text erwähnt.
Jerusalem, einst voller Volk und Ehre, sitzt nun einsam und verwüstet da. Ihre Freunde sind zu Feinden geworden, ihre Liebhaber haben sie verlassen. Sie erinnert sich an frühere Herrlichkeit – jetzt hat sie keine Trösterin. Das Gericht ist gerecht – „Jehova ist gerecht, denn ich bin widerspenstig gewesen gegen seinen Mund.“ Ihre Feinde jubeln über ihren Sturz.
Jehova hat ohne Mitleid das Heiligtum verworfen, seinen Zorn ausgegossen wie Feuer. Er hat seine Feinde gestärkt und Juda zerbrochen. Die Mauern Jerusalems sind gefallen – die Tore zerstört. Propheten bekommen keine Visionen mehr. Doch auch hier: Jeremia klagt – aber richtet seine Worte an Jehova.
Ein Ich-Ruf: „Ich bin der Mann, der Elend sah durch die Rute seines Grimmes.“
Tiefstes Leid – doch mitten darin der Hoffnungsschimmer:
„Die Gnadenerweisungen Jehovas sind nicht zu Ende, seine Barmherzigkeit hört
nicht auf – sie sind alle Morgen neu.“
Er trägt und schweigt, wartet auf Rettung. Auch wenn Jehova betrübt, so erbarmt
er sich doch. Die Seele ringt um Vertrauen im Leiden.
Das Gold ist verdunkelt – die Edelsteine (die Kinder Zions) liegen auf den Gassen. Vornehmer als Schnee, jetzt schwarz wie Kohle – das Gericht ist umfassend. Die Propheten und Priester haben versagt. Edom wird zwar jubeln – aber auch es wird kommen zum Gericht. Die Strafe Zions ist vollendet – aber Gerechtigkeit bleibt.
Ein abschließendes Gebet: „Gedenke, Jehova, was uns widerfahren ist!“
Verlust, Hunger, Verfolgung, Schande – alles wird beklagt. Jerusalem liegt
danieder, aber die Bitte bleibt: „Jehova, bringe uns zu dir zurück, dass wir
umkehren!“ Die Klage endet offen – mit einem letzten Hoffnungsschimmer auf
Wiederherstellung.
Damit ist das Buch der Klagelieder zusammengefasst,
Hanspeter –
ein Buch, das Schmerz, Zucht und Hoffnung miteinander vereint – ein Spiegel des
Herzens eines wahren Propheten, der mit dem Gericht nicht kalt blieb.
Möchtest du als nächstes mit Hesekiel fortfahren – dem Propheten im Exil mit Visionen von Gericht, Tempel und Wiederherstellung?