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Frage 258

Nachtrag an ein persönliches Gespräch:

Hallo Hans-Peter

 Die Stelle ist Apostelgeschichte 14,23.

 Bin mal gespannt was du darüber denkst.

 Gottes Segen
 Stefan Reutimann

Apg 14,23 Als sie ihnen aber in jeder Versammlung Älteste gewählt hatten, beteten sie mit Fasten und befahlen sie dem Herrn, an welchen sie geglaubt hatten.


Lieber Stefan,
Das war noch die apostolische Zeit. Autorität kommt immer von oben, nie wird
Autorität von Unten gewählt.  Ich sehe hier ein einsetzen von Ältesten durch
den Apostel in Verbindung mit Barnabas. Paulus konnte noch viel was wir
heute nicht mehr können, oder können müssen.
Die Apg hat auch keinerlei christliche Lehre, wohl aber Praxis und die ist
je nach Umständen anders.

In IHM
Hans Peter


02.07.01

Hallo Hans Peter

So einfach geht die Antwort nicht! Belege mir aus der Schrift, wo sie lehrt,
dass dies nicht mehr gilt! Dann glaube ich auch, dass die Apostelgeschichte
auch Lehre enthält. Ansonsten ist dies eine hermeneutische Brille.
Schliesslich ist die Apostelgeschichte die dokumentierte Praxis.
Bin mal gespannt auf deine Antwort.

Es hat mich sehr gefreut dich kennenzulernen. War eine grosse Ermutigung für
mich. Den SSScanner habe ich bereits gekauft. Ist eine gute Sache.

Gruss
Stefan Reutimann


02.07.01

Lieber Stefan

Ist nicht ganz einfach für mich. Was ist Lehre? Was ist Geschichte und was ist der Unterschied?

Um meine Gedanken darüber zu äussern eignet das von Dir vorgeschlagene Thema eigentlich schon, nur müssen wir Gnade haben, dass wir gut aufeinander hören und eine andere Ansicht auch stehen lassen können. Auch wenn ich mich mich manchmal humoristisch über gewählte Älteste äussere, ist dies eigentlich nicht bösartig gemeint, ich habe nur Mitleid mit Ihnen...

In der Apostelgeschichte finden wir die Ablösung (Übergang) vom Zeitalter des Gesetzes, zu der vom Herrn angekündigten Zeit Apg 1,3+4.  (Gnadenzeit). Ein wichtiger Dienst war der Dienst der Apostel. Eph 2.20. Damit ich nicht in Konflikt mit Offb 2.2 komme, schaue ich genau was Lehre ist. Ich kann nicht das nachmachen was der Herr Jesus und die Apostel getan haben, sondern ich will da tun was der HErr und die Apostel gelehrt haben. Selber habe ich in der Apostelgeschichte keinen  Lehrsatz gefunden. Wenn nun der Apostel Menschen eingesetzt hat oder andere  aufgetragen hat (Titus) dies zu tun, dann kann ich, denke ich, dies nicht als Lehranweisung sehen, sondern verstehe es als göttlichen Hinweis, wie die Apostel und in welcher Gesinnung und unter welchen Umständen sie gehandelt haben. Ob Paulus oder Petrus immer praktisch richtig gehandelt haben, ist eine andere Forumfrage wert, soll aber in diesem Zusammenhang nicht weiter erörtert werden. Die Lehranweisungen betreffend der Qualifikationen Ältesten finden wir dann in den Lehrbriefen. Auch wenn sws ein Ältester nicht genau das gleich ist wie ein Hirte möchte ich bezüglich des sogenannten Wählens oder Einsetzens ist mir folgende Stelle Richtungsweisend.

Eph 4,11 Und er hat die einen gegeben als Apostel und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer,

Das Wort "gegeben" gilt es zu beachten.  Das eine Bestätigung oder Anerkennung wie auch immer von Seiten der Gemeinde erfolgen kann, mag nützlich sein, besser finde ich aber das Verwirklichen von  1. Thess 5, 12.  Heikel wird es nur heute, wo wir in einer Stadt mehrere christliche Gemeinden vorfinden. Darum ist der Hinweis des Apostels in der Apostelgeschichte 20,32 doch bemerkenswert. Ich frage prinzipiell bei keiner praktischen oder oder lehrmässigen Frage mehr sogenannte Älteste um Rat, sondern verhalte mich da wie die Beröer. Damit fahre ich nicht schlecht. Soviel vorerst zum Thema, verweise noch auf folgende Links: Forum 247


03.07.01

Stefan R schreibt im Forum 258:
So einfach geht die Antwort nicht! Belege mir aus der Schrift, wo sie
lehrt,
dass dies nicht mehr gilt!

+++ es wäre schön wenn Stefan einige Belege aus der Schrift liefern
könnte, woraus hervorgeht, daß eine Gemeinde oder ein Ältester die
Freiheit hat andere Älteste zu benennen. Meines Wissens gibt es nur
"offizielle" Älteste in der Schrift die von Paulus gewählt wurden oder
von einem seiner Mitarbeiter, die Paulus dazu aufforderte. Die Autorität
des Apostels gilt auch heute noch, nur ist keiner da der die Vollmacht
empfangen hat. Oder sollten wir so einen entscheidenden Schritt ohne ein
klares Wort Gottes tun?

Weiter ist die Frage: Ob wir heute auch noch jemand dem Satan
überliefern können. Das konnte wohl auch Paulus. Wir können
Gemeindezucht ausüben aber einen den Satan überliefern wird doch heute
nicht mehr möglich sein. Das zeigt auch das es wohl zu unterscheiden
gilt, was apostolisch war und was nicht. Umso wichtiger ist es m.E. das
wir eine klare Anweisung bekommen, was wir zu tun haben. Und das haben
wir bei dem Thema Älteste einfach nicht. Dennoch ist es sicher jedem
klar, daß es den "Dienst" des Ältesten noch gibt.
Siehe --> http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=102

Stephan Isenberg


05.07.01

Antwort zu der Frage von Stephan Isenberg

 
Grundsätzlich glaube ich, dass uns die Schrift die Freiheit gibt Älteste zu wählen. Bedenkenswert muss hier das Wort von Paulus an den Timotheus erscheinen. Bevor Paulus mit den Qualifikationen für Älteste beginnt, macht er eine wunderbare Äußerung – 1 Tim 3,1:    Das Wort ist gewiß: Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begehrt er ein schönes Werk.

Er beginnt mit der Formulierung: Das Wort ist gewiss. Zum zweiten Mal erscheint im 1 Timotheusbrief diese Formulierung. Bei diesen fünf Aussagen (Das Wort ist gewiss) in den Pastoralbriefen bringt Paulus jedes Mal eine zentrale Wahrheit des christlichen Glaubens.

Das erste Beispiel war in 1 Tim 1,15:

Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.

Nun zu unserer Stelle: Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begehrt er ein schönes Werk.

Sich in die Gemeinde als Leiter hineinzugeben ist in Gottes Augen eine gute Aufgabe.

Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet¼

Trachten bedeutet sich selbst ausstrecken, wünschen, begehren. Und wer gerne in den Ältestenkreis gelangen will, der hat nicht primär ein geistliches Problem, sondern der begehrt eine gute Aufgabe.

Warum aber schreibt dies Paulus dem Timotheus?

·        Das Dienen als Ältester hat nicht gerade eine überwältigende Attraktivität.

·        Sie ist zeitintensiv.

·        Man befindet sich plötzlich im Blickfeld der gesamten Gemeinde.

·        Man ist verantwortlich für alles - oder wird verantwortlich gemacht -, was in der Gemeinde geschieht oder eben nicht.

Gerade deswegen macht Paulus in unserem ersten Vers eindringlich Werbung für das Ältestenamt.

Von daher glaube ich annehmen zu dürfen, dass Gott uns die Autorität gegeben hat um Älteste in den Dienst zu berufen. Diese Autorität dürfen Älteste ausüben. Damit in der Berufung keine Fehler geschehen, hat Gott uns diese Texte über Ältestenschaft gegeben. Durch die Texte über Ältestenschaft hat uns die Bibel ein Feld des Wirkens abgesteckt.

Ich meinerseits glaube nicht, dass es besonders hilfreich ist, zwischen dem Dienst eines Ältesten und dem Amt eines Ältesten zu unterscheiden.


 

Ich teile deine Ansicht über die Stelle in Epheser 4. Darüber hinaus hat der Epheserbrief eine weitreichende Bedeutung für unsere Gegenwart.

 

1.     Die Abfassungszeit

Der Brief wurde um das 62. n.Chr. in Rom geschrieben.[1] Er ist die Krone der paulinischen Ekklesiologie. Er enthält die letzte Lehre über die Gemeinde. Paulus hat schon im ersten Korintherbrief seine ekklesiologischen Gedanken vermittelt. Nun führt er diese im Epheserbrief weiter aus .

 

 

2.     Die Nennung von fünf Gaben

Paulus nennt uns im Epheserbrief nur fünf Gaben. Mit grösster Wahrscheinlichkeit hat er während seines Aufenthaltes in Ephesus, in den auch die Abfassung[2] des ersten Korintherbriefes fällt, über die geistlichen Gaben gelehrt. Nun stellt er unter dem Haupt Jesus Christus fünf Gaben in das Zentrum. Aus diesem Grund müssen es spezielle Begabungen sein.

 

3.     Die Gemeinde des Paulus

Die Gemeinde von Ephesus war die Gemeinde des Paulus. Er hat mehrere Jahre in dieser Gemeinde zugebracht. In seiner Gefangenschaft hat er dann weiter die Gedanken Gottes über den biblischen Aufbau der Gemeinde empfangen.

Der Epheserbrief ist durch sein Thema: die Gemeinde Jesu Christi, ein ausserordentlich wichtiger Brief. Er bildet gleichsam das „Lehrfundament“ vom Wesen der Gemeinde. Man hat ihn auch „die Krone aller Paulusbriefe“ genannt.[3]

Der Epheserbrief, im besonderen Kapitel 4, wurde in den meisten ekklesiologischen Modellen vernachlässigt. Somit ergab sich damit eine Einseitigkeit im Gemeindeaufbau.

 

 

4.         Epheser 4,11

Vers 11

Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer,

Der Vers ist eine Fortsetzung des Gedankenganges von 4,1-10 und knüpft mit dem kai; aujto;V e[dwken direkt an die Aussage über die Verleihung der Charismen in Vers 8 an. Nun schreibt Paulus nicht nur über eine Verleihung der Gaben. Er rückt den Gabengeber zuerst in das Zentrum. Mit der Verstärkung aujto;V e[dwken wird (3 Person Singular aorist 1 Aktiv von divdwmi) weiter verstärkt. Das e[dwken wird von den Bibelübersetzern mit ‘er hat gegeben’[4], ‘er hat gesetzt’[5] oder ‘er hat¼bestellt’[6] übersetzt.  Bauer schlägt in seinem Wörterbuch zu dieser Stelle jemanden zu etwas machen vor[7]. Gott schenkt in Epheser 4 Gaben, indem er die Menschen zu etwas macht[8]. Nämlich zu Aposteln, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer. Die Bestätigung dieses Gedankenganges sich weiteren logischen Aufbau von Vers 11: tou;V me;n ajpostovlouV, tou;V de; profhvtaV, tou;V de; eujaggelista;V, tou;V de; poimevnaV kai; didaskavlouV. Es findet sich hier eine Aufzählung von fünf Gaben[9]. Die Aufzählung wird mit einem tou;V me;n eingeleitet und anschliessend mit tou;V de; weiter geführt. Erst die letzte Gabe (didaskavlouV) wird mit einem kaiv angeführt. Durch das einfache tou;V de; und kaiv versucht uns der Verfasser die unterschiedliche Begabung vor Augen zu führen. Gott hat nicht einen „Allrounder“ in die Gemeinde eingesetzt. Einzig zwischen poimevnaV und didaskavlouV findet sich deshalb nur ein kaiv, weil die Hirten und Lehrer sehr nah zusammenarbeiten. Manchmal vereinigt sich die Doppelgabe (Doppelamt) in einer Person

In 1 Korinther führt Paulus nur drei Gaben an: Apostel, Propheten, Lehrer. Nun entfaltet er im Epheserbrief die gesamte Fülle. Dies ist kein Zufall, den es ist seine Absicht die Gemeinde vor Irrlehre und dessen Folgen (Vers 14) zu bewahren. Fünf von Jesus Christus geschenkte Gaben bestimmen das Zentrum der Lehre über die Gemeinde. Diese fünf Gaben sind Führungsgaben. Erst durch die Ernennung wird jemand zum Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten oder Lehrer. Deshalb kann man von einem Amt sprechen. Jesus Christus setzt heute durch die Gemeindeleitung Menschen in diese fünf Dienste ein. Es sind Ämter, für dessen Ausführung der Berufene bestimmte Gaben besitzen muss.

Damit will ich nun sagen: Gott befähigt Menschen für seinen Dienst. Gott wird diese dann in seinem Reich einsetzen, ob sie nun von der Gemeinde bestätigt (Wahl kann nur eine Bestätigung sein) werden oder eben nicht. Einen eigentlichen Wahlkampf gibt es in der Gemeinde Jesu (hoffentlich) nicht. Das Wählen ist immer eine Bestätigung des Sichtbaren.

 

5.    1 Thessalonicher 5,12 (Auszüge aus einer Predigt)

Wie wir schon zu Beginn des Briefes betrachtet hat sich Paulus in seiner Aufgabe als Leiter indirekt verteidigt. Nun verteidigt er die Gemeindeleitung - Vers 12:

Wir bitten euch aber, Brüder, daß ihr die anerkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen,

Wir bitten euch aber, Brüder ¼ Paulus formuliert hier eine Bitte. Er bittet um Anerkennung der Leiter. Und zwar nur von einer bestimmten Art von Leitern. Sie werden dreifach beschrieben genannt:

1. Die unter euch arbeiten.

2. Die euch vorstehen im Herrn.

3. Die euch zurechtweisen.

Der Dienst der Leiter wird ein wenig beschrieben. Ein Leiter arbeitet an euch!

Bei Arbeit steht das Wort kopiva es ist nicht normale griechische Wort für Arbeit wie e[rgon. Kopiva bezeichnet harte Arbeit, sich bis zur Erschöpfung abmühen. Hirtenarbeit ist harte Arbeit, die oft rund um die Uhr geht, beschwert von Tränen und Sorgen.[10]

Ein Leiter setzt Zeit Menschen ein. Das erste Arbeitsfeld der Leiter oder Ältesten ist die Gemeinde. Die einzelnen Menschen. Jeder Leiter setzt sich mit Menschen auseinander, ob in der Jungschar, Jugendgruppe oder Sonntagsschule.

Zweitens, dann die euch vorstehen im Herrn.

Vorstehen ist Führung. Nicht einfach ziellose Arbeit. Sondern eine Gemeindeleitung leitet die Gemeinde. Eine Gemeindeleitung hat sich vor Gott zu verantworten.

Drittens noch, die euch zurechtweisen.

Dies ist sicher das Schwerste. Für uns als Leitung. Und für den Zurechtgewiesenen. Zurechtweisung ist nicht einfach! Da bäumt sich augenblicklich unser Herz auf.

Was hat der mir zu sagen! Der soll zuerst einmal selber!

Und da redet die Schrift:

Wir bitten euch aber, Brüder, daß ihr die anerkennt¼

Paulus bittet hier. Er kann nur bitten, denn letztlich ist es eine ganze persönliche Sache. Jeder muss selbständig entscheiden oder die Leitung. Nur, ein. Ist noch zu beachten:

Die Leiter sind Leiter von Menschen die Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland angenommen haben.

Dies ist die Grundlage!

Ohne eine persönliche Hinwendung für Christus macht es wenig Sinn auf die Leiter zu hören.

Und an Menschen, die dies getan haben, schreibt nun Paulus die Aufforderung:

Wir bitten euch aber, Brüder, daß ihr die anerkennt¼

Dies tut er weil es einigen aus der Gemeinde von Thessalonicher schwer viel die Leitung zu akzeptieren! Und heute? Der Humanismus hat jeden zu einem Spezialisten gemacht

·      Es ist einfach eine Leitung zu anerkennen, die nur nach deinen Träumen und Wünschen lebt.

·      Es ist einfach eine Leitung zu anerkennen, die nur das tut, was du als gut empfindest.

Und wenn dies einmal nicht geschieht, was dann? Verwirfst du dann die Leitung?

Die Allmacht zwar vermag sonst alle Sachen, doch eines kann sie nicht: es allen recht zu machen.

Sprichwort

Die Leitung wird dich bestimmt einmal enttäuschen - oder sie haben es schon getan!. Wie denkst du über die Leiter der Gemeinde XYZ?

Wie denkst du über die über XYZ, XYZ, XYZ und XYZ?

Kannst du diese Leitung akzeptieren? Annehmen als von Gott gewollt?

Die Bibel geht noch einen Schritt weiter - Vers 13a:

und daß ihr sie ganz besonders in Liebe achtet um ihres Werkes willen.

Besondere Liebe. Liebe weil sie sich besonders einsetzen. Heute ist der Trend, dass alles verrissen wird. Erfolg und Niederlage sind ganz nah beieinander.

Achtung vor der Leitung gehört zu Frieden der Gemeinde: umgekehrt: der Friede erleichtert das Leiten!

Zum Schluss dann noch - Vers 13b:

Haltet Frieden untereinander!

Calvin schreibt:

Meiner Meinung nach will Paulus den Machenschaften Satans begegnen, der seinerseits nichts unversucht lässt, um Zank, Zerwürfnis und Feindschaft zwischen die Gemeinde und ihren Hirten zu tragen.[11]

Die Geschichte der Gemeinde durch die Zeitalter hindurch ist ein trauriger Beweis für Satans Erfolg im Einführen von Streit und Spaltung.[12]

Wir haben nun betrachtet, wie der Umgang mit den Leitern geschehen soll: In Akzeptanz und Liebe.

 

Dies also der Auszug zu dieser Stelle. Hier geht es meiner Ansicht nach auch wieder um die Anerkennung. Anerkennung von bekannten Ältesten in der Gemeinde. Nur durch was wurden sie Älteste? Durch was wurden sie in diese Aufgabe berufen?

Ich glaube durch zweierlei: Durch Gottes Befähigung und durch die Bestätigung durch die Gemeinde. Dies hat sie dann nicht vor Kritik geschützt.

 

 

6.         Apostelgeschichte 20,32

Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.

Dieser Wunsch an die Ältesten offenbart deutlich die Kraft des Wortes Gottes. Wer sich getreu an Gottes Wort hält wird die Gemeinde weiter auferbauen. Dazu gehört jedoch auch die Berufung von Ältesten. Hier reduziert Paulus nicht seine Lehre. Es geht darum ganz genau nach der Schrift zu leben.

 

7.         Mehrere Gemeinden

Mehrere Gemeinden sind für mich kein Problem. Einige Gründe, die eine Gemeinde vor Ort verhindern:

·        Egoismus (jeder will eine Gemeinde nach seiner Meinung)

·        Unterschiedliches Bibelverständnis

·        Charismatik

Und noch tausend andere Gründe. Wir sind trotz der Erlösung nicht perfekt. Die vielen Gemeinden und Versammlungen sind ein Anlass zum Gebet. Und doch bin ich froh, dass Gott durch seinen Geist trotzdem wirkt.

 

 8.      Lehre in der Apostelgeschichte

Nun stellt sich uns die Frage: Was ist ein Lehrsatz? Mit welchen Methoden messen wir, ob wir einen Lehrsatz vorfinden oder nicht? Kann Apostelgeschichte 20,32 nicht gerade als Lehrsatz bezeichnen?

 

9.      Fazit

Nach der Schrift bin ich der Überzeugung, dass Gott auch heute noch seine Ältesten gibt. Gott macht diese Menschen zu Ältesten ob sie nun bestätigt werden oder nicht.

 

Ich hoffe diese Ausführungen tragen zu einer befruchtenden Diskussion bei. Gott segne dich in deinem Dienst.

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

 

Stefan Reutimann


[1]          Nach Mauerhofer, Erich: Vorlesungsscript Einleitung in das Neue Testament. 2. Auflage. 1988. Seite 261.

[2]          Auch hierüber herrscht grosse Einmütigkeit, dass Paulus den 1. Kor. Während seines langen Ephesus-Aufenthaltes auf der 3. Missionsreise abgefasst hat (Mauerhofer, a.a. O. Seite 216).

[3]          Aebi, Ernst: Kurze Einführung in die Bibel. 7. Auflage. Winterthur: Verlag Bibellesebund, 1983. Seite 202.

[4]          So in der revidierten Elberfelder Bibel ( Die Heilige Schrift. Revidierte Elberfelder Bibel. 3. Auflage. Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1986).

[5]          Die Neue Scofield Bibel mit Erklärungen. Die Heilige Schrift nach der Deutschen Übersetzung Martin Luthers. Neu durchgesehen (1914) nach dem von dem deutschen Evangelischen Kirchenausschuss genehmigten Text. 5. Deutsche Auflage. Pfäffikon/ZH: Missionswerk Mitternachtsruf,1985.

[6]          Zürcher Bibel (Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments. Verlag der Zürcher Bibel, 1975)

[7]          Bauer, Walter: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur. 6. Völlig neu bearbeitete Auflage. Berlin und New York: Walter de Gruyter, 1988. Spalte 389.

[8]          In 1 Korinther 12,28 gebraucht Paulus eqeto (Aorist Medium Indikativ von tivqhmi). Bedeutet ‘mit doppeltem Akkusativ jemanden zu etwas machen’ (Bauer, Walter: Griechisch-deutsches¼ Spalte 1628)

[9]          Eine genaue Bestimmung der einzelnen Gaben und ihrer heutigen Bedeutung erfolgt im zweiten Teil der Exegese. An dieser Stelle würde die genaue Bestimmung den Lese- und Gedankenfluss unnötig stören.

[10]        Was die Bibel lehrt: Thessalonicherbriefe. Seite 87.

[11]        Johannes Calvin: Die kleinen paulinischen Briefe. Seite 388.

[12]        Was die... Seite 89.


21.08.01

Antwort an Stefan R.

Lieber Stefan!

Vielen Dank für Deine Anmerkungen zu meiner Mail. Nur durch Zufall sah
ich, daß du geantwortet hast.

Auch ich bin der festen Überzeugung, daß der Herr auch heute noch seine
Aufseher hat und einsetzt bzw. "in welcher der Heilige Geist euch als
Aufseher gesetzt hat" (Apg 20,28).

Aber es will mir doch noch nicht deutlich werden, worin der Vorteil
besteht, wenn eine Gemeinde seine Ältesten wählt ohne das wir auch nur
ein Beispiel in der Schrift dazu finden (das öffentliche Anerkennen von
Ältesten scheint mir dann schon eher möglich zu sein - siehe 1.Thess
5,12!). Kann es sein, daß sich viele gar nicht vorstellen können, wie es
funktionieren kann, ohne offizielle Älteste auszukommen? Müssen wir
nicht auch hier wieder lernen dem Heiligen Geist mehr zu vertrauen?

Du empfindest es nicht als hilfreich, zwischen dem Dienst und dem Amt
eines Ältesten zu unterscheiden. Nun gut, aber dann müßten wir uns auch
damit abfinden, daß es heute an Ältesten mangelt. Denn wenn wir schon
offizielle Älteste wählen oder benennen, dann sollten auch die Kriterien
erfüllt werden, die ein Ältester zu erfüllen hat. Durch die
Unterscheidung (Dienst und Amt) erhalten aber auch solche Brüder eine
Aufgabe einen Ältestendienst zu tun, die vielleicht nicht alle Kriterien
erfüllen, die auf einen wirklichen Ältesten nach dem Wort zutreffen
müssen. Zum Beispiel gibt es viele Brüder die leider nicht lehrfähig
sind, aber die doch ein warmes Hirtenherz haben, um die Kleinmütigen zu
trösten, dann gibt es wieder Brüder die sind ausgesprochen lehrfähig
(ohne gleich ein Lehrer zu sein), die aber überhaupt kein Hirtenherz
haben. Und dennoch, wenn diese Brüder geistlich sind, bleibt keiner von
ihnen in der Couch sitzen, sondern erfüllen ihren speziellen Dienst, den
sie vom Herrn empfangen haben. Das Amt verleitet m.E. auch dazu, daß
andere Gemeindemitglieder zur Passivität erzogen werden, weil sie
schnell denken: "Ach dafür sind ja die Ältesten zuständig".

Das Thema Älteste hat sicher schon für viel Unstimmigkeiten unter
Christen gesorgt. Ich möchte dies aber durch meine geäußerten Gedanken
keineswegs noch unterstützen. Ich kann sehr gut damit leben, wenn andere
Christen es anders machen. Leider gibt es heute wegen jeder
Meinungsverschiedenheit gleich eine Trennung. Ich fände es schade, wenn
Christen sich trennten, nur weil sie in der Ältestenfrage nicht
übereinstimmen.

Liebe Grüße
Stephan Isenberg