Mal 3.16

4. Mose

4 Mose C.A.C.

Ein Überblick über das 4. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

[*Anmerkung des Übersetzers: Zur Erleichterung des Verständnisses sind zuweilen erklärende Worte in eckigen Klammern hinzugefügt worden.]

Kapitel 1

Die Zeit, wo Jehova zu Mose sprach: „Nehmet auf die Summe der ganzen Gemeinde der Kinder Israel“, ist insofern betrachtenswert, als sie uns erkennen lässt, wann Gott den Eintritt Seines Volkes in den Heeresdienst für gekommen erachtet. Die Hütte ward nach 2. Mose 40, 17 am ersten Tage des ersten Monats im zweiten Jahre aufgerichtet; dem folgte unmittelbar das Reden Jehovas in 3. Mose 1,1, und dann beginnt das vierte Buch Mose damit, dass Er zu Mose redete „im Zelte der Zusammenkunft am ersten des zweiten Monats im zweiten Jahre nach ihrem Auszuge aus dem Lande Ägypten“ (V.1).

Dieses Buch setzt somit voraus, dass die sich damit Beschäftigenden im Lichte der Lehre vom zweiten und dritten Buch Mose stehen. Es wendet sich an ein Volk, das die Erlösung und den Bund kennt und nun mit „der Wohnung des Zeugnisses“ (2. Mose 38, 21; 4. Mose 1,50.53; 10,11) eins ist; es sind dies die drei Hauptgegenstände des zweiten Buches Mose.

Auch unser Buch betrachtet das Volk Gottes als solche, die Licht von Gott haben, Ihm zu nahen, und, Christum schätzend, etwas von den Übungen hierüber kennen, wie sie im dritten Buch Mose dem Bilde nach vor uns kommen.

Alles das geht, sittlich genommen, dem voraus, dass man entweder vom Standpunkte der Wehrmacht aus zur Verteidigung des Zeugnisses gemustert wird, oder mit Bezug auf das Zeugnis im levitischen Dienst beschäftigt ist, was die Gegenstände von 4. Mose 1-10,28 ausmacht.

Das dritte Buch Mose enthält kaum eine Beziehung zum Zeugnis, wenn es auch in Kapitel 16,13 und in Kapitel 24,3 in Verbindung mit dem Gnadenstuhl und dem Vorhang erwähnt wird; im vierten Buch Mose aber hat es einen hervorragenden Platz, wie es ihn auch in der Versammlung hat, insofern wir sie als in der Wüste befindlich betrachten.

Es ist zu beachten, dass nur Männliche gemustert wurden, und zwar „von zwanzig Jahren und darüber“, jeder, „der zum Heere [englisch: „Heeresdienst“] auszieht in Israel“ (V. 2 u. 3). Diese Musterung umfasst „die Summe“ derer, die stark sind und sich im geistlichen Kampfe als Männer erweisen können (1. Kor. 16,13); Frauen und Kinder kommen da nicht in Betracht.

„Die ganze Gemeinde“ wird hier als zum vollen Wuchse in Christo gelangt betrachtet, und als durch geistliche Kraft gekennzeichnet. Die geheiligten erstgeborenen Männlichen der Kinder Israel wurden von einem Monat an und darüber gemustert, wie auch die Männlichen der Leviten (Kap. 3, 15 u. 40), ein Zeichen, dass Gott, wenn es sich um die Heiligung durch die Erlösung oder um die Berufung zum heiligen Dienste handelt, von der frühesten Stufe Seines Werkes in uns an von uns Kenntnis nimmt.

Für den Heeresdienst mit Bezug auf Sein Zeugnis jedoch will Er nur die gemustert wissen, die ihn auf Grund ihrer Erwachsenheit ausüben können. Um für diese Musterung in Betracht zu kommen, ist also etwas mehr notwendig, als ein Gläubiger oder ein Erlöster zu sein; man hat zur Zufriedenheit Moses und Aarons sowie auch der Fürsten, der „Häupter der Tausende Israels“ (V.16), seine Abstammung nachzuweisen, und außerdem auch, dass man „zwanzig Jahre“ alt und imstande ist, Waffen zu tragen.

Das ist keine Musterung der Erlösten oder der Gläubigen als solcher, sondern eine derer, die befähigt sind, in den Heeresdienst zu treten, also derer, die von denen, die „die Wohnung des Zeugnisses“ umgeben und begleiten, berufen werden können.

Das letzte Kapitel des dritten Buches Mose zeigt, dass „von zwanzig Jahren alt bis zu sechzig Jahren alt“ die Zeit der Vollwertigkeit währt; vor und nach diesem Alter ist der Wert eines Männlichen viel geringer, die Unreife und der Kräfteverfall hat bei Gott nicht den vollen Wert.

Daraus können wir schließen, dass fleischliche Leute, die ja nur Kindlein in Christo sind (1. Kor. 3, 1-3), oder auch solche, die in den Kindeszustand zurückkehren, wie es einige von den hebräischen Gläubigen und auch die Galater taten (Heb. 5,11-14; Gal. 4,9), bei der Aufnahme der „Summe der ganzen Gemeinde“, wie wir sie in 4. Mose 1 haben, nicht in Betracht kämen.

Die Versammlung kommt hier ihrer Tauglichkeit zum Heeresdienst nach vor uns, und da werden nur solche gemustert, die in Christo zum vollen Wuchse gelangt sind und als Männer ihrer Verantwortlichkeit entsprechen können (1. Kor. 16,13). Der Römerbrief heißt den Heiligen, „die Waffen des Lichts“ anzuziehen, er betrachtet sie also im wehrfähigen Alter; sie sind imstande, „das Böse mit dem Guten“ zu überwinden (Römer 13,12; 12,21).

Nur solche, die die Gegenwart des Geistes Gottes kennzeichnet, sind zum Heeresdienste fähig. Wer fleischlich ist, mag ein Gläubiger sein und den Geist haben, aber der Geist kennzeichnet ihn nicht zum Zeugnis.

Es ist da sehr angemessen, uns zu fragen: „Sind wir Kinder, oder sind wir wirklich Männer?“ Paulus sagte: „Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war“ (1. Kor. 13,11).

Ist das im geistlichen Sinne wirklich von uns wahr? Wenn nicht, so sind wir nicht solche, die Mose und Aaron und die Fürsten mustern würden.

Ein Ende des Kriegsdienstes kommt in diesem Kapitel nicht in Betracht, noch auch ein Abweichen unsererseits, das uns für untauglich macht. Es ist eine der Vollkommenheiten der Schrift, dass es hier wiederholt heißt: „von zwanzig Jahre und darüber“ (V.3, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 32, 34, 36, 38, 40, 42, 45), ohne ein Alter zu erwähnen, wo man davon befreit wird. Mit Bezug auf die „Kriege des Herrn“ gibt es kein Ruhestandsalter; wir sollten bis zum Ende Streiter sein.

Kaleb sagte: „und nun siehe, ich bin heute fünfundachtzig Jahre alt. Ich bin heute noch so stark wie an dem Tage, da Mose mich aussandte; wie meine Kraft damals, so ist meine Kraft jetzt zum Streite, und um aus- und einzuziehen“ (Josua 14, 10 u. 11). Es wird gar nicht in Betracht gezogen, dass wir kriegsdienstunfähig werden.

Welchen Wert die Musterung in den Augen Gottes hatte, ersieht man daraus, dass sie keinen Geringeren als Mose und Aaron und den zwölf Stammesfürsten anvertraut wurde. Es handelte sich um keine bloße Feststellung der Kopfzahl, sondern dem Bilde nach um eine geistliche Beurteilung. Mose, im Bilde Christus als Herr, stellt die Rechte und Oberhoheit Gottes dar; Aaron, Christum in der Ausübung Seines priesterlichen Unterscheidungsvermögens; und die Fürsten stellen die verantwortliche Aufsicht und Leitung in der Versammlung dar.

Es ist eine hohe Gerichtsbarkeit, vor der man zu erscheinen hat, doch das ist notwendig, um gemustert zu werden. Diese Musterung ist von jeder vorausgegangenen gänzlich verschieden; sie zeigt, wie Gott Sein Volk gemäß dem gemustert haben möchte, was sie geistlich als Jehovas Heerschar in der Wüste sind. Es handelt sich hier nicht darum, dass Namen im Himmel eingetragen werden, sondern darum, als Männer erkannt zu werden, auf die man sich im geistlichen Kampfe hienieden verlassen kann. Gott liebt es, von Seinem Volke in gewisser Hinsicht Kenntnis zu nehmen, und wenn wir, im Bande des Bundes stehend (Hes. 20,37), Ihn lieben, so freuen wir uns, wenn Er von uns Kenntnis nimmt.

Hierzu müssen wir imstande sein, durch die Gebote des Herrn geprüft zu werden (siehe 1. Kor. 14, 37). Der Grundsatz, der Oberhoheit des Herrn unterwürfig zu sein, ist ein erstes Erfordernis, und das wird auch der Grundsatz sein, wonach alle, die bekennen, dem Herrn zu dienen, schließlich gerichtet werden. „Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! haben wir nicht durch d e i n e n Namen geweissagt und durch d e i n e n Namen Dämonen ausgetrieben und durch d e i n e n Namen viele Wunderwerke getan? und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!“ (Mat. 7,22 u. 23). Der Herr zieht nicht in Frage, dass sie viel in Seinem Namen getan haben, doch Er wird sie als Täter der Gesetzlosigkeit verwerfen - es sind das solche, die Gefallen an sich selbst hatten (Römer 15,1-3) und die ganze Zeit ihren eigenen Willen taten. Derartige Leute haben nie wirklich vor unserem Mose gestanden, um gemustert zu werden, und Er wird sie schließlich überhaupt nicht anerkennen. Wenn wir die Oberhoheit des Herrn missachten und Ihm ununterwürfig sind, so können wir nicht, als zum Heere Jehovas gehörig, gemustert werden.

Aaron sodann stellt das dem Priester eigene Unterscheidungsvermögen dar, wie es der Herr in Offenbarung 2 und 3 betätigt. Er tut dort den tatsächlichen sittlichen Zustand der Versammlungen kund und hebt in jedem Falle den Überwinder anerkennend hervor und verheißt, ihn auszuzeichnen.

Nur Kampfesmutige kommen in 4. Mose 1 in Betracht, und nur die Überwinder haben nach dem priesterlichen Urteil des Sohnes des Menschen in Offenbarung 2 und 3 diese Eigenschaft. Unter dem allerforschenden Auge Christi, des wahren Gesetzgebers und Priesters, mit Bezeug auf das Zeugnis zum Heere ausgehoben zu werden, ist keine Auszeichnung, die man ohne die Befähigung hierfür erlangen kann.

Dass auch „die Fürsten der Stämme ihrer Väter ... die Häupter der Tausende Israels“ (V.16) teil an der Musterung hatten, zeigt, dass das geistliche Urteil der Brüder, das in denen zum Ausdruck kommt, die unter ihnen die Führung haben, einen nicht außer Acht zu lassenden Platz hat. Keiner wird als eins mit dem Zeugnis gemustert, der sein recht hierauf nicht vor denen geltend machen kann, die darin erfahren und verantwortlich sind.

Außerdem kommt noch das in Betracht, was der „Wohnung des Zeugnisses“ entspricht, die ja den einzigen Versammlungsmittelpunkt für das Volk Gottes bildet. Unser Niederlassen und Aufbrechen in der Wüste hat ganz in Beziehung zu ihr zu stehen, und was die göttliche Ordnung anlangt, so gibt es solche, die hierzu einen bestimmten Platz haben, wie er denen entspricht, die hier als die Häupter ihrer Vaterhäuser erwähnt werden. Solche müssen befriedigt sein, ehe jemand Gott gemäß eingereiht werden kann. Mose und Aaron, die Gottes Seite darstellen, mustern nicht ohne die Fürsten, die die Führung auf Seiten des Volkes bilden.

Ohne die Anerkennung der Brüder können wir für das Zeugnis nicht in Betracht kommen. Wenn wir dem Herrn wahrhaft unterwürfig sind und unser Zustand Dessen priesterliche Prüfung aushält, so werden wir nicht davor zurückschrecken, uns dem Urteil derer zu unterwerfen, die unter Seinem Volke Verantwortlichkeit haben; das zu tun, gehört zur Gemeinschaft.

Es ist unser Vorrecht, miteinander im Zeugnis unseres Herrn zu stehen, und zwar nicht nur von Ihm anerkannt, sondern auch von denen, die Ihm treu sind. Wer sich mit dem Zeugnis unseres Herrn einszumachen wünscht, sollten den göttlichen Grundsätzen gemäß den Heiligen von verantwortlichen Brüdern empfohlen werden, die deren Vertrauen haben.

Wahre christliche Gemeinschaft, wie wir sie nach dem zweiten Timotheusbriefe am Tage des Verfalls haben können, ist nicht einfach die getaufter Personen, das heißt die solcher, die dem Bekenntnis nach Gläubige sind, oder sogar die wahrer Gläubiger, sondern die derer, welche sich in ihrem Herzen mit dem Zeugnis unseres Herrn einsgemacht haben. Es ist in der Tat ein Vorrecht, vom Herrn und von den Brüdern darin anerkannt zu sein, und dass wir dem „Namen“ nach erkannt werden, wie das jeder Gemusterte war (V. 2 u. 3).

Kindlein in Christo haben wohl ihren Platz in der Versammlung, sie sind aber nur im Blick auf ihr Wachstum zu zählen; erst wenn sie zur Reife gekommen, können sie einen Teil der Kampfesstärke der Versammlung ausmachen.

Der zweite Timotheusbrief steht auf dem Boden, dass Gott „uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim. 1,7). Und dann fährt Paulus fort: „So schäme dich nun nicht des Zeugnisses unseres Herrn, noch meiner, seines Gefangenen, sondern leide Trübsal mit dem Evangelium nach der Kraft Gottes“ (V.8). Er heißt dem Timotheus, an den Trübsalen teilzunehmen als ein guter Kriegsmann Jesu Christi, und erinnert ihn daran, dass, wer Kriegsdienste tut, sich nicht in die Angelegenheiten des Lebens verwickelt (2. Tim. 2, 3 u. 4). Was ihn selbst betraf, konnte er sagen: „Ich habe den guten Kampf gekämpft“ (2. Tim. 4,7).

Die Verteidigung des Zeugnisses ist nicht Sache der Kindlein oder der Schwächlinge, sondern der M ä n n e r, der „guten Kriegsmänner“; und beim jüngsten brotbrechenden Gläubigen sollte vor Augen stehen, dass er dazu berufen ist, sich mit dem Zeugnis des Herrn einzumachen, und dass er nun mit etwas ganz anderem als in der religiösen Welt rings umher verbunden ist und dazu aufwächst, ein Mann und ein Streiter Jesu Christi zu sein.

Der jüngste Gläubige sollte das ernste Verlangen haben, vom Herrn und von den Brüdern als einer anerkannt zu sein, der zur Reife in Christo gekommen und völlig mit dem Zeugnis unseres Herrn eins ist.

Ein Kindlein in Christo, das im Geiste wandelt, wird bald ein junger Mann sein und in einer verhältnismäßig kurzen Zeit das Alter von „zwanzig Jahren“ erreichen. Ein Beispiel können wir in der Versammlung der Thessalonicher sehen, die nur kurze Zeit bekehrt waren und doch als Krieger angeredet wurden, die den Brustharnisch und den Helm tragen konnten (1. Thess. 5,8).

Gott erwartet nicht von Kindern, dass sie kämpfen. Er sorgt in Gnade für sie, wie wir aus 2. Mose 13,17 sehen. Doch als Sein Volk Fleisch und das Manna gegessen und vom Wasser des geschlagenen Felsen getrunken hatte, so war es für den Kampf fähig, so dass Mose zu Josua sagen konnte: „Erwähle uns Männer und ziehe aus und streite wider Amalek“ (2. Mose 17,9). Und als sie in den Bund getreten waren und sich die Wohnung in ihrer Mitte befand, konnte „die Summe der ganzen Gemeinde“, die zum Heere auszog, festgestellt werden; da werden sie dem Bilde nach als zum vollen Wuchse in Christo gelangt betrachtet.

Die Musterung erforderte, dass sie ihre Abstammung nachwiesen (V. 18), sie hatten alle darzutun, dass sie von Israel waren. Es genügte nicht, sich als Verwandte Abrahams auszuweisen. Das hätten die Söhne Lots ebenso tun können. Auch eine unmittelbare Abstammung von Abraham vermochte diese Stellung nicht zu verleihen, denn sonst hätten auch die Söhne Ismaels und die der Ketura sie einnehmen können. Sogar der Nachweis der Abstammung von Isaak kam nicht in Frage; ein Edomiter zu sein, reichte nicht hin. Man musste eben imstande sein, seine Herkunft auf die Kinder Israels zurückzuführen.

Das enthält viel Belehrung für uns. Es gibt heute viele, die sagen, sie seien Gläubige, und das mag auch so sein. Sind sie jedoch auf dem Pfade, das Fleisch und das, was wir von Natur sind, zurückzuweisen und nur das anzuerkennen, was dem Auferstandenen angehört?

Paulus schrieb dem Timotheus: „Halte im Gedächtnis Jesum Christum, auferweckt aus den Toten, aus dem Samen Davids nach meinem Evangelium, in welchem ich Trübsal leide bis zu Banden, wie ein Übeltäter“ (2. Tim. 2, 8 u. 9).

Lot war mit Abraham verwandt. Er war zwar ein gläubiger, doch kein abgesonderter Mann. Er fühlte den Zustand in Sodom, doch er trennte sich nicht von ihm (2. Pet. 2, 7 u. 8).

  1. Timotheus dringt ernstlich auf Trennung von der Ungerechtigkeit und den Gefäßen zur Unehre. Ein mit der Welt vermischtes Volk kann nicht mit dem Zeugnis unseres Herrn eins sein.

Die Söhne Ismaels sodann stammten von Abraham ab, doch sie stellen die dar, die erwarten, das Fleisch könne durch das Gesetz oder den christlichen Einfluss gebessert werden.

Paulus sagte den Galatern, dass sie durch die Rückkehr zum Gesetz und zur Beschneidung in Wahrheit den Platz der Abstammung von Ismael einnahmen, doch bei einer derartigen Herkunft konnten sie nicht gemustert werden.

Die Söhne der Ketura gehörten ebenfalls zum Hause Abrahams; ich denke, sie stellen Gläubige dar, die dem Natürlichen Raum geben, das heißt, dem Verstande und den natürlichen Fähigkeiten des Menschen - eine Gefahr, in der die zu Kolossä standen.

Die Söhne Esaus endlich stellen die dar, die auf das Irdische sinnen und ihr Erstgeburtsrecht verachten; davor werden die Philipper gewarnt (Phi. 3, 18-20).

Um einen im geistlichen Sinne reinen Stammbaum zu haben, müssen wir der Linie Isaak und Israel angehören. Das heißt, wir sehen, dass für Gott alles in Christo, dem auferstandenen und himmlischen Menschen, gesichert ist, und auf unserer Seite dadurch, dass Gott „seinem eigenen Vorsatz und der Gnade gemäß wirkt“, „die uns in Christo Jesu vor den Zeiten der Zeitalter gegeben“. Die Auserwählten erlangen die Errettung, „die in Christo Jesu ist, mit ewiger Herrlichkeit“ (2. Tim. 1,9; 2,10).

Israel stellt die fürstliche Wesensart derer dar, die unter der Zucht ihre eigene Schwachheit kennengelernt haben, aber in Abhängigkeit die Kraft Gottes erfahren. Ein Stammbaum, der uns berechtigt, zum Heeresdienst in Verbindung mit dem Zeugnis ausgehoben zu werden, muss offenbar machen, dass wir der Ordnung des auferstandenen Christus entsprechen und im Menschen nur das anerkennen, was das Werk Gottes und der Ausfluss Seiner auserwählenden Liebe ist.

Die Gemeinschaft der Apostel, in der die Gläubigen nach Apg. 2,42 verharrten, war offenbar eine Gemeinschaft von Streitern; sie verfolgte Bestrebungen, denen alles in der Welt entgegen war, wie wir aus Apg.4, 23-30 lernen. Es ist nicht leicht, eine Stellung einzunehmen, die allen menschlichen Gedanken so zuwider ist, dass sich ihr jeder Einfluss der Welt und im religiösen Bekenntnis widersetzt.

Das erfordert den Heeresdienst, und ein solcher war sicherlich die Gemeinschaft von Apostelgeschichte 2 und 4; und die christliche Gemeinschaft heutzutage fordert von allen denen, die in sie eintreten, nichts Geringeres. Die Priester und Leviten lagerten in einem inneren Kreise um „die Wohnung des Zeugnisses“, in Verbindung mit der sie dienten; doch die zum Heeresdienste gemusterten Kinder Israel lagerten in einem äußeren Kreise, zur Verteidigung der Wohnung und der ihr Dienenden.

Die öffentliche Stellung der Heiligen heutzutage entspricht dem Heeresdienste. Wir sind berufen, Überwinder zu sein, jedem Einfluss, der der Wahrheit und dem Zeugnis Gottes entgegen ist, zu widerstehen. Man hat nicht nur, Einspruch dagegen erhebend, in diesem Kreise zu bleiben, sondern ihm bis zur völligen Trennung davon zu widerstehen, welche Schmach uns dann auch treffen mag.

Das ist der äußere Verteidigungskreis, der den „um das Zelt der Zusammenkunft“ lagernden Stämmen entspricht (4. Mose 2,2). Wenn diese Verteidigungsstellung nicht in undurchbrochener Front gewahrt wird, so ist der innere Kreis des Levitischen und Priesterlichen einem Angriff ausgesetzt, und die „Hut der Wohnung des Zeugnisses“ (V.53) wird sicher versagen, und dann wird der eigentliche Dienst des heiligen Priestertums mangelhaft sein oder ganz und gar aufhören.

Das vor uns liegende Schriftwort zieht eine ganz deutliche Linie zwischen den aus den Stämmen zum Heeresdienst Gemusterten und dem Stamme der Leviten, dem der unmittelbare Dienst der „Wohnung des Zeugnisses“ vorbehalten war (siehe V 44-54).

Darin liegt viel Belehrung. Wir sind dazu berufen, an jedem der beiden Dienste teilzuhaben. Wenn wir jedoch nicht stark im ersten sind, so macht uns das für den zweiten untauglich. Wenn wir in dem äußeren, dem Heeresdienst-Kreise nicht recht stehen, so auch nicht in dem Inneren und mehr geistlichen Kreise der Wohnung.

Wir haben somit am Ende des ersten Kapitels eine sehr beachtenswerte Ausnahme von der allgemeinen Musterung. Der Stamm Levi war nicht zu mustern, seine Summe unter den Kindern Israel durfte nicht aufgenommen werden (V. 47-49). Er war nicht berufen, zum Heeresdienst auszuziehen, sondern wurde „über die Wohnung des Zeugnisses und über all ihr Gerät und alles, was zu ihr gehört“, bestellt (V. 50). Sein Dienst war nicht die Verteidigung des Zeugnisses im Kampfe, sondern sie hatten dessen Hut im heiligen Dienste zu warten, damit alles Gott gemäß verrichtet werde. Sie hatten eifrig darauf bedacht zu sein, dass alles im Dienste der Wohnung des Zeugnisses zum Wohlgefallen Gottes aufrechterhalten wurde.

Ihr Dienst war mehr ausgesprochenermaßen Gott gegenüber, und er geschah, damit weder Tod noch Zorn über die Gemeinde komme (V. 51 und 53). Da handelt es sich nicht darum, Angriffen des Feindes von außerhalb entgegenzutreten, sondern darum, in den heiligen Dingen derart zu dienen, dass alles Dem, dem gedient wird, und der unendlich heilig ist, wohlgefällt. Die Kinder Israel im Allgemeinen sollten sich „rings um das Zelt der Zusammenkunft“ lagern, doch die Leviten lagerten in einem inneren Kreise zwischen dem Zelte und den Stämmen, die es „von ferne“ umgaben (Kap. 2,2).

Alle Heiligen sind zur Verteidigung des Zeugnisses gegen feindliche Angriffe berufen, denen es in einer bösen Welt ausgesetzt ist; sie sind aber auch berufen, das Zeugnis in Beziehung zum heiligen Wohlgefallen Gottes aufrechtzuerhalten, und insofern verrichten sie einen levitischen Dienst. Das will nicht sagen, dass einige Heilige davon ausgeschlossen sind, Leviten zu sein; sie können alle ganz für Gott und zu seinem Dienste mit Bezug auf „das Zelt des Zeugnisses“ abgesondert sein, doch als Leviten betrachtet, haben sie einen näheren und heiligeren Platz und Dienst, denn als Kinder Israel im Allgemeinen betrachtet und als für den Heeresdienst Gemusterte.

Gott lenkt unser Augenmerk auf den bezeichnenden Unterschied zwischen den beiden Stellungen, indem Er die Leviten so bestimmt von den zwölf Stämmen unterscheidet. Wir alle sind berufen, Streiter im Heere des Herrn zu sein und dem Unglauben und schlechter Lehre aller Art zu widerstehen, doch das ist keine so tiefe und herzerforschende Übung und erfordert keine so scharfe Absonderung oder Heiligkeit als das Bemühen, den Dienst in Verbindung mit dem Zeugnis derart auszuführen, dass er ganz den Gedanken Gottes gemäß und zu Seinem Wohlgefallen ist.

Ein Teil der Tätigkeit der Leviten war, der Gemeinde zu dienen, doch in 4. Mose sehen wir sie hauptsächlich nicht den Menschen dienen, sondern als solche, die als ein Webopfer dem Jehova gereinigt und abgesondert waren, um völlig Sein Eigen und für Seinen Dienst zu sein (Kap. 8,11). Der unmittelbare Dienst der Wohnung war ihrer Verantwortlichkeit anvertraut, und dies in der besonderen Beziehung, dass sie „die Wohnung des Zeugnisses“ war.

Es gibt eine wunderbare und heilige Weltordnung, die eingeweiht ward und inmitten der widrigen Zustände hienieden für Gott aufrechtzuerhalten ist. Das, worin Gottes Herrlichkeit und Wohlgefallen zum Ausdruck kommt, und in Verbindung mit dem Sein heiliger Dienst auszuüben ist, wird als ein Zeugnis gekannt. Wenn das in Macht öffentlich entfaltet wäre, so müsste alles, was dem entgegen ist, weichen, doch als ein Gegenstand des Zeugnisses eingeführt, zeugt es von Gottes Seite aus von dem, was Er angesichts alles dessen anerkennt, was in der Welt ist.

Der Levitendienst, wie ihn dieses Buch zeigt, steht mit diesem göttlichen Zeugnis in Verbindung; er ist seiner wahren und heiligen Eigenart nach genau den Gedanken Gottes gemäß durchzuführen, und das ist ein sehr geheiligter Dienst. Alles Gerät der Wohnung und „alles, was zu ihr gehört“ (V. 50) war zu tragen. Sie war damit zu bedienen, ihrer Hut zu warten, so dass in jeder Einzelheit alles so war, wie Gott es haben wollte.

Es handelt sich hier nicht darum, den Menschen, sondern Gott zu dienen, und zwar in Verbindung mit Seinem eigenen Zeugnisse, und dies derart, dass nichts seinem Wesen nach verfälscht oder herabgesetzt, sondern alles in seiner wahren und göttlichen Vollkommenheit aufrechterhalten wird. Menschliche oder natürliche Einflüsse könnten in einem solchen Dienste keinen Platz haben, deshalb heißt es: „Der Fremde aber, der herzunaht, soll getötet werden“ (V. 51).

Auf die Gefahr des „Zorns“ wird klar hingewiesen (V. 53). Das zeigt die Notwendigkeit eines hohen Grades von Absonderung und sittlicher Reinheit, wie sie gemäß Kapitel 8 dem Bilde nach den Leviten eigen ist; doch auf den Dienst der Leviten kommen wir später in diesem Buche zurück.

Ein Überblick über das 4. Buch Mose

 

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

 

 

Kapitel 2

 

Dieses Kapitel unterweist uns über die Lagerung und den Aufbruch des Volkes Gottes, das zwar als in der Wüste befindlich betrachtet wird, jedoch in Verbindung mit dem „Zelte des Zeugnisses“.

Die Heiligen kommen somit in ihren geistlichen Beziehungen zueinander und als eins mit dem göttlichen Dienst und Zeugnis vor uns, aber in Wüstenzuständen, wie sie auch der erste Korintherbrief schildert.

Was hier dargetan wird, ist von Bedeutung dafür, wie alles zu Gottes Wohlgefallen in Seiner Versammlung durchzuführen ist, insbesondere bei Angelegenheiten in Verbindung mit der örtlichen Verantwortlichkeit. Das scheinen die Worte anzudeuten: „jeder bei seinem Banner, bei dem Zeichen des Hauses ihres Vaters“ (V. 2).

Jedem wird ein besonderer Platz zugewiesen, der seine Beziehungen zu seinen Nachbarn, zu ganz Israel und zum „Zelte des Zeugnisses“ bestimmt.

Man kann des Herrn Bestimmungen hierüber nicht ungestraft missachten. Der persönlichen Wahl und Vorliebe wird kein Raum gegeben, es steht uns nicht frei, wo wir „lagern“. Der Platz, wo wir unsere Beziehung zum „Zelte des Zeugnisses“ zu betätigen haben, ist Gottes Anordnung und Seiner Vorsehung gemäß, und wir haben ihn hinzunehmen. Wenn wir dies anerkennen, so ist es etwas Ernstes, seinen Aufenthaltsort zu wechseln, ohne die Gewissheit, dass es auf Gottes Anordnung hin geschieht.

Unsere wichtigsten Bande sind die, die wir mit dem Volke und Zeugnis Gottes haben, und es ist gut, sie der göttlichen Regelung gemäß aufrechtzuerhalten. Wir sind keine beziehungslosen Einzelwesen, die die Freiheit haben, zu tun, was sie wollen. Wo wir „lagern“, sollte immer Beziehung zum „Zelte des Zeugnisses“ haben und ist immer von Gott bestimmt; sonach haftet dem, wie wir unsere örtlichen Beziehungen zu den Brüdern unterhalten, nichts Zufälliges an.

Jeder hat „bei seinem Banner“ zu lagern, und das „Banner“ steht mehr mit dem vier „Lagern“ in Verbindung als mit jedem einzelnen Stamme. Die Zahl vier bezieht sich auf das Weltumfassende - die vier Lager hatten die Stellungen im Osten, Süden, Westen und Norden des „Zeltes des Zeugnisses“ inne. In dem „Stamm“ kommt in jedem Falle besonders das örtliche zum Ausdruck. Doch kein Stamm hatte ein „Banner“ für sich allein, das „Banner“ und das „Lager“, zu dem es gehörte, begriff immer zwei andere Stämme in sich, ein deutliches Zeugnis dafür, dass sie sogar der denkbar örtlichsten Auffassung nach, in Einheit mit ihren Brüdern verbunden lagerten und weiterzogen.

Das zeigt, dass es Gott gemäß ist, wenn die Heiligen an jedem Orte in Fühlung mit ihren Brüdern und den ihnen nächstgelegenen Ortschaften bleiben. Kreis- oder Bezirksversammlungen, die nun glücklicherweise unter den Brüdern üblich geworden sind, bieten eine vortreffliche Gelegenheit hierzu.

Es ist nicht leicht, unsere weltumfassenden Bande zu betätigen, doch wenn wir die uns nächstliegenden anerkennen, so kommt darin, sowie es uns die Vorsehung erlaubt, unser Trachten nach weltumfassender Gemeinschaft zum Ausdruck. Gott möchte uns vor der Beschränkung auf rein Örtliches bewahren. Die Versammlungen sind örtlich, doch sie sollten sich nie als unabhängige Einheiten betrachten oder gar denken, sie könnten Gott gemäß lagern oder weiterziehen, ohne die Brüder ihrer Umgebung zu beachten. Sie sollten zusammen weiterziehen, und dies nicht nur aufgrund getroffener Vereinbarungen, sondern auf Grund gemeinsamer geistlicher Herzensübungen.

Paulus ermutigte hierzu, indem er sagte: „Und wenn der Brief bei euch gelesen ist, so machet, dass er auch in der Versammlung der Laodizäer gelesen werde, und dass auch ihr den aus Laodizäa leset“ (Kol. 4,16).

Der Herr möchte, dass jede örtliche Übung ein Gegenstand der Teilnahme in der Nachbarversammlung sei, und dass jeder örtliche Fortschritt auch für diese eine Freude sei.

Die vier „Lager“ stehen in besonderer Beziehung zu den weltumfassenden Bewegungen des „Zeltes der Zusammenkunft“, das hier als die „Wohnung des Zeugnisses“ betrachtet wird. Sie brechen zuerst, zuzweit, zudritt und zuletzt auf, doch alle in Beziehung zu dem, was allgemein und den ganzen zwölf Stämmen gemein ist.

Unsere Fühlung mit den weltumfassenden Bewegungen des Zeugnisses wird daher sehr deutlich damit verbunden, dass wir in inniger Berührung mit den Brüdern bleiben, die uns erreichbar sind. Man wird finden, dass solche, die nicht in Reih und Glied mit den ihnen benachbarten Brüdern bleiben, in großer Gefahr stehen, die Fühlung mit geistlichen Bewegungen allgemeiner Art zu verlieren.

Die Führung in geistlichen Bewegungen ist ganz und gar eine Sache der göttlichen Unumschränktheit; unter den Stämmen ging diese nicht nach dem Vorrang in der Geburtsfolge, denn das Lager Judas sollte „zuerst aufbrechen“, und nicht das Rubens, des Erstgeborenen. Die „Lager“ scheinen den „vier Reihen von Steinen“ „für die zwölf Stämme“ in dem Brustschild des Hohenpriesters zu entsprechen, wo jeder seinen Platz der Unumschränktheit Gottes gemäß in der Einheit Seines Zeugnisses hatte (2. Mose 28, 17 u. 21). In jedem der in den zwölf verschiedenen kostbaren Steinen dargestellten Stämme kam ein besonderer Zug zum Ausdruck, doch alle werden in Einheit in ihrer goldenen Fassung zusammengehalten, und alle werden auf dem Herzen Aarons getragen, „zum Gedächtnis vor Jehova beständig“ (2. Mose 28,29).

Es ist ein kostbarer Gedanke, dass jede örtliche Versammlung vor Gott beständig auf dem Herzen Christi getragen wird. Er vergisst sicher keinen einzelnen Gläubigen, doch dem Vorbilde nach werden in dem Brustschild „Stämme“, und nicht einzelne Gläubige dargestellt. Die genaue Anwendung bezieht sich daher mehr auf Versammlungen als auf Einzelne, und zwar auf Versammlungen als solche, die den Gedanken Gottes gemäß Züge tragen, wie sie die kostbaren Steine des Brustschilds darstellen.

Die Zahl zwölf redet von Vollständigkeit in der Verwaltung. Sie begreift daher jeden Zug in sich, der nötig ist, um alles das darzustellen, was Gott in Seinem Volke zum Ausdruck bringen will. Das könnte nicht alles in einer örtlichen Versammlung geschehen, dazu ist die Gesamtheit der „Stämme“ erforderlich. Voneinander unabhängige Versammlungen sind somit der Wahrheit entgegen. Jede Versammlung hat ihren örtlichen Platz und ist dem Herrn unmittelbar verantwortlich. Sie hat jedoch ihre Einheit mit all den anderen Versammlungen über die ganze Welt hin anzuerkennen.

Jeder Stamm lagert all den anderen gegenüber auf dem ihm zugewiesenen Platze und zieht als eins mit ihnen weiter; was „das Zelt der Zusammenkunft“ und „die Wohnung des Zeugnisses“ darstellt, ist ihnen allen gemein.

Angesichts der heutzutage herrschenden Verwirrung können wir nur durch göttliche Erleuchtung und durch Glauben das betätigen, was den Gedanken Gottes entspricht. Dann werden wir uns der Vollkommenheit der göttlichen Grundsätze und Anordnungen bewusst. Sie können nicht verbessert werden, auch kann nichts, was der göttlichen Versammlungsordnung angehört, unseren Gedanken überlassen werden: keine Familie, kein Stamm in Israel konnte unabhängig von den anderen lagern oder weiterziehen. Eine jede hatte bei „dem Zeichen des Hauses ihres Vaters“ zu sein, was ihrem örtlichen Platz entsprach. Sodann hatte „jeder bei seinem Banner“ zu lagern oder mit ihm aufzubrechen, und wenn er das tat, so geschah es in Übereinstimmung mit seinen nächsten Nachbarn.

Weiter waren „das Zelt der Zusammenkunft“ und „das Lager der Leviten in der Mitte der Lager“ (V. 17), so dass jeder „Stamm“ und jedes „Lager“ durch das Weltumfassende oder das ihnen allen Gemeinsame bestimmt wurde. Die Wohnung und ihr Dienst lag den Leviten ob, und jeder örtliche „Stamm“, jedes „Lager“, stand in Beziehung dazu.

Der Dienst Gottes im Heiligtum ist über die ganze Welt hin der gleiche, so dass in jeder örtlichen Versammlung dasselbe Abendmahl des Herrn gegessen wird und dasselbe an Danksagung, Preis und Anbetung seinen Platz hat, und in allem Dienst herrscht in den heiligen Dingen eine geistliche Einheit über die ganze Welt hin.

Auf der Verwaltungsebene dagegen haben wir örtlichen Übungen ins Angesicht zu schauen, die nicht überall die gleichen sind, doch in jedem Falle dienen sie dazu, die für die göttliche Verwaltung wesentlichen Züge ans Licht zu bringen. Diese örtlichen Übungen und der Gewinn daraus sind der göttlichen Unumschränktheit gemäß angeordnet, was auch auf Seiten des Menschen der Anlass dazu sein mag. Das verleiht der örtlichen Geschichte jeder Versammlung eine Eigenart und eine ihr besonders eigene Färbung.

Es ist kostbar zu wissen, dass unser großer Hoherpriester droben, das, was in jedem Falle das göttliche Ziel ist, auf Seinem Herzen trägt. Jeden „Stamm“ auf Seinem Brustschild kennzeichnet etwas Besonderes, was Färbung und Wert anlangt, und es sollte unser Gebet sein, dass durch all unsere Versammlungsübungen durch Seine Gnade jene Wesenszüge gestaltet werden, die geistlich der göttlichen Verwaltung angemessen sind. Solche Wesenszüge sind die Frucht tiefer Übungen und des Wartens auf den Herrn inmitten von Verhältnissen, die uns auf die Probe stellen, und die geistliche Weisheit und Kraft erfordern, ihnen Gott gemäß entgegenzutreten.

Viele haben es erfahren, dass Versammlungsübungen schwerer als persönliche Übungen sind, und darüber brauchen wir uns nicht zu wundern, denn sie sollen Eigenschaften in uns entfalten, die der allumfassenden Verwaltung in der zukünftigen Welt angemessen sind. Sie begreifen die Notwendigkeit des geistlichen Erkennens des sittlichen Zustandes in sich, sowie auch die gesunde und nüchterne Beurteilung von Tatsachen, und dazu ein klares Erfassen der göttlichen Grundsätze für jeden besonderen Fall - kurz, es erfordert das Vorhandensein von Eigenschaften, wie sie die kostbaren Steine des Brustschildes darstellen. Nur wenn solche Eigenschaften vorhanden sind, kann allem Feindlichen entgegengetreten und das, was von Gott ist, von der Gesamtheit aufrechterhalten werden.

Es ist sehr tröstlich, dessen eingedenk zu sein, dass uns der Herr als Versammlungen in der Hand hat. Wenn jeder „Stamm“ seinen besonderen und unterschiedlichen Platz im Brustschild hatte, so können wir gewiss sein, dass auch jede Versammlung einen derartigen Platz hat. Wir wissen denn auch tatsächlich, dass jede Versammlung in besonderer Weise unter des Herrn Augen steht, denn Er befahl Seinem Knechte Johannes, Briefe an sieben verschiedene Versammlungen zu schreiben. Sieben als sinnbildliche Zahl deutet an, dass diese Versammlungen alle Versammlungen darstellen. Jede fand Seine besondere Beachtung. Er betrachtet sie in Offenbarung 2 und 3 in ihrer Verantwortlichkeit als Lichtträger.

In 4. Mose 2 werden sie im Bilde als solche betrachtet, die einen von Gott ersehenen Platz in der Verwaltung haben und dazu berufen sind, allem Feindlichen gegenüber das aufrechtzuerhalten, was mit dem gegenwärtigen Zeugnis verbunden ist; tun sie das, so entsprechen sie dem Platz, den sie im Brustschild haben.

Das Lagern der Stämme der Ordnung in 4. Mose 2 gemäß und das Ausziehen der Gemusterten zum „Heeresdienst“ stellt dar, wie die Heiligen in örtlichen Versammlungen, die jedoch in inniger Berührung mit den umliegenden Versammlungen bleiben, über die ganze Welt das aufrechterhalten und kampfgeübt verteidigen, was zum Zeugnis Gottes und zu Seinem heiligen Dienste gehört.

Da gibt es keine Lücke in den Reihen, keine schwache Stelle, wo der Feind einbrechen könnte. Osten, Süden, Westen und Norden bilden eine geschlossene Front. Die Wohnung des Zeugnisses, den Dienst des Heiligtums behütet eine kampferprobte Schar; das ist Gottes Gedanke. Fehler, die vorgekommen oder auch vorkommen könnten, sollten uns nicht hindern, die göttliche Ordnung zu sehen und danach zu trachten, soweit das am Tage des Verfalls möglich, im Einklange mit ihr zu stehen.

Das Zeugnis ist ebendas, was es immer war; wenn wir nicht in Einheit mit den Brüdern über die ganze Welt hin dafür eintreten, so sind wir Fahnenflüchtige, und das ist keine Ehre.

Unser Kapitel redet nicht nur davon, dass die Stämme lagern, sondern auch davon, dass sie von Zeit zu Zeit aufbrechen. Das lässt uns erkennen, dass das Zeugnis kein stillstehendes ist. Es ändert seinen Standort und ist durch Bewegung gekennzeichnet. Es erfordert beständige Übung, auf die Bewegungen der Wolke zu achten, den Schall der Trompete zu hören und mit unseren Brüdern aufzubrechen. Das Fortbewegen des Zeugnisses ist etwas ebenso Wirkliches wie alles, was damit in Verbindung steht.

Die mit dem Wiederaufleben der Wahrheit der Kirche und den Wesenszügen der Kirche verbundenen göttlichen Wege waren durch offenbare geistliche Bewegungen gekennzeichnet. Bewegungen des Abweichens davon mindern oder verdunkeln immer das, was von Gott ist. Sie führen immer zum Aufgeben des einen oder anderen, was mit Christo oder der Kirche verbunden ist.

Göttliche Bewegungen hingegen bringen immer Erweiterung und Zurechtbringung mit sich. Sie führen zu geistlicher Zunahme, und nicht Verminderung, und das offenbart sich in Versammlungen. Wir sind uns dann bewusst, dass wir alles von einem neuen Standpunkte aus betrachten, und auch in einem klareren Lichte. Der Dienst zeugt davon, und das verleiht den Zusammenkünften ihre Eigenart.

Man hat hierzu durch viele Übungen gehen müssen, und jeder hat da etwas mitgeholfen, denn die Bewegungen des Zeugnisses stehen in Beziehung zu geistlichen Übungen und zum Fortschritt der Seele, und nicht bloß zu klarerer Auffassung. Die zu irgendeiner Zeit vom Pfade abkommen, hören auf, aus dem Fortschreiten des Zeugnisses Nutzen zu ziehen. Sie bleiben da stehen, wo sie waren, oder machen obendrein noch Rückschritte, und sogar dann, wenn sie wieder wünschen, ihren Platz in den Reihen einzunehmen, finden sie es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, ihre Brüder einzuholen, die mit der Wohnung fortgeschritten sind. Alles wird nun von einer veränderten geistlichen Stellung aus betrachtet, und solche, die nicht mit dem Heere des Herrn weiterzogen, sind außerstande, die Dinge so zu sehen, wie ihre Brüder sie sehen.

Die kostbare Ausrüstung der Wohnung bleibt das, was sie war, doch es gibt ein geistliches Fortschreiten oder einen Wechsel der geistlichen Stellung infolge des Weiterziehens unter göttlicher Leitung; es ist durchaus nicht Gottes Wille, dass sich Sein Volk gleichsam auf seinen Hefen niederlässt und in einer festen Stellung verharrt.

Die Vorbildlehre des vierten Buches Mose macht es sehr klar, dass Bewegung ein Gesetz des Versammlungsfortschritts ausmacht, und jede Stufe dieses Fortschritts bringt das Heer Jehovas in eine veränderte Stellung. Und wenn man nicht mit dem Heere dorthin gezogen, so kann man nicht den dieser Stellung eigenen Ausblick genießen.

Mit dem eigenen Zelte jedes Israeliten steht nicht nur das Persönliche in Verbindung, sondern auch das Weiterziehen mit der G e s a m t h e i t unter göttlicher Leitung. Die Teilnahme aller an einer solchen Bewegung und das Aufbrechen in göttlicher Ordnung ist klar in dem Vorbilde zu sehen, und wir können sicher sein, dass es einen wichtigen Platz in Gottes Wüstenwegen hat. Es hat mit dem als Versammlungen betrachteten Volke Gottes zu tun und wird schwerlich von solchen verstanden werden, die auf unabhängigem Boden stehen oder in menschlichen Sonderkirchen sind.

Wir werden finden, dass es, wenn die Heiligen in Übung vor Gott verharren, eine beständige Erweiterung der geistlichen Auffassung gibt. Der wahre Platz von allem nach der Schrift, und das besonders mit Bezug auf unser Wandeln miteinander als solche, die Gottes Versammlung angehören, wird klarer gesehen, und das führt zu einem demgemäßen anderen Verhalten. Wir haben eine neue Stellung einzunehmen, denn die frühere entspricht den Bewegungen der Wolke nicht mehr. Wenn also Heilige sagen, sie seien gerade da, wo sie vor vierzig Jahren waren, so besagt das entweder, dass die Wolke vierzig Jahre lang stillgestanden hat, oder dass sie nicht mit ihr gezogen sind. Wenn die Wolke verschiedene bestimmte Bewegungen in jener Zeit gemacht hat, und die Heiligen haben auf ihre Bewegungen geachtet und sind ihnen gefolgt, so ist es unausbleiblich, dass die, die nicht mitzogen, in dieser Zeit eine ganze Strecke Wegs zurückgeblieben sind. Wenn wir nicht verstehen, was es heißt, mit dem Zeugnis zu ziehen, so ist es klar, dass uns ein sehr wichtiger Zug der Wege Gottes mit Seinem Volke entgangen ist.

Die „Lager“ brechen auf, und dann das „Zelt der Zusammenkunft“ und das „Lager der Leviten in der Mitte der Lager“ (V.17). Die ganze göttlich geordnete Weltordnung nimmt von Zeit zu Zeit an einer bestimmten Bewegung teil. Die örtlichen Versammlungen brechen im Einvernehmen mit ihren Nachbarversammlungen auf. Beim Zusammenkommen der Heiligen, was dem „Zelt der Zusammenkunft“ entspricht, wird dann Bewegung offenbar; die Zusammenkünfte sind nicht genau das, was sie vierzig Jahre zuvor waren.

Man findet, das Levitische und Priesterliche - der Dienst des Wortes und der Dienst Gottes samt allem, was zum Heiligtum gehört - sind in geistlicher Hinsicht zu einer neuen Stellung vorgeschritten. Es ist klar, dass keiner eine solche Bewegung wirklich versteht, außer denen, die daran teil hatten. Wenn wir nicht mit aufbrechen, so bleiben wir zurück und verlieren die Fühlung mit denen, die es tun. Wahrscheinlich finden wir dann Fehler bei ihnen und fühlen uns dabei im Rechte, ja es kann sogar so weit kommen, dass wir uns von ihnen als solchen trennen, die einen verkehrten Pfad verfolgen, während doch in Wahrheit das ganze Übel an unserem eigenen Zustande liegt. Wenn uns dies durch die Gnade des Herrn nicht zum Bewusstsein kommt, so kann es geschehen, dass die „Wohnung des Zeugnisses“ und die göttliche Wolke weiterzieht und uns zurücklässt, und wir gehen unseres Platzes des Vorrechts in Beziehung zu dem verlustig, was wirklich von Gott ist. Je länger wir außer Fühlung mit den Bewegungen des Zeugnisses bleiben, desto schwerer wird es uns sein, unsere verlorene Stellung wiederzuerlangen.

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

 

 

Kapitel 3

 

Die Priester und Leviten waren ausdrücklich von der Musterung der Stämme in Kapitel 1 und 2 ausgeschlossen, und dies, damit wir lernen, klar zwischen den Heiligen im „Heeresdienst“ und denen zu unterscheiden, die „der Hut des Heiligtums“ warten (V. 28 u. 38) oder den Dienst „des Zeltes der Zusammenkunft“ verrichten (V. 7, 8, 25, u. 38).

Dieses beides finden wir im vorliegenden Kapitel.

Die Priester werden da zuerst erwähnt, weil ihnen die Leviten gegeben waren und sie in jeder Einzelheit unter ihrer Oberhoheit zu dienen hatten.

Die Söhne Aarons selbst standen auch unter Befehl (V. 39) und verrichteten kraft dessen ihren Dienst; ihre Namen werden als „die Geschlechter Aarons und Moses“ in Vers 1 und 2 angeführt. Das scheint zu besagen, dass Aarons Söhne in sittlicher Hinsicht auch wahre Söhne Moses sein mussten. Sie konnten nur in der rechten Beziehung zu Aaron im Priestertum stehen, wenn sie in der rechten Beziehung zu Mose, dem Vertreter der göttlichen Oberhoheit, standen. Darin fehlten bezeichnenderweise die beiden ältesten Söhne Aarons und verwirkten das Priestertum und ihr Leben. Sie starben vor Jehova, weil sie „fremdes Feuer ... vor Jehova“ dargebracht hatten, „das er ihnen nicht geboten hatte“ (3. Mose 10, 1). Das Priestertum ohne Unterwürfigkeit gegen Christum als Herrn auszuüben, ist verhängnisvoll.

Der in Vers 4 erwähnte Tod Nadab und Abihus und die Ausübung des Priestertums durch Eleasar und Ithamar vor Aaron steht zweifellos in Beziehung zu der gegenwärtigen Lage. Das Priestertum ist öffentlich zugrunde gegangen, doch es ist ein Überrest gelassen worden, der, gedemütigten und gezüchtigten Geistes, imstande ist, den Priesterdienst in der Gegenwart Christi auszuüben. Dessen eingedenk, dass dies den heutigen Umständen entspricht, können wir aus dieser Unterweisung des vierten Buches Mose Nutzen ziehen.

Die Ordnung heiliger Dinge, mit der wir es zu tun haben, ist ganz und gar göttlich und geistlich. Nur wenn wir selbst geistlich sind, können wir in ihr dienen, und wir tun das mit dem demütigenden Bewusstsein, dass das, was öffentlich einen hervorragenden Platz inne hatte, gänzlich zusammengebrochen und ein Gegenstand des göttlichen Gerichts geworden ist.

Das Priestertum wird jedoch noch weiter ausgeübt, und zwar nicht nur auf Seiten Christi, des wahren Aarons, sondern auch auf Seiten derer, die das Gegenbild von Aarons Söhnen sind.

Das Priestertum stellt das geistlich Höchste dar, sowie das reifste Verständnis der heiligen Dinge Gottes und dessen, was sich Gott gegenüber geziemt, und derartige sollten den ganzen Dienst des „Stammes Levi“ leiten. So ward Mose gesagt: „Lass den Stamm Levi herzunahen und stelle ihn vor Aaron, den Priester, dass sie ihm dienen; und sie sollen seiner Hut warten und der Hut der ganzen Gemeinde vor dem Zelte der Zusammenkunft, um den Dienst der Wohnung zu verrichten (V. 6 u. 7). „Und du sollst die Leviten dem Aaron und seinen Söhnen geben“ (V.9).

Die im „Stamme Levi“ dargestellten Heiligen haben einen geistlicheren und heiligeren Platz und Dienst, als sie ihn, als zu den zwölf Stämmen zugehörig, ausüben (zu dem hohen Range des Priestertums reicht er jedoch nicht hienan). Sie sind als Leviten den Priestern gegeben, von denen sie in jeder Einzelheit ihres Dienstes geleitet werden. Ein Levit, der nicht unter priesterlicher Leitung handelt, hat die göttliche Ordnung aufgegeben.

Gott möchte bei uns allen einen nachhaltigen Eindruck von der großen Wahrheit hervorbringen, dass das Levitische dem Priesterlichen unterstellt ist. Wenn wir das nicht anerkennen, werden wir nie unseren richtigen Platz in der göttlichen Weltordnung des heiligen Dienstes finden. Der levitische Dienst, wie ihn dieses Buch vor uns bringt, ist der „Dienst der Wohnung“ (V.8), und es ist gut, das zu erfassen, was das besagt.

Die Wohnung stellt uns nach Hebräer 8,5 und 9,23 „Bild und Schatten der Dinge in den Himmeln“, also „die ungeheuere Welt, worin Gottes Herrlichkeit in Christo entfaltet wird“. (Siehe die Anmerkung zu Hebräer 9,1 in J.N.D’s Übersetzung des Neuen Testamentes.)

Als Leviten sind wir Gott nahegebracht, damit wir „den Dienst der Wohnung Jehovas“ verrichten „und vor der Gemeinde“ stehen, „um sie zu bedienen“ (Kap. 16,9).

Auf keine Einzelheit der Wohnung wäre der Sinn des Menschen gekommen, wenn Gott sie nicht kundgetan hätte. Alles war „nach dem Muster“ zu machen, das Mose auf dem Berge gezeigt worden war (Heb. 8,5). Als Leviten sind wir berufen, in Verbindung mit einer Weltordnung zu dienen, die ihrem Wesen nach himmlisch ist. Und darin können wir nur in der rechten Weise dienen, wenn wir von Christo, dem wahren Aaron, und Dessen Söhnen geleitet werden, die ein Bild von dem sind, was in den Heiligen hochgeistlich ist.

Aus Vers 11 - 13 lernen wir dann, dass die Leviten statt aller dem Jehova in Israel geheiligten Erstgeburt genommen waren. Sie stellten damit die Heiligen dar, die „die Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmeln eingetragen sind“, ausmachen (Hebräer 12,23), die demnach kein irdisches Erbe, sondern einen himmlischen Platz und Dienst haben. Da waren „alle Männlichen von einem Monat und darüber“ zu mustern (V. 14 - 16).

Als es sich um den „Heeresdienst“ handelte, geschah die Musterung „von zwanzig Jahren und darüber“, doch wenn die Heiligen kraft des Wertes des Erlösungsbluts Christi betrachtet werden, so nimmt der Herr (hier nur Mose und Aaron [und nicht auch die Fürsten]) viel früher Kenntnis von ihnen, als sie das selbst tun könnten. Ja, Paulus konnte sagen: „Gott, der mich von meiner Mutter Leibe an abgesondert und durch seine Gnade berufen hat“ (Gal. 1, 15), und der Herr konnte von ihm sagen, als er nur drei Tage belehrt war: „dieser ist mir ein auserwähltes Gefäß“ (Apg. 9, 15).

Daraus sehen wir, dass der Levitendienst auf die göttliche Unumschränktheit zurückzuführen ist, und dass Gott das, wozu wir als Leviten berufen sind, von den frühesten Tagen unserer Geschichte vor Augen steht. Gewöhnlich sind frühe Anzeichen der Bestimmung zum Dienste vorhanden. Timotheus wurde „nach den vorangegangenen Weissagungen“ über ihn deutlich ausgesondert (1. Tim. 1, 18).

Der Levit war nicht eher zu einem Diener herangereift, als bis er dreißig Jahre alt war, doch alles, was er sein sollte, stand von Anfang an fest. Welch einen Eindruck würde es auf uns machen, wenn wir erfassten, dass wir von Anbeginn der Wege Gottes mit uns für Seinen heiligen Dienst geheiligt waren! Satan wird zweifellos alles denkbar Mögliche tun, uns für jenen Dienst untauglich zu machen, und dies vor wie nach der Bekehrung. Doch alle die Wege Gottes dienen dazu, uns für unseren bestimmten Platz und Auftrag mit Bezug auf Seine heiligen Dinge zur Reife zu bringen.

Sodann lernen wir in Vers 17-39, dass der Stamm Levi aus drei Familien bestand, von deren einer Aaron und seine Söhne genommen und zu Priestern geweiht wurden, so dass sie mit Mose einen besonderen Platz „vor der Wohnung gegen Osten, vor dem Zelte der Zusammenkunft gegen Aufgang“ hatten (V.38). Die drei Familien lagerten getrennt von den Priestern, an der Seite der Wohnung gegen Westen, Süden und Norden.

Wir sehen also das Priesterlager und die Levitenlager auf allen vier Seiten der Wohnung, was auf das Weltumfassende des Priester- und Levitendienstes hindeutet. Levi bedeutet „angeschlossen, vereint“ (1. Mose 29, 34; 1. Mose 18, 2 und 4). Und so diente keine Familie seiner Söhne unabhängig von den anderen Familien, und auch keine oder alle von ihnen durften unabhängig von den Priestern dienen, die „jeden Einzelnen an seinen Dienst und an seine Traglast“ stellten (Kap. 4, 19).

In dem göttlich geordneten Weltenbau gibt es keine Lücken und Überdeckungen; für jeden erforderlichen Dienst ist ausreichend gesorgt, und obwohl in der Art des Dienstes eine große Mannigfaltigkeit herrscht, so bildet er doch ein Ganzes, das durchweg in geistlicher Einsicht geleitet wird und daher etwas Vollkommenes ergibt.

Jeder Levit war davon überzeugt, dass er etwas dem ganzen Wohnungsaufbau und ihrem Dienste Förderliches tat. Wie gering auch sein Anteil sein mochte, er verrichtete ihn im Blick auf den weltumfassenden Gedanken und dem Bewusstsein, dass er in diesem Dienste eins mit allen seinen Brüdern war.

Dieses Kapitel lässt uns erkennen, dass es verschiedene Zweige des levitischen Dienstes gibt. Die drei Familien lagerten nicht nur auf drei verschiedenen Seiten der Wohnung, sondern es gab dabei auch Dienste höherer Art.

Jeder Dienst an der Wohnung ist nicht gleich. Manche Teile desselben erfordern größere Geistlichkeit, mehr persönliche Heiligkeit als andere. Einen Pflock oder ein Seit des Vorhofs zu tragen (V.37), ist kein so heiliger Dienst, als den Leuchter oder den goldenen Altar zu tragen. Ein Gersoniter oder Merariter durfte „der Hut des Heiligtums“ nicht warten; das war der Familie Kehath vorbehalten.

Damit haben wir sogar als Leviten zu lernen, welcher Familie wir angehören, und an welchen Teil des göttlichen Hauses wir unter priesterlicher Leitung unsere Hand legen dürfen.

Die Gersoniter lagerten „hinter der Wohnung gegen Westen“ (V.23); ihr Dienst stand in Verbindung mit all dem Web- und Stickwerk (mit Ausnahme des Scheide-Vorhangs [Kap. 4, 5]) und den Seilen der Wohnung und des Zeltes samt dessen Decken und den Umhängen des Vorhofs (V. 25 u. 26).

Dieser Zweig des Dienstes hatte es also mit dem zu tun, was durch viele und eingehende Übung in der Gesamtheit der Heiligen Gestalt gewinnt. Alles ist das Ergebnis des Spinnens, Webens und der Nadelarbeit, und es redet von geduldiger und ausdauernder Tätigkeit, wobei eine Einzelheit nach der anderen hinzugefügt wird, bis das Werk vollendet ist.

Alles das war, strenggenommen, nicht das Werk Bezaleels und Oholiabs, sondern es ward durch „alle Weiber, die weisen Herzens waren“ unter ihrer Anleitung vollbracht (2. Mose 35,25).

Es stellt die Frucht persönlicher Übung dar, die, durch geistliche Zuneigungen zur Vollendung gebracht, nun der Hut der Gersoniter anvertraut wird. Diese waren nicht berufen, solche Dinge herzustellen, sondern den Dienst mit Bezug darauf zu verrichten, nachdem sie angefertigt waren.

Alles dies hat nun durch die Wüste g e t r a g e n zu werden, und darin besteht nach 4. Mose der Hauptdienst der Leviten. Er hat es mehr mit dessen Fortdauer und mit dem Fortschreiten des Zeugnisses zu tun als mit dessen Entstehung. Kein Zug des Zeugnisses solle verlorengehen oder zurückgelassen werden, jede Einzelheit sollte weitergetragen werden, wieviel verschiedene Lagerungen auch stattfinden mochten. Welche geistlichen Wesenszüge auch unter der göttlichen Belehrung am Anfang in den Heiligen gestaltet worden waren, sie sollten wohlerhalten [bis zum Ende der Wüstenreise] hindurch getragen werden, und darauf hatten die Gersoniter zu achten.

Die Gegenstände, die die „Hut des Heiligtums“ (V.28) ausmachten, und die der Fürsorge der Familien der Kehathiter unterstanden - die Lade, der Tisch, der Leuchter, die Altäre, der Vorhang - , waren alle unmittelbare Bilder von Christo persönlich, und deshalb können wir verstehen, dass der Dienst der Kehathiter „das Hochheilige“ genannt wird (Kap. 4, 4). Dessen Einzelheiten kommen in Kapitel 4 vor uns.

Jede geistliche Auffassung, die die Apostel und andere am Anfang empfingen, und die sie den Heiligen in durch den Geist gelehrten Worten (1. Kor. 2, 13) mitteilten, hat durch den Levitendienst derart weitergetragen zu werden, dass sie keinen Verlust oder Schaden erleidet.

Es ist etwas zum Leben Notwendiges, dass das, was wir von Anfang gehört haben (1. Joh. 2, 24) in uns bleibt. Und das Tragen der heiligen Gegenstände scheint zu besagen, dass das, was sie darstellen, unter dem Volke Gottes unversehrt bewahrt und als Gegenstand des Zeugnisses weitergetragen werden soll.

Es handelt sich dabei nicht um den unmittelbaren Dienst Gottes in Gebet, Preis oder Anbetung - das wäre eine priesterliche Tätigkeit. Doch der levitische Dienst hat alles, was einen Teil des Zeugnisses Gottes bildet, derart weiterzutragen, dass es seinem vollen ursprünglichen Wesen nach unter dem Volke Gottes verbleibt und dieses völlig eins damit bleibt.

Ebendieser Dienst setzt voraus, dass sich das Zeugnis weiter bewegt, doch es tut dieses, ohne einen Wesenszug einzubüßen, der am Anfang einen Platz darin hatte. Wir wissen leider, wie schwer darin gefehlt worden ist! Der Levitendienst ist öffentlich ebenso zusammengebrochen wie das Priestertum, doch das Zeugnis bleibt dasselbe wie am Anfang, und wahrer Levitendienst ist heute ganz genau derselbe wie am Anfang, und das wahre Priestertum gleicherweise. Wir haben in unserem Glauben und Herzen zu Gottes Ordnung zurückzukehren und trotz des öffentlichen Abweichens davon danach zu streben, mit ihr im Einklange zu stehen.

Die Familien von Merari sodann hatten die Heut über „die Bretter der Wohnung und ihre Riegel und ihre Säulen und ihre Füße, ... und die Säulen des Vorhofs ringsum“ usw. Ihr Teil war, es mit dem festem Aufbau zu tun zu haben, der im Bilde das widerstandsfähige und standhafte Wesen darstellt, das den Heiligen als Gottes Werk und Gottes Bau eigen ist (Eph 2,10.22; 1. Kor 3,9; 1. Pet 2,5; 2. Kor 1,21; 5,5.17).

Es ist höchst notwendig, dass wir uns der in sittlicher Hinsicht gediegenen Natur des Werkes Gottes bewusst werden, das in Seinen Heiligen Gestalt gewinnt. Wer aus Wasser und Geist geboren ist, ist sittlich ein neuer Baustoff geworden; der „innere Mensch“ ist eine persönliche Wirklichkeit, und vom „neuen Menschen“ heißt es, dass er „nach Gott geschaffen ist in Gerechtigkeit und Heiligkeit der Wahrheit“ (Eph. 4, 24).

Was die Menschen als aus Gott geboren oder als in Christo geschaffen sind, entspricht Christo sittlich, ebenso wie das Holz der Bretter und Säulen usw. dasselbe Holz wie das der Lade war. Das Weitertragen alles dessen, was mit diesen wichtigen und in der Tat (insoweit es den Menschen betrifft) zu den Grundwahrheiten gehörenden Dingen verbunden ist, lag den Meraritern ob.

Wir werden sehen, dass dem Vorbilde nach keine Bewegung des Zeugnisses getrennt von der Tätigkeit der drei Zweige des levitischen Dienstes vor sich gehen kann. Die Priester haben die Führung und die Leviten tun nichts ohne ihre Anweisung, doch bei jeder Bewegung kommt es auf den Dienst einer jeden Familie an. Damit die Züge des Zeugnisses getreu bewahrt werden, muss der Dienst über Christum persönlich den ersten und „hochheiligen“ Platz haben, doch er muss vom Vorwärtstragen alles dessen begleitet sein, was mit der ordnungsgemäßen Tätigkeit heiliger Übungen und Zuneigungen in den Heiligen und mit geistlicher Sorgfalt verbunden ist. Außerdem ist noch dem ein voller Platz einzuräumen, was die Heiligen in sittlicher Hinsicht durch das Werk Gottes sind.

Des Priesters Verantwortlichkeit ist es, darauf zu achten, dass alles angemessen ausgeführt wird, und dass im Einzelnen nichts übersehen oder verkehrt behandelt wird. Die Priester stellen die Heiligen als solche dar, die in heiliger Würde und Einsicht den ihnen von Christo gegebenen Platz vor Seinem Gott und Vater ausfüllen. Darin erfreuen sie sich der größten Nähe Gott gegenüber und des höchsten Grades von Geistlichkeit. Der ganze Levitendienst wird von derartigen beherrscht und geleitet.

Mose und Aaron und seine Söhne lagerten „vor der Wohnung gegen Osten“, und sie warteten „der Hut des Heiligtums ... betreffs dessen, was den Kindern Israel oblag“ (V.38). Daraus sehen wir, dass die Priester stellvertretend für die ganze Gemeinde dienten. Sie sollten nicht als eine besondere Klasse von Personen betrachtet werden, sondern als solche, die gewisse geistliche Wesenszüge darstellten, denen Gott den hervorragendsten Platz in Verbindung mit Seinem Zeugnis zuerkennt. Alles Levitische hatte dem Priesterlichen untertan zu sein. Das ist eine Unterweisung, die zu lernen und sich ihr zu unterwerfen, für alle, die irgendeinen levitischen Dienst tun, höchst wichtig ist. Die Unterweisung über alles das gilt uns, die berufen sind, in den letzten Tagen zu dienen. Sie konnte unmöglich von denen verstanden werden, die zur Zeit Moses lebten.

Der letzte Abschnitt des Kapitels (V. 40 - 51) zeigt, dass die Leviten statt aller erstgeborenen Männlichen der Kinder Israel genommen wurden. Die Überzähligen gegenüber den Leviten waren mit „je fünf Sekel auf den Kopf“ zu lösen. Die Leviten nahmen also die Stelle alles dessen ein, was in Israel dem Jehova geheiligt war.

Die ganze Gemeinde ward damit in dieser besonderen Hinsicht in ihnen dargestellt. Jeder Erlöste sollte dessen eingedenk sein, dass er ein „Erstgeborener“ ist, und dass er Gott geheiligt ist und Ihm einen solchen Dienst schuldet, wie er in dem Stamme Levi vorgebildet ward. Wenn einige der „Erstgeborenen“ nicht persönlich im levitischen Dienste dargestellt wurden, so hatten sie gelöst zu werden. Der Anspruch Gottes hatte nicht nur anerkannt zu werden, sondern auch der Seinem Urteil gemäße Wert dessen, was Er beanspruchte.

Das Lösegeld wird noch näher ausgeführt: „je fünf Sekel auf den Kopf...; nach dem Sekel des Heiligtums sollst du sie nehmen, zwanzig Gera der Sekel“ (V.47). Das ist nach 3. Mose 27,6 der Wert eines männlichen Kindes „von einem Monat alt bis zu fünf Jahren alt“.

Der erlöste Erstgeborene wird also innerhalb jener Altersgrenzen betrachtet - er ist mehr ein Diener den ihm innewohnenden Anlagen als seinen Fähigkeiten nach. Doch als ein Gegenstand der göttlichen Gnade und als einer, der die Erlösung in Christo hat, wovon ja die fünf Sekel reden, hat er einen bestimmten Wert im Blick auf den Dienst der Wohnung.

Wie gut wäre es, wenn jeder Erlöste das anerkennte, und sich nicht nur als einen erstgeborenen Sohn betrachtete, sondern auch als einen für den levitischen Dienst Geheiligten. Das Vorbild der geheiligten Erstgeborenen geht somit in dem des Stammes Levi auf, so dass sich kein Erlöster der Verantwortlichkeit entziehen kann, levitischen Dienst zu tun.

Die Tatsache, dass es mehr erstgeborenen Männliche in Israel gab, als gemusterte Leviten, besagt wohl, dass es mehr für Gott durch die Erlösung Geheiligte gibt, als solche, die, für den Levitendienst gemustert, ihn auch ausüben. Der Unterschied der Zahl nach würde heute wahrscheinlich sehr groß sein, doch Gott fordert, dass die Verpflichtung hierzu im Lösegeld anerkannt wird.

Wenn du ein erlöster „Erstgeborener“ bist, so bist du Gott geheiligt. Wenn du keinen dich vertretenden Leviten hast, und damit deiner Verpflichtung mit Bezug auf die heiligen Dinge zu dienen, noch nicht nachgekommen bist, so hast du die Frage des Lösegeldes zu erwägen. Wie jung du auch seist, wie unreif und unverständig, Gott möchte dir innewerden lassen, dass du für Seinen heiligen Dienst einen ganz bestimmten Wert hast.

Nun, was ist dein Wert für den levitischen Dienst? „Fünf Sekel ... nach dem Sekel des Heiligtums“. Bedenke den Wert, den Gott dir als einem für Seinen Dienst Geheiligten beimisst! Du hast einen fünffältigen Heiligtumswert, und jeder der fünf Sekel wird gleichsam allen Einzelheiten seines Wertes nach, als „zwanzig Gera“ umfassend, angegeben.

Das scheint dazu dienen zu sollen, dem jüngsten Gläubigen einen Eindruck von dem Werte zu geben, den er in den Augen Gottes im Blick auf den Dienst hat, den er Ihm schuldet, wenn er auch noch zu jung ist, ihn tatsächlich auszuüben. Einem einen Monat alten Säugling wohnt etwas inne, was im Heiligtum hundert Gera wert ist.

Wenn Gott deinen Wert für den heiligen Dienst derart einschätzt, wo du erst „einen Monat alt“ bist, also dann, wo Er noch lange Zeit zu warten hat, bis du für diesen Dienst reif bist - ermutigt dich das nicht, gern bei dem Gedanken zu verweilen, dass Er dich schon als für Seinen Dienst geheiligt schätzt?

Gott möchte jedem jungen Gläubigen, wenn er auch noch nicht ernstlich daran gedacht hat, einen Dienst in Verbindung mit dem Zelte des Zeugnisses zu tun, den bestimmten Eindruck geben, dass er einen Heiligtumswert hat. Vielleicht gibt es auch alte Gläubige, die die Unterweisung aus den „fünf Sekeln“ zu lernen, nötig haben!

Wenn uns wirklich der Wert zum Bewusstsein kommt, den uns Gott in Beziehung zum levitischen Dienste beilegt, so würde uns das antreiben zu begehren, dem Stamme Levi anzugehören!

Und wir sind nicht davon ausgeschlossen. Es handelt sich da nur um einen anderen Anblick unseres Platzes und unserer Berufung durch Gnade. Wenn ich ein geheiligter Erstgeborener bin, so ist das durch unendliche Gnade geschehen, und dieselbe Gnade berechtigt mich, der Versammlung der Erstgeborenen anzugehören, die dem Stamme Levi entspricht.

Wenn ich jedoch von diesem Stamme bin, so habe ich die Eigenart des Dienstes anzuerkennen, an dem ich berufen bin teilzuhaben. Ich sollte dann unter priesterlicher Unterweisung danach zu lernen streben, was ich zu tun habe, und auch, wie ich es zu tun habe.

Das nächste Kapitel bringt uns den Dienst im einzelnen.

Ein Überblick über das 4. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

Kapitel 4

Die Leviten wurden in Kapitel 3 im Alter „von einem Monat“ an gemustert; sowohl von dem seinen Anlagen nach Vorhandenen wurde Kenntnis genommen, als auch von dem sofort zum Dienste Brauchbaren.

Im vorliegenden Kapitel dagegen geschieht die Musterung „von dreißig Jahren und darüber bis zu fünfzig Jahren“. Da handelt es sich um „alle, die in die Arbeit treten, um das Werk am Zelte der Zusammenkunft zu verrichten“ (V.3).

Der betrachtete Dienst erfordert volle Reife und Tauglichkeit. Er ist zu heilig und wichtig, als dass er Kindern und Neulingen anvertraut werden könnte.

Wenn auch die Leviten von „fünfundzwanzig Jahren und darüber ... eintreten, um die Arbeit zu tun im Dienste des Zeltes der Zusammenkunft“ (Kap. 8, 24), so dienten sie doch nicht mit dem Tragen der Wohnung und ihrer Ausrüstung, bis sie dreißig Jahre alt waren. Sie hatten, wenn man so sagen darf, fünf Lehrjahre in Verbindung mit den heiligen Dingen durchzumachen, ehe sie für den Dienst von Kapitel 4 fähig waren.

Wir dürfen nicht annehmen, dass das Verlangen oder die Bereitwilligkeit zum Dienen unsererseits uns die geistliche Befähigung dazu verleiht. Diese muss von Gott gegeben sein, und sie wird in der Regel der geistlichen Reife des Dieners entsprechen. Ein Kindlein in Christo mach frisch in seiner Liebe und inbrünstig im Geiste sein, doch ein Dienst von hoher geistlicher Ordnung erfordert mehr als das. Je geistlicher ein Dienst ist, desto mehr geistliche Reife verlangt er von dem, der ihn ausübt.

In den ersten Kapiteln von 4. Mose wird alles den Gedanken Gottes gemäß hingestellt, damit wir geübt werden, dem göttlichen Maßstab in dem uns obliegenden Teile des Dienstes zu entsprechen. Ich hoffe, wir erkennen alle an, dass wir als Gottes erlöste Erstgeborene Ihm zum Dienste in Verbindung mit Seinen heiligen Dingen geheiligt sind.

In dem statt aller Erstgeburt Israels genommenen Stamme Levi sehen wir im Bilde den Dienst, für den wir geheiligt sind. Nun ist es an uns, uns die Reife und Befähigung angelegen sein zu lassen, die uns in den Stand setzt, ihn wirklich auszuüben.

Der Ausspruch: „Eifert aber um die größeren Gnadengaben“ (1. Kor. 12, 31) stellt es als Grundsatz hin, dass wir nach dem größten uns erreichbaren Dienste trachten sollten.

Auch hier sehen wir, dass Gott den heiligsten Dienst zuerst bringt. Es ist Seine Art, mit dem Besten zu beginnen. In Gottes Weltordnung wirkt sich alles vom Höchsten in die Tiefe hinab aus. Ich denke nicht, dass wir so beginnen, doch wir haben zu lernen, dass dies Gottes Weg ist. Nur ein guter Priester wird ein guter Levit sein, und ein solcher wird sich auch sehr gut zum Heeresdienst eignen.

Wir sollten begehren, wahre „Söhne Kehaths“ zu sein, denn ihr Teil war der heiligste Dienst in der Wüste, von dessen treuer Ausführung das Vorwärtsschreiten des Zeugnisses abhing. Was sie auf ihren Schultern trugen, wird im zweiten Buch Mose beschrieben (siehe: „Ein Überblick über das zweite Buch Mose“). Es redet alles im Bilde auf verschiedene Weise von Christo, und nach der Aufrichtung und Indienstnahme der Wohnung warteten die Priester ihres Amtes in Verbindung mit diesen Gegenständen.

Unser Kapitel betrachtet jedoch einen anderen Dienst, nämlich „beim Aufbruch des Lagers“ (V. 5 und 15). In gewissem Sinne wird die Wohnung zum heiligen Dienste Gott gegenüber aufgerichtet, wenn die Heiligen als Kirche zusammenkommen (1. Kor. 11, 18). Doch wir bleiben nicht zusammen, und die Zeit zwischen den Zusammenkünften bietet Gelegenheit für den Tragedienst, von dem hier geredet wird. Es ist dies ein Dienst in Wüstenumständen, ohne den es keinen Aufbruch gibt.

Alles, was die Ausrüstung des Heiligtums ausmacht, ist in verantwortungsvollem levitischen Dienste zu tragen. Das ist etwas „Hochheiliges“ (V.4). Es ist dies ein Auftrag, den Gott in Seiner Unumschränktheit solchen gibt, die imstande sind, ihn auszuführen. Es sind vielleicht nur wenige von uns, die sich solchem Dienste gewachsen fühlen.

Einer, der geistlich viel größer war als wir, stellte die Frage: „Wer ist dem gewachsen?“ Doch wenn wir den Dienst erkennen, der für das Vorwärtsschreiten des Zeugnisses in Frage kommt, so werden wir viel darum bitten, dass Gott die hierfür genugsame Kraft dazu gebe. Es entspricht dem Plane Gottes, dass Seine heiligen Gegenstände also getragen werden, und jeder Kehathiter ist dazu berufen, seine Schulter dieser Arbeit zur Verfügung zu stellen und persönlich sein Teil von der Last zu tragen.

Aber keiner der heiligen Gegenstände darf von dem Leviten genommen werden, bis er nicht durch Bedecken priesterlich zubereitet war.

Bei der Anwendung auf uns dürfen wir hieraus nicht schließen, dass Priester und Leviten verschiedene Personen sind. Damit soll uns gelehrt werden, dass dem Kehathiterdienst eine priesterliche Übung vorausgeht. Wir sehen, dass die Priester hier Einsicht über das Erforderliche haben und auch fähig sind, ihr zu entsprechen. Dies ist nur bei solchen zu finden, die gewohnheitsmäßig „Jehova nahen“ (2. Mose 19, 22).

Der Versuch, getrennt von einem geistlichen Zustande und von priesterlichen Herzensübungen mit heiligen Dingen umzugehen, ist verhängnisvoll, denn nicht einmal ein Kehathiter, der nicht Aaron und dessen Söhnen angehörte, durfte „einen Augenblick das Heilige sehen“, damit er nicht sterbe (V.20).

Das Bedecken der heiligen Gegenstände, das einen so hervorragenden Platz in diesem Kapitel hat, ist durchaus das Werk der Priester; es zeigt, dass diese Dinge, ehe sie von Leviten getragen werden können, gewisse Züge tragen müssen, die ihnen, den Decken der Wohnung gleich, ein Schutz sind. Dieser Züge bedürfen sie nicht im Heiligtum, doch für das geziemende Tragen der heiligen Gegenstände nach Levitenart sind sie wesentlich.

Wenn die kostbaren Dinge Gottes im verantwortlichen Dienste getragen werden, so erleiden sie ohne Begleitzustände, die der Ausfluss priesterlicher Übung sind, Schaden. Derartige Begleitzustände sind während der ganzen Zeit levitischen Tragens nicht von ihnen zu trennen.

„Die Lade des Zeugnisses“ war das erste und wichtigste von den heiligen Dingen. Sie redet von Christo als Dem, in dem Gott alles zustandegebracht hat, was heute Gegenstand des Zeugnisses ist. Gottes Wille hat im Weltall zu gelten, und in Christo hat er auf die denkbar völligste Weise Geltung erlangt.

Im Blick auf das Tragen nun musste die Lade mit dem „Deckvorhang“ bedeckt werden. Dadurch wurden zwei höchst kostbare und wunderbare Bilder von Christo miteinander in Verbindung gebracht; das eine diente als Decke des anderen, ein Hinweis darauf, dass man, während einerseits das Getragene das völlige und herrliche Zeugnis Gottes in Christo ist, andererseits dessen eingedenk zu sein hat, dass sich dessen Darstellung hienieden in dem Fleische eines Christus in Demut und Niedrigkeit vollzog. Das hat man beim Tragen des Zeugnisses zuerst im Gedächtnis zu behalten. Es hat im Einklang mit alldem getragen zu werden, was das Fleisch Christi kennzeichnete - Er war ein demütiger Mensch, der Schmach erduldete und auf das Kreuz ging.

Ich glaube, Paulus war ein Priester, der es verstand, die Lade mit dem Vorhang zu bedecken. Er hatte den Schatz all dieses Herrlichen in einem irdenen Gefäße, doch als er ihn nach Levitenart trug, war seine große Übung, dass das Leben Jesu in seinem Leibe offenbar werde (2. Kor. 4, 7 und 10). Diese Gestalt nahm also das Zeugnis in einer feindseligen Welt an. Und ich denke, des Apostels Übung darüber entspricht den Dachsfellen, die hier nicht, wie in den übrigen Fällen, die äußere Decke bilden, sondern unmittelbar in Berührung mit dem Vorhang gebracht werden.

Ich fasse das dahin auf, dass die inneren mit dem Zeugnis verbundenen Übungen dessen Schutz ausmachen. Es gibt heilige Übungen in unserem Inneren, wie wir sie bei Paulus in 2. Korinther 4 sehen, und diese laufen darauf hinaus, dass „das Tuch ganz von Blau“ außen zum Vorschein kommt (V.6).

Wenn die Kethatiter die Lade tragen, so sehen wir, wie etwas durch die Wüste zieht, das seinem Wesen nach durchaus himmlisch ist. Als Priester haben die Heiligen die Lade des Zeugnisses betrachtet und haben verstanden, sie angemessen zu bedecken. Doch als Kehathiter tragen sie sie bedeckt und derart, dass sich den Blicken das Himmlische darbietet. Dieser Dienst ist „hochheilig“; wollte Gott, dass er mehr zu sehen wäre.

Auch der „Tisch der Schaubrote“ war zu tragen. Er ist ein Bild von Christo als Dem, der die Heiligen vor Gott zu Dessen Wohlgefallen aufrechterhält. Das „beständige Brot“ (V.7) stellt die Heiligen als mit Christo einsgemacht und als solche dar, mit denen Sich Christus einsgemacht hat. Das heißt, sie werden ihrer Gesamtheit nach betrachtet, und zwar als solche, in denen der Wille Gottes Gestalt gewonnen hat.

Die auch auf dem Tisch zu tragenden Gefäße des Dienstes stellen die Heiligen als für den heiligen Dienst Gottes sichergestellt dar. Bei diesem Vorbilde ist nun besonders zu beachten, dass das „Tuch von Blau“ über den Tisch gebreitet wird, ehe die Gefäße oder die Schaubrote darauf gestellt werden.

Alles, was der Tisch trägt, wird damit auf eine himmlische Grundlage gestellt, so dass darin die der gegenwärtigen Zeit eigene geistliche Auffassung zum Ausdruck kommt. Ja, ich glaube, dass der in diesem Kapitel dargestellte Tragedienst einer ist, der besonders den Heiligen der Kirche oder Versammlung zukommt, und er besagt, dass gegenwärtig ein himmlisches Zeugnis vorgeführt wird.

Das „beständige Brot“ bringt die Unwandelbarkeit des göttlichen Gedankens zum Ausdruck, und in den Gefäßen auf dem Tische sehen wir, dass die Heiligen passend sind, die mancherlei Arten des Dienstes vor Gott zu Seinem Wohlgefallen verrichten.

Dem Vorbilde nach standen sie in Beziehung zu dem mannigfaltigen Dienste Gottes, wie er nun an heiliger Stätte ausgeübt wird, und der, wie wir sehen, ganz und gar auf himmlischer Grundlage steht.

Die in den Schaubroten und den Gefäßen des Dienstes dargestellten Heiligen können daher in sittlicher Hinsicht keinen Platz in dem Zeitlauf dieser Welt haben. Sie sind als Teilhaber der himmlischen Berufung dem Wohlgefallen Gottes vorbehalten.

Es ist klar, dass wer als Levit in Verbindung mit solchen Dingen dient, sie nur verunehrt, wenn er nicht etwas von der himmlischen Wesensart hat. Soviel ich verstehe, stellen die Decken Zustände dar, die beim Tragen der heiligen Dinge vorhanden sein müssen. Und wenn sie nicht in den Heiligen aufrechterhalten werden, so haben wir kein wahrhaft levitisches Tragen.

Das in diesem Kapitel so oft erwähnte „Tuch von Blau“ ist in diesem Zusammenhange von hoher Wichtigkeit, und dies besonders zu einer Zeit, wo der Feind alles tut, was er kann, um das Volk Gottes auf den Tiefstand solcher herabzudrücken, „die auf der Erde wohnen“ (Offb. 3,10; 6,10; 8,13; 11,10; 13,8.14; 17,2.8).

Es leuchtet ein, dass das Himmlische heutzutage in der religiösen Welt wenig gilt. Ein Mann von Ruf dankte letzthin Gott öffentlich, dass der Gedanke an eine andere Welt aus den Kirchen so gut wie ausgefegt sei! Wir stehen inmitten eines Bekenntnisses, das bereit ist, das Himmlische öffentlich als unzeitgemäß aufzugeben, und sich dessen noch rühmt!

Doch die Weltordnung, die Gott aufrechterhält, steht in Beziehung zu einem himmlischen Jesus Christus, „und wie der Himmlische, so auch die Himmlischen“ (1. Kor. 15, 48).

Sodann heißt es in Vers 8: „hierüber sollen sie ein Tuch von Karmesin breiten“. Man hat gesagt, dass Karmesin die menschliche Herrlichkeit darstelle, doch hier ist diese offenbar eine Herrlichkeit, die göttlichen Wert hat.

Beim Tragen der heiligen Dinge mussten Züge wahrer Herrlichkeit offenbar werden. Die Herrlichkeit der Welt oder des Menschen im Fleische kann darin keinen Platz haben. Von einigen heißt es: „sie liebten die Ehre (Herrlichkeit) von den Menschen mehr als die Ehre (Herrlichkeit) von Gott“ (Joh. 12, 43). Doch eine derartige Herrlichkeit war nie mit dem „Blau“ vereinbar. Das Karmesin (oder, was dasselbe ist, den Scharlach) ohne das Blau sehen wir in Offenbarung 17, und das ist der Abfall. Mit dem Blau als Grundlage jedoch können wir das Karmesin haben, das eine von Gott gegebene Herrlichkeit darstellt, die ihrem Wesen nach geistlich ist. Wir sollten danach begehren, von Gott ausgezeichnet zu werden.

Paulus sagt: „wenn e i n Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit“ (1. Kor. 12, 26). Es ist eine wahrhafte Auszeichnung, unter den Brüdern zu dienen, doch dieser Dienst sollte durch einen damit im Einklange stehenden Wandel aufrechterhalten werden.

Das „Karmesin“ ist nicht vor den Menschen zu entfalten, es ist mit Dachsfellen zu bedecken, ein Bild von wachsamer Achtsamkeit im Verein mit einem heiligen Wandel. Man hat eifrig darauf bedacht zu sein, dass alle Bewegungen in der Wüste, und besonders die im Dienste, im Einklange mit „dem Heiligen“ stehen (V. 15 und 20). Die Kehathiter haben die Wüste als Hüter alles dessen zu durchschreiten, was höchst kostbar ist.

Wenn die Heiligen als Kirche zusammenkommen (1. Kor. 11, 18), so wird geistliche Ordnung gesehen und betätigt. Doch wir dienen Gott nicht immer unmittelbar als Priester. Es gibt noch einen anderen Dienst, und das ist das Tragen „des Heiligen“ durch die Wüste, und zwar derart, dass ihm kein Schaden oder eine Herabwürdigung widerfährt. Ton und Gepräge dessen, was „in Versammlung“ vorgeht (1. Kor. 11, 18), hängt davon ab, wie der levitische Dienst verrichtet worden ist. Jeder Mangel an heiliger Sorgfalt im Tragedienst ist sicherlich nicht ohne Folgen, wenn die Wohnung wieder aufgerichtet wird.

Alles, was die Priester innerhalb sehen, in Verbindung mit dem sie dienen, ist unter heiligen Schutzdecken durch die Wüste zu tragen, bis die Zeit für den Priesterdienst an heiliger Stätte wiederkommt.

Beim „Leuchter des Lichts“ und allen mit dessen Dienst verbundenen Geräten (V.9) und dem „goldenen Altar“ (V.11) und allen Geräten, „womit man den Dienst im Heiligtum verrichtet“ (V.12) ist das „Tuch von Blau“ innerhalb; es stellt ein inneres Erfassen der wahren Eigenart geistlichen Lichts dar.

Das Christentum ist eine Weltordnung himmlischer Dinge und himmlischen Dienstes. Es trägt nichts zu der Welt oder dem Menschen im Fleische bei. Und was für ein heiliger Dienst uns auch innerhalb in Anspruch nimmt, er muss im öffentlichen Levitendienste das haben, was ihm entspricht und seine heilige Eigenart wahrt.

Als Kehathiter bewahren die Heiligen im öffentlichen Dienste eine Haltung, die im Einklange mit dem steht, was sie als Priester innerhalb tun. „Das Heilige“ ist auf den Wüstenwanderungen von den Heiligen derart sorgfältig zu schützen und aufrechtzuerhalten, dass sie, wenn die Zeit kommt, ohne Zögern vom levitischen Tragen zum priesterlichen Dienen übergehen können. Jeder geübte Heilige muss zugeben, dass die Belehrung hierüber hochwichtig und von höchstem Werte ist.

Zum Schluss wird der Altar dadurch zum Tragen zubereitet, dass er von der Asche gereinigt und ein Tuch von rotem Purpur über ihn gebreitet wird. Das Purpurtuch deutet auf das priesterliche Verständnis darüber, dass sich Herrlichkeit auf Leiden gründet.

Petrus deckte gleichsam das Purpurtuch über den Altar, als er von den Propheten sagte, dass der Geist Christi in ihnen „von den Leiden, die auf Christum kommen sollten, und von den Herrlichkeiten danach im voraus zeugte“ (1. Petrus 1, 11).

Das Tragen des Altars von den Kehathitern zeigt, dass die Heiligen in ihrem Wandel und Dienst hienieden den Leiden, dem Wesen des Herrn Jesu gemäß, nicht aus dem Wege gehen, doch sie tun dies in dem vollen Bewusstsein, dass entsprechende Herrlichkeiten ihnen folgen werden.

Alles, was Gott uns in Christo ausersehen, und was durch Christum in den Heiligen Gestalt gewinnt, ist der levitischen Sorgfalt anvertraut, damit es in einem Leidensdienste durch die Wüste getragen werde, bis die Zeit dafür kommt, dass es in Herrlichkeit geoffenbart wird. Es handelt sich um das Zeugnis über etwas, was allen Gedanken der Menschen entgegen und durch die Leiden Christi gesichert ist.

Alles das begreift eine geistliche Bewegung in sich. Erforschen wir unsere Herzen, ob wir für die Förderung geistlicher Bewegungen zu haben sind. Jede Bewegung des Zeugnisses legt uns eindringlich die Unterweisungen dieses Kapitels ans Herz, und sie führt dahin, uns alles in Christo als der Lade, dem Tisch, dem Leuchter und den beiden Altären Verbundene immer kostbarer zu machen, und gibt den göttlichen und himmlischen Wesenszügen einen noch hervorragenderen Platz, und außerdem ein immer mehr vertieftes Bewusstsein von der Heiligkeit jeder Einzelheit, die es mit dem Dienste Gottes zu tun hat.

Die Heiligen als Söhne Kehaths sollte ein Einssein mit den heiligen Dingen kennzeichnen, nicht im Dienste des Heiligtums vor Gott, sondern in ihrem verantwortlichen Dienste und Wandel in der Wüste.

In einem derartigen Dienst wird die Treue bei jedem Schritt auf die Probe gestellt, doch wenn wir alle unserem Auftrage treu sind, so dient das unmittelbar zur Förderung des Heiligtumsdienstes bei unseren Zusammenkünften. Wir werden somit „aufbrechen“ müssen, um in einer neuen geistlichen Stellung erfunden zu werden.

Der Tragedienst hat dieses wichtige Ergebnis vor sich, und wenn er getreulich ausgeübt wird, so bleibt die Frische im Heiligtumsdienst bewahrt. Dieser findet dann in einer neuen geistlichen Umgebung statt, in der er sich nie zuvor befunden hatte. Die heiligen Dinge ändern sich dabei nicht im Geringsten, doch da die Heiligen im levitischen Dienste in Verbindung mit ihnen geistliche vorwärtskommen, so nehmen sie von Zeit zu Zeit neue Standorte ein. Infolgedessen ist der Priesterdienst nicht genau derselbe wie beim letzten Aufrichten der Wohnung: Gottes Führung und getreues levitisches Tragen haben einen geistlichen Fortschritt zustande gebracht. Welch ein Gegensatz ist das dem Feststehenden und Förmlichen gegenüber, was man in der religiösen Welt „Gottesdienst“ nennt!

Der Tragedienst der Söhne Kehaths hat es mit dem „Hochheiligen“ (V.4) zu tun, doch er schloss nicht alles zu Tragende in sich. Die Söhne Gersons und die Söhne Meraris haben auch ihr Teil, das hochwichtig, wenn auch von niedrigerer Art als das der Söhne Kehaths ist.

Deren Dienst hat es mehr mit der Wohnung selbst als mit dem zu tun, was darin aufgestellt ist. Die Teppiche und Umhänge, wie auch die Bretter, die sie stützen, haben Beziehung zu „der wahrhaftigen Hütte, die der Herr errichtet hat, nicht der Mensch“ (Heb. 8, 2). Sie stellen im Bilde das dar, was durch Gottes Gnade und Wirksamkeit in den Heiligen Gestalt gewonnen hat, so dass sie eine passende Behausung für „das Heilige“ bilden.

Was die Teppiche und Umhänge anlangt (V. 25 und 26), die die Söhne Gersons zu tragen hatten, so lasst uns daran gedenken, was in 2. Mose 35, 25 und 26 gesagt ist: „Und alle Weiber, die weisen Herzens waren, spannen mit ihren Händen und brachten das Gespinst ... Und alle Weiber, die ihr Herz trieb in Weisheit, spannen das Ziegenhaar“. Den Teppichen liegt sonach ein Werk zugrunde, das in Weisheit von Weibern angefertigt worden, und sie stellen die Heiligen als durch persönliche Übungen geistlich gestaltet dar. Jeder dem Bilde nach in den verschiedenen Teppichen und Decken der Wohnung dargestellte Zug hat durch einsichtige Übungen in den Heiligen Gestalt zu gewinnen.

Wenn wir über die neutestamentlichen Briefe nachdenken, so können wir verstehen, wie mannigfaltig diese Wesenszüge sind. Aber keiner von ihnen kommt zum Vorschein getrennt von der Wirksamkeit des Geistes Christi oder den persönlichen und gebetvollen Übungen derer, die diesen Geist haben.

Und all diese Züge sind für die wahre Wohnung wesentlich; keiner von ihnen ist als unwichtig zu entbehren, sie alle sind nötig, wenn die Wohnung ihre Eigenart, „das Heilige“ zu umschreinen, erfüllen soll. Sie alle haben ihren Platz in Beziehung zum Zeugnis und sind, den heiligen Gegenständen gleich, durch die Wüste zu tragen. Es gibt keine geistliche Übung oder Gestaltung, die nicht auch zum levitischen Dienste gehörte.

Wir sollten dessen eingedenk sein, dass unter dem vorliegenden Bilde die Heiligen als „eine“ Wohnung betrachtet werden. Es redet von dem, was wir als solche sind, die durch Übungen, an denen wir alle teilhaben, zur Einheit gebracht wurden. Gott wollte nie, dass die Einheit der Heiligen etwas Verborgenes sei. Sie sollte zu aller Zeit offenbar werden, und nicht nur, wenn wir zusammenkommen. In jeder unserer Bewegungen in der Wüste sollte zum Vorschein kommen, dass wir der Schar angehören, in der sich geistliche Übungen auswirken.

Jeder Teppich und Umhang, den die Söhne Gersons trugen, war durch geschickte Tätigkeit zustande gekommen. Der Apostel sagte der Versammlung zu Korinth: „um vieles bitten wir auch, um eure Vervollkommnung“, und dann fügt er die Ermahnung hinzu: „Übrigens, Brüder, freuet euch, werdet vollkommen, seid getrost, seid eines Sinnes, seid in Frieden, und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein“ (2. Kor. 13, 9 und 11).

Das griechische Wort für „vollkommen werden“, dessen entsprechendes Hauptwort „Vervollkommnung“ ist, wird in Matthäus 4, 21 und Markus 1, 19 in Verbindung mit Netzen durch „ausbessern“ wiedergegeben. Es besagt, dass die Netze dadurch in jeder Einzelheit wieder vollkommen brauchbar wurden.

Der ganze Levitendienst geschieht im Blick auf den vollständigen Gedanken Gottes, und damit er im Wandel der Heiligen offenbar werde. Das sollte, soweit uns die Gnade dafür gegeben, in unserem ganzen verantwortlichen Dienste aufrechterhalten werden. Wenn wir an alles das denken, was die Heiligen als der Versammlung Gottes angehörig sind, nämlich der Tempel Gottes, der Leib, das gesalbte Gefäß des Wohlgefallens Gottes hienieden - welch eine unaufhörliche Bemühung der Liebe erfordert es, damit sich alles dies auch im Leben auswirkt!

Das Werk des Herrn, das Er Seinen Leviten anvertraut, sucht dies immer zustande zu bringen. Der vollständige Gedanke wird im Blick darauf als eine Last getragen, dass er in wahrhafter und verantwortlicher Weise aufrechterhalten werde.

Die Heiligen sind durch den ihnen gebrachten Dienst und die geistlichen Übungen, die er hervorbringt, vollkommen zu machen, so dass sie, in Liebe verbunden, miteinander in Einheit wandeln.

Es ist klar, dass das Arbeit kostet. Die Gegenstände müssen getragen werden, und die Diener müssen persönlich eins mit dem sein, was sie tragen. Der Dienst der Gersoniter hat jeden göttlichen Gedanken, der in den Teppichen, Decken und Umhängen zum Ausdruck kam, weiterzutragen. Diese Gedanken sind im Zeugnis und Wandel durch die Wüste zu tragen. Sie bilden die Gegenstände des verantwortlichen Dienstes im tagtäglichen Leben. Durch einen derartigen Dienst ward, was am Anfang das Werk Gottes kennzeichnete, weitergetragen und nicht zugelassen, dass es ausblieb oder Schaden litt.

Die den Söhnen Meraris zuerteilte Last war das Tragen der Bretter, Riegel, Säulen und Füße der Wohnung. Ihr Dienst hat es mit dem Stützen der Wohnung und ihrer Decken zu tun. Es muss etwas Grundlegendes die sittliche Stütze von alledem bilden, was Gott mit Seinen Heiligen als „der wahrhaftigen Hütte“ im Sinne hat (Heb. 8, 2).

Das weist im Bilde auf das hin, was die in der Gnade befestigten Heiligen dem Römerbrief gemäß sind.

Es ist ganz wesentlich für das Zeugnis, dies weiterzutragen, und dessen Durchführung ist ein anstrengender Teil des levitischen Dienstes. Wie all die anderen Teile des Tragedienstes umfasst er nicht nur die Aufrechterhaltung der Dinge der Lehre nach, sondern im Wandel. Und kein Levit wird grundlegende Teile der Wahrheit ordnungsgemäß tragen, wenn er nicht anerkennt, dass sie in Beziehung zu allem, was Gott im Sinne hat, zu erfassen sind.

Jeder Fuß, jedes Brett und jeder Riegel ist ein unerlässlicher Teil des ganzen Baus. Kein Levit würde das beim Tragen je vergessen. Der göttliche Wert eines jeden Teiles liegt in der Tatsache, dass er zur Vollständigkeit des Ganzen wesentlich ist. Das war von jedem Pflock oder Seil ebenso wahr wie von den größeren Teilen; nichts war unbedeutend.

Gott befestigt die Heiligen dem Römerbrief gemäß, damit sie mit all den anderen Heiligen in einer bestimmten Weise verbunden würden. Das kommt sehr klar in Römer 12 und in den Kapitel 12 bis 15 zum Ausdruck.

Da sehen wir, welche Wirkung die Wahrheit auf unseren Wandel in den Umständen des Wüstenlebens ausübt. Die in den Heiligen gestaltete Wahrheit ist in einer angemessenen Weise durch die Wüste zu tragen, damit sie nicht befleckt wird oder Schaden leidet.

Etwas dem Ähnliches haben wir auch im Kolosser- und Epheserbriefe. Da werden uns zunächst die großen geistlichen Wirklichkeiten vorgestellt, und im letzten Teile wird dann ihre Anwendung auf jede Einzelheit unseres Wandels hienieden gezeigt. Wenn der Levitendienst nicht getreulich ausgeübt wird, so werden ganz sicher die geistlichen Wirklichkeiten in unseren Seelen dahinschwinden, wir werden nicht wirklich Teil an dem Vorwärtsschreiten des Zeugnisses haben, und das, was vorgibt, Dienst im Heiligtum zu sein, wird seinen göttlichen Wert und seine Frische verlieren.

In diesem Dienst hat jeder seine bestimmte Last: „mit Namen sollt ihr ihnen die Geräte zuzählen, die ihnen zu tragen obliegen“ (V.32). Alles steht unter priesterlicher Leitung bis hinab zu den kleinsten Einzelheiten (siehe V. 19, 28 und 33). Der Priester stellt geistliche Einsicht und Nähe zu Gott dar, und aller levitische Dienst hat sich dem priesterlichen unterzuordnen.

Unter solcher Leitung wird es keinen Widerstreit eines Dienstes mit dem anderen geben, keinen Versuch, das Werk eines anderen zu tun und kein Außerachtlassen von etwas, was zum Vorwärtstragen des Zeugnisses wesentlich ist. Einem jeden liegt es ob, das ihm Anvertraute zu tragen mit all den anderen Hand in Hand zu arbeiten, und dies in dem Bewusstsein, dass der Dienst einer ist, wie viele Hände auch dabei mit zuzufassen haben.

Es ist zu beachten, wie weitgehend für den Dienst gesorgt war! Die Wohnung selbst maß höchstens sechzehn Meter in der Länge, und der sie umgebende Vorhof war nicht mehr als dreiundfünfzig Meter lang, und dennoch waren achttausendfünfhundertachtzig Leviten zum Tragen der verschiedenen Teile dieses Baus eingetragen!

Daraus erhellt, dass sich gewiss keiner zu überanstrengen brauchte. Es ist nicht des Herrn Art, „schwere und schwer zu tragende Lasten ... auf die Schultern der Menschen“ zu legen. Er konnte vielmehr sagen: „mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mat. 23,4; 11,30).

Wir können sicher sein, dass wenn jeder Levit treu und eifrig dem ihm zugewiesenen Dienst oblag, so ward keiner über sein Maß und seine Kraft hinaus angestrengt. Wenn man sich aber vorstellte, dass neun Zehntel des Stammes ihren Dienst aufgäben, welch eine Last bedeutete das für das getreue Zehntel!

Wahrscheinlich verhält es sich heute derart. Der ganze Zustand in dem, was heute für Gott zu stehen bekennt, ist die Folge der Abwesenheit priesterlicher Zustände und Übungen und des sich daraus ergebenden Durcheinanders alles Levitischen. Doch, wie schon bemerkt, haben wir in unserem Kapitel kein Bild menschlichen Versagens, sondern das einer Dienstordnung, die durchaus den Gedanken Gottes entspricht.

4 Mo 21,12-15 (Elberfelder 1905)

12Von dort brachen sie auf und lagerten sich am Bache Sered.  13Von dort brachen sie auf und lagerten sich jenseit des Arnon, der in der Wüste ist, der aus dem Gebiete der Amoriter hervorgeht. Denn der Arnon ist die Grenze von Moab, zwischen Moab und den Amoritern.  14Darum heißt es in dem Buche der Kämpfe Jehovas: Waheb in Sufa und die Bäche des Arnon;  15und die Ergießung der Bäche, die sich erstreckt nach dem Wohnsitze Ars, und sich lehnt an die Grenze von Moab.  

 

5 Mo 8,7 (Elberfelder 1905)

Denn Jehova, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land, ein Land von Wasserbächen, Quellen und Gewässern, die in der Niederung und im Gebirge entspringen;


Das Buch der Kämpfe Jehovas redet von den Erfrischungen, die dem Volk Gottes auf Grund der geistlichen Kämpfe zugänglich gemacht werden.
Gläubige, die nicht im Glauben kämpfen, haben keine Ahnung davon, dass es dieses Wasser gibt. Dieses Wasser ist noch nicht das Wasser des Landes, sondern das Wasser auf dem Wege dorthin.
Alles was wir nun in Christo haben, haben wir auch dadurch, dass wir mitkämpfen, aber es ist der Kampf Jehovas für und mit uns. Jede Wahrheit der Ordnungen der Versammlung erfordert Kampf! und dieser Kampf ist verbunden mit den Segnungen des ungehindert fliessenden Wasser des Geistes Gottes. {Bäche}
Nicht wir haben zu Kämpfen wider die Mächte die uns zu stark sind, sondern wir nehmen an Seinen Kämpfen teil.
Die Marksteine in 4. Mose 21
1. Leben infolge des Blickes auf den erhöhten Sohn des Menschen, der zur Sünde gemacht wurde
2. Hinwenden Richtung Sonnenaufgang, woher ER kommt
3. und die Kämpfe die Verbindung sind mit den Wasserquellen der Wüste
führen uns zu: 

4 Mo 21,16 (Elberfelder 1905)

Und von dort zogen sie nach Beer; das ist der Brunnen, von welchem Jehova zu Mose sprach: Versammle das Volk, und ich will ihnen Wasser geben.
So ein Volk kann IHM der das sagt: "Versammle das Volk", schon in der Wüste in Anbetung singen und reden:

4 Mo 21,17 (Elberfelder 1905)

Damals sang Israel dieses Lied: Herauf, Brunnen! Singet ihm zu!

 

Singet ihm zu!

Sie haben den Heiligen Geist in Fülle! Ein komplett andere Situation denn in 2. M 17 + 4.M 20!
Dort war es die Befriedigung notwendiger Bedürfnisse. (Murren...)
Hier ab 4. M 21.16 haben wir das, was Gott seinem Volke aus reiner Liebe in Gnade schenken will.

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

 

 

Kapitel 5

 

Nun da das Lagern der Kinder Israel mit Bezug auf das Zelt der Zusammenkunft geordnet und der Dienst der Leviten bestimmt worden ist, lernen wir, dass Gott in der Mitte der Lager wohnt. Das erfordert Unbeflecktheit, denn wenn Gott in der Mitte Seines Volkes wohnt, so müssen dessen Zustand und Beziehungen Ihm entsprechen.

Deshalb heißt es: „Gebiete den Kindern Israel, dass sie alle Aussätzigen und alle Flüssigen und alle wegen einer Leiche Verunreinigten aus dem Lager hinaustun“ (V.2). Dieses Hinaustun aus dem Lager war nicht den Priestern und Leviten überlassen, dafür trugen alle „Kinder Israel“ die ernste Verantwortung. Dann lesen wir: „die Kinder Israel taten also“ (V.4), sie zögerten nicht, den göttlichen Befehl auszuführen, hatten also das Bewusstsein, dass Gott in ihrer Mitte wohnte, und dass alles Ihm entsprechen musste.

Der Aussätzige hatte eine eingewurzelte, den ganzen Körper verseuchende Krankheit, die ein Bild der Sünde, das heißt, der im Fleische wirkenden Gesetzlosigkeit ist. Wen der Eigenwille kennzeichnet, der ist in sittlicher Hinsicht aussätzig, und solche können keinen Platz in einer Weltordnung haben, die in jeder Einzelheit dem Willen Gottes gemäß ist. Eigenwille, wo immer er sich vorfindet, ist unrein. Doch er ist nie so offenbarlich unrein, als wenn er sich auf göttlichem Gebiete durchzusetzen sucht; da darf er durchaus keinen Fuß fassen.

Wer einen Fluss hat, stellt solche dar, die wohl begehren das Offenbarwerden des Fleisches zu verhindern, doch sie sind unfähig, das zu tun. Sie haben keine Kraft, sich selbst zu beherrschen.

Auf die bildliche Bedeutung des Aussatzes und des Flusses ist bei der Betrachtung von 3. Mose 13 - 15 hingewiesen worden (siehe den „Überblick über das dritte Buch Mose“). Hier erfahren wir, dass wer einen Fluss hat, ebenso vom Lager auszuschließen ist wie der Aussätzige. Das Gebot ist hier strenger als in 3. Mose, und das enthält eine Unterweisung für uns.

Zwischen 3. Mose 15 und 4. Mose 5 ist das Lager den Gedanken Gottes gemäß geordnet worden, und das brachte einen neuen Maßstab heiliger Anforderungen mit sich. Ehe das geschehen, mag Gott ein gut Teil von dem ertragen, was nicht Seinem Wohlgefallen entspricht, doch sowie Er Licht darüber gegeben, wird ein neuer und göttlicher Maßstab aufgestellt.

Gott hat in dem christlichen Bekenntnis, wo in Wahrheit keine Ordnung gekannt wird, vieles hingehen lassen, was Er unter denen, die Seinen Willen kennen, als etwas sehr Ernstes ansehen würde. Vermehrtes Licht über die göttliche Versammlungsordnung bringt auch die vermehrte Verantwortlichkeit mit sich, Zustände aufrechtzuerhalten, wie sie sich dort, wo Gott wohnt, geziemen.

Dem Eigenwillen und dem Offenbarwerden des Fleisches würden wir eine große Zurückhaltung auferlegen, wenn wir dessen eingedenk wären, dass derartiges da, wo Gott wohnt, unpassend ist; dort kann dem kein Platz eingeräumt werden.

Gott will, dass wir hieraus lernen, dies an uns selbst zu richten, und wenn ein jeder so etwas von sich weist, so wird die ganze Versammlung rein. Dieser Gedanke liegt dem Ausfegen des alten Sauerteiges in 1. Kor. 5, 7 zugrunde. Böse Leute sollte man nicht in der Gemeinschaft des Volkes Gottes zu halten suchen. Das Ausfegen des alten Sauerteiges besagt, dass sich die ganze Versammlung durch Selbstgericht von dem reinigt, was im Fleische wirkt. Jeder hat auf Reinigung bei sich selbst zu achten, damit die Versammlung wahrhaft ungesäuert sei.

Ferner waren auch „alle wegen einer Leiche Verunreinigten“ aus dem Lager hinauszutun (V.2). Dieses Buch weist mehr als ein anderes darauf hin, dass wir durch eine Leiche verunreinigt werden können. Der Nasir verunreinigte das Haupt seiner Weihe, wenn er einen Toten anrührte (Kap. 6); die wegen der Leiche eines Menschen Verunreinigten durften das Passah nicht essen (Kap. 9); jeder Israelit, der sich nach dem Anrühren eines Toten nicht reinigte, verunreinigte die Wohnung Jehovas (Kap. 19, 13).

Dabei handelt es sich immer um „die Leiche eines Menschen“ (Kap. 6,7; 9,6.7; 19,11.13), nicht um die eines Tieres. Ein Zeichen, dass nicht der Tod an sich verunreinigt, sondern Mensch, der in diesem Zustande ist.

Das Anrühren einer Leiche besagt, dass wir durch einen Menschen mit dem in sittliche Berührung kommen, was kein Leben Gott gegenüber hat. Im christlichen Bekenntnis gibt es ungeheuer viel davon; von Sardes heißt es: „Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst und bist tot“ (Offb. 3,1). Ein solcher Zustand jedoch verunreinigt das Volk Gottes, wenn es ihn anrührt.

Einem Aussätzigen und einem, der einen Fluss hat, haftet etwas Ekel Erregendes an. Sie stellen das Fleisch in seiner Eigenwilligkeit und Zügellosigkeit dar. Doch die Verunreinigung, die man sich durch Anrühren einer Leiche zuzieht, hemmt oder erstickt wahres Lebens. Sie ist die Folge davon, dass ein Lebendiger derart in Berührung mit dem kommt, was kein Leben Gott gegenüber hat, dass er dessen Einfluss erliegt.

So steht es um das Fleisch in seinem besten Zustande. Wenn der Mensch dem Fleische nach nichts für Gott hervorbringt, und wir räumen ihm in religiöser Hinsicht einen Platz ein, so führen wir damit das ein, was seinem Wesen nach unrein ist.

Wenn nun Gott in der Mitte Seines Volkes wohnt, wie das gewisslich der Fall ist, so kann Er unter ihnen eine derartige Verunreinigung nicht dulden. Was vom Fleische herrührt, sogar auf religiösem Gebiete, ist Gott gegenüber tot, es kann daher nur verunreinigen.

Später in diesem Buche erfahren wir, wie ein derart Verunreinigter rein werden kann, so dass er im Lager sein kann ohne dieses oder die Wohnung, wo Gott wohnt zu beflecken. Hier jedoch werden wir nur darin unterwiesen, dass Gottes Wohnen in der Mitte Seines Volkes keine Verunreinigung in dessen Lagern zulässt.

Dem folgt ein Abschnitt in unserem Kapitel, der dafür sorgt, dass Unrecht unter dem Volke Gottes wieder in Ordnung gebracht werde. Eine Übertretung gegen einen Bruder ist in Wahrheit „Untreue gegen Jehova“ (V.6), sie ist zu bekennen und wiedergutzumachen. Nur so kann Gottes Volk gemeinsam durch die Wüste ziehen in Treue gegen Den, der in ihrer Mitte wohnt.

Die dem Jehova erstattete Schuld (V.8) zeigt, dass eine Verschuldung gegen einen Bruder in Wahrheit eine Verletzung der Rechte Gottes ist; in jedem Fall muss der Übertreter die Sache mit Gott in Ordnung bringen.

Keiner in dem Lager, wo Gott wohnt, darf unter der Wolke der Untreue bleiben. Gott erwartet Treue gegen Ihn in unseren Beziehungen zueinander, und wenn sie irgendwie gebrochen wurde, so trifft Er Vorsorge, damit das in Ordnung gebracht werden kann, und dadurch wird der Priester reicher. Sogar eine Schuld dient ebenso zur Bereicherung des Priesters wie „jedes Hebopfer“ und „eines jeden heiligen Dinge“ (V. 9 und 10).

Jede richtig behandelte Schuld vermehrt das Geistliche unter den Heiligen. Das ist offenbar Gottes Absicht, und wenn wir Seinen Weg einschlagen, so werden wir auch Sein Ziel erreichen.

Die Bundesbeziehungen zwischen Jehova und Seinem Volke werden im Bilde oft durch das Band der Ehe dargestellt, und der noch verbleibende Teil dieses Kapitels ist in diesem Lichte zu lesen und seiner Bedeutung nach zu erkennen.

Nun das Volk zum Heeresdienst gemustert, die Lagerung angeordnet und der levitische Dienst bestimmt war, wird hier auf eine tieferer und mehr innerliche Herzensübung hingewiesen: Gott ist eifersüchtig auf die Liebe Seines Volkes bedacht. Die Seinen sind verpflichtet, Ihm treu zu sein. Die Untreue derer, die in bewusster Beziehung zu Gott standen, ist ernster als der böse Pfad von Menschen, die nie ein Band mit Ihm hatten.

Der Geist der Eifersucht kommt da auf, wo man die göttliche Liebe anerkennt und in einen Bund getreten ist, aber dem Verdacht Anlass gegeben hat, dass ein verderblicher Einfluss am Werke sei.

Wie oft ist das Verhalten des Volkes derart, Ihn zur Eifersucht zu reizen! Wir sehen das im Alten wie im Neuen Testament (siehe 1. Kor. 10, 22). Und wenn das der Fall ist, so wird eine göttliche Prüfung die inneren Teile erforschen und den wahren Herzenszustand offenbar werden lassen.

Gegenwärtig ist es allezeit möglich, dass Untreue vorliegen kann, und deshalb wird der Treue und der Untreue beständig einer Prüfung unterzogen, die uns so erforscht, dass sie die verborgenen Gedanken und Absichten des Herzens ergründet.

Einer derartigen Prüfung, wie sie dieses Kapitel im Bilde vor uns bringt, bedarf es bei denen nicht, die sich offenbarlich vom Herrn abgewandt haben und in die Welt zurückgegangen sind. Ihr Wandel stellt sie bloß. Das Weib aber, das der Eifersuchtsprüfung unterzogen wird, ist im Falle der Untreue „im Geheimen“ untreu gewesen, „es ist kein Zeuge gegen sie, und sie ist nicht ertappt worden“ (V.13).

Vor der Öffentlichkeit scheint alles in Ordnung zu sein: sie steht in Beziehung zu geistlichen Einflüssen, kann zu dem Priester gebracht werden und durch ihn vor Jehova gestellt werden, und kann dem Altar nahen. Damit handelt es sich um die Prüfung jemandes, der sich nach außen hin Nähe befindet, und der anscheinend dem Bande treu ist, in dem er steht, sich aber „im Geheimen verunreinigt“ haben kann.

Wir haben hier eine Prüfung solcher, die dem äußeren Bekenntnis nach treu sind, und gegen die kein Beweis des Gegenteils erbracht werden kann. Wenn wir jedoch wirklich den Herrn aus reinem Herzen anrufen, so brauchen wir vor der Prüfung nicht zurückzuschrecken; uns erforschen zu lassen, bringt einen unermesslichen Gewinn mit sich.

Das erste, was der Mann tut, über den der Geist der Eifersucht kommt, ist, er bringt sein Weib zum Priester und auch „ihre Opfergabe ihrethalben ..., ein Zehntel Epha Gerstenmehl; er soll kein Öl darauf gießen und keinen Weihrauch darauf legen; denn es ist ein Speisopfer der Eifersucht, ein Speisopfer des Gedächtnisses, das Ungerechtigkeit ins Gedächtnis bringt“ (V.15).

Kein ungetreues Weib in Israel konnte von ihrem Mann ohne die Opfergabe ihrethalben zum Priester gebracht werden! Nichts ist wunderbarer als dies. Sofort kommt Christus unter dem Bilde des „Gerstenmehls“ vor uns - ein gnadenreicher und doch heiliger Gedanke!

Das ist das einzige Opfer, in dem „Gerstenmehl“ vorkommt. Es stellt somit Christum auf eine besondere Weise dar. Darin haben wir nicht Seine Beziehung zur Sünde oder den Sünden im Allgemeinen, sondern die Tatsache, dass Er ein Opfer für die geworden, die in Bundesbeziehungen zu Gott standen, ihnen aber untreu wurden.

In diesem Vorbilde sehen wir Ihn als ein Opfer für die, die ihrem Bekenntnis nach Gott lieben, aber untreu gewesen sind. Das wendet sich im Grunde genommen auf Israel oder auf alle die an, die gegenwärtig Gott zu kennen bekennen, kurz auf einen jeden, der eine Stellung in Beziehung zu Gott einnimmt.

Wie ergreifend für jedes aufrichtige Herz ist die Erwägung, dass Christus ein Opfer für solche geworden ist, die der Beziehung, in der sie zu Gott standen, untreu gewesen sind! Soviel ich sehe, haben wir es alle früher oder später schätzen zu lernen, dass Er diesen Platz eingenommen hat. Indem Christus ein Opfer für Ungetreue ward, hat Er das Gedächtnis der Untreue vor Gott gebracht, damit es dem Urteil Gottes gemäß gerichtet werde; und deshalb ward weder Öl noch Weihrauch auf das Gerstenmehl gebracht.

Christus war der Gesalbte, alles Begehren Seines Herzens war Gott ein überaus duftender Wohlgeruch, und so sehen wir Ihn in anderen Opfern als das „Feinmehl“, das ein Bild Seiner sich auf die geringste Einzelheit erstreckenden sündlosen und persönlichen Vollkommenheit ist.

Doch diese kostbaren Gedanken kommen in dem „Speisopfer der Eifersucht“ nicht vor uns, es ist „ein Speisopfer des Gedächtnisses, das Ungerechtigkeit ins Gedächtnis bringt“ (V. 15). Gottes Absicht ist, uns gegen Untreue mit Abscheu zu erfüllen, aber Er tut das, indem Er unsere Gedanken auf Christum richtet, der die Ungerechtigkeit eines untreuen Volkes vor Gott brachte, damit sie in Seiner heiligen Person gerichtet werde.

Alles Verborgene ist vor Gott erforscht und bloßgestellt worden, doch es ward darin als etwas bloßgestellt, das Christus trug. Er war Sich der Untreue Seines Weibes Israel bewusst, als Er zu ihm kam, doch der Beleidigte nahm das Gericht auf Sich, so dass, wenn ihr Herz sich zu Ihm wendet, sie das richten und verabscheuen lernt wie Er.

So verhält es sich im Grunde genommen bei jeder Untreue.

Der Herr ist immer denen gegenüber eifersüchtig, die Er liebt, und diese Eifersucht beseelt alle Seine wahren Diener (2. Kor. 11, 2). Sowohl Er wie sie suchen uns immer zu dem „Priester“ zu bringen, damit der wahre Zustand unserer Herzen offenbar werde. Doch dahin werden wir nicht ohne ein Opfer gebracht, ein Zeichen, dass es in Wahrheit Gottes Gedanke ist, Christum durch diese Erfahrung mehr schätzen zu lernen.

„Und der Priester soll sie herzunahen lassen und sie vor Jehova stellen“ (V. 16). Zum Priester gebracht werden besagt, dass wir von allen fleischlichen Einflüssen getrennt werden und unter eine geistliche Leitung kommen, die uns vor Gott stellt. Wenn wir uns bewusst werden, vor Gott zu sein, so ist das die Folge von priesterlichen Schritten, und so sucht uns der geistliche Einfluss auch zu erhalten.

Der „Priester“ wird in diesem Abschnitt des Kapitels dreizehnmal erwähnt. Er stellt das, was heilig und geistlich ist, dar, und das, was auf Gott bedacht ist.

In der Regel lebt eine geistliche Person gewohnheitsmäßig vor Gott. Paulus war sich in all seinem verantwortlichen Dienste bewusst, „vor Gott“ zu sein (siehe 2. Kor. 2, 17; 4,2; 5,11; 7,12; Gal. 1, 20; 1. Tim. 5, 21; 2. Tim. 4, 1).

Früher oder später wird uns die Gegenwart Gottes alle auf die Probe stellen. Es ist daher weise, dass wir geistliche Einflüsse frei auf uns einwirken lassen, damit wir jetzt bewusstermaßen vor Gott kommen. Dann werden wir vom Selbstbetrug frei, jeder verderbliche Einfluss wird bloßgestellt, und wir lernen, wie untreu wir gewesen sind, und dies vielleicht gerade da, wo wir keinen Argwohn hatten. Dem allen gegenüber lernen wir aber Christum mehr kennen und auch mehr schätzen, und das fördert wahre Herzenstreue gegen Ihn.

„Und der Priester nehme heiliges Wasser in einem irdenen Gefäße; und der Priester nehme von dem Staube, der auf dem Fußboden der Wohnung ist, und tue ihn in das Wasser“ (V.17).

Die Gebrechlichkeit des menschlichen Gefäßes wird anerkannt (siehe 2. Kor. 4,7), doch das heilige Wasser in dem Gefäß zeigt, dass göttliche Kraft zur Reinigung in jedem Gefäße ist, worin der Geist wohnt. Gott erwartet keine Treue von der schwachen Menschheit, die nicht die Frucht Seines Geistes ist (siehe Gal. 5, 22). Das wahre Wesen des Heiligen, der ja ein Gefäß des Geistes ist, wird damit ein Gegenstand der Prüfung.

Paulus wendet das so an, als er den Korinthern und den Galatern schrieb. Beide Briefe können als die Prüfung der göttlichen Eifersucht aufgefasst werden. Er sagt in 1. Kor. 6, 19: „Wisset ihr nicht, dass euer Leib des Heiligen Geistes Tempel ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer selbst seid?“

Sind wir als Einzelne wie als Gesamtheit im Einklange mit der Tatsache gewesen, dass der Heilige Geist als „heiliges Wasser“ in uns ist? Wie sehr erforscht uns diese Prüfung!

Dann haben wir noch den weiteren Gedanken, „von dem Staube, der auf dem Fußboden der Wohnung ist“, und der in das Wasser zu tun ist. Dieser ist offenbar ein Bild des Todes (siehe 1. Mose 3,19; Ps. 22,15), doch nicht des Todes, wie ihn die Welt oder die menschliche Erfahrung kennt, sondern wie er an heiliger Stätte gekannt wird, nämlich in dem in den Staub des Todes gelegten Christus. Weshalb war Er dort?, wenn nicht, um unmissverständlich zu zeigen, dass das Ende alles Fleisches vor Gott gekommen war?

Jede Äußerung des fleischlichen Wesens, alles, was zum Leben der Welt gehört, wird sicher im Tode zunichte gemacht. Für das Volk Gottes ist das schon im Tode Christi geschehen. Der in uns wohnende Geist bezeugt uns immer die im Tode Christi zum Ausdruck gebrachte Liebe Gottes, doch Er zeugt auch davon, dass alles, was mit uns im Fleische verbunden ist, in den Staub des Todes gelegt ward.

Untreue besteht darin, dass man davon abirrt, indem man das liebt, was von der Welt ist, und dem Fleische gemäß lebt. Jeder, der Gott oder Christo den Ihnen zukommenden Platz rauben will, setzt das in Tätigkeit, was dem Fleische entspricht. Doch wenn wir die wahre Bedeutung des Staubes in dem heiligen Wasser erfassen, so wird uns dies in sittlicher Hinsicht als Tod und Verderbtheit bloßgestellt.

Was die Vorbilder der Wohnung anlangt, so lasst uns ja den „Staub“, der auf deren Fußboden ist, nicht vergessen! Möchten wir verstehen, dass der Geist den unter diesem Bilde dargestellten Tod Christi als eine Probe auf unserer Herzenstreue gegen Den anwendet, der uns so überschwenglich liebt!

„Und der Priester stelle das Weib vor Jehova und entblöße das Haupt des Weibes, und lege auf ihre Hände das Speisopfer des Gedächtnisses - es ist ein Speisopfer der Eifersucht; und das fluchbringende Wasser der Bitterkeit soll in der Hand des Priesters sein“.

Beachten wir diese Handlungen sorgfältig, denn wir alle haben uns ihnen zu unterziehen. Priesterliche Tätigkeit, sei es infolge eigener Herzensübungen von unserer Seite aus oder von Seiten geistlicher Personen, wird uns immer in die Gegenwart Gottes führen. Treue oder Untreue kann allein dort recht beurteilt werden.

Wie schon bemerkt, wird uns die Gegenwart Gottes früher oder später auf die Probe stellen; wir werden entblößt und das Speisopfer wird auf unsere Hände gelegt werden. Wir werden dahin gebracht, zu erfassen, dass Gott nicht das in uns dulden kann, was Er im Tode Christi gerichtet hat. Es ist uns gut, dahin auf eine priesterliche Weise in heiligen Übungen unserer Seelen zu kommen.

Zweifellos soll dieses Kapitel dazu dienen, dass wir uns den Übungen unterziehen, die es uns nahelegt. Wir sollten des Todes Christi, von der Seite des „Speisopfers der Eifersucht“ aus betrachtet, eingedenk sein und uns der Probe, auf die wir dadurch gestellt werden, in Lauterkeit und Demut unterziehen.

Das kann uns dahin führen, dass uns wie nie zuvor zum Bewusstsein kommt, wie untreu wir gesehen sind. Doch wenn wir das fühlen und in Aufrichtigkeit der Seele bekennen, so empfinden wir etwas davon, wie das im Tode Christi gerichtet worden ist. Wir sind dann sittlich von unserer Untreue gereinigt, und damit ist das Vertrauen unseres Ehemanns völlig wiederhergestellt.

Wenn keine Lauterkeit des Herzens vorhanden, so bringt das Wasser der Bitterkeit nur den Fluch. Es kommt dann in die Eingeweide, „um den Bauch schwellen und die Hüfte schwinden zu machen“ (V.22).

Wenn Gott im Begriffe steht ein Herz zu prüfen, das Ihm nicht wirklich treu ist, so wird man finden, dass der Bauch schwellen wird, also dass Ziele verfolgt werden, die dem Ich und nicht Gott dienen.

So war es auf eine entsetzliche Weise bei Judas, und eine sehr ernste Schriftstelle ermahnt uns des weiteren, uns von denen wegzuwenden, „die Zwiespalt und Ärgernis anrichten, entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt ... Denn solche dienen nicht unserem Herrn Christo, sondern ihrem eigenen Bauche“ (Römer 16, 17 und 18).

Mit all ihren „süßen Worten und schönen Reden“ verfolgen sie eigene Ziele. Paulus warnt auch vor einigen, „deren Gott der Bauch“ ist (Phil. 3, 19). Solche werden vom Eigennutz beherrscht, und bekennend, Christen zu sein, sinnen sie auf das Irdische.

Ihr „Wandel“ hatte sie Paulus völlig bloßgestellt. Sein Priesterauge konnte erkennen, dass ihr Bauch geschwollen war, sie waren unter dem Volke Gottes zum Fluche geworden (V.27). Der geschwollene Bauch und die geschwundene Hüfte gehören zusammen. Sie stellen öffentlich die Abwesenheit geistlicher Beweggründe bloß, und dass keine Kraft zu einem geistlichen Wandel vorhanden ist. Das zeigt sich nach der Eifersuchtsprüfung, und es bringt die völlige Treulosigkeit ans Licht.

Bei einem wahren Gläubigen wird es nicht ganz so schlimm sein, doch hüten wir uns vor jedem Schritte in dieser Richtung.

Wir wissen nicht, wann der Herr unsere Treue prüft; zweifellos tut Er das oft ganz unerwartet. Es steht uns aber jederzeit offen, uns der Übung, die uns dieses Kapitel nahelegt, zu unterziehen und die göttliche Prüfung mit gutem Gewissen auf uns anzuwenden.

Ja, ich denke, dass das Weib in Vers 22 aufgefordert wird, „Amen, Amen!“ zu sagen, besagt, dass angenommen wird, dass sie in ihrem Herzen treu und damit einverstanden ist, von Gott auf die Probe gestellt zu werden. Wenn wir den Herrn aus reinem Herzen anrufen, so wissen wir, wieviel wir auch in uns zu richten haben mögen, dass wir Ihm treu zu sein wünschen.

Die Prüfung mag in solchen Fällen demütigend sein, wie auch bei Simon, doch sie führt zu vermehrter Abhängigkeit und dazu, dass unsere Liebe zum Herrn offenbar wird.

Die Flüche, die der Priester in ein Buch schrieb und mit dem Wasser der Bitterkeit auslöschte, sollten bestehen bleiben, wenn sie nicht in sittlicher Hinsicht durch den Geist einen Wandel in der Seele hervorbringen, so dass die sie veranlassende Untreue innerlich gerichtet wird.

Wenn sie wie das bittere Wasser, das das Weib trank, in uns kommen, so wendet ein reines Gewissen sie in Gestalt der Bitterkeit des Selbstgerichtes an, und dies führt zur Reinigung, so dass der Fluch im Laufe der Regierung Gottes nicht auf uns kommt. Er wird gleichsam durch die sittlichen Übungen einer treuen Seele im Voraus geschmeckt. Alles Treulose innerhalb wird gerichtet, und wenn das der Fall, so sind diese Flüche insofern ausgetilgt, als sie regierungsgemäß nicht auf uns kommen.

Es ist sehr auffallend, dass der Priester das Weib nicht eher das Wasser trinken lässt, als er das Speisopfer der Eifersucht aus ihrer Hand genommen und es vor Jehova gewebt und auf dem Altar dargebracht hat. Er hatte das Speisopfer in ihre Hände gelegt, ehe er die Flüche verkündet hatte.

Gott möchte nicht, dass sich Sein Volk ernstlichen Übungen über seine eigene Untreue unterzieht, ohne dessen Hände zuerst mit Christus zu füllen. Ehe wir der Frage persönlicher oder gemeinsamer Untreue oder Prüfung, die sie ans Licht bringt, ins Angesicht zu schauen haben, erinnert Gott uns daran, dass Christus dieserhalb für uns in den Tod ging.

Alles das, und was dem gebührte, ist an der Stätte vor Gott gekommen, die Er unseretwillen einnahm. Christus hat dadurch Ungerechtigkeit ins Gedächtnis gebracht, dass Er sie auf Sich nahm, so dass alles ihr Gebührende über Ihn kam. Getrennt davon gäbe es keine Hoffnung auf Wiederherstellung oder Segnung für einen Untreuen.

Das Bewusstsein hiervon wird Israels Herz am Tage der Zukunft brechen. Sie werden ihre lange Geschichte der Untreue nie recht verurteilen, bis sie sehen, dass ihr Messias sie in wunderbarer Gnade auf Sich genommen hat. In Selbstgerechtigkeit hatten sie nach einem mit Herrlichkeit und Herrschergewalt angetanen Messias Ausschau gehalten, der sie rein äußerlich befreien sollte, doch sie werden lernen, wie untreu sie waren, wenn sie sehen, dass ihr Messias das auf Sich zu nehmen hatte und dafür sogar bis in den Tod leiden musste.

Wenn dieses Vorbild auch in besonderer Beziehung zu Israel steht, so haben seine Grundgedanken gleicherweise auf uns Anwendung. Das christliche Bekenntnis, als Ganzes genommen, ist untreu gewesen, und keiner von uns kann sagen, dass er persönlich nicht untreu war.

Doch Gott will das „Speisopfer des Gedächtnisses“ in unsere Hände legen (V. 15 und 18). Er möchte uns erkennen lassen, dass Christus sogar in Beziehung zu unserer Untreue getreten ist. Der Gedanke daran macht uns Christum sehr kostbar, doch wie wahrhaft führt das dahin, die Treulosigkeit zu verabscheuen, deren Gericht Er trug!

Wenn Paulus mit eigener Hand schrieb: „Wenn jemand den Herrn Jesum Christum nicht lieb hat, der sei verflucht, Maran atha!“ (1. Kor. 16, 22), so verkündigt er damit den göttlichen Fluch über Untreue. Doch es gibt keinen, der unter diesen Fluch gekommen ist, für den Christus nicht heute noch erreichbar wäre.

Gott möchte in wunderbarer Gnade Christum in die Hände des Treulosesten unter Seinem Volke legen. Zur geistlichen Wiederherstellung mag es bitterer Übungen bedürfen, doch Gott will sie alle durch Seinen Geist in der Seele mit Bezug auf Christum wirken, der dieserhalb gelitten hat und dafür gestorben ist.

Ehe das Weib das bittere Wasser trinkt, wird ihr Speisopfer gewebt und zum Altar gebracht, dessen Gedächtnisteil wird auf dem Altar geräuchert (V. 25 und 26). Es ist „ihre Opfergabe ihrethalben“, die ihr Ehemann für sie bringt, wie untreu sie auch gewesen sein mag. Und der Priester nimmt sie aus ihrer Hand, webt sie und bringt sie dar.

Es gibt kein ergreifenderes Vorbild, wenn wir bedenken, dass Jehova Selbst in Wahrheit der Ehemann ist, gegen den Untreue begangen wurde. Der Priester stellt das dar, was unter Seinem Volke geistlich ist. Doch Christus ist vorgesehen und wird sogar den Händen des Weibes übergeben, damit sie inne werde, dass Er in der Tat „ihre Opfergabe“ ist, und eben aus ihren Händen wird Er genommen und zum Altar gebracht.

Gott sagt damit klar, mein Gedanke ist, dass du verstehen sollst, dass Christus deine Opfergabe ist. Dein Verhalten war derart, mich zur Eifersucht zu reizen, aber ich möchte, dass du erfasst, dass Christus für dich ist. Richte doch all deine Treulosigkeit in den Seelenübungen, die mein Geist darüber in dir hervorbringt, wie alles das in Christo am Kreuze gerichtet worden ist. Christus ist vor mir gewebt worden, Sein duftender Wohlgeruch ist vom Altar aufgestiegen. Wenn nun dein Herz Christum schätzt und dein Inneres deine Untreue im Lichte Christi richtet, so wirst du sittlich rein und unbefleckt dastehen und für mich fruchtbar werden. Wenn du aber Christum nicht schätzt, so wisse, ich erachte alles andere als Ihn als Treulosigkeit. Richtest du das Fleisch nicht, so ist das der Beweis, dass du Christum nicht schätzt, und dann musst du deine Ungerechtigkeit tragen.

Danach hat das Weib das Wasser zu trinken (V.26). Es gelangt in ihr Inneres, um alles zu erforschen, was daselbst ist. Gottes Gedanke scheint mir der zu sein, die Untreue soll durch innere Übungen ans Licht kommen, die die Folge davon sind, dass der Geist die Bedeutung des Todes Christi der Seele nahegebracht hat.

Gott will, dass der Zustand der Treulosigkeit, den das befleckte Weib darstellt, Seinem Volke verabscheuenswert werde. Wenn jemand gänzlich untreu ist - wenn also kein Werk Gottes in der Seele ist -, so läuft die göttliche Prüfung allein darauf hinaus, dass der wahre Zustand offenbar wird.

Doch das ungetreue Weib ist in jedem von uns, unserem Fleische ist nicht einen Augenblick zu trauen. Doch wenn es im Lichte einer wahrhaften Wertschätzung Christi innerlich gerichtet wird, so werden uns der geschwollene Bauch und die geschwundene Hüfte nicht öffentlich kennzeichnen. Wir werden rein sein und fruchtbar für Gott werden. Die offenbaren Züge wahrer Ergebenheit, wie wir sie im Nasir des nächsten Kapitels sehen, werden in uns zum Ausdruck kommen.

Die in unserem Kapitel vorgeschattete Prüfung hat es nicht nur mit dem natürlichen Gewissen zu tun, sie ist vielmehr ein Vorgang, der ans Licht bringt, ob geistliche Empfindsamkeit vorhanden, und ob Christus in den Tiefen der Seele wirklich geschätzt wird. Wenn dieses der Fall, so findet die Prüfung etwas ihr Entsprechendes. Wird Christus aber nicht geschätzt, so ist tatsächlich nichts für Gott da, und die Prüfung macht offenbar, dass Eigennutz das Herz beherrscht und keine Kraft für einen geistlichen Wandel vorhanden ist.

Ein Überblick über das 4. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

Kapitel 6

Kapitel 1 - 4 enthalten die Anordnungen Gottes, Seine Gedanken über die Lager und den levitischen Dienst. Kapitel 5 dagegen zeigt, dass Gott die Untreue Seines Volkes voraussah und auch, dass sie dieserhalb durch tiefe Übungen zu gehen hatten, damit die Wahrheit in ihrem Innern gesichert sei und das Reine ans Licht komme, das Befleckte aber bloßgestellt werde.

Unter solchen Übungen wird das wahrhaft von Gott Gewirkte im Selbstgericht offenbar, und die Person und der Tod Christi werden in den Tiefen der Seelen erkannt und geschätzt. Das haben wir in dem „reinen“ Weibe von Kapitel 5, 28.

Herzenstreue führt zu Fruchtbarkeit, und der Nasir ist, geistlich genommen, der dadurch empfangene „Same“. Der Nasir ist die Frucht von Herzenstreue, so dass er Gott nicht nur in einer amtlichen oder förmlichen Weise geweiht ist, oder gar aus Gehorsam gegen einen Befehl, sondern aus dem inneren Herzenstriebe „eines Mannes oder Weibes“ heraus.

Gegenüber dem, was in Kapitel 1 bis 4 vor uns trat, verengt sich, wenn wir zu dem „besonderen Gelübde eines Nasirs“ kommen (Kap. 6, 2), unser Gesichtskreis beträchtlich. Da handelt es sich um Einzelne, oder wir können wohl sagen, um einen Überrest, der sich in besonderer Weise für Gott abgesondert hat. Und das finden wir nach der Untreue der großen Masse des Volkes, worauf im Bilde das vorhergehende Kapitel hinwies.

„Das besondere Gelübde eines Nasirs“ ist von daher von tiefster Bedeutung, denn es zeigt, wie auch der allgemeine Zustand des Volkes Gottes sein mag, dass es für jeden, der wünscht, „sich für Jehova abzusondern“ oder sich Ihm zu weihen, eine Gelegenheit gibt, dies auch zu tun.

Die Heiligen in Mazedonien „gaben sich selbst zuerst dem Herrn und uns durch Gottes Willen“ (2. Kor. 8, 5); sie gingen sogar über das hinaus, was der Apostel hoffte - ein schönes Beispiel für uns alle!

Gott liebt es, von dem Kenntnis zu nehmen, wozu sich Seine Heiligen gedrungen fühlen, und in Seiner Verwaltung ist da Vorsorge für das Besondere wie auch das Gewöhnliche getroffen. „Das besondere Gelübde eines Nasirs“ hat eine auffällige Absonderung für Gott zum Gegenstande. Es ist der Ausfluss eines entschiedenen Herzensdranges, Ihm näher zu sein. Ja jedwedes Gelübde ist die Frucht einer besonderen Übung, wie wir aus 1. Sam. 1, 11 und Ps. 66, 13 u. 14 ersehen können.

Kennen wir etwas von einem derart „besonderen“ Herzensdrange? Oder sind wir damit zufrieden, den Maßstäben für das christliche Leben zu entsprechen, die die meisten anzuerkennen scheinen?

Vielleicht nur wenige Gläubige haben, als sie unter Zucht standen, oder zuzeiten einer besonderen geistlichen Bewegung in ihren Seelen, keine Gelübde getan. Wir wissen, dass Paulus, als er zu Korinth war, ein Gelübde getan hatte (Apg. 18, 18). Vielleicht ließen ihn die Umstände, unter denen er in dieser Stadt zu arbeiten hatte, empfinden, wie not eine besondere Weihe Gott gegenüber tat.

Ein wahres Gelübde ist der Ausdruck des geistlichen Vorsatzes, entschieden für den Herrn zu sein, und Gott nimmt Kenntnis davon und erachtet uns daran gebunden. Seine Zucht wird, wenn nötig, eingreifen, uns mit Bezug auf unser Gelübde zu helfen.

„Das besondere Gelübde eines Nasirs“ erfordert einen besonderen Grad von Absonderung. Es setzt ein „besonderes“ Maß von Ergebenheit voraus, und jeder von uns hat Gelegenheit, sich darin hervorzutun, wenn sein Herz ihn dazu drängt.

Wer könnte bezweifeln, dass Timotheus dem Paulus an Ergebenheit nahe kam? Paulus sagt von ihm: „er arbeitet am Werke des Herrn, wie auch ich“ (1. Kor. 16, 10); „ich habe niemand gleichgesinnt, der von Herzen für das Eure besorgt sein wird; denn alle suchen das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist“ (Phil. 2, 20.21). Der Geist Gottes hat unser Augenmerk auf einige gelenkt, die sich, was Ergebenheit in den Belangen des Herrn betrifft, „besonders“ auszeichneten. Es waren dies solche Heilige wie Priscilla, Aquila, Phöbe, Gajus, Epaphroditus, Epaphras und das Haus des Stephanas.

Dass solche sogar in den Tagen Pauli nicht zahlreich waren, erhellt, wenn wir dessen Briefe lesen. Wie ergreifend, dass es in Kol. 4, 11 nach der Erwähnung verschiedener Namen heißt: „Diese allein sind Mitarbeiter am Reiche Gottes, die mir ein Trost gewesen sind“.

Die Zahl wahrer Nasiräer unter dem Israel Gottes ist nie groß gewesen, doch es gab solche, und ich glaube, der Herr möchte unsere Herzen zu etwas Besonderem an Ergebenheit und Absonderung im Blick auf Ihn bewegen. Das vorliegende Kapitel gibt im Bilde eine sehr genaue Unterweisung, wie „das besondere Gelübde eines Nasirs“ durchzuführen ist.

Der Nasir in Israel war ein bemerkenswertes Zeugnis dafür, dass nach den Gedanken Gottes die Zeit für Freude irdischer Art noch nicht gekommen war, so dass einer, der sich Gott in besonderer Weise weihte, sich von dem zu trennen hatte, was sie darstellte. Er soll „sich des Weines und des starken Getränks enthalten: Essig von Wein und Essig von starkem Getränk soll er nicht trinken; und keinerlei Traubensaft soll er trinken, und Trauben, frische oder getrocknete, soll er nicht essen. Alle die Tage seiner Absonderung soll er von allem, was vom Weinstock bereitet wird, von den Kernen bis zur Hülle, nicht essen.“ (V. 3 und 4)

Der Israelit in Kanaan hatte seine Weingärten, und es herrschte natürlich Fröhlichkeit, wenn es viel Wein gab, denn es heißt, dass der „Wein des Menschen Herz erfreute“ (Ps. 104, 15). Der Nasir aber trennte sich von ihm wegen seiner Weihe Gott gegenüber!

Das sagte jedem geübten Herzen klar und deutlich, dass das Reich Gottes noch nicht gekommen war. Das Nasirtum ist im Himmel sicherlich gegenstandslos. Dort gibt es nichts, wovon sich ein geübtes Herz zu trennen hätte, denn Gottes Wille wird dort völlig getan.

Wenn aber das Reich Gottes auf Erden aufgerichtet ist, so bedarf es auch keines Nasirtums, da Sein Wille dann auf Erden wie im Himmel geschieht. Deshalb haben wir in diesem Kapitel den Gedanken, dass die Tage der Absonderung erfüllt sind (V.13), und danach mag der Nasir Wein trinken (V.20).

Das „besondere Gelübde“ besteht für eine bestimmte Zeit, und es wird daher auch die Stunde ins Auge gefasst, da die Tage der Absonderung enden.

Sogar in Israel, wo die Verheißungen auf eine irdische Segnung hinwiesen (doch alle in Verbindung mit dem Kommen Christi, so dass sie ohne Ihn nicht wahrhaft genossen werden konnten), erforderte ein besonderes Gottgeweihtsein die Trennung vom Wein und von allem, was vom Weinstock kommt.

Wieviel mehr ist nun dieser Grundsatz jetzt anzuwenden, wo Gottes König gekommen ist, aber verworfen wurde! Natürliche Genüsse und gesellige Vergnügungen und tausenderlei den Menschen zusagende Dinge, die seine Gefühle anregen und aufreizen, aber einerseits mit natürlichen Verwandtschaftsbeziehungen nichts mehr gemein haben und andererseits ganz und gar sündig und böse sind, finden sich jetzt in einer Welt, die Christum verworfen hat, und das alles ist auf Grund der Tatsache unrein, dass, was Ihm gebührt, keinen Platz darin hat - weder Gott noch Sein gepriesener Sohn hat ein Teil darin.

Christus ist nun der himmlische Nasir, der nicht von der Frucht des Weinstocks trinkt, bis Er neu davon trinkt im Reiche Gottes (Mark. 14, 25).

Jede besondere Weihe Gott gegenüber erfordert es heute, dies anzuerkennen. Zahllose Dinge irdischer Art, die den Menschen als solchen zusagen, bieten Gottes Nasiräern eine Gelegenheit, sich davon abzusondern. Solche sind verpflichtet, sich vieler Dinge zu enthalten, die sie von Natur aus anziehen würden.

Sie lassen es sich angelegen sein, ihrem „besonderen Gelübde“ getreu, eine persönliche Heiligkeit und Absonderung aufrechtzuerhalten, die im Einklange damit steht.

Der Nasir trug keine persönliche Würde, wie ein Priester oder König, seine heilige Reinheit war persönlicher Art. Und doch übertraf sie sogar die der Söhne Aarons und entsprach der des Hohenpriesters selbst (vgl. Kap. 6,7 mit 3. Mose 21, 2 u. 11).

Es gibt vielleicht kein auffälligeres Zeugnis in Israel als das Vorhandensein von Nasiräern unter ihnen, das heißt, von Gott geweihten Männern und Weibern, in denen persönlich die eigenartige Schönheit der Absonderung für Gott zum Ausdruck kam.

„Ihre Nasiräer waren reiner als Schnee, weißer als Milch; röter waren sie am Leibe als Rubinen, wie Saphir ihre Gestalt“ (Klagel. 4, 7). Kein Mann oder Weib in Israel war davon ausgeschlossen, ein Nasir zu sein. Dieses Vorrecht stand dem Herzensdrange solcher offen, die Gott nach den ersten drei Büchern Mose kennengelernt hatten. Denn das vierte Buch Mose ist die sittliche Folge der ihm vorausgehenden Bücher. Es setzt voraus, dass man Gott in Gnade und Treue kennt, in Seinen Bund getreten ist, Sein Zeugnis schätzt und die Kostbarkeit Christi erkennt.

Alles das bewog einen, sich persönlich Gott gemäß 4. Mose 6 zu weihen, und heutzutage bestimmt einen nichts anderes dazu.

Welche Mühe hat es Gott gemacht, uns durch die Erfahrung des zweiten und dritten Buches Mose gehen zu lassen, um uns Sich Selbst kundzutun und Christum uns kostbar zu machen, damit wir, frei im Geiste und weit im Herzen gegen Ihn, den Gedanken lieben, abgesondert für Ihn zu sein!

Und es geht nicht zu weit, wenn man sagt, dass heutzutage das Zeugnis für Gott im Großen und Ganzen von dem unter Seinem Volke vorhandenen Geiste des Nasirtums abhängt. Möchten wir alle begehren, durch ihn gekennzeichnet zu sein!

Im Allgemeinen erweckt der Herr in jungen Gläubigen das Verlangen, besonders für Ihn zu sein. Manchmal aber nimmt dieses Verlangen keine bestimmte Form an.

Ein „besonderes Gelübde“ besagt, dass das Verlangen durch den Geist eine derartige Gestalt annimmt, dass es zu einem bestimmten Grade von Absonderung führt. Wahre Ergebenheit reift so infolge des Gebets heran.

Satan mag einen Vorteil erringen, und das Haupt der Weihe kann verunreinigt werden, wie wir es in Vers 9 sehen, doch ein wahrer Nasir gibt deshalb sein Gelübde nicht auf. „Wenn er fällt, wird er nicht hingestreckt werden, denn Jehova stützt seine Hand“ (Ps. 37, 24). Er lernt aus demütigenden, aber notwendigen Unterweisungen und erfüllt schließlich die „Tage seiner Absonderung“.

„Alle die Tage des Gelübdes seiner Absonderung soll kein Schermesser über sein Haupt gehen; bis die Tage erfüllt sind, die er sich für Jehova absondert, soll er heilig sein, er soll das Haar seines Hauptes frei wachsen lassen“ (V.5).

In diesem Zusammenhange kommen uns die Worte des Apostels Paulus in den Sinn: „lehrt euch nicht auch selbst die Natur, dass, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Unehre für ihn ist?“ (1. Kor. 11, 14). Solange der Absonderung für Gott etwas Überragendes anhaftet, muss notwendig etwas Eigenartiges damit verbunden sein. Schon der Gedanke begreift etwas Kennzeichnendes in sich, was eine Ehre vor Gott und eine tiefe innere Befriedigung für den ist, der das aus Liebe zu Ihm auf sich nimmt, was sich vom gewöhnlichen Leben der Menschen unterscheidet.

Das Nasirtum in Israel unterschied sich sogar vom gewöhnlichen Leben des Volkes Gottes, ein Hinweis darauf, dass es eine „besondere“ Absonderung für Gott gibt, die sogar unter Dessen Volke eigenartige Wesenszüge trägt. Und das ungeschorene Haar deutet klar an, dass eine solche Absonderung in gewisser Hinsicht eine persönliche Entsagung in sich begreift. Sie wird uns in der Öffentlichkeit nicht zu mehr Ehre führen, sondern gerade zum Gegenteil.

Der Nasir musste sich sagen, dass er, je länger sein „besonderes Gelübde“ währte, um so mehr auffallen würde, und dies trotz des Versuchs, seine persönliche Würde oder Ehre auf eine natürliche Weise aufrechtzuerhalten.

Stellen wir uns der Welt gleich, so haben wir ihren Beifall; wandeln wir auf Wegen, wie sie in der bekennenden Christenheit üblich sind, so werden wir der Schmach entgehen. Wenn uns aber vornehmen, uns besonders für Gott abzusondern, so haben wir uns auf die Folgen davon in irgendwelcher Schmach oder Unehre gefasst zu machen.

Die Welt ist fern von Gott. Wer sich daher Gott weiht, hat sich von ihr zu trennen. Die Gottes Volk zu sein bekennen, wandeln nicht auf Seinen Wegen in der Schönheit der Heiligkeit; wenn sich nun jemand für Gott absondert, so besteht ein auffälliger Unterschied zwischen ihm und ihnen.

  1. Timotheus 2 ist durchweg eine Aufforderung zum Nasirtum inmitten eines verderbten Bekenntnisses. Und der Überwinder in den Versammlungen in Offenbarung 2 und 3 steht notwendig, als für Gott abgesondert, getrennt von all den Wesenszügen, die Gott missbilligt.

Das Nasirtum wäre gegenstandslos, wenn im Allgemeinen alles der Höhe der Gedanken Gottes entspräche. Eben weil es nicht so ist, hat das „besondere Gelübde“ der Weihe seinen besonderen Wert.

Ich denke, es hat deshalb einen Platz im vierten Buch Mose, um dadurch anzudeuten, dass dem, was in Gottes Gedanken war, nur von einem Überrest wahrhaft entsprochen werden würde, der, indem er sich Ihm weihte, ein Zeugnis davon sein sollte, dass die Zeit irdischer Segnung und Ehre noch nicht gekommen sei.

Gott kommt hier auf einen Überrest zu sprechen, den eine besondere Ergebenheit kennzeichnet, die trotz irgendwelcher im Laufe der Zeit eintretenden Zusammenbrüche bis zu ihrem Abschlusse durchgeführt wird, und zwar zu einem besonderen Zeugnis, bis die Tage des Nasirtums vorüber sind und der Nasir Wein trinken wird im Reiche Gottes. Aufgrund seiner Treue während der Zeit, die Absonderung erforderte, wird er dann einen viel tieferen Genuss davon haben.

Wenn der Nasir schließlich im Reiche Gottes Wein trinkt, wird eine weithin ausgedehnte Segnung Platz greifen; das ganze irdische Volk Gottes wird, unter der priesterlichen Segnung Aarons und Seiner Söhne, der Segnung und Obhut Jehovas sowie des Friedens der zukünftigen Welt teilhaftig werden (siehe V. 22 - 27).

Es ist ein schönes Bild von dem, was die gegenwärtige Zeit kennzeichnet (nämlich heilige Absonderung auf Seiten der Gottgeweihten), und dem kommenden Tage, wo das Nasirtum seine Antwort und Entschädigung in der Freude des Reiches finden wird.

„Alle die Tage, die er sich für Jehova absondert, soll er zu keiner Leiche kommen. Wegen seines Vaters und wegen seiner Mutter, wegen seines Bruders und wegen seiner Schwester, ihretwegen soll er sich nicht verunreinigen, wenn sie sterben; denn die Weihe seines Gottes ist auf seinem Haupte. Alle die Tage seiner Absonderung ist er dem Jehova heilig.“ (V. 6 - 8)

In diesem Buche sehen wir wiederholt, dass die Berührung einer Leiche verunreinigt; und hier heißt es von dem Nasir, „dass er sich durch die Leiche versündigt hat“ (V. 11), wenn er sie anrührte. Beachten wir auch, dass die Möglichkeit, auf diese Weise das Haupt seiner Weihe zu verunreinigen, ins Auge gefasst wird, dagegen nicht die, was seine Enthaltung vom Wein oder vom Scheren seines Haupthaares anlangt.

Gerade dieser Zug bildet demnach die größte Gefahr, wodurch man am leichtesten befleckt werden kann. Besondere Wachsamkeit erforderte es, damit so etwas nicht ganz „unversehens, plötzlich“ eintrat (V. 9).

Es ist wichtig zu verstehen, was eine „Leiche“ darstellt, und wir können das daraus lernen, wie die Schrift in sittlicher Hinsicht vom Tode redet. Der Herr sagte zu einem, den er aufgefordert hatte, Ihm zu folgen: „Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber gehe hin und verkünde das Reich Gottes“ (Luk. 9, 60). Damit machte der Herr klar, dass die große Masse derer, die den Platz des Volkes Gottes einnahmen, „die Toten“ waren.

Israel ist gegenwärtig in diesem Zustande, so dass ihre künftige Annahme bei Gott in der Tat „Leben aus den Toten“ ist (Röm. 11, 15). Darauf weist Jesaja hin, als er sagt: „Deine Toten werden aufleben, meine Leichen wieder erstehen“ (Jes. 26, 19).

Doch in den Toten als solchen ist nichts für Gott, sie werden Ihn nicht loben (Ps. 115, 17 und 18), es ist „der Lebende, der Lebende“, der Ihn preist, wie das hier, um es nachdrücklich zu betonen, zweimal wiederholt wird (Jes. 38, 19). Wer vom Wege der Weisheit abirrt, „wird ruhen in der Versammlung der Toten“ (Spr. 21, 16).

Der Nasir durfte „zu keiner Leiche kommen“ (V.6). Das besagt, dass Zustände unter dem Volke Gottes aufkommen würden, in denen nichts für Gott ist. Die die Stimme des Sohnes Gottes nicht in lebendigmachender Kraft hören, sind tot (Joh. 5, 25). Wenn sie auch „den Namen“ haben, dass sie leben, so sind sie doch tot (Offb. 3, 1).

Ein solcher Zustand im Menschen verunreinigt. Da mag kein grobes Böses vorhanden sein, vielleicht sogar eine große Schau guter Werke und religiöser Tätigkeit. Schöne Worte, ja die Worte der Schrift mögen gesagt werden, doch es ist nichts für Gott darin.

Es ist nun etwas feierlich Ernstes, dass sich einer, der selbst unter den Lebenden ist, ja der sich sogar durch ein besonderes Gelübde für Gott abgesondert hat, durch Berührung mit einem Zustande, in dem nichts für Gott ist, beflecken kann.

Geistlich genommen, ist das nicht nur an sich etwas Unreines, sondern es steckt den Lebenden an. Wer sich also für Gott abgesondert hat, muss sich hüten das zu berühren, was wirklich tot ist; das ist natürlich in sittlicher Hinsicht zu verstehen.

Paulus schrieb im zweiten Timotheusbrief als ein „Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen, nach der Verheißung des Lebens, das in Christo Jesu ist“, und er redet von unserem Heilande Jesu Christo, „der den Tod zunichte gemacht, aber Leben und Unverweslichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium“ (2. Tim. 1, 1 und 10).

Doch wenn dort das Leben nach Gottes eigenem Vorsatz und Seiner Gnade kommt (V.9), so hat sich das Nasirtum auch durch Reinheit im Wandel aufrechtzuerhalten, also durch Abstehen von der Ungerechtigkeit und Trennung von denen, die Gott nicht wirklich ehren.

Nach der Schrift bedeutet: etwas Unreines „anrühren“, das Gegenteil vom sich davon Absondern (2. Kor. 6, 17). Und wenn wir das anrühren, was Gott gegenüber kein Leben hat, wenn wir also die Absonderung davon nicht aufrecht halten, so verunreinigen wir das Haupt unserer Weihe.

Im Zusammenhang damit wird die Möglichkeit angedeutet, dass „jemand unversehens, plötzlich, bei ihm stirbt“ (V.9). Es wird nicht angenommen, dass er freiwillig eine Leiche anrührt, sondern dass es unerwartet geschehe.

Da könnte man sagen, dass ist unvermeidlich, und man sei deshalb für den Vorfall nicht verantwortlich. Doch solche Schlussweise ist menschlich und steht, wie wir sogleich sehen werden, nicht im Einklange mit den Gedanken Gottes, denn der Priester muss für einen solchen Sühnung tun, eben weil „er sich durch die Leiche versündigt hat“ (V.11).

Wahres Nasirtum erfordert große Wachsamkeit und Umsicht. Wer „das Gesetz des Nasirs“ erwogen hat, der Mann oder das Weib wird sich nicht „unversehens verunreinigen. Der Gefahr bewusst, würden sie immer auf der Hut sein, damit das, wovor sie gewarnt werden, nicht eintrete. Hes. 33,5 sagt: „hätte er sich warnen lassen, so würde er seine Seele errettet haben“.

Befleckungen ziehen wir uns meist durch Unachtsamkeit zu, und deshalb sind wir völlig verantwortlich dafür. Ich könnte sagen, das kam so unverhofft, doch das ist keine Entschuldigung, das ist nur das demütigende Bekenntnis, dass ich des Herrn Worte nicht beachtet habe: „Wachet und betet, auf dass ihr nicht in Versuchung kommet“ (Mat. 26,41; Mark. 14,38; Luk. 22,40).

Die Unwachsamkeit, die den Nasir dahin führt, dass er sich, trotz der Warnung, die das Gesetz ihm gibt, „unversehens“ verunreinigt, deutet auf ein gewisses Selbstvertrauen. Ein Gelübde mag in aller Aufrichtigkeit getan werden, doch ohne hinreichendes Misstrauen gegen sich selbst.

In der Tat werden uns in dem Vorbilde der Mann oder das Weib so dargestellt, dass sie die „ersten Tage“ ihrer Absonderung (V.12) antraten, ohne ein Opfer darzubringen [„ersten Tage“ und nicht „vorigen Tage“ heißt es nach der wörtlichen Übersetzung]. Sie hatten also nicht damit begonnen, am Altar anzuerkennen, dass das Fleisch nichts nützt (Joh. 6, 63), und dass es im Blick auf all die Umstände auf ihrer Seite des Todes Christi bedarf.

Oft weiht man sich Gott ohne viel Tiefe an Selbsterkenntnis, und dann ist keine völlige Abhängigkeit vorhanden. Man sucht alle Quellen der Kraft nicht gänzlich außerhalb von sich selbst, auch fehlt es an der nötigen Wachsamkeit angesichts der eigenen Schwachheit und der Gefahren, die dem Nasir drohen.

Wenn es sich so verhält, so haftet sogar der Weihe etwas an, das sie dem Beflecktwerden aussetzt.

Ein Versagen des Nasirtums führt zu einer ganz besonderen Übung, denn es bedeutet ein Versagen, die Absonderung aufrechtzuerhalten, die unser eigenes Herz uns eingegeben und auch begehrt hat. Es ist sehr demütigend, wenn es einem zum Bewusstsein kommt, dass man sogar mit Bezug hierauf einen Pfad einschlug, den man nicht durchführen kann, sondern als geistlich wertlos richten zu lernen hat.

Das kommt darin zum Ausdruck, dass der verunreinigte Nasir sein Haupt am Tage seiner Reinigung schert (V.9). Nun hat man sich den im Bilde in Kap. 19, 11-22 dargestellten Übungen zu unterziehen und hierzu Kenntnis von ihnen zu nehmen.

Die Folge davon ist, dass die vergangenen Tage des Nasirtums verfallen sind, und man beginnt von Neuem auf einer ganz anderen Grundlage. Die ersten Tage aber sind verfallen, denn seine Weihe ist verunreinigt worden (V.12).

Wie oft sehen wir in der Schrift von einem „Ersten“, das im Versagen endet, und dann von einem Zweiten, was den Gedanken Gottes entspricht! Und dieser göttliche Grundsatz durchdringt in seiner ganzen Kraft das „Gesetz des Nasirs“.

Der befleckte Nasir hat nun die Tage durchzumachen, während der nach 4. Mose 19 das Wasser der Reinigung auf ihn gesprengt wird. Es sind dies der dritte und siebente Tag, beginnend mit seiner Verunreinigung.

Das ist eine tiefe und erforschende Übung, denn sie bringt ihm nahe, dass sogar seiner Weihe etwas Fleischliches anhaftete, was er, unter die göttliche Reinigung des Todes Christi gekommen, richtet, so dass er nun seine „ersten Tage“ als geistlich wertlos verwirft.

Dann kommt er zu einem „achten Tage“, der in Kapitel 19 keinen Platz hat: „und er soll sein Haupt an selbigem Tage heiligen“ (V.11).

Der „achte Tag“ ist mit Bezug auf die vorausgegangenen sieben Tage der erste Tag einer neuen Woche, und da werden die „zwei Turteltauben oder zwei jungen Tauben“ zum Sündopfer und Brandopfer dargebracht, um Sühnung für ihn zu tun „deswegen, dass er sich durch die Leiche versündigt hat“ (V. 10 und 11).

Nun hat er gelernt, dass „die ersten Tage“ derart waren, dass sie überhaupt nicht zählten, ausgenommen, insofern sie ein Sündopfer erforderten. Und das außerdem noch dargebrachte Brandopfer redet im Bilde vom Erfassen eines gänzlich neuen Grundes der Annahme in Christo, und zwar durch den „lieblichen Geruch“ des Opfers Seiner Selbst.

Der Nasir gibt sein Gelübde nicht auf, sondern lernt es auf eine neue Art durchführen. Der Zusammenbruch der „ersten Tage“ lehrt ihn, sich selbst zu misstrauen und zu sehen, dass nichts als der Tod Christi seinem Versagen im Fleische abhelfen und die Grundlage bilden konnte, „sein Haupt“ wahrhaft zu „heiligen“.

Es ist zu beachten, dass es, als er zuerst begann, kein Heiligen gab, doch am achten Tage haben wir es, nachdem alles Vorausgegangene als wertlos verworfen worden war. Nun beginnt etwas Neues, das, im Lichte Christi und Seines Todes in Angriff genommen, wirklich für Gott sein wird.

In diesem Vorbilde haben wir keine Andeutung, dass die zweite Weihe zusammenbricht. Man hat den Tod Christi als vom Fleische reinigend kennengelernt, und die Weihe ist auf dem Grunde erneuert worden, dass das Fleischliche in diesem Tode gerichtet ist und nun ein völlig neuer Grund der Annahme durch das Brandopfer besteht.

Beim Neubeginn bringt dann der Nasir „ein einjähriges Lamm zum Schuldopfer“ (V. 12). Er sieht, dass sein Zusammenbruch so ernst war, dass ihn nichts als nur der Tod Christi wiedergutmachen konnte.

Dem größeren Opfer nach hat er eine reiferer Vorstellung darüber und weiht dem Jehova die Tage seiner Absonderung im Bewusstsein davon. Er ist nun dem Bilde nach ein Mann, der sich selbst gerichtet und gedemütigt hat. Er hält viel von Christo und lässt alle die „ersten Tage“ als wertlos fahren; befleckt und verwirkt, entbehren sie der wahren geistlichen Absonderung für Gott.

Das alles enthält große Unterweisungen für uns. Wie viele begannen mit dem wahrhaften Verlangen, ganz für den Herrn zu sein, doch da sie noch nicht gelernt hatten, sich selbst zu misstrauen, führte ihr Selbstvertrauen zu Unwachsamkeit und dann zu einem demütigenden Versagen; sie vermochten nicht, das aufrechtzuerhalten, was sie begehrt hatten!

Gott gebraucht das, uns zu lehren, dass es des Todes Christi bedarf, um alles das auf unserer Seite zu Ende zu bringen, was nach dem Fleische ist. Wir lernen diesen Tod mehr als zuvor schätzen und erachten sogar die Weihe der „ersten Tage“ als ganz und gar wertlos und verwirkt, weil das Fleisch im Lichte des Todes Christi nicht wahrhaft gerichtet worden war.

Wir müssen mit allem Vertrauen auf unsere eigene Ergebenheit und unseren Herzensvorsatz zu Ende kommen und von neuem mit Gott im Erfassen Christi beginnen.

Im Sündopfer kommt der Tod Christi in Verbindung mit all unserem Verlangen vor uns, im Brandopfer aber als der große Ausdruck Seiner vollkommenen Ergebenheit, und diese steht uns jetzt ganz überragend vor Augen, und nicht unsere eigene Weihe. Das Gelübde wird nun im Lichte unserer Wertschätzung Christi durchgeführt, und wir rechnen dabei auf Seine Unterstützung.

Es ist zu beachten, dass der Nasir von neuem mit zwei Turteltauben oder zwei jungen Tauben beginnt, sind aber die Tage seiner Weihe erfüllt, so bringt er ein einjähriges Lamm zum Brandopfer und ein einjähriges weibliches Lamm zum Sündopfer dar. Seinem Erfassen von Christo nach beginnt er klein, endet aber mit einer verhältnismäßig großen Auffassung von Ihm; so sollte es immer sein.

Nun kommen wir zum „Gesetz des Nasirs für den Tag, an dem die Tage seiner Absonderung erfüllt sind“ (V. 13).

Auf diesen Tag haben wir schon im Zusammenhang mit der Haushaltung hingewiesen und ebenso auf die Veränderung, die das öffentlich zustandekommende Reich Gottes mit sich bringt. Doch obwohl sicher hierauf Bezug genommen wird, so scheint das, was unser Kapitel im Vorbilde lehrt, auch das in sich zu begreifen, dass in sittlicher Hinsicht in der Versammlung eine gewisse Frucht des erfüllten Nasirtums erzielt wird.

Ich denke, davon redet, dass der Nasir in Vers 13 „an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft“ gebracht wird, um eine sehr umfassende Reihe von Opfern zu bringen.

Absonderung für Gott führt zu einem großen Reichtum in der Erkenntnis Christi. Dieser Reichtum, an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft gebracht, also dahin, wo ganz Israel Gott nahte, lehrt uns, dass das von einem geweihten Einzelnen Erlangte die ganze Versammlung bereichern und die Geistlichkeit ihrer Gemeinschaft erhöhen soll.

Der Nasir hat dieses Ziel die ganze Zeit über vor sich. Er enthält sich dessen, was Gott gegenwärtig nicht wohlgefällt, im Blick auf das Erfassen der Größe dessen, was Seinem unmittelbaren Wohlgefallen dient, und der Gewinn daraus wird sich zu allen Brüdern hin erstrecken. Es ist ein sehr anregender Gedanke, dass sich wahre Absonderung für Gott derart auswirkt.

Wenn wir die Absonderung für Gott aufrecht halten, erlangen wir in unseren Seelen reiche Auffassungen von Christo als Brandopfer, Sündopfer, Friedensopfer, Speisopfer (und zwar aus Feinmehl gemengt mit Öl sowie auch gesalbt mit Öl) und ebenso als Trankopfer.

Wir können sicher sein, dass eine besondere Süßigkeit, ein besonderer Reichtum in diesen kostbaren und mannigfaltigen Auffassungen Christi genossen werden wird, wenn sie der Seele eines Mannes oder Weibes entfaltet worden sind, die sich für Gott abgesondert hatte.

Derart nun werden sie in diesem Kapitel betrachtet. Sie sind solche Auffassungen, wie sie nur ein Nasir erlangen kann. Doch sie werden zum Eingang des Zeltes der Zusammenkunft gebracht, damit alle dorthin Kommenden sich an dem erfreuen, was Gott dargebracht wird, und, wenn sie rein sind, an der Gemeinschaft des Friedensopfers teilhaben, während der Priester sein besonderes Teil in der Webebrust und der Hebeschulter bekommt.

Einzelheiten über die Bedeutung dieser Opfer bringt der „Überblick über das dritte Buch Mose“ in Kapitel 1 - 7.

„Und der Nasir soll an dem Eingang des Zeltes der Zusammenkunft das Haupt seiner Weihe scheren und das Haar seines Hauptes seiner Weihe nehmen und es auf das Feuer legen, das unter dem Friedensopfer ist“ (V. 18).

Wir sehen hier in einem bemerkenswerten Vorbilde, wie treues Nasirtum zur Gemeinschaft der Heiligen beiträgt.

Der Widder wird dem Jehova als ein Friedensopfer dargebracht, doch während jene Teile, die die Vortrefflichkeit Christi darstellen, als „ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem Jehova“ verbrannt wurden (3. Mose 3, 5), legt der Nasir das Haar seiner Weihe, das Zeugnis seiner treuen Vollendung auf das Feuer des Altars.

Das war ein einzigartiges Opfer. Es ist das einzige Beispiel, worin etwas dem Heiligen persönlich Eigenes auf dieses heilige Feuer gelegt wurde. Die Absonderung des Nasirs wird in einer besonderen Weise eine Opfergabe für Gott.

Dabei wird sie jedoch mit dem Friedensopfer einsgemacht, um uns zu lehren, wie wichtig die Absonderung der Heiligen für ihre Gemeinschaft oder Teilhaberschaft ist.

Die Vortrefflichkeiten Christi werden Gott dargebracht, doch der sie brachte, war so für Gott abgesondert, dass er persönlich mit seinem Opfer im Einklange steht. Wie wohlangenehm ist das Gott!

Dann waren alle, die an dem Widder teilhatten, in Gemeinschaft mit dem Altar. Sie betrachteten das Friedensopfer dem ihm eigenen Platze gemäß. Es war eine Gemeinschaft, in der man die Kostbarkeit Christi miteinander genoss, die aber auch unmittelbar der Ausfluss entschiedener Absonderung für Gott auf Seiten des Opfernden war, dessen getreues Nasirtum war der Anlass davon und verlieh ihr das Gepräge.

Die Heiligen haben das Vorrecht, in heiliger Absonderung für Gott zu wandeln, um vor Ihm in gemeinsamer Freude ihr Teil in Christo zu genießen.

Das Nasirtum trägt also zur Freude der Teilhaberschaft bei und ist, vom Standpunkte dieses Kapitels aus betrachtet, hierfür von wesentlicher Bedeutung.

„An dem Tage, da die Tage seiner Absonderung erfüllt sind“, wird diese aufgegeben, und das Opfer tritt an deren Stelle. Der Priester tritt in hervorragender Weise in Tätigkeit. Ja, man kann sagen, dass der Nasir, indem er sein Haupthaar auf den Altar legte, priesterlich handelte, und danach legt der Priester das auf dessen Hände, was nur von Christo redet, und dann webt es der Priester vor Jehova zu Seinem Wohlgefallen.

Der Nasir wird mit dem Priester einsgemacht und ist vor Gott in Gott wohlgefälligen Zuständen. Es ist klar, dass dann die Absonderung keinen Platz mehr hat: in jenem heiligen Kreise sind die Übungen des Nasirtums zu einem Abschluss gelangt.

„Und danach mag der Nasir Wein trinken“ (V. 20).

Ich denke, wir würden die Lehre dieses Vorbilds missverstehen, wenn wir nicht sehen, dass der Wein, den er „danach“ trinkt, ein Wein anderer Art ist als der, dessen er sich enthalten hatte. Das bestätigen uns auch die Worte unseres Herrn mit Bezug auf Sein eigenes Nasirtum: „Ich sage euch aber, dass in von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstockes trinken werde, bis an jenem Tage, da ich es neu (neuartig) mit euch trinken werde in dem Reiche meines Vaters“ (Mat. 26,29; siehe auch Mark, 14,25; Luk. 22,18).

Dem geistlichen Sinne ist es einleuchtend, dass der Wein, den der Herr in Seinem „Danach“ trinken wird, ganz verschieden von dem ist, den Seine Nasiräer jetzt ablehnen.

Das Reich Seines Vaters, das Reich Gottes, wird eine Freude herbeiführen, wie sie nie zuvor gekannt wurde. Der Sohn Gottes hatte sie den Menschen in der Tat nahegebracht, denn Er war der Bräutigam, der den guten Wein in Fülle zu geben vermochte (Joh. 2, 10).

Doch die Menschen wiesen Ihn von sich, und so ist Er jetzt der Nasir, der sich irdischer Freude enthält, bis diese in dem Reiche Gottes ein ganz neues Gepräge annimmt. Dann werden die Menschen froh sein, ihr Teil in Verbindung mit Gott zu genießen; Seine Liebe und Gunst ist ihre Wonne und macht den neuen Wein Seines Reiches aus.

Doch für uns ist der „neue Wein“ jenes Reiches schon gekommen. Er steht nicht mit Irdischem in Verbindung, sondern damit, dass Gottes Liebe und Gunst in Christo auf uns scheint.

Zwei Verse in Psalm 4 kennzeichnen die Lage: „Viele sagen: Wer wird uns Gutes schauen lassen?“ (V.6). Die Antwort des Glaubens ist: „Erhebe, Jehova, über uns das Licht deines Angesichts!“

Dem folgt die Freude in Vers 7: „Du hast Freude in mein Herz gegeben, mehr als zur Zeit, da ihres Kornes und ihres Mostes (neuen Weines) viel war.“ Beachten wir die Worte: „ihres Kornes und ihres Mostes“!

Der für Jehova Abgesonderte, der Nasir von Vers 3, kann „ihres“ sagen. Die „Vielen“ geben sich dem Genusse des Guten dieser Erde hin, ohne zu empfinden, dass das Reich Gottes noch nicht da ist, und ohne ein Verlangen nach dessen Kommen. Sie haben „ihren Most“ (oder ‚neuen Wein‘) und haben ihn zuweilen in Fülle.

Doch der Nasir schaut nach einer anderen Quelle mit Bezug auf seinen Wein aus, und er empfängt ihn auf ganz andere Art, und unendlich vorzüglicher. Wenn wir „ihren neuen Wein“ genießen, so nicht den neuen Wein, der dem Reiche des Vaters angehört; Nasirtum im Blick auf den einen ist wesentlich, um den anderen zu genießen.

Daraus erhellt der Zusammenhang zwischen dem erfüllten Nasirtum und dem priesterlichen Segen am Ende von 4. Mose 6.

Wir sahen das Ergebnis der Absonderung für Gott in den umfassenden Opfern des Nasirs am Eingange des Zeltes der Zusammenkunft. Wir sahen auch, dass der Priester, der ja das Geistliche darstellt, einen auffälligen Gewinn dadurch hat. Und schließlich haben wir den priesterlichen Segen, der in einer schönen Weise das ans Licht bringt, was Gottes Herz Seinem Volke gegenüber empfindet.

Der Segen gilt den „Kindern Israel“, er erstreckt sich über Sein ganzes Volk, doch es folgt hier unmittelbar dem „Gesetz des Nasirs“. Das zeigt den Weg, auf dem, der Regierung Gottes gemäß, die Segnung kommt.

Wenn einen kleinen Überrest Absonderung für Gott kennzeichnet, so wird dies Gott der Anlass, Seine Gedanken über die ganze Versammlung zum Ausdruck zu bringen. Das sehen wir in Philadelphia. Die ganze Versammlung kann durch einige Getreue gesegnet werden; ja wir können nicht sagen, was die Frucht des wahren Nasirtums auch nur eines einzigen ergebenen Herzens sein mag.

Absonderung fördert das Priesterliche, und dieses die Segnung der ganzen Versammlung.

Der sittlichen Forderung dieses Kapitels sollten wir immer eingedenk sein. „Jehova segne dich und behüte dich“ (V.24). Alles, was den Menschen wahrhaft glücklich macht, fließt aus dem Herzen Gottes und ist Seinen großen Gedanken gemäß. Und Er ist der Hüter wie auch der Segner, Er möchte in unseren Seelen immer ein tiefes Bewusstsein davon wach erhalten, dass wir Seiner Bewahrung bedürfen.

Als der Sohn zum Vater über die Seinen redete, gebrauchte Er das Wort „bewahren“ dreimal (Joh. 17, 11. 12 u. 15) und außerdem sprach Er noch davon, dass Er sie „behütet“ hatte (V.12).

Wie not tut es uns, an einem Schauplatze des Bösen, und obendrein schwach in uns selbst, bewahrt zu werden! Gottes Treue ist da allein unser Halt und unsere Stärke.

„Jehova lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig!“ (V.25).

Aus dem unverhüllten Angesichte des Mittlers strahlt Gott in der Herrlichkeit Seiner Gnade hervor, und die Unwandelbarkeit Seiner Gedanken und Seiner Gesinnung leuchtet uns daraus entgegen.

Sein Verhalten uns gegenüber entspricht immer der Ihm eigenen glückseligen Natur.

Schließlich heißt es: „Jehova erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!“

Darin kommt Seine Anerkennung und Sein Wohlgefallen zum Ausdruck, so dass sich ein tiefer Friede in dem von Gott anerkannten Herzen niederlässt (eigentlich „setzt“ nach der Anmerkung).

Nun, der wahre Aaron segnet diesen wunderbaren Gedanken gemäß. Nichts Geringeres ist von jeher in Seinem Herzen gegen uns. Und Seine „Söhne“ segnen auch in dieser Weise. Die Priester und Geistlichen unter dem Volke Gottes sind in dem Lichte und der Gnade dieser wunderbaren Segnung und sind immer bemüht, deren Kraft und Genuss den Herzen des Israels Gottes nahezubringen.

Wie glücklich die, denen dies bewusstermaßen zu eigen wird! Gesegnet, bewahrt, von göttlicher Liebe und Gunst erleuchtet, und nun auch noch von Gott anerkannt!

Alles das ist in Wahrheit der „neue Wein“ des Reiches Gottes, der das Teil und die Freude des Nasirs wird.

„Und so sollen sie meinen Namen auf die Kinder Israel legen, und ich werde sie segnen“ (V.27).

Den Höhepunkt von allem bildet, dass das, was der geoffenbarte Gott ist, und was Sein Volk von Ihm erkennt, auf sie gelegt wird. Gleichsam mit Seinem Namen angetan, sollen sie ihn auch fortan im Zeugnis hienieden tragen.

Kapitel 7

Die in diesem Kapitel berichteten Vorgänge sind von besonderer Bedeutung, da sie zeigen, wie hoch „die Fürsten der Stämme“ den in ihrer Mitte errichteten heiligen gesalbten Bau schätzten. Die Opfer, von denen hier die Rede ist, geschahen durchaus freiwillig und aus innerem Drange heraus; ohne einen Befehl hierzu gaben „die Fürsten“ den Stämmen eine geistliche Führung, die den Umständen angemessen und Gott wohlgefällig war.

Was den Bau der Wohnung anlangt, so musste jede Einzelheit so sein, „wie Jehova dem Mose geboten hatte“ (2. Mose 39, 1.5.7.21.26.29.31 u. 43). Alles ward dem himmlischen Vorbilde gemäß errichtet und durch Mose gesalbt. Es entsprach alles genau dem, was Gott haben wollte.

In der Opfergabe der Fürsten aber sehen wir etwas anderes: das in seinen Stammeshäuptern dargestellte Volk kam und opferte. Sie brachten das dar, was geeignet war, den Dienst der Wohnung zu fördern, und zwar im Blick auf die Wüstenwanderungen und auf den Altardienst Gott gegenüber.

Dieses Kapitel zeigt uns, wie mir scheint, das, was Gottes Heilige an jedem Orte kennzeichnen sollte. Die zwölf Fürsten stellten alle Stämme dar, sie versinnbildlichen eine in jedem Teile des Israels Gottes gegebene geistliche Führung. Einige von den Stämmen waren viel größer als andere; die Zahl der von den Männern zum Heeresdienst Gemusterten lag zwischen den 74600 in Juda und den 32200 in Manasse, dennoch haben wir bei einem jeden der Fürsten die gleiche Führung.

Es hat Gott gefallen, Sein Zeugnis an verschiedenen Orten aufzurichten, doch seien nun die Versammlungen klein oder verhältnismäßig groß, über die ganze Welt hin soll die Art der geistlichen Führung dieselbe sein.

Wir sollten es uns angelegen sein lassen, dass in jeder Ortsversammlung eine geistliche Führung ist, die dem göttlichen Bau entspricht.

Führerschaft hat einen großen Platz in Gottes Ordnung. Gott ersieht immer solche, die fähig sind, Seinem Volke eine geistliche Führung zu geben. Doch für uns alle ist es wichtig darauf zu achten, dass wir einer geistlichen Führung folgen, denn die Christenheit ist voller Korahs, Dathans und Abirams - Fürsten und Menschen von Ruf - , die in verkehrter Richtung führen.

Solchen Führern aber wie in Kapitel 7 können wir getrost folgen, und wir können freudig und dankbar anerkennen, dass Gott unter Seinem Volke solche erweckt und gesetzt hat, die geistlich führen. Einer solchen Führung zu folgen, ist unser Vorrecht und unsere Glückseligkeit.

Hier sehen wir zwei große Züge geistlicher Führung. Der erste ist ein schöner Geist des Zusammenwirkens am Werke des Herrn, und der zweite ist, dass der Altar dadurch eingeweiht wird, dass er das empfängt, was ihm zukommt. Dieses beides möchte Gott an jedem Orte gesichert haben, wo Sein Volk ist, gleichviel, ob der „Stamm“ klein oder groß ist.

Mose hatte die Wohnung als Ganzes und den Alter in Besonderheit errichtet, gesalbt und geheiligt. Die wahrhaftige Hütte dagegen hatte der Herr, und nicht der Mensch, errichtet. Sie ist nicht von dieser Schöpfung (Heb. 8,2; 9,11) und steht ganz außerhalb aller menschlichen Unvollkommenheit. In dem vom Herrn errichteten und gesalbten Bau ist jede Einzelheit von göttlicher Eigenart und kann nur unter der Salbung des Geistes aufrechterhalten werden.

Nie war es Gottes Gedanke, dass die großen Wirklichkeiten, die Er aufgerichtet hat, anders als in der Kraft der Salbung bewahrt werden sollten. So wurden sie zu Pfingsten aufgerichtet, und so bestehen sie noch, wo immer sie wahrhaft gekannt werden.

Ein bemerkenswerter Ausspruch in Maleachi 2,15: „sein war der Überrest des Geistes“. Er schreibt sogar dem Geiste einen Überrest zu und sagt, dass der Geist dem treu bleibt, womit Er begann.

Wir sind oft daran erinnert worden, dass ein „Überrest“ in der Schrift nicht das abgenutzte Ende von etwas bedeutet, sondern ebendas, was die ursprünglichen Züge inmitten des Verfalls bewahrt hat.

Kraft der Salbung besteht immer noch etwas, das nicht vom Fleische oder vom Menschen ist, sondern Gottes Gedanken ausdrückt. Es ist nicht bloß ein wenig besser als das, was man allgemein im christlichen Bekenntnis findet, sondern etwas, das von Gott ist und die Salbung Seines Geistes trägt und damit eine heilige Wesensart hat.

Ebendas sollte unser Hauptgegenstand an jedem Orte sein, wohin der Herr uns gestellt hat.

Nun die Wohnung aufgerichtet worden, ist es hochwichtig, dass all den Stämmen, also all den örtlichen Versammlungen, die sie umlagerten, eine geistliche Führung gegeben wird.

Ein Stamm ohne einen „Fürsten“ wird gar nicht in Betracht gezogen. Eine örtliche Versammlung ohne geistliche Führung entspricht überhaupt nicht den Gedanken Gottes.

Die opfernden Fürsten waren Männer, die sich der wunderbaren Art dessen bewusst waren, was in der Wohnung errichtet worden war. Da sie das schätzten, konnten sie ohne besondere Anweisungen im Blick hierauf handeln und das darbringen, was angemessen war.

Den Anlass, aus freiem Triebe Gott zu entsprechen, bildete die Tatsache, dass etwas gekommen war, was durch seine Größe und Kostbarkeit das Herz beherrschte. Es war etwas überschwenglich Vortreffliches von Gott gekommen, was die erlesenen Opfer der Weisen in Mat. 2,11 hervorrief, sowie den Dienst der Weiber in Luk. 8, 3, die Salbungen in Luk. 7, 38 und Joh. 12,3, das Lob der Kinder im Tempel in Mat. 21,15 und die zu den Füßen der Apostel niedergelegten Opfer in Apg. 4,35 und 37.

Alles das geschah aus freiem Triebe, war der Ausfluss von Herzen, die etwas überaus Kostbares beherrschte.

Sowie die Wohnung errichtet, gesalbt und geheiligt war, kamen die Fürsten mit einer Opfergabe von Wagen. Sie wünschten damit, an der Förderung des in Kapitel 3 und 4 dargestellten Dienstes teilzuhaben, und hatten sich dessen Schwere anscheinend zu Herzen genommen und betrachteten es als ein Vorrecht, ihn soviel als möglich zu erleichtern.

Ich bin gewiss, dass der Herr zu derartigen Übungen in jeder Versammlung Seiner Heiligen ermutigt. Das Zeugnis ist überaus kostbar und zieht durch einen Schauplatz, wo eine Fülle von Schwierigkeiten sind. Sein Dienst ist denen, die ihn verrichten, nicht lästig, denn er ist eine Tätigkeit der Liebe, die aber „Mühe“ kostet (1. Thess. 1,3; 1. Kor. 15,58).

Denken wir an die Beschwerden des Paulus! Was erforderte mehr Fleiß und Mühe als seine beständige Sorge für das Zeugnis Gottes?

Das Werk des Herrn ist etwas Ernstes, es erfordert emsigen Eifer und Inbrunst des Geistes, und alle Heiligen haben das Vorrecht, etwas zu tun, dieses heilige Werk zu erleichtern.

Die „Fürsten“ hatten auch das Bedecken erfasst, was in Kapitel 4 einen so hervorragenden Platz hat, denn sie brachten „bedeckte Wagen“. Das zu Befördernde sollte nicht offen zur Schau daliegen, es war vor den es umgebenden Einflüssen der Wüste zu schützen.

Die mit dem Zeugnis des Herrn verbundenen Dinge sind nicht öffentlich zu entfalten. Das Wort „Geheimnis“ kennzeichnet die gegenwärtige Zeit sehr. Es besagt, dass göttliche Dinge nur den Eingeweihten bekannt sind. Man hat sie nie als etwas zu betrachten, das in den Bereich des natürlichen Menschen gebracht werden kann.

Es sind heilige Dinge, und sie sollten daher beim Hindurchziehen durch einen Schauplatz, den Unheiliges und Befleckendes kennzeichnet, unversehrt bewahrt werden.

Der ganze Bau der Wohnung zeigte, dass er kein feststehender sein sollte. Alles war im Blick auf eine Ortsveränderung so angeordnet.

Die Menschen haben ihr Bestes getan, dem Christentum eine feststehende Form zu geben. Da sehen wir Gebäude, berechnet, Jahrhunderte zu überstehen, und Glaubensbekenntnisse sowie Gottesdienstordnungen, die ohne lebendige Übungen angenommen und festgehalten werden können, dabei aber eine geistliche Bewegung ausschließen.

Gottes Absicht jedoch war, dass Sein Zeugnis immer aufs Innigste mit Übung und Bewegung verbunden sei. Es sollte die Wüste unter göttlicher Leitung durchschreiten, also in beständiger Abhängigkeit, die Leviten allezeit bereit, ihren Tragedienst auszuüben.

So ist es Gottes Gedanke. Wir sollten allezeit überströmend in dem Werke des Herrn sein (1. Kor. 15, 58).

Die „Fürsten“ dachten daran, weiterzuziehen, und nicht, sich in der Wüste niederzulassen. Deshalb brachten sie „Wagen“ dar. Ihr Gedanke war, das Werk zu erleichtern und in keiner Weise zu hindern.

„Wagen“ sind eine Hilfe. Sie waren nicht von vornherein vorgesehen. Doch die besorgte Liebe schlug sie vor. Im göttlichen Haushalt ist Raum für jede Eingebung der Liebe. Das, wozu es die Liebe treibt, passt auch in den göttlichen Plan, und so sprach Jehova: „Nimm sie von ihnen“ (V.4).

Es ist ermutigend, das zu sehen. Wenn wir auf persönliche Kosten das Werk förden können, ohne dabei der göttlichen Ordnung Gewalt anzutun, so können wir sicher sein, dass unser Tun Gott wohlgefällig ist. Nach meinem Dafürhalten stellt ein „Wagen“ das dar, wofür wir weder Kapitel noch Vers angeben können, was uns aber die Liebe eingibt. Es erleichtert das Werk des Herrn, und Gott nimmt es an.

Im Dienste des Zeugnisses ist Raum für die Anregungen der Liebe. Das Christentum ist nicht bis ins einzelne festgelegt. Es ist eine geistliche Weltordnung; und Führerschaft erweist sich in der Fähigkeit, in Liebe das anzuregen, was passend ist, damit verbunden zu sein.

Die „Wagen“ scheinen das darzustellen, was an sich nicht geistlich ist, aber doch das Werk des Herrn fördert. Wir haben das Vorrecht, darauf achten zu können, dass das Werk nicht zu schwer auf denen lastet, die es ausüben. Und da gibt es viele Wege, wie wir helfend eingreifen können.

Markus war dem Paulus nützlich zum Dienst. Tertius schrieb den langen Brief an die Heiligen zu Rom nach seinen Worten nieder. Phöbe half ihm in uns unbekanntem Sinne. Gajus und Philemon bewirteten ihn. Die Heiligen zu Philippi sandten ihm allerlei Nützliches. Onesiphorus erquickt ihn oft... In all diesem Dienst können wir das sehen, was den „Wagen“ von 4. Mose 7 entspricht (2. Tim. 4,11; Röm. 16,22.1.23; Phm. 22; Phil. 4,10.16; 2. Tim. 1,16).

Hilfe dieser Art, wenn sie unter priesterlicher Anleitung gegeben wird, nämlich „unter der Hand Ithamars, des Sohnes Aarons, des Priesters“, wird dann „einem jeden nach Verhältnis seines Dienstes“ zuteil (V.8, 5 u. 7).

Die Art der Tätigkeit eines jeden ist da in Betracht zu ziehen. Mancher Dienst bedarf der Beihilfe mehr als anderer. Einige unternehmen zum Beispiel lange Reisen, andere verteilen viel Bücher und Schriften, wieder andere haben es mehr mit dem Bedürfnissen des Lebens zu tun, die, wenn möglich, zu befriedigen sind, damit der Dienst der Gnade auch deren Betätigung ziere.

Die Hilfe, die die „Wagen“ darstellen, soll nicht unterschiedslos zuerteilt werden, sondern mit gebührender Rücksicht auf den Dienst eines jeden. Kein wahrer Levit wird mehr Hilfe dieser Art begehren, als er wirklich bedarf oder im Werke des Herrn nutzbringend gebrauchen kann.

„Wagen“ jedoch haben keinen Teil an jenem geistlichen Dienste, der „der Dienst des Heiligtums“ genannt wird, und der den Söhnen Kehaths oblag (V.9).

Es ist dies ein Dienst, der nur in geistlicher Kraft ausgeübt werden kann. „Wagen“ nützen den Kehathitern nichts, denn sie haben „auf der Schulter“ zu tragen, und da kann keine Hilfe anderer Art eingreifen.

Der mannigfache Beistand, den Paulus von dem einen oder anderen in stofflicher Hinsicht empfing, hatte nichts mit seinem Kehathiterdienst zu tun. Darin war er ein auserwähltes Gefäß, und er führte ihn in der Gnade und geistlichen Kraft aus, die er unmittelbar vom Herrn dafür hatte.

Die Heiligen mochten ihm hierin wohl durch Gebet beistehen, doch das ist eine für den Heiligtumsdienst gegebene Heiligtumsunterstützung und ist an sich ein Kehathiterdienst von einer hohen und priesterlichen Ordnung, der einem ganz anderen Gebiete angehört als die in den „Wagen“ dargestellte Hilfe.

Es ist wichtig, zwischen dem zu unterscheiden, was seinem Wesen nach dem „Heiligtum“ angehört und so lediglich durch geistliche Mittel und geistliche Kraft aufrechterhalten werden kann, wie sie das Tragen „auf der Schulter“ andeutet, und den Beihilfen im Werke des Herrn, die in den „Wagen“ vor uns kommen.

Es gibt heilige Verrichtungen, die nur in persönlicher geistlicher Kraft durchgeführt werden können. So waren zum Beispiel das Schreiben der Evangelien und der Dienst der Apostel ein Kehathiterdienst einer sehr hohen Ordnung. „Wagen“ konnten kein Teil daran haben. Doch das Abschreiben und Verbreiten desselben förderte das Vorwärtsschreiten des Zeugnisses ungemein, und ein derartiger Dienst entspricht dem Darbringen der „Wagen“.

„Der Dienst des Heiligtums“ wird nicht durch „Wagen“ erleichtert. Er hängt von der persönlichen geistlichen Kraft der ihn Ausübenden ab, und von dem geistlichen Gebetsdienst der Heiligen als heiliges Priestertum.

Wenn Paulus dem Timotheus sagte: „vollführe denen Dienst“ (2. Tim. 4,5), und dem Archippus: „Siehe auf den Dienst, den du im Herrn empfangen hast, dass du ihn erfüllest“ (Kol. 4,17), so hatte er, denke ich, einen Dienst vor sich, der lediglich in geistlicher Kraft durchzuführen war. Zu den Korinthern dagegen sagte Paulus: „Wenn aber Timotheus kommt, so sehet zu, dass er ohne Furcht bei euch sei; denn er arbeitet am Werke des Herrn wie auch ich. Es verachte ihn nun niemand. Geleitet ihn aber in Frieden, auf dass er zu mir komme, denn ich erwarte ihn mit den Brüdern“ (1. Kor.16, 10 und 11).

Hier gibt er den Korinthern gleichsam die Gelegenheit, für „Wagen“ zu sorgen, das heißt, zu tun, was sie konnten, des Timotheus Dienst und Reise zu erleichtern. An derartigem können alle teilhaben.

Solch eine Opfergabe, wie die Fürsten sie brachten, hat ihren angemessenen Platz und Wert, doch sie erstreckt sich nicht auf den Dienst der Kehathiter - die heiligen Dinge des Heiligtums mussten noch weiterhin auf deren Schultern getragen werden. Die heiligen Dinge auf einen Wagen zu laden, wäre ein Bruch der göttlichen Ordnung gewesen, der Gottes Missfallen nach sich gezogen hätte, wie es David auf seine Kosten erfuhr (1. Chron. 13, 7-10; 15, 2 u. 13).

Dies zu beachten ist wichtig. Wenn also eine Opfergabe der Liebe die göttliche Ordnung beiseitesetzte oder an die Stelle geistlicher Kraft im Dienste träte, so sollten wir wissen, dass dies gar nicht am Platze ist. „Wagen“ jedoch konnten ohne einen Bruch der göttlichen Ordnung als Hilfeleistungen beim Dienste nützlich sein, wenn diese niedrigerer Art sind als der Dienst der Söhne Kehaths. Der tatsächliche Gebrauch der Wagen richtete sich nach dem geforderten Dienste. Er wurde durch Mose bestimmt und war der Hand Ithamars unterstellt, so dass alles in Weisheit zuerteilt ward.

Den untergeordneten Platz erkennend, den die Wagen in Verbindung mit dem Zeugnis haben, tun wir gut, auf den schönen Ausdruck des Zusammenwirkens zu achten, der dabei offenbar wird. Je zwei Fürsten gemeinsam brachten einen Wagen dar, jeder einzelne Fürst dagegen ein Rind.

Jeder Teil des levitischen Dienstes scheint dazu ausersehen zu sein, die Wichtigkeit des Hand-in-Hand-Arbeitens am Werke des Herrn zu betonen, und das bezeugt auch in hervorragender Weise die Opfergabe der Fürsten.

Das Zusammenwirken ist nicht ganz dasselbe wie Teilhaberschaft, obwohl es natürlich im Lichte und Bande der Teilhaberschaft geschehen muss. Teilhaber in einem Geschäft bilden eine Gemeinschaft, die durch die Satzungen der Teilhaberschaft bestimmt wird. Wenn sie jedoch nicht Hand in Hand arbeiten, so wird das Geschäft höchstwahrscheinlich schaden leiden.

Man kann sagen, dass wir als Israeliten der Teilhaberschaft angehören, als Leviten aber haben wir Hand in Hand arbeiten zu lernen.

In 1. Korinther 16, 16 weist Paulus auf jeden hin, „der mitwirkt und arbeitet“. Da haben wir den Gedanken des Zusammenwirkens. Es ist ein Übereinkommen der Tat, ein Miteinanderarbeiten, das ein gemeinsames Ziel verfolgt.

Paulus sagte von Timotheus: „er arbeitet am Werke des Herrn wie auch ich“, und er hat „wie ein Kind dem Vater, mit mir gedient ... an dem Evangelium“ (1. Kor. 16,10; Phil. 2,22).

Er nennt Epaphroditus seinen „Mitarbeiter“ (Phil. 2,25) und auch manche andere.

Der Herr wünscht, dass dieses gemeinsame Wirken jede Ortsversammlung Seines Volkes kennzeichnet. Wir sollten nicht nur gemäß der Wahrheit der Teilhaberschaft miteinander wandeln, sondern tätig zusammen wirken, um das Werk des Herrn auf alle mögliche Art zu fördern.

Was wir in den Fürsten sehen, ist, dass ihr Tun in vollkommenem Einklange mit ihrem Empfinden stand - da haben wir ein wahrhaftes und tätiges Zusammenwirken.

Das ist nötig, wenn das Werk des Herrn gefördert werden soll. Der Herr deutet dies an, indem Er Seine Jünger zu zweien aussandte. Wir sehen, welche Freude Paulus daran hatte, mit Timotheus und anderen gemeinsam zu arbeiten.

Das Erfassen der gesalbten Weltordnung bringt eine heilige Verschmelzung in unseren Bestrebungen zustande. Das stand dem Herrn vor Augen, als Er sagte: „Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden über irgendeine Sache, um welche sie auch bitten mögen, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist.“ (Mat. 18, 19)

Jeder Fürst bringt ein Rind - ein volles Maß geistlicher Tatkraft und stetiger ausdauernder Arbeit -, doch es hat mit einem anderen an einem gemeinsamen Joche zu ziehen und vollkommen einheitlich mit ihm zu arbeiten. Derart opfern „Fürsten“.

Mancher hat Tatkraft - ist er jedoch der gesalbten Weltordnung hinreichend ergeben, sich zu deren Förderung mit anderen zu verbinden?

Paulus war bereit, sich mit den Zwölfen einszumachen, und sie mit ihm. Diotrephes aber wollte weder mit Johannes noch mit anderen Arbeitern zu tun haben.

Unserem Vorbilde gemäß können wir sagen, dass ein Fürst keinen Wagen zu liefern vermag; Gott hält es für angemessen, dass es hierzu zwei bedarf.

Eine wirkliche Förderung des Werkes des Herrn hängt davon ab, dass Liebe und Bemühung Hand in Hand gehen. Jochgenossen helfen nicht nur einander, sondern sind auch ein heilsames Hindernis, im Dienste der persönlichen Eigenart zuviel Raum zu geben.

Die Fürsten hatten jedenfalls nicht den Wunsch, jeder für sich vorzugehen. Sie hielten es für vorteilhafter, miteinander zu arbeiten.

Wie wichtig ist es, dass die an einem Orte das Werk des Herrn Treibenden miteinander arbeiten, so dass dabei offenbar wird, dass es ein wahrhaftes Miteinanderziehen ist! Das mag uns wie ein Hemmnis vorkommen, doch wir werden es heilsam und wohltätig empfinden, wenn wir es als den Willen des Herrn hinnehmen.

Offenbar war der der Darbringung der „Wagen“ zugrunde liegende Gedanke Gott wohlgefällig. „Nimm sie von ihnen“, sprach Er zu Mose. Er liebte es also, eine solche Opfergabe in Seinem Dienste zu verwenden.

Die wahre Wohnung ist errichtet und gesalbt worden, und nun ist es an uns, zu opfern.

Die erste Übung wahrer Führer an jedem Orte ist, Bewegungen geistlichen Fortschritts zu fördern, den Leviten zu helfen, und sie nicht zu hindern. Eine solche Übung führt zur Entlastung des levitischen Dienstes.

Die „Wagen“ selbst sind nicht der Dienst. Sie bilden strenggenommen keinen Teil der geistlichen Weltordnung, doch sie sind darin eine Hilfe. Sie waren ein beständiges Zeugnis, dass dem ganzen Israel das Werk der Leviten am Herzen lag, und dass alle wünschten, dass es so leicht wie möglich durchzuführen sei.

Die Korinther hatten einen sehr niedrigen Begriff vom Werke des Herrn. Sie meinten, sich darin einen hervorragenden Platz geben zu können, und einige von ihnen dachten, Paulus ginge denselben Pfad, so dass sie sich dadurch erhöhen konnten, dass sie ihn herabsetzten, doch er sagt: „Dafür halte man uns: für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes“ (1. Kor. 4, 1). Er wollte, dass sie den Dienst mit Christo und mit Gott verbinden; an ihren Dienern hatte nur die Treue gegen den ihnen zuteil gewordenen heiligen Auftrag einen Wert.

Wenn das Werk des Herrn unter den Heiligen im Allgemeinen in hohem Ansehen steht, so wird aller Dienst nach einem höheren Maßstabe beurteilt und ihm wird eine geistliche Würde beigemessen. Die da arbeiten, sollten dessen eingedenk sein, dass die Augen von ganz Israel auf sie gerichtet sind, und dass alle den Dienst als hochwichtig und heilig ansehen. Er wird tatsächlich ganz Israels halber verrichtet (siehe Kap. 8, 9-11).

Dann würde jeder Levit empfinden, wie notwendig es ist, die Reinheit zu wahren und auch das, was solchen entspricht, die Gott als Webopfer für Seinen heiligen Dienst geweiht sind (Kap. 8, 11.13.15 u. 21).

Das Werk des Herrn, die Darreichung Christi im Dienste, wird unter uns fortgeführt. Dadurch kommt neuer Baustoff herein, und das Vorhandene entwickelt und mehrt sich. Suchen wir dieses heilige Werk wirklich zu erleichtern?

Jede Ortsversammlung sollte da der geistlichen Führung des Fürsten folgen und etwas den „Wagen“ Entsprechendes dazu beitragen.

Zephanja sagt: „damit sie alle den Namen Jehovas anrufen und ihm mit einer Schulter dienen“ (Zeph. 3, 9). Das ist ein beachtenswertes Wort: alle sollten ihre Kraft sozusagen mit einer Schulter zur Verfügung stellen, damit das Werk des Herrn tatkräftig gefördert werde.

Das sollte bei keinem von uns nur dann und wann geschehen. Kleinigkeiten können das Werk des Herrn fördern oder hindern. Lasst uns darauf achten, die Last nicht zu vergrößern, sondern alles tun, sie so leicht und sanft wie möglich zu machen.

Sodann ist „die Einweihungsgabe des Altars“ von höchster Wichtigkeit. Der Bericht darüber füllt nicht weniger als neunundsiebzig Verse.

Dem Geiste Gottes hat es gefallen, das, was jeder einzelne Fürst an jedem der zwölf Tage darbrachte, gesondert anzugeben. An jedem Tage haben wir genau dieselbe Führung. Jeder Stamm hatte einen Fürsten, der das Gleiche darbrachte, wie auch die anderen elf Fürsten.

Der Gedanke Gottes ist, dass die Opfergabe, zu der sich jede Ortsversammlung gedrungen fühlt, sie darzubringen, dieselbe Höhe erreiche, damit in einer jeden Versammlung eine des gesalbten Altars würdige Opfergabe vorhanden ist.

Da haben wir nicht nur Einheit in der Opfergabe, sondern auch Einheitlichkeit, und das ist in geistlicher Hinsicht wichtig.

Was die Lehre anbelangt, sollten die Heiligen „alle dasselbe“ reden (1. Kor. 1, 10). Die Gewohnheiten der Versammlungen sollten übereinstimmen (1. Kor. 11, 16); und wir lernen hier, dass es Gott mit Bezug auf das Nahen und Opfern am Altar wohlgefällt, Einheitlichkeit unter Seinem ganzen Volke zu sehen.

Der Altar war gesalbt und geheiligt worden, und dem war nichts hinzuzufügen. Mose hatte das zu tun.

Christus hatte die Stätte und den Weg, Gott zu nahen, ersehen, und dies aufgrund Seines Todes und durch den Geist. Das ist völlig getrennt von allem, was vom Fleische ist. Es hängt von dem ab, was Christus als Mittler brachte. Dessen ganzer Dienst wird durch Ihn als Priester aufrechterhalten.

Doch dann haben wir noch die tätigen und heiligen Übungen der Brüder: der Altar wird nicht eher in Gebrauch genommen, als wir ihn einweihen. Viele Gläubige haben „die Einweihungsgabe des Altars“ nie dargebracht. Das hat unsererseits zu geschehen.

Im vorliegenden Bilde waren die Fürsten eines jeden der Stämme Israels darin Führer, und das entsprach den Gedanken Gottes. Das waren Tage heiliger Opfer, an denen der Dienst im Einklange mit dem Altar stand.

Solcherart ist die geistliche Führung, die von „Fürsten“ ausgeht, in jeder Ortsversammlung - alle beherrschte der Gedanke der Erhabenheit des Dienstes, der solch einem Altar und auch Dem gebührte, Dessen der Altar ist.

Es ist ein einzigartiges Opfer, das daher besondere Beachtung verdient, und es fällt auf, dass das zuerst Geopferte silberne und goldene Gefäße waren. Das erste in Verbindung mit der Einweihung des Altars sind also geeignete Gefäße, von geistlichem Wert und Gewicht - ihr Gewicht, nicht ihre Größe, wird angegeben.

Gottes Waage wägt uns beständig. Einer, der nicht viel sagt, kann ein gewichtiges Gefäß sein. Ein Mann vieler Worte dagegen ein leichtes. Ferner ist einleuchtend, dass der Werkstoff, aus dem silberne und goldene Gefäße gemacht werden, einem Läuterungsverfahren unterzogen wird.

Nur wenn die Schlacken von dem Silber entfernt werden, „geht für den Läuterer ein Gefäß hervor“ (Spr. 25, 4). Die silbernen Gefäße stellen die Heiligen als für Gott Erkaufte dar, so dass sie für Gott einen Wert haben. Was wir von Natur sind, kommt da nicht in Betracht. Aufgrund des Fleisches oder der Natur sind wir keine Gefäße für den Dienst Gottes, sondern als solche, die im Werte des Todes Christi stehen. Als Erlösten kommt uns die Kostbarkeit Christi zu (1. Petrus 2, 7), wir sind „seinem Gott und Vater“ Priester (Offb. 1,6), wir sind „geheiligt ... durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi“ (Heb. 10, 10). Es konnte aber keine „silberne Schüssel“ oder „silberne Schale“ geben ohne die durch Läuterung zustande gebrachte Reinheit des Werkstoffs und ohne das Gestaltungsverfahren, wodurch das Gefäß zum Wohlgefallen des Läuterers geformt wird.

So sehen wir im Hebräerbriefe, dass die durch das Opfer Christi auf immerdar vollkommengemachten Heiligen unter göttliche Zucht kommen, damit sie der Heiligkeit Gottes teilhaftig werden (Heb. 10,14; 12,10).

Die Heiligen ihrerseits haben der Heiligkeit nachzujagen und sich von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes zu reinigen (Heb. 12,14; 2. Kor. 7,1). Die Schrift ist voller heiliger Anweisungen und Ermahnungen, und diese bewirken, wenn wir, darüber geübt, ihnen durch den Geist zu entsprechen suchen, dass die Schlacken von dem Silber entfernt werden.

Das Taufen des Herrn mit Feuer wirkt eine läuternde Kraft in den Seelen Seines Volkes, die im Wandel alles das ausschaltet, was seiner Natur nach Schlacke ist.

Aus 2. Timotheus 2, 20 lernen wir, dass solche, die goldenen und silbernen Gefäßen entsprechen, in ihren Beziehungen Reinheit aufrechtzuerhalten haben. Das ist für eine jede Art des heiligen Dienstes wesentlich. Ein gemischter Zustand, wie er in einem „großen Hause“ zu finden ist, wo es neben Gefäße zur Ehre auch solche zur Unehre gibt, ist dem Herrn nicht wohlgefällig. Deshalb hat sich jeder, der den Namen des Herrn nennt, von der Ungerechtigkeit zurückzuziehen und von den Gefäßen der Unehre zu reinigen, indem er sich von ihnen trennt.

Im christlichen Bekenntnis gibt es Gefäße zur Ehre, nämlich solche, die den Herrn lieben und Ihn zu ehren suchen - aber ach! Sie befinden sich zuweilen in Verbindung mit solchen, die wirklich Gefäße zur Unehre sind. In solchen Verbindungen zu bleiben, gefährdet in Wahrheit ihr Recht, als Gefäße zur Ehre betrachtet zu werden, denn von dem, der sich durch Trennung von den Gefäßen zur Unehre gereinigt hat, heißt es: „so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werke bereitet“ (V.21).

Aus 4. Mose 7, 13 geht hervor, dass es Gefäße gibt, die an Gestalt und Gewicht verschieden sind. Die „silberne Schüssel“ hat nicht dieselbe Gestalt wie die „silberne Schale“, und das Gewicht beider weicht beträchtlich voneinander ab.

Das zeigt, wie Gott in Seiner Unumschränktheit alles dem Zweck entsprechend zuerteilt, denn ich denke, dass das Silber mehr die göttliche Gnade und Treue darstellt, und nicht die verschiedenen Maße menschlicher Treue. Jedes heilige Gefäß ist seiner Fassungskraft und Gestalt nach göttlich bestimmt, und eine unserer wichtigsten Übungen ist, unser göttlich zuerteiltes Maß zu erreichen. Darüber hinaus können wir nicht gehen. Es besteht aber die ernste Gefahr, dass unsere Tauglichkeit zum heiligen Dienste dem nicht entspricht. Jeder hat in der Verwaltung Gottes, die im Glauben ist, seinen bestimmten Platz (1. Timotheus 1, 4), und wir sollten unserer Verantwortlichkeit mit Fleiß und unter Gebet nachkommen, auf dass wir nicht hinter dem zurückbleiben, was uns zuerteilt ist.

Gefäße, die vor dem Altar „voll Feinmehl gemengt mit Öl zum Speisopfer“ darzubringen sind, bedürfen natürlich der Läuterung und Reinheit, denn das „Feinmehl gemengt mit Öl“ ist ein Bild des heiligen Menschendaseins des Herrn Jesu, und wie könnte jemand ohne Läuterung geschickt sein, Gott dieses in einer annehmlichen Weise darzubringen? Mal. 3, 3 und 4 redet davon.

Das „Feinmehl gemengt mit Öl“ stellt das dar, was Christus sogar von Geburt an war. Er ward dadurch empfangen, dass der Heilige Geist über die Jungfrau kam und die Kraft des Höchsten sie überschattete (Luk. 1, 31 u. 35). Der Engel hatte dem Joseph gesagt: „das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geiste“ (Mat. 1, 20). Das entspricht dem „gemengt mit Öl“, was mehr als „gesalbt mit Öl“ besagt, ein Ausdruck, der davon redet, dass Er amtlich mit Kraft für den Dienst gesalbt wurde.

„Gemengt mit Öl“ jedoch stellt das dar, was Er persönlich und in Seinem Wesen war. Sein Menschendasein war Seinem Ursprung und Wesen nach einzig.

Er war nicht nur sündlos, das hätte auch ein nichtgefallenes Geschöpf der Erwählung Gottes gemäß sein können, sondern Er war eine im Fleische gekommene göttliche Person. Obwohl in Gleichheit des Fleisches der Sünde (Röm. 8, 3), ward Sein Leib von Gott auf eine wunderbare und göttliche Weise bereitet; der Heilige Geist verlieh Seinem Menschendasein das Gepräge.

Ein Heiliger mag „mit Heiligem Geiste erfüllt“ werden (Luk. 1,15.41.67; Apg. 2,4; 4,8.31; 9,17; 13,3.52; Eph. 5,18), und von Jesu heißt es, Er war „voll Heiligen Geistes“ (Luk. 4,1).

Diese Ausdrücke werden jedoch im Blick auf die Heiligen, ja auf den Herrn Jesum nur dann gebraucht, wenn sie als Gefäße betrachtet werden. Was aber den Herrn anlangt, so war das Gefäß nicht nur voll, sondern es war selbst die Frucht der göttlichen Macht des Heiligen Geistes, und es war von dieser Macht durchdrungen, so dass Er, obwohl ein wahrer Mensch, der teil an Fleisch und Blut hatte, in jeder Hinsicht einzig dastand.

Die Einzelheiten dieses unvergleichlichen Lebens in der Ausgeglichenheit jeder sittlichen Vollkommenheit stellt das „Feinmehl“ des Speisopfers dar, und das alles war „gemengt mit Öl“. Keine Einzelheit in diesem wunderbaren Leben, von Seiner Empfängnis im Leibe der Jungfrau bis dahin, wo Er Sich Selbst ohne Flecken Gott auf dem Kreuze opferte (Heb. 9, 14), kann recht beurteilt werden, ohne anzuerkennen, dass sich ein Vermengen des Heiligen Geistes damit verband.

Jeder Zug menschlicher Vortrefflichkeit war vorhanden, aber durchdrungen mit dem Heiligen Geiste, so dass wir jeden Teil Seiner Vollkommenheit als Mensch als mit dem Heiligen Geiste „gemengt“ betrachten können.

Zur rechten Zeit, als Er „ungefähr dreißig Jahre alt“ zu werden begann (Luk. 3, 23), ward Er versiegelt und gesalbt, doch von Seiner heiligen Empfängnis an haben wir das, was in dem Vorbilde dem „Feinmehl gemengt mit Öl“ entspricht. Das zu sehen, bewahrt uns vor dem Gedanken, Er könne persönlich oder Seinen Beziehungen nach, abgesehen von Seinem Opfer auf dem Kreuze, jemals eine andere Stellung innegehabt haben als die des vollkommenen Wohlgefallens und der vollkommenen Freude für Gott.

Weiter brachten die Fürsten „eine Schale, zehn Sekel Gold, voll Räucherwerk“ dar (V.14). Gold ist ein Sinnbild des Göttlichen, so dass eine Schale von Gold auf ein Gefäß hindeutet, dass gänzlich als Gottes Schöpfung in Christo betrachtet werden kann. „Daher, wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. Alles aber von ... Gott“ (2. Kor. 5, 17 und 18).

Der neue Mensch, von dem angenommen wird, dass ihn die Heiligen angezogen haben, ist eine Schöpfung Gottes, er ist „nach Gott geschaffen“ (Eph. 4, 24). Der neuen Schöpfung nach sind die Heiligen von Gott, und allein ihr gemäß betrachtet – das heißt, getrennt von allem, was wir der Natur oder dem Fleische nach sind -, können wir durch ein goldenes Gefäß dargestellt werden.

Doch wir sollten bedenken, dass das, was wir als eine neue Schöpfung in Christo sind, eine große Wirklichkeit ist. Es ist das, was ewig bestehen wird, und es ist unser Vorrecht, in der Kraft des Geistes von allem anderen hinwegzusehen und uns gemäß dem zu betrachten, was wir als eine neue Schöpfung sind.

Nur in Gottes Nähe können wir das wahrhaft tun, und es ist nicht ohne Bedeutung, dass de Schale von Gold nur „zehn Sekel“ wiegt. Das scheint anzudeuten, dass die kostbaren Gedanken Gottes, was die Seite der Verantwortlichkeit (zehn) anlangt, nicht in einem umfangreichen Gefäße gesichert werden, sondern derart, dass ihr Wohlgeruch Ihm dargebracht wird.

Ich denke, in den Gebeten Pauli in Epheser 1 und 3 haben wir das, was dem Weihrauch in einem goldenen Gefäße entspricht. Paulus konnte die kostbaren Gedanken Gottes über Christum und die Heiligen nehmen und sie in Fürbitte darbringen. Dabei betrachtete er die Heiligen als solche, die auf Erden verantwortlich waren, wie dies notwendig jedes Gebet tut, und darauf mögen die „zehn“ Sekel hinweisen. Die Heiligen sind noch auf ihrem Pfade hienieden zur vollen Erkenntnis der Gedanken Gottes über sie zu bringen.

Dass dieser Gedanke mit dem Altar verbunden wird, gibt uns einen erhabenen und umfangreichen Begriff vom Altardienst. Wir wären geneigt, den Weihrauch oder das Räucherwerk mehr mit dem goldenen Altar zu verbinden, doch in diesem Zusammenhange wird es nicht so dargestellt, und das hat uns sicher etwas zu sagen.

In Vers 15 sodann kommen wir dazu, wie Christus als Opfer erfasst wird. Da heißt es: „ein junger Farre, ein Widder, ein einjähriges (oder männliches) Lamm zum Brandopfer“. Wie wir erkennen werden, haben wir hier keine Opfer vor uns, die die Frucht persönlicher Übungen sind, wie die in den ersten Kapiteln des dritten Buches Mose. Dort deuten die verschiedenen dargebrachten Tiere auf das verschiedene Maß der Erkenntnis Christi hin, wie sie dem geistlichen Wachstum und dem Reichtum des Opfernden entspricht.

Hier jedoch scheinen sie alle auf die verschiedenen Gesichtspunkte hinzudeuten, von denen aus Christus betrachtet werden kann, und die alle recht an ihrem Platze sind und alle dargebracht werden müssen, wenn der Altar angemessen ausgestattet, das heißt, das Lob der Versammlung ein Allumfassendes sein soll.

Der Farre ist das größte der reinen Tiere, und er redet von der Größe der Person Christi, die Seinem Opfer Eigenart und Wert verleiht. Der Widder stellt Seine Ergebenheit Gott gegenüber dar, in der Er Sich Ihm völlig weihte. Den Farren erkennen wir in Seinen Worten „ich komme“ (Heb. 10, 7), doch der Widder stellt die völlige Ergebenheit gegen Gott und Seine Heiligen dar, wie wir sie in dem hebräischen Knecht von 2. Mose 21 sehen, das Lamm aber redet von Christo in all der Kostbarkeit als Leidender (Jesaja 53).

In Vers 16: „ein Ziegenbock zum Sündopfer“, ist das ernste Vorgehen gegen die Sünde der alleinige Hauptgedanke. Darin haben wir Christum als den von Gott Verlassenen, der eben dadurch die Herrlichkeit und die Lobgesänge Gottes sicherte (Ps. 22, 1 u. 3).

Da haben wir nicht mehrere Sinnbilder, die die Sache von verschiedenen Seiten aus betrachten, sondern lediglich den einen unergründlichen Gedanken, dass, der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde gemacht wurde (2. Kor. 5, 21).

Das ist etwas anderes als die Sündopfer in 3. Mose 4 und 5, die im Falle besonderer Sünden Einzelner oder der Gemeinde dargebracht wurden. Es entspricht seinem Wesen nach mehr dem Sündopfer am Tage der Versöhnung, wo um der Herrlichkeit Gottes willen gegen die Sünde vorgegangen wird, damit eine Grundlage für alles das geschaffen werde, was Er in unumschränkter Liebe tut.

Die Opfer des Fürsten geschahen im Blick auf das ganze Israel. Sie haben in jedem Falle die Allgemeinheit, und nicht den Einzelnen vor sich. Sie reden von Auffassungen von Christo, die ihren Platz in Verbindung mit dem Dienste Gottes in jeder Ortsversammlung haben.

Sowie jedoch die Friedensopfer vor uns kommen, finden wir größere Zahlen – zwei und fünf – und vier Arten Tiere werden dargebracht.

Wenn der Gedanke an „Speise“ oder „Brot“ für Gott und für Seine Priester und Sein Volk aufkommt (3. Mose 3, 11.16), so haben wir umfangreichere und mannigfaltigere Vorbilder. Die Gemeinschaft mit dem Altar hat einen ganz besonderen Platz in den Gedanken Gottes, und wer in Seine Gedanken eingeht, sorgt reichlich dafür.

Es geschieht dies im Blick darauf, heilige Zustände zu schaffen und zu wahren. Genießen wir das, was von Gott ist, so können wir kein Teil an dem haben, was der götzendienerischen Welt angehört (siehe 1. Korinther 10). Gott möchte an jedem Orte das in Fülle geben, was die Liebe der Seinen nährt, so dass sie ihrem Wesen nach von der Welt verschieden sind.

Die Opfer von Vers 15 – 17 sind alle männliche Tiere, was von einer kraftvollen Auffassung redet. Schwächliche Vorstellungen von Christo sind unter dem Volke Gottes leider nur zu häufig, „Fürsten“ aber sind Leute voll geistlicher Kraft, die die Führung übernehmen können, wenn es sich darum handelt, etwas Angemessenes zum gesalbten Altar zu bringen.

Unsere „geistlichen Schlachtopfer“ sind „durch Jesum Christum“ darzubringen. Durch Ihn sind sie „Gott wohlannehmlich“ (1. Pet. 2, 5).

So lasst uns denn nicht mit schwachen Auffassungen von Christo zufrieden sein. Folgen wir der Führung der Fürsten und bringen wir zu Gottes Wohlgefallen kraftvolle und mannigfaltige Gedanken über Christum zur Bereicherung der Gemeinschaft Seiner Heiligen!

Der Schlussvers des Kapitels stellt in sehr schöner Weise dar, welchen Zugang die Darbringung der Einweihungsgabe des Altars erschloss.

Mose ging in das Zelt der Zusammenkunft hinein, um mit Gott zu reden. Sittlich aufgefasst, wie es sicherlich dem Geiste Gottes entspricht, geht er von dem eingeweihten Altar hinein, um, erfüllt von all dem daselbst dargebrachten Reichtum, mit Gott zu reden.

Mit Gott reden setzt Einsicht voraus – man hat nicht nur kostbare Gedanken, sondern ist auch fähig, sie in Worte zu kleiden, die sich geziemen, vor dem Ohr Gottes geäußert zu werden.

Wie vollkommen kann Christus das tun! Er kann von dem Altar in all dem Wohlgeruch des Dargebrachten zum Heiligtum schreiten, doch wenn Er das tut, geschieht es im Blick darauf, dass auch alle die Seinen mit Ihm eingehen, um mit Gott zu reden.

Kein Engel oder Seraph könnte wie Christus zu Gott reden, und diese Art des Redens ist es, die jetzt den Heiligen, die die Kirche bilden, zusteht: im Zelte der Zusammenkunft redet ein geistliches Volk in einer Weise zu Gott, die Ihm wohlgefällt.

Das Reden Moses zu Gott bringt, genau genommen, weder Gebet noch Danksagung vor uns, sondern einen heiligen Umgang. Das ist das höchste Vorrecht, das einem einsichtigen Geschöpf verliehen werden könnte.

Auf dem heiligen Berge „redeten“ Mose und Elia mit Ihm (Luk. 9,30.31; Mat. 17,3; Mark. 9,4). Welch eine Freiheit! Welche heilige Vertrautheit!

Und wenn wir mit Gott reden, so wird Er sicherlich zu uns reden. So hörte auch Mose „die Stimme zu ihm reden von dem Deckel herab, der auf der Lade des Zeugnisses war“ (V. 89).

Das völlige Vorrecht der Kirche wird nicht genossen, wenn wir die Stimme Gottes nicht hören. So gesegnet es ist, zu Ihm zu reden, es ist weit weit gesegneter, dass Er zu uns redet.

Er liebt, auf das, was wir reden, durch eine frische Mitteilung zu antworten, und das sollten wir erwarten.

Dieser kostbare Vers jedoch führt uns sogar noch weiter. Gottes Mitteilungen werden in der Regel nie bewirken, uns zum Schweigen zu bringen, sondern sie werden für uns der Anlass, im Reden fortzufahren.

Am Ende heißt es: „und er redete zu Ihm“. Die Zusammenkunft endete, wenn ich so sagen darf, nicht damit, dass die Stimme vom Gnadenstuhl redete. Mose redete, auf jene Stimme antwortend, wiederum zu Gott.

Daraus erhellt, dass es kaum angebracht ist, dass ein Wort vom Herrn ganz am Ende der Versammlung ergeht, sondern zu einer Zeit, wo es dazu dienen kann, dass wir noch weiter zu Gott reden.

Dieses ganze Kapitel ist heutzutage im Blick auf den Dienst Gottes in der Versammlung von höchster Belehrung für uns.