00157 Geröstete Körner in Josua 5.11 geistliche Bedeutung
Q.
Quellen
Literatur zum Buch Josua
Josua
auf www.bibelkreis.ch
Josua auf Youtube Bibelkreis.ch
https://www.elb2023.com/altes-testament/josua/josua-kapitel-5
10 Und die Kinder Israel lagerten in Gilgal; und sie feierten das Passah am
vierzehnten Tage des Monats, am Abend, in den Ebenen von Jericho.
11 Und sie aßen am anderen Tage nach dem Passah von dem Erzeugnis des Landes,
ungesäuertes Brot und geröstete Körner, an diesem selbigen Tage.
12 Und das Man hörte auf am anderen Tage, als sie von dem Erzeugnis des Landes
aßen, und es gab für die Kinder Israel kein Man mehr; und sie aßen von dem
Ertrage des Landes Kanaan in jenem Jahre.
13 Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen auf und
sah: und siehe, ein Mann stand vor ihm, und sein Schwert gezückt in seiner Hand.
Und Josua ging auf ihn zu und sprach zu ihm: Bist du für uns oder für unsere
Feinde?
14 Und er sprach: Nein, sondern als der Oberste des Heeres Jehovas bin ich jetzt
gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und huldigte ihm und sprach
zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knechte?
15 Und der Oberste des Heeres Jehovas sprach zu Josua: Ziehe deinen Schuh aus
von deinem Fuße; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat
also.
Josua 5 markiert eine heilsgeschichtliche Wende:
Das Volk Israel hat den Jordan überschritten und betritt nun das verheißene Land.
Beschneidung in Gilgal (V. 2–9): Eine Wiederherstellung der Bundesbeziehung zu Gott. In der Wüstenzeit war die Beschneidung vernachlässigt worden, nun wird sie nachgeholt. Damit bezeugt das Volk Gehorsam und Absonderung.
Passahfeier in Gilgal (V. 10): Das erste Passah im Land Kanaan. Es verbindet die Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten mit dem Beginn des Erbes.
Ende des Manna (V. 12): Gott versorgt nicht mehr durch das Wüstenbrot, sondern durch die „Früchte des Landes“. Das weist auf Reife und Verantwortung im Glaubensleben hin.
Begegnung Josuas mit dem Fürsten des Heeres Jehovas (V. 13–15): Gott selbst in der Gestalt eines Engels erscheint als Heerführer – ein Hinweis darauf, dass der Sieg im Land nicht von Israels Kraft, sondern von Gottes Gegenwart abhängt.
>>> Zusammengefasst: Josua 5 ist der Übergang von Wüste zu Land, von Versorgung ohne eigenes Zutun hin zu Verantwortung und Kampf im Glaubensleben.
Beschneidung → Im NT deutet Paulus auf die Beschneidung des Herzens (Röm 2,29; Kol 2,11). Das Volk im Land ist ein Bild für Gläubige, die ihre Stellung in Christus erfassen.
Passah → Bild des Werkes Christi. In Gilgal feiern sie das Passah im Land – für uns bedeutet es: Auch in der Ruhe des Himmels werden wir nie das Lamm vergessen, das uns erlöst hat (vgl. Offb 5,6.9).
Manna / Früchte des Landes
→ Das Manna weist auf Christus in seiner Erniedrigung (Joh 6), die Früchte
des Landes auf Christus in seiner himmlischen Herrlichkeit.
Der Gläubige
lebt nicht nur von Christus, wie er auf Erden war, sondern auch von Ihm, wie
er jetzt in der Herrlichkeit ist.
Josua ist insgesamt ein Vorbild auf Christus als den, der uns in die himmlischen Segnungen hineinführt (Eph 1). Kapitel 5 zeigt:
Israel im Land = Bild der geistlichen Segensstellung der Gemeinde in Christus.
Der „Fürst des Heeres“ (Christophanie) → Christus selbst als Herr der Gemeinde, der den Sieg schenkt (vgl. Offb 19,11–16).
Der Text sagt: „Und sie aßen am anderen Tage des Passahfestes von dem Ertrag des Landes, ungesäuertes Brot und geröstete Körner, an ebendiesem Tage.“
Es war die erste Nahrung aus dem verheißenen Land, eine Frucht der Ernte.
Das „Geröstete“ zeigt: das Korn musste durch das Feuer gehen – es ist nicht in seiner rohen Form, sondern veredelt, genießbar gemacht.
Christus als das Weizenkorn (Joh 12,24): Er ist gestorben und hat Frucht gebracht.
Geröstet → Hinweis auf das Gericht, das der Herr Jesus erduldete. Wir genießen Ihn als den, der durch das Feuer des Gerichtes gegangen ist.
Unterschied zum Manna: Das Manna fiel vom Himmel, ohne menschliches Zutun. Die gerösteten Körner sind Ergebnis von Ernte und Feuer – das weist auf Christus in seiner vollbrachten Erlösung und Herrlichkeit hin.
In Ruth 2,14 reicht Boas der Moabiterin geröstete Körner. Hier ist es eine persönliche Gnade: Boas (ein Bild Christi) nährt Ruth mit dem Ergebnis seiner Arbeit.
In Josua 5,11 dagegen ist es kollektive Nahrung für das ganze Volk, im Blick auf das Erbe.
→→ Zusammengefasst:
In Ruth: geröstete Körner = persönliche Zuwendung des Herrn an die Einzelne.
In Josua: geröstete Körner = allgemeine Speise des Volkes, Christus genossen in seiner Herrlichkeit nach dem Durchgang durchs Gericht.
Josua 5 zeigt die Bundeserneuerung, die Erinnerung an Erlösung (Passah), das Ende der Wüstenzeit und den Beginn der Verantwortung im Land.
Neutestamentlich spricht es von Christus, unserer Stellung in Ihm und der Notwendigkeit, von Ihm als dem himmlischen Herrn zu leben.
Geröstete Körner sind ein
Hinweis auf Christus, der durch das Gericht ging und nun als verherrlichter
Herr die Speise des Volkes ist – im Unterschied zum Manna (Christus in
seiner Erniedrigung) und mit einer anderen Note als in Ruth 2 (persönliche
Gnade).
verschiedenen „Speisenbildern“ – Manna, geröstete Körner (Josua 5), geröstete Körner (Ruth 2) und Speisopfer (3. Mose 2).
| Speise / Stelle | Historisch | Geistliche Bedeutung (Christus) | Besonderheit / Anwendung |
|---|---|---|---|
|
Manna (2. Mose 16; Jos 5,12) |
Himmelsbrot, tägliche Speise in der Wüste | Christus in seiner Erniedrigung, als der vom Himmel herabgekommene (Joh 6,31–35) | Nahrung für die Wüstenreise; nicht fürs Land, sondern für Pilgerschaft und Abhängigkeit |
|
Geröstete Körner
(Josua 5,11) |
Erste Frucht des Landes nach Passah, durch Feuer gegangen | Christus als der „Weizenkorn“ (Joh 12,24), der durch den Tod und das Gericht ging und nun in Herrlichkeit Nahrung ist | Speise des Volkes im Land, d.h. der Gläubigen, die ihre Stellung in Christus erfassen und davon leben |
|
Geröstete Körner
(Ruth 2,14) |
Boas reicht Ruth bei der Ernte geröstete Körner | Christus, der in persönlicher Gnade die Seele nährt, die zu Ihm kommt | Persönliche Erfahrung der Gnade; individuelle Zuwendung Christi an den Gläubigen |
| Speisopfer aus Feinmehl (3. Mose 2) | Opfergabe aus Mehl, Öl, Weihrauch, zum Teil geröstet | Christus in seiner Menschheit, in Vollkommenheit, vom Heiligen Geist gezeugt (Öl), geprüft durchs Feuer (Leiden) | Nahrung für Gott und Priester; betont die Vollkommenheit seines Lebens, nicht nur sein Sterben |
Manna → Christus für die Wüstenreise (Erniedrigung).
Geröstete Körner Josua 5 → Christus für das Erbe im Land (Herrlichkeit nach dem Gericht).
Geröstete Körner Ruth 2 → Christus in persönlicher Gnade, der den Einzelnen speist.
Speisopfer → Christus in seiner vollkommenen Menschheit, im Leben und Leiden, als Opfer für Gott und zur Speise für Priester.
So entsteht ein schönes Gesamtbild:
Christus ist in jeder Phase der
Weggemeinschaft die Speise des Volkes Gottes
– in der Wüste, im Land,
in der persönlichen Erfahrung und im priesterlichen Genuss.
Manna – Geröstete Körner (Josua 5) – Geröstete Körner (Ruth 2) – Speisopfer (3. Mose 2)
| Speise / Stelle | Historischer Kontext | Geistliche Bedeutung (Christus) | Besonderheit / Anwendung |
|---|---|---|---|
|
Manna 2. Mose 16; Jos 5,12; Joh 6,31–35 |
Himmelsbrot, tägliche Speise in der Wüste Israels. | Christus in seiner Erniedrigung als das Brot des Lebens, vom Himmel gekommen. | Nahrung für die Pilgerschaft in der Wüste; betont Abhängigkeit und tägliche Zufuhr. |
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Geröstete Körner Josua 5,11 Erstes Essen aus dem Ertrag des Landes nach dem Passah |
Erste Frucht des Landes Kanaan; Korn, das durch das Feuer gegangen ist. | Christus als das Weizenkorn (Joh 12,24), der durch Tod und Gericht ging und in Herrlichkeit Speise ist. | Speise des Volkes im Land: Genuss der himmlischen Segnungen und der Stellung „in Christus“. |
| Geröstete Körner Ruth 2,14 | Boas reicht Ruth bei der Ernte geröstete Körner – eine Geste persönlicher Gnade. | Christus, der den Einzelnen in persönlicher Zuwendung nährt und sättigt. | Individuelle Erfahrung der Gnade und Gemeinschaft; tröstliche, nahe Zuwendung des Erlösers. |
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Speisopfer aus Feinmehl 3. Mose 2; vgl. 6,7–11 |
Opfergabe aus Feinmehl mit Öl und Weihrauch; Teile durchs Feuer geprüft. | Christus in seiner vollkommenen Menschheit, vom Geist (Öl) geprägt; Wohlgeruch für Gott, geprüft durch Leiden. | Nahrung für Gott und die Priester; betont die Vollkommenheit seines Lebens, nicht nur sein Sterben. |
Hinweis: In Josua 5 steht die kollektive Speise des Volkes im Vordergrund; in Ruth 2 die persönliche Gnade für die einzelne Seele.