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Auslegung und Anwendung des Gesetztes
 
grundsätzlich ist Wort Gottes unwandelbar, weil Gott der Ewige, der Unveränderliche, der Ich bin, der Ich bin ist. "Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin." 2. Mo. 3,14.
 
Wenn wir also über das Wort Gottes nachdenken, dann dürfen wir nicht einfach sagen das Gesetz ist für die Juden, wir leben in der Gnadenzeit, wir haben damit nichts zu tun. So handeln zwar viele, es ist aber völlig gegen das Evangelium. "So ist das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut" (Rö. 7,12)
 
Jetzt kommen natürlich sofort die Vertreter der "Gesetzlosigkeit" und führen Römer 6,14+15 an: "denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade." + "weil wir nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade sind?"
 
Wenn wir dann noch Römer 8,4 lesen: "auf dass das Recht des Gesetzes [die gerechte Forderungen des Gesetzes] erfüllt würde in uns, die nicht nach dem Fleische, sondern nach dem Geiste wandeln." Dann erkennen wir, dass wir nicht unter Gesetz stehen, das aber die Rechtsforderung des Gesetzes in uns (nach außen durch uns) erfüllt wird.
 
Wie geht das?
 
Wenn wir uns mit dieser Frage auseinandersetzen, dann müssen wir wieder die Bibel fragen. Eine große Anzahl von Anweisungen und Geboten hatte das Volk Israel in Verbindung mit dem Gottesdienst erhalten. Diese Zeremonialgesetze haben, soweit wie sie aussschließlich den Gottesdienst betrafen für uns keine Verbindlichkeit mehr, dass sagt das Wort Gottes eindeutig. Der alte Bund hat seiner Nutzlosigkeit wegen aufgehört. (Hebr. 7,18)
 
Opfer und Beschneidung haben wir eindeutig nicht mehr, dass lehrt uns das neue Testament. Wer das einführen will (siehe Galater) der fällt aus der Gnade und ist von Christus abgeschnitten.
 
Wir haben dann noch die 10 Gebote. Bis auf das Sabbathgebot werden alle anderen neun Gebote im neuen Testament wiederholt und haben damit Gültigkeit. Das Sabbathgebot steht mit dem zur Seite gesetzten Gottesdienst im Zusammenhang, darum ist es nachvollziehbar, dass dieses Gebot für uns keine Gültigkeit haben kann.
 
In Apostelgeschichte 15,28+29 lesen wir "Denn es hat dem Heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und vom Blut und vom Ersticktem und von Hurerei. Wenn ihr euch davor bewahrt, so werdet ihr wohl tun. Lebet wohl!"
 
Der Heilige Geist ist bemüht den HERRN JESUS zu verherrlichen. Dies geschieht, indem diejenigen, die behaupten dem HERRN JESUS anzugehören in Übereinstimmung mit den Gedanken Gottes leben. Der natürliche Mensch kann das nicht. Wenn Kinder Gottes in und unter der Gnade leben, dann wird der Geist in ihnen die Kraft dazu sein, damit buchstäblich durch sie die gerechten Forderungen des Gesetzes und damit die gerechten Forderungen Gottes erfüllt werden.
 
Nach außen steht der vom Geist geleitete und unter der Gnade lebende Christ als Erfüller des Gesetzes dar. Möglich ist das aber nur, weil er durch die Gnade den HERRN verherrlichen möchte. Er bittet den HERRN um Gnade, nicht damit er als "toller Hecht" dasteht, sondern damit der HERR geehrt wird. Wenn er tatsächlich dann in den Wegen des HERRN lebt, was von außen zu sehen ist, dann gibt er immer dem HERRN als der KRAFT- und GNADENQUELLE die Ehre.
 
Der HERR ändert das Prinzip seiner Handlungen mit uns nicht. Er errettet uns aus Gnade. Wir leben danach auch aus Gnade. Das Drama der Galater war, dass sie aus der Gnade gefallen waren. Das bedeutete nicht, dass sie wieder verloren gingen, sondern es bedeutete dass sie den HERRN in ihrem Leben gar nicht verherrlichen konnten. Selbst wenn die Rechtsforderungen des Gesetzes durch die Galater erfüllt worden wären, da wäre der HERR dadurch nicht verherrlicht worden, weil sie es nicht aus der Gnade getan hätten sondern in eigener Kraft.
 
Der Schlüssel in unserem Leben ist und bleibt die Gnade. Viele haben die rettende Gnade kennen gelernt und in Anspruch genommen. Sie haben aber nie die bewahrende, heiligende Gnade kennen gelernt. Darum ist unser Zeugnis so schwach. Wir singen in einem Lied: "Ganz zertrennt die Heiligen stehen, Einigkeit ist nicht zu sehen, oh, wie sehr wirst du entehret!" ohne dass uns bewusst wird, dass fehlende Inanspruchnahme der bewahrenden Gnade und das Vertrauen auf eigene Kraft in Verbindung mit vermeidlicher Erkenntnis die Ursache sind. Sobald ich nicht in der Gnade lebe, steht nicht mehr Christus sondern ICH im Zentrum.
 
Viele, die dann entdeckt haben, dass ihr Leben gar nicht in Übereinstimmung mit den Gedanken Gottes ist, die haben dann nur noch in Römer 6 zweimal gefunden das wir nicht mehr unter Gesetz leben und sich dann selbst beruhigt, was Selbstbetrug ist.
 
Möge der HERR uns allen schenken, dass Römer 8,4 tatsächlich Realität wird. Wir werden dann hier und jetzt schon zu seiner EHRE sein.
 
GEH UNTER DER GNADE, HÖR AUF GOTTES WORTE
 
herzliche Grüße
 
Ulrich