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Das Evangelium nach Paulus, Römer 1 – 11

 

Einleitung

 

Der Brief an die Römer kann als der fundamentale Lehrbrief des Christentums bezeichnet werden. Sein Wert und seine Bedeutung kommen besonders darin zum Ausdruck, dass hier dem Gläubigen eine Lehre vorgestellt wird, die in der Seele eine moralische Grundlage über Gott, über die Eigenschaften Gottes und auch über die Art und Weise wie Gott sich selbst der sichtbaren Welt offenbart, schafft. Selbst die Schöpfung erinnert an Gott und stellt somit viele Fragen an die Geschöpfe, wodurch sie Gott eigentlich kennen.

 

Gott wird in den Augen der Gläubigen gerechtfertigt. Genau dadurch werden der Zweck und das Ziel der Liebe Gottes und warum diese Liebe in die Herzen der Gläubigen ausgegossen wird, deutlich.

 

Wenn wir die Dinge in der Welt um uns her beobachten, dann erscheint uns alles durchein­an­der. Die Ge­genwart ist durch die Herrschaft der Sünde, durch ein gebrochenes Gesetz, durch den verdorbenen und zerstörerischen Willen des Menschen, gekennzeichnet. Eigentlich stellen alle Umstände die Gerechtigkeit Gottes in Frage. Ein gerechter Gott hätte doch lange Gericht üben müssen.

 

Nebenbei wirft das zerstreute Volk Gottes, Israel, die Frage auf, wie es denn um die Treue Gottes und die Erfüllung seiner Verheißungen bestellt ist.

 

Christus ist die Antwort

 

Nun, in Christus findet all dies eine vollständige und befriedigende Antwort. Der Sohn Gottes, durch den alles geschaffen wurde, ist selbst in Gleichgestalt des sündigen Fleisches gekommen und hat, indem er sich selbst als Sündopfer geopfert hat, die Gerechtigkeit Gottes vollständig geoffenbart und zwar, indem er gleichzeitig Gottes Liebe vorgestellt hat. Der gerechte Gott hat in der Fülle der Zeit Gericht vollzogen und bietet auf der Grundlage des gerechten Gerichtes jetzt Liebe, Gnade und Barmherzigkeit an.

 

Die vom Menschen errichtete Ordnung und der Mensch, welcher gegen Gott gesündigt hat, wurden durch den Tod Christi juristisch gerecht aus den Augen Gottes entfernt. Jetzt kann sich Gott, durch das Opfer Christi gerechtfertigt und zufrieden gestellt, als der Gott aller Gnade vorstellen.

 

Die moralische Vollkommenheit des Opfernden in Verbindung mit der Notwendigkeit der Auferstehung, denn es war unmöglich, dass der Tod ihn halten konnte, zeigt, dass das ganze Wohlgefallen Gottes auf IHM ruht. Durch IHN wird Gottes Gnade gegen Menschen zu Gerechtigkeit. Der auferstandene Christus ist der Beweis dafür, dass Gott gerecht ist, wenn er den rechtfertigt, der des Glaubens an Jesum ist. Gnade und Gerechtigkeit gehen hier eine für den Menschen nicht vorstellbare untrennbare Symbiose ein. Christus als der Auferstandene ist auch der Erretter, der von Zion kommt und alle Ungöttlichkeit und Ungerechtigkeit von Jakob wegnimmt. ER tut dies wieder auf der Basis dieser untrennbaren Einheit von Gnade und Gerechtigkeit.

 

Gott wird somit gerechtfertigt. Er wird als der Treue und Gerechte bestätigt. Wir haben hier die ersten Elemente der Kenntnis von Gott oder auch der Erkenntnis Gottes. Gott hat sich als der Treue und Gerechte geoffenbart und Christus hat Gott als treu und gerecht bestätigt.

 

Unweigerlich kommt der Wunsch auf, den Brief ein wenig detaillierter zu betrachten. Nach der Einlei­tung, in welcher man die Tatsache besonders hervorheben muss, dass es sich bei dem Evangelium um die Botschaft handelt, die den Sohn Gottes betrifft, wird uns der moralische Zustand der Menschen in der Welt drastisch und deutlich vorgestellt. Beachte hier den grund­sätzlichen und auch in diesem Brief unauflöslichen Gegensatz: Sohn Gottes gegenüber Menschen in der Welt. Egal ob (gottlose) Heiden, moralisch hoch stehende Philosophen (Menschen die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen) oder (sündige) Juden, alle sind Feinde und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, sondern nur Söhne Gottes erreichen diese Herrlichkeit! (Rö.8,14-17)

 

Die Feinde Gottes

 

In den Heiden sehen wir die ungehinderte Entwicklung der Sünde (Kap. 1 ab Vers 18). Bei den mora­lisch hoch stehenden Philosophen können wir erkennen, dass ein gewisses Verständnis von Sitte und Anstand noch nicht zu der Kontrolle über das Böse führt und auch nicht dazu führt, dass die Verehrung und Verherrlichung Gottes das Ergebnis der Überlegungen und des Lebens des Menschen wird (Kap. 2). In den Juden wird uns vorgestellt, dass selbst die ausdrückliche Anweisung Gottes, ihn zu verehren und zu verherrlichen, nur zu dem Beweis der Kraftlosigkeit führt. Auch das Gesetz führt nicht zur Unterordnung unter Gott und damit auch nicht zur Gerechtigkeit für Menschen.

 

Das Ergebnis ist: Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes. Alle beweisen, dass sie gerechter Weise unter das Urteil und das Gericht des Todes fallen (Kap 3 bis Vers 23).

 

Gottes Gerechtigkeit wenn er Menschen rechtfertigt

 

Im letzten Teil von Kapitel 3 finden wir die Deklaration oder Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes in Bezug auf den Zustand des Menschen, durch und in dem Blut des Christus, der am Kreuz willig und stellvertretend den Platz der Menschen eingenommen hat. Er erlitt, was der Mensch zu erleiden hatte. So wird Gottes Gerechtigkeit bezeugt und zwar in Bezug auf die Vergangenheit, wegen des Hingehenlassens der zuvor geschehenen Sünden und auch in Bezug auf die Gegenwart und die gegenwärtige Gnade. Es wird sichtbar, dass Gott eine unveränderte und konsequente Haltung gegenüber allen Menschen hat. Es gibt tatsächlich überhaupt keinen Unterschied. Spätestens hier wird deutlich, dass Gott nicht mit zweierlei Maß misst. Gott ist immer heilig und gerecht, selbst dann, wenn er, wie wir noch sehen werden, gnädig ist.

 


 

Rechtfertigung aus Glauben

 

Kapitel 4 zeigt uns dann das Prinzip der Rechtfertigung der Menschen, indem ihnen, ohne ihr Zutun oder ihre Werke, Gerechtigkeit zugerechnet wird. Dieses Prinzip kann auch in der Vergangenheit bei den Menschen gesehen werden, denen Gott Gerechtigkeit zugesprochen hatte, die Gott für gerecht erklärt hat. Dies wird hier insbesondere an den Beispielen von Abraham und David deutlich gemacht. Abraham verdeutlicht dieses Prinzip als jemand, der kein Gesetz hatte, der keine Werke tat, sondern nur glaubte. David unterstreicht, dass Gott seine Handlungsweise nicht geändert hat, nur weil das Volk sagte: „Alles was Jehova sagt wollen wir tun,“ und auf Grund seiner Aussage das Gesetz bekam. David steht eindeutig unter Gesetz, aber gerechtfertigt wird er nicht aus Gesetzeswerken, sondern aus Glauben.

 

Es entspricht dem Wohlgefallen Gottes, Menschen durch Glauben zu rechtfertigen und zwar durch den Herrn Jesus, welcher unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist. Gott wurde durch das Opfer Christi durch sein Sterben und durch seine Auferstehung verherrlicht. Jetzt entspricht es seinem Wohlgefallen, an Menschen die Auferstehung Christi zu offenbaren.

 

Die Stellung in Gnaden

 

Kapitel 5 stellt uns die alles überragende rettende Gnade, die uns durch unseren Herrn Jesus Christus geworden ist, vor Augen und entfaltet uns detailliert die einzelnen Punkte, wie Gott an denen, die durch seine Gnade gerechtfertigt sind, handelt. Es beginnt mit Frieden, geht dann über zur Versöhnung, dann folgt die Vorstellung der Liebe Gottes, welche durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgeschüttet worden ist. Der Gegenstand wird dann am Ende des Kapitels zu einem weiteren Höhepunkt gebracht, indem uns die Stellung des Christus als der letzte Adam vorgestellt und erklärt wird, wie wir mit ihm verbunden sind.

 

Wenn all diese Ergebnisse der moralischen Vollkommenheit des Christus vorgestellt werden, dann endet das nicht damit, dass Christus alles das wieder in Ordnung bringt, was die Sünde des ersten Menschen, Adam, hervorgebracht und damit kaputt gemacht hat. Christus hat uns nicht einfach wieder in einen unschuldigen Zustand zurückversetzt. Christus hat uns die Rechtfertigung des Lebens gebracht, Christus hat uns gerechtfertigt, in Christus sind wir Gerechte. Christus hat uns viel mehr gegeben, als Adam jemals verlieren konnte.

 

Mit Christus gestorben, Christus lebt

 

Das Ergebnis ist, dass für Gott nur ein Mensch existiert, nämlich der zweite Mensch, der letzte Adam, der Christus. Das, was diesen Menschen betrifft, wendet Gott auf alle an, die moralisch, nämlich durch die Rechtfertigung, zu seiner Linie bzw. zu seiner Ordnung gehören. Dieses Prinzip betraf Adam und ist das Gleiche in Bezug auf Christus. Alle, die zu Adam gehören, sterben, alle die zu Christus gehören, leben. In Christus ist die Frage von Gut und Böse gelöst, der Tod ist zu Nichte gemacht, ein besiegter Feind, und die Segnungen des ewigen Lebens werden durch und in dem Christus sichtbar und zugänglich.

 

Die Gerechtigkeit Gottes ist bestätigt, die Wahrheit über seinen Ratschluss ist geoffenbart. Die drei folgenden Kapitel (6-8) beschäftigen sich mit dem Zustand und der Stellung der Gläubigen, mit dem Zustand und der Stellung der Söhne Gottes. Sie entwickeln den göttlich bereiteten Weg der Errettung des Gläubigen von den Prinzipien, an die die Seele der Menschen von Natur aus gebunden ist. Diese Errettung ist die sichtbare Antwort auf die Liebe, in welcher es Gott wohlgefallen, hat sich selbst vorzustellen, sich selbst als Gott und Vater bekannt zu offenbaren. ER hat uns befreit und diese Befreiung wird uns so vorgestellt, dass wir erkennen können, dass sie Gottes Ziel, Sinn und Zweck für die Erlösten ist. Diese Befreiung soll jetzt schon sichtbar werden, nicht erst in der Ewigkeit.

 

Es gibt drei Prinzipien, an die der natürliche Mensch gebunden ist, von denen der Gläubige grundsätz­lich befreit ist und an Hand deren die Befreiung praktisch gesehen werden soll. Die Sünde, das Gesetz und das Fleisch. Dem Gläubigen wird hier ein Weg geöffnet auf dem er, frei von der Herrschaft jedes dieser drei Prinzipien, gehen kann.

 

Sieg über Sünde

 

Sünde ist das dominierende Prinzip in dieser Welt (Kap. 6). Der Weg der Befreiung ist in der Taufe vorgezeichnet durch das Einswerden mit dem Tod Christi. Freiheit wird durch den Tod gefunden! Wenn man realisiert, welche Wahrheit uns in der Taufe geoffenbart wird und welche Wahrheit wir durch die Taufe anerkennen, dann wird uns bewusst, dass jeder, der getauft ist, tatsächlich der Sünde gestorben ist und jetzt Gott lebt, das heißt göttliche Tugenden in seinem Leben zum Ausdruck bringt in Christo Jesu. Dieses Wissen, dass die Seele von Gott geschenkt bekommt, versetzt sie, durch die Gnade, in die Lage, diesen Grundsatz zu verwirklichen.

 

Befreit vom Gesetz

 

Bezogen auf das Gesetz (Kap. 7) wurde die Bindung, dort wo sie bestand (eigentlich nur bei den Juden, aber jeder Gläubige läuft Gefahr sich selbst unter Gesetz zu stellen, wenn Kapitel 6 in seinem Leben nicht verwirklicht wird, denn Gesetzlichkeit ist genauso fleischlich wie Liberalismus), durch den Tod Christi aufgehoben. Jetzt ist der auferstandene Christus das Gesetz des Gläubigen. Der Gläubige lebt durch den Glauben an den Sohn Gottes, der ihn geliebt und sich selbst für ihn hingegeben hat.

 

Ohne Knechtschaft des Fleisches

 

Das Fleisch ist verdorben. Die Erlösung unseres Leibes ist noch zukünftig. Rettung ist nur in dem Geiste des Lebens in Christo Jesu möglich. (Kap. 8). Nur der Geist des Lebens in dem Gläubigen ist die Kraft und wenn diese wirkt, werden die Konsequenzen augenblicklich sichtbar. Diese Kraft führt zu Gewissheit und Vertrauen in der Seele eines Gläubigen. Die Tatsache, dass offensichtlich ein Wechsel stattgefunden hat, wird sichtbar. Dieser Wechsel wird uns später an Hand des Ölbaums in Kapitel 11 noch deutlicher erklärt. Der Gläubige ist nicht nur versetzt worden, sondern ist eingepflanzt in Christus. Der Gläubige erhält eine ganz besondere und einzigartige Pflege und die Kraft aus einer völlig neuen Quelle, die er vorher nicht kannte. So wird er durch den Geist, der in ihm wohnt, in allem zur Ruhe und zur Gewissheit gebracht. Er ist in die Lage versetzt, seine Stellung als der Sünde gestorben einzunehmen und erfreut sich an der Wahrheit, dass Christus sein Gesetz ist. In dieser Freude der Befreiung hat er durch den Geist Gewissheit, weil Gott ihn namentlich berufen hat, in das Bild seines Sohnes verwandelt zu werden. Er hat die absolute Zusicherung, dass nichts ihn von der Liebe Gottes scheiden kann, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn.

 

Das Wort Gottes ist nicht hinfällig

 

Abschließend sollen die grundlegenden Gedanken des Geistes Gottes in Römer 9 - 11 zu­sammen­ge­fasst werden. Wir haben dort ein einziges Gebot Gottes, dass er immer wieder an unterschiedliche Menschen (Menschengruppen) richtet. Immer wieder bietet Gott auf der Basis dieses Gebotes Gnade an. In allen Fällen ist der Ungehorsam diesem einen Gebot gegenüber der Grund für das göttliche Gericht. Gericht erfolgt NIE, weil Gott es so wollte, zumindest gibt der Abschnitt den Gedanken nicht her.

 

Ein Gebot für alle Menschen

 

Wegen des durchgängigen einen Gebotes, nämlich dem Jüngeren zu dienen, bilden die Kapitel 9 - 11 einen geschlossen und zusammen­häng­enden Abschnitt des Römerbriefes.  Als  Gegen­stand finden wir hier die Treue Gottes in Bezug auf die Erfüllung der Verheißungen an die Väter. Hier wird uns der gerechte Weg Gottes geoffenbart, und das angesichts der Tatsache, dass Israel offensichtlich beiseite gesetzt ist und der Weg für die Versammlung / Gemeinde dadurch frei gemacht worden ist. Die Souveränität der Handlungen Gottes gibt einen einzigen Weg vor, um unter die Gnade und damit in den Genuss der Segnungen zu kommen. Die Ablehnung dieses einzigen gottgegebenen Weges durch das Volk Israel an den kritischen Punkten seiner Geschichte wird uns immer wieder vor Augen geführt.

 

Ungehorsam führt zur Verdammnis

 

Sowohl Esau als auch der Pharao hatten es ebenfalls abgelehnt, der Aufforderung Gottes zu folgen und dem Jüngeren zu dienen. Esau und auch Pharao haben sich an den entscheidenden Punkten so verhalten, dass Anbetung Gottes auf die von Gott geforderte Weise nicht stattfinden konnte. Darum wurden sie letztendlich gehasst (im Fall von Esau) bzw. verhärtet (im Fall von Pharao). Israel hätte dies als Warnung dienen sollen, doch zum Schluss hat sich Israel, genau wie Esau und auch wie Pharao verhalten und dem „Jüngeren“, nämlich dem Messias, dem Christus, die Annahme und damit die Anbetung verweigert. Darum ist Israel beiseite gesetzt! 

 


 

Gottes Plan wird nicht verhindert

 

Letztlich wird Gott zu seinem Ziel kommen. Die, die jetzt aus den Nationen gerettet werden, haben dem Willen Gottes entsprochen, dass sie dem Jüngeren dienen. Überhaupt werden und wurden zu allen Zeiten nur die gerettet, die dem Gebot, dem Jüngeren zu dienen, gehorchen. Die Gläubigen aus den Nationen haben die Gerechtigkeit Gottes anerkannt und dienen IHM. In Bezug darauf ist der Apostel ein Apostel der Nationen und verkündigt sein Evangelium. Er offenbart es als eine weltweit gültige Frohe Botschaft.

 

Da Gott seine Gedanken bezogen auf Israel nicht aufgegeben hat, selbst in dem Evangelium des Paulus nicht, das sich doch hauptsächlich an die Nationen richtet, hat Gott Israel als den Schlusspunkt im Blick. Die Nationen haben jetzt durch das Evangelium alle Möglichkeiten, unter den Segen Gottes zu kommen. Wenn sie darin straucheln und nicht in der Güte Gottes verharren, wird das Gericht an den Nationen das Mittel für die Wiederaufnahme der Pläne Gottes mit Israel sein. Tatsächlich wird also der wilde Ölzweig wieder ausgerissen und der ausgerissene edle Zweig wieder eingepflanzt. Man darf das nur nicht mit Errettung oder Verlorengehen verwechseln. Es geht hier um die Frage der Möglichkeit des Genusses der Gnade, so wie das Volk in der Wüste das Manna essen durfte. Schließlich werden Nationen und Juden auf der Grundlage der Gnade vor Gott offenbar, sie werden tatsächlich gemeinsam dem Jüngeren dienen. Dann wird Gott alles und der Mensch nichts sein. Dieses Resultat führt den Apostel zu dem Lobpreis Gottes am Ende von Kapitel 11. Tatsächlich haben wir hier eine Bestätigung von Römer 9,6 „Nicht aber als ob das Wort Gottes hinfällig geworden wäre;“. Nein, nichts an der Erfüllung der göttlichen Zusagen und Verheißungen wird fehlen. Gott sei gelobt und gepriesen.

 

Wiedereinpflanzung Israels

 

Die besondere Liebe und Gnade Gottes gegenüber dem Volk, aus welchem dem Fleische nach der Christus ist, sehen wir auch darin, dass nicht nur die herausgerissenen edlen Zweige ein zweites Mal in den Genuss der Gnade kommen, auch der in seinem Auftrag gescheiterte Prophet Elia kommt ein zweites Mal und wird dem Volk aufs Neue Umkehr und Buße predigen. Dann wird der gläubige Überrest von der Gnade und Liebe Gottes überwältigt, gehorchen, denn sie werden dann als Ergebnis auch, den annehmen, den sie durchstochen haben.

 

Wir haben also in dem Brief die volle Offenbarung Gottes, sowohl die Offenbarung seiner Gerechtigkeit, als auch die Offenbarung seiner Heiligkeit, seiner Liebe und seiner Gnade.