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Erbauung
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29.11.2005
Lieber Hans Peter,
In Hebräer 2 haben wir meiner Meinung nach das
große Thema des Ratschlusses Gottes. "Denn sowohl der, welcher heiligt, als
auch die, welche geheiligt werden, sind alle von einem; um
welcher Ursache willen er sich nicht schämt sie Brüder zu nennen,"
einem kann dabei zwei Begriffe meinen, die sich aber überhaupt nicht
widersprechen oder ausschließen. einem kann sowohl Gott, als
auch den Ratschluß Gottes bedeuten, wobei man beides gar nicht trennen kann.
Dieser Ratschluß bezieht sich zuerst auf den der
heiligt, sodann aber auch auf die, welche geheiligt werden. Derjenige, der
heiligt ist der Sohn des Menschen, den finden wir auch konsequenter Weise zu
beginn von Hebr. 2,6 und dort finden wir auch grundsätzlich schon den
Menschen, der geheiligt wird. Im Gegensatz zum Sohn des Menschen steht der
Engelfürst, der Teufel, der besiegt worden ist, und die gefallenen Engel,
denen sich der Ratschluß Gottes und damit auch Gott gerade nicht zuwendet.
Den Sohn des Menschen, Jesum, den verachteten
Nazaräer, finden wir in Vers 9 wieder, er war ein wenig unter die Engel
erniedrigt, wegen des Leidens des Todes. ER hat durch Gottes Gnade für alles
den Tod geschmeckt. An dieser Stelle gehen viele schon völlig in die Irre. In
Römer 8,20 wird gesagt: "Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen
worden (nicht mit Willen, sondern um deswillen, der sie unterworfen hat),".
Der jetzige Erdkreis ist nach Hebr. 2,5, im Gegensatz zum zukünftigen
Erdkreis, den Engeln, eigentlich den gefallenen Engeln und ihrem Fürsten Satan
unterworfen. Satan hat den jetzigen Erdkreis der Nichtigkeit unterworfen,
indem er sich gegen Gott erhob. Jetzt meinen einige, dass dann der Mensch in
eine Schöpfung hineingeschaffen wurde, die schon vom Tod gekennzeichnet
gewesen sei. Das ist aber gerade nicht der Fall. Der Tod herrschte erst von
Adam an (Rö. 5,14). Es wird häufig auch gar nicht verstanden, dass der Tod die
Voraussetzung für Gnade und Errettung ist. "Und Jehova Gott sprach: Siehe der
Mensch ist geworden wie unser einer, zu erkennen Gutes und Böses; und nun,
dass er seine Hand nicht ausstrecke und nehme auch von dem Baum des Lebens und
esse und lebe ewiglich!"´
Zwei Dinge wären die Folge gewesen, wenn der
Mensch von dem Baum des Lebens gegessen hätte. Der Mensch hätte ewig gelebt.
Damit hätte Satan gewonnen, denn Gott wäre Lügner gewesen! Der Mensch hätte
nicht gerettet werden können, weil er nicht hätte sterben können. Das
Weizenkorn wäre immer allein geblieben (Joh. 12,24). Der Eingeborene hätte nie
der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein können (Rö.8,29). Gott hätte seinen
Sohn nicht verherrlichen können. Damit aber das Weizenkorn nicht allein bleibt
und damit der Eingeborene der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein könnte,
damit Gott seinen Sohn verherrlichen konnte, herrschte der Tod von Adam an
über alle
Den Gegensatz zwischen dem Sohn des Menschen und
dem Teufel finden wir ganz deutlich wieder in Hebr. 2,14, dort besiegt der
HERR ganz eindeutig den, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel. Als
zweites gegensätzliches "Paar" finden wir "alle, welche durch Todesfurcht das
ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren" (Vers 15) und die
"Engel" (Vers 16a). Wir finden aber in Vers 15 und 16 noch einen weiteren
wichtigen Hinweis. Befreiung ist die Voraussetzung für Annahme. Ich glaube,
dass hier viele einen Fehler machen indem sie meinen, dass Befreiung und
Annahme das Gleiche seien und indem sie darum Befreiung mit Errettung
gleichsetzen. Dazu gibt der Text aber gar nichts her. Ich bin völlig damit
einverstanden, wenn gesagt wird, dass der Samen Abrahams nur ein Teil
derjenigen ist, die die Befreiung von der Todesfurcht erfahren haben, aber zu
behaupten, dass nur der Samen Abrahams von der Todesfurcht befreit wurde,
bedeutet das Werk des Herrn und seinen Sieg über Satan zu beschränken, ja,
letztendlich müsste man dann die Frage stellen, wer denn wohl gesiegt hätte.
Der Herr Jesus ist in seinem Sterben in das Haus
des Starken eingedrungen, hat den Starken besiegt und gebunden und beraubt ihn
jetzt seines Hausrates (Matt. 12,29 und Mark. 3,27). Er hat alle die befreit,
welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen
waren. Jeder, der durch den Tod gekennzeichnet ist, wurde von dem HERRN in der
Art befreit, dass er jetzt, genau wie der HERR und im Grunde genommen wie Adam
im Paradies, eine willentliche Glaubensentscheidung zum Gehorsam treffen kann.
Same Abrahams ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass er Gott glaubt und Gott
gehorcht, dass er das Gnadenangebot Gottes annimmt. Durch den Sieg über
Satan bietet der HERR als der Sieger jedem Menschen,
ohne Ausnahme Gnade an. Satan ist gebunden und kann dieses Gnadenangebot nicht
verhindern. Die Gnade gilt ausnahmslos allen Menschen.
Gott macht kein begrenztes Gnadenangebot. Seine
Gnade und seine Liebe gilt allen Menschen. Gott will das alle gerettet werden
und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Gott bietet allen Menschen durch das
Werk des Herrn Jesus die Rechtfertigung aus Gnaden umsonst an. Darum hat der
Herr durch seinen Tod tatsächlich alle befreit, die durch Todesfurcht das
ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren. Aber beachte, nur
Samen Abrahams, nur solche die glauben und gehorchen nimmt er an.
Abschliessend will ich hier noch darauf hinweisen,
dass Gott alle Menschen zuvorbestimmt hat, dem Bilde seines Sohnes
gleichförmig zu sein. Auch hier wieder dieser wichtige Hinweis, alle sind
zuvor dazu bestimmt, aber nur Same Abrahams wird es. Gott und auch der HERR
JESUS wollten gerade keine Marionetten, sondern Menschen. Von Grundlegung der
Welt an, also in der Ewigkeit, stehen nämlich alle Menschen im Buch des
Lebens. Hier, in der Zeit, finden in diesem Buch nur Löschvorgänge statt. Gott
hat alle eingeschrieben, die Menschen entscheiden, ob sie gelöscht werden oder
in dem Buch stehen bleiben.
"Und Jehova sprach zu Mose: Wer gegen mich
sündigt, den werde ich aus meinem Buch auslöschen" (2.Mo.32,33).
"Laß sie ausgelöscht werden aus dem Buche des
Lebens, und nicht eingeschrieben mit den Gerechten! (Psalm 69,28)!
"Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern
bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche
des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen
Engeln" (Off. 3,5).
Alle anderen Sichtweisen von ALLE in Hebr.2,15
tragen reformiert calvinistische Züge, begrenzen die Wirkung des Todes Christi
und greifen irgendwo den Gott der Liebe an. Wenn wir aber genau mit diesem
Bewußtsein an solche Bibelstellen herangehen und wenn wir den ernsthaften
Wunsch haben weder das Werk des HERRN, noch GOTT anzugreifen, dann wird uns
das Maß der Liebe und Gnade erst in seinem überströmenden und unbegreiflichen
ja unfassbaren Charakter deutlich. Dann versteht man plötzlich den Lobpreis
des Paulus am Ende von Römer 11 und auch seine Aussage am Ende von 1. Kor. 13.
herzliche Grüße
Ulrich