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ZUM GEDENKEN AN BRUDER FRITZ ERBE AUS HERDA
 
 
Als ein Beispiel für die Umsetzung der von der evangelischen und katholischen Kirche beschlossenen Verfolgung der Täufer ( Mandat des Zweiten Speyerer Reichstags gegen die Täufer vom 23.4.1529), soll an das Schicksal von Br. Fritz Erbe - einfacher Landwirt aus Herda - erinnert werden.
 
In der Wartburg erinnert (abseits der offiziellen Führungen) eine Tafel an den Zeugen Jesu Christi:
 
 
"Der Täufer Fritz Erbe. Gefangener im Südturm 1540-1548. Die Täufer lehnten den objektiven Charakter der Kirche als Heilsanstalt und die von den Reformatoren noch als selbstverständlich genommene Verbindung zwischen Staat und christlicher Gemeinde ab. Das äußere Zeichen dieser Gesinnung wurde die Erwachsenentaufe, da nur diese auf der persönlichen Heilserfahrung beruhen konnte. Die politischen Instanzen - gleichgültig ob katholisch oder evangelisch - gingen fast überall mit Schärfe gegen die Bewegung vor. Thüringen stellte eines der Hauptausbreitungsgebiete der Täuferbewegung dar. Fritz Erbe, ein begüteter Bauer aus der Gemeinde Herda, wurde im Jahre 1533 gefangen genommen, weil er die Taufe für sein gerade geborenes Kind verweigerte und trotz Verbots eine verfolgte Täuferin in sein Haus aufgenommen hatte. Da sich der sächsische Kurfürst Johann Friedrich und der hessische Landgraf Philipp - paritätische Landesherren des zuständigen Amtes Hausbreitenbach - über das Strafmaß uneinig waren, wurde Fritz Erbe sieben Jahre in einem Turm an der Eisenacher Stadtmauer gefangen gehalten. Aus Angst vor Unruhen der sich solidarisch zeigenden Bevölkerung wurde Fritz Erbe 1540 auf die damals abseits jeglicher Öffentlichkeit stehende Wartburg überführt und in das Verlies im Südturm gesperrt. Ein durch den Amtsmann der Burg, Eberhard von der Thann, veranlaßter Bekehrungsversuch scheiterte; Erbe hielt am Täufertum fest. Nach insgesamt 15 Jahren Kerkerhaft starb Fritz Erbe 1548. Er wurde in der Nähe des ehemaligen Elisabeth-Hospitals unterhalb der Wartburg begraben. Mit einer Tiefe von 10 Meter liegt das Verlies im Südturm noch 3 Meter unter dem Niveau des umliegenden Geländes. Eine Öffnung im Fußboden des Turmmittelgeschosses - das sog. Angstloch - bildet den einzigen Zugang zum Verlies. Die Gefangenen wurden an Strickleitern hinuntergelassen und waren der Feuchtigkeit, Kälte und Finsternis ausgesetzt. Im Jahre 1925 wurde bei Aufräumungsarbeiten in 2.40 Meter Höhe über dem Felsboden der Namenszug Erbes entdeckt, der in das Gestein eingeritzt worden war."
 
 
Den Namenszug, den Br. Fritz Erbe in seiner Kerkerhaft in den Stein geritzt hat, ist bis heute erhalten: https://www.gs-herda.wak.th.schule.de/erbe.jpg
Hebr 13:7 "Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach!"