Fragen und Antworten


Q.

Carmen Katharina Stern
Hans Peter Wepf Und Josua 5, 11, die dritte Stelle in der Bibel, in der "geröstete Körner" vorkommen; kann man das dann als Vorschattung
auf all das verstehen? Oder geht es da geistlich noch um etwas anderes? Um Ungehorsam?

  Quellen
Literatur zum Buch Josua   Josua auf www.bibelkreis.ch    Josua auf Youtube Bibelkreis.ch
https://www.elb2023.com/altes-testament/josua/josua-kapitel-5



10 Und die Kinder Israel lagerten in Gilgal; und sie feierten das Passah am vierzehnten Tage des Monats, am Abend, in den Ebenen von Jericho.

11 Und sie aßen am anderen Tage nach dem Passah von dem Erzeugnis des Landes, ungesäuertes Brot und geröstete Körner, an diesem selbigen Tage.

12 Und das Man hörte auf am anderen Tage, als sie von dem Erzeugnis des Landes aßen, und es gab für die Kinder Israel kein Man mehr; und sie aßen von dem Ertrage des Landes Kanaan in jenem Jahre.

13 Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen auf und sah: und siehe, ein Mann stand vor ihm, und sein Schwert gezückt in seiner Hand. Und Josua ging auf ihn zu und sprach zu ihm: Bist du für uns oder für unsere Feinde?

14 Und er sprach: Nein, sondern als der Oberste des Heeres Jehovas bin ich jetzt gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und huldigte ihm und sprach zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knechte?

15 Und der Oberste des Heeres Jehovas sprach zu Josua: Ziehe deinen Schuh aus von deinem Fuße; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat also.

1. Bedeutung von Josua 5 für Israel

Josua 5 markiert eine heilsgeschichtliche Wende:

>>>   Zusammengefasst: Josua 5 ist der Übergang von Wüste zu Land, von Versorgung ohne eigenes Zutun hin zu Verantwortung und Kampf im Glaubensleben.


2. Neutestamentliche Anwendung / Prophetie

a) Geistliche Anwendung:

b) Prophetische Linie:

Josua ist insgesamt ein Vorbild auf Christus als den, der uns in die himmlischen Segnungen hineinführt (Eph 1). Kapitel 5 zeigt:


3. Bedeutung der „gerösteten Körner“ (Josua 5,11)

Der Text sagt: „Und sie aßen am anderen Tage des Passahfestes von dem Ertrag des Landes, ungesäuertes Brot und geröstete Körner, an ebendiesem Tage.“

a) Historisch:

b) Geistlich-typologisch:

c) Unterschied zu Ruth 2:

→→ Zusammengefasst:


Fazit

  1. Josua 5 zeigt die Bundeserneuerung, die Erinnerung an Erlösung (Passah), das Ende der Wüstenzeit und den Beginn der Verantwortung im Land.

  2. Neutestamentlich spricht es von Christus, unserer Stellung in Ihm und der Notwendigkeit, von Ihm als dem himmlischen Herrn zu leben.

  3. Geröstete Körner sind ein Hinweis auf Christus, der durch das Gericht ging und nun als verherrlichter Herr die Speise des Volkes ist – im Unterschied zum Manna (Christus in seiner Erniedrigung) und mit einer anderen Note als in Ruth 2 (persönliche Gnade).

verschiedenen „Speisenbildern“ – Manna, geröstete Körner (Josua 5), geröstete Körner (Ruth 2) und Speisopfer (3. Mose 2).


Vergleich der Speisenbilder

Speise / Stelle Historisch Geistliche Bedeutung (Christus) Besonderheit / Anwendung
Manna
(2. Mose 16; Jos 5,12)
Himmelsbrot, tägliche Speise in der Wüste Christus in seiner Erniedrigung, als der vom Himmel herabgekommene (Joh 6,31–35) Nahrung für die Wüstenreise; nicht fürs Land, sondern für Pilgerschaft und Abhängigkeit
Geröstete Körner
(Josua 5,11)
Erste Frucht des Landes nach Passah, durch Feuer gegangen Christus als der „Weizenkorn“ (Joh 12,24), der durch den Tod und das Gericht ging und nun in Herrlichkeit Nahrung ist Speise des Volkes im Land, d.h. der Gläubigen, die ihre Stellung in Christus erfassen und davon leben
Geröstete Körner
(Ruth 2,14)
Boas reicht Ruth bei der Ernte geröstete Körner Christus, der in persönlicher Gnade die Seele nährt, die zu Ihm kommt Persönliche Erfahrung der Gnade; individuelle Zuwendung Christi an den Gläubigen
Speisopfer aus Feinmehl (3. Mose 2) Opfergabe aus Mehl, Öl, Weihrauch, zum Teil geröstet Christus in seiner Menschheit, in Vollkommenheit, vom Heiligen Geist gezeugt (Öl), geprüft durchs Feuer (Leiden) Nahrung für Gott und Priester; betont die Vollkommenheit seines Lebens, nicht nur sein Sterben

Zusammenfassung


So entsteht ein schönes Gesamtbild: Christus ist in jeder Phase der Weggemeinschaft die Speise des Volkes Gottes
– in der Wüste, im Land, in der persönlichen Erfahrung und im priesterlichen Genuss.

 

Vergleich der biblischen Speisenbilder

Vergleich der biblischen Speisenbilder

Manna – Geröstete Körner (Josua 5) – Geröstete Körner (Ruth 2) – Speisopfer (3. Mose 2)

Speise / Stelle Historischer Kontext Geistliche Bedeutung (Christus) Besonderheit / Anwendung
Manna
2. Mose 16; Jos 5,12; Joh 6,31–35
Himmelsbrot, tägliche Speise in der Wüste Israels. Christus in seiner Erniedrigung als das Brot des Lebens, vom Himmel gekommen. Nahrung für die Pilgerschaft in der Wüste; betont Abhängigkeit und tägliche Zufuhr.
Geröstete Körner Josua 5,11
Erstes Essen aus dem Ertrag des Landes nach dem Passah
Erste Frucht des Landes Kanaan; Korn, das durch das Feuer gegangen ist. Christus als das Weizenkorn (Joh 12,24), der durch Tod und Gericht ging und in Herrlichkeit Speise ist. Speise des Volkes im Land: Genuss der himmlischen Segnungen und der Stellung „in Christus“.
Geröstete Körner Ruth 2,14 Boas reicht Ruth bei der Ernte geröstete Körner – eine Geste persönlicher Gnade. Christus, der den Einzelnen in persönlicher Zuwendung nährt und sättigt. Individuelle Erfahrung der Gnade und Gemeinschaft; tröstliche, nahe Zuwendung des Erlösers.
Speisopfer aus Feinmehl
3. Mose 2; vgl. 6,7–11
Opfergabe aus Feinmehl mit Öl und Weihrauch; Teile durchs Feuer geprüft. Christus in seiner vollkommenen Menschheit, vom Geist (Öl) geprägt; Wohlgeruch für Gott, geprüft durch Leiden. Nahrung für Gott und die Priester; betont die Vollkommenheit seines Lebens, nicht nur sein Sterben.

Hinweis: In Josua 5 steht die kollektive Speise des Volkes im Vordergrund; in Ruth 2 die persönliche Gnade für die einzelne Seele.