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00003

System Obrigkeit  ab 1. Mose 9

Frage:
Gisa Harnack
Ich bete und danke vorallem für das System Obrigkeit das es ab 1. Mose 9 gibt

Antwort

Ja, das Thema Obrigkeit & Regierung zieht sich systematisch durch die Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament.
Es gibt grundlegende Stellen, die die Einsetzung von Regierung durch Gott erklären,
andere, die das Verhalten der Gläubigen gegenüber der Obrigkeit beschreiben,
und wieder andere, die aufzeigen, wie Gott sogar gottlose Regierungen zu seinen Zwecken gebraucht.


►►  Biblisch-theologische Systematik zur Obrigkeit & Regierung


1. Einsetzung der Obrigkeit durch Gott

Stelle Inhalt
1. Mose 9,5–6 Nach der Sintflut gibt Gott dem Menschen Verantwortung für das Leben seines Nächsten. Die Todesstrafe wird als göttlich eingesetztes Mittel gegen Mord eingeführt – erste göttliche Delegation von richterlicher Gewalt an den Menschen.
Daniel 2,21; 4,14+31 Gott setzt Könige ab und setzt Könige ein – auch heidnische Herrscher stehen unter Gottes Souveränität.
Römer 13,1–7 Die Obrigkeit ist von Gott eingesetzt; Widerstand gegen sie ist Widerstand gegen Gottes Ordnung.
1. Petrus 2,13–17 Die Unterordnung unter die Obrigkeit ist Teil des christlichen Wandels – „um des Herrn willen“.
Sprüche 8,15–16 „Durch mich regieren Könige...“ – Die Weisheit (eine Personifikation Christi) wirkt in der Regierung.

2. Aufgaben der Obrigkeit

Aspekt Stelle Bemerkung
Schutz der Guten & Strafe der Bösen Römer 13,3–4 Die Obrigkeit ist ein „Diener Gottes“ – zur Bestrafung des Bösen, zur Belohnung des Guten.
Rechtsprechung & Gericht 5. Mose 16,18–20 Richter sollen gerecht richten, kein Ansehen der Person, keine Bestechung.
Friedenswahrung & Ordnung 1. Timotheus 2,1–2 Gebet für Könige und Obrigkeiten, „damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen“.
Verantwortung für das Volk 2. Samuel 23,3–4 Ein König soll gerecht herrschen in der Furcht Gottes – Bild eines idealen Herrschers.

3. Verhalten des Gläubigen gegenüber der Obrigkeit

Stelle Anweisung
Römer 13,1–7 Unterordnung, Steuern zahlen, Respekt und Ehre erweisen.
1. Petrus 2,13–17 Unterordnung, aber mit Gottesfurcht als oberster Richtschnur.
Titus 3,1–2 Gehorsam, zur guten Tat bereit, niemanden lästern.
Apostelgeschichte 5,29 Grenze des Gehorsams: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
Matthäus 22,21 „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ – Trennung von weltlicher und göttlicher Autorität.

4. Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament

Beispiel Lehre zur Obrigkeit
Josef unter Pharao (1. Mose 41) Ein Gläubiger dient treu unter einer heidnischen Regierung und wird von Gott gebraucht.
Daniel unter Babylon & Persien Unterordnung mit Treue zu Gott – verweigert Götzendienst trotz Todesandrohung (Dan 3, Dan 6).
Paulus vor römischen Behörden (Apg 23–26) Nutzt sein Bürgerrecht, unterwirft sich Gerichtsverfahren, aber bezeugt den Glauben.
Jesus vor Pilatus (Joh 19,11) „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre“ – Anerkennung göttlicher Delegation.

 Zusätzliche Beobachtungen und Erweiterungen

A. Gott gebraucht auch ungerechte Regierungen

B. Königtum & Regierung im Blick auf Christus

C. Endzeitlich: Die Herrschaft Gottes vs. menschliche Reiche


 Zusammenfassende Gliederung

  1. Grundlegung: Gottes Einsetzung von Obrigkeit (1. Mose 9, Römer 13)

  2. Aufgaben und Pflichten der Regierung

  3. Verhalten des Christen gegenüber der Regierung

  4. Biblische Beispiele für Gehorsam und Widerspruch

  5. Regierung im prophetischen und heilsgeschichtlichen Licht

  6. Das kommende Reich Gottes: Endgültige Regierung durch Christus