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 Frage 1069          Siehe auch:   Frage 1071    Vortragsreihe über die Gefahren des Calvinismus Bestellen

Lieber Hans-Peter     Calvinismus

Irgendwann habe ich auf Deiner Website einen Kommentar über die MacArthur Studienbibel gelesen. Wenn ich mich recht erinnere, wurde in diesem Beitrag auf "calvinistische Züge" in der MacArthur Kommentierung hingewiesen. Kannst Du mir noch mal den Beitrag nennen, wo das zu lesen war?

 

Herzlichen Gruß

Friedhelm


17.08.03                     Siehe auch:  Calvinismus
Lieber Friedhelm

Leider ist die MacArthur - Studienbibel und sws. durch ihn (diese)  viele Brüder aus unserem näheren Umfeld dem Calvinismus erlegen.
Nur mal ein kleiner Hinweis:  -->  Unten angehängt.

Mt  22.14

Ex. MCA S 1346

22,14 viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.Diese Berufung wird manchmal als »allgemeine Berufung « bezeichnet (oder als »äußere Berufung «).Sie ist eine Aufforderung zu Buße und Glauben und in der Botschaft des Evangeliums inbegriffen. Diese Berufung ergeht an alle, die das Evangelium hören. »Viele « hören es; nur »wenige «antworten darauf (s. der Vergleich zwischen »vielen « und »wenigen « in 7,13.14).Die Hörer, die dem Ruf folgen, sind die »Auserwählten «.In den paulinischen Briefen bezieht sich das Wort »Berufung « normalerweise auf Gottes unwiderstehlichen Ruf, der nur an die Erwählten ergeht (Röm 8,30).Sie wird »wirksame Berufung « (oder »innere « Berufung) genannt. Die wirksame Berufung ist das übernatürliche Wirken Gottes, das zu ihm hinzieht und von dem Jesus in Joh 6,44 spricht. Hier geht es um eine allgemeine Berufung und dieser Ruf ergeht an alle, die das Evangelium hören. Dieser Ruf ist das bekannte »wer da will « des Evangeliums (vgl. Offb 22,17).Hier haben wir das rechte Gleichgewicht zwischen der Verantwortung des Menschen und der Souveränität Gottes: Die »Berufenen «,die die Einladung ablehnen, lehnen sie willentlich ab und deshalb ist es vollkommen gerecht, dass sie vom Reich ausgeschlossen werden. Die »Erwählten « kommen nur deshalb ins Reich, weil Gott sie in seiner Gnade berufen und zu sich gezogen hat.

Einer der Irrtümer im sog.  TULIP liegt darin, dass das Wort Gottes nicht mit sich selbst erklärt wird,  sondern mit menschlicher Logik und die erreicht eben nicht Gottes Weisheit. Viele Lehrer wollen eben mehr erklären können,  als was effektiv in der Bibel steht und fallen dann zB.  Calvin- und  anderen   auf den Philosophenleim herein. Hätten sie die einfachen Aussprüchen  in Gottes Wort ernst  genommen:      " An ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen" -,   wäre kein Christ je Calvinist,  Lutheraner,  Sozialist  oder sonst ein M...t usw. geworden..

In IHM
Hans Peter


18,08,03

Lieber Hans-Peter,

 
ich halte die MacArthur Studienbibel aus biblischer Sicht für eine Katastrophe: Sie ist geprägt von lupenreinem Calvinismus, der Gottes Liebe zu allen Menschen völlig pervertiert und bestreitet, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Gott hätte angeblich einen vorweltlichen Ratschluß gefasst, der die Menschheit - bis auf die Gruppe der zur Wiedergeburt auserwählten - zur Hölle vorherbestimmt hat.  Ich scheue mich nach langer und intensiver Auseinandersetzung mit dem Calvinismus nicht mehr, dies als Lehre der Dämonen (1Tim 4,1) zu bezeichnen. Leider fallen mittlerweile durch die Ausbreitung dieser Lehre durch die Multiplikation der Verlage, die entsprechend geprägte Bücher etwa MacArthurs und Pinks herausgeben, viele Gläubige in diese Falle hinein. Bedauerlicherweise fällt der Widerstand gegen diese Lehrsystem sehr schwach aus. Eine Ausnahme bilden etwa Dave Hunt und Jean Gibson, die hier laut Einspruch erheben.
Das gefährliche an MacArthurs Studienbibel ist, dass der Calvinismus verdünnt mit biblischer Lehre dargereicht wird.
Im folgenden habe ich einige Beispiele angeführt, die MacArthur und andere Calvinisten (Sproul, Pink, Piper etc.) als Belegstellen ihrer Lehre anführen.
 
1) Das Johannesevangelium
a) MacArthur legt etwa Kap 6,44 in Sinne einer selektiven Auswahl Ungläubiger zur Wiedergeburt aufgrund Gottes Souveränität aus. Dies geschehe "efficious" also automatisch/zwanghaft im Sinne der falschen calvinistischen Lehre der "unwiderstehlichen Gnade".
b) Kap 6,37 versteht er ebenfalls im Sinne Calvins, wonach die Ungläubigen, die zur Wiedergeburt vorherbestimmt sind,  unwiderstehlich zu Christus kommen. Er impliziert dabei wieder eine selektive Auswahl Gottes zur Wiedergeburt, die die heilige Schrift jedoch an keiner Stelle lehrt.
Im Anhang versuche ich die Hauptbelegstellen der Lehre Calvins im Johannesevangelium im Gesamtzusammenhang auszulegen.
 
2) Apg 13,48
MacArthur legt  Apg 13,48 im Sinne der Lehre Calvins aus, indem er schreibt, dass diese Stelle die Souveränität Gottes in der Errettung, d.h. in der Wiedergeburt Ungläubiger, bedeuten würde. In meiner englischen Ausgabe heißt es hier: "Gott erwählt Menschen zur Errettung". Er führt dabei zudem Schriftstellen wie Eph 1,4 und 2Thes 2,13 an, die jedoch in keiner Weise etwas mit einer angeblichen souveränen Auserwählung Ungläubiger zur Wiedergeburt zu tun haben. MacArthur läßt außer Acht, dass Errettung sich in den genannten Schriftstellen auf GLÄUBIGE und nicht auf Ungläubige bezieht.
 
3) Wie zu erwarten - legt MacArthur die Erwähnung von Gottes Vorherwissen in Rö 8,29 als "vorherbestimmende Wahl" aus. Er setzt Vorherbestimmung und Vorherwissen gleich und begründet dies mit der - für Laien unverständlichen - Anwendung der Grandville Sharp Regel. Die griechische Grammatik kennt jedoch MacArthurs Gleichsetzung zweier völlig verschiedener Worte wie Vorherbestimmung und Vorherwissen nicht.
Ebenso gibt MacArthur Gottes Vorherwissen in 1Pet 1,2 mit "vorherbestimmender Beziehung" wieder.
 
4) Auf MacArthurs Argumentation, Römer 9 beziehe sich u.a. auf die Auswahl zur Wiedergeburt (V.11 "Ein perfektes Beispiel der Auswahl zur Erlösung") beziehe ich mich im Anhang.
 
5) In 1Tim 2,4ff legt er in seinen Kommentar die ganze calvinistische Lehre hinein, die gerade diesen Versen diametral widerspricht: "Er erwählte die Auserwählten aus der Welt und überging den Rest...".
 
6) MacArthurs calvinistische Auslegungen zu 1.Joh 2,2 und 2.Kor 5,19 im Sinne der Lehre Calvins von der "beschränkten Erlösung", behandelt Dave Hunt ausführlich in seiner Kassettenreihe über die Gefahren des Calvinismus (erhältlich bei der Bibelschule Breckerfeld) und widerlegt sie anhand der heiligen Schrift.
 
Viele Segenswünsche
Peter
 
 
Anhang:
 

(A) Johannes 6,44 „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht“

Kann bei diesem Vers die calvinistische Sicht, dass Gott ausschließlich vor Grundlegung der Welt auserwählte Menschen unwiderstehlich zu sich zieht, vorausgesetzt werden? Dieser Vers wird in nahezu sämtlicher calvinistischer Literatur zu Stützung dieser Sicht angeführt. Um die Frage beantworten zu können, muss der Gesamtzusammenhang des Johannesevangeliums und der jüdische Kontext beachtet werden.

1.Das Heil im Johannesevangelium – für die ganze Welt oder nur für Auserwählte?

Im Johannesevangelium wird der Erlösungswille Gottes im Hinblick auf alle Menschen hervorgehoben:

Zu diesem Zweck sendet Gott Johannes den Täufer, der auf das Licht Jesus Christus hinwies:

 „Dieser kam zum Zeugnis, dass er zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er kam, dass er zeugte von dem Licht.  Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.“ (Johannes 1,7)

Johannes 3,17 „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde.“

Der Grund dafür - Christus ist  „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Johannes 1,29) und „der Heiland der Welt“ (Johannes 4,42).

Ebenso hat die Einheit der Jünger Jesu das Ziel, „...damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“ (Johannes 17,21).

2.Der Wille des Vaters – Die Ehre aller Menschen für den Sohn

Johannes 5,22f „... der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“

Alle Mensche sollen ihre Ehre dem Sohn Gottes geben, wie sie den Vater ehren.

(A)Warum kamen die angesprochenen Juden nicht zu Christus ?

Die fehlende Auserwählung Gottes wird zur Begründung nirgends erwähnt.

(I)Kennzeichen derer die Jesus ablehnen:

Johannes 5,37 „Und der Vater, der mich gesandt hat, er selbst hat Zeugnis von mir gegeben. Ihr habt weder jemals seine Stimme gehört, noch seine Gestalt gesehen, 38 und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch; denn dem, den er gesandt hat, dem glaubt ihr nicht. 39 Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen;

 40 und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt.  41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 42 sondern ich kenne euch, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt.  43 Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.  44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht ? 45 Meint nicht, dass ich euch bei dem Vater verklagen werde; da ist einer, der euch verklagt, Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. 46 Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben. 47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben ?“

Wer den Vater nicht kennt, nicht ehrt, die Liebe zu ihm nicht hat, dem Zeugnis der Schriften nicht glaubt und gehorcht, will auch nicht zu Jesus Christus kommen: Sie wollen nicht kommen, weil sie nicht glauben.

(B)Wie kommt man zu Jesus Christus: Hören – Lernen - Kommen

Johannes 6,45f „Es steht in den Propheten geschrieben: «Und sie werden alle von Gott gelehrt sein.» Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.“

Voraussetzung um zu Jesus Christus zu kommen ist das Hören auf Gottes Wort und das gehorsame Lernen, dessen was darin enthalten ist. Hier ist der Bezug zum Alten Testament gegeben. Wenn Juden die Anweisungen Gottes im Alten Testament befolgen wollten, würden sie zu Christus kommen.

Da viele der Zuhörer nicht zu Christus kommen wollten, sind sie nicht Teil derer, die von Gott belehrt sind und auf den Vater hören und ihm gehorchen, zu Christus zu kommen. Gott zieht demnach diejenigen Juden, die bereit sind Gottes Willen zu tun, nicht aber diejenigen die den Glauben an den verheißenen Messias und dessen Auftreten, das durch Zeichen und Wunder von Gott bestätigt worden ist, verworfen haben.

 

(C) Die zwei Gruppen der jüdischen Zuhörer

Die Zuhörerschaft des Herrn Jesus zerfiel in zwei Gruppen. Da ein Teil des jüdischen Volkes dem Wort, das der Herr gesprochen hat, Widerstand leistet, murrt (v.43) und nicht bereit ist Gottes Willen zu tun und seinem Wort zu gehorchen, wird Gott der Vater diese Menschen NICHT auch weiterhin zu Jesus Christus ziehen

Es gibt nicht die billige Gnade etwa des Arminianismus, so dass der Mensch mit Gottes Heil spielen kann und zu Jesus kommen kann, wann und wie er will. Vielmehr hat der Mensch zu gehorchen, wenn Gott ihn zu Jesus Christus ruft - leistet er jedoch Widerstand, wird dies von Gott akzeptiert und er wird nicht weiter von Gott gezogen, sondern in seinen Willen dahingegeben.

Die Zuhörerschaft zerfällt also nicht bereits vor Grundlegung der Welt in Auserwählte und Verworfene, sondern erst nachdem das Evangelium an sie gerichtet wird und es sich zeigt, dass eine Gruppe nicht den Willen Gottes tun will, obwohl das Volk der Juden Jahrhunderte auf das Kommen des Messias Jesus Christus vorbereitet wurde.

(D) Der Zug zu Jesus Christus nach dessen Tod und Auferstehung

Nach dem Erlösungswerk, werden alle Menschen von Jesus zu ihm gezogen: Johannes 12,32 „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“. Hierin sind keine weiteren Vorbedingungen, wie bei der Heilsverkündigung an das Volk der Juden enthalten: Der Zug zu Jesus gilt dann vorbehaltlos jedem Menschen, da von Heiden (ohne die lange Vorbereitung auf das Erscheinen des Christus) weniger Verantwortung erwartet werden kann und zudem der heilige Geist ausgegossen sein wird.

Es gilt zu beachten, dass bis zum Tod und der Auferstehung des Herrn Jesus und  Pfingsten, nicht das Zeitalter der Gemeinde Jesu  in  Gottes Haushaltung war. Daher ist die Begebenheit der Ablehnung der Juden zur Zeit des Dienstes Jesu unter dem jüdischen Volk, trotz deren langer Vorbereitung auf das dessen Erscheinen, nicht ohne weiteres auf die Gemeindezeit zu übertragen.

(E) Zusammenfassung:

Johannes 6,44 spricht nicht von einem willkürlichen Ziehen des Vaters zum Sohn, als ob die zur Wiedergeburt Vorherbestimmten automatische zu Christus gezogen würden und die übrigen Menschen übergangen werden.
Der Schrift gehorsame Juden bzw. die gläubigen und geretteten Juden unter dem alten Bund wurden von Gott zu Jesus Christus gerufen und gezogen - die im Ungehorsam Bleibenden wurden jedoch nicht unwiderstehlich gläubig. Der heilige Geist, der die Wiedergeburt vermittelt, war ohnehin noch nicht ausgegossen. Entscheidend war also individueller Glaube und Gehorsam dem Wort des Alten Testaments gegenüber, das von Jesus als dem verheißenen Messias spricht.

3. Johannes 7,37 "Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen"

4.Zeitform;

Hier ist nicht der calvinistische Gedanke zu entnehmen, dass der Vater vor Grundlegung der Welt die Auserwählten Jesus gegeben hat, da 'gibt' und ‚kommen’ in der Gegenwartsform steht und der Vorgang des Gebens auf die gleiche aktuelle Zeit  bezogen sein muss. Es geht nicht um eine automatische Umwandlung gottfeindlicher, äußerlicher Juden durch unwiderstehliche Gnade. Die Grundlage für Gottes Wirken ist vielmehr der bereits vorhandene Glaube und die Bereitschaft seinen Willen zu tun. Echte innere und mit Glauben und Gehorsam verbundenes Zugehörigsein zum alttestamentlichen Gottesvolk erweist sich, indem Menschen zu Jesus Christus kommen.
Wiederum ist der Zusammenhang aufschlussreich. Das Johannesevangelium zeigt die zwei Teile des jüdischen Volkes: Gläubige Israeliten einerseits oder ungläubige Juden andererseits, die nur äußerlich dem Gottesvolk angehören und dies durch ihren Widerstand gegen den Gesandten des Vaters dokumentieren. Die Gabe Gottes an Jesus Christus sind die gläubigen Juden, d.h. der jüdische treue Überrest der zu Jesus, aufgrund ihres Glaubens an die Aussagen Gottes über den kommenden Messias, kommt. Dieser verheißene Erlöser steht gerade vor ihnen. Das "Israel Gottes" glaubt auch an den Erlöser Israels. Es hat die Aussage in Hebräer 11,1 auch hier Berechtigung, wonach es ohne Glaube  unmöglich ist Gott zu gefallen, daher muss auch hier Glauben - wenn auch nicht bereits der Glaube an Jesus Christus - vorausgesetzt werden. Wir sehen ein ähnliches Beispiel in Kornelius, der "fromm und gottesfürchtig war" und daher zu Jesus Christus kommt. In Verbindung mit Johannes 7,17
"Wenn jemand seinen [Anm.des Vaters] Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.", wird deutlich, dass die Bereitschaft Gottes Willen zu tun, Voraussetzung sein muss, um zu Jesus Christus zu kommen. Vom alttestamentlichen Gottesvolk war dies zu erwarten, da diese sämtliche Verheißungen und das Zeugnis vom Sohn Gottes in den prophetischen Schriften hatte.
Es gab leider ungläubige Juden, die trotz des Schriftzeugnisses nicht zu Jesus Christus kamen:
Johannes 5,38
"und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch; denn dem, den er gesandt hat, dem glaubt ihr nicht. Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt"
Die Gruppe der Juden, die zu Jesus Christus kommt, befand sich nicht in einem Zustand der Gottfeindlichkeit, sondern wollten den Willen Gottes tun und fand daher auch zu Jesus. Dieser gläubige Überrest ist die Gabe Gottes an Jesus Christus.

 

(B) Römer 8, 29 „Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. 30 Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.“

1.Der Zusammenhang von Vers 29

Paulus erwähnt in Vers 18 die Leiden der Gläubigen in der gegenwärtigen Zeit. Diese Zeit ist jedoch begrenzt – Gläubige können Hoffnung auf die kommende Herrlichkeit haben. Dann wird auch der Leib erlöst sein (Vers 23). In der jetzigen Zeit vertritt uns der Heilige Geist (Vers 26f).

2.Gottes Vorherbestimmung der Gläubigen

Alle Umstände und Schwierigkeiten (Vers 35) dienen nach Vers 28 dazu, dass Gläubige dem Bild Jesu ähnlicher werden. Die Erwähnung des Vorherwissens geht in Vers 29 der Vorherbestimmung voran: Menschen, die nach dem Vorwissen (!) Gottes glauben werden, hat er vorherbestimmt Jesus Christus gleichförmig zu werden.

Dieser Gedanke findet sich ebenso in 1.Petrus 1,1: „auserwählt sind nach Vorkenntnis Gottes“.

In calvinistischer Literatur zu diesem Vers wird stets Vorherbestimmung mit Vorherwissen gleich gesetzt. Vorher erkannt und vorherbestimmt hat jedoch nirgendwo gleiche Bedeutung.

Das Ziel des Glaubenslebens wird in Vers 29 vorgegeben: Jesus Christus gleich zu werden. Gottes Bestimmung für die Gläubigen, die er ja vorher erkannt hat, ist deren Umgestaltung in das Bild Jesu Christi. Vers 29 meint nicht, Gott habe Ungläubige zur Wiedergeburt vorherbestimmt, sondern, dass die bereits Geretteten zur Umgestaltung in das Bild seinen Sohnes vorgesehen und bestimmt sind.

Diese (die zur Gleichförmigkeit mit Jesus vorherbestimmt sind ) hat er zum Glauben an Jesus Christus gerufen: Ohne diesen vorherigen Ruf Gottes und den persönlichen Glauben an seinen Sohn, kann es auch keine Umgestaltung in dessen Bild geben. Dazu hat Gott Jesus Christus als Prototyp all derer, die an ihn glauben, vorgestellt, er ist der „Erstgeborene unter vielen Brüdern“. Dieser Vers hat in keinerlei Weise etwas mit der calvinistischen Interpretation zu tun, wonach Ungläubige zur Wiedergeburt vorherbestimmt wären, sondern mit Gottes Ziel mit den Gläubigen.

(C) Römer 9

In diesem Abschnitt wird die Frage behandelt, worauf Gottes Auserwählung beruht. Warum wird ein Teil der Menschheit von Gott verworfen und der andere für die Umsetzung dessen Pläne herangezogen. Auf welcher Grundlage beruht dieses Prinzip des Handelns Gottes. Es soll in der folgenden Diskussion der Verse gezeigt werden, dass das Prinzip des Handelns Gottes gerade NICHT die unabhängige Vorherbestimmung mancher Personen ist, sondern dass das Auswahlprinzip Gottes von persönlichem Glauben abhängig ist. Dies wäre ein direkter Gegensatz zur calvinistischen Sicht der Verse aus Römer 9, die eine personale, vom Glauben und der Verantwortung abgekoppelte, Vorhersehung Gottes, voraussetzt.

Auf den Punkt gebracht, wird im folgenden erörtert, ob Gottes Auswahl von menschlicher Verantwortung abhängig ist oder souverän vorherbestimmt und das Individuum und dessen Haltung in dessen Glauben völlig außer acht lässt. Viele calvinistische Theologen verstehen Römer 9, als Vorherbestimmung angeblich Auserwählter zur Errettung durch Glauben. Ist diese Hypothese wirklich tragbar, oder handelt es sich vielmehr um das Heilshandeln Gottes auf der Grundlage des persönlichen Glaubens, bzw. die Verwerfung aufgrund des individuellen Unglaubens?

1.Gottes souveräner Wille in seiner Auswahl – Römer 9,9ff

V.9„Denn dieses Wort ist ein Wort der Verheißung: «Um diese Zeit will ich kommen, und Sara wird einen Sohn haben.»

V.10 Nicht allein aber bei ihr war es so, sondern auch bei Rebekka, als sie von einem, von unserem Vater Isaak, schwanger war.

V.11 Denn als die Kinder noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten - damit der nach freier Auswahl gefasste Vorsatz Gottes bestehen bliebe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden -

Die Auswahlprinzipien unterliegen dem freien, souveränen Willen Gottes und sind nicht von menschlichen Vorleistungen abhängig, die Gott gnädig stimmen könnten.

Der freie Vorsatz Gottes, wonach er auswählt, ist GLAUBEN und GEHORSAM. Wem ist zu glauben: Dem der (be)ruft

Dieses Geschehen spielt sich in Raum und Zeit ab, ist jedoch nicht im vorhinein von Gott bestimmt

Gottes ewige Vorhaben werden durch Menschen (in Raum und Zeit) umgesetzt, die ihm glauben und seinem Ruf folgen

V.12 wurde zu ihr gesagt: «Der Ältere wird dem Jüngeren dienen»;

Vers 12 beschreibt das Ziel der Auswahl: Dienst - NICHT Errettung. Gott setzt den Erstgeborenen zurück und handelt mit dem Nachgeborenen. Dies ist keine Vorherbestimmung, sondern eine Prophetie, die sich genau so erfüllt hat und Gott im nachhinein (Vers 13) ebenso bestätigt hat.

Der Vorsatz V.11 Gottes ist unabhängig von Werken, sondern steht in Verbindung mit dem Glauben an sein Wort.

 Ein weitere Gesichtspunkt, der der These der persönlichen Vorherbestimmung zum Heil widersprechen würde, kann in der weiteren geschichtlichen Entwicklung gesehen werden, dass Esau selbst nie Jakob gedient hat, sondern diese Feststellung vielmehr den weiteren  Verlauf der Völker aufgrund der Glaubenshaltung ihrer Stammväter, wiedergibt.

1.Mose 25:23 „Der HERR aber sprach zu ihr: Zwei Nationen sind in deinem Leib, und zwei Volksstämme scheiden sich aus deinem Innern; und ein Volksstamm wird stärker sein als der andere, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“

In der Tat hat sich vielmehr Jakob vor Esau verneigt (1.Mose 33,3), ihn seinen Herrn und sich dessen Diener genannt (1.Mose 33,5;8;13). Jakob hat Esau gebeten seine Gaben anzunehmen (1.Mose 33,11) und Esaus Gesicht schien ihm wie das Antlitz Gottes:

1.Mose 33,10 „Denn ich habe ja doch dein Angesicht gesehen, wie man das Angesicht Gottes sieht, und du hast Gefallen an mir gehabt. 11 Nimm doch mein Geschenk, das dir überbracht worden ist! Denn Gott hat es mir aus Gnaden geschenkt, und ich habe alles. Und als er in ihn drang, da nahm er es.“

Der Hauptgedanke des Paulus in diesem Vers ist der weitere Geschichtsverlauf und die Auswahl Gottes, die auf dem Glauben oder Unglauben basierend, in seinem Ratschluss einbezogen und im voraus eingeplant wurde. Diese Auswahl Jakobs ist von dessen Verhalten völlig unabhängig sondern hat allein Glauben zur Grundlage.

V. 13 wie geschrieben steht: «Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.»

Diese Aussage steht in Maleachi – also nicht im Sinne einer vorher getroffenen Auswahl: sondern nach dem Leben der beiden wurde diese Feststellung getroffen - aufgrund der anhaltenden Gottlosigkeit Esaus und seiner Nachkommen. Esau steht hier als Bild für Unglauben und Rebellion - Jakob als Bild für Glauben und Treue

Wiederum ist die gesamte Nation der Edomiter und Israels mit ihren Repräsentanten im Blick und nicht eine Auswahl zur Wiedergeburt.

V.14 Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott ? Das sei ferne!

Da die Auswahl Gottes nicht am Verhalten des Einzelnen ansetzt – wie durch das Beispiel Jakob und Esau zeigt – könnte Gott Ungerechtigkeit vorgeworfen werden. Wäre es nicht aus menschlicher Sicht nicht gerechter, Menschen, die sich ihr Heil durch gute Werke – etwa wie „Mutter Theresa“ – verdienen wollen, aufgrund ihrer Leistungen die Seligkeit zu gewähren, als manch lauen Christen, die aufgrund des Glaubens an Jesus Christus gerettet werden wollen? Dieser Vorwurf kann nicht erhoben werden, denn Gottes Vorstellung über Gerechtigkeit, steht ausschließlich in Verbindung mit dem Glauben.

V.15 Denn er sagt zu Mose: «Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme, und werde Mitleid haben, mit wem ich Mitleid habe.»

V.16 So liegt es nun nicht an dem Wollenden, auch nicht an dem Laufenden, sondern an dem sich erbarmenden Gott.

Eben diese Stelle zeigt, dass die Gnade Gottes nicht von etwaigen Vorleistungen abhängt, so dass Gott allein denen sein Heil anbieten würde, die besondere Verdienste vorweisen könnten. Gott kann nicht durch Vorleistungen gnädig gestimmt werden. Die Erwähnung über Gottes Erbarmen in Römer 11,32 :“Denn Gott hat alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen, damit er sich aller erbarmt.“ schließt hier eine angebliche Willkür aus, wonach Gott sein Erbarmen durch vorweltlichen Beschluß ausschließlich auf eine bestimmte Gruppe Auserwählter begrenzt.

V.17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: «Eben hierzu habe ich dich erweckt, damit ich meine Macht an dir erzeige und damit mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.»

Wie ist der folgender Abschnitt in Übereinstimmung mit anderen klaren Aussagen der heiligen Schrift zu bringen, wonach Gott das Heil aller Menschen und nicht des Sünders Tod will (Hes. 33,11), hier aber eine Einschränkung seiner Auswahl beschrieben wird? Zur Klärung und Harmonisierung des Abschnittes werden die deutlichen Bibelstellen über den Willen Gottes zu Rettung jedes Menschen vorausgesetzt. Es soll eine theologisches Konzept, das keinen Widerspruch zu klaren Aussagen der heiligen Schrift enthält, gefunden werden. Im Hinblick auf Pharao würde dies bedeuten, dass Gott auch das Heil dieses Mannes gewollt hat. Warum also verhärtet er ihn?

Paulus führt Exodus 9,16 an “Aber eben deshalb habe ich dich bestehen lassen, um dir meine Macht zu zeigen, und damit man auf der ganzen Erde meinen Namen verkündigt.“

Durch Pharao hat Gott seine Macht gezeigt. Seine Souveränität wird selbst durch Pharao nicht beeinträchtigt, der sich nicht dem Gott Israels unterwerfen will und viel Leiden über das alttestamentliche Gottesvolk gebracht hat, indem er am ägyptischen Götzendienst festhielt. Dieses rebellische Verhalten zugrundelegend, zeigt Gott keine Gnade mehr, sondern verhärtet Pharao, nachdem dieser das gnädige Reden Gottes mehrfach von sich stieß. 

 

2. Das Prinzip und die Gefahr der Verhärtung durch Gott selbst – Römer 9,18ff

Dieses Beispiel soll uns zeigen, dass Gottes Gnade nicht verpasst werden darf und seinem Reden gegenüber unbedingter Gehorsam erforderlich ist. Die Gefahr, die hierbei gegeben ist, wird als Verhärtung oder Verstockung bezeichnet, d.h. nach einer bestimmten Frist von Gottes gnädigem Handeln, wird das Gericht der Verhärtung erfolgen, so dass Menschen nicht mehr glauben können. Ist die Verhärtung etwa Gottes souveränes Handeln, ohne den individuellen Glauben oder den Ungehorsam zu beachten?

V.18 Also nun: wen er will, dessen erbarmt er sich, und wen er will, verhärtet er.

Gott verhärtet bei Rebellion, Unglauben und Widerstand gegen sein Reden - wie bei Pharao, den er nach wiederholtem Reden dann seit der sechsten Plage verstockt hat. Israel als Nation wurde von Gott verstockt – nicht aufgrund vorweltlicher Beschlüsse, sondern aufgrund ihres derzeitigen Ungehorsams (Römer 11,31). Diese Verstockung wird beendet sein, wenn sich Israel zu Jesus Christus bekehren wird (Römer 11,23).

 

Vortragsreihe über die Gefahren des Calvinismus Bestellen