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Frage: 787

Sehr geehrter Herr ,

ich habe auf Ihrer Website mit großem Interesse den Artikel von Fritz Wolf mit dem Titel "Was glauben Charismatiker?"
Fritz Wolf  gelesen. Ich bin selber Mitglied einer Pfingstgemeinde.

Ich frage mich, wie die Theorie, die von Herrn Wolf vertreten wird, daß man unmittelbar mit der Bekehrung (und Taufe?) den heiligen Geist in einer Weise empfängt, die eine weitere Erfüllung mit dem heiligen Geist unmöglich macht, mit Apg 8; 12 - 17 vereinbaren läßt.

Nach Vers 12 geht es in diesem Abschnitt um Menschen, die gläubig geworden waren und sich haben taufen lassen. Ich sehe keinen Grund anzunehmen, daß diese Menschen nicht bereits die geistliche Wiedergeburt im Sinne von Johannes 3 erlebt hatten. Trotzdem war der heilige Geist "noch auf keinen von ihnen gefallen" (Vers 16) und nach Handauflegung "empfingen" sie den heiligen Geist (Vers 17).

Offensichtlich gibt es da doch einen Unterschied von geistlicher Wiedergeburt und dem "Fallen" des heiligen Geistes und dem "Empfangen" des heiligen Geistes.

Es wäre nett, wenn sie diese Anfrage an Herrn Wolf weiterleiten könnten. Nach meinem Eindruck, den ich beim Lesen seines Artikels gewonnen habe, gehe ich davon aus, daß er mir hierauf eine biblisch fundierte Antwort geben wird. Auf meiner Seite ist ein ernsthaftes Interesse an der biblischen Wahrheit in diesem Bereich vorhanden.

Ich hoffe nicht, daß ich zukünftig an irgendeiner Stelle einmal (in Anspielung auf seine eigene Formulierung) sagen muß: "Ich habe dort angefragt, jedoch keine Reaktion erhalten.

Meine E-Mail- Adresse lautet: StefanN. ---> Mail an FritzWolf

Mit freundlichen Grüßen

Stefan N.


Lieber Stefan

die meisten Mails, soweit sie halbwegs vernünftig sind, werden beantwortet. Einige von denen ich denke, dass sie sich für`s Forum eignen, kommen, so wie auch Deines, früher oder später in ins Forum. Das ist so ungefähr meine momentane Vorgehensweise.


20.11.02

Lieber Stefan,

vielen Dank für Deine aufrichtige Mail. Es stimmt, dass in der Apostelgeschichte an vier Stellen von einer mit Zeichen begleiteten

Erfüllung mit dem heiligen Geist die Rede ist:

Apg 2: Die Apostel empfangen den heiligen Geist

Apg 8: Die Samariter empfangen den heiligen Geist

Apg. 10: Die Heiden empfangen den heiligen Geist

Apg. 19: Die Jünger des Johannes empfangen den heiligen Geist

So kann man zurecht, oberflächlich betrachtet, zu der Annahme kommen, dass die Bekehrung und die Erfüllung mit dem heiligen Geist zwei voneinander getrennte Erfahrungen sind. Ich habe das selbst auch  jahrelang so geglaubt und mit diesen Stellen die Geistestaufe, die in der Pfingstgemeinde gelehrt wird, belegt. Die Konsequenz wäre, dass es  zwei Gruppen von Wiedergeborenen gibt: Eine Gruppe, die mit dem heiligen Geist erfüllt ist (mit den nachfolgenden Zeichen der Zungenrede und der Weissagung) als auch eine Gruppe, die nicht mit dem Geist erfüllt ist. Dies ist die klassische Pfingstlehre, die ich kenne, jedoch stimmen dieser Lehre interessanterweise viele Charismatiker aus Kirchen und Freikirchen nicht zu. Es gibt in den Briefen des Neuen Testaments nur eine Stelle, bei der  von einer "Taufe im heiligen Geist" die Rede ist: "Denn in einem Geist  sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder  Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und alle sind mit einem Geist getränkt worden" (1. Kor. 12;13 nach der rev. Elberfelder). Nach dieser Stelle besteht die Versammlung des Herrn nur aus "Geistgetauften". Da  aber nirgendwo die Bibel von Jüngern des Herrn spricht, die nicht zum  Leib Christi, d.h. die Gemeinde gehören, kann es keine  nicht-geistgetauften Christen geben. Außerdem fehlt in den Briefen  jegliche Ermahnung an nicht geistgetaufte Christen, sich nach der  Geistestaufe auszustrecken. Demgegenüber gibt es in Eph. 5;18 die  Ermahnung, im Gegensatz zum Weintrinken voll Geistes zu werden, indem wir zueinander in Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern redet,  d.h. ist dem Zusammenhang aus Eph. 5 entsprechend eine Ermahnung bzgl. unserem Lebenswandel. In diesem Kontext ist nicht von den Gaben wie  Zungenrede und Weissagungen die Rede. Ich schließe daraus, dass es sich bei der Erfüllung mit dem heiligen Geist und der Taufe im heiligen  Geist um verschiedene Dinge handelt und nicht gleichgesetzt werden  kann. Wie steht es nun mit der Apostelgeschichte ? Meiner Meinung nach   beschreibt sie die Einsetzung der Versammlung des Herrn. Zu Beginn der  Apostelgeschichte gehen die Apostel davon aus, dass Gottes Heilshandeln  sich weiterhin auf das Bundesvolk Israel bezieht. So war auch die erste Frage der Apostel in Apg. 1;8, wann der Herr sein Reich für Israel  aufbaut. Auch in der Pfingstpredigt predigte Petrus zum Volk Israel. Es trat jedoch das in Jes. 28 angekündigte Zeichen der Zungenrede auf, als Zeichen des Gerichtes für das Volk Israel, weil sie die klaren Worte des Herrn nicht angenommen hatten. Diese Zeichen wiederholten sich in Apg. 8, 10 und 19, in denen Gott schrittweise offenbarte, dass er mit der Gemeinde etwas Neues beginnt: Einen neuen Bund auf der Grundlage des Opfer und der Auferstehung unseres Herrn, einen Bund, dessen Verheißungen sich auf die Ewigkeit im Himmel bezieht und nicht auf der  Erde sowie, dass wir als Gemeinde nicht nur sein Volk, sondern sein Leib sind. Dieser Bund ist nicht auf das Volk Israel beschränkt,  sondern steht allen Menschen aus allen Nationen offen. Das war den Aposteln zu Beginn noch nicht klar, weshalb Gott nach und nach zunächst den Samaritern und dann auf die Heiden seinen Geist ausgoss, damit sie  erkennen, dass auch sie in Gottes Heilshandeln eingeschlossen sind. Die  volle Offenbarung über Gottes Heilshandeln an der Versammlung des Herrn erfahren wir im Epheserbrief, in dem die Versammlung des Herrn als sein  Leib geoffenbart wird. Deshalb kann ich aus den Abschnitten in der Apostelgeschichte keine  Schlussfolgerung ziehen, dass es sich bei der Bekehrung und der  Geistestaufe generell um zwei getrennte Erlebnisse im Leben eines  Christen handelt, sondern dass diese einmalige Zeichen waren, in denen  Gott den Gläubigen aus den Juden offenbarte, dass sein Heilshandeln  nicht auf das Volk Israel beschränkt ist. Es gäbe noch viel  nachzudenken und zu schreiben, ich hoffe, Dir damit ein wenig Klarheit in diese Abschnitte bringen zu können und wünsche Dir Gottes Segen

Liebe Grüße
Fritz   Fritz Wolf


Lieber Stefan

Du schneidest den Text aus Apg 8,12-17 an. Für den Zusammenhang brauchen wir aber das Ganz schon ab Vers 5. Denn sonst können wir mit jeder Stelle machen was wir wollen.

Also da steht in Vers 5, dass Philippus in die Stadt kam und ihnen Jesus verkündigte. Warum sollte er ihnen Jesus (das Evangelium) verkündigen, wenn sie es schon kennen, sprich schon gläubig waren. Dann war es doch nutzlos. Denn Fussballprofis vom FZ Basel muss man auch nicht mehr erklären, was ein Elfmeter ist. Es heisst ab Vers 9, dass ein Mann, ein Zauberer sie in seinen Bann zog. Wären sie wirklich gläubig gewesen, hätten sie sich nicht von diesem okkulten Mann in ihren Bann ziehen lassen. Denn der Geist gibt Erkenntnis über okkultes und schützt auch davor.

Zudem hingen Ihm ALLE an, also nicht einer, der es nicht tat. Schwer vorzustellen, dass alle oder viele gläubig waren und doch diesem anhingen. Und dann kommt es: Als sie aber DEM Philippus glaubten... Also hatten sie zuvor einen anderen Glauben, und WECHSELTEN ihn nun. Sie glaubten nun dem Philippus und seiner Botschaft, also nicht mehr der okkulten des Zauberers.

Nun noch zu den nächsten Versen. Die Apg ist ein Übergang vom AT zur Lehre der Gemeinde. Das sieht man, das zum bsp. Pfingsten geschah und die Evangelisation unter den Juden und dann unter den Nationen. Eine Begebenheit der Apg nun einfach als allgemeingültig zu erklären ist gefährlich. Es gab zu jener Zeit Leute, die glaubten, aber den Heiligen Geist noch nicht bekommen hatten. Zudem glaubten ja vor Pfingsten auch die Apostel schon, hatten aber doch noch nicht den Heiligen Geist. Und dieses Handauflegen und weitergeben des Heiligen Geistes geschah IMMER von Aposteln oder ihnen nahestehenden Menschen, also nicht von irgend einem Pfarrer oder so!

Gruss Michael


Lieber Stefan 23.11.02

Den Heiligen Geist bekommt jeder, der Jesus als Erlöser und Herrn  annimmt. Apostelgeschichte 2, 38 Ändert euch und euer Leben! Wendet euch  Gott zu! Forderte Petrus sie auf. Lasst euch auf den Namen Jesu Christi  taufen, damit euch Gott eure Sünden vergibt und ihr den Heiligen Geist  empfangt. Die Taufe ist ein Teil der Bekehrung. Durch die unbiblische   Kindertaufe wird die Glaubenstaufe oft erst nach der Bekehrung gemacht. 3000 Menschen bekamen den Heiligen Geist ohne sichtbare Zeichen. Apostelgeschichte 2, 41 Viele der Zuhörer glaubten, was Petrus ihnen  sagte, und sie liessen sich taufen. Etwa dreitausend Menschen wurden an diesem Tag in die Gemeinde aufgenommen. Die Samariter waren mit den Juden verstritten, weil sie glaubten, dass  man Gott nur auf ihrem Berg Garizim anbeten könnte. Sie bekamen den  Heiligen Geist erst, als sie die Apostel in Jerusalem anerkannten, und  sich von ihnen die Hände auflegen liessen. Apostelgeschichte 8, 16-17  Denn bisher hatte keiner von ihnen den Geist empfangen, obwohl sie auf  den Namen Jesus getauft worden waren. Als ihnen aber die Apostel die Hände auflegten, empfingen sie den Heiligen Geist.  Der römische Hauptmann Kornelius bekam mit seiner Familie den Heiligen

Geist schon während der Verkündigung. Apostelgeschichte 10, 44 Petrus  hatte seine Predigt noch nicht beendet, da wurden alle, die zuhörten,  mit dem Heiligen Geist erfüllt. Bei Kornelius kam das Sprachenreden wieder vor, um den Juden zu zeigen, dass Gott auch die Heiden retten wollte. Ohne dieses Zeichen hätten die  Juden die Heiden nicht getauft. Apostelgeschichte 10, 45-47 Die Juden

aus der Gemeinde in Joppe, die mit Petrus gekommen waren, konnten es  kaum fassen, dass Gott auch Nichtjuden den Heiligen Geist schenkte. Denn  sie hörten die Menschen Gott in einer Weise anbeten und loben, wie sie  selbst es zu Pfingsten erlebt hatten. Petrus aber sagte: «Wer könnte ihnen jetzt noch die Taufe verweigern, wo sie genau wie wir den Heiligen  Geist empfangen haben?»

Die Jünger des Johannes bekamen das Sprachenreden, weil sie den Heiligen Geist nicht kannten. Apostelgeschichte 19, 2 u. 6 Paulus fragte sie:  Habt Ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr zum Glauben gekommen  seid? Nein, erwiderten sie. Was ist denn das, der Heilige Geist? Wir haben noch nie etwas davon gehört… Und als Paulus ihnen die Hände  auflegte, empfingen sie den Heiligen Geist. Sie beteten in anderen  Sprachen und redeten, wie Gott es ihnen eingab.

Das Sprachenreden ist nicht ein Zeichen, dass man den Heiligen Geist  hat, weil nicht alle diese Gabe bekommen. Gott gibt die Gaben wie er   will. 1. Korinther 12, 10-11 Einige beten in anderen Sprachen, und  manche schliesslich können dieses Gebet für die Gemeinde auslegen. Dies  alles bewirkt ein und derselbe Geist. Und so empfängt jeder die Gabe,  die Gott ihm zugedacht hat.

Gott segne dich und schenke dir offene Augen, damit du seine Spuren  entdeckst in den Herausforderungen, die dir das Leben stellt.

Bernhard Dura   B. Dura