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Zurück zu Ulrich Brinkmann      aus:   https://www.bibelchristen.de/forum/viewtopic.php?id=86

In den letzten Wochen habe ich mich, auch bedingt durch Gespräche mit Geschwistern die "Probleme" haben sehr stark mit der Frage beschäftigt. Tatsächlich kommt man häufiger an einen Punkt, an dem man sich wundert, dass es bei jemandem, der seit Jahrzehnten in die Versammlung geht, der getauft ist und am Brotbrechen teilnimmt, keinerlei geistlichen Anknüpfungspunkt gibt. Man sitzt dann tatsächlich und fragt sich ob denn derjenige überhaupt bekehrt ist. Besonders problematisch wird es dann, wenn man auch noch ernsthafte Zeugen der Bekehrung kennen lernt, die immer und immer wieder behaupten: "Ich war dabei, wenn die Bekehrung nicht echt war, dann war es keine!"

Während ich dieses Problem wälzte stieß ich bei meiner regelmäßigen Bibellese auf Hesekiel 15. Das Kapitel ist ziemlich kurz. Schwerpunktthema ist die Nutzlosigkeit des Holzes des Weinstocks. Die Parallele zu Johannes 15 war augenscheinlich. Dadurch habe ich mich auch mit Johannes 15 beschäftigt und zu meiner Verwunderung festgestellt, dass die Jünger Jünger des HERRN werden sollten.

 

Zitat:
Hierin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet, und ihr werdet meine Jünger werden. (Joh 15, 8)



Wenn man Johannes 15,1-11 liest, dann stellt man fest, dass die Reben aufgefordert werden im Weinstock zu bleiben. In Johannes 15 geht es um willentliche Jüngerschaft. Ich denke, darum geht es eigentlich auch in 1. Korinther.

Bei den Korinthern waren

 

Zitat:
Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen.(1Kor 11, 30)



Johannes unterscheidet in 1. Joh. 5,16+17, ich denke im Bezug auf Gläubige, denn er spricht von Brüdern, von Sünde zum Tode.

Aus Hesekiel 15, Johannes 15, 1. Kor. 11 und 1. Joh. 5 entnehme ich, dass "Volk Gottes" oder Glieder des Volkes in einem Zustand sein können, da gibt es nur noch "verbrennen". Da soll man gar nicht beten. Da ist ein Zustand errreicht, der macht es unmöglich dass Gott sich zu demjenigen öffentlich vor der Welt bekennen kann.

An einer Stelle, die ich jetzt nicht so schnell finde wird David gesagt, dass durch seine sündige Handlung der Name Gottes verlässtert oder verspottet wird und als er den Tempel bauen will, da geht das nicht, wegen seiner Bluttaten.
Einfügung HPW:

2 Sam 7:13
Der wird meinem Namen ein Haus bauen; und ich werde den Thron seines Königtums befestigen auf ewig.


1 Chr 22:7-9
7Und David sprach zu Salomo: Mein Sohn! Ich selbst hatte in meinem Herzen, dem Namen Jehovas, meines Gottes, ein Haus zu bauen.  8Aber das Wort Jehovas geschah zu mir, indem er sprach: Du hast Blut in Menge vergossen und große Kriege geführt; du sollst meinem Namen kein Haus bauen, denn viel Blut hast du vor mir zur Erde vergossen.  9Siehe, ein Sohn wird dir geboren werden, der wird ein Mann der Ruhe sein, und ich werde ihm Ruhe schaffen vor allen seinen Feinden ringsum. Denn Salomo wird sein Name sein, und Frieden und Ruhe werde ich Israel geben in seinen Tagen.  




Letztendlich kommen wir an dem Punkt aus, und das ist auch völlig in Übereinstimmung mit den Schriftstellen, dass der HERR die seinen kennt, dass wir nur beurteilen können wie es um die praktische Jüngerschaft bestellt ist.

Ich denke, dass Jüngerschaft auch das Thema von Johannes 15 ist. Wir können nie sagen, ob jemand errettet ist oder nicht, wir können aber sehr wohl und ganz genau beurteilen ob jemand als Jünger Jesu lebt oder nicht. Grundsätzlich sind alle Versammlungshandlungen (man kann hier im positiven Sinn von Zucht sprechen) darauf ausgerichtet Jüngerschaft sichtbar zu machen. Nichts anderes macht der Vater, der Weingärtner in Johannes 15.

Allerdings haben wir im Gegensatz zum buchstäblichen Weinstock die Situation, dass die Reben entscheiden können, ob sie im Weinstock bleiben oder nicht. Diese in IHM bleiben kann auf Grund einer Willensentscheidung unterbrochen werden. Der Weingärtner ist bemüht wieder einzupfropfen. Ich denke das Bild von dem Zweig des wilden Ölbaums in Römer 11,17 können wir auf den einzelnen Gläubigen (auf die Rebe) in Johannes 15 übertragen. Jetzt sagt die Rebe einfach immer und immer wieder NEIN. Was bleibt? FEUER, also GERICHT!

Ist dieses Gericht ein ewiges oder zeitliches? Jetzt kommt ein entscheidendes aber auch ernstes Moment. Feuer für die Reben in Johannes 15 ist zeitliches Gericht. Es kann in Übereinstimmung mit vielen anderen Stellen aus dem Johannesevangelium z.B. Johannes 10, gar nicht von ewigem Gericht sprechen. Feuer sagt, genau wie der Ausschluss, den eine Versammlung vornehmen muss, ich habe alles getan damit die Rebe Frucht bringt und als Jünger erkannt wird, aber sie hat nicht gewollt. Ich denke es ist ganz wichtig, der Vater beschäftigt sich mit Kindern, nicht mit Bastarden. Bastarde haben keinen Vater, darum erfahren sie auch keine Zucht.

Zurück zu deiner Ausgangsfrage:

Wir können und dürfen niemandem das Heil absprechen. Wir können nur Jüngerschaft beurteilen. Paulus ist so vorsichtig, dass er von jemandem spricht, der BRUDER genannt wird,

 

Zitat:
Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Hurer ist, oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Räuber, mit einem solchen selbst nicht zu essen. (1Kor 5, 11)



und er tat gut daran, denn aus dem 2. Korintherbrief wissen wir, dass er tatsächlich ein Bruder war und die Verbindung zum Weinstock völlig wiederhergestellt wurde. Ich denke, es war eindeutig das Ergebnis von Handlungen der Versammlung, die mit dem Willen des Vaters übereinstimmen.

herzliche Grüße
Ulrich