Lehre

 Aufklärung  Charismatik Evangelium Betrachtung Arabisch Forum I Aktuelles

History  I  

History  II   History  III  History  IV  History  V offene Fragen Forum II Home 
Linkextern Artikel,  Download Bündnisse Haushaltung Gewissheit Link Webmaster

Abfall und Lohn

Was beschäftigt mich als Christ – Teil 1

Einleitung

Heute abend gehen wir in ein Thema hinein, das die christliche Gemeinde schon seit Jahrhunderten beschäftigt. Es ist die Frage: Wie weit reicht die Gnade Gottes?

 

I.   Jesus allein genügt zum ewigen Leben und gleichzeitig wird jedes Traubenschoss, das keine Frucht bringt, abgeschnitten.

        A.    Das Fundament: Ein rechtes Verständnis der Erlösung

Das ewige Leben erhalten wir durch den Glauben an Jesus Christus. Die Heilsentscheidung bewirkt eine neue Geburt. Wir sind nun Kinder Gottes. Wir wollen dies noch einmal graphisch festhalten:

Nun stellt sich schon die Frage, ob man wieder aus dieser Gnade fallen kann oder nicht. Wie weit die Nachfolge mit dem Kreuz verknüpft ist. Ist das abgeschnittene Traubenschoss am Weinstock ein Bild des möglichen Abfalls?

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.

Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, daß sie mehr Frucht bringe.

Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.

Johannes 15,1-7

 

        B.    Gründe für die ewige Sicherheit

                   1.      Biblische Begründung

                             a.      Erwählung

Die Heilige Schrift spricht immer wieder von Erwählung. Eine bezeichnende Stelle ist im Epheserbrief zu entdecken – Epheser 1,3-6:

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, daß wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.

Vor Grundlegung der Welt erwählt Gott die Menschen. Somit ist es Gottes Werk, dass ein Mensch glauben kann. Wenn die Erwählung nun so stark ist. Dann ist ein Mensch erwählt oder nicht erwählt. Wenn er erwählt ist, hat er das ewige Leben.

Paulus beschreibt in Römer 8 den Dank auf die Erlösung – Römer 8,34-39:

Wer ist, der verdamme? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet.

Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?

Wie geschrieben steht: `Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden.

Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.

Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

So gibt es viele weitere Stellen der Schrift, die diese Linie bestätigen. Ich gebe hier nur eine Auswahl weiter:[1]

Joh 1,12                  Ich bin ein Kind Gottes

Joh 15,15                Ich bin Gottes Freund

Eph 1,5                    Ich bin adoptiert

Eph 2,19                 Ich bin Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenosse

Kol 2,10                   Ich bin vollkommen in Christus

Röm 8,1                  Ich bin frei von aller Verdammnis

Röm 8,33                Ich bin gerechtfertigt und von aller Anklage befreit

Röm 8,35                Ich kann durch nichts von Gottes Liebe getrennt werden

 

                             b.      Freie Gnade

Gott hat uns ergriffen, und Er wird uns nicht loslassen. Mensch und Teufel mögen toben, unser Jesus wird es nicht zulassen, dass jemand oder etwas uns aus seiner allmächtigen Hand reissen kann.

George Whitefield

Gott beruft sich in seiner Souveränität seine Kinder.

Bekannte Vertreter (Calvinisten) der Freien Gnade waren und sind: Johannes Calvin, George Whitefield, Jonathan Edwards, Charles Haddon Spurgeon,  Martin Lloyd-Jones¼

 

                    2.      Folgen für die Praxis

Die Lehre der ewigen Sicherheit (The Eternal Security) schenkt Sicherheit. Ich bin geborgen in Gott. Es befreit mich vom Druck und der Last. Die Erlösung ist Geschenk und nicht Folge des Glaubens an Jesus Christus und der Nachfolge.

Es gibt natürlich auch Vorwürfe gegen diese Linie. Das Heil wird so zu billig gemacht. Es spielt dann keine Rolle mehr, wie ich als Christ lebe.

 

        C.    Gründe für den Verlust des Heils

                   1.      Biblische Begründung

Im Neuen Testament werden wir immer wieder ermahnt, nicht von Jesus abzufallen (Hebräer 6,4-8, 10,26-31; Offenbarung 2,5; 3,2; 3,16-20). Die Stellen warnen deutlich vor einem möglichen Abfall. Besonders deutlich erscheint vor allem die Stelle in Hebräer 6,4-6:

Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen.

Hier wird von Abfall gesprochen. Es sind Menschen, die den Heiligen Geist erhalten haben und dann doch wieder vom Glauben weggekommen sind. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob der Autor hier ein fiktives Bild macht, damit die Gläubigen an Jesus Christus bleiben?

Die Stelle in Johannes 15,6 geschilderten Menschen Heuchler. Sie sind nur Scheinchristen. Wer Johannes 15 anders auslegt, steht wieder in der Gefahr in die Werkgerechtigkeit abzurutschen.

 

                   2.      Folgen für die Praxis

Der Christ ist in einer andauernden Spannung, ob es nun doch zum Himmel reichen wird. Schliesslich ist die Sünde – leider – immer noch eine Realität im Leben des Christen.

Bekannte Vertreter (Arminianisten) der Verlierbarkeit des Heils sind: John Wesley, Zinzendorf¼

 

        D.    Was soll ich nun glauben?

                   1.      Einige Thesen

Will uns die Bibel auf diese Frage überhaupt eine Antwort geben? Die Fragestellung „Kann ein Christ verloren gehen“ ist insofern falsch, da jemand als Christ[2] gar nicht verloren geht. Nur jemand der nicht Christ ist, kann verloren gehen.

 

                   2.      Eine Ansicht

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass Extrempositionen immer schädlich und falsch sind. Einer der beiden Gruppierungen den Heiligen Geist und somit den Glauben abzusprechen ist bestimmt falsch. Es müssen sich beide Gruppen in der Gemeinde ertragen können.

Meine eigene Meinung tendiert eher Richtung Calvinismus. Ich glaube nicht, dass wir sehr viel zu unserem Glauben beitragen können. Glaube, wie auch Heiligung ist für mich ein Geschenk von Gott.

So steht Gott als der Beschirmende über jedem menschlichen Leben.

und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.

Johannes 10,28

Leider gibt es immer wieder diese grosse Tragik, dass sich Menschen nicht wirklich für Christus entscheiden. Judas 4 schildert treffend:

Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.

Ich will es mit dem Wort Gnade ausdrücken:

G = Gott

N = Nichts

A = Annahme

D = Dank

E = Erlebt

Letztlich liegt für mich die Lösung in Gottes Hand. Er hat es bewusst vor unseren Augen verborgen. Ich will euch Mut machen selbst in der Schrift zu forschen.

 

II.  Gibt es Sünden, die nicht zum Tod führen (1Joh 5,16)?

        A.    Wie legt man eine Stelle aus?

               1.    Kontext / Zweck des Briefs

Grundsätzlich ist es wichtig, die Heilige Schrift immer im Kontext auszulegen. Sonst betreiben wir keine Exegese[3] sondern Eisegese[4]. Dies ist auch bei 1 Johannes 1,9 notwendig. Zuerst ist genau zu überlegen: An wen ist der Text gerichtet?

An unserer Stelle spricht Johannes, wie überhaupt im gesamten Brief, an Christen.

Vers 13     Es wird noch einmal die Gewissheit des Ewigen Lebens betont

Vers 14     Mut machen zum Gebet.

Vers 15     Mut machen das Erbetene zu empfangen

Vers 16     Fürbitte bei Sünde des Bruders

Vers 17     Erklärung der Sünde und Sünde

 

               2.    Antwort

Für die Antwort müssen wir Vers 16 noch einmal genauer betrachten:

Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tod, soll er bitten, und er wird ihm das Leben geben, denen, die nicht zum Tod sündigen. Es gibt Sünde zum Tod; nicht im Hinblick auf sie sage ich, daß er bitten solle.

Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht – Hier wird die Situation geschildert. Ein Mitchrist sieht wie sein Bruder oder seine Schwester im Glauben sündigt.

eine Sünde nicht zum Tod, - also keine Todsünde, sondern eine normale Sünde. Die einzige Sünde zum Tode ist keine Tatsünde, sondern ein Zustand. Die Todsünde ist der Unglaube. Somit kann ein Christ gar nicht mehr diese Sünde tun.

soll er bitten, - nun gilt es für die Bruder oder den Schwester im Gebet einzustehen. Fürbitte zu leisten.

und er wird ihm das Leben geben, denen, die nicht zum Tod sündigen. – Hier ist nun auch klar, dass Gott allen Menschen das ewige Leben schenkt, die nicht Sünde zum Tod begehen. Alle anderen Sünden verschliessen die Tür zum Himmel nicht.

Wer einer anderen Ansicht ist hat eine andere Heilslehre: Jesus Christus und das Vermeiden der Sünde zum Tod gibt das Ewige Leben! Meiner Ansicht nach ist dies der Weg in die Sklaverei der Werkgerechtigkeit.

 

III. Wer hat eine höhere Stellung im Himmel? Existiert ein Preisgericht (1Kor 3,8 / 1Kor 3,15 / 2Kor 5,10)?

        A.    Die Bibelstellen

                   1.      1Korinther 3,6-15

Auch hier gilt: Kontext beachten! Nun die ersten beiden Stellenangaben (3,8 und 3,15) gehören in denselben Gedankengang. Paulus versucht in den Streitereien den Korinthern noch einmal die Nichtigkeit der verschiedenen Arbeiter aufzuzeigen. Ohne Gottes Wirken wäre nämlich jede Arbeit umsonst. Somit gibt es keine hochgelobte Methode des Apollos oder Paulus.

Lesen wir gemeinsam denText:

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben.

So ist weder der da pflanzt, etwas, noch der da begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt.

Der aber pflanzt und der begießt, sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit.

Denn Gottes Mitarbeiter sind wir; Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr.

Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.

Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer erweisen.

Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.

1 Korinther 3,6-15

Das Lebenswerk eines Menschen wird eines Tages offenbar werden. Jeder noch so geistliche Dienst muss sich bewähren. Was nun ewigen Wert haben wird, wird eines Tages offenbar werden. Leider gibt es die Situation, dass Menschen für sich und nicht für Christus arbeiten, dass sie ihre Ehre suchen und nicht die Ehre des Christus. So wird sich ihr ganzer hochgejubelter Einsatz als wertlos erweisen, aber ihr Heil werden sie trotz ihren selbstsüchtigen Motiven nicht verlieren.

 

                   2.      2 Korinther 5,10

Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses.

2 Korinther 5,10

Im Angesicht Gottes ist es etwas Eigenartiges einen Lohn zu empfangen. Ich glaube, dass der Lohn das Lob Gottes sein wird. Habe ich mich für Gott bewährt eingesetzt, dann wird das Lob des Allmächtigen das Grösste für mich sein.

 

        B.    Eine Ansicht

Ich selbst glaube nicht, an eine Belohnung in der Ewigkeit. Meine Belohnung ist das ewige Leben. Meine Belohnung ist, dass ich weiss: Die Nachfolge hat sich gelohnt! Ich habe für Gott gelebt. Gott selbst hat Freude an meinem Leben gehabt. Was brauche ich mehr?

 

IV. Was meint Paulus mit dem Siegespreis?

        1.    Die Bibelstellen

Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.

1 Korinther 9,25

 

Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod, und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.

Offenbarung 2,10

 

Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!

Offenbarung 3:11

 

        2.    Eine Ansicht

Der Siegeskranz ist das ewige Leben! Auch hier glaube ich nicht an einen zusätzlichen Preis im Himmel.

 

 



[1] Zusammengestellt von Neil T. Anderson

[2]       Unter Christ verstehe ich einen Menschen der die Wiedergeburt erlebt hat. Ohne Wiedergeburt ist er gar kein Christ. Weil nun die Wiedergeburt nicht rückgängig gemacht wird, kann der wiedergeborene Christ nicht mehr verloren gehen.

[3]       Exegese = Auslegung

[4]       Eisegese = Einlegung