Mal 3.16

BibelWorks FAQ

Analysemöglichkeiten und Ergebnisse mit BibleWorks anhand von Epheser 2,8

Analysemöglichkeiten und Ergebnisse mit BibleWorks anhand von Epheser 2,8

Erarbeitet von Peter Streitenberger
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Offene Fragen, die der Text aufwirft, und Antworten mit BibleWorks
Epheser 2,8 im Überblick und Fragen, die sich ergeben könnten
Der griechische Text stellt sich wie folgt dar: τῇ γὰρ χάριτί ἐστε σεσῳσμένοι διὰ τῆς πίστεως, καὶ τοῦτο οὐκ ἐξ ὑμῶν· θεοῦ τὸ δῶρον· Die Alte Elberfelder, die zuverlässigste Übersetzung von Gottes Wort (bis zum Kommen des Herrn ist kaum mit einer zuverlässigeren zu rechnen), übersetzt den Vers, wie folgt: „Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe“. Wie die Jünger des Herrn Jesus sich durch viele Fragen ausgezeichnet haben, wenn sie gut liefen, sollten auch wir heute dem Herrn viele Fragen stellen und er antwortet gerne, auch, was diese Textstelle anbelangt. Beispiele für Fragen an den Herrn und sein Wort könnten sein:
1) Warum beginnt der Satz mit einem γὰρ („denn“)? Ein Verknüpfungswort wie „denn“, „daher“ etc. verknüpfen zwei Aussagen miteinander. Worauf bezieht sich die Begründung?
2) Was besagt der Dativ τῇ γὰρ χάριτί („durch die Gnade“) und warum steht der Artikel τῇ („die“) dabei?
3) Was bedeutet das Tempus (d.h. das gewählte Zeitregister: Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit, hier: Vergangenheit mit Bedeutung für die Gegenwart, d.h. das griechische Perfekt) bei ἐστε σεσῳσμένοι?
4) Warum gebraucht der Heilige Geist hier eine Kombination aus zwei Wörtern ἐστε („ihr seid“) und σεσῳσμένοι („gerettet), also eine sog. periphrastische Konjugation (d.h. das Verb wird nicht einfach gebraucht, sondern zusammengesetzt bzw. umschrieben, wie im Deutschen es (im Gegensatz zu früher) i.d.R. nötig ist und z.B. bei „ihr werdet lachen“ nötig ist (im Griechischen ist es sonst immer unnötig und überflüssig, ein einziges Prädikat mit drei Wörtern zum Ausdruck zu bringen, z.B. „ihr werdet lachen“ (3 Wörter) wird in Lukas 6.12 mit nur einem einzigen Wort geleistet, viel ökonomischer also, : γελάσετε. An anderer Stelle benutzt der Heilige Geist das selbe Wort als Simplex, d.h. ohne Kombination mit einem Hilfsverb wie hier in Epheser 2,8, nämlich: ἐστε („ihr seid“): Heißt es doch in Römer 10.13 πᾶς γὰρ ὃς ἂν ἐπικαλέσηται τὸ ὄνομα κυρίου σωθήσεται ("denn jeder, der irgend den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden"), d.h. der selbe Schreiber, Paulus, gebraucht sonst ein Wort, also σῴζω („retten“) und nicht zwei wie in Epheser: ἐστε („ihr seid“) und σεσῳσμένοι („gerettet). Das ist keine unwichtige Frage, sondern kann hilfreich und wichtig sein, wenn man Gottes Wort gut verstehen will. Was ist der Unterschied? Warum tut der Heilige Geist das, was hat uns das zu sagen, auch für unser tägliches Leben?
5) Die hier gebrauchte sog. Präpositionalphrase (d.h. ein zusammengehöriger Ausdruck, der von einer Präposition wie z.B. „durch“, „im“, „vom“ regiert wird) διὰ τῆς πίστεως („mittelst des Glaubens“) kann auch genauer angeschaut werden und Fragen kommen auf, wie: „Was ist genau die Bedeutung hier im Unterschied zu anderen Stellen? Denn πίστις („Glaube“) kann auch mit anderen Präpositionen verbunden sein: κατὰ τὴν πίστιν („nach dem Glauben”) in Matthäus 9.29 oder ἐπὶ τῇ πίστει τοῦ ὀνόματος („durch den Glauben an seinen Namen“) in Apostelgeschichte 3.16 oder βεβαιούμενοι ἐν τῇ πίστει („befestigt in dem Glauben“) wie Kolosser 2,7 oder περὶ τὴν πίστιν („betreffs des Glaubens“) in 1Timotheus 1.19 oder ἀπεπλανήθησαν ἀπὸ τῆς πίστεως („abgeirrt von dem Glauben“) in 1Tim 6.10 (Hinweis: die Präposition ist im Griechischen und Deutschen zum einfacheren Verständnis unterstrichen).
6) Der Teil des Verses καὶ τοῦτο οὐκ ἐξ ὑμῶν· θεοῦ τὸ δῶρον („und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es) wirft ebenso viele Fragen auf: Das Prädikat „ist es“ steht nicht im Originaltext bei Paulus, sondern wurde sinngemäß von den Übersetzern abgedruckt) wirft auch Fragen auf, denn warum fehlt hier das Prädikat, denn in den Satz „und das nicht aus euch“ fehlt ja die Satzaussage, also das Verb bzw. das Prädikat. Was ausgesagt wird, steht nicht da. Und was muss man dann als Aussage annehmen oder erschließen, wenn es Paulus den Lesern zumutet, dass diese es leicht selbst wissen können? Sollte man es doch nicht wissen, kann man sich Hilfe holen.
7) Eine Frage, die auch zur Abwehr von ganz falschen Lehren, beantwortet werden kann, ist: Worauf bezieht sich καὶ τοῦτο („und dies“)? Greift „dies“ auf den Glauben zurück und heißt das, dass der Glaube nicht aus den Christen ist, sondern von Gott an bestimmte gegeben wird und da nicht alle Menschen (leider) glauben, an andere oder die meisten Menschen nicht. D.h. gibt Gott den einen etwas, was er den anderen vorenthält, nämlich Glaube? Wenn das falsch ist, wie man mit BibleWorks zeigen kann oder nicht, dann: Worauf bezieht sich καὶ τοῦτο („und dies“) dann, wenn es sich als falsch herausstellt, dass es der Glaube ist, der aufgegriffen wird?
8) In diesem Teil ist eine für das Verständnis wichtige Präpositionen eingebaut: ἐξ ὑμῶν („aus euch“). Was heißt das genau? Was kommt da nicht von den Lesern bzw. kann nicht von uns kommen? Ist es der Glaube, der nicht von uns kommen kann, wie oben als Frage an den Text gerichtet? Oder, was meint Paulus damit?
9) Die Phrase θεοῦ τὸ δῶρον („Gottes Gabe“) ist auch sehr auffällig, denn Paulus hat θεοῦ („Gottes“) vorangestellt. Sonst ist dies am Ende der Phrase zu platzieren: τὸ δῶρον θεοῦ („die Gabe Gottes“). Wie kommt es dazu? Was sagen Parallelstellen dazu, warum Paulus das so und nicht anders geschrieben hat?