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11.02.2026
Fragen und
Antworten
Hat der Herr Jesus mit dem Tode gerungen?
Eine weitverbreitete Vorstellung — aber sie hält
einer genauen Betrachtung der Schrift nicht stand.
Viele Christen kennen die Formulierung aus der
Lutherbibel:
„… dass er mit dem Tode rang …“
Doch diese Übersetzung von Lukas 22,44 ist
nicht
das, was der griechische Text sagt.
Der Grundtext lautet:
καὶ γενόμενος ἐν ἀγωνίᾳ ἐκτενέστερον
προσηύχετο
— „Und als er
in Agonie, in Anstrengung, im inneren Kampf war, betete er heftiger.“
Das Wort
ἀγωνία (agonia)
bedeutet nicht „Todeskampf“, sondern
Anstrengung, innerer Kampf, seelische Not.
Es ist verwandt mit
ἀγών (agon)
— dem „Kampf“ oder „Wettkampf“.
Doch ἀγωνία betont
die empfundene Belastung,
nicht den Gegner.
Jesus
ringt nicht mit dem Tod.
Er ringt im
Gebet, angesichts dessen, was vor ihm
liegt:
nicht Menschen, nicht Folter, nicht Sterben —
sondern der
Kelch des Gerichtes Gottes.
Er selbst sagt es in Johannes 18,11:
„Den Kelch, den mir der Vater gegeben hat — soll
ich den nicht trinken?“
In Gethsemane sehen wir nicht einen Menschen, der
Angst vor dem Sterben hat.
Wir sehen
den Sohn, der weiß, dass er gleich
zur Sünde gemacht wird,
dass er den Zorn Gottes tragen wird,
dass er — der ewig Geliebte — am Kreuz rufen wird:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
verlassen?“
Das ist die Last, die seine Seele „bis zum Tod“
betrübt.
Nicht der Tod selbst.
Sollte er weniger Frieden gehabt haben als Stephanus,
dessen Angesicht wie das eines Engels strahlte?
Unmöglich.
Der Engel in Gethsemane stärkt ihn — nicht, weil
er dem Tod unterliegt,
sondern weil er
den Weg des Gehorsams bis ans Kreuz
geht.
Er betet heftiger, weil er
den Willen des Vaters vollkommen erfüllen will.
Gethsemane zeigt uns nicht Schwäche.
Gethsemane zeigt uns
die Größe des Jehova‑Messias,
den Mann der Schmerzen,
der freiwillig den Kelch trinkt, den nur er trinken
konnte.
Nein — Jesus hat nicht mit dem Tod
gerungen.
Er hat im Gebet gerungen, um den Willen des Vaters
vollkommen zu tun.
=================================
Martin Luther hat tatsächlich übersetzt, dass der Herr Jesus „mit dem Tode rang“.
Damit hat er eine Aussage in den Text hineingetragen, die der griechische Grundtext nicht enthält.
📜 Was Luther tatsächlich schrieb
In der Lutherbibel (Ausgabe 1545) lautet Lukas 22,44:
„Vnd es kam / das er mit dem Tode rang / vnd betet hefftiger.“
Damit formuliert Luther ausdrücklich:
➡️ „… dass er mit dem Tode rang …“
Diese Formulierung ist nicht im griechischen Text vorhanden.
Sie ist eine Interpretation, keine Übersetzung.
📖 Was der Grundtext sagt
Der griechische Text lautet:
καὶ γενόμενος ἐν ἀγωνίᾳ ἐκτενέστερον προσηύχετο
Wörtlich:
„Und als er in Agonie / innerer Anstrengung war, betete er heftiger.“
Das Wort ἀγωνία (agonia) bedeutet:
Es gibt kein Wort für „Tod“ im Vers.
Es gibt kein Verb für „ringen mit einem Gegner“.
🧭 Warum Luthers Übersetzung problematisch ist
Luther hat „ἀγωνία“ als „Todeskampf“ verstanden und daraus gemacht:
➡️ „mit dem Tode rang“
Das ist theologisch folgenschwer, denn es erzeugt das Bild:
Doch das widerspricht dem gesamten Zeugnis der Schrift:
🎯 Fazit
Ja — Luther hat geschrieben, Jesus habe „mit dem Tode gerungen“.
Nein — das steht nicht im griechischen Text.
Der Herr Jesus rang nicht mit dem Tod,
sondern im Gebet, angesichts des Kelches des göttlichen
Gerichtes.
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Nein, unser Herr Jesus hat NICHT mit dem Tode gerungen.
Habe das Wort GERUNGEN hier gefunden:
1. Mo 32,29: Da sprach er: Nicht Jakob soll hinfort dein Name heißen, sondern
Israel; denn du hast mit Gott GERUNGEN und hast obsiegt.
+++
Lukas 22,44
Und als er in ringendem Kampfe war, betete er heftiger. Es wurde aber sein
Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.
+++
Mt 26,37-38 Kommentar dazu gekürzt von Werner Mücher (= bzw von WK)
Und er nahm Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit und fing an, betrübt und
beängstigt zu werden.
Dann spricht er zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt bis zum Tod; bleibt hier
und wachet mit mir:
Nicht das, was Menschen Ihm antun würden (Kajaphas, Herodes, Pilatus ... ) oder
die Aussicht sterben zu müssen, löste diese Betrübnis und Angst aus, sondern
das Gericht über die Sünde und die Verlassenheit von Gott, die vor Ihm lagen. Das
ist der Kelch, den der Vater Ihm geben würde (Joh 18,11).
Joh 18,11
Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide. Den Kelch, den mir
der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken?
Sollte Er weniger als manche Märtyrer mit Frieden in den Tod gehen?
Unter ihnen Stephanus, dessen Angesicht wie das eines Engels strahlte.
Was für einen Blick gibt Gethsemane uns auf ihn, Jehova-Messias, obwohl er der
Mann der Schmerzen, mit Leiden vertraut war!
Wer hat Bedrängnis so wie er kennengelernt? (WK).