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Frage 1321

Liebe mitlesende Brüder,


es wurde ja behauptet, John Mac Arthur habe angeblich eine seiner Irrlehren - 'Christus war nicht der ewige Sohn des Vaters, sondern WURDE zum Sohn Gottes als er Mensch wurde' - widerrufen. In der MacArthur Studienbibel habe ich jedoch folgendes gelesen:

 

 „Es ist auch der einzige Hinweis im AT auf die Vater-Sohn-Beziehung in der Dreieinigkeit. Diese Beziehung wurde in der ewigen Vergangenheit geplant und in der Fleischwerdung verwirklicht und bildet somit einen wichtigen Bestandteil des NT.“(John MacArthur’s Kommentar zu Psalm 2,7)

 

a) Zunächst ist die Aussage, dass Psalm 2,7 der einzige Hinweis im AT auf die Vater-Sohn-Beziehung schlichtweg falsch:

Man denke etwa an Sprüche 30:4  „Wer stieg zum Himmel empor und fuhr herab? Wer faßte den Wind in seine Fäuste? Wer band die Wasser in ein Kleid? Wer bestimmte alle Enden der Erde? Wie heißt er und wie heißt sein Sohn?“ oder an die Verheißung Gottes an David in 2.Sam 7,12ff „Wenn deine Tage erfüllt sind und du bei deinen Vätern liegst, so will ich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Leibe kommen wird, und will sein Königtum befestigen;  13 der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen.  14 Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein.“ Diese Zusage hat sich nicht in Salomo erfüllt, sondern weist bereits auf den Sohn Gottes als denjenigen, der Herrscher eines ewigen Königreiches sein wird.

Wer anderes als der Sohn Gottes ist in Psalm 2,11f gemeint, wenn es dort heißt „Dienet dem HERRN mit Furcht und frohlocket mit Zittern.  12 Küsset den Sohn, daß er nicht zürne und ihr nicht umkommet auf dem Wege“ ?

 

b) Ist das Vater-Sohn Verhältnis in der ewigen Vergangenheit geplant, d.h. gar nicht Wirklichkeit, sondern erst ab der Menschwerdung Christi?

 

Joh 17,5 „Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich [Anm.: der Sohn Gottes] bei dir [Anm.: dem Vater] hatte, ehe die Welt war.“

Hier spricht der Sohn Gottes von seiner ewigen Existenz, die er in Gemeinschaft mit dem Vater hatte schon bevor die Welt war, d.h. das ewige Verhältnis zwischen dem Vater und dem Sohn existierte – im Gegensatz zu MacArthur – bereits von ewigen Zeiten her. Jesus Christus WURDE nicht der Sohn Gottes, sondern er IST der Sohn Gottes von aller Ewigkeit her.

 

1.Joh 2,22 „Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet!

 

 

Peter Streitenberger


A) John MacArthur lehrt „Nichts weist darauf hin, dass Christus sein leibhaftiges Blut in das Heiligtum gebracht habe“ (John MacArthur Studienbibel, Kommentar zu Heb 9,12). An anderer Stelle behauptet er wiederum:

“Nothing in Scripture indicates that the literal blood of Christ is preserved in heaven and applied to individual believers. When Scripture says we're redeemed by the blood (I Peter 1:18-19), it is not speaking of a bowl of blood in heaven. It means we're saved by Christ's sacrificial death” (offener Brief, John MacArthur). [Übersetzung: Nichts weist in der Schrift darauf hin, dass das eigentliche Blut Christi im Himmel aufbewahrt ist und auf einzelne Gläubige angewandt wird. Wenn die Schrift sagt, dass wir durch das Blut erlöst sind (1.Petrus 1,18-19), spricht das nicht von einer Schale mit Blut im Himmel. Es bedeutet, dass wir durch den Opfertod Christi errettet sind.)

 

B) Ist die Lehre MacArthurs, dass das Blut Christi nicht in das himmlische Heiligtum gebracht wurde, in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift ?

 

C) Weist nicht der Heilige Geist schon im alten Bund auf das Werk Christi hin ? Es ist ja bekannt, dass das irdische Heiligtum der Stiftshütte und des Tempels ein Abbild des wirklichen Heiligtums im Himmel darstellen (Heb 9,23).

Christus ist die Erfüllung der Schattenbilder des Alten Bundes und der wahre Hohepriester im himmlischen Heiligtum.

In Heb 8,3 heißt es „Denn jeder Hohepriester wird bestellt, um sowohl Gaben als auch Schlachtopfer darzubringen; daher ist es notwendig, dass auch dieser etwas habe, das er darbringe.“ Wir werden belehrt, dass es für den Herrn Jesus als unser Hohepriester notwendig war, etwas als Opfer im wahren Heiligtum zu haben. Im alten Bund musste der irdische Hohepriester am Großen Versöhnungstag mit Blut im Heiligtum erscheinen, das er auf den Sühnedeckel der Bundeslade sprengte: Heb 9:7 „in das zweite Zelt aber geht einmal im Jahr nur der Hohepriester, nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die Versehen des Volkes darbringt.“

Genauso wie der irdische Hohepriester mit Blut vor der Anwesenheit Gottes im Allerheiligtum erschienen ist, so lehrt Heb 9,12 über den hohepriesterlichen Dienst des Herrn Jesus „auch nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit [oder ‚durch’] seinem eigenen Blute, ist ein für allemal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte.“

In Hebräer 12 werden zudem ab Vers 22 sieben himmlischen Wahrheiten beschrieben, zu denen die Gläubigen gekommen sind. Die letzten Aussagen über die himmlischen Dinge werden in  Vers 24 genannt „und zu Jesu, dem Mittler eines neuen Bundes; und zu dem Blute der Besprengung,“.

 

Der Heilige Geist sagt hiermit also ausdrücklich, dass das Blut des Herrn im Himmel ist.

 

Darüber hinaus weist Heb 10,19 darauf hin, dass wir aufgrund des Blutes Jesu Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum haben können.

 

D) Es ist somit eindeutig davon auszugehen, dass die Lehre MacArthur’s im Widerspruch zur Heiligen Schrift steht.

 

Peter Streitenberger