Bibelkreis.ch   Bibelkreis.ch auf YouTube
Fragen und Antworten  BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing   Elberfelder 2023  Logos | Logos Bible Study Platform  www.Bibelkreis.ch

https://www.bibelkommentare.de/   Design  F&A

https://www.bibelkreis.ch/Darby%20Synopsis%20komplett/ohne_titel_3.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/kelly_william_at.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/Kelly%20William%20NT.html

28.10.2025  

00517 Elohim und Theos – Der eine Gott, Die Gottheit in drei Personen



Viele sagen: „Die Trinität ist unbiblisch – im Alten Testament gibt es nur einen Gott!“
Aber was, wenn schon die Worte Elohim und Theos genau diesen einen Gott in drei Personen zeigen?

Ein Gott – und doch mehr als wir fassen

Die Bibel ist glasklar:
„Höre, Israel: Jehova, unser Gott, ist ein Jehova!“ (5. Mose 6,4, Elberfelder 1905).
Es gibt einen Gott – nicht viele.
Und doch nennt das Neue Testament:
den Vater Gott,
den Sohn Gott,
und den Heiligen Geist Gott.
Kein Widerspruch – sondern Gottes eigene Selbstoffenbarung.

Elohim: Pluralform, aber der eine wahre Gott

Im Hebräischen steht in 1. Mose 1,1:
„Im Anfang schuf Elohim die Himmel und die Erde.“
Elohim ist formal eine Pluralform – wörtlich: „Mächtige“, „Gottheit“.
Und trotzdem stehen dazu Singular-Verben: Elohim schuf – nicht schufen.
Das heißt: Nicht viele Götter, sondern eine Gottheit, ein Gott, der in sich Fülle hat.
Die Schrift benutzt dieselbe Form Elohim für den einen wahren Gott – und macht gleichzeitig klar: Er ist einzigartig, unvergleichlich, nicht einer unter vielen.

Theos: derselbe Gott im Neuen Testament

Im Neuen Testament steht für „Gott“ meist das griechische Wort theos.
Dieser theos ist kein anderer Gott als Elohim im Alten Testament.
Johannes 1,1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott (theos), und das Wort war Gott.“
Der Sohn ist theos.
In Apostelgeschichte 5,3–4 wird der Heilige Geist Gott genannt.
Der eine theos – derselbe Gott wie Elohim – offenbart sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Kein Widerspruch, sondern Fülle

Trinität heißt nicht: drei Götter.
Trinität heißt: ein Gott, drei Personen – wesensgleich, ewig, unterscheidbar in ihrer Funktion, nicht in ihrem Wesen.
Elohim im Plural mit Singular-Verben, theos im Neuen Testament – beides zusammen zeichnet ein Bild:
Gott ist größer, reicher, tiefer, als ein menschlich flacher Ein-Gott-Begriff es fassen kann.

 Abschluss/Call to Action

Wenn du also über die Trinität stolperst:
Schau nicht zuerst auf menschliche Begriffe, sondern auf Elohim und theos in der Schrift.
Ein Gott – in drei Personen – der sich dir in Jesus Christus persönlich zu erkennen gibt.
Wenn du dazu eine vertiefte Studie willst, schreib’s in die Kommentare.

*-*-*-*-

Gehen wir systematisch vor, von der Trinitätslehre bis zur sprachlich-theologischen Bedeutung von elohim und theos (θεός) auf Basis der Elberfelder 1905 https://www.elb2023.com/  und der Grundsprache (hebräisch und griechisch, transliteriert).


1. Die Trinität – Das biblische Zeugnis

Der Begriff „Trinität“ (von lat. trinitas = „Dreifaltigkeit“) ist kein biblisches Wort, sondern ein etwas heikler lateinischer theologischer Begriff, der das biblische Zeugnis über Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist zusammenfasst.

  • Grundlage:
    Die Schrift bezeugt einen Gott (monotheós) – aber in drei Personen, die in Gemeinschaft und Beziehung zueinander stehen.

    „Höre, Israel: Jehova, unser Gott, ist ein Jehova!“ (5. Mose 6,4)

    Und doch:

    • Der Vater ist Gott (Joh 6,27; 1. Pet 1,2)

    • Der Sohn ist Gott (Joh 1,1; Hebr 1,8)

    • Der Heilige Geist ist Gott (Apg 5,3–4)

Diese drei Personen sind wesensgleich, ewig und unterschieden in ihrer Funktion, nicht in ihrem göttlichen Wesen.
Die Trinität muss keien kein Widerspruch zu „Ein Gott“, sein  sondern muss als  Ausdruck der Fülle göttlicher Selbstoffenbarung erklärt und verstanden werden..


2. „Dreieinig“ und „Dreieinheit“  https://www.elb2023.com/

Diese beiden deutschen Begriffe versuchen, das lateinische trinitas angemessen wiederzugeben:

Begriff Betonung Bedeutung
Dreieinigkeit „Einigkeit“ – die Einheit in der Dreiheit Betonung auf der Wesenseinheit Gottes
Dreieinheit „Einheit“ – die Dreiheit in der Einheit Betonung auf der gleichzeitigen Verschiedenheit und Einheit

Beide sind theologisch vertretbar wenn man erklärt was es richtig bedeutet.  In der systematischen Theologie wird meist „Dreieinigkeit“ verwendet, im biblisch-sprachlichen Sinn ist „Dreieinheit“ jedoch präziser: eine göttliche Wesenheit, drei Personen.


3. „Gott“ – Grundbegriff und Offenbarung

Im Deutschen ist „Gott“ die Übersetzung verschiedener hebräischer und griechischer Begriffe:

Sprache Wort Transliteration Bedeutung
Hebräisch אֱלֹהִים elohim Gottheit, Mächtiger, Richter, göttliches Wesen
Hebräisch יְהוָה Jehovah (oder JHWH) Der Selbstseiende, der Ewige
Griechisch θεός theos Gott, göttliches Wesen
Griechisch κύριος kyrios Herr, Herrscher, Bezeichnung des göttlichen Herrn

4. „Elohim“ – אֱלֹהִים (ʾelōhîm)

a) Sprachliche Form

  • Wurzel: אֵל (ʾēl) = „Macht, Stärke, Gewaltiger“

  • Pluralform: אֱלֹהִים (elohim) = „Mächtige“, „Gottheit(en)“

  • Grammatik: Form ist Plural, wird aber für den einen wahren Gott mit Singularverben verwendet.

    Beispiel:

    „Im Anfang schuf (bara, Singular) Gott (elohim, Plural) den Himmel und die Erde.“
    (1. Mose 1,1)

    Das zeigt:

    • Einheit in der Handlung („schuf“ – Singular)

    • Vielheit in der Wesenheit („elohim“ – Pluralform)

    → Schon die hebräische Grammatik öffnet den Blick auf die Mehrpersönlichkeit Gottes, ohne Polytheismus.

b) Theologische Bedeutung

Elohim betont die Majestät und Macht Gottes.
Er ist der „Allmächtige“ in Seinem Handeln, der Schöpfer und Richter.

In bestimmten Kontexten wird elohim auch für:

  • Engel (Ps 8,6; vgl. Hebr 2,7)

  • Richter oder Herrscher (2. Mose 22,8–9)
    verwendet – immer im Sinn von „Mächtigen“ oder „Autoritätsträgern“.

c) Beste theologische Übersetzung ins Deutsche

Es gibt keine einzige ideale Übersetzung, da elohim ein Bedeutungsfeld abdeckt.
Am treffendsten im theologischen Sinn ist:

„der Mächtige“ oder „die Gottheit“
– mit dem Hinweis, dass der biblische Gebrauch monotheistisch ist.

Die Elberfelder 1905 übersetzt konsequent mit „Gott“, was sachlich richtig ist, aber die Pluralnuance verdeckt.


5. „Theos“ – θεός

a) Sprachliche Herkunft

  • Griechisch θεός (theos) = Gott, göttliches Wesen
    (möglicherweise verwandt mit der indogermanischen Wurzel dhes- = „anbeten“)

b) Gebrauch im Neuen Testament

Theos bezeichnet sowohl:

  • den einen wahren Gott (Joh 1,1; 1. Kor 8,6)

  • als auch falsche Götter (Apg 14,11; 1. Kor 8,5)

Der Begriff betont Wesen und Anbetungswürdigkeit – Gott als der, der Anbetung empfängt.

c) Theologische Übersetzung

Im Deutschen ist „Gott“ eine gute Übersetzung, doch:

  • Wenn theos auf den Vater bezogen ist, sollte man den Kontext beachten.

  • Wenn es auf den Sohn (Joh 1,1; Tit 2,13) bezogen ist, bezeugt es Seine Wesensgleichheit mit dem Vater.

„… und das Wort war Gott (kai theos ēn ho logos).“ – Joh 1,1
Die Stellung von theos ohne Artikel betont die Wesensart, nicht die Person.
Also: Das Wort war göttlicher Natur, Gott dem Wesen nach.


6. Zusammenfassung: Elohim – Theos – Dreieinheit

Aspekt Hebräisch (elohim) Griechisch (theos) Theologische Bedeutung
Grammatik Plural, aber mit Singular-Verben Singular Offenbart Einheit in Vielheit
Betonung Macht, Majestät Wesen, Anbetung Ausdruck göttlicher Fülle
Bezug Schöpfer, Richter, Mächtiger Gott als göttliche Person Der Eine, der dreifach offenbarte Gott
Deutsche Entsprechung „der Mächtige“, „Gott“ „Gott“ Gott in Seinem Wesen, nicht bloß Titel

7. Theologische Vertiefung: Offenbarung der Dreieinheit

Schon im Alten Testament schimmert die Dreiheit durch:

  • 1. Mose 1,26: „Laßt uns Menschen machen in unserem Bild.“

  • 1. Mose 3,22: „Der Mensch ist geworden wie einer von uns.“

  • Jesaja 6,8: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“

Im Neuen Testament wird diese Andeutung klar entfaltet:

  • Taufe Jesu: Vater spricht, Sohn wird getauft, Geist kommt herab (Mt 3,16–17)

  • Taufbefehl: „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19)

  • Segensgruß: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes“ (2. Kor 13,13)


8. Fazit

  • Elohim ist ein Plural der Majestät – Gott als der Mächtige, in dem Mehrzahl-Beziehung existiert.

  • Theos ist der neutestamentliche Ausdruck für das göttliche Wesen an sich.

  • Die Trinität ist keine spätere Erfindung, sondern die konsequente Ausfaltung dessen, was schon in „Elohim“ anklingt.

  • Beste deutsche theologische Wiedergabe:

    Elohim → „der Mächtige Gott“
    Theos → „der wahre Gott“ (wesensgleich Vater, Sohn, Geist)