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Gedanken zu Apostelgeschichte 13:48

 „Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn und glaubten, so viele Ihrer zum ewigen Leben verordnet waren.“

 In der letzten Zeit ist dieser Text häufiger angeführt worden. Offensichtlich spielt er bei einigen eine zentrale Rolle in Ihrem Glaubens- und Gottesverständnis. Man kann natürlich keinen Bibeltext für sich selbst nehmen, denn wir wissen das „keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. (2Petr 1, 20)“

 Wir haben in der Bibel als zentrale Aussage Bußbefehle an Menschen. In ganz ausdrücklicher Form richtet sich dieser Befehl in Apostelgeschichte 17,30 + 31 an alle Menschen. „Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle allenthalben Buße tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an welchem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten.“

 Also, Gott wird die Erde durch einen Mann in Gerechtigkeit richten, den er dazu bestimmt hat. Es ist auch ganz eindeutig, dass alle die gerichtet werden, die dem Bußbefehl nicht Folge geleistet haben. Kann es von Seiten des Herrn Jesus, der ausdrücklich als Mann [Mensch oder Sohn des Menschen] Gericht in Gerechtigkeit übt gerechtes Gericht geben, wenn jemand behaupten könnte, er hätte auf Grund einer fehlenden Verordnung zum ewigen Leben gar nicht Buße tun können?

 Es ist überhaupt schon abenteuerlich, wenn man einen starken Unterschied zwischen Verordnung und Befehl konstruieren wollte. Wenn man in unserem täglichen Leben gegen eine behördliche Verordnung verstößt, dann zieht das genauso Strafe nach sich, als wenn man sich einem Befehl verweigert.

 Der Herr Jesus ist Mensch geworden, damit er durch den Tod den zu Nichte machen konnte, der die Macht des Todes hat, dass ist den Teufel. Er hat das getan, indem er in das Haus des Starken eingedrungen ist und den Starken gebunden hat (Matt. 12,29; Mark. 3,27) Der Teufel ist ein besiegter Feind. Wenn Satan nicht gebunden wäre, wenn er auf Golgatha nicht besiegt worden wäre, dann würde der Bußbefehl gar keinen Sinn machen. Kein Mensch könnte diesem Bußbefehl folgen. Es könnte auch überhaupt keine Menschen geben, die zum ewigen Leben verordnet sind. 

Wir sehen auch bei den Juden in Apg. 13,46, dass diese sich selbst nicht des ewigen Lebens als würdig achteten. Dort steht einmal überhaupt nichts davon, dass sie nicht zum ewigen Leben verordnet war und ihnen die Verordnung Gottes nicht galt. Ganz im Gegenteil musste Paulus zuerst zu ihnen reden. Als die Juden sich aber selbst als unwürdig achteten, wendet sich Paulus, in Übereinstimmung mit Jesaja 49,6 an die Nationen. Der ganze Zusammenhang in Apg. 13 gibt überhaupt keinen Anlass zu der Vermutung, die Verordnung zum ewigen Leben oder der Bußbefehl würde sich nicht an alle Menschen richten. 

Es gibt überhaupt keinen Grund daran zu zweifeln, dass alle aus den Nationen die es hörten glaubten und der Verordnung folgten.

 Die ganze Sache wird nur deswegen so kompliziert, weil viele in den Bibeltext Dinge hineinlesen, die dort gar nicht stehen. Sie behaupten einfach, dass die Verordnung nicht allen gilt. Das wäre so ähnlich, als wenn man behaupten würde, die Straßenverkehrsordnung der Bundesrepublik Deutschland hätte für einige Verkehrsteilnehmer in der Bundesrepublik keine Gültigkeit. Die StVO richtet sich aber natürlich an alle Verkehrsteilnehmer, selbst an den Fußgänger. Wenn nun ein Fußgänger bei Rotlicht an der Ampel eine Straße überquer und dabei totgefahren wird, ist er dann gestorben weil die Verordnung der StVO, bei Rotlicht die Straße nicht zu überqueren, für ihn nicht galt? Natürlich überhaupt nicht.

 Jetzt gehen aber viele hin und argumentieren so mit dem Bibeltext. Weil jemand der Verordnung der Bibel nicht folgt, ist für sie völlig klar, dass diese den ewigen Tod erleiden, weil die Verordnung ihnen nicht galt. Auf das Nahe liegende, nämlich das unser Fußgänger noch leben würde, wenn er sich an die StVO gehalten hätte und das die Juden aus Apg. 13,46 ebenfalls zum ewigen Leben verordnet waren, der Verordnung aber nicht folgten und deswegen den ewigen Tod erlitten, kommen sie nicht.

 Wenn man Apg. 13,48 so im Zusammenhang untersucht, dann muss man annehmen, dass alle aus den Nationen, die Paulus zuhörten der göttlichen Verordnung folgten und ewiges Leben erlangten. 

Der ganze Text gibt überhaupt keinen Anlass zu der Vermutung, dass ein paar Zuhörer zum ewigen Leben bestimmt waren und die Juden, die sich selbst des ewigen Lebens für nicht würdig achteten, das nur deswegen taten, weil sie gar nicht zum ewigen Leben verordnet waren.

 So wie die StVO der BRD allen Verkehrsteilnehmern gilt, gilt der Bußbefehl aus Apostelgeschichte 17, so wie das auch steht allen Menschen. Gott ist ein Heiland Gott, welcher will, dass alle Menschen errettet werden (1.Tim. 2,3+4). Darum sind auch alle Menschen zum ewigen Leben verordnet. Die Verordnung zum ewigen Leben gilt allen Menschen, ohne Ausnahme.

 Nur weil dies so ist, ist auch das Gericht, das der HERR Jesus ausübt, ohne jeden Zweifel ein Gericht in Gerechtigkeit. Jede Zunge wird bekennen das Jesus Christus HERR ist zur Verherrlichung Gottes des Vaters. Es gibt überhaupt keine Willkür bei Gott, sondern immer nur Gerechtigkeit.

 Viele wenden sich gegen ein Verständnis dieser Stelle, welches ein aktives verantwortliches Handeln der Menschen in Gehorsam gegenüber dem Bußbefehl und der Verordnung Gottes sieht. Sie meinen sozusagen die Ehre Gottes schützen zu müssen und dem Menschen zuviel Ehre zukommen zu lassen, ja quasi von Werkgerechtigkeit zu sprechen, wenn sie in Apg. 13 sowohl bei den Juden als auch bei den Heiden aktives verantwortliches von einem ewigen Ratschluss Gottes unabhängiges Handeln beschreiben sollten, so wie es in diesem Papier getan wird.

 Wir müssen aber immer daran denken, dass die aktive und grundlegende Handlung Gottes das Werk des HERRN Jesus auf Golgatha war. Ich greife jetzt hier bewusst ein anticalvinistisches Symbol auf. Nur auf Grund des Werkes von Golgatha, weil der Starke nach Matt. 12 und Mrk. 3 gebunden ist, konnte mir die Botschaft überhaupt verkündigt werden. Dies gilt so für alle Menschen. Der HERR Jesus bietet allen Menschen die Möglichkeit das Haus des Starken zu verlassen. Sie müssen ihm nur willentlich gehorsam sein. Der HERR hat auf Golgatha keine Marionetten gemacht.

 Jeder, der behauptet der HERR habe den Satan auf Grund eines vorweltlichen Beschlusses gebunden und dann nur einen Teil des Hausrates geraubt, verkennt, dass der HERR ALLE die befreite, welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren. Auf Golgatha wurde Satan vollständig besiegt, er wurde auch vollständig beraubt.

 Der HERR hat eine Sphäre durch seinen Tod geschaffen, in der Menschen Gott durch willentlichen Gehorsam ehren können, genau wie der HERR es in seinem Leben auf der Erde getan hat.

 Es gibt dann auch noch solche, die wollen in der Verordnung doch so etwas wie eine vorweltliche Bestimmung sehen, allerdings versuchen sie dann die Ehre Gottes zu schützen indem sie sagen: „Gott hat aus der zeitlosen Ewigkeit heraus gesehen wer glauben würde und weil Gott wusste wer glauben würde, hat er die Gläubigen ausgewählt“. Er konnte sozusagen die aus den Nationen in Apg. 13,48 zum ewigen Leben bestimmen, weil er wusste wer glauben würde. 

Bei dieser Sichtweise sind aber die Menschen wieder nur passive Objekte. Auch dieser Gedanke, der vermeintlich Gott davor schützt zu einem willkürlichen Monster zu werden, trägt alle Elemente des Calvinismus in sich. Außerdem basiert er für die menschliche Logik auf einem so genannten Zirkelschluss. Man muss nämlich in diesem Fall das Ergebnis eines Prozesses kennen, bevor man ihn in Gang setzt.

 Warum einige, selbst solche die behaupten sie würden den Calvinismus ablehnen, dann ganz locker behaupten nur einige der ungläubigen Heiden seien Gläubig geworden, ist völlig unverständlich. Man liest etwas in den Text, was da gar nicht steht.

 Wen behauptet wird „Aufgrund des Textzusammenhangs und der Parallelstelle in Epheser 1:11 würde am ehesten die Deutung nahe liegen, dass Gott die Gläubigen vor Grundlegung der Welt dazu bestimmt hat, das ewige Leben bei ihm zu erhalten. Dazu hat er sie in seinem ewigen Ratschluss bestimmt.“, dann kann ich den Gedanken nur auf den gerade schon genannten Zirkelschluss zurückführen.

 Wieso bitte schön sollte Gott schon vor Grundlegung der Welt Gläubige zu etwas bestimmen? Dieser Gedanke würde immer und sofort auch bedeuten, dass zumindest die zukünftig Ungläubigen von der Bestimmung ausgeschlossen sind. Jetzt schreien zwar die anticalvinistischen Anhänger dieser einfachen Prädestination entrüstet auf, aber wenn man eine Gruppe von Menschen als zuvorbestimmt betrachtet, dann hat man immer sofort eine doppelte Prädestination, ob man nun will oder nicht!

 Es ist völlig gleichgültig an welcher Stelle die Schrift von Vorherbestimmung, Verordnung, Auswahl oder ähnlichem redet, es meint nie eine spezielle Gruppe von Menschen. Ich kann einfach nicht auf der einen Seite die völlig schriftgemäße Behauptung aufstellen, dass es keine Auswahl, Vorherbestimmung oder Verordnung zum Heil oder zur Errettung gibt, dann aber auf der anderen Seite Gott hätte die Gläubigen vor Grundlegung der Welt dazu bestimmt, dass ewige Leben bei ihm zu erhalten.

 Vor Grundlegung der Welt hatte Gott dieses Sehnen nach Anbetern in Geist und Wahrheit (Joh. 4,23+24) welches die Engel nicht befriedigen konnten, die Gründe dafür lasse ich jetzt hier einmal weg! Die ganze Schöpfung, die Grundlegung der Welt steht einzig mit diesem Sehnen Gottes in Verbindung, es gibt gar keinen anderen Grund für die Schöpfung.

 Ein Zuvorbestimmung, Vorherbestimmung, Verordnung oder Auswahl vor Grundlegung der Welt kann sich nur grundsätzlich auf Menschen beziehen. Tatsächlich können nur Menschen Anbeter in Geist und Wahrheit sein. Engel können das nicht sein. Gott hat diejenigen zum ewigen Leben verordnet, die aufgrund des ewigen Lebens Anbeter in Geist und Wahrheit sein können.

 Anbeter in Geist und Wahrheit müssen aber auch würdig Wandeln der Berufung mit der sie berufen worden sind. Man muss doch nur einmal Epheser 4 aus diesem Blickwinkel lesen. Der HERR Jesus hat die Gefangenschaft gefangen geführt, das deckt sich völlig mit der Aussage von Hebräer 2 wo er alle die befreite welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren. In Epheser 4,8 wird auch ausdrücklich betont, dass er den Menschen Gaben gegeben hat. Wir hätten da vielleicht gerne Leib oder Versammlung stehen, aber da steht Menschen. 

Die Juden in Apg. 13 betrachteten sich selbst nicht als würdig dieser Berufung, die Glaubenden aus den Nationen aber sehr wohl. Welche Notwendigkeit hätte bestanden, den Juden die Botschaft zu bringen, wenn sie nicht ebenfalls berufen waren?

 Eindeutig, Gott hat grundsätzlich Menschen gewählt. Wenn dann solche Argumente kommen, dass es in den relevanten Stellen wie z.B. Römer 8,29+30 und im gesamten Zusammenhang von Römer 8 nur um Gläubige gehen würde und man deswegen keine Auswahl der Menschen sehen könne, dann ist das einfach Folge einer calvinistisch gefärbten Brille.

 Es gibt eigentlich keine Bibelstelle, die von Auswahl, Zuvorerkenntnis, Verordnung, Zuvorbestimmung oder ähnlichem im Bezug auf den ewigen Ratschluss Gottes redet, bei der man nicht grundsätzlich alle Menschen sehen kann. 

Natürlich hat Gott dann durch den Herrn Jesus die Rahmenbedingungen geschaffen, damit der Mensch eine Willensentscheidung für ihn Fällen kann. Natürlich sind nur diejenigen die glauben in Ewigkeit bei IHM. Wir sollten aber Gott nicht eine Art Zirkelschlussauswahl unterstellen, bei der jeder heute verfügbare Computer streikt und ihm damit ein irrationales Auswahlprinzip unterstellen. Gott hat in der Bibel eine Botschaft für uns, die wir verstehen sollen. Gerade wenn er so ausführlich über ein Thema schreiben lässt, dann kann es nicht so komplex sein wie es uns die ganzen calvinistisch geprägten Erklärungsversuche einreden wollen.

 Herzliche Grüße 

Ulrich