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Frage 1093        -----> Calvinismus      1043 Martin Luther, ein Rosenkreuzer?      Aquavit

tödliche Häresie    Substitutionstheologie    FF in 1887   Ein Massenmörder und Christenverfolger

Die Juden und ihre Lügen verfasst von dem Multiirrlehrer und Antisemiten Dr. Martin Luther (Download)

hallo, ich würde gerne noch mehr über Luther lesen, wieviel von den Lutheraussagen sind wirklich von ihm, oder was ist davon von den r/k´ lern seinen Feinden?

gruß ralf.


Prüfet alles, das gute behaltet, gilt natürlich auch bei diesen Büchern!

Vorallem  Pt.  1 ist absolut einzigartig, weil da Originaldokumente  kopiert wurden, woraus ersichtlich ist,  welche ein erbarmungswürdiger Mensch Martin Luther war, und wie ihn der Teufel gebrauchen konnte für seine bösen Taten, Irrlehren und Mordanstiftungen. Er war bekanntlich einer der Begründer des modernen Judenhasses. Liebet er Jesus wirklich?? Welchen Jesus?

Dann kannst Du natürlich am Web viel finden,  oder mal die Luther Bibel mit einer richtigen Bibel vergleichen. Da wird Dir dann schnell klar, welcher  Geist Martin Luther führte.

 

Liebe Grüsse

Hans Peter Wepf

Zu Empfehlen:    Trinität    Calvinismus


Link zu Martin Luther Aufklärung  (Auch positives.....)

Aber Luther war ein Teufel!
Luther: 2 Traktate, das erste 1542 "Von den Juden und ihren Lügen". Predigten und Veröffentlichungen über Jahre bis zu seinem Tod, u.a.:
"Juden sind Brunnenvergifter, rituelle Mörder, Wucherer, Parasiten der christlichen Gesellschaft. Sie sind schlimmer als Teufel, es ist schwerer sie zu bekehren, als Satan selbst. Sie sind zur Hölle verdammt. Sie sind, in Wahrheit, der Antichristus. Ihre Synagogen sollen zerstört und ihre Bücher verboten werden. Sie sollen gezwungen werden, mit ihren Händen zu arbeiten oder besser noch - sie sollen von den Fürsten aus deren Gebieten verjagt werden."
Diese Worte waren nicht ohne Wirkung: Zahlreiche kirchliche und weltliche Fürsten haben dies buchstäblich in die Tat umgesetzt und die Juden aus ihrem Hoheitsbereich vertrieben oder durch Gettoisierung sozial ausgegrenzt und diffamiert .

 

Frage1095 Luther und der Judenhass
Frage1323 Luther war ein Krimineller
Frage647  Karl Heussi,
1348.htm Tragik der Brüderbewegung
1345.htm KJV-onlyisten
Calvin/reform.htm DIE REFORMATION IN DER FRANZÖSISCHEN SCHWEIZ
Frage1125 Arianismus
themen/lutbr.htm Frau, ein paar Tage später im Fluß ertränkt
Calvin/unfreierwill.htm Martin Luther - Vom unfreien Willen 1525
Frage1331 auf die Reformatoren und auf reformierte Theologen der Neuzeit eingeschossen
Frage1079 Riesen Pfusch
Frage1085 die Beiträge hören sich sehr nach reformatorischer Theologie an, .... (Das soll wohl ein Witz sein?)
Frage1256 “Es gibt Pfarrer, die Biblisches lehren”.
Frage743 Mit der evang./lutherischen Kirchenlehre und seinen Vertretern hatte mein
Frage1088 Aus einem bösem Baum kommen nur böse Früchte.
Frage395 Aber ich empfehle die Luther Bibel nicht,  weil der Name Luther mit Mord, Totschlag Christen  und Judenverfolgung verbunden ist. Auch ist Luther ein vollständiger Irrlehrer  (Kindertaufe Abendmahl - Okkultismus usw
Frage743 Luther 1912 (Nicht empfehlenswert, da Ursache vieler Irrlehren!!)
Frage1071 Unter Pervertierung der Liebe Gottes
Frage1095 Deswegen Luthers Rechtfertigungslehre abzulehnen
Frage1253  Habe heute Ihr Skript zu Sünde gegen den heiligen Geist gelesen
bereancall/juni2000.htm In der Zeit vor Luther fanden in Europa 1000 Jahre lang evangelikale Christen den Tod durch Verfolgung,
frage1323 "Luther war ein Krimineller und hatte den Geist Gottes nicht"
95 Thesen Luthers Die gescheiten Thesen von Martin Luther
1385 Kompromissloseste Standpunkte und in Bezug auf die Judenfrage trotzdem völlig verkehrt!
100 Galater
865 Nazi
themen/suehvers.htm Unterschied zwischen  Sühnung   Versöhnung bei Luther....
Gangster unter sich


 

http://www.bibelkreis.ch/

http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage1025.htm

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http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage344.htm  ewige Anordnung..

http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage647.htm

http://www.bibelkreis.ch/bereancall/august01.htm

http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage94.htm

http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage1322.htm

http://www.bibelkreis.ch/Ebertsaeuser/gowomewe.htm

http://www.bibelkreis.ch/themen/ewwer.htm   Luthers Irrlehre der Erwählung

http://www.bibelkreis.ch/Werner%20Titze/wegaa.htm

http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage1163.htm

http://www.bibelkreis.ch/Forum/frage1347.htm

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Mit Billigung auch der evangelischen Stände

 

 

 
Von den Jüden und ihren Lügen – Martin Martin Luthers Leben Luthers  vom Jahre 1543, u.a.
 
    Martin Luther lebte von 1483–1546, die Schrift «von den Jüden und ihren Lügen» entstand demnach drei Jahre vor seinem Tod – ein Alterswerk und somit umso bedenklicher … durchaus vergleichbar mit dem, was heute und seit mehr als 50 Jahren Israel an den Palästinensern verübt – auch wenn Luther seine Worte nicht selber umsetzen konnte – er konnte wohl schreiben und predigen, war aber kein Regierungschef! In der Jugend war Luther den Juden durchaus gut gesonnen; eine m.E. gute Darstellung seiner Martin Luthers und die Juden Entwicklung.
    Erstaunlich ist für mich, dass dieser krasse, gegenüber gewissen Menschen hasserfüllte und bisweilen kriegerisch-mörderische Typ (Bauernaufstände) bis heute eine derart grosse Bedeutung behalten konnte – auch wenn man den Zeitkontext berücksichtigt. Frage: Kann von so einem voll krassen Typen etwas Gutes gekommen sein?
    Luther war ins Alter ein echter Fundi geworden: «Luther war in seiner Grundeinstellung der Verkörperer der religiösen Intoleranz. Er konnte es nicht verkraften, dass jemand die Messianität Jesu ablehnte.» (Ursula Homann) – Hier einige seiner Schreckensbotschaften:

eTrend Rudolf O. Brändli, Grafiken

 

I    «Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? Zu leiden ist's uns nicht, nachdem sie bei uns sind und wir solch Lügen, Lästern und Fluchen von ihnen wissen, damit wir uns nicht teilhaftig machen aller ihrer Lügen, Flüche und Lästerungen. So können wir das unlöschliche Feuer göttlichen Zorns nicht löschen noch die Juden bekehren. Ich will meinen treuen Rat geben:
I    Erstlich, dass man ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecke, und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien und solch öffentlich Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner Christen wissentlich nicht geduldet noch gebilligt haben.
I    Zum anderen, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre; denn sie treiben eben dasselbe darinnen, was sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun, wie die Zigeuner [!], auf dass sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Land, wie sie rühmen.
I    Zum dritten, dass man ihnen nehme all ihre Betbüchlein und Talmudisten, darin solche Abgötterei, Lügen, Fluch und Lästerung gelehrt wird.
I    Zum vierten dass man ihren Rabbinern bei Leib und Leben [!] verbiete, hinfort zu lehren; denn solch Amt haben sie mit allem Recht verloren.
I    Zum fünften, dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe; denn ihr sollt sie nicht schützen, es sei denn, ihr wolltet vor Gott aller ihrer Greuel teilhaftig sein.
I    Zum sechsten, dass man ihnen den Wucher verbiete. Alles was sie haben, haben sie uns geraubt durch ihren Wucher.
I    Zum siebenten, dass man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiss der Nasen, wie Adams Kindern auferlegt ist.
I    Was wollen wir armen Prediger indes tun? Wir wollen glauben, daß unser Herr Jesus Christus wahrhaftig sei, der von solchen Juden, die ihn nicht annahmen, sondern kreuzigten  [!], ein solch Urteil spricht: Ihr seid Schlangengezücht und Teufelskinder! – Nun werden uns unsere Herrschaften und alle solche barmherzigen Heiligen, die den Juden wohlwollen, zum wenisten den Raum lassen, daß wir glauben mögen Jesus Christus unserem Herrn, der freilich alle Herzen besser kennt als solche barmherzigen Heiligen, dass diese Juden müssen Schlangengezücht und Teufelskinder sein, die uns ebenso viel Gutes gönnen, wie ihr Vater, der Teufel. Wer nun Lust hat, solche giftigen Schlangen und Teufel, die ärgsten Feinde Christi und unser aller, zu beherbergen und zu ehren, der lasse sich diese Juden treulich befohlen sein und rühme sich danach, er sei barmherzig gewesen, habe den Teufel und seine jungen Teufel [!] gestärkt, zu lastern unseren lieben Herrn. So ist er dann ein vollkommner Christ voller Werke der Barmherzigkeit, die ihm Christus belohnen wird am jüngsten Tage mit den Juden im ewigen höllischen Feuer.»
 
18 Tage vor seinem Tod, schrieb Luther aus Eisleben an seine Frau Katharina in Wittenberg
 
Ich bin gar schwach gewesen auf dem Weg hart vor Eisleben, das war meine Schuld. Aber wenn du da gewesen wärest, so hättest du gesagt, es wäre der Juden oder ihres Gottes, des Teufels, Schuld gewesen. Denn wir mussten durch ein Dorf hart vor Eisleben, darinnen viele Juden wohnen, vielleicht haben sie mich so hart angeblasen.
 
Aus der letzten Predigt vom 15. Feb. 1546, drei Tage vor seinem Tod
 
    «Nun ist's mit den Juden also getan, dass sie unseren Herrn Jesum Christum nur täglich lästern und schänden. Weil sie das tun und wir das wissen, so wollen wir es nicht leiden. Denn wenn ich den bei mir leide, der den Herrn Christum schändet, lästert und verflucht, so mache ich mich fremder Sünden teilhaftig. So ich doch an meinen eigenen Sünden genug habe, darum sollt ihr Herren sie nicht leiden, sondern sie wegtreiben. – Anders wird nichts daraus; denn sie treiben es zu arg, sie sind unsere öffentlichen Feinde, hören nicht auf, unseren Herrn Jesum Christum zu lästern, heissen die Jungfrau Maria eine Hure, Christum ein Hurenkind. Uns heissen sie Wechselbälge und, wenn sie uns könnten alle töten, so täten sie es gerne. Darum seid unverworren mit ihnen als mit denen, die da nicht anders bei euch tun, denn dass sie unseren lieben Herrn Jesum Christum greulich lästern, stehen uns nach Leib, Leben, Ehre und Gut.
    Darum bitte ich, wollet euch fremder Sünde nicht teilhaftig machen. Ihr habt genugsam Gott zu bitten, dass er euch gnädig sei und euer Regiment erhalte.
    Das habe ich als ein Landskind euch zur Warnung wollen sagen zuletzt, dass ihr euch fremder Sünden nicht teilhaftig macht. Denn ich meine es ja gut und treulich mit euch allen.»
 
Weitere unmenschliche Aussprüche Luthers gegen die Juden:
 
  • Wer beharrlich der Wahrheit des Evangeliums die Anerkennung verweigert, der ist von bösem Willen beseelt. Martin Luther, mit Bezug auf die Juden, und enttäuscht, dass ihm ein Missionierungserfolg versagt blieb – einer der Gründe
  • Denn ein Jude oder jüdisch Herz ist so stock-, eisen-, teufelshart, dass es mit keiner Weise zu bewegen ist. … Summa, es sind junge Teufel, zur Hölle verdammt. Martin Luther, enttäuscht, dass ihm ein Missionierungserfolg versagt blieb – einer der Gründe
  • Sie bleiben gleichwohl im Herzen unsere täglichen Mörder und blutdürstigen Feinde. Solches beweisen ihr Beten und Fluchen und soviel Historien, da sie Kinder gemartert und allerlei Laster geübt, darüber sie oft verbrannt und verfolgt sind. Martin Luther, enttäuscht, dass ihm ein Missionierungserfolg bei den Juden versagt blieb – einer der Gründe
  • Wenn ich könnte, wo würde ich ihn (den Juden) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren.
  • Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Das ist nichts anderes …
  • … diese Taugenichtse und Ausplünderer sind keiner Gnade und keines Mitleids wert.
  • ... dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ...
  • Hieher zum Kusse! Der Teufel hat in die Hosen geschissen und den Bauch abermals geleeret. Das ist ein recht Heilightum, das die Juden und was Jude sein will, küssen, fressen, sauffen und anbeten… und soll der Teufel auch fressen und sauffen, was solche Jünger speien, oben und unten auswerfen können. Hier sind die rechten Gäste und Wirthe zusammengekommen… der Teufel… frißt mit Lust, was der Juden oberes und unteres Maul speiet und spritzet.
 
Weitere unmenschliche Aussprüche Luthers gegen andere Minoritäten:
 
  • …Steche, schlage, würge hier wer da kann. Bleibst darüber tod, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmerdar erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl. – wider die stürmenden Bauern, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften
  • … wenn sie gleich das reine Evangelium wollten lehren, ja wenn sie gleich Engel und Gabriel vom Himmel wären … Will er predigen, so beweise er den Beruf oder Befehl … Will er nicht, so befehle die Obrigkeit solchen Buben dem rechten Meister, der Meister Hans heisst (=dem Henker). – wider Andersgläubige, Prediger, Wiedertäufer
  • … und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlage, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... Luther ruft zum Krieg und zum Morden der türkischen Kriegsgegner auf
  • … dass man die Mörder wieder töten solle. 1. Mose 9.6 – Luther für die Todesstrafe, er beruft sich oft auf Moses
  • … so man die Strassenräuber, Mörder … rädert und köpft, wie viel mehr sollte man alle Wucherer rädern und ädern und alle Geizhälse verjagen, verfluchen und köpfen … Luther fordert den Tod von Wucherern
  • Warum tötet man die Ehebrecher nicht? – Luther fordert den Tod untreuer Partner
  • Wenn ich Richter wäre, so wollte ich eine solche französische giftige Hure rädern und ädern lassen. – Er fordert den Foltertod für Prostituierte
  • Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen … Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden.
    Wenn sie sich nicht bekehren lassen, werden wir sie den Folterknechten befehlen.
  • Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt … so halte ich dafür … dass es wahre Teufel sind. – über behinderte Kinder
  • Der Papst ist der Teufel; könnte ich den Teufel umbringen, warum wollte ichs nicht tun?
  • In solch einem Krieg (Bauernkrieg) ist es christlich… zu würgen, rauben, brennen und alles zu tun, was schädlich ist… es ist in Wahrheit auch ein Werk der Liebe … Sprich ein Credo und das Vaterunser … und zeuch dann vom Leder und schlage drein in Gottes Namen.
  • Make short work with heretics, they can be condemned unheard. And while they are burning at the stake, the faithful should destroy the evil root and branch and bathe his hands in the blood of the bishops and the pope who is the devil in disguise.
    Mach' kurzen Prozess mit Abtrünnigen, si können ungehört verurteilt werden. Und während sie am Pfahle brennen, soll der Gläubige die bösen Wurzeln und Zweige vernichten und seine Hände baden im Blut der Bischöfe und des Papstes, welcher der verkleidete Teufel ist.

 

 

 

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Zitate von Luther und anderer Irrlehrerr / Primitivlinge

Luther ist im Prinzip der Gründer einer der beiden Großkirchen. Die evangelischen Christen in Deutschland nennen sich teilweise sogar Lutheraner. Daher ist es interessant, die Vorbildfunktion von Luther zu untersuchen. An positiven Leistungen von Luther fällt mir auf Anhieb ein, daß er die Bibel übersetzt hat und sie dem Volk zugänglich gemacht hat. Früher durften Laien die Bibel überhaupt nicht selber lesen - konnten es natürlich auch nicht. Außerdem hat er gewisse Praktiken der katholischen Kirche wie den Ablaßhandel kritisiert.

Ich möchte nun anhand von Zitaten auf einige negative Aspekte seiner Person hinweisen, die sich in seinem Menschenbild äußern.

Über Frauen

"Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden."
(Martin Luther, dt. Theologe)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)
(Augustinus gilt als einer der bedeutensten Kirchenlehrer. Mit dem Titel 'Kirchenlehrer' erkennt die Kirche den Beitrag einer Person zur Lehre und Verständnis des Glaubens an.) $

"Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde."
(Thomas von Aquin, Kirchenlehrer und Patron der katholischen Hochschulen)

"Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte (imperfectum, deficiens) zum Vollkommenen (perfectum)."
(Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)
 

"Die Frau ist ein Mißgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger...eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann...die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."
(Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)

 

"Will die Frau nicht, so komm' die Magd!"
(Martin Luther, Frauenfreund)


 

"Darum hat das Maidlein ihr Punzlein, daß es dem Manne ein Heilmittel bringe."
(Martin Luther)

"...würde es nur Erbrechen verursachen, Weiber anzuschauen... Da wir nicht einmal mit den äußersten Fingerspitzen Kot und Schleim anrühren mögen, warum begehren wir so eifrig das Schmutzgefäß selbst zu umfassen?"
(Der heilige Odo von Cluny, Patron der Musiker, für Regen, gegen Dürre, 878-942)

 

"Alle Bosheit ist klein gegen die Bosheit des Weibes. Besser ist die Gottlosigkeit des Mannes als ein wohltuendes Weib."
(Die Synode zu Tyrnau, 1611)
(Auf Synoden werden kirchliche Lehrmeinungen beschlossen.)

 

"Wer mit dem Weibe aber verkehrt, der ist der Befleckung seines Geistes so ausgesetzt wie jener, der durchs Feuer geht, der Versengung seiner Sohlen."
(Franz von Assisi, Ordensstifter u. Heiliger, 1181-1226)

 

"...wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben...es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, daß sie sich äffen und trügen lassen."
(Martin Luther)

"Mädchen, die Miniröcke tragen, kommen in die Hölle."
(Der Jesuit Wild im 20. Jahrh.)

 

"Der Frau steht nur Trauerkleidung zu. Sobald sie dem Kindesalter entwachsen ist, soll sie 'ihr so gefahrenbringendes Antlitz' verhüllen, bei Gefahr des Verlustes der ewigen Seligkeit."
(Kirchenvater Tertullian)

 

"Wenn sich die Frau ihrem Mann, der ihr Haupt ist, nicht unterwirft, ist sie desselben Verbrechens schuldig wie ein Mann, der sich Christus nicht unterwirft."
(Kirchenvater Hieronymus, hl., 347-420)
(Übersetzte die Bibel ins Lateinische und lebte zu lange in der Wüste)

 

"...wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben...es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, daß sie sich äffen und trügen lassen."
(Martin Luther)

 

Vielleicht wird uns hier klar, warum wir vorhin auf den engen Zusammenhang des Weibes mit dem Tier aufmerksam machten: Sexualität führt zur Bestialität.
(Bischof Rudolf Graber zur Sexualkunde in Schulen, 1980)

 

"...das weibliche Geschlecht ist bei weitem minderwertiger als das männliche...Der weibliche Verstand ist schwächer."
(Der Jesuit Sarasa)

 

"Wo sich ein Priester aufhält, darf kein Weib eintreten."
(Synode von Paris, 846)

 

"Nahe der Kirche dürfen keine Frauen wohnen."
(Synode von Coyaca, 1050)

 

"Priester, die Frauen beherbergen, die Verdacht erregen, sollen bestraft werden. Die Frauen aber soll der Bischof in die Sklaverei verkaufen."
(2. Synode von Toledo, 589)

 

"Bei der Frau muß schon das Bewußtsein vom eigenen Wesen Scham hervorrufen."
(Clemens Alexandrinus, vor 215)

 

"Die Frauen dürfen im eigenem Namen Briefe weder schreiben noch empfangen."
(Synode von Elvira, 4. Jahrh.)

 

"Das ganze (weibliche) Geschlecht ist schwach und leichtsinnig. Sie finden das Heil nur durch die Kinder."
(Johannes Chrysostomos, hl., 349-407, gr. Kirchenlehrer)

 

"Frauen dürfen in der Kirche nicht singen."
(Der heilige Bonifatius, Benediktinermissionar u. Apostel der Deutschen, 675-754)
(Zerstörte in heiliger Mission zahlreiche heidnische Heiligtümer und wurde in Anerkennung dieser Leistung zum Erzbischof ernannt.)

 

Ehe ist Arznei für Hurerei.
(Martin Luther)

 

"Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts, laß' sie nur todt tragen, sie sind darumb da."
(Martin Luther, Schwangerschaftsberater)

 

"...daß ein schön aufgeputzes Weib ein Tempel sei, der über einer Kloake aufgebauet...Wer wird den Koth für einen Gott anbeten wollen?"
(Abraham a Sancta Clara, 1644-1709)

 

'Mögen doch alle Bäume solche Früchte tragen.'
(Der Kyniker Diogenes angesichts einer Frau, die an einem Ölbaum erhängt wurde)

 

"Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes."
(Martin Luther)


 

Wer die Kleidung beider Geschlechter gleich machen wolle, der würde gegen Gott und die Naturgesetze handeln, und es würde viel Unheil daraus entstehen.
(Juan Luis Vives, span. Pädagoge, Unterweisung der christlichen Frau)

 

Frauen haben haben nicht mehr Hirn als ein Strohputz auf dem Acker, der für die Vogelschau ist hinausgestellt worden.
(Georg Stengel, Jesuit, 1584-1651)



 

Die Frauen sind des Lebens nicht würdig.
(Petrus, Thomasevangelium)

 

"Das ist unbiblisch. Jesus Christus erkennt die Bischöfin nicht an. Das Bischofsamt in Hannover ist verwaist."
(Der christliche Unternehmer Rudi Weinmann auf einer 'Notsynode' zur Wahl einer Frau ins Bischofsamt, 1999)

 

Seele bei Jungen ab dem 14. Tag (nach der Zeugung) , bei Mädchen nach dem 18. Tag
(Der heiliger Thomas)

 


Im Jahre 1543 schrieb Luther die Schrift "Von den Juden und ihren Lügen". Früher versuchte er, die Juden zu bekehren. Ähnlich hofften einige Juden, daß Luther wegen seiner Thora-Studien zum Judentum konvertieren würde. Beide Hoffnungen wurden enttäuscht. Bei Luther schlägt die Enttäuschung in offenen Haß um. So schreibt er:
 

"wenn nu Gott jtzt oder am Jüngsten tage mit uns Christen also wird reden: Hörestu es, Du bist ein Christ und hast gewusst, das die Jüden meinen son und mich öffentlich gelestert und geflucht haben, du aber hast jnen raum und platz dazu gegeben... Sage mir, Was wollen wir hie antworten?"

Er gibt dazu seinen "trewen rat":
 

"Erstlich, das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich. Und solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien.
Zum anderen, das man auch jre Heuser des gleichen zerbreche und zerstöre, Denn sie treiben eben dasselbige drinnen, das sie in jren Schülen treiben. Dafur mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall thun, wie die Zigeuner, auff das sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Lande...
Zum dritten, das man jnen nehme all jre Betbüchlein und Thalmudisten, darin solche Abgötterey, lügen, fluch und lesterung geleret wird.
Zum vierten, das man jren Rabinen bey leib und leben verbiete, hinfurt zu leren...
Zum fünften, das man die Jüden das Geleid und Straße gantz und gar auffhebe...
Zum sechsten, das man jnen den Wucher verbiete und neme jnen alle barschafft und kleinot an Silber und Gold, und lege es beiseit zu verwaren...
Zum siebenden, das man den jungen, starcken Jüden und Jüdin in die Hand gebe flegel, axt, karst, spaten, rocken, spindel und lasse sie jr brot verdienen im schweis der nasen..."

In Gelehrtenkreisen ist die Problematik durchaus bekannt. So gab es zum Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag) ein Buch "Die Juden und Martin Luther - Martin Luther und die Juden; herausgegeben von Heinz Kremers, Neukirchener Verlag 1985" mit Beiträgen verschiedener Personen, zu dem sogar Johannes Rau das Geleitwort schrieb. Die obigen Zitate sind auch nach diesem Buch zitiert.

Außerdem habe ich im Internet einige Zitate zum Thema "Frauen" gefunden:
 

"Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden."

"Will die Frau nicht, so komm' die Magd!"

"Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts, laß' sie nur todt tragen, sie sind darumb da."

"Darumb hat das Maidlein ihr Punzlein, daß es dem Manne ein Heilmittel bringe."

"... wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben... es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, daß sie sich äffen und trügen lassen."

Zum Bauernkrieg, an dem er maßgeblich beteiligt war, sagt er:
 

"In solch einem Krieg ist es christlich... zu würgen, rauben, brennen und alles zu tun, was schädlich ist... es ist in Wahrheit auch ein Werk der Liebe... Sprich ein Credo und das Vaterunser... und zeuch dann vom Leder und schlage drein in Gottes Namen."

Zum Schluß noch zwei weitere Zitate, die im Netz zu finden sind:
 

"Hieher zum Kusse! Der Teufel hat in die Hosen geschissen und den Bauch abermals geleeret. Das ist ein recht Heilightum, das die Juden und was Jude sein will, küssen, fressen, sauffen und anbeten... und soll der Teufel auch fressen und sauffen, was solche Jünger speien, oben und unten auswerfen können. Hier sind die rechten Gäste und Wirthe zusammengekommen... der Teufel... frißt mit Lust, was der Juden oberes und unteres Maul speiet und spritzet."

"Make short work with heretics, they can be condemned unheard. And while they are burning at the stake, the faithful should destroy the evil root and branch and bathe his hands in the blood of the bishops and the pope who is the devil in disguise."

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Martin Luther - Reformation - Protestantismus

Mit der Reformation ist es wie mit dem Christentum als Ganzem. Sie hat mit Philosophie eigentlich nichts zu tun, ist aber wegen ihrer Wirkung auf Geschichte und Philosophie der letzten 500 Jahre von philosophischem Interesse.


 

Martin Luther

Martin Luther (1483 - 1546) war kein Philosoph oder Wissenschaftler. Schon gar nicht war er ein rationaler Kritiker katholischer Orthodoxie. Er war ein religiöser Fanatiker. Der Herkunft nach war er ein Bauern- bzw. Bergmannssohn, dessen zu Wohlstand gekommener Vater ihn eigentlich für das Jura-Studium vorgesehen hatte. Auf Grund eines starken religiösen Bedürfnisses studierte er aber Theologie, wurde Augustinermönch und machte anfänglich Karriere in der Kirchen- und Hochschulhierarchie.

Am 31. 10. 1517 schlug er seine berühmten 95 Thesen an die Tür der Schloßkirche von Wittenberg, um unter anderen gegen den Ablaßhandel zu protestieren. (Die Katholische Kirche vertrieb damals, gegen cash selbstverständlich, Ablaßbriefe, mit denen man die Seele eines schon verstorbenen Menschen aus dem Fegefeuer freikaufen konnte. Auch für noch nicht begangene Sünden konnte man sich im Voraus Absolution erkaufen.) [Verkaufsgespräche im Mittelalter: "Grüß Gott! Ich möchte den Papst umlegen. Wieviel muß ich denn dafür hinblättern?"]

Nach einigem Hickhack vollzog er die Trennung von der Katholischen Kirche am 10. 12. 1520 mit der Verbrennung der päpstlichen Bannbulle und einiger scholastischer Schriften.

In der Folgezeit entstanden die drei reformatorischen Hauptschriften:

  1. An den christlichen Adel deutscher Nation
  2. Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche
  3. Von der Freiheit eines Christenmenschen

 

1525 trennte sich Luther von drei mit ihm sympathisierenden Richtungen:

 

Punkte, in denen sich die evangelische Dogmatik von der katholischen unterscheidet:

 

Schuldkomplexe: Aus seinem Verhalten und seinen Schriften läßt sich rückschließen, daß Luther unter starken Schuldkomplexen litt. (Aus der Literatur über ihn ist zu entneh-men, daß er Schwierigkeiten mit der Einhaltung des Zölibats hatte.) Von einem starken Schuld- und Sündengefühl beladen, hatte er ein starkes Erlösungsbedürfnis, glaubte aber bereits, von Gott verworfen worden zu sein. [Siehe dazu z. B. Ditfurth, Innenansichten ..., Kapitel: Leben und Zeit,  »Versündigungswahn«.]

Luther verabscheute die Vernunft, die er als "Teufelshure" bezeichnete. "Wenn ich weiß, daß es Gottes Wort ist [woher weiß er das eigentlich?] und Gott also geredet hat, so frage ich danach nicht weiter, wie es könne wahr sein, und lasse mir allein an dem Worte Gottes genügen, es reime sich mit der Vernunft, wie es wolle. Denn die Vernunft ist in göttlichen Dingen stock- und starblind; vermessen ist sie genug, daß sie auch darauf fällt und plump hinein wie ein blind Pferd; aber alles, was sie örtert und schleußt, das ist so gewißlich falsch und irrig, als Gott lebet." (Zitiert nach Störig, S. 287f.)

Das kopernikanische Weltbild bezeichnete er als den "superklugen Einfall eines Narren, der die ganze Kunst astronomiae umkehren wolle".

Aristoteles mochte er auch nicht. "Was sind die Universitäten ... darin ein frei Leben geführt wenig der heiligen Schrift und christlicher Glaube gelehrt wird und allein der blinde heidnische Meister Aristoteles regiert ... Es tut mir weh in meinem Herzen, daß der verdammte, hochmütige, schalkhafte Heide mit seinen falschen Worten so viel der besten Christen verführt und genarrt hat." etc. (Zitiert nach Störig, S. 288.)


 

"Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist‘s um diese Juden, ... unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind." "Wenn ich könnte, wo würde ich ihn niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren. ... daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich."



 

Aus: Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen.
[Wenn man an die Seelenwanderung glaubt, könnte man annehmen,
daß  
Dr. Goebbels eine Reinkarnation von Dr. Luther war.]

[Luther wandte sich gegen jegliche Zugeständnisse an die Vernunft, an die Wissenschaft, an die Philosophie. Er wollte nicht nur zurück zur "ethischen Reinheit" (?) des Urchristentums, er wollte auch zurück zu dessen Primitivität, zurück zum "Credo quia absurdum est". Luther ging es nicht etwa um die Freiheit von Lehre und Forschung oder etwa um eine von christlicher Dogmatik freie Bildung. Ihn interessierte nur die Freiheit der Forschung in der "Schrift". Auf sonstige Freiheit legte er keinen Wert.]


Luther im Internet:


 

Philipp Melanchthon (1497 - 1560) war der erste evangelische Theologe. Trotz der Vernunftfeindlichkeit ihres Stifters mußte auch die Evangelische Kirche, wollte sie gebildete Menschen ansprechen, auf deren Bedürfnisse eingehen. Man muß irgendeine Philosophie auswählen, sagte Melanchthon und die auserwählte war die des verdammten, heidnischen Aristoteles. Es entstand faktisch eine Art evangelischer Scholastik.


Melanchthon im Internet:


 

Gegen die entstehende protestantische Orthodoxie wandte sich eine protestantische Mystik (Jakob Böhme) und später der Pietismus (Ph. J. Spener, Lit. Pia desideria), der das Wesen der Religion im Gefühlserlebnis sieht.


 

Johannes Calvin

Schriften:

 

Französich-schweizerischer Reformator (1509 - 1564). Wirkte besonders in Genf, wo er eine Kirche nach seinen Vorstellungen aufbaute, die dann (leider) zum Vorbild für viele andere Kirchengemeinden wurde. Zur Durchsetzung seiner Lehren wurden Andersdenken-de verbannt oder hingerichtet. [Also nicht etwa, daß nur Katholiken sowas gemacht haben.]

Unterschiede zu Luther:

Fragen der kirchlichen Organisation waren Luther gleichgültig. Calvin dagegen nicht. Er entwarf und praktizierte bestimmte Organisationsmodelle.

Calvin kannte nicht Luthers Abneigung gegen Erwerb aus kaufmännischem Gewinn oder Zinsnahme. Für die Entstehung des Kapitalismus hatte Calvin eine größere Bedeutung. [?] (Siehe hierzu meinen Aufsatz über Max Weber. Eine gute Beschreibung der Rolle der protestantischen Ethik und besonders der Calvinisten für die Entstehung des modernen Unternehmer-Verhaltens findet man in einem Aufsatz von Matthias Kuchenbrod.)

Calvin vertrat eine knallharte Prädestinationslehre. [Luther etwa nicht?] Daß alles voraus bestimmt sei, trieb die Calvinisten aber nicht in die Passivität, denn vom gesellschaftli-chen Erfolg eines Menschen lasse sich mit Wahrscheinlichkeit auf seine Erwähltheit schließen. [Das heißt, wer im Leben nicht so gut zurecht kam, dem wurde auch noch eingeredet, daß er wahrscheinlich verdammt ist. Und da wirft man den Atheisten vor, sie nähmen den Menschen auch noch den letzten Trost. Es ist ja wohl Calvin, der hier nicht ganz bei Trost ist.] Zur Prädestination siehe auch  Augustinus. (Sehen Sie hierzu bitte  "Über die Unschlüssigkeit des christlichen Gottesbildes" und dort die Fußnote zur  "Ungeheuerlichkeit Menschen die ewige Verdammnis anzudrohen.)


Calvin im Internet:


 

Ulrich Zwingli

Schweizer Reformator (1484 - 1531). Wirkte besonders in Zürich. Sein Weg zur Reforma-tion war rationaler als der Luthers. Im Gegensatz zu diesem gab er der weltlichen Obrigkeit das Recht für die Gemeinde zu handeln. Daraus entwickelte sich das Züricher Staatskirchentum. Bei dem Versuch, die Reformation auf alle Schweizer Kantone auszudehnen, kam es zu Kämpfen mit katholischen Kantonen, bei denen Zwingli umkam.


Zwingli im Internet:


 

***

Der Streit zwischen den verschiedenen Richtungen läßt sich u. a. anhand der Abendmahlslehre aufzeigen: Die Katholische Kirche behauptete (und tut dies bis heute) das sich beim Abendmahl (das sie Eucharistie nennen) Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt, und zwar nicht im übertragenen Sinne, sondern tatsächlich (Transsubstantiation). Luther lehnte diese Auffassung ab, lehrte aber die Gegenwart Christi in Brot und Wein (Konsubstantiation, Realpräsens.). Calvin sagte, der heilige Geist erzeuge die Realpräsens Christi nur in Brot und Wein, wenn dieses gläubig empfangen werden. Zwingli faßte die Gegenwart Christi in Brot und Wein lediglich symbolisch auf.

Obwohl es sich bei den Reformatoren nicht um fortschrittliche, vernünftige Menschen gehandelt hat, hat die Reformation durch die Brechung der Allmacht der Katholischen Kirche und durch die höhere Bewertung der Einzelpersönlichkeit an der Wende zur Neuzeit entscheidenden Anteil gehabt.


 

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Das Thema/ Die Person Martin Luther ist ja wieder in aller Munde durch den neuen Kinofilm, der auch seinen Namen trägt.
Doch erweist sich gerade diese Person oft als problematisch. Was ist von seinen antisemitischen Äußerungen zu halten? Welche Rolle spielen sie im zeitlichen Kontext? Worauf sind sie zurückzuführen?

Hier ein paar Zitate Luthers: (Passagen teilweise in veraltetem Deutsch)

"wenn nu Gott jtzt oder am Jüngsten tage mit uns Christen also wird reden: Hörestu es, Du bist ein Christ und hast gewust, das die Jüden meinen son und mich öffentlich gelestert und geflucht haben, du aber hast jnen raum und platz dazu gegeben Sage mir, Was wollen wir hie antworten?"
(Martin Luther, Text:"Von den Juden und ihren Lügen")

"Hieher zum Kusse! Der Teufel hat in die Hosen geschissen und den Bauch abermals geleeret Das ist ein recht Heilightum, das die Juden und was Jude sein will, küssen, fressen, sauffen und anbeten und soll der Teufel auch fressen und sauffen, was solche Jünger speien, oben und unten auswerfen können Hier sind die rechten Gäste und Wirthe zusammengekommen der Teufel frißt mit Lust, was der Juden oberes und unteres Maul speiet und spritzet"
(Martin Luther, Judenfreund)

»Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Das ist nichts anderes...«

»... dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ...« (Martin Luther, von den Juden und ihren Lügen. Wittenberg 1543)

»Wenn ich könnte, wo würde ich ihn (den jüdischen Mitbürger) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren«

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Systematischer Plan zur Verfolgung der Juden
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Luthers 7-Punkte-Plan zur Judenverfolgung: (original Geschriebenes)
1.
"Erstlich, das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich Und solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien"
2.
“Zum anderen, das man auch jre Heuser des gleichen zerbreche und zerstöre, Denn sie treiben eben dasselbige drinnen, das sie in jren Schülen treiben Dafur mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall thun, wie die Zigeuner, auff das sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Lande“
3.
“Zum dritten, das man jnen nehme all jre Betbüchlein und Thalmudisten, darin solche Abgötterey, lügen, fluch und lesterung geleret wird“
4.
“Zum vierten, das man jren Rabinen bey leib und leben verbiete, hinfurt zu leren“
5.
“Zum fünften, das man die Jüden das Geleid und Straße gantz und gar auffhebe“
6.
“Zum sechsten, das man jnen den Wucher verbiete und neme jnen alle barschafft und kleinot an Silber und Gold, und lege es beiseit zu verwaren“
7.
“Zum siebenden, das man den jungen, starcken Jüden und Jüdin in die Hand gebe flegel, axt, karst, spaten, rocken, spindel und lasse sie jr brot verdienen im schweis der nasen“
(Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen)

Der Spiegel 51/15.12.2003, Seite 76 - 89

Der Mönch Martin Luther, der vor fünfhundert Jahren die Christenheit aus dem Mittelalter erlöste, hat in den Medien unverhofft Konjunktur als Vater der deutschen Schriftsprache wie als Entdecker der Gewissensfreiheit. Doch der Reformator war nicht nur Strahlemann. Er begründete die unheilige Allianz von Thron und Altar und entpuppte sich im Alter als übler Antisemit. ...

Luther entpuppt sich in seinen späten Jahren als übler Judenfeind. 1543, drei Jahre vor seinem Tod, veröffentlicht er die umfängliche Hetzschrift "Von den Juden und ihren Lügen", die passagenweise an den "Stürmer" des NS-Demagogen Julius Steiner [Streicher] erinnert, der sich im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess denn auch auf Luther berief. In diesem Pamphlet gibt der Reformator Ratschläge, wie die Obrigkeit "mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden" umspringen solle.

Er fordert, die Synagogen niederzubrennen, "unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren", da sie darin "Christum und uns belügen, lästern, fluchen, anspeien und schänden". Auch die Häuser der Juden solle man zerstören und sie "wie die Zigeuner" in Sammellager sperren. Ihre Bibeln und Bücher seien zu konfiszieren.

Juden dürften sich nicht frei auf der Straße bewegen, kräftige jüdische Frauen und Männer sollen mit körperlicher Arbeit ihr Brot verdienen oder aus dem Land gewiesen werden ("Drum immer weg mit ihnen").

Und schließlich verlangt Luther, dass man den jüdischen Rabbinern "bei Leib und Leben verbiete, hinfurt zu lehren".

Auch ans Geld, natürlich, denkt der Reformator: Die Fürsten täten Unrecht, die Juden gegen Bares zu beschützen, sie müssten vielmehr alles daransetzen, dass "wir alle der unleidlichen, teuflischen Last der Juden entladen werden."

Noch seine letzte Predigt in Eisleben, drei Tage vor seinem Tod, klingt hasserfüllt: Er fordert von der Kanzel erneut, die Juden müssten aus der christlichen Gesellschaft ausgeschlossen werden, da sie nicht abließen, den Christengott Jesus zu lästern. ...

Die evangelischen Fürsten haben Luthers radikale Forderung nicht aufgegriffen. Allerdings kommt es unter seinem Einfluss zu antijüdischen Maßnahmen in Sachsen. Zum Glück für den Protestantismus hat der Reformator seinen Judenhass nicht in die Theologie integriert. Unter Luthers Schülern bleibt dieses Erbe lebendig. Erst mit der Aufklärung bot sich der evangelischen Kirche die Möglichkeit, hier Luther hinter sich zu lassen. Sein Einfluß als Judenfeind hat sich im 20. Jahrhundert außerhalb der Theologien bemerkbar gemacht. <Ende Spiegel>

Schon sehr früh begann die Verfolgung der Juden.

Im Jahre 135 n.Chr. wurden die Juden aus Palästina zwangsumgesiedelt und über alle Länder zerstreut.

Während des Mittelalters wurden Juden immer mehr aus Handel und Handwerk gedrängt. Ihr Hauptgeschäft in dieser Zeit war Geldverleih und Pfandnahme, da man ihnen die Beschäftigung in anderen Geschäftsbereichen untersagte.
Doch da diese Geschäfte im Christentum verboten waren, wurden die Juden von den Christen ausgegrenzt und ihr Handel als Blutschande bezeichnet.

Sie wurden in mittelalterlichen Ghettos untergebracht.
Im Jahre 1215 gab es das Lateranenkonzil, welches besondere Vorschriften für Juden beinhaltete, z.B. das Tragen eines gelben Fleckes auf besonderer Kleidung, das Verbot der Liebe zwischen Christen und Juden und, daß Juden in der Karwoche nicht auf die Straße gehen durften.

Der Höhepunkt der Judenverfolgung im Mittelalter war der Ausbruch der Pest in den Jahren 1348 und 1349. Den Juden wurde Brunnenvergiftung vorgeworfen.

In allen europäischen Gebieten gab es Judenpogrome, z.B. 1209 in England, denen 1290 die Ausweisung folgte und 1293 die Vertreibung aus Süditalien, sowie 1394 aus Frankreich. Es folgte eine Auswanderungswelle europäischer Juden in den Osten, vor allem nach Polen und ins Baltikum, wo sie allerdings ebenfalls unterdrückt wurden.

Die Jahre 900 bis 1284 bezeichnet man als „Goldenes Zeitalter“ des sephardischen Judentums in Spanien.
Zu dieser Zeit blühte das spanische Judentum unter arabischer Herrschaft auf. Allerdings verschlechterte sich die Lage der Juden im muslimischen Spanien von 1284 bis 1391 zunehmend. Die sich etablierenden christlichen Reiche zerschlugen jüdisch-iberische Gemeinden und bereiteten der jüdischen Kultur ein Ende.
Ab 1391 gab es auch Pogrome und Vertreibungen von Juden auf der iberischen Halbinsel. Bis letztendlich im März 1492 die 200000 in Spanien lebenden Juden aufgefordert wurden, das Land binnen 4 Wochen zu verlassen.
Die menschenverachtende Haltung gegenüber Juden zeigt sich an vielen historischen Orten in Deutschland.

Das Motiv der Judensau ist an einigen Gebäuden zu sehen, unter anderem in den Städten Erfurt, Xanten, Lemgo und Nordhausen. Juden werden in diesen Motiven lächerlich gemacht, z.B. trinken sie Milch von Säuen.

Die Vorurteile gegenüber Juden kommen von einer menschenverachtenden Gleichgültigkeit, da sich die Menschen gar nicht erst mit der jüdischen Religion und dem Juden selbst befassten.
Die Menschen bezeichneten den Juden als Judensau, weil die Juden nach den Aspekten ihrer Religion kein Schweinefleisch essen durften. Im 18. Jh. änderte sich das Bild der Judensau zum Judenteufel.

Martin Luther war zunächst für, später gegen die Juden. Am Anfang besuchte er jüdische Gottesdienste
und erkannte die unsinnige Judenverfolgung im Mittelalter.

Trotzdem wollte er die Juden mit seiner eigenen Reform bekehren. Er sagte: „Ich hoffe, wenn man mit den Juden freundlich handelt und aus der heiligen Schrift sie säuberlich unterweist, so sollten von ihnen viele rechte Christen werden und wieder ihrer Väter, der Propheten und Patriarchen, Glauben treten,...“.

 



LUTHER

Doch da die Bekehrten nur eine geringe unbeständige Zahl war und sogar einige Christen zum Judentum überwechselten, änderte Luther seine positive Meinung gegenüber den Juden sehr schnell. Auf seine nun gestellte Frage: „Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden?“ gab er 7 Ratschläge:

1. Jüdische Schulen und Synagogen anzünden!

2. Jüdische Häuser zerstören und die Juden in einen Stall pferchen, damit sie wissen, daß sie nicht die Herren im Land sind!

3. Den Juden ihre „Betbüchlein" und „Talmudisten“ wegnehmen, da darin nur Lügen stehen!

4. Den Rabbinern das Lehren verbieten!

5. Den Juden verbieten, auf die Straße zu gehen und ihnen befehlen zu Hause zu bleiben!

6. Den Juden ihren Besitz nehmen, da sie alles durch ihren Wucher gestohlen haben!

7. Die Juden sollen sich körperlich ihren Lebensunterhalt verdienen!

 

HITLER

Mit dem Machtantritt Adolf Hitlers als Reichskanzler am 30.1.1933 begann der Höhepunkt der Judenverfolgung. Ungefähr 2 Monate später wurde das Ermächtigungsgesetz erlassen, welches der Reichsregierung erlaubte, Gesetze ohne Mitwirkung des Reichspräsidenten auszufertigen. Am 1.4.1933 kam es zu einem eintägigen Boykott jüdischer Geschäfte. Im selben Monat  wurden nichtarische Beamte in den Ruhestand versetzt, das rituelle Schächten verboten und die Neuaufnahme von Nichtariern an Schulen und Hochschulen eingeschränkt.

 



Am 14.7.1933 wurde ein Gesetz erlassen, das „Unerwünschten“ die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannte.
Ende 1933 wurden Rassengesetze angefertigt. Am 6.9. wurde der Verkauf jüdischer Zeitungen im Straßenhandel verboten.
9 Tage später, am 15.9.1935, wurden die Nürnberger Gesetze erlassen, welche besagten, daß nur Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes „Reichsbürger“ werden konnten, daß Juden Staatsangehörige deutschen Blutes nicht heiraten durften und Juden keine Hausangestellten unter 45 Jahren beschäftigen durften. Ende September wurden alle jüdischen Beamten beurlaubt.
Im März 1936 wird den Juden das Reichstagswahlrecht aberkannt.
Am 16.11.1937 wurde beschlossen, daß Juden nur noch in besonderen Fällen Auslandspässe erhalten. Daß die Juden ihr gesamtes Vermögen angeben mußten, wurde Ende April 1938 bekanntgegeben.
Am 6.7.1938 wurden den Juden bestimmte Gewerbe untersagt. Darunter zählten z. B. Makler, Heiratsvermittler und Fremdenführer. Im selben Monat wurden alle „jüdischen“ Straßennamen entfernt.
Ab dem 30.9.1938 galten jüdische Ärzte nur noch als „Krankenbehandler“.
Im Oktober 1938 wurden jüdische Reisepässe mit einem „J“ versehen und rund 15000 staatenlose Juden werden nach Polen abgeschoben.
Am 7.11.1938 übte der Jude Herschel Grynszpan auf den deutschen Gesandtschaftsrat vom Rath ein Attentat aus. Zwei Tage später stirbt vom Rath und das Pogrom beginnt.

Bei den Ausschreitungen des zynisch genannten „Reichskristallnacht“- ( Nacht vom 9./10.11.1938) Pogroms wurden viele Juden verletzt, ermordet und zu Zehntausenden in Konzentrationslager verschleppt.
Nach diesem Ereignis wurden die Juden noch mehr in ihren Rechten eingeschränkt.
Sie durften Waffen weder besitzen noch führen. Der Gesamtheit aller deutschen Juden wurde eine Sühneleistung von 1 Milliarde Reichsmark auferlegt. Sie mußten alle Schäden des Pogroms auf eigene Kosten sofort beseitigen. Sie durften keine Geschäfte und Handwerksbetriebe mehr führen. Sie durften keine Theater, Lichtspielhäuser, Konzerte und Ausstellungen mehr besuchen. Alle jüdischen Kinder wurden aus deutschen Schulen entfernt. Jüdische Betriebe wurden aufgelöst und Juden durften sich ab sofort zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Gebieten nicht mehr bewegen.
Juden wurden Führerscheine und Zulassungspapiere für Kraftfahrzeuge entzogen und Juden mußten ihre Betriebe verkaufen und ihre Wertpapiere sowie Schmucksachen abliefern. Außerdem durften sie keine Universitäten mehr besuchen.

Ab dem 1.1.1939 mußten Juden Kennkarten bei sich führen.
Ab dem selben Datum durften sie außerdem nur noch jüdische Vornamen haben. Wenn sie deutsche Namen führten, mußten sie zusätzlich den Namen „Israel“ beziehungsweise „Sara“ annehmen. Ende April 1939 wurde der Mieterschutz für Juden eingeschränkt.
Am 4.7.1939 wurde beschlossen, daß die Juden sich in einer „Reichsvereinigung der Juden“ zusammenzuschließen hatten.

Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges am 1.9.1939 gab es noch mehr Einschränkungen für Juden, u.a. durften sie im Sommer nach 21.00 Uhr und im Winter nach 20.00 Uhr ihre Wohnungen nicht mehr verlassen.

Am 21.9.1939 kam es zu Judenpogromen in Polen. Im selben Monat mußten alle Juden ihre Rundfunkgeräte der Polizei abliefern. Im Oktober 1939 wurden die ersten Juden von Österreich nach Polen deportiert.
In diesem Monat wurde auch die Sühneleistung der Juden auf 1,25 Milliarden Reichsmark erhöht deren letzter Zahlungstermin der 15.11.1939 war.
Am 23.11.1939 wird in Polen der Judenstern eingeführt.
 

Kleidung mit Judenstern Judenstern

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Zu Beginn des Februars 1940 wurde beschlossen, daß die Juden keine Kleiderkarte mehr erhielten.
Zu dieser Zeit begann auch die erste Deportation deutscher Juden. Ab Mitte diesen Jahres duften Juden keinen Fernsprechanschluß mehr besitzen.

Am 12.6.1941 hatten sich die Juden nur noch als „glaubenslos“ zu bezeichnen. Ungefähr eineinhalb Monate später begann die „Endlösung“.
Am 1.9.1941 mußten die Juden einen Judenstern tragen. Sie durften ohne polizeiliche Genehmigung ihren Wohnbezirk nicht mehr verlassen.
Noch in diesem Jahr begannen die allgemeinen Deportationen aus Deutschland.
Eine weitere Einschränkung war, daß die Juden keine öffentlichen Fernsprechzellen mehr benutzen durften. Dies galt ab dem26.12.1941. Des Weiteren wurde beschlossen, daß Juden alle Woll-und Pelzsachen aus ihrem Besitz abzuliefern hatten. Am 20.1.1942 kamen Spitzenvertreter der Reichsbehörden zur Berliner Wannsee Konferenz zusammen, um die Endlösung der Judenfrage vorzubereiten.
Den Organisatoren erschienen die bisher praktizierten Erschießungen für den beabsichtigten Völkermord ungeeignet. Sie ließen daher in entlegenen Gebieten des besetzten Polen Vernichtungslager errichten, um dorthin Juden aus ganz Europa zu deportieren.
 

Bilder von Häftlingen Arbeit im Lager Lagerwache

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 Im Jahre 1942 kam eine Reihe weiterer Verbote zustande:
so z.B. durften sie keine Zeitungen und Zeitschriften mehr beziehen, sie durften keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen, keine Hunde, Katzen und Vögel mehr halten, Besuche von Friseurgeschäften waren verboten, blinde und schwerhörige Juden durften keine Armbinden zur Kennzeichnung im Verkehr mehr tragen.
Außerdem mußten sie alle entbehrlichen Kleidungsstücke, elektrische und optische Geräte sowie Schreibmaschinen und Fahrräder abliefern.
Juden erhielten keine Raucherkarten, keine Eier, kein Fleisch und keine Milch mehr.

Am 4.10.1942 wurden alle Juden aus deutschen Konzentrationslagern nach Auschwitz verlegt.
Am 21.4.1943 wurde beschlossen, alle straffälligen Juden nach Verbüßung einer Strafe dem KZ Auschwitz oder Lublin zu zuführen.
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges am 8.Mai 1945 bricht das Deutsche Reich zusammen.

Die noch lebenden Juden werden aus den Konzentrations-und Vernichtungslagern befreit. Für sie gibt es nun keine Einschränkungen und Verbote mehr.
 

B.S. und M.K.

Bist du ein Luther-Fan?

 

Geehrter Leser, vielleicht bist du irgendwann einmal folgenden Aussprüchen begegnet, die offensichtlich aus berufenem Theologen-Mund stammen:

“Pfu euch hier und pfu euch dort und wo ihr seid, ihr verdammten Juden, dass ihr diese ernsten, herrlichen, tröstlichen Worte Gottes (Haggai 2:7-8) so schändlich auf euren sterblichen, madigen Geizwanst ziehen tut und schämt euch nicht, euern Geiz so gröblich an den Tag zu geben.

Seid ihr doch nicht wert, dass ihr die Biblia von außen solltet ansehen, geschweige, dass ihr drinnen lesen solltet. Ihr solltet allein die Biblia lesen, die der Sau unter dem Schwanz steht und die Buchstaben, so da selbst herausfallen, fressen und saufen. Das wäre eine Bibel für solche Propheten…”

“Darum, wo du einen rechten Juden siehst, magst du mit gutem Gewissen ein Kreuz für dich schlagen und frei und sicher sprechen: Da geht ein leibhaftiger Teufel.”

“Darum wisse, o lieber Christ, und zweifle nichts daran, dass du nähest nach dem Teufel keinen bittereren, giftigeren, heftigeren Feind hast, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.”

“Wenn du siehst oder denkst an einen Juden, so sprich bei dir selbst also: Siehe, das Maul, das ich da sehe, hat alle Sonnabend meinen lieben Herrn Jesu Christ, der mich mit seinem teuren Blut erlöst hat, verflucht und vermaledeit und verspeit; dazu gebetet und geflucht vor Gott, dass ich, mein Weib und Kind und alle Christen erstochen und aufs jämmerlichste untergegangen wären, wollts selber gern tun, wo er könnte, dass er unsere Güter besitzen möchte. Hat auch vielleicht heute dieses Tages vielmal auf die Erde gespeit über dem Namen Jesu (wie sie pflegen), dass ihm der Speichel noch in Maul und Bart hängt, wo er Raum hätte zu speien. Und ich sollte mit solchem verteufelten Maul essen, trinken und reden, so möchte ich aus der Schüssel oder Kanne mich voller Teufel fressen und saufen als der ich mich gewiß teilhaftig machte aller Teufel, so in den Juden wohnen, und das teure Blut Christi verspeien. Da behüte mich Gott vor!”

”Demnach soll und muss es uns Christen kein Scherz, sondern großer Ernst sein, hier wider Rat zu suchen und unsere Seelen von den Juden, das ist vom Teufel und ewigem Tod zu erretten, und ist der, wie droben gesagt.

Erstlich, dass man ihre Synagogen mit Feuer verbrenne. Und werfe hierzu, wer da kann, Schwefel und Pech. Wer auch höllisch Feuer könnt zuwerfen, wäre auch gut,…

Zum andern, dass man ihnen alle ihre Bücher nehme, Betbücher, Talmudisten, auch die ganze Bibel und nicht ein Blatt ließe und verwahrte auf die, so sich bekehrten. Denn sie des alles brauchen zu lästern den Sohn Gottes, das ist Gott selbst, den Vater, Schöpfer Himmels und der Erden (wie gesagt ist) und werdens nimmermehr anders brauchen.

Zum dritten, dass man ihnen verbiete, bei uns und in dem Unsern öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens…

Zum vierten, dass ihnen verboten werde, den Namen Gottes vor unseren Ohren zu nennen;…

Sondern wer es vom Juden hört, dass ers der Obrigkeit anzeige oder mit Saudreck auf ihn werfe, sofern er ihn sieht und von sich jage. Und sei hierin niemand barmherzig noch gütig, denn es trifft Gottes Ehre und unser aller (der Juden auch) Seligkeit an.”

“Wie die treuen Ärzte tun, wenn das heilige Feuer in die Beine gekommen ist, fahren sie mit Unbarmherzigkeit und schneiden, sägen, brennen Fleisch, Adern, Bein und Mark ab. Also tue man hier auch, verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles, was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit und gehe mit ihnen um nach aller Unbarmherzigkeit wie Mose tat in der Wüste und schlug dreitausend tot, dass nicht der ganze Haufen verderben mußte.”

Der oben zitierte Theologie-Professor meint also: Wer die Juden nicht hasst, vertreibt, verfolgt und totschlägt, der könne seine Seele nicht vom Teufel erretten. Ist dies Inhalt des Evangeliums JESU CHRISTI (worauf sich der Theologie-Professor beruft), DER SEINE Jünger vielmehr Liebe zu ihren Feinden lehrt?

Die deutsche Geschichte beweist trefflich, dass der Geist und die Gesinnung, die aus diesen Zitaten sprechen, die treibenden Kräfte Adolf Hitlers und dessen Anhangs waren. Urteile doch selbst, ob der in den oben zitierten Passagen zum Vorschein gekommene Judenhass gute oder schlechte Früchte sind! Denn der HERR JESUS CHRISTUS sagt uns:

“Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig sind sie aber reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen…”

Also ein jeglicher gute Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen" (Matth. 7:15 und 17-18).

Die Hitler-Diktatur hat doch zur Genüge bewiesen, dass die Aussprüche gegen die Juden “arge Früchte” sind. Hitler und dessen Propagandisten, wozu auch in erheblichem Maße kirchliche “Würdenträger” gehörten (z.B. der ehemalige Eisenacher Landesbischof Martin Sasse, als Herausgeber der greulichen Schmähschrift “Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!”, Sturmhut-Verlag, Freiburg i. Br., 1938), beriefen sich in ihrem Judenhass vornehmlich auf obiges Theologen-Gedankengut.

Folglich ist der Mann, der diese Aussagen voller Hass wider die Juden getroffen hat, ein “fauler Baum” und demnach ein “falscher Prophet”. Jeder aber, der auf einen falschen Propheten vertraut, wird in der ewigen Verdammnis enden (Offb. 19:20). Alle obigen Zitate betreffs der Judenverfolgung stammen von dem “Reformator” Prof. Martin Luther, aus dessen Buch: “Von den Juden und ihren Lügen”, Wittenberg, 1543 (3 Jahre vor seinem Tod). Insbesondere auch dieses Pamphlet wurde 1933 auszugsweise als eine für jedermann erschwingliche “Volksausgabe” in Deutschland veröffentlicht (Hrg. Hans Ludolf Parisius, Ludendorffs Volkswarte-Verlag GmbH München).

So heißt es beispielhaft in “Bischof” Martin Sasses Schmähschrift:

“Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volke wird zur Sühne für die Ermordung des Gesandtschaftsrates vom Rath durch Judenhand die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiete im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt…

In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert… der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden. In dieser Schrift soll nur Luther mit seinen eigenen Worten zu uns reden. Seine Stimme ist auch heute noch gewaltiger als das armselige Wort gottferner und volksfremder internationaler Judengenossen und Schriftgelehrter, die nichts mehr wissen von Luthers Werk und Willen.”

Geehrter Leser, wenn du in das Reich GOTTES eingehen willst, lies die Bibel und folge dem HERRN JESUS CHRISTUS nach S ohne auf Luther und dessen verderbliche Theologie und “Kirche” zu vertrauen. Prof. Luther ging den “breiten Weg” und lebte nicht in der Gerechtigkeit CHRISTI(1)!

Bekenne GOTT aufrichtig deine Sünden, vertraue dich völlig dem HERRN JESUS CHRISTUS an und lass dich mit der Bereitschaft taufen, IHM fortan in Treue nachzufolgen S nur so kannst du vor dem kommenden Zorn GOTTES gerettet werden!

Das Thema/ Die Person Martin Luther ist ja wieder in aller Munde durch den neuen Kinofilm, der auch seinen Namen trägt.
Doch erweist sich gerade diese Person oft als problematisch. Was ist von seinen antisemitischen Äußerungen zu halten? Welche Rolle spielen sie im zeitlichen Kontext? Worauf sind sie zurückzuführen?

Hier ein paar Zitate Luthers: (Passagen teilweise in veraltetem Deutsch)

"wenn nu Gott jtzt oder am Jüngsten tage mit uns Christen also wird reden: Hörestu es, Du bist ein Christ und hast gewust, das die Jüden meinen son und mich öffentlich gelestert und geflucht haben, du aber hast jnen raum und platz dazu gegeben Sage mir, Was wollen wir hie antworten?"
(Martin Luther, Text:"Von den Juden und ihren Lügen")

"Hieher zum Kusse! Der Teufel hat in die Hosen geschissen und den Bauch abermals geleeret Das ist ein recht Heilightum, das die Juden und was Jude sein will, küssen, fressen, sauffen und anbeten und soll der Teufel auch fressen und sauffen, was solche Jünger speien, oben und unten auswerfen können Hier sind die rechten Gäste und Wirthe zusammengekommen der Teufel frißt mit Lust, was der Juden oberes und unteres Maul speiet und spritzet"
(Martin Luther, Judenfreund)

»Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Das ist nichts anderes...«

»... dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ...« (Martin Luther, von den Juden und ihren Lügen. Wittenberg 1543)

»Wenn ich könnte, wo würde ich ihn (den jüdischen Mitbürger) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren«

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Systematischer Plan zur Verfolgung der Juden
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Luthers 7-Punkte-Plan zur Judenverfolgung: (original Geschriebenes)
1.
"Erstlich, das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich Und solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien"
2.
“Zum anderen, das man auch jre Heuser des gleichen zerbreche und zerstöre, Denn sie treiben eben dasselbige drinnen, das sie in jren Schülen treiben Dafur mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall thun, wie die Zigeuner, auff das sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Lande“
3.
“Zum dritten, das man jnen nehme all jre Betbüchlein und Thalmudisten, darin solche Abgötterey, lügen, fluch und lesterung geleret wird“
4.
“Zum vierten, das man jren Rabinen bey leib und leben verbiete, hinfurt zu leren“
5.
“Zum fünften, das man die Jüden das Geleid und Straße gantz und gar auffhebe“
6.
“Zum sechsten, das man jnen den Wucher verbiete und neme jnen alle barschafft und kleinot an Silber und Gold, und lege es beiseit zu verwaren“
7.
“Zum siebenden, das man den jungen, starcken Jüden und Jüdin in die Hand gebe flegel, axt, karst, spaten, rocken, spindel und lasse sie jr brot verdienen im schweis der nasen“
(Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen)

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Daraus ergeben sich mir folgende Fragen: Warum distanziert sich die evangelische Kirche nicht im Wesentlichen von Luthers Antisemitismus? Es wäre gar nicht zu denken, auf was für Ideen radikale Anhänger der evangelischen Kirche kommen könnten, und sich dabei noch auf Luther - den Gründer dieser - berufen.
Des Weiteren ist zu erwähnen, dass Martin Luthers Schriften heute wahrscheinlich wegen Volksverhetzung auf dem Index landen und eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen würden.

„Die Welt will betrogen werden –
ein wahres Sprichwort.
Ich will dazu helfen.“
                      Martin Luther

„Wieviel dieses Märchen von Christus
uns und den unseren genützt hat,
ist allbekannt.“
                      Papst Leo X

Gefunden: http://www.derhessischelandbote.de/0000%20PDF/0310_VV_Rueckblick_Demokratisierungswille/031021_DK%20Rueckblick%20Diktatur.htm

So fordert es
Martin Luther

So tun es
die Nationalsozialisten

1.) Martin Luther erklärt: "Ich sollte mit einem solchen verteufelten Maul essen, trinken oder reden? So möchte ich aus der Schüssel oder Kannen mich voller Teufel fressen und saufen, so mache ich mich gewiß damit teilhaftig aller Teufel, die in den Juden wohnen." Die Nazis verbieten 1941 Freundschaften zwischen Deutschen und Juden. Auch in öffentlichen Einrichtungen dürfen Juden nicht bei Deutschen sitzen.
2.) Martin Luther fordert: Man soll ihre "Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecken ... unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien ..." Das tun die Nazis, z.B. in der Reichspogromnacht am 10.11.1938, an Luthers Geburtstag.
3.) Martin Luther fordert, "... daß man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ... Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun." Die Nazis ziehen die Juden zunächst ab 1938 in bestimmten Häusern zusammen, ab 1939 teilweise in Gettos. Später werden sie in Eisenbahnwaggons gepfercht und - vergleichbar einem Viehrtransport - in die Konzentrationslager gefahren. Dort müssen sie in Baracken wohnen.
4.) Martin Luther fordert, "... daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein ... auch die ganze Bibel und nicht ein Blatt ließe." Die Nazis lassen 1933 die jüdischen Schriften verbrennen.

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Für Hitler war Luther ein "Riese", der "den Juden" so sah, "wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen" (1923).

5.) Martin Luther fordert, "...daß man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ... daß ihnen verboten werde, den Namen Gottes vor unseren Ohren zu nennen." Die Nazis nehmen den Juden das Leben. Sie werden meist erschossen oder vergast, ihre Leichen in Massengräbern verscharrt oder verbrannt - allerdings unabhängig davon, ob der jüdische Bürger zuvor Gott öffentlich lobte oder nicht. Die ersten Pogrome erfolgen bereits 1933, die Massenmorde beginnen 1939.
6.) Martin Luther fordert, "...daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe ... Sie sollen daheim bleiben." Juden dürfen in der Nazi-Zeit ihren Wohnort nur mit polizeilicher Genehmigung verlassen. Später gilt das auch für die Gettos (ab 1939). Wer sich nicht daran hält, wird verhaftet.
7.) Martin Luther fordert, daß man "... nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold." Das tun die Nazis ebenfalls. 1938 wird der Besitz "zwangsarisiert", 1939 der Schmuck eingezogen, später das Geld.
8.) Martin Luther fordert, "... daß man den jungen und starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen." Die "jungen und starken Juden und Jüdinnen" werden von deutschen Firmen der Nazi-Zeit zum Teil als Zwangsarbeiter eingesetzt. In den Konzentrationslagern werden v.a. ab 1938 die Arbeitsfähigen von den Schwächeren getrennt. Die einen müssen unter dem Motto "Arbeit macht frei" zwangsarbeiten und werden erst hingerichtet, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Die anderen werden gleich umgebracht.
9.) Martin Luther fordert: "Summa: ... daß ihr und wir alle der ... teuflischen Last der Juden entladen werden ..." Sechs Millionen Juden werden beim Holocaust in Europa ermordet. Von den wenigen Überlebenden wandern die meisten bis 1951 in die USA oder nach Israel aus.

 

 

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Quellen:
  • Landesbischof Martin Sasse, Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!, Freiburg 1938;
  • Von den Juden und ihren Lügen von M. Luther, 1542, als Volksausgabe herausgegeben von H. L. Parisius, München o. J.;
  • Der achte und letzte aller Bücher und Schriften des teuren seligen Mans Gottes, Doctoris Martini Lutheri vom 42. Jahr an (= Tomos 8);
  • zit. nach: Hans-Jürgen Böhm, Die Lehre M. Luthers - ein Mythos zerbricht.

Die Gegenüberstellung ist ein Vorabdruck aus der Zeitschrift "Der Theologe", Ausg. Nr.4, kostenlos erhältlich über Postfach 1443, 97864 Wertheim (im Internet: www.theologe.de)

Das Buch zum Thema: Der Autor Hans Jürgen Böhm, schreibt über sich: "Ein gebürtiger Lutheraner entdeckt den ganzen Luther". Das Buch kann kostenlos beim Verfasser angefordert werden (Badstr. 28a, 91287 Plech)

 

abstand.gif (36 Byte) Nur gegen die DDR wollen die "braven Deutschen" abrechnen. Hier ein paar Auszüge aus dem Buch "Der lange Weg zum Holocaust" von dem amerikanischen Historiker John Weiss der die Rolle der katholischen Kirche und insbesondere Martin Luthers Rolle als Vorkämpfer des Deutschen Judenhasses untersucht hat. [Bemerkungen im Rot von A.J.]


Die schuld der Katholischen Kirche:


...Gegen die rasante Ausbreitung der Reformation in Europa formierte sich als katholische Antwort die Gegenreformation. Als sich nun die Christen gegenseitig umbrachten, hatten auch die Restmitglieder der jüdischen Gemeinschaft wieder zu leiden. Die Juden waren inzwischen fast zu Vagabunden herabgesunken; sie suchten Schutz, wo immer sie ihn fanden, und wurden in die Ghettos getrieben, auf die sie fast zwei Jahrhunderte beschränkt bleiben sollten. Mitte des 16. Jahrhunderts herrschte Papst Paul IV. in Rom. Ganz im Gegensatz zu den Renaissancepäpsten war er ein frommer Reformer und Asket, und er stand den Juden entsprechend feindselig gegenüber. Die Reformation war für ihn eine jüdisch inspirierte Verschwörung zur Vernichtung des Vatikans und die Juden die Urheber der Sünde und des Protestantismus. Er setzte Gesetze aus dem Mittelalter wieder in Kraft, die seine Vorgänger weitgehend ignoriert hatten, und zwang die Juden in Italien fast ebenso elend zu leben wie ihre Glaubensbrüder im Norden. Er verbannte sie in Rom und dem restlichen Kirchenstaat aus zahlreichen Gewerben und Berufen, zerstörte ihre Synagogen, verbot ihnen, Land zu besitzen und zwang sie, Predigten zu ihrer Bekehrung anzuhören. Sie mußten den gelben Davidsstern und spezielle Kopfbedeckungen tragen, damit die Christen vor ihrer Anwesenheit gewarnt waren. Außerdem verbot der Papst den Talmud und die Feier der hohen jüdischen Feiertage und unterband den Verkauf von koscheren Nahrungsmitteln. Er rief die Inquisition wieder ins Leben und brachte sechzig bekehrte Juden auf den Scheiterhaufen, weil sie sich angeblich nur zum Schein bekehrt hatten. In Erfüllung einer Forderung, die Innozenz III. und das Laterankonzil von 1179 einst erhoben hatten, verbannte Paul IV. die Juden des Kirchenstaats in Ghettos und ermahnte alle christlichen Herrscher, das gleiche zu tun. Mit solchen Mitteln hoffte er »die Brüder Christi durch christliche Barmherzigkeit zurück zur Familie zu bringen«. Paul IV. war keineswegs der einzige, der solche Maßnahmen gegen die Juden ergriff. Im Lauf der Zeit wurden auch all die verstreuten jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa in Ghettos gezwungen. Juden und Christen, verkündete Paul IV., sollten weder miteinander verkehren noch untereinander Ehen schließen, damit die Religionen rein blieben. Dies kam vielen jüdischen Rabbinern entgegen, die damals wie heute ebenfalls eine Assimilation der Juden vermeiden wollten. Auch war es wegen des durch die Religionskriege entfesselten Fanatismus durchaus vorteilhaft, in bewachten Stadtvierteln zu leben, deren Tore nachts geschlossen waren, insbesondere, wenn an Ostern gewalttätige Horden durch die Straßen zogen und auf Rache und Plünderung sannen. Kein Rabbi begrüßte jedoch die elenden Bedingungen der Ghettos in den deutschen Landen.

Die Ghettos in Mitteleuropa waren arm, überbevölkert und wurden immer wieder durch Feuersbrünste zerstört. Geldverleih, Pfandleihe und Trödelhandel waren die einzigen Tätigkeiten, die den dortigen Juden gesetzlich erlaubt waren. Da sie außerhalb der Ghettos keine Läden besitzen durften, wurden umherziehende jüdische Händler in den europäischen Städten zu einer alltäglichen Erscheinung. Während des ganzen 17. und 18. Jahrhunderts lebten die Juden Mitteleuropas hinter den Ghettomauern im Elend, isoliert und allen möglichen Sondersteuern unterworfen. Sie mußten den gelben Fleck tragen, waren nachts im Ghetto eingeschlossen, brauchten eine Sondergenehmigung, um sich in Gruppen in der Stadt aufzuhalten, und wagten nicht, auf dem Markt einzukaufen, bevor die Christen bedient waren. Sie hatten eine Kopfsteuer zu entrichten und mußten um freies Geleit betteln, wenn sie reisen wollten. Um die Zahl der Juden zu vermindern - nur die ökonomisch nützlichen waren erwünscht -, wurden Gewerbescheine und Genehmigungen für Ehen und Haushaltsgründungen nur in beschränkter Zahl ausgestellt und jüdische »Vermögen« mit einer hohen Sterbesteuer belastet. Da die Juden ihre Wohnungen im Ghetto nicht selbst besitzen durften, waren sie von christlichen Vermietern abhängig, die nicht zögerten, sie ohne Vorwarnung auf die Straße zu setzen, wenn sie eine plötzlich verkündete Mieterhöhung nicht bezahlen konnten...

...Die Entstehung Preußens begann 1198, als deutsche Adlige während des Dritten Kreuzzugs den Deutschen Orden gründeten und Keuschheit, Gehorsam und Armut gelobten, um besser für die Ausbreitung des Christentums kämpfen zu können. Der Hochmeister des Deutschen Ordens unterstellte sich und die Mitglieder seines Ordens Papst Innozenz III. Dieser bekannteste und militanteste Imperialist unter den Kreuzzugspäpsten, der als erster den Titel Stellvertreter Christi für sich in Anspruch nahm, sah in der Eroberung des Heiligen Landes lediglich den Beginn einer weltweiten christlichen Vorherrschaft. Er rief zu einem brutalen und blutigen Kreuzzug gegen die Albingenser in Frankreich auf, die als Ketzer galten, weil sie glaubten, daß Christus nur als Erscheinung, nicht jedoch in Wirklichkeit auf Erden gewandelt war. Wie ihre Feinde betonten, konnten sie diese Irrlehre nur von den arglistigen Juden gelernt haben. Wer sonst hätte die Bosheit und den Willen besessen, unschuldige Gläubige zur Leugnung der Wirklichkeit Christi zu verführen? Innozenz III. forderte als erster Papst, daß die Juden den Davidsstern trügen, und setzte auf dem Vierten Laterankonzil durch, daß dies Kirchenrecht wurde... 1  


Und welche rolle spielte Martin Luther?


Schon Johannes Chrysostomos hatte geschrieben, wer Jesus Christus grenzenlos liebe, dürfe sich auch in »der Schlacht gegen die, die Ihn hassen«, 3 keine Grenzen setzen. Luther jedoch sollte sie alle übertreffen...

Zunächst war Luther durchaus um die Juden bemüht. Er glaubte, die Juden würden sich mit Freuden bekehren, nachdem er die einzig wahre Bedeutung des Christentums enthüllt und die Irrtümer der römisch-katholischen Kirche aufgedeckt hatte. Er glaubte, sie würden nun endlich das Licht sehen, das die Bischöfe von Rom jahrhundertelang verdunkelt hatten. Die Juden hätten die dekadente und verderbte Lehre des päpstlichen »Antichrist« und seiner Handlanger - dieser »Narren« und »groben Eselsköpfe« - zu Recht abgelehnt. Er schrieb: »Und wenn ich ein Jude gewesen wäre... so wäre ich eher eine Sau geworden als ein Christ.« Nachdem es der etablierten Christenheit nicht gelungen sei, die Juden zu bekehren, behandle sie sie, »als wären es Hunde und nicht Menschen« und beschuldige sie fälschlicherweise des Ritualmords, der Vergiftung von Christen und der Teufelsanbeterei. Als Strafe für diese angeblichen Verbrechen habe die Kirche die Juden aus allen ehrenhaften Berufen verbannt, so daß sie nun vom Wucher leben müßten, wofür sie obendrein auch noch verdammt würden. 1 

Luther war überzeugt, daß sich die Juden rasch bekehren würden - eine falsche Hoffnung. Jahrtausendelang hatten die Identität, die Kultur und der Alltag der Juden auf dem jüdischen Glauben beruht. Dieser Glaube hatte selbst die Schrecken der Kreuzzüge überlebt. Wie konnte man nun von ihnen erwarten, daß sie ihre eigene, ältere Religion aufgeben würden, nur weil wieder einmal in Wichtigtuer behauptete, Christus sie ihr Messias?...

...Die katholische Führung hatte sich gegen Massenmorde an Juden gewandt, Luther jedoch, der Wegbereiter einer neuen Variante des Christentums, die sich rasch in Deutschland verbreitete, mochte die jahrhundertelange Tradition doktrinärer Ausflüchte im Interesse des sozialen Friedens nicht mehr dulden. In Briefen und Streitschriften beschimpfte er die Juden in einer brutalen Gossensprache, derer sich bis dahin nur jene Demagogen bedient hatten, die während der ersten Kreuzzüge die Judenmassaker inszenierten: Der Teufel sei der Gott der Juden. Christus hat keinen »bittereren, giftigeren, heftigeren Feind... als einen rechten Juden, der mit Ernst Jude sein will«. Die Juden sind buchstäblich »Teufelskinder«, »giftige, bittere, raubgierige, hämische« Feinde Christi und der Christen. 3 All die alten Mythen wurden mit einer Schärfe fortgesponnen, die sich seit dem 5. Jahrhundert kein katholischer Kirchenführer mehr erlaubt hatte. Man gestatte den Juden, in Frieden unter den Christen zu leben, schrieb Luther, und diese revanchierten sich durch Wucher und Brunnenvergiftung und indem sie bei ihren satanischen Ritualen christliche Kinder ermordeten. Sie wagten es sogar, Christus als Sohn einer Hure und eines römischen Soldaten zu beschimpfen. Luther spricht mit der Stimme der mordenden Kreuzfahrer. Er, der behauptete, seinen Glauben allein auf die Heilige Schrift zu gründen, hätte dort keinerlei Rechtfertigung für seine obszönen Tiraden finden können, und er versuchte es auch nicht.

Luther stellte sogar die mordgierigen Haufen der Kreuzfahrer noch in den Schatten, denn sie hatten wenigstens die Alternative Bekehrung oder Tod geboten. Luther dagegen erklärte, ein Jude könne niemals bekehrt werden, genausowenig wie der Teufel, dem die Juden so eifrig dienten. Es sei schon gefährlich, mit diesen satanischen Juden auch nur über religiöse Angelegenheiten zu diskutieren. Für Luther reichte es aus, sie an ihre Geschichte seit der Zerstörung des Tempels zu erinnern, dies genügte ihm als Beweis, wie sehr Gott ihre verfluchte Rasse haßte. Luther schrieb, er würde einen Juden nicht einmal taufen, wenn dieser ihn darum bäte, sondern ihn wie eine giftige Schlange ersäufen. »Ich kann die Juden nicht bekehren; unser Herr Jesus Christus hat es auch nicht vermocht. Aber ich kann ihnen ihren Schnabel schließen, so daß ihnen nichts anderes übrigbleibt, als auf dem Boden ausgestreckt bleiben zu müssen4  Er hätte kaum deutlicher sein können; der Tod war seine persönliche Endlösung der »Judenfrage«.

Luthers letzte Predigt im Jahr 1546 war dem Hochmut und der Hartnäckigkeit des Judentums gewidmet, dem fleischgewordenen Antichrist, der durch seine heimtückischen wirtschaftlichen Aktivitäten die Herrschaft in Deutschland errungen hatte. Im Jahr 1543 hatte er seine berühmte und vielzitierte Schrift Von den Juden und ihren Lügen veröffentlicht, ein übles Traktat, in dem er die Juden beschuldigte, die Weltherrschaft erringen zu wollen. Sie seien »eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück«. Die deutschen Fürsten sollten das Judentum verbieten, den Besitz der Juden zerstören, den Rabbinern bei Todesstrafe verbieten, weiterhin zu lehren, die Schulen, Synagogen und Häuser der Juden niederbrennen, ihre Vermögen beschlagnahmen, ihre Gebetsbücher und den Talmud vernichten und sie entweder »wie die tollen Hunde ausjagen« oder sie alle »unter ein... Dach« stecken. Die Fürsten von Sachsen, Brandenburg und Schlesien folgten seinem Rat und vertrieben die Juden. Luther nahm die Argumentation der Rassisten des 19. Jahrhunderts vorweg, die - ohne sich dabei so stark der Metaphern von Schmutz und Exkrementen zu bedienen - ebenfalls die Ansicht vertraten, daß die Juden aufgrund ihres Blutes weder assimilierbar noch bekehrbar seien.

Luther war schlicht ein Rassist; es kümmerte ihn wenig, daß sein Judenhaß mit dem Erlösungsversprechen Christi nicht vereinbar war. Ein Jude war für ihn einfach kein Mensch, sondern aufgrund seiner Rasse nicht mehr zu retten - so haben später auch die mit den Nazis verbündeten protestantischen »Deutschen Christen« argumentiert. Luther sah den Teufel buchstäblich auf Erden wandeln; er schrieb, er habe ihn selbst gesehen und häufig seine abscheuliche Stimme gehört. Einmal gestand er sogar, in Zeiten innerer Qual bisweilen nicht mehr zwischen der Macht Gottes und der des Teufels unterscheiden zu können, besonders wenn er über die Handlungen von Satans Volk nachdächte. Psychologen haben Luthers Teufelsbesessenheit als eine seltsame Eigenheit gedeutet, doch er teilte sie mit Millionen von Zeitgenossen. Der Glaube an die irdische Existenz des Teufels war bis zum Zweiten Weltkrieg bei Millionen von Bauern in Mittel- und Osteuropa weit verbreitet, die eine Vielfalt christlich-faschistischer Gruppen unterstützten.

Auch Luthers Antisemitismus war keine persönliche Eigenart. Die Ausbreitung des Protestantismus in Deutschland war von einer Flut judenfeindlicher Pamphlete und Plakate begleitet, in denen häufig Luthers bösartige Angriffe kunstvoll aufbereitet waren. »Studien« schilderten die obszönen Praktiken der Juden in Synagogen und bei rituellen Bädern, ihre abscheuliche Neigung, christliches Blut zu trinken, ihre Fähigkeit, sich in Schlangen und Dämonen zu verwandeln, ihre heimlichen Verbrechen und Laster und ihr bizarres Verhalten, was Sex und Stuhlgang betraf. Bezeichnenderweise wurden die bösen und dämonischen Eigenschaften der Juden häufig nicht ihrer Ablehnung des Christentums, sondern der inhärenten und unwandelbaren Eigenschaft ihres Blutes zugeschrieben. Luther mag für solche Schriften das wichtigste Vorbild gewesen sein, doch er brachte einen tief empfundenen Volksglauben zum Ausdruck, für den es anderswo in Europa keine Entsprechung gab. Er sprach für die Millionen von Bauern und ländlichen Handwerkern, die in der ganzen neuzeitlichen Geschichte Deutschlands das Rückgrat populistischer und rassistischer sozialer Bewegungen bilden sollten, jener Bewegungen, die schließlich den Nationalsozialismus unterstützten. Schon zu Lebzeiten Luthers gab es eine Vielzahl von populären Schriften und simplen Bildergeschichten, die Luther als Heiligen, als Johannes den Täufer oder als Moses darstellten, der sein Volk aus der Wildnis führt, die durch die römisch-katholische Kirche und die üblen Machenschaften der Juden gewuchert war.

In England und Frankreich lebten im 16. Jahrhundert nur noch wenige Juden. In Frankreich hatten vor allem die kalvinistischen Hugenotten, die den Juden freundlich gesinnt waren, mit der Feindschaft der katholischen Kirche zu kämpfen. Die Juden wurden in beiden Ländern eher als Symbol als eine akute Bedrohung wahrgenommen. Claude de Montfort, der populärste französische Geistliche des Jahrhunderts, griff zwar die Juden für ihre Schuld am Tod Christi an, betonte jedoch, daß auch die Christen seit dem Sündenfall unter der Ursünde standen. In England, der Schweiz und Schottland sowie in den Kolonien, aus denen später die Vereinigten Staaten entstanden, brach mit der Ausbreitung verschiedener Spielarten des Kalvinismus die aus der Zeit der Kreuzzüge stammende Tradition der gewalttätigen Judenhetze ab. Nach lutherischen Maßstäben standen Kalvinisten und Puritaner dem Judentum und den Juden äußerst wohlwollend gegenüber. Tatsächlich war Martin Luther der einziger wichtige protestantische Reformator, für den die Juden unrettbar verderbt waren...

...Für die Kalvinisten hatte Gott beschlossen, wer zu den wenigen Erretteten gehörte, und es waren wirklich nur wenige...

...Die Prädestinationslehre schwächt die Judenfeindschaft und verringert das psychologische Bedürfnis, das Christentum durch die Bekehrung der Juden zu bestätigen. Calvin schenkte der jüdischen Ablehnung Christi in seinen Schriften überraschend wenig Beachtung; für die Kalvinisten blieb die Bekehrung der Juden wirklich Gott überlassen, wie auch die Errettung aller übrigen Menschen...

Anders als Frankreich und England des 16. und 17. Jahrhunderts war die »Judenfrage« in den deutschen Landen heftig umstritten. Für soziale Mißstände wurden hier vor allem die Juden verantwortlich gemacht, eine Tradition, die bis zum Nationalsozialismus ungebrochen fortdauerte. Wie so vielen Antisemiten nach ihm, waren Handel und Stadtleben nach Luther moralisch suspekt und galten ihm als »jüdisch«. Wahre Deutsche führten ein einfaches Leben auf dem Land...


Und wie sieht es in Bayern aus?


Im Jahr 1633 wütete die Pest im bayrischen Dorf Oberammergau. Die Dorfbewohner hielten die Seuche für eine Strafe Gottes und gelobten, zur Buße alle zehn Jahre ein Passionsspiel zum Gedenken an die Auferstehung Jesu aufzuführen. Das Spiel wird bis heute aufgeführt und stellt, obwohl es nach dem Zweiten Weltkrieg umgeschrieben wurde, noch immer eine verzerrte Version des Neuen Testaments dar. Diese Entstellung der Heiligen Schrift resultiert aus dem zwanghaften Bedürfnis, die Juden als willige Werkzeuge des Teufels zu präsentieren und sie in ihrer Gesamtheit für den Tod Christi verantwortlich zu machen. Hitler war von dem Spiel begeistert: Es sei von größter Bedeutung, das Passionsspiel in Oberammergau weiterhin aufzuführen, denn nirgends werde die Bedrohung durch die Juden so überzeugend dargestellt. 2 Die Nazis schätzten das Spiel als »reichswichtiges« Ereignis der Volkskultur. Zum dreihundertjährigen Jubiläum im Jahr 1934 besuchten hohe Nazifunktionäre die Vorstellung und sahen zu, wie Jesus und seine Jünger in heldenhafte Arier verwandelt und von semitischen Dämonen gequält wurden, die den widerlichsten antisemitischen Stereotypen entsprachen.


Und wie verhielt sich Kaiser Wilhelm II? ...Trotzdem haben die meisten deutschen Historiker bis vor kurzem noch behauptet, er sei kein Antisemit gewesen!


Die Rassisten glaubten im Kaiser endlich den Führer gefunden zu haben, der die Juden strafen würde. Als Kronprinz hatte er sich öffentlich für Stoecker ausgesprochen und ihn bei Hofe meistens in Schutz genommen. Später freute er sich über das schreckliche Pogrom von Kischinew und verkündete, als die verfolgten Juden von Rußland nach Deutschland flohen: »Hinaus mit diesen Schweinen!« 28 Als er erfuhr, daß russische Soldaten mit den Verfolgern zusammengearbeitet hatten, sagte er: »Alle deutschen Männer und vor allem die deutschen Frauen denken das gleiche.« 29 Und als Theodor Herzl ihn aufforderte sich beim türkischen Sultan für die Gründung eines jüdischen Staates einzusetzen, schrieb er auf die Petition, er wäre glücklich, wenn er alle Juden in Deutschland loswürde. Er versprach, »den jüdischen Einfluß von Armee und Verwaltung mit aller Entschiedenheit auszuschließen und in allen Betätigungen der Kunst und Literatur nach Möglichkeit einzuschränken«. 30 Häufig sprach er von einem künftigen Rassenkrieg der Arier gegen die Juden, und als man ihn über die Russische Revolution von 1905 informierte, schrie er: »Immer sind es die Juden!« und glaubte: »Das wird hier auch eintreffen.« 31 Mehrmals äußerte er gegenüber Höflingen, wenn ein Krieg ausbreche, müsse es ein Blutbad unter Juden und Sozialisten geben.

Im Jahr 1901 wurde der Kaiser mit Houston Stewart Chamberlain, dem bekanntesten rassistischen Intellektuellen seiner Zeit, bekannt gemacht. Er war von Chamberlain fasziniert und es begann ein ausführlicher Briefwechsel. Chamberlains Schriften, schrieb er, hätten all die angestauten arisch-deutschen Gefühle in seiner Seele freigesetzt und ihm die weltumspannende Bedeutung des Kampfes enthüllt den die Teutonen zur Rettung der Deutschen und der gesamten Menschheit gegen Rom und Jerusalem führten. Beide Männer waren sich darin einig, daß Jesus ein Arier gewesen sein mußte und seinem Willen ein von allen jüdischen Spuren gesäubertes germanisches Christentum entsprochen hätte. Der Kaiser pries Chamberlain, weil er die göttliche Bestimmung der Rasse, den Osten zu erobern, enthüllt hatte. Gott habe Chamberlain zu seinem Verbündeten bestimmt, und er werde ihm ewig dafür danken. Chamberlain sei sein Waffenbruder und Bundesgenosse im Kampf der Teutonen gegen Rom, Jerusalem usw. Das Gefühl, daß sie für eine absolut heilige Sache kämpften, werde ihnen den Sieg bringen. Chamberlain antwortete, Deutschland müsse die moralische Ordnung der Menschheit retten, denn ohne die Hohenzollern und die teutonische Rasse werde die Welt dem seelenlosen Materialismus der Juden gehören. Die Deutschen müßten sich vereinigen, die Massendemokratie abschaffen und ihr Schicksal erfüllen, denn Gott baue allein auf die Deutschen, um das ätzende Gift des Judaismus zu zerstören und die Welt zu erlösen. 32

Doch der Kaiser konnte nicht einmal Deutschland retten. Als der Krieg kam, erlaubten ihm seine Generäle nicht einmal, eine Kompanie zu befehligen. Man verkündete zwar der Öffentlichkeit, er habe in der Schlacht von Verdun das Kommando geführt, in Wirklichkeit jedoch wurde er nie konsultiert und meistens nicht einmal informiert. Die Generäle machten sich hinter seinem Rücken über ihn lustig, während sie so taten, als hätten sie wichtige Angelegenheiten mit ihm zu klären, oder sie nahmen ihn auf sorgfältig organisierte Rundreisen mit und präsentierten ihn als Oberbefehlshaber, vermutlich um die Moral im Feld und an der Heimatfront zu heben. Zu seinen Gunsten sei vermerkt, daß er, als er die Folgen eines besonders mörderischen Gefechts besichtigte, wie betäubt und völlig sprachlos war, vielleicht, weil ihm die wirkliche Bedeutung seiner kriegerischen Phantasien damals endlich klar wurde. Am Ende fand er eine neue Berufung als Holzhacker im niederländischen Exil. Doch er änderte sich nie. Im Krieg forderte er die Ermordung aller russischen Kriegsgefangenen; bei Kriegsende machte er die Juden für die Niederlage verantwortlich. Er unterstützte die Nazis und gestattete seinen Söhnen, für Hitler Wahlkampf zu machen. Über die Juden schrieb er 1919, kein Deutscher solle ruhen, »bis diese Schmarotzer vom Deutschen Boden vertilgt und ausgerottet sind«. 33 Noch im Jahr 1941, kurz vor seinem Tod, frohlockte er über die antisemitischen Maßnahmen der Nazis. Trotzdem haben die meisten deutschen Historiker bis vor kurzem noch behauptet, er sei kein Antisemit gewesen!


Und wie dachten Hegel, Kant, Schopenhauer und Fichte?


In einem Zornesausbruch, was bei dem eher besonnenen Beobachter der Weltgeschichte selten vorkam, schrieb Hegel:

»Der Geist erkennt nur den Geist; sie [die Juden] sahen in Jesus nur den Menschen ... er war nur einer wie sie, und sie selbst fühlten, daß sie Nichts waren. Am Haufen der Juden mußte sein Versuch scheitern, ihnen das Bewußtsein von etwas Göttlichem zu geben; denn der Glaube an etwas Göttliches, an etwas Großes kann nicht im Kote wohnen.«3

Der Antijudaismus in der deutschen Philosophie entsprang einer theologischen Sichtweise der Geschichte. Die Philosophen der Aufklärung hatten wenig Interesse an der Vergangenheit, abgesehen von der Suche nach historischen Persönlichkeiten oder Epochen, die sie für ihre Vorläufer hielten. Sonst beschränkte sich Geschichte auf die Schilderung der blutigen Fürstentyrannei oder des priesterlichen Obskurantismus. Folglich beruhte ihre Kritik an der Politik auf der Vorstellung eines »Naturzustandes«, zu dem der Mensch gelange, indem er von den Fehlern der Vergangenheit befreit werde, um ihn so zu sehen, wie er wirklich sei. Doch die deutschen Idealisten glaubten, daß die westliche Zivilisation einer vorherbestimmten göttlichen Entwicklung folge. Hegel glaubte, die Geschichte sei das Fortschreiten des absoluten Geistes durch die Zeit. Folglich gab es auch keine festen und unveräußerlichen Menschenrechte. Die Rechte und die Pflichten der Menschen wurden von der Geschichte und dem Wesen seiner jeweiligen ethnischen Gruppe bestimmt, die sich in deren Institutionen, Bräuchen und sittlichen Werten widerspiegelten. Das Judentum war somit das Produkt einer frühen und primitiven Sittenlehre und Geschichte, die erste und unvollkommenste Offenbarung des göttlichen Geistes, wie er sich im Laufe der Zeit nach und nach enthüllte. Kein Gerede von der Gleichheit aller Menschen konnte die Juden in sittlicher Hinsicht mit den deutschen Völkern gleichstellen. Ihre historische Entscheidung gegen Christus war von ihrem Wesen vorherbestimmt. Es konnte keine unveräußerlichen Rechte für alle geben; die Juden zu befreien würde eine sittliche Gefahr bedeuten.

 

Die deutschen Idealisten lehnten die Ansicht vieler Philosophen ab nach der die Vorstellungen und der Charakter eines Menschen von seinem sozialen Umfeld geprägt würden. Die Christen seien frei in ihrer Entscheidung für das Gute oder das Böse; sie seien nicht einfach eine »tabula rasa«, die von persönlichen Erfahrungen beschrieben würde wie Locke gemeint hatte. Der Körper des Menschen müsse den Gesetzen der Physik gehorchen, doch seine Seele sei frei. Als junger Seminarist war Fichte zutiefst bedrückt über die kaltherzige Argumentation der Aufklärung, durch die der Mensch zu einem Objekt reduziert wurde, ohne sittliche Entscheidung und angeborenen ethischen Idealismus. Fichte ging davon aus, daß nicht die Gesellschaft die Menschen prägt, sondern diese schaffen eine geistige Ordnung aus ihren eigenen inneren Quellen. Dieser bewundernswerte Glaube an die sittliche Freiheit der Menschen sprach auf den ersten Blick dafür, sich gegenseitig zu achten auf der Grundlage freier, sittlicher Entscheidungen. Die deutschen Idealisten hingegen gingen davon aus, daß sich der angeborene »Volksgeist« eines jeden Volkes in seiner Geschichte zeige und kamen folglich zu dem Schluß, daß die Berufe der Juden im Ghetto die Folge ihres angeborenen Geistes seien. Selbst der gemäßigte Kant war der Ansicht, Juden seien von Natur betrügerische Kaufleute, die von ihrem Aberglauben zusammengehalten würden. Ihr unmoralisches und schändliches Gebaren in Geschäft und Handel zeige, daß sie »keine bürgerliche Ehre suchten«, denn der »Wuchergeist« herrsche unter ihnen, unter einer »Nation von Betrügern«, die von der »Uberlistung des Volkes, unter dem sie Schutz finde«, profitiere.4 Die Gesellschaft mag der besonderen Begabungen der Juden bedürfen, schrieb Hegel, doch sie könnten nicht wirklich assimiliert werden da ihr Materialismus und ihre Habgier »lediglich eine animalische Existenz erlaubt, die auf Kosten des Nächsten gewährleistet werden kann«.5

Napoleons kosmopolitischen Auffassungen seien absurd, bemerkte Hegel. Es könnten nicht alle Völker dieselbe Verfassung haben, da sie von deren sittlicher Entwicklungsstufe abhänge. Fichte hielt das deutsche Volk für überlegen, da es sich bereitwillig für das Allgemeinwohl opfere, im Gegensatz zu den französischen Individualisten und jüdischen Materialisten. Die Juden aber könnten sich nicht ändern: »Aber ihnen Bürgerrechte zu geben, dazu sehe ich wenigstens kein Mittel als das, in einer Nacht ihnen allen die Köpfe abzuschneiden, und andere aufzusetzen, in denen auch nicht eine jüdische Idee sei.«6

Fichte hielt den jüdischen Geist für ebenso zerstörerisch und unverbesserlich wie spätere Antisemiten das jüdische Blut. Auch Kant ging davon aus, daß der »angeborne, natürliche Charakter« der Völker und Rassen seinen Ursprung »in der Blutmischung der Menschen« habe.7 Den Juden sollten die Bürgerrechte verweigert werden. Schopenhauer war der Ansicht, die Juden müßten vom Staatsdienst ausgeschlossen werden, denn sie besäßen keinen Nationalgeist. Fichte wollte sie alle samt aus Deutschland vertreiben.

 

Johann Gottlieb Fichte war der Philosoph des nationalen Befreiungskrieges gegen Napoleon, er versuchte als erster, den schlummern den deutschen Geist wachzurütteln und zu seiner sittlichen Berufung, der Schaffung einer neuen Nation, zu führen. Im Jahr 1808, zu einer Zeit, als französische Soldaten Berlin besetzt hatten, hielt er eine Reihe von Reden an die deutsche Nation. Fichte schimpfte das alte Preußen einen Kasernenstaat, dessen Herrscher die französische Kultur und Sprache vorzögen, und sprach mehrfach davon, diese Herrscher könnten nie die sittlichen Kräfte einer neuen Generation ansprechen. Die Niederlage müsse die Deutschen wachrütteln, damit sie eine vereinte Nation gründeten, die der deutschen Ideale wert sei. Eine Gesetzgebung nach französischem Vorbild sei fremdartig; sie würde das reine innere Wesen des deutschen Geistes zerstören, das Deutschland seit Luther erfaßt habe. Mit der Reformation habe Luther die sittliche Lehre Christi von dem katholischen Ritualismus befreit und Christi Werk gegen die primitive jüdische Religion vollendet. Wie unzählige Deutsche nach ihm, konnte schon Fichte nicht glauben, daß Jesus Jude war; der Begründer der größten sittlichen Revolution der Geschichte konnte nicht einem so elenden Volk entstammen. Wie spätere Rassisten war Fichte überzeugt, der Apostel Paulus habe die reine Botschaft Christi mit jüdischem Aberglauben verfälscht, weil er einen Bruch mit der jüdischen Religion gefürchtet habe. Die Reformation habe diese Überbleibsel des Ritualismus beseitigt, führte Fichte an, weil lediglich die deutschen Völker die volle Bedeutung des Christentums erfassen könnten. Auch nach der Taufe könnten Juden niemals Deutsche sein. Sie würden immer alle ihre Undeutschen Eigenschaften behalten: kosmopolitisch, seelenlos, unfähig, an einer sittlichen Gesellschaftsordnung teilzunehmen. »Fast durch alle Länder von Europa verbreitet sich ein mächtiger, feindselig gesinnter Staat, der mit allen übrigen im beständigen Kriege steht... es ist das Judentum.« Die Juden könnten keiner anderen Nation gegenüber loyal sein. »Um uns vor ihnen zu schützen, dazu sehe ich wieder kein anderes Mittel, als ihnen ihr gelobtes Land zu erobern und sie alle dahin zu schicken.«10

Mit der wichtigen Ausnahme der Slawen und Juden hielt Fichte alle Europäer für blutsverwandt. Doch die Deutschen waren für ihn das einzige Volk, das sich den uralten Geist bewahrt hatte, unverdorben von fremden Einflüssen. Während die Franzosen eine lateinische Sprache angenommen hätten, hätten die Deutschen ihre ursprüngliche Sprache behalten und damit die geistigen Qualitäten als das »Urvolk« bewahrt. Immer noch eng mit der Lebensweise ihrer kriegerischen Vorfahren verbunden, seien die Deutschen frei vom lateinischen, französischen und jüdischen Individualismus, von ihrer Habgier und dem bloßen Streben nach materiellem Wohlstand. Sie allein, so Fichte, würden noch empfinden wie die alten germanischen Stämme: Pflichten und Rechte würden sich aus der Unterordnung unter den Volkswillen ergeben.

Um den deutschen Geist zu schützen, drängte Fichte deutsche Politiker, die Produktion und den Verbrauch zu kontrollieren, damit das räuberische Abenteurertum internationaler Unternehmer und Spekulanten beendet werde, die vom Glauben an ein Wirtschaftswachstum besessen seien. Eine wirtschaftliche Autarkie würde verhindern, daß diese Mächte Deutschland mit Importartikeln überfluteten, welche die alten Handwerkszünfte zugrunde richten und das korrumpierende Verlangen nach Waren wecken würden, die dem Volksgeist fremd seien. In ähnlicher Weise sollten die deutsche Sprache, die Kunst und die Kultur, die Früchte des jahrhundertealten teutonischen Bewußtseins, von fremden Einflüssen befreit werden. Fichte lehnte demokratische Repräsentationsorgane ab und befürwortete den korporativen Staat, wie er später von Konservativen (und italienischen Faschisten) genannt wurde: eine politische Repräsentation durch das Handwerk, die Gilden und körperschaftlichen Vereinigungen, nicht durch die Masse anonymer Wähler. In erster Linie forderte Fichte ein neues Schulwesen, um die Jugend vor der sittlichen Verseuchung durch fremdartige Gedanken zu bewahren und den teutonischen Geist zu pflegen. Wenn die Deutschen einmal geistig vereint seien, müsse sich Deutschland bis zu seinen »natürlichen Grenzen« ausdehnen und alle Deutschen in einem Großdeutschland vereinen. In Fichtes Vision von einem Deutschland hatten die Juden keinen Platz. Wegen ähnlicher Ansichten liefen rechte Intellektuelle in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in Scharen zu den Nationalsozialisten über.

Als erster Rektor der 1810 neugegründeten Universität Berlin förderte Fichte eine Institution, die sich ausdrücklich der Schaffung eines neuen deutschen Nationalbewußtseins widmete. Mit flammenden Reden rekrutierten Fichte und Schleiermacher, der Dekan der theologischen Fakultät, Studenten als Freiwillige zum Militärdienst im Kampf gegen Napoleon. Die Jugend erfüllte ein idealistischer Opfergeist, der für die Errichtung eines vereinten Deutschland vonnöten war. In den Berliner Hörsälen hoben Fichte und seine Kollegen die ethnischen und religiösen Unterschiede unter den Völkern hervor und die Überlegenheit der germanischen Volksseele. Die Feindseligkeit gegenüber den Juden nahm zu. In anderen Ländern waren Nationalisten wie Giuseppe Mazzini der Ansicht, daß jedes Volk spezifische Merkmale trüge, die der ganzen Menschheit zugute kämen; Fichtes Thesen waren jedoch schwülstiger und aggressiver: In seinen Reden an die deutsche Nation sagte er, die Deutschen seien von allen Völkern dasjenige, das am eindeutigsten den Keim der menschlichen Vollkommenheit besitze und dem die Führungsrolle der Menschheit gebühre.11


Die Französischen Philosophen dachten anderes...


Rousseau bedauerte, daß der Glaube der Juden nur in einer verzerrten christlichen Version bekannt sei. Er sprach sich nachdrücklich gegen ihre Verfolgung aus und forderte, daß sie ihre Position in der christlich-jüdischen Debatte frei vertreten dürften.

Voltaire, ein entschiedener Gegner sowohl des Christentums als auch des Judaismus, war berühmt für seine Verteidigung der Gewissensfreiheit und seinen Protest gegen die religiösen Verfolgungen seiner Zeit. Dennoch war er ein übler Antisemit. Sein Werk ist von wüsten Tiraden gegen betrügerische Wucherer, diebische Geldverleiher, den »Abschaum der Menschheit« durchsetzt. Und er glaubte, daß diese Züge angeboren waren. Trotzdem forderte er eine Beendigung der Judenverfolgung. Er war deshalb ein Antisemit, weil er die progressivste Ansicht der anderen philosophes nicht teilte. Er glaubte nicht, daß die Eigenschaften eines Volkes das Ergebnis seiner historischen und sozialen Erfahrungen sind.

Die französischen Aufklärer aber verwarfen den traditionellen Glauben an angeborene Ideen und unveränderliche Charaktereigen- schaften und stellten die Frage: Wie sonst wird der menschliche Geist erfüllt? Für Locke war der Geist bei der Geburt eine unbeschriebene Tafel und wurde durch die Erfahrung beschrieben. Auf dieser Grundlage studierte eine Generation von Denkern die Wechselwirkung zwischen geistiger Erfahrung, sozialem Verhalten und moralischen Werten. Sie alle waren fasziniert von neuen Untersuchungen, die zu erforschen suchten, wie ein Kleinkind lernt, die Welt wahrzunehmen. Die radikalsten bestanden darauf, daß sämtliche Handlungen und Weltanschauungen von äußeren Einflüssen verursacht waren - das Selbst war nichts als die Summe aller Eindrücke, die es gewonnen hatte.

Solche Untersuchungen waren im wahrsten Sinne des Wortes revolutionär. Wenn nämlich der menschliche Charakter nicht die Folge angeborener Eigenschaften war, dann hatte auch der entsprechende Glaube, überkommene Institutionen, Sitten und Standeseigenschaften seien gottgewollt, seine Grundlage verloren. Solche Ideen waren gefährlich. Diderot wurde für kurze Zeit ins Gefängnis geworfen, nur weil er in einer seiner Schriften darüber spekuliert hatte, welche häretischen, moralischen und religiösen Ideen ein Blinder aufgrund seiner Wahrnehmungsbeschränkung entwickeln könnte. Condillac sah selbst die Geisteskraft nur als Produkt von Erfahrung und Bildung. In dem Bestreben, die überkommenen Ideen des Ancien regime zu widerlegen, behaupteten die philosophes, alle Menschen seien bei der Geburt gleich. Bauern, Kaufleute, Aristokraten, Könige, ja sogar Juden hatten keine Eigenschaften oder Fähigkeiten, die auf gottgewollten oder unveränderlichen Merkmalen beruht hätten. Condorcet empfahl Massenbildung, um die Menschheit allmählich zu vervollkommnen; für Cesare Beccaria war kriminelles Verhalten das Ergebnis sozialer Bedingungen; Phillippe Pinel meinte. Geisteskranke seien nicht etwa vom Teufel besessen, sondern könnten durch menschliche Rehabilitationsmaßnahmen geheilt werden. In seinem höchst populären Buch Diskurs über den Geist des Menschen führte Claude Adrien Helvetius den Charakter, die Fähigkeiten und die Leistungen eines Menschen auf seinen Stand, seine familiäre Erziehung und seine formale Bildung zurück. Er forderte, die Gesellschaft so zu verändern, daß alle die gleichen Chancen zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten hätten. Das Buch wurde vom Papst verdammt, vom Klerus verbrannt und war ständigen Angriffen der staatlichen Zensur ausgesetzt.

Den philosophes kam es darauf an, eine soziale Umwelt und ein Bildungswesen zu schaffen, in denen ein begabtes und tugendhaftes Volk gedeihen konnte, und sie wollten dies durch den Abbau der künstlichen Klassenschranken und religiösen Barrieren in der französischen Gesellschaft erreichen. Wie üblich war es Rousseau, der den Gedanken zu seinem logischen Abschluß brachte: Die Bildung mußte vernünftige Menschen schaffen, die für das Leben in einer vernünftigen und gerechten Gesellschaft geeignet waren. Da die Gesellschaft deformiert war, empfahl Rousseau, die Kinder zu isolieren, damit sie nicht durch Erfahrung lernten, parasitäre Aristokraten zu verehren und ehrliche Handarbeiter zu verachten. Die Jugendlichen sollten erkennen, daß die religiösen Mythen eben nur Mythen waren, und erst von der Existenz Gottes erfahren, wenn sie alt genug waren, den Unterschied zwischen Aberglauben und Wissenschaft zu begreifen, und klug genug, die zerstörerische Blindheit religiöser Verfolgungen zu verabscheuen.

Die neue Geisteswissenschaft erwies sich als eine mächtige Kraft im Kampf gegen die Isolation und Verfolgung der Juden. Der Geldverleih und Trödelhandel der Juden war nach Ansicht fast aller französischen Aufklärer eine Folge sozialer Unterdrückung durch Christen. Nach der Befreiung von staatlichen Berufsverboten würden die Juden sich in allen Berufen assimilieren. Montesquieu vertrat in seinem berühmten Werk Vom Geist der Gesetze die Ansicht, Regierungen und Menschen würden von den historischen Verhältnissen geprägt. Er forderte, die Beschränkung der jüdischen Bürgerrechte aufzuheben. Condorcet und Buffon, die großen französischen Naturalisten, weigerten sich zu glauben, daß die Juden (oder die Schwarzen) von Natur aus minderwertig seien. Rousseau betonte, die Juden könnten keine Rasse sein, gerade weil sie unter alle Völker zerstreut seien und sich mit diesen im Lauf der Jahrhunderte durch Heirat vermischt hätten...

 

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Hier aus Der lange Weg zum Holocaust - Die Geschichte der Judenfeindschaft in Deutschland und Österreich zum Download Kapital 5. DIE ANFÄNGE DES NATIONALISMUS IN DEUTSCHLAND und Kapital 6. ANTISEMITISMUS IN DER BISMARCK-ÄRA