Hesekiel Walvoord Hesekiel (Charles H. Dyer)
5. Die Nation wird wiederhergestellt
( Hes 37 )
<-BB=Hes--> Kapitel 37 ist eine lebendige Illustration für das
Versprechen von Kapitel 36 . Gott hatte angekündigt, daß Israel wieder
unter der Führung Davids als König in sein Land eingesetzt wird. Dies
aber schien, angesichts des gegenwärtigen Zustandes von Israel, weit
entfernt. Als Volk war Israel "tot" - seines Landes, seines Königs und
seines Tempels beraubt. Es war schon so lange geteilt und miteinander
zerstritten, daß eine Vereinigung und Wiederherstellung undenkbar
schien. Deshalb gab Gott Hesekiel zwei Zeichen ( Hes 37,1-14 und V. 15 -
28 ), die die Tatsache der Erneuerung unterstrichen und die
Verheißungen, die er gemacht hatte, bestätigten.
a. Die Vision von dem Totenfeld, das lebendig wird
( 37,1 - 14 )
Die meisten Israeliten haben Gottes Verheißung der Erneuerung
wahrscheinlich angezweifelt. Ihre gegenwärtige Lage schien die
Möglichkeit der Erfüllung auszuschließen. Deshalb machte Gott deutlich,
daß seine souveräne Macht und Fähigkeit ausreiche, seine Verheißungen zu
erfüllen. Ihre Erfüllung hängt von ihm ab, nicht von den Umständen.
Hesekiel berichtete die Vision (V. 1 - 10 ) und erklärte sie dann (V. 11
- 14 ).
Hes 37,1-10
Gott brachte Hesekiel durch den Geist (vgl. Hes 3,14; 8,3; 11,1.24;
43,5 ) in ein Tal voller Knochen . Er bemerkte, daß die Knochen sehr
trocken waren, gebleicht und verdorrt unter der heißen Sonne.
Gott stellte dem Propheten eine bemerkenswerte Frage: Sohn des Menschen,
können diese Knochen leben? Gibt es in diesen toten Gebeinen irgendein
Potential für Leben? Hesekiel wußte, daß dies menschlich gesehen
unmöglich war. Deshalb war seine Antwort vorsichtig. O HERR, mein Gott,
du alleine weißt es . Nur Gott kann so etwas tun.
Gott wies Hesekiel dann an, diesen Knochen zu weissagen . Der Inhalt
dieser Weissagung war Gottes Versprechen der Erneuerung: Ich werde Atem
in euch kommen lassen, und ihr werden lebendig werden . "Atem" ( rUaH )
kann auch mit "Wind" oder "Geist" übersetzt werden. In Hes37,14 wird das
gleiche Wort in manchen Übersetzungen mit "Geist" übersetzt. Vielleicht
dachte Gott an 1Mo 2,7 . Bei der Erschaffung des Menschen machte Gott
Adam zu einem lebendigen Wesen, indem er in seine Nase "den Atem des
Lebens" blies. Ob Gott dabei von Wind, physischem Atem, dem
Lebensprinzip oder dem Heiligen Geist sprach, ist unklar. Die Ergebnisse
jedenfalls waren eindeutig. Gott wollte diesen toten Knochen Leben
geben. Während Hesekiel seine Weissagung verkündigte, sah er etwas
Erstaunliches. Die Knochen kamen zusammen ( Hes 37,7 ), Fleisch
entwickelte sich, Haut überzog sie (V. 8 ), Atem kam in sie, und sie
standen auf (V. 10 ).
Hes 37,11-14
Worauf bezog sich diese Vision? Gott sagte, daß sie von dem Volk Israel
handelte ( dem ganzen Haus Israel ), das in der Gefangenschaft war. Wie
unbegrabene Gebeine verschmachteten die Menschen und sahen kein Ende
ihres Gerichtes: Unsere Hoffnung ist vergangen, wir sind abgeschnitten .
Die überlebenden Israeliten dachten, daß ihre nationalen Hoffnungen
vernichtet worden seien. Israel war "gestorben" in den Flammen des
babylonischen Angriffes und hatte keine Hoffnung der Auferstehung.
Die Wiederbelebung der trockenen Knochen war ein Bild für die nationale
Wiederbelebung Israels. Die Vision machte deutlich, daß das neue Leben
Israels von Gottes Macht abhing, nicht von äußeren Umständen: Ich werde
deine Gräber öffnen, ich werde dich zurückbringen in das Land Israel .
Wenn Gott Israel als Volk erneuern würde, würde er es auch geistlich neu
machen. Er wird seinen Geist in Israel legen. Der Lebensatem, den die
Körper erhielten, war ein Bild für den Heiligen Geist, der Israel im
Neuen Bund verheißen war (vgl. Hes 36,24-28 ).
Die Israeliten, die heute in Palästina wohnen, sind nicht die Erfüllung
dieser Weissagung. Aber sie wird erfüllt werden, wenn Gott die gläubigen
Israeliten in sein Land sammelt ( Jer 31,33; 33,14-16 ), wenn Christus
wiederkommt, um sein Königreich aufzurichten (vgl. Mt 24,30-31 ).
b. Das Zeichen der beiden Stöcke, die vereinigt werden
( 37,15 - 28 )
Das zweite Zeichen, das Hesekiel in diesem Kapitel erhält, macht die
Erneuerung der Nation deutlich. Zuerst wird das Zeichen gegeben (V. 15 -
17 ), dann erklärt (V. 18 - 28 ).
Hes 37,15-17
Hesekiel erhielt den Auftrag, zwei Stöcke aus Holz zu nehmen und auf
einen den Namen Juda und auf den anderen die Namen Ephraim und Josef zu
schreiben. Dann sollte Hesekiel sie zusammenhalten wie einen Stock.
Nachdem Salomo gestorben war, teilte sich das Volk Israel 931 v. Chr.
Das Südreich wurde Juda genannt, weil Juda sein größter Stamm war und
weil das Land von einem König aus diesem Stamm beherrscht wurde
(vgl. 1Kö 12,22-24 ). Das Nordreich hieß Israel, manchmal auch Ephraim
(z. B. Hos 5,3.5.11-14 ), entweder weil Ephraim der stärkste und
einflußreichste Stamm war oder weil der erste König Israels, Jerobeam
I., aus diesem Stamm kam ( 1Kö 11,26 ). Israel wurde von Assyrien 722 v.
Chr. in die Gefangenschaft geführt und Juda 605, 597 und 586 v. Chr. von
Babylon.
Hes 37,18-28
Die Vereinigung der Stökke war ein Bild für die Erneuerung und
Wiedervereinigung seines Volkes im Land als eine Nation (vgl. Hos 2,2 ).
Gereinigt von ihrem Abfall, werden sie mein Volk sein, sagte Gott, und
ich will ihr Gott sein (vgl. Hes 11,20; 14,11; 36,28; 37,27 ).
Wenn Israel wieder vereinigt ist, wird König David selbst es führen
(vgl. die Anmerkungen zu Hes 34,23-24 ). Als Gottes Knecht wird er
ihr einziger Hirte sein.
Gott wiederholte dann noch einmal den Segen, den er auf das Volk im Land
legen wird. Es wird dort für immer wohnen, und David wird sein Fürst
sein. Gottes Bund des Friedens (vgl. Hes 34,25; Jes 54,10 ) wird dann
mit ihm aufgerichtet werden, und seine Gegenwart wird für immer bei ihm
bleiben (im Gegensatz zu dem Weggang seiner Herrlichkeit; Hes 9-11 ).
Die sichtbare Erinnerung an diese Gegenwart Gottes wird sein Heiligtum
sein, sein Wohnort. Noch einmal fügte Gott hinzu: Ich will ihr Gott
sein, und sie sollen mein Volk sein (vgl. Hes 11,20; 14,11; 36,28;
37,23 ). Diese Verheißungen stehen im Zusammenhang mit den detaillierten
Plänen für Gottes neues Heiligtum ( Hes 40-43 ). Dieses Gebäude wird als
Anschauungsunterricht für Israel und die Völker dienen und Gottes
Gegenwart inmitten seines Volkes deutlich machen.
6. Der Angriff durch Gog wird zurückgeschlagen
( Hes 38-39 )
Israel wurde von seinen Feinden zertreten, aber in der Zukunft wird Gott
selbst für die Sicherheit des Volkes sorgen. Er wird sein Volk
verteidigen und die Feinde in fernen Ländern richten (das Gericht über
die umliegenden Länder wurde schon erwähnt; Hes 25-32 ).
Einige der Länder, die Hesekiel in Kapitel 38; 39 anführt, wurden
bereits als Handelspartner von Tyrus angesprochen. Vgl. dazu die Karte
"Die Welt Jeremias und Hesekiels" in der Einführung zu Jeremia, wo die
Lage dieser Orte und Länder eingezeichnet ist, die in Hes 38,2-6 erwähnt
werden.
Neben diesen Ortsnamen muß noch ein weiterer eventueller Name
angesprochen werden. Manche Übersetzungen geben das Wort rO?S in Hes
38,2 mit "oberster" wieder. Andere dagegen nehmen es als Eigenname und
schreiben "Rosch". Soll das hebräische Wort, das "Haupt" bedeutet, als
Adjektiv angesehen werden ("oberster Fürst") oder als Eigenname
("Rosch")? Die meisten Gründe scheinen dafür zu sprechen, es als
Adjektiv zu nehmen. "Rosch" wird in der Bibel nie als Name eines Volkes
benutzt, während andere Namen gut bezeugt sind (vgl. 1Mo 10,1-7; 1Chr
1,5-7; Hes 27,13-24; 32,26 ). Die einzige Ausnahme könnte Jes
66,19 sein, aber auch hier ist es zweifelhaft, ob "Rosch" ein Eigenname
ist.
Sprechen diese Länder von der Sowjetunion? Zunächst einmal muß man die
Gegenden identifizieren, über die Hesekiel weissagte, und dann sehen,
welche Länder heute in diesen Gegenden liegen. Hesekiel spricht nicht
einfach deshalb von "Rußland", weil das Wort so ähnlich klingt
wie rO?S . Auch sollte man nicht einfach "Meschech" mit Moskau oder
"Tubal" mit "Tobolsk" gleichsetzen. Hesekiel sprach von damals bekannten
Gegenden (nicht den heutigen Namen). Während man sich also vor allzu
schnellen dogmatischen Festlegungen hüten muß, sprechen drei Gründe
dennoch dafür, daß auch die Sowjetunion zu den Ländern gehört, von denen
Hesekiel redet: (1) Einige der Länder, die Hesekiel erwähnte, lagen in
dem, was heute Rußland ist. (2) Die Armeen kommen, so heißt es, "aus dem
fernen Norden" ( Hes 38,6.15; Hes 39,2 ). Dazu gehört vermutlich auch
die Landbrücke zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, die heute
Teil der Sowjetunion ist. (3) Hesekiel sprach von einer Koalition
verschiedener Völker, von denen viele heute mit der Sowjetunion
verbündet oder unter ihrem Einfluß sind. Dazu gehören der Iran
("Persien"), der Sudan und das nördliche Äthiopien ("Kusch"), Libyen
("Put") und die Türkei ("Meschech", "Tubal", "Gomer" und "Bet-Togarma").
Alle diese Nationen (vgl. Hes 38,2-3.5-6 ) werden sich, vielleicht unter
Führung der Sowjetunion, vereinigen, um Israel anzugreifen.
Wann wird sich die Weissagung erfüllen? Kein historisches Ereignis der
Vergangenheit kann damit in Übereinstimmung gebracht werden. Die
Erfüllung steht also noch aus. Manche Ausleger glauben, daß dieser
Angriff auf Israel mit dem von Gog und Magog gegen Ende der
tausendjährigen Herrschaft Christi ( Offb 20,7-9 ) gleichzusetzen sei,
aber dies ist aus verschiedenen Gründen schwierig: (1) Die Ergebnisse
des Kampfes bei Hesekiel stimmen nicht mit den Ereignissen überein, die
auf den Kampf in Offb 20 folgen. Warum soll man die Toten sieben Monate
nach dem Kampf begraben ( Hes 39,12-13 ), wenn das nächste, was
geschieht, die Auferstehung der gestorbenen Ungläubigen ist ( Offb
20,11-13 )? Warum sollten die Menschen noch sieben Jahre nach dem Kampf
auf der Erde bleiben, um die Waffen zu verbrennen ( Hes 39,9-10 ), statt
sofort in die Ewigkeit einzugehen ( Offb 21,1-4 )? Die Ereignisse, die
nach dem Kampf geschildert werden, sind so stark unterschiedlich, daß
man von zwei verschiedenen Kämpfen ausgehen muß (vgl. die Anmerkungen
zu Offb 20,7-9 ). (2) Die Auswirkungen auf die Menschen sind anders. Bei
Hesekiel ist der Kampf das Mittel, durch das Gott Israel zu sich selbst
zieht (vgl. Hes 39,7.22-29 ) und durch das er dessen Gefangenschaft
beenden wird. Der Kampf in Offb 20 dagegen geschieht, nachdem Israel
tausend Jahre lang treu gegen Gott gewesen ist und seinen Segen erlebt
hat.
Wenn der Kampf in Hes 38-39 nicht am Ende des Tausendjährigen Reiches
geschieht, könnte er dann am Anfang desselben stehen? Auch dies
erscheint zweifelhaft. Nur Gläubige werden in das Tausendjährige Reich
eingehen (vgl. Joh 3,3 ), Menschen, die ihren Glauben dadurch gezeigt
haben, daß sie das auserwählte Volk Gottes beschützen (vgl. die
Anmerkungen zu Mt 25,31-46 ). Zu Beginn des Tausendjährigen Reiches
werden alle Kriegswaffen vernichtet ( Mi 4,1-4 ). Es ist wohl kaum
möglich, daß ein Krieg beginnt, wenn die Ungläubigen beseitigt und ihre
Waffen vernichtet sind.
Besser ist es wohl, den Kampf mit Gog und Magog, den Hesekiel
beschreibt, in der Zeit der großen Trübsal zu sehen. Manches deutet
darauf hin, daß er innerhalb der ersten dreieinhalb Jahre dieser sieben
Jahre beginnen wird. Der Angriff wird kommen, wenn Israel in Frieden
lebt ( Hes 38,8.11 ). Wenn Israels Bund mit dem Antichristen zu Beginn
der siebzigsten Jahrwoche Daniels ( Dan 9,27 a) geschlossen wird, dann
wird Israel Frieden haben. Aber nachdem dieser Bund gebrochen worden
ist, etwa gegen Mitte der sieben Jahre, wird das Volk eine Zeit
äußerster Verfolgung erleben ( Dan 9,27 b; Mt 24,15-22 ). In dieser Zeit
wird es die Toten begraben ( Hes 39,12-13 ) und die Kriegswaffen
verbrennen können ( Hes 39,9-10 ). Der Kampf, den Hesekiel beschrieb,
könnte also irgendwann während der ersten dreieinhalb Jahre dieser
siebenjährigen Periode vor dem zweiten Kommen Christi stattfinden.
Vielleicht wird er kurz vor der Mitte dieser sieben Jahre beginnen (vgl.
die "Übersicht über Endzeit-Ereignisse, die in der Bibel vorausgesagt
werden" in Band VI, vor Mt).
Hesekiel beschreibt einen Kampf, der von den entferntesten Nachbarn
Israels geführt wird. Sie werden ihre Chance sehen, wenn Israel sich
unter dem trügerischen Schutz seines Bundes mit dem Antichristen sicher
fühlt. Zu den Völkern, die diesen Angriff führen, gehören die
Sowjetunion, die Türkei, der Iran, der Sudan, Äthiopien und Libyen.
Zunächst beschrieb Hesekiel die Invasion durch Gog und seine Verbündeten
( Hes 38,1-16 ) und dann das Gericht über sie ( Hes 38,17- Hes 39,29 ).
a. Die Invasion durch Gog
( 38,1 - 16 )
Hes 38,1-6
Welche Völker unter den verschiedenen Namen angesprochen sind, kann aus
dem vorausgehenden Abschnitt unter "6. Der Angriff durch Gog wird
zurückgeschlagen ( Hes 38-39 )" entnommen werden. Gogs Angriff auf
Israel wird letztlich von Gott selbst geführt. Der Herr sagte: Ich werde
dich herumlenken, Haken in dein Maul legen und dich herausführen mit
deinem ganzen Heer - deinen Pferden, Reitern, einer großen Horde mit
Schilden und Schwertern . Zu der Frage, ob die Pferde und Waffen
wörtlich zu verstehen sind, vgl. die Anmerkungen zu Hes 39,9 .Gott wird
Gog und seine Verbündeten als Werkzeuge in seinem Plan mit Israel
benutzen. Aber dennoch wird der Gedanke, Israel anzugreifen, auch
von Gog selbst kommen. Gog wird frei und selbständig seine eigenen,
gottlosen Ziele verfolgen. Er "wird einen bösen Plan ersinnen"; 38, 10.
Hes 38,7-9
Dieser Angriff richtet sich gegen Israel, dessen Menschen aus vielen
Völkern gesammelt werden und die in Sicherheit wohnen. Gog und seine
Verbündeten werden mit massiver Kraft gegen Israel ziehen, sie
werden herannahen wie ein Sturm und wie eine Wolke (vgl. V. 16 ).
Hes 38,10-13
Gogs Vorhaben bei dem Angriff wird sein, das ungeschützte und
unvorbereitete Israel, das reich an Vieh und Gütern ist und inmitten des
Landes wohnt, zu plündern und zu berauben. Israels geographische,
politische und ökonomische Bedeutung wird erkannt werden. Deshalb wird
es zu einem strategisch günstigen Ziel für jede Macht werden, die den
Handel zwischen Asien und Afrika kontrollieren möchte.
Hes 38,14-16
Gogs Angriff gegen Israel wird von allen Seiten kommen. Gog wird aus dem
fernen Norden kommen . Mit ihm kommen seine Verbündeten aus dem Osten
(Persien = Iran), dem Süden (Kusch = Sudan, Südägypten und
Nordäthiopien) und dem Westen (Put = Libyen). Sie werden gegen Israel
ziehen wie eine Wolke (vgl. V. 9 ), die das Land bedeckt . Diese
furchtbare Armee wird alle Hindernisse überrennen, als wäre sie eine
Wolke, die den Himmel überzieht.
Der Angriff wird ein weiteres Werkzeug Gottes sein, durch das er sein
heiliges Wesen und seine souveräne Macht offenbaren wird. Wenn die
Völker gegen Israel ziehen, werden sie Gott erkennen müssen, denn er
wird sich selbst heilig erweisen (vgl. Hes 20,41; 28,22.25; 36,23;
39,27 ). Israel wird durch den furchtbaren Angriff befreit, und Gott
wird verherrlicht werden.
b. Das Gericht von Gog
( 38,17 - 39,29 )
(1) Die Niederlage von Gog ( Hes 38,17-39,8 )
Hes 38,17-23
Gott selbst wird den Angriff von Gog zerschmettern. Gott fragte
Gog: Bist du es nicht, zu dem ich in früheren Tagen durch meine Knechte,
die Propheten Israels, sprach? Diese Frage hat unter Auslegern zu viel
Verwirrung geführt, denn keiner der früheren Propheten hat in seinen
Schriften irgendeine Bezugnahme auf Gog. Vielleicht bedeutet es, daß die
früheren Propheten das Kommen der angreifenden Armeen gegen Israel in
den letzten Tagen vorausgesagt haben, die Hesekiel nun in direkten
Zusammenhang mit Gog bringt (vgl. Joe 3,9-14; Zeph 3,15-20 ).
Wenn die Armeen Israel erreichen, wird Gottes Zorn gegen
sie entbrennen . Er wird ein großes Erdbeben in Israel hervorrufen, das
die Angriffspläne von Gog unterbrechen und Furcht und Verwirrung unter
den angreifenden Truppen auslösen wird.
In dem Chaos wird die Abstimmung zwischen den vier angreifenden Armeen
zusammenbrechen, und sie werden beginnen, einander anzugreifen. Das
Schwert eines jeden wird gegen seinen Bruder gerichtet sein ( Hes
38,21 ). Furcht und Schrecken wird die Heere erfassen, so daß jede Armee
unterschiedslos auf die anderen losgehen wird.
Dieses Schlachten unter den Armeen wird durch weitere
"Natur"-Katastrophen unterstützt, wozu auch Platzregen, Hagel und
brennender Schwefel gehören werden (V. 22 ). Der Regen wird mit dem
Schmutz und Schutt, die durch das Erdbeben entstanden sind, zu großen
Erdrutschen und Flutwellen führen. Große Hagelkörner werden die
Überlebenden treffen und viele töten (vgl. Jos 10,11 ). Der "brennende
Schwefel" könnte vulkanische Asche sein. |