Zurück zu Ulrich Brinkmann
in unserem Denken ist
Ewigkeit sehr oft eine
unendliche Anhäufung von Zeit. Wenn wir allerdings das Wesen Gottes, so wie es
uns in der Bibel gezeigt wird, aufmerksam betrachten, dann kommen wir zu dem
Ergebnis, dass Ewigkeit die Abwesenheit von Zeit ist.
Wenn wir Jesaja 14 (den Ausspruch über Babel) und
Hesekiel 28 (den Fürsten von Tyrus) lesen, dann stellt sich unweigerlich die
Frage, was plötzlich zu der Veränderung bei dem Teufel und seinen Engeln
geführt hat. Jede Veränderung steht aber mit Zeit in Verbindung. Zeit ist
integraler Bestandteil der Schöpfung. Erst als die Schöpfung bestand konnte
der Teufel, das beste und schönste Geschöpf sich erheben (verändern). Bis die
Zeit kam, konnte dieses wunderbare Geschöpf nur als Marionette funktionieren.
Zu der Frau am Jakobsbrunnen sagt der HERR, dass
der Vater eine ungestillte Sehnsucht nach Anbetern in Geist und Wahrheit hat.
Dieses Sehnen konnten die zeitlosen Engel nicht erfüllen. Engel in der
Ewigkeit funktionierten einfach ihrer Bestimmung gemäß. Nur zeitliche
Geschöpfe konnten eine Entscheidung für Gott fällen. Es ist in diesem
Zusammenhang sehr interessant, dass selbst Adam in seinem unschuldigen Zustand
kein Anbeter war und keine perfekte Gemeinschaft mit Gott hatte. Gott besuchte
Adam bei der Kühle des Tages, aber offensichtlich hatte Adam nicht den Wunsch
und auch nicht die Möglichkeit tatsächliche Gemeinschaft mit Gott zu haben.
In Römer 5 ab Vers 12 lernen wir darum auch, dass
der HERR uns viel mehr gegeben hat, als Adam verloren hatte. Adam fiel aus der
Unschuld in die Ungerechtigkeit. Der Herr führt von der Ungerechtigkeit (der
Gottlosigkeit) zur Gerechtigkeit. Sowohl der Fall Satans, als auch der
Sündenfall Adams und natürlich auch unsere Rechtfertigung, unsere
Gerechtigkeit finden in der Zeit, in dieser Schöpfung statt. Jetzt ist aber
meine Gerechtigkeit schon passend für die neue Schöpfung, denn "wenn jemand in
Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe alles
ist neu geworden." (2. Kor. 5,17)
Jetzt werden die Gläubigen noch aufgefordert die
alte Natur im Tod zu halten (Römer 6). In der neuen Schöpfung (neuer Himmel
und neue Erde) wird unsere alte Natur gar nicht mehr vorhanden sein. Wenn wir
als Söhne Gottes offenbar werden, dann sind auch unsere Leiber erlöst, dann
sind wir auch von der in uns wohnenden Sünde erlöst, dann haben wir
tatsächlich keine Sünde mehr. Aber erst dann! Nicht hier in dieser Schöpfung.
Wenn wir die Beschreibung der neuen Schöpfung in
Offenbarung 21 aufmerksam lesen, dass stellen wir fest, dass die Begriffe, die
für uns Zeit symbolisieren, nämlich die Abfolge von Tag und Nacht nicht mehr
bestehen. Zeit in dem Sinn, wie wir sie kennen, wird es dort nicht mehr geben.
Daraus können wir zwei Dinge schliessen:
- Es findet keine Veränderung statt, darum kann
es auch keinen zweiten Sündenfall geben. Ich glaube, es ist wichtig zu
verstehen, warum für den jetzigen Himmel und die jetzige Erde kein Platz
gefunden wird. Wir müssen auch verstehen, dass die jetzige Schöpfung durch den
Sündenfall der Nichtigkeit unterworfen ist (Rö. 8,20).
- Bei Gott gibt es keine Veränderung. Bei Gott
gibt es keine Ungerechtigkeit, bei Gott gibt es keine Sünde. Darum ist es
wichtig zu erkennen, dass ALLES dem HERRN unterworfen wird
(Hebr. 2)
Auch wenn wir es nicht verstehen, und es darum
glauben müssen, nicht Gott ist der Ursprung des Bösen oder der Sünde, dann
müsste Ungerechtigkeit bei Gott gefunden werden, sondern der Teufel und seine
Engel sind der Ursprung der Sünde.
In Römer 8 müssen wir noch raten wer denn nun die
jetzige Schöpfung durch seinen Eigenwillen der Nichtigkeit unterworfen. Viele
Ausleger sind der Meinung, dass es Adam war, dann hätte die Vergänglichkeit
der Schöpfung erst mit dem Zusammentreffen Satans und Evas begonnen.
In Hebräer 2 wird aber ganz ausdrücklich betont,
dass der zukünftige Erdkreis nicht den Engeln unterworfen ist. Es spricht also
schon an dieser Stelle einiges dafür, dass der jetzige Erdkreis Engeln
unterworfen ist. Der HERR selbst bezeichnet Satan als den Fürsten dieser Welt
(Joh. 12,31 u. Joh. 16,11). In Eph. 2,2 und Eph. 6,12 werden wir im Gegensatz
zu den Weltbeherrschern gesehen. Der jetzige Erdkreis ist tatsächlich Satan
und seinen Engeln unterworfen.
Gott kommt zu seinem Ziel. In Ewigkeit werden
Anbeter bei IHM sein, die eine bewußte Entscheidung für IHN gefällt haben.
Nichts wird mehr stören. Alles wird unveränderlich wunderbar sein.
UB