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Lieber Peter,

I.Total Depravity – Völlige Verderbtheit

Der Calvinismus bezieht die Verdorbenheit des Menschen auf die Unmöglichkeit des Menschen an Jesus Christus glauben zu können, wenn nicht Gott unweigerlich den Glauben - unter Umgehung der Verantwortung und des Willens - schenkt. Dieser Glaube ist eine zwangsläufige Gabe Gottes an Auserwählte - bewirkt durch die unwiderstehliche Gnade.

Kommentar EJS: Ja, der Mensch ist völlig verdorben und kann den Weg zu Gott allein nicht finden. Doch ist Gott gnädig zu jedem Menschen und begegnet ihm "in dem Geschaffenen" (Rö 1,19+20) und persönlich wie in Hi 33,14-30. Er bietet jedem Menschen Seine Gnade an, allerdings nicht zu jeder Zeit und zu jeder Gelegenheit, wenn der Mensch es will. Gott ist nicht ungerecht und zeigt, dass niemand "ohne Entschuldigung" sei.

II.Unconditional Election – Bedingungslose Auswahl

Von Gott getroffene Erwählung eines Teiles der Menschheit zur Wiedergeburt – die restliche Masse bleibt durch Gottes Willen ihrem Weg zur Verdammnis in der ewigen Hölle, ohne Aussicht auf die Möglichkeit zur Errettung, überlassen. Dieser nicht erwählten Gruppe bleibt die „unwiderstehliche Gnade“ vorenthalten.

Kommentar EJS: Die "ausgrenzende Erwählung" finde ich nicht in der Schrift. Die "unwiderstehliche Gnade" ebenfalls nicht. "Unwiderstehliche Gnade" ist ein logischer Widerspruch in sich. Das Ausüben der Gnade setzt immer die Bereitschaft bzw. das Anerkenntnis der erwiesenen Güte bzw. Liebe durch den Begadigten voraus. Sonst ist es keine Gnade.

III.Limited Atonement - Begrenzte Sühne

Beschränkung des Erlösungswerkes Jesu Chrisi am Kreuz für den zur Wiedergeburt auserwählten Teil der Menschheit.

Kommentar EJS: Diese Beschränkung finde ich nicht in der Schrift; siehe 1. Tim 2,4

IV.Irresistible Grace - Unwiderstehliche Gnade

Die Umgehung der Verantwortung und Entscheidung des Menschen dem Evangelium gegenüber, bzw. ein Zwang Gottes zum Heil, da menschlicher Widerstand gegen das Wirken des heiligen Geistes aus calvinistischer Sicht ausgeschlossen ist.

Kommentar EJS:   "Die Umgehung der Verantwortung des Menschen dem Evangelium gegenüber" finde ich in der Schrift nicht. Das Evangelium gilt für alle nach Joh 3,16; Ti 2,11

V.Perseverance of the saints  Beharren (Beharrlichkeit) der Heiligen, d.h. hier wird das Überwinden angesprochen

Lehre, wonach Gott die Auserwählten bis zu deren Seligkeit bewahren wird. Diese Lehre soll im folgenden nicht besprochen werden, da sie nicht typisch calvinistisch ist.

Kommentar EJS:  2Thes 3,3 Der Herr aber ist treu, der euch befestigen und vor dem Bösen bewahren wird.

 

Gott  hat in einem Plan "vorherbestimmt " , dass alle Menschen - "auserwählt", die durch das Blut Jesus Christus, Seines Sohnes, Vergebung ihrer Sünde und Schuld annehmen, für Zeit und Ewigkeit errettet werden und Erben alles Reichtums mit Seinem Sohn Jesus Christus werden. (Eph 1) . Weiterhin hat Gott "vorherbestimmt " und "auserwählt", dass Sein Angebot für alle Menschen, ohne Einschränkung durch eine individuelle Selektion gilt. Es gilt für alle Menschen, die dem Ruf Seiner Gnade Folge leisten wollen. (2.Tim 1,9). . Das Gnadenangebot Gottes ist zeitlich begrenzt für die "Zeit der Nationen", ohne Einschränkung auf einen Personenkreis nach Rasse, Sprache oder Ort. Gott  ist gerecht und bietet jedem Seine Gnade mindestens zwei oder dreimal persönlich an. (Rö 1,19-20 + Hi 33, 14-30);  Rö 11,22.) . Er behält sich aber vor, auch Herzen zu verhärten, wenn Er erkennt, dass ein Mensch trotz Angebot  nicht will. (2.Mo7,3;  Hi 9,4; Apg 19,9; u. a. m.) . Der Mensch kann also nicht selber bestimmen, wann er Gottes Gnade annehmen will. (Jes 55,6);  Luk 12,20; 2.Kor 6,2: 1Kol 4,5;.Petr 5,6)
Das hat Gott alles "vorherbestimmt" und "auserwählt", weil er das so wollte. Er hat aber keine "individuelle Preselektion von Menschen" vorgenommen, die ihnen keine Chance lässt, die Gnade Gottes anzunehmen. Liebe Grüße
 
Jochen