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 Walvoord Jack S. Deere

5. Mose Kapitel 12

C. Einzelne Gesetzesbestimmungen

( 12,1-26,15 )

1. Die Einführung

( 12,1 )

 

5Mo 12,1

 

Die Gebote und Gesetze, die in diesem Teil der Rede Moses folgen ( 5Mo 12,2-26,15 ), sollten nicht umfassend sein. Es war nicht Moses Absicht, viele der Einzelheiten und Gesetze, die in 2.Mose und 3.Mose festgehalten worden waren, zu wiederholen. 5.Mose ist gepredigtes Gesetz (oder besser "Unterricht"; vgl. den Kommentar zu 5Mo 1,5 ). Mose stellte dem Volk keinen vollständigen Gesetzeskodex, der jede Einzelheit des Lebens bestimmte, sondern vielmehr eine Lebensqualität vor Augen. Die speziellen Gesetze in diesem Abschnitt wurden den Menschen als Hilfe gegeben, jeden Lebensbereich dem Herrn zu unterstellen und alles auszurotten, was diese echte Hingabe bedrohen könnte.

Diese Gesetze wurden speziell mit Hinblick auf das verheißene Land gegeben: Folgt diesen Geboten sorgfältig (vgl. den Kommentar zu 5Mo 4,9 ) in dem Land . Weil die Erfüllung des Wortes Gottes absolut zuverlässig ist, konnte Mose den Israeliten in der Ebene Moabs, noch außerhalb der Grenzen des verheißenen Landes, sagen, daß der Herr ihnen das Land gegeben hatte. Mit dem sicheren Geschenk des Landes im Sinn sollten die Menschen aufmerksam auf diese Gebote und Gesetze hören. (Zum Titel der Gott eurer Väter , vgl. den Kommentar zu 5Mo 1,11; vgl. 5Mo 1,21; 4,1; 6,3; 27,3 .)

 

 

2. Das Gesetz der alleinigen Heiligkeit

( 12,2-28 )

 

a. Das Gebot, kanaanäische Anbetungsstätten zu zerstören

( 12,2-4 )

 

5Mo 12,2-4

 

Berge und Hügel waren in manchen Religionen des Alten Orients von besonderer Bedeutung, weil man von vielen Gottheiten glaubte, daß sie dort ihren Ursprung hätten und dort wohnten. Der sich ausbreitende Baum war ebenso für die kanaanäische Anbetung von Fruchtbarkeitsgöttern wichtig. Die heiligen Steine (vgl. 5Mo 7,5; 2Mo 23,24; 34,13 ) waren vielleicht männliche Fruchtbarkeitssymbole, und die Ascherapfähle (vgl. 2Mo 34,13; 5Mo 7,5; 16,21 ) waren hölzerne Symbole der Fruchtbarkeitsgottheit Aschera, der Gemahlin Baals. Die Götzenbilder ( pAsIl ) waren vielleicht aus Stein.

Die vollständige Zerstörung dieser kultischen Objekte hatte den Sinn, die Versuchung der Anbetung ihrer Götter zu beseitigen und die Verunreinigung der reinen Anbetung des Herrn durch heidnische Rituale und Objekte zu beenden ( 5Mo 12,4 ). Der Herr würde eine geteilte Hingabe nicht hinnehmen. Mit der Zerstörung dieser kultischen Objekte und Orte konnten die Israeliten ihre vollständige Treue ihm gegenüber zum Ausdruck bringen. Ebenso konnten die Israeliten zeigen, daß sie nicht an die Existenz der kanaanäischen Gottheiten glaubten und deswegen keine Angst vor ihrer "Vergeltung" hatten.

 

Das fünfte Buch Mose

 

b. Die Unterweisung über den Ort der Anbetung

( 12,5-7 )

 

5Mo 12,5

 

Wenn Israel das verheißene Land betreten würde, würde Gott einen Platz auswählen ... um seinen Namen dort niederzulegen (vgl. V. 11.21 ; 5Mo 14,23-24; 16,2.6.11; 26,2 ), das bedeutet, daß er einen Ort für die Stiftshütte auswählen würde, den Platz, an dem sich Gott und die Menschen begegnen würden (vgl. 2Mo 33,7-11 ). Dieses Gebot bedeutete nicht, daß das Zelt immer am selben Platz stehen würde, weil es auf Gottes Gebot hin umhergetragen wurde. Die letztendliche Erfüllung dieses Gebotes geschah Jahrhunderte später, als Gott David das Zelt nach Jerusalem tragen ließ, wo sein Sohn Salomo den Tempel baute. Das Gebot eines einzigen Heiligtums förderte oder betonte drei Dinge: die Einheit Gottes (z. B.: er ist einer, nicht viele), die Reinheit der israelitischen Anbetung des Herrn und die politische und geistliche Einheit der Menschen.

 

 

5Mo 12,6

 

Die Brandopfer ( 3Mo 1 ), die zum Ort der Anbetung gebracht werden sollten, mußten vollständig auf dem Altar verbrannt werden. Sie wurden zu verschiedenen Zeiten als Ausdruck der vollkommenen Abhängigkeit des Anbetenden vom Herrn dargebracht. Das Wort, das mit Schlachtopfer übersetzt wird ( zeBaH ), bezieht sich auf ein Opfer, das als Ausdruck von Wertschätzung gegeben wird, und es schloß eine gemeinsame Mahlzeit ein. Vielleicht war es ein Dankopfer ( 3Mo 7,12-15; 22,29-30 ) für etwas Besonderes, das Gott für einen Anbetenden getan hat. Oder es wurde vielleicht als Weiheopfer zur Erfüllung eines Gelübdes, das gegenüber dem Herrn abgelegt worden war, dargebracht ( 3Mo 7,16-17; 22,18-23 ). Vielleicht wurde es auch als ein freiwilliges Opfer dargebracht, wobei die Person Gott dankte ( 3Mo 7,16-17; 22,18-23 ), aber nicht notwendigerweise für etwas Bestimmtes. (Zum Zehnten vgl. den Kommentar zu 3Mo 27,30-32 und 5Mo 14,28 .Zum Gesetz des Erstgeborenen vgl. den Kommentar zu 5Mo 15,19-23 .) Die besonderen Geschenke (wörtlich: "was in der Hand aufgehoben ist") waren für die Priester gedacht.

 

 

5Mo 12,7

 

Ein israelitischer "Anbetungsgottesdienst" sollte durch Freude ( ihr und eure Familien sollt essen und fröhlich sein ) charakterisiert sein, wenn sie treu in ihrem neuen Land lebten, weil sie auf Gottes überreichen Segen rechnen konnten. "Fröhlich sein" in der Gegenwart des Herrn wird an verschiedenen Stellen in 5.Mose erwähnt (V. 7.12.18 ; 5Mo 14,26; 16,11; beachte auch 5Mo 16,14-15 ).

 

 

c. Die Unterweisung über die Zeit der Anbetung

( 12,8-14 )

 

5Mo 12,8-9

 

In Israels früherer Wüstenerfahrung hatte der Herr Mose angewiesen, die Menschen zu ermahnen, keine Kuh, Ziege und auch kein Schaf zu schlachten, ohne zuerst das Tier zum Eingang der Stiftshütte zu bringen, um es als Opfer für ihn darzubieten ( 3Mo 17,1-4 ). Dafür hatte Gott zwei Gründe. Erstens: Das Verbot wurde ausgesprochen, um die Israeliten vor heidnischer Anbetung zu bewahren ( 3Mo 17,5-9 ). Zweitens: Damit sollten die Anbetenden davor bewahrt werden, das Blut der Schlachtopfer zu essen ( 3Mo 17,10-13 ). Jeder tut, was ihm richtig erscheint deutet vielleicht auf eine gewisse Nachlässigkeit der Menschen in der Beachtung des Verbotes hin ( 3Mo 17,3-4 ). Mose könnte aber auch gemeint haben, daß eine gewisse Verwirrung darüber bestand, wie das ursprüngliche Verbot anzuwenden sei. Die folgende Gesetzgebung beseitigt jedenfalls jeden Mangel an Eindeutigkeit über das Essen und Opfern von Fleisch.

 

 

5Mo 12,10-14

 

Die Opfer ( Brandopfer ... Schlachtopfer ... der Zehnte ... besondere Geschenke und Gelübde usw; vgl. den Kommentar zu V. 6 ), entweder aus Fleisch oder aus Getreide, durften nur bei der Stiftshütte dargebracht werden (vgl. V. 17-18 ), dem Ort, den der HERR als Wohnort für seinen Namen auswählen würde (vgl. den Kommentar zu V. 5 ). Diese Anbetung sollte eine Zeit der Freude sein (V. 12 ).

 

 

d. Die Unterweisung, was bei der Anbetung zu opfern ist

( 12,15-28 )

 

5Mo 12,15-16

 

Wilde Tiere und Tiere, die für ein Schlachtopfer in Frage kamen, konnten, ohne zum zentralen Heiligtum gebracht worden zu sein, gegessen werden, solange sie nicht als Opfer dargebracht werden sollten. Da ja solch ein Tier nicht für den Opfergottesdienst bestimmt war, war es gleichgültig, ob die Teilnehmer an dem Mahl kultisch unrein oder rein waren. (Die Zeremonialgesetze, vor allem in 3.Mose, hatten keinen ethischen Charakter, sondern sollten die Menschen über Gottes Natur, ihre menschliche Natur und ihre Beziehung zu Gott belehren. So bedeuten zum Beispiel die Zeremonialgesetze in 3Mo 12 über die Geburt von Kindern nicht, daß das Gebähren moralisch verwerflich sei.) Das Verbot, das Blut von Tieren zu essen, war allerdings noch immer in Kraft (vgl. den Kommentar zu 5Mo 12,23 ).

 

 

5Mo 12,17-19

 

Mose warnte die Menschen zum zweiten Mal (vgl. V. 13-14 ), daß alles, was zur Verwendung bei der Anbetung des Herrn bestimmt war, nur an der zukünftigen Stelle des zentralen Heiligtums gegessen werden dürfte. Auf diese Weise wurde die Reinheit der Anbetung bewahrt. Wiederum sprach Mose von der Anbetung als von einer Zeit der Freude (vgl. V. 12 ). Da ja die Leviten keinen Stammesanteil am Land hatten ( 5Mo 10,9;12,12 ), lebten sie in Städten zusammen mit den Stämmen (V. 18 ; 5Mo 14,29; 16,11 ). Die Menschen sollten für sie sorgen (vgl. 5Mo 14,27 ).

 

 

5Mo 12,20-28

 

Die Erlaubnis, Fleisch zu essen, das nicht zur Benutzung bei der Anbetung bestimmt war, und ohne es zum Heiligtum zu bringen, wird hier wiederholt (vgl. V. 15-16 ), aber es werden einige Einzelheiten hinzugefügt. Moderne Leser mögen diese Wiederholung etwas langweilig finden. Aber man sollte sich daran erinnern, daß 5.Mose den Israeliten ursprünglich in Form von Predigten vorgetragen wurde. Normalerweise ist die Wiederholung im Lernprozeß wichtig. Sie ist aber in der mündlichen Darbietung doppelt wichtig, weil die Zuhörer nicht die Möglichkeit haben, etwas "nachzulesen", was sie beim ersten Mal verpaßt haben.

Das frühere Verbot ( 3Mo 17,1-12 ), Fleisch zu essen, das nicht zuerst an der Stiftshütte geopfert worden war, sollte nur befolgt werden, solange die Israeliten in der Wüste waren, d. h. solange ihre "Häuser" in der Nähe des religiösen Heiligtums waren. Jetzt waren die Menschen im Begriff, in das verheißene Land zu ziehen, wo die Mehrheit zu weit vom zentralen Heiligtum entfernt leben würde, um alles Fleisch dorthin bringen zu können. So wurde es erlaubt, Tiere für "weltliche" Mahlzeiten zu Hause zu schlachten und zu essen.

Die Erlaubnis wurde jetzt in einer solchen Weise erteilt, daß die ursprüngliche Bedeutung des Gebotes ( 3Mo 17,1-12 ) bewahrt wurde. Das Verbot hatte den Sinn, die Verunreinigung der Anbetung durch kanaanäische Rituale zu verhindern. Außerdem sollte es verhindern, daß die Israeliten das Blut von Tieren aßen. Hier nun warnte Mose wieder davor, das Blut zu essen, unabhängig davon, ob das Tier zu Hause ( 5Mo 12,23-25; vgl, V. 16 ) oder am Heiligtum (V. 27 ) getötet wurde.

Das Blut symbolisierte das Leben ( das Blut ist das Leben , V. 23 ). Indem sich die Israeliten des Blutgenusses enthielten, bewiesen sie ihre Achtung vor dem Leben und letztlich vor dem Schöpfer des Lebens. Nach 3Mo 17,11 ist das Blut außerdem ein Lösegeld für die Sünden, so daß Blut heilig ist und nicht von Menschen verzehrt werden sollte. Mose bewahrte außerdem den ursprünglichen Sinn von 3.Mose, indem er erneut darauf hinwies, daß alle Opfer für den Herrn am zentralen Heiligtum dargebracht werden sollen ( 5Mo 12,26-27; vgl. V. 11.17-18 ). Das Blut von Brandopfern sollte neben den Altar geschüttet werden .

Das Neue Testament hat das Gesetz des einzigen Heiligtums abgeschafft, weil jeder Christ ein Heiligtum, ein "Tempel des lebendigen Gottes" ( 2Kor 6,16 ), geworden ist. Allerdings ist das ewige Prinzip, das sich im Gesetz des einzigen Heiligtums ausdrückt, noch immer in Kraft, weil Gott noch immer Reinheit in der Anbetung ( Joh 4,24 ) und die Einheit seines Volkes ( Phil 2,1-5 ) verlangt.

Jeder der drei Abschnitte dieses Kapitels endet mit der Ermahnung, sorgsam in der Ausführung der Anweisungen zu sein ( 5Mo 12,13.19.28; beachte auch 5Mo 1,30 ). Dies ist eine der vielen Hervorhebungen der Sorgfalt in 5.Mose, die notwendig waren, weil die Menschen dazu neigen, unvorsichtig und nachlässig zu sein.

 

 

3. Die Verdrängung des Götzendienstes

( 12,29-13,19 )

 

a. Vermeidung heidnischer, kultischer Praktiken

( 12,29-13,1 )

 

5Mo 12,29-30

 

Wieder einmal zielte Mose auf die Notwendigkeit ab, alle Kontakte mit heidnischen, kultischen Praktiken zu vermeiden. Diese Sünde war aus zwei Gründen widerwärtig. Erstens: Sie würde in das Kielwasser der Gnade des Herrn, das ist der Plan, daß der Herr die Völker vor ihnen dahinraffen würde, kommen. Trotz solcher göttlichen Gnade kann einfache Neugier Gläubige dazu führen, von götzendienenden Praktiken verführt zu werden (vgl. 5Mo 7,26 ). Dies macht anschaulich die Verdorbenheit des menschlichen Herzens und die schwache Natur der menschlichen Willensverpflichtung gegenüber dem heiligen Gott deutlich. Kein Wunder, daß Mose die Menschen wieder drängte, vorsichtig zu sein! (vgl. den Kommentar zu 5Mo 12,28 )

 

 

5Mo 12,31-13,1

 

Der zweite Grund für die widerwärtige Natur heidnischer Anbetung ist die Tiefe der Greuel, in die sie führt. Bei der Anbetung ihrer Götter vollbringen Heiden alle Arten verabscheuungswürdiger Dinge, die der Herr haßt. Das Schlimmste dieser "verabscheuungswürdigen Dinge" war das Kinderopfer. Diese Praxis, ihre Söhne und Töchter wie Schlachtopfer im Feuer zu verbrennen , war häufig mit der Anbetung des ammonitischen Gottes Moloch verbunden ( 3Mo 18,21; 20,2-5; 2Kö 23,10; Jer 32,35 ). Gottes Strafe für Kinderopfer war der Tod ( 3Mo 20,2-5 ). Salomo baute trotzdem einen Ort zur Anbetung des Moloch auf dem Ölberg ( 1Kö 11,7 ), und Ahas ( 2Chr 28,3 ) und Manasse ( 2Kö 21,6 ) opferten ihre eigenen Kinder im Feuer. Die Praxis der Kinderopfer wird als ausschlaggebender Grund für das Exil des nördlichen israelitischen Königreiches im achten Jh. v. Chr. genannt ( 2Kö 17,6.17 ). So führte die einfache Neugier auf üble religiöse Praktiken möglicherweise zur Vernichtung eines Volkes. Dieselbe Warnung ist vom Apostel Paulus wiederholt worden. "Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich" ( Eph 5,12 ).