Mal 3.16

Gedichte

Geistliche Gesänge



GEISTLICHE GESÄNGE

von
J. N. DARBY
Aus dem Englischen übersetzt
von Marta Schweizer-Lutz
R. MÖLLER-KERSTING, ZORICH 49 - HÖNGG
Limmattalstrasse 28
Die englisdie Ausgabe «Spiritual Songs" ist zu haben bei
Stow Hill Bible & Tract Depot, 5 Fife Road, Kingston-on -Thames England
Abdruck der Gedichte
kann nur auf besondere Erlaubnis gestattet werden
194S Copyright für die deutsche Ausgabe by R. Muiler-Kersting,
Zürich 49 - Hüngg
Printed in Switzerland
by Christliche Vereinsbucbhandlung Zürich
Torwort
Da die Lieder von J. N. Darby, die in England unter dem
Titel «Spiritual Songs» erschienen sind, vielen zur Ermunte
rung und Erbauung dienten, glauben wir, dieselben auch in
deutscher Sprache herausgeben zu dürfen, in der Hoffnung,
daß sie auch in dieser Sprache manchen zum Segen sein
werden.
Bruder Darby selbst sagt über die «Spiritual Songs»:
«Sie sind Wirklichkeit und nichts Erdichtetes. Wir haben
direkte Anweisung der Heiligen Schrift, zueinander in ,Psal
men, Lobliedern und geistlichen Liedern' zu reden (Kolosser
3, 16). Dies aber bedeutet in Rhythmus und Versmaß angeord
nete Kompositionen; daher urteile ich, daß wir zu solchen
Dichtungen durch die Heilige Schrift ermächtigt sind. Die
,SpirituaI Songs' sind nicht so sehr niedergeschriebene Erkennt
nis wie in einer Predigt, sondern die Antwort des Herzens
auf die Offenbarungen unseres Herrn. Es ist der Heilige Geist,
der diese Zuneigungen weckt und entfaltet, und diese können
nichts anderes sein, als Lob und Preis, Dank und Anbetung,
Dem, der uns so geliebt hat. Wer diese geistlichen Lobgesänge
mit anbetendem Herzen liest, wird selbst zu der Person des
Herrn hingezogen.»
Es ist also nicht die Person J. N. Darbys, die uns veranlaßte,
seine Lieder in die deutsche Sprache zu übertragen, wie
sehr wir ihn auch lieben und schätzen. Was uns leitete war
die Armut der deutschen Poesie an solch ausgesprochenen Ge
sängen der Anbetung. Auch waren wir von dem Wunsche be
seelt, daß diese Lobgesänge ein Echo in den Herzen der Leser
finden möchten, zum Preise und zur Verherrlichung des
Lammes, das uns erlöst hat.
Wir waren uns dessen wohl bewußt, daß es nicht leicht
sein ^vürde, diese Lieder mit ihren herrlichen Gedanken getreu
wiederzugeben, da sich eben Poesie nicht wörtlich übertragen
läßt. Dodi haben wir uns strenge an die Grundgedanken ge
halten, allerdings hie und da, wo es notwendig erschien, auch
etwas gekürzt. Diejenigen Lieder, welche oft zwanzig bis
dreißig Verse umfaßten, haben wir in zwei bis vier Teile ge
trennt und diese, den Hauptgedanken entsprechend, in von
einander unabhängigen Gedichten wiedei^egeben. Wir sind
der Auffassung, daß sich der ^57ert der Gesänge hierdurch nodi
erhöht.
Möge der Herr denn in Seiner Gnade diese schlidhten
Verse segnen! Es ist unser Gebet, daß sie vielen zur Ermun
terung und zur Erbauung dienen möchten, zum Lobe unseres
geliebten Herrn und Heilandes.
JnhaltsverzeiSnis der Jitel
Des Herrn Ruf I
Des Herrn Ruf II .
Des Herrn Ruf III .
Des Herrn Ruf IV
Das ewige Lied
Gott in der Wüste .
Der Heiligen Ruhe I
Der Heiligen Ruhe II
Unwandelbare Liebe
Ein Lied in der Wüste
Geduldig in Hoffnung
Himmelwärts .
Heimwärts .
Der Schmerzensmann I
Der Schmerzensmann II
Der Schmerzensmann III
Der Schmerzensmann IV
Der Lebensbaum I
Der Lebensbaum II
Hoffnung .
Söhne I . . •
Söhne II . . .
Gesänge in der Nadit I
Gesänge in der Nacht II
Ruhe
Fülle von Freude .
Des Vaters Liebe .
Des Vaters Gnade .
In Erwartung der Herrlichkeit
Göttliche Liebe
Wir harren Dein! .
Offenbarungen .
Entfaltete Liebe
Der Seele Wunsch .
Der Pilgerpfad .
Erwartung .
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Jnhaltsverzeidhnis der ersten Zeilen
Eine wundersame Stimme . . . .
Adi, mein Leben war ein Jagen .
Herr, segne meinen Dienst auf Erden .
Herr, komm bald, Du kennst die Herzen
Voll von Freude und Anbetung
Auf! Erhebe dich, o Seele . . . .
Wie selig die Ruhe dort oben .
Sieh! Gott und das Lamm I . . . .
Meine Seel* ist voll Anbetung .
Diese Welt ist eine Wüste . . . .
Herr Jesu, mein herrlicher Heiland .
Singt! O singt, ohn' Unterlaß! .
Mein Herz sehnt sich nach jener Stätte .
Mein treuster Freund zu werden .
Wer kann Gottes Weg verstehen .
Bewundernd beugt sich meine Seele .
Herr, Dein Erlösungswerk hienieden
Bald werden wir vom Lebensbaum genießen
Oh, meine Seele, möchtest du genießen .
Wie wunderbar! Ich werde sein wie der eig
Vater, Deinen Namen preisen .
Durch den Sohn sind wir, o Vater .
Bei Dir zu ruh'n
Weit über alle Kreaturen schwebet.
Bei Dir ist Ruh' für müde Seelen .
Gesegnetes Hoffen!
O heil'ger Vater, reich an Gnaden .
Es kann, o Vater, nicht erfassen
Die Seele harrt der Herrlichkeit
Göttlich groß ist Deine Liebe .
Dein Antlitz werden, Herr, wir schauen
Herr, Deinen Ruhm erheben wir
Laßt uns dem Herrn lobsingen! .
Ich harre Dein, Herr, Dich zu schauen .
Nicht mit Ungewissen Schritten .
Oh, Herr Jesu, Quell der Gnade .
ohn
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Des yierrn Ruj
L
Eine wundersame Stimme, n
Mäditig und doch so vertraut.
Rufet midi abseits der Erde;
Lockt und ruft, bald leis, bald laut.
Aus unsichtbar' fernen Welten,
Dringt ihr klarer, sanfter Klang,
Meine Seele zu umwerben.
Zu erfüllen mit Lobgesang.
Sie erquickt das unruhvolle.
Das verzagte, kranke Herz,
Mit des Himmels süßem Frieden;
Trost ist sie in jedem Schmerz.
Ja, Herr, Deine Stimm' alleine.
Keiner andern Stimme Ton,
Ruft aus dieser Welt die Seele,
Hin, zu Gottes Gnadenthron.
Dort, in andre, neue Weisen,
Stimmet meine Seele ein;
Atmet, lebet und gedeihet
Unter Deinem Gnadenschein.
Lob' den Herrn! O meine Seele!
Hat doch Seiner Stimme Macht
Mich nun zu sich hingezogen.
Seine Gnad' mich frei gemadit!
Geht es hier durch manch Gedränge,
Oftmals auch durch dunkle Nacht;
Mir genügt, daß Seine Stimme,
Seine Lieb', mich glücklich macht.
10
Des yierrn Ruf
II,
Adi, mein Leben war ein Jagen,
Hastend eilt' idi meinen Pfad;
Dodi die Sehnsudit meines Herzens,
War, zu ruhn in Deiner Gnad'.
Ja, Herr, Deine große Treue
Zog midi fester zu Dir hin.
Wo in sel'gen, lichten Höhen,
Idi in Deiner Nähe bin.
Du, Herr, meiner Hoffnung Krone,
Den hinieden ich gekannt.
Rufst mich aus des Lebens Nöten,
Hin zum ew'gen Heimatland.
Du bist Labsal meinem Herzen,
Du, o Herr, mein köstlich Teil.
Und mir winkt nach Sorg' und Leiden,
Dort bei Dir ein ew'ges Heil.
In der Sel'gen Lobgesänge
Möchte stimmen ich so gern.
Meines Glückes höchste Fülle
Ist bei Dir, dem treuen Herrn.
11
Deine Nähe füllt die Seele
Mit der Hoffnung hellem Schein.
Ja, mit ewiger Lieb' Geheimnis
Füllst mein Herze Du allein.
12
Des ÜHerr« JluJ
III.
Herr, segne meinen Dienst auf Erden,
Den zu erfüllen Du mir gibst.
Gib, daß mein Tun nadi Deinem Willen,
Der Du midi ja so innig liebst.
Du, Herr, bist meines Herzens Wonne,
Mein wolkenloses, helles Lidit.
Du bist mein Schild und meine Stärke,
Mein Hoffen, meine Zuversicht.
In Dir ist endlos meine Freude.
Nicht faßt mein Herze Deine Pracht
Und keine Sprache hier auf Erden
Nennt Deine Herrlichkeit und Macht.
Herr, laß auf Dich allein midi warten.
Mein Leben mög' nur dieses sein.
Dir treu zu dienen, Herr, hienieden.
Dann wird Dein Segen mit mir sein.
13
Des Jierrn Jluf
IV.
Herr, komm' bald! Du kennst die Herzen,
Weißt um alle Sorg' und Pein,
Innig sehnt sidi meine Seele
Ewiglich bei Dir zu sein.
Oh, wir werden bald Dich schauen.
Droben in der Herrlichkeit;
Sel'ge Hoffnung, dort zu ruhen.
Fern der Erde Not und Leid.
Herr, Du rufst uns nach der Heimat
Dort im Licht, im Vaterhaus.
O wie unaussprechlich herrlich,
Ruhn wir droben bei Dir aus!
Du, des Herzens wahre Sonne,
Meine ew'ge Liebe, Du,
Schenkst in Gottes heil'ger Nähe,
Meiner Seel' für immer Ruh'.
14
Das ewi^e Lied
Voll von Freude und Anbetung
Stehen um des Vaters Thron,
All die Scharen der Erlösten
Und verherrlichen den Sohn.
Unzählbare Stimmen rufen:
«Gotteslamm 1» Mit Jubelschall.
Hell durch alle Himmel klingt es,
Endlos tönt der Widerhall.
Deine Siege preist die Schöpfung,
Keine einz'ge Stimme fehlt;
Bis voll inniger Anbetung,
Alles rings in Schweigen fällt.
Dann, aus übervollem Herzen,
Dringt ein Ruf, voll Kraft und Macht:
«Preis dem Lamm! Das uns von Sünden
Und vom Tode frei gemacht!»
«Preis dem Lamm!» Tönt's durch die Himmel.
Die Erlösten stimmen ein,
In das Lied der ew'gen Liebe,
Dieses Lied, so hell, so rein.
15
«Preis dem Lamm!» UnzähPge Scharen
Stimmen an den Lobgesang.
«Preis dem Lamm!» Tönt's immer wieder.
In nie endendem Gesang.
Alle beugen ihre Knie
Beten voll Bewundrung an;
Preisen Den, der sich geopfert.
Der so viel für sie getan.
Den der Vater setzt zur Rechten
Und Ihm alle Macht verleiht;
Den, aus dessen Angesichte
Strahlet Gottes Herrlichkeit.
Wohlgeruch und Lieblichkeiten
Sind rings um des Vaters Thron;
Wo die Heil'gen, voll Anbetung,
Sprechen: «Ehre sei dem Sohn 1»
«Amen I» Hallt es durch die Himmel.
«Amen I» Oh, welch süßer Klang.
Jauchzend stimmen all die Sel'gen
In den ewigen Gesang.
16
Qott in der Wüste
Auf! Erhebe dich, o Seele,
Gott führt selbst dich an der Hand;
Kann Sein Werk doch niemand hindern.
Führt Er uns aus fremdem Land.
Sei getrost, denn Seine Hände
Schützen uns in Kampf und Streit.
Ja, durch Seine Macht alleine
Die Gefangenen Er befreit.
Führt der Weg auch durch die Wüste,
Durdi ein dürres, ödes Land;
Fließen uns doch frische Bronnen,
Klare Flut, aus Gottes Hand.
Göttlich Licht umstrahlt die Wege,
Er selbst weiset uns den Pfad.
Heiige Segnung, reich Gedeihen,
Schenkt Er uns in Seiner Gnad'.
Ferne von Aegyptens Freuden,
Schau'n wir Seiner Liebe Meer,
Seine Langmut, Huld und Gnade,
Sehn wie heilig, Gott, der Herr.
17
Ist der Pfad audi oft beschwerlidi,
Er erneuert unsre Kraft,
Sdienket täglich was uns nötig,
Er, der alle Welten schafft.
Dann, wenn nach der ewgen Heimat,
Dem geliebten Kanaan,
Seine Liebe uns geführet,
Stimmen wir ein Loblied an.
Zionslieder hell erschallen;
Denn vorbei ist jede Not.
Wir besingen Seine Liebe,
Preisen unsern Herrn und Gott.
18
Der J-leil'gen Jluhe
I.
Wie selig die Ruhe dort oben,
Die Ruhe der Heirgen, der Braut,
Wo Gott in Jerusalems Toren, *
Paläste der Liebe gebaut.
Die Straßen von lauterem Golde;
Wer kann diese Wonne verstehn?
Zu wohnen dort, fern aller Leiden,
In strahlenden, himmlischen Höh'n.
Ja, Gott selbst erfüllet die Herzen
Mit unnennbar seliger Freud\
Mein Geist ist nicht fähig zu fassen.
Was Gott voller Liebe uns beut.
Da stört keine Wolke von Sorgen,
Unsagbares Lob füllt das Herz.
Nur ewige Liebe regieret.
Entschwunden sind Leiden und Schmerz.
Frohlocke! Lobpreise, o Seele,
Das Lamm auf dem göttlichen Thron I
Ja, Preis und Anbetung und Ehre,
Gebühren dem Vater, dem Sohn I
19
Der JJeiTpen Ruhe
II.
Sieh! Gott und das Lamm! Wer erfasset
Die Quelle der Liebe und Freud',
Die nie eine Zunge kann nennen?
Oh, Wonne, daß Gott sie uns beut!
Die himmlischen Tore stehn offen.
Geöffnet durch göttliche Macht.
Er führt uns zur seligen Stunde
Zum Lichte aus tiefdunkler Nacht.
Dann, fern aller Mühen und Plagen,
Genießen das Manna wir dort;
Die Speise der göttlichen Liebe,
An jenem gesegneten Ort.
Er ruft uns mit heiligem Namen
Welch unnennbar herrliches Teil,
Zu schauen in strahlender Schönheit,
Den Herrn, unser ewiges Heil.
Oh, Wonne, bei Dir, teurer Heiland
Im himmlischen Lichte, so rein.
In strahlendem, weißem Gewände,
Zu wandeln, auf ewiglich Dein.
20
So ist es die Sehnsucht der Seele,
Anbetung zu bringen und Ehr',
Dem Lamme, das Licht ist und Sonne,
Das ewiglich König und Herr.
21
Unwandelbare Liehe
Meine See? ist voll Anbetung;
Wenn sie sidi hineinversenkt.
In den Reichtum Deiner Liebe,
Die in Dir, Herr, uns geschenkt.
Müd und schwach bin ich hinieden.
Oftmals zagend ist mein Herz;
Dennoch zieht mich Deiner Liebe
Macht und Klarheit himmelwärts.
Herr, Dein göttlich reiner Friede
Füllet meine Seele nun
Und in Deiner heiVgen Nähe,
Darf mein Herze selig ruh'n.
Möchten meine Augen schauen.
Deinen Ruhm, so strahlend rein!
Meine Seele Dich erkennen.
Stets mit Dir verbunden sein!
Trüben Wolken meine Blicke,
Ist es finster um mich her.
Leuchtet mir doch Deine Klarheit;
Trägt mich Deine Lieb', o Herr!
22
Oh, bewahre meine Seele!
Jesus, bleibe Du bei mir!
Sollte je ich mich verirren.
Bring' Du mich zurück zu Dir!
Nie genugsam kann ich preisen
Deine Güte, Huld und Gnad',
Die ich täglich darf erfahren.
Hier, auf meinem Pilgerpfad.
Walle ich auch noch hienieden.
Meine Hoffnung, Herr, bist Du.
Ja, es krönt mich Deine Liebe,
Führst Du mich der Heimat zu!
23
Ein Lied in der IVüste
Diese Welt ist eine Wüste,
Nichts lockt midi zu wohnen hier;
Nidits, das idi zu wählen wüßte,
Nidits, das kostbar wäre mir.
Meiner Seele tiefstes Sehnen
Zieht midi von der Erde fort;
Hin, zu Dem, der mir bereitet
Einen ew'gen Ruheort.
Du, Herr, bist vorangegangen.
Hast bezeidinet mir den Pfad.
Es entschwinden Angst und Sorgen,
Leitet mich doch Deine Gnad'.
Eins nur wünsche ich hienieden.
Dir zu folgen allezeit;
Führet dann mein Pfad doch sicher.
Zu des Himmels Herrlichkeit;
Denn der Weg, den Du gegangen.
Du, mein Heiland und mein Hort,
Endete bei Gott, dem Vater,
An dem sePgen Ruheort.
14
Dort, Herr, wo vor Deinem Throne,
Deine Herrlichkeit erstrahlt.
Wo in aller Angesichte,
Friede sich und Freude malt.
Selig ruhn in Deiner Nähe,
Welche Freude muß das sein!
Welche Wonne, Deiner Liebe,
Teurer Herr, sich stets zu freu'nl
Ja, in Deiner Lieb' gefunden
Wird, o Herr, der höchste Schatz.
Dort, in Deiner heil'gen Nähe,
Ist und bleibt mein schönster Platz.
Bin ein Pilger ich hienieden.
Droben werd' erkennen ich
All die Fülle Deines Reichtums,
So, wie Du erkannt hast mich.
Heilan-d, sieh', ich harre Deiner,
Warte stille auf die Zeit,
Da nach jener Himmelsheimat,
Du mich rufst aus Not und Leid.
75
Dodi ein Trost ist's meiner Seele,
Daß Du selbst gegangen bist,
Diesen Weg hier durdi die Wüste,
Du, mein Heiland, Jesus Christ.
So wall' ich in Deinem Frieden
Hier nodi diesen Pilgerpfad;
Denn Du bist mir Herr und Hirte,
Bist mein Stecken und mein Stab;
Bis ich einst Dich selbst darf schauen.
Droben, in der Herrlichkeit;
Dort, in jenen sel'gen Höhen,
Wo Erquickung winkt und Freud'!
26
Qeduldi^ in J^ojfnun^
Herr Jesu, mein herrlidier Heiland,
Wann kehrest Du endlidi zurück?
Es kennet, mit Dir hier verbunden.
Mein Herze, kein höheres Glück.
Herr, unsere Leiden sind Deine;
Dein Lieben erfreut unser Herz.
Es führt uns zur ewigen Heimat
Die Gnade, durch Freuden und Schmerz.
Betrachten wir hier unsre Wege,
So traurig, voll Jammer und Plag";
Dann wendet der Blick sich nach oben.
Nach jenem gesegneten Tag.
Hier unten, da herrschet die Sünde,
Erfüllet die Herzen mit Leid;
Doch Dein Wort, o Herr, uns erquicket.
Uns göttlichen Trost hier verleiht.
Zu Dir, o Herr Jesu, wir schauen.
Zu Dir, dessen Liebe und Macht
Uns frei von den Banden der Sünde,
Von Sorgen und Leiden gemacht.
27
Wir blidcen nach Deinem Erscheinen,
Wir grüßen den kommenden Tag;
Da all diese Leiden entsdiwinden,
Wo nichts uns betrüben mehr mag.
Wohl scheint, o gesegneter Heiland,
Uns ferne das herrliche Los,
Dort ewig bei Dir zu verweilen.
Von Sünden und Leiden einst bloß.
Doch bald werden, Herr, wir Dich schauen.
Dein Angesicht strahlend und rein.
Die Liebe, mit der Du geliebet.
Wird unsere Seelen erfreuen.
Ja, komme doch bald, o Herr Jesu!
Du, Herr, unser kostbarer Schatz.
Wir harren hier Deines Erscheinens,
Bringt Du uns zum himmlischen Platz!
28
yiimmelwärts
Singt, o singt, ohn' Unterlaß!
Preist des Heilands reiche Gnade;
Scheint uns dodi Sein göttlich Licht
Helle auf des Lebens Pfade,
Weist den Weg zu jenen Höh'n,
Wo wir einst Sein Antlitz sehn.
Preist den Herrn, der unsre Schuld,
Unsre Sünd', auf sich genommen.
Im Gericht an unsrer Statt,
Unsern Platz hat eingenommen.
Mit Ihm wir verbunden stehn.
Bis wir einst Ihn selber sehn.
Dort, von strahlend reinem Licht
Wird die ganze SeeP erfüllet.
Staunend, voll Glüdcseligkeit,
Schauen wir dann unverhüllet.
Wie hier Jesu Lieb' und Gnad*
Uns geführt auf sichrem Pfad.
Wandeln auch auf Erden wir.
Schwingt die Seele sich nach oben.
Um in jenen lichten Höh'n,
Gott zu preisen und zu loben.
Ja, die Himmelsheimat dort
Ist der Sel'gen Ruheort.
29
Ewige Glückseligkeit,
Himmelsfreude, Fried' und Leben,
Alles gibt uns einst der Herr,
Was die Welt uns nicht kann geben.
Seine Liebe voll und ganz
Strahlet hell im Himmelsglanz.
Ist auch trübe hier der Tag,
Gibt's noch Schmerzen, Not und Leiden,
Geh'n in Frieden wir den Pfad,
Führt er doch zu ew'gen Freuden,
In die Ruhe, dort im Licht.
Dies ist unsre Zuversicht.
Herrlich wird's bei Jesu sein!
Ihn in Seiner Lieb' zu schauen I
Ja, es sehnt die Seele sich
Nach des Himmels stillen Auen;
Wo wir dort im reinsten Licht,
Schau'n Sein strahlend Angesicht.
30
yieimwärts
Mein Herz sehnt sich nach jener Stätte
Wo Sünd' und Leiden mir auf ewig fern.
Es wendet sich mein Blich nach oben;
Mein Geist mödit' weilen allezeit beim Herrn;
Im Vaterhause sdiau'n Sein Angesicht;
Die Seele fasset solche Wonne nicht.
Wer kann die Herrlichkeiten nennen,
An jenem Ort der Freiheit und der Freud'?
Mein Herze findet dort die Ruhe,
Die Gott den Seinen droben hält bereit.
Zu leben, Herr, im strahlend-reinen Licht,
Ist meiner Seele Freud' und Zuversicht.
O unaussprechlich sel'ge Wonne,
Wenn Gott als Mittelpunkt die Herzen füllt.
Dann wird der Seele tiefstes Sehnen
Durch Seine heil'ge Gegenwart gestillt.
Unzählige Myriaden ringsumher;
Sie bringen Ihm Anbetung, Preis und Ehr.
Dort wird mein Aug' den Vater sehen.
Den ich durch Jesu Liebe schon gekannt;
Den Sohn, den alle Himmel rühmen.
Der mich gebracht zum obern Heimatland.
Mein Herz sehnt sich zu schaun Sein Angesicht,
Dort, vor dem Thron, im ewig reinen Licht.
31
Der Sdhrnerzensmann
I.
Mein treuster Freund zu werden
Kamst Du vom Himmel her;
Wardst hier ein armer Fremdling,
Drum sei Dir Preis und Ehr,
In einer Krippe klein,
Lagst Du als ein Verstoßener
Und willst nun bei uns sein.
Zum Himmel stiegen Lieder
In jener Wundemacht.
Von armen, frommen Hirten,
Ward Lob und Dank gebracht.
Der Hirten Angesicht
Erblickte den Himmel offen
Und schaute strahlend Licht.
Auf! Preiset und lobsingetI
Hat doch der treue Gott,
In Seiner großen Liebe,
Errettet uns vom Tod.
Ja, Seiner Liebe Band
Zieht uns von dieser Erde
Zum ewegen Heimatland.
32
Kommt nun und laßt uns sehen,
Die Krippe in dem Stall,
Drin als ein armer Fremdling,
Verstoßen allzumal.
Der Herr der Herrlichkeit,
Der in die Welt gekommen
Zu unsrer Seligkeit.
Gott in der Höh' sei Ehre
Und Friede hier auf Erd'.
Und an den Menschen allen
Ein Wohlgefallen werd'
Geoffenbaret heut'.
Da Gott uns armen Sündern,
Die Hand der Gnade beut.
Kommt! Bringt Ihm höchste Ehren!
Preist Ihn hinieden schon!
Ihn, der aus tiefster Liebe
Kam von des Vaters Thron;
Der unsre Sünd' und Not
An unsrer Statt getragen.
Für uns ging in den Tod.
33
Der Sdjmerzenstnann
II.
Wer ikann Gottes Weg verstehen,
Fassen Seiner Liebe Macht?
Die aus armen Kreaturen
Seines Lob's Gefäße macht?
Die sich selbst dahin gegeben
Uns zum Heile und zum Leben?
Alles Denken übersteiget
Diese Liebe, göttlich groß;
Da Du, Herr, zu uns gekommen.
Als ein Kindlein, arm und bloß.
Nie genugsam kann ich danken.
Dieser Liebe ohne Schranken.
An die Krippe und ans Kreuze
Klammem wir uns glaubend an.
Es versenkt der Geist sich gerne.
In das Werk, das Du getan.
Deine Gnade, Lieb' -und Güte,
Führe Du uns zu Gemüte.
Herr, für uns hast Du ertragen,
Leiden, Schmerzen, Hohn und Spott;
Dort, am Kreuz, von Gott verlassen.
Trugst Du unsre Sündennot,
Ewig werden wir Dich loben.
Teurer Herr, den Gott erhoben.
34
Der Sd)merzensmann
III.
Bewundernd beugt sich meine Seele
Vor Dir, verherrlidit Gotteshaupt,
Vor Deiner Liebe ohne Schranken,
Die heilet jeden, der da glaubt.
In das Geheimnis dieser Liebe,
Möcht' meine Seele dringen ein.
Möcht' folgen Dir, dem Mann der Schmerzen,
Möcht' stets in Dir geborgen sein.
Als Kind kamst Du auf diese Erde,
Doch wohnte in Dir Gottes Geist.
Dein Pfad war Licht, Dein Wesen Klarheit,
Dein Wort den Weg zum Himmel weist.
Geduldig zogst Du Deine Straße,
Als Fremdling, doch geliebt von Gott.
Wo immer auch Du mochtest wandeln.
Da schwanden Krankheit, Leid und Not.
Licht strahltest Du auf Deinen Wegen,
Dein Pfad, er war Vollkommenheit.
Inmitten Sünde und Verderben,
Glänzt' Deiner Gnade Herrlichkeit.
35
Bedrückten Herzen schenkst Du Frieden,
Den armen Seelen gibst Du Ruh'.
Du, Herr, zerbrichst der Sünde Ketten,
Führst uns der Himmelsheimat zu.
Ja, Tod und Teufel müssen fliehen.
Nichts Böses quält; denn Deine Macht
Hat aus der Finsternis, die herrschte.
Den strahlendhellen Tag gemacht.
Am Fluchholz dort, trug Deine Liebe,
All unsre Last und Sündenschuld.
Vergebung fluchbelad'nen Herzen,
Schenkst Du, o Herr, in Deiner Huld.
Drum möchten ewig wir besingen
Die wunderbare Liebestat
Und Ehre, Lob, Anbetung bringen,
Dem, der uns so geliebet hat.
36
Der SSmerzensmam
IV.
Herr, Dein Erlösungswerk hienieden
Füllt voll Bewunderung mein Herz.
Anbetend suchen meine Blicke
Dein heiFges Haupt, gebeugt im Schmerz.
Nach Golgatha hin, muß ich sdiauen.
Wo Du am blut'gen Kreuzesstamm,
Für mich gelitten und gestorben.
Als makelloses Opferlamm.
Die tiefsten Tiefen aller Leiden
Erreichen Deine Seele dort.
Ja, Wogen gleich, die überfluten.
Sind Tod und Sünd' an jenem Ort.
Tag, unergründlich'tiefen Schmerzes.
O Tag, voll tiefstem Leid und Not,
Da Du, Herr, wardst von Gott verlassen
Und gingst für Sünder in den Tod.
O Tag, da Deine ew'ge Liebe
Die Herrlichkeit geopfert hat;
Da Du der Menschheit Schuld getragen;
Wer fasset solche Liebestat?
37
O Tag, da alles um uns dunkel.
Als Satans Finsternis bereit;
Da neigtest Du Didi voll Erbarmen
Zu uns; wardst Tröster uns im Leid.
Kein Aug' voll Mitleid war zu finden.
Kein Herz nahm teil an Deinem Leid.
Nur Schande, Spott, Verachtung, trafen
Dich dort, o Herr der Herrlichkeit.
So hat der Mensch geoffenbaret.
Sein sündig, schuldbelad'nes Herz;
Doch Deine göttlich freie Gnade
Ging diesen Weg, trotz Kreuz und Schmerz.
Vertraut mit all den schweren Leiden,
Gingst Du, o Schmerzensmann den Pfad,
Im Tod Dich im Gehorsam beugend
Nach Deines Gott und Vaters Rat.
In Liebe trägst Du alle Menschen.
Die Dich verleugnet sucht Dein Blick
Und Tränen des Erbarmens fließen.
Bringst arme Sünder Du zurück.
Herr, welche Worte voller Güte
Sprach dort Dein heil'ger, reiner Mund.
Du tust den Pilgern in der Wüste,
Den Sündern, Deine Gnade kund.
38
Als es vollbradit hast Du gegeben
Den Geist in Deines Vaters Hand
Und meine Seele, tief beweget,
Ergreift der ew'gen Liebe Pfand.
Wir beten an, wenn wir Dich schauen.
Auf gottgewolltem Leidenspfad.
Es sehnt sich -unser Herz zu ruhen.
Bei Dir, o Herr, in Deiner Gnad\
Ja, komme bald, Du treuer Heiland!
Komm bald, geliebter Schmerzensmann!
Allmächtiger, herrlicher Erlöser,
Bring* Du uns heim, nach Kanaan!
39
Der Lebensbaum
1.
Bald werden wir vom Lebensbaum genießen
Die schönsten Früdite dort im ewigen Lidit.
In jenem Land, das wir schon lange lieben,
Wo unser Auge allzeit hingericht'.
Es sehnt das Herz sidi nach der obern Heimat;
Doch bald, bei der Posaune hellem Ton,
Da werden droben wir die Früdite schmecken.
Die Gott uns immer neu gibt in dem Sohn.
Dort wird gestillt des Herzens tiefstes Sehnen,
Die Seele voll und ganz befriedigt sein;
Da, wo kein arger Feind sich wagt zu nahen;
Wo ew'ge Ruhe nach der Erde Pein.
Vorbei ist jeder Streit; denn ew'ger Friede
Und ew'ge Freud' herrscht an dem sel'gen Ort.
Es sehnt mein Geist sich, heut' schon zu genießen.
Des Lebensbaumes süße Früchte dort.
Die reichsten Blüten und die schönsten Früchte
Tragt dann der Lebensbaum in Ewigkeit.
Gott selbst hält sie, in unfaßbarer Liebe,
Als Speise meiner Seele stets bereit.
40
Nicht dringet ein, ins Paradiese Gottes,
Betrug und sündbefleckter Füße Tritt.
Des Lebensstromes Trank, die ew^ge Speise,
Ist Christus, der am Kreuze für uns litt.
Er, der für uns Sein heiPges Blut vergossen,
Ist ewig Gegenstand der höchsten Freud';
Drum sei Ihm Ehre, Preis, ohn' alle Maßen,
Dem Gotteslamm, dem Herrn der Herrlichkeit.
41
Der Lebensbaum
II.
Oh, meine Seele, möchtest du genießen.
Des Lebensbaumes Früdite heute sdion?
Dann sdiwing empor dich nach den lichten Höhen
Zu Gottes wunderbarem Gnadenthron!
In Seiner heil'gen Liebe tief gewurzelt.
Schon vor dem Anfang aller Welt und Zeit;
Ja, eh' die Söhne Gottes sangen,
Grünt dort der Lebensbaum in Ewigkeit.
Des Gotteslammes Herrlichkeit erstrahlet;
Ist ew'gen Lobgesanges Gegenstand.
Besiegelt sind die Gnadenwege Gottes;
Reicht voll Erbarmen Er uns doch die Hand.
Als Kind kam Gottes eigner Sohn auf Erden,
In dieses fluchbelad'ne, öde Land;
Verachtung stolzer Menschen preisgegeben.
Gedeiht der Lebensbaum in Gottes Hand.
Ja, Gnade, Wahrheit, unerreichte Liebe,
Sind dieses Baumes süße Früchte dort.
Und Lebensströme für den durst'gen Boden,
Oh, Heiland, spendest Du an jenem Ort.
42
Es können Himmelsworte sie nicht nennen,
Des Vaters Offenbarung, göttlich groß;
Nur durch den Geist von oben wir genießen.
Die Frödite Seiner Lieb', so sdirankenlos.
43
Jiojfnun^
Wie wunderbar! Ich werde sein wie der eig'ne Sohn;
Denn Deine Gnade, Vater, strahlt mir von Deinem
Thron.
In Ewigkeit gesegnet, dem Bild des Sohnes gleich.
Dir Herr der Herrlidikeiten, der Du so groß, so
reich!
Herr Jesu, o wer liebet, so innig mich wie Du?
Als Frudit, Herr, Deines Werkes, bringst Du mich
dort zur Ruh.
Als Lohn für Deine Schmerzen, als Deiner Seele
Freud',
Bringst Du mich, Herr, zur Ruhe in alle Ewigkeit.
So mußt' es sein! Dein Lieben, fand weder Ruh'
noch Rast,
Bis daß nach aller Mühsal, Du mich geborgen hast;
Denn Deine Gnade schenket, nicht wie die Welt
uns gibt
Und so wie Du, Herr, liebest, hat nie ein Mensch
geliebt.
Als Erben Deines Glanzes, all Deiner Herrlichkeit,
Steh'n rings um Deinen Thron, Herr, in alle
Ewigkeit;
Die Du erlöst von Sünden, die einst verstrickt in
Schuld
Und bringen Dir, dem Höchsten, Anbetung, Preis
und Huld.
44
Was muß es sein! O Wonne! Ein Zustand
wunderbar,
Wenn Christus wir begegnen, Sein Lieben offenbar.
Wenn unser Aug' wird schauen, den Segen und
die Freud',
Die durch des Geistes Hoffen, der Herr gewirkt
schon heut'.
Dann ist das Herz befriedigt, nichts wünsdit die
Seele mehr.
Das, was uns ganz erfüllet, ist Christus unser Herr.
Anbetungswürd'ge Liebe ist unser ew'ges Teil.
In Seiner heil'gen Nähe findt unsre Seele Heil.
Oh, Vater aller Gnaden! Barmherz'ger Vater mein!
Was müssen vor dem Throne für Herrlichkeiten
sein!
Dort werden all die Deinen im Lidite offenbar;
Anbetend, staunend, schauen wir droben, voll und
klar;
Daß, was Du hast ersehen, voll Weisheit ward
erfüllt;
Wenn wir Dich dort erkennen, im Lichte, unver
hüllt.
Noch warten wir geduldig und harren hoffend aus.
Bis Du, o Herr, uns führest ins ew'ge Vaterhaus.
45
Söhne
I.
Vater, Deinen Namen preisen
Unsre Seelen allezeit.
Hast als Kinder Deiner Gnade
Uns gebracht zur Herrlichkeit.
Unsre Herzen sich erheben,
Unsre SeeP schwingt sich zum Licht,
Wo, voll Freude und Anbetung
Wir Dich schau'n von Angesicht.
Du selbst wirkst in unsem Herzen
Ein Verlangen wunderbar.
Dich zu schau'n in jenen Höhen,
Wo Dein Lieben offenbar.
In des Himmels lichten Strahlen
Liegt nun unser Platz bereit.
Dort, als Söhne Deiner Liebe,
Fern der Erde Schmerz und Leid.
Ew^ge Zeiten werden künden
Deiner Gnade reichen Schatz;
Teilen doch mit Deinem Sohne
Wir als Söhne dort den Platz.
46
Geh'n wir hier noch durch die Wüste,
Ist voll Hoffen doch das Herz;
Harrend dessen, der uns hebet.
Himmelwärts, aus Tod und Schmerz.
47
Söhne
II.
Durch den Sohn sind wir, o Vater,
Dir auf ewig nahgebracht;
Teilen dort, wo Jesus thronet, -
Seine Herrlichkeit und Pracht.
Unser Geist wird niemals fassen.
Deiner heiPgen Liebe Meer;
Daß wir dort, mit Deinem Sohne,
Teilen Seine Macht und Ehr'.
Deines Himmels reichen Segen,
Schenkst, o Vater, Du im Sohn.
Welche Freude, welche Wonne,
Dort vor Deinem Gnadenthron!
Welche Herrlichkeit zu schauen,
Einst Dein heil'ges Angesicht;
In des Himmels sel'gen Höhen,
Dort, in unbewölktem Licht.
Ja, mein Teil ist Deine Liebe,
Mit Dir, Vater, und dem Sohn,
Gleich wie Christus, eng verbunden.
Dort zu stehn vor Deinem Thron.
48
Wer kann soldie Lieb' ennessen,
So erhaben, reich und groß?
Zieh' uns Vater, durch Dein Lieben,
Weit von dieser Erde los.
Laß in Deinem heil'gen Namen
Uns hier wandeln treu und rein;
Bis nach aller Not und Mühsal
Wir uns Deiner ewig freu'n.
49
Qesän^e in der
l
Bei Dir zu ruh'n - Quell reinster, tiefster Freude! •
Zu hören, was die ew'ge Liebe spricht!
Dein Angesicht zu schau'n! Oh, welche Wonne!
Es faßt mein Herz die Seligkeiten nicht!
Dein Leben, Herr, erfüllt von treuster Liebe,
Ist Eingang uns zum strahlendreinen Licht;
Wo unser Aug' einst schaut in Deinem Glänze,
Dich, wie Du bist, o Herr, von Angesicht.
Komm, Herr! Erfülle meine matte Seele
Mit Deinem Lichte, ewig klar und rein.
Laß mich Dich schau'n in Deines Himmels Wonne.
Laß allzeit mich mit Dir verbunden sein!
Ja, Preis Dir, teurer Herr! Oh, möchte sprechen
Von Dir allein mein allerschönster Sang!
Stärk' Du das matte Herz! Füll' Du die Seele!
Oh, stimme selbst Du an, den rechten Klang!
In Deiner ew'gen Liebe, Herr, zu ruhen.
Sehnt innig sich mein unruhvolles Herz,
Dich selbst zu schau'n, im lichten Himmelsglanze,
Fern dieser Erde Mühen, Leid und Schmerz.
50
Du, Herr, läßt uns des Vaters Lieb' erkennen.
Ihn haben wir durch Dich, den Sohn, geschaut.
Dich preist die Seel' im Vorgeschmack der Liebe,
Mit der Du füllst die Herzen Deiner Braut.
Oh, bleibe Du bei mir, daß nichts mich halte
Fern, Deinem strahlendreinen Himmelslicht!
Bei Dir ist meine Kraft! Oh, schenk' in Gnaden,
Daß eitle Erdenfreud' betör' mich nicht!
Du liebst mich, Vater! Ruhe meiner Seele,
Schenkst Du in unfaßbarer, ew'ger Gnad'.
Dein Antlitz, das auf Deinen Sohn gestrahlet.
Es scheint voll Huld mir auf des Lebens Pfad.
In Seinem Bilde werde einst ich wandeln.
Von Dir geliebt in alle Ewigkeit.
Obschon ich hier im Tränental noch walle.
Füllt dies mein Herz mit Freud' und Seligkeit.
51
Qesän^e in der T^adat
II.
Weit über allen Kreaturen sdiwebet,
Herr, Deiner ew'gen Liebe Wunderkraft.
Sie ist's, die meine See!' mit Freud' erfüllet.
Aus armen Sündern Himmelserben schafft.
Gern weilt mein Geist in jenen sel'gen Höhen,
Wo ew'ges Lob zu Deinem Ruhm erklingt.
Es sehnt mein Herz sich heiß, dorthin zu eilen.
Wo der Erlösten Schar anbetend singt.
Dich will ich preisen, Herr! Du läßt mich sdiauen
Des Vaters Angesicht, voll Herrlidikeit.
Didi will ich loben, dessen Lieb' und Gnade
Midi nahgebradit für alle Ewigkeit.
Wohl wird, was irdisch ist, hienieden welken;
Die Schönheit der Natur, sie geht dahin.
Doch ew'ge Lobgesänge werden steigen,
O Herr, zu Deinem Gnadenthrone hin.
Es füllt Dein Geist schon heute meine Seele
Und Deine Liebe stärket mich mit Macht.
Oh, Herr, bewahr' und leite meine Schritte,
Der Du Gesänge gibst mir in der Nacht.
52
Jluhe
Bei Dir ist Ruh' für müde Seelen,
Bei Dir ist Ruh' in Deiner Lieb'.
Bei Dir ist Ruh' in Deiner Gnade,
Die Dich, Herr, au Verlomen trieb.
Bei Dir ist Ruh', der Du Verirrten,
Dort hältst den schönsten Platz bereit;
Fem aller Leiden, allen Kummers,
In Deines Himmels Herrlichkeit.
Bei Dir ist Ruh' in Deiner Gnade,
Die fließet einem Strome gleich;
Da, wo Dein Angesidit wir schauen.
Wo nichts, Herr, Deiner Liebe gleich.
Bei Dir ist Ruh' in allen Stürmen.
Obgleich im Tränental wir gehn.
So dürfen wir in Leid und Schmerzen,
Herr, Deiner Liebe Wege sehn.
Bei Dir ist Ruh', an Deinem Herzen.
Bei Dir ist Ruh', all Stund und Zeit.
Der Seine Lieb' uns offenbaret.
Erfüllt das Herz mit Seligkeit.
53
Bei Dir ist Ruh', der Du gegangen
Voran den dornenvollen Pfad.
Nun führt uns nach der ev/gen Heimat,
Herr, Deine Liebe, Deine Gnad'.
54
yulle von J^reude
Gesegnetes Hoffen!
Wann wird es wohl sein,
Daß droben wir schauen
Das Angesicht Dein;
Das innig geliebet
Hienieden wir schon?
Wann werden wir preisen,
Dich, Herr, auf dem Thron?
Oh, Wonne! Ohn' Wolken
Dein Antlitz zu sehn,
Deß Lieb' uns getragen,
Deß Gnad' uns ersehn.
Deß Treu' uns geleitet
Auf steinigem Pfad,
Deß Friede und Freude
Erfüllet uns hat.
Oh, Wonne! Zu hören
Die Stimme des Herrn;
Sein Antlitz zu schauen.
Von Erdenleid fern.
Oh, selige Freude,
Daß Du, Herr, bist mein;
Doch köstlicher, Herr, ist's.
Daß ewig ich Dein.
55
Dein eigen, o Jesu!
Wer fasset die Lieb',
Die Dich zu Verlornen
Und Elenden trieb?
Für immer verdammet
Sind Sünde und Schuld.
Es leuchtet in Dir, Herr,
Uns göttliche Huld.
Ohl Welch eine Freude
Muß droben es sein.
Erstrahlt uns Dein Antlitz,
So herrlich, so rein!
Die Tage ohn' Sonne,
Von Schatten getrübt.
Entschwunden, besieget.
Durch Den, der uns liebt.
Ja, Dein Licht, o Jesu,
Dein göttlicher Sdiein,
Durchdringt alles Dunkel,
Macht helle und rein.
Herr, droben erkennen.
In göttlichem Glanz,
Dein heiliges Lieben
Wir völlig und ganz.
56
Des Vaters Ciebe
O heirger Vater, reidi an Gnaden,
Quell ew'ger Lieb' und Freud' bist Du.
Du lenkest unser friedlos Herze,
Hin, zu des Himmels wahrer Ruh!
Dort, still in Deiner Lieb' geborgen.
Sind wir gesegnet allezeit
Und unsrer Seele Wonne bleibet.
Zu loben Didi in Ewigkeit.
Ja, unser Teil ist Deine Liebe,
Die unser Herz mit Frieden füllt.
In Dir ist unsrer Seele Sehnen
In alle Ewigkeit gestillt.
Wo Christus Mittelpunkt und Sonne,
Im Glänze Seiner Herrlichkeit,
Erstrahlt Dein Ruhm in reinstem Lichte,
Oh, Gott, in alle Ewigkeit.
57
Des Vaters Qnade
Es kann, o Vater, nicht erfassen.
Die Seele, Deine Herrlichkeit;
Die Majestät, so groß, so -göttlich.
Die Gnade, unaussprechlich reich.
Ja, Deine Gnad', die uns mit Christus,
Den Platz einst gibt, bei Dir im Licht,
Die alles Denken übersteiget.
Es faßt mein schwacher Geist sie nicht.
Wohl ist nicht unbekannt Dein Lieben
Uns, die wir hier im Pilgerland;
Nicht fremd der Klang uns Deiner Stimme,
Führt Christus uns doch an der Hand.
Er leitet unser Herz nach oben.
Enthüllt uns Deiner Liebe Schatz
Und folgend Seinen hei?gen Spuren,
Wird uns der schönste, liebste Platz.
Als Kinder Deiner reichen Liebe,
Als Söhne Deiner Herrlichkeit,
Ruft «Abba, Vater», unsre Seele,
Preist Dich in alle Ewigkeit.
58
In Deiner Nähe, heiliger Vater,
Dess' Auge nimmermüde wadit.
Wird von den Scharen der Erlösten,
Der Liebe Frucht Dir dargebracht.
Wohl wallen wir jetzt noch hienieden.
In diesem fremden, öden Land;
Doch trägt und schützet, nährt, uns alle,
O Vater, Deine Segenshand.
Bald wird das Auge Dich erblicken.
Im strahlendreinen Himmelslicht,
Die Seele Deinen Ruhm erhöhen.
Dich schauen, Herr, von Angesicht.
O wunderbare, seFge Wonne,
Dich dort zu sehn, der voller Gnad',
Für uns verlorene, arme Sünder,
Den eig'nen Sohn geopfert hat.
Anbetend, Vater, Dir zu dienen.
Dem, der uns so geliebet hat;
Ist unsrer Seele Wunsch und Hoffen,
Schon hier auf unserm Pilgerpfad.
59
Jn Erwartung der JderrliSkeit
Die Seele harrt der Herrlichkeit
In jenen lichten Höhn;
Die Jesus uns bereitet hat,
So unaussprechlich schön.
Ja, Herr, Du liebst uns allezeit,
Hebst unser Herz empor.
Was muß es sein, lobsingen wir
Mit der Erlösten Chor?
Es naht der Tag, es naht die Stund',
Da wir Dein Antlitz sehn.
Bei jedem Schritt auf unserm Pfad,
Wir Dir entgegen gehn.
Bald kommst, o Jesu, Du mit Macht,
Bei der Posaune Schall.
Du wandelst unsem ird'schen Leib,
Verklärst uns allzumal.
In unsrer Auferstehung findt
Dein Liebesmüh'n den Lohn;
Wenn wir mit Dir vereint, o Herr,
Bei der Posaune Ton.
60
Es beugt ein jedes Knie sidi dort
Vor Dir, dem Schmerzensmann,
Vor dessen heiligem Angesicht,
Die Deinen beten an.
Die Seele harrt der Herrlichkeit
In jenen lichten Höhn,
Fern dieser Erde Leid und Not;
Möcht' heut* schon zu Dir gehn!
61
Qöttlidhe Liehe
Göttlidi groß ist Deine Liebe,
Vater, hat sie dodi begehrt.
Die Gefangenen zu befreien,
Sünder, Deiner Gnad* nicht wert.
Solche, die Dir ferne waren
Hat Dir nahgebracht der Sohn,
Hat versetzt sie in die Freiheit,
Dort, vor Deiner Gnade Thron.
Dir als Söhne einst zu dienen.
Dich zu schau'n von Angesicht,
Ist die Sehnsucht unsrer Seele,
Doch sie faßt solch Lieben nicht.
Freudvoll gehn wir unsre Pfade,
Nach der Himmelsheimat dort.
Wo uns Christus hat bereitet
Einen ew'gen Ruheort.
Ihn gabst Du in treuster Liebe,
Daß Er uns Dir bring' zurück.
Unser Geist schwingt sich nach oben.
Fasset nicht dies große Glück.
Ja, als Söhne Deiner Liebe,
Mit dem Sohn verbunden sein.
Da, wo Fried' und Freude wohnen;
Welche Wonne muß das sein!
62
Ewiges Lob erfüllt die Hallen
Deines Hauses, dort im Lidit.
Preis, Anbetung, Dank, ersdiallen,
Sdiau'n wir, Herr, Dein Angesicht.
Wohlgeruch und Lieblichkeiten,
Vater, sind vor Deinem Thron.
Deine Herrlichkeit und Liebe,
Leuchten uns in Deinem Sohn.
Oh, unendlich reiche Gnade,
Schauen wir dort unverhüllt,
Gottes Wesen, dessen Liebe,
Dessen Glanz die Sphäre füllt.
Dessen Herrlichkeit und Ehre,
Dessen Macht und dessen Licht
Wir mit Christus droben teilen.
Nein, es faßt die Seel' es nicht!
Dir, o Gott, sei höchste Ehre
Für die größte Liebestat,
Die durch Jesu Blut uns Sünder
Vom Gericht errettet hat.
Halte, Herr, durch Deine Liebe
Allezeit uns nah bei Dir;
Gib, daß wir in Treue wandeln.
Pilgernd noch auf Erden hier.
63
Wir harren Dein!
Dein Antlitz werden, Herr, wir schauen,
Vernehmen Deiner Stimme Ton,
Beglückt erkennen Deine Liebe,
Dort, Herr, vor Deinem Gnadenthron.
Mit Dir in strahlendem Gewände,
O Jesu, werden einst wir gehn;
Und fleckenlos in Deinem Lichte,
Dich, teures Gotteslamm, erhöh'n.
In Deinen Heilsplan eingeschlossen
Genießen die Gemeinschaft wir.
Die keine Wolke jemals trübet.
In Deiner Herrlichkeit, mit Dir.
Als Frucht, Herr, Deiner reichen Liebe,
Die sich für uns geopfert hat.
Bringt unsre See? Anbetung, Ehre,
Dir für die größte Liebestat.
Wir lieben Dich, o treuer Heiland,
Schon jetzt, wenn auch in Schwachheit hier,
Gedenken Deiner Kreuzesleiden;
Sie ziehen uns nahe, Herr, zu Dir.
64
Wir harren Dein! Dich, Herr, zu schauen.
Erfüllt das Herz schon jetzt mit Freud'.
In Deiner tiefen Lieb' geborgen
Ist unsrer Seelen Seligkeit.
Noch warten wir auf Dich, zu sehen.
Dich, Herr, in Deiner Herrlichkeit;
Dort frei und glücklich Dir zu dienen.
Zu lieben Dich in Ewigkeit.
65
Ojfenharungen
Herr, Deinen Ruhm erheben wir
Obgleich wir Dich nicht sehn.
Es schaut der Geist Dich auf dem Thron
Schon heut' in Himmelshöhn.
Einst traf Verachtung Dich und Schmach,
Der Menschen Hohn und Spott;
Doch es erblicht des Glaubens Aug'
Verherrlicht Dich bei Gott.
Kein Mensch dies Wunder fassen kann,
Kein Aug', kein Ohr nimmt's wahr.
Selbst unser Herz ergründet nie
Dein Lieben wunderbar.
In dieser Lieb' zeigst Du, o Gott,
Des Himmels Herrlichkeit,
Den Deinen, die durch Deinen Geist,
Versiegelt sind schon heut'.
Als Söhne schauen wir empor,
Durch Christus nahgebracht.
Genießen Deiner Liebe Frucht,
Verkünden Deine Macht.
66
Zur Rechten Gottes sehen wir
Verherrlicht nun den Sohn,
Dem alle Macht gegeben wird;
Dort, auf des Vaters Thron.
Du machtest einst auf Erden, Herr,
Des Vaters Lieb' uns kund.
Nun, da vollendet ist Dein Werk,
Lobpreist Dich unser Mund.
Im Geiste schau'n wir Dich verklärt
In Deinem Strahlenglanz;
Wir, die durch Gottes reiche Gnad'
Dein eigen, voll und ganz.
Ja, «Abba, Vater» rufen wir.
Hat Er uns doch gemacht,
Zu Erben, Seinem Sohne gleich.
In Herrlichkeit und Pracht.
Oh, Vater, reichlich fließet uns
Der Liebe süßer Quell.
Durch Jesu Wundenmale sind
Wir ewig rein und hell.
Der neuen Schöpfung reinste Freud'
Durchstrahlt die Dunkelheit;
O Wonne, dort daheim zu sein.
In Deiner Herrlichkeit!
67
Entfaltete Oehe
Laßt uns dem Herrn lobsingen!
Stimmt an den Jubeldiorl
Lobt Ihn, der aus dem Dunkel
Uns zog zum Licht empor!
Der uns befreit von Sünde,
Der uns erlöst vom Tod,
Ihn, der für uns gelitten
Die tiefste Seelennot!
Dich preisen wir, o Jesu,
Und Deiner Liebe Macht,
Die uns mit Gott versöhnte.
Das schwere Werk vollbracht!
Erkennend Deine Gnade,
Dein Lieben, Deine Treu*,
Ergießet unser Herze
Im Lob sich, immer neu.
O Liebe, sei gepriesen!
Du trugst den Sieg davon.
Nicht herrschen Tod und Sünde
Vor Deinem Gnadenthron.
Die herrlichste Erlösung
Erstrahlet dort im Licht,
Wo wir anbetend schauen
Dein leuchtend Angesicht.
68
Wie wird es sein, wenn droben,
Du, Herr, auf Deinem Thron;
Wenn durch des Vaters Liebe,
Die Braut Dir wird zum Lohn;
Wenn Deine Feinde alle
Der Füße Sdiemel sind;
Wenn Deine Lieb' erstrahlet
Die nie ein Ende findt.
O Herr, wir harren Deiner!
Komm bald! Herr Jesu Christ!
Mein Herz ist voll Verlangen,
Zu sein, wo Du, Herr, bist;
Zu preisen Deinen Namen,
In reinem, süßem Klang;
Fern dieser Erde Schwachheit,
Mit himmlischem Gesang.
69
Der Seele WunsS
Idi' harre Dein! Herr, Dich zu sdiauen
Und Deine Herrlichkeit zu sehn,
Ist meiner Seele tiefstes Sehnen;
Möcht' Dir schon heut' entgegengehn I
Es wird Dein Ruhm einst herrlich strahlen.
An jenem sel'gen, heil'gen Ort;
Wenn Du von dieser dunklen Erde
Die Deinen rufst zur Heimat dort.
Oh, teurer Herr, Dein Wiederkommen
Ist Sehnsucht aller Deiner Frommen I
Hoch in die Lüfte, Dir entgegen.
Wird dann entrücket Deine Braut,
Um Deine Herrlichkeit zu teilen.
Dich anzubeten; den sie schaut
Im Himmelsglanz, am Thron der Gnade,
In Gottes wunderbarem Licht;
So wie Du bist, in Deiner Schöne,
Von Angesicht zu Angesicht.
Oh, teurer Herr, Dein Wiederkommen,
Ist Sehnsucht aller Deiner Frommen I
Ja, Gnade ist es, nichts als Gnade,
Die uns so nah zu Dir gebracht;
Die uns, verlor'ne, arme Sünder,
Zu Deinem Eigentum gemacht.
70
Auf immerdar in Deiner Nähe,
Gibt's einen sdiönern, bessern Platz?
Dein eigen sein, des Himmels Erben,
Weldi unermeßlich großer Schatz!
Oh, teurer Herr, Dein Wiederkommen,
Ist Sehnsucht aller Deiner Frommen!
In Deines Lichtes Glänze wandelnd.
Mit weißen Kleidern angetan.
Sind wir für immer Dein, o Jesu
Und beten dankend, Herr, Dich an.
Ja, ewig wird das Lob erschallen.
Vor Deinem Thron, Herr Jesu Christ
Und jede Zunge wird bekennen.
Daß ewig Gott und Herr Du bist.
Oh, teurer Herr, Dein Wiederkommen,
Ist Sehnsucht aller Deiner Frommen!
Wohl wandeln wir im Pilgerkleide
Noch hier durchs öde Erdental;
Doch naht die Stund', da Deine Stimme
Ruft zu des Himmels Hochzeitsmahl.
Dann werden all die Deinen kommen;
Mit Freuden beten sie Dich an.
Lobpreisen Deine Lieb' und Gnade,
Die keine Seel' ergründen kann.
Oh, teurer Herr, Dein Wiederkommen,
Ist Sehnsucht aller Deiner Frommen!
71
In Deiner Gnade will idi leben
Solang' ich walle meinen Pfad;
Will Deine Treu' und Güte rühmen,
Erheben Deine Liebestat.
Auf Didi geridit' sei stets mein Auge,
Komm, Herr, vollende meinen Lauf!
Nimm midi aus diesem Tränentale
In Deine Herrlichkeit hinauf!
Oh, teurer Herr, Dein Wiederkommen,
Ist Sehnsucht aller Deiner Frommen!
71
Der Pilgerpjad
Nidit mit Ungewissen Schritten,
Ziehen wir unsre Straße hier;
Deine wohlbekannte Stimme
Weiset uns den Weg zu Dir;
Hin, zum ewig schönen Tag,
Da kein Leid uns treffen mag.
Herr, der Du einst selbst gegangen
Diesen dornenvollen Pfad,
Führst und leitest uns Verirrte,
Voller Langmut, Lieb' und Gnad'.
Du bezeichnest uns den Weg,
Leitest uns auf rechtem Steg.
Nicht läßt Du allein uns wandern.
Durch dies dunkle Erdenland;
Deine Gnade, Deine Liebe,
Führen uns zum Heimatland.
Dorthin, nach des Himmels Höh'n,
Wo wir, Herr, Dich selber sehn.
Offen stehen schon die Tore,
Nieder strahlt die Herrlichkeit,
Uns zu leuchten auf dem Pfade,
Der uns führt zur Seligkeit,
Wo Dein Segen uns bereit,
Friede, Glück und ew'ge Freud'.
73
In Geduld zieh'n wir die Straße,
Deinen Spuren folgend, Herr;
Der Du uns in Deiner Gnade,
Füllst mit Freude, mehr und mehr.
Frei vom Zorn und vom Gericht
Schau'n wir dort Dein Angesicht.
Mag Dein Wille uns noch lassen.
Hier, in dieser argen Welt;
Ruh'n wir doch in Deiner Liebe,
Die uns allzeit stärkt und hält.
Wird der Glaube auch erprobt.
Ewig seist Du, Herr, gelobt!
Ja, mit Deiner Liebe rechnen
Wir zu jeder Zeit und Stund';
Mögen Leiden uns beschweren;
Dennoch lobt Dich unser Mund,
Ist's doch Deine Lieb' und Gnad',
Die uns führt auf dunklem Pfad.
Welch ein Trost ist's meinem Herzen,
Daß Du bei mir allezeit.
Du, mein Schild und meine Stärke,
Meine Zuversicht im Leid.
Bald kommst Du, o Herr, in Pracht;
Dann entschwinden Leid und Nacht.
74
Erwartung
Oh, Herr Jesu, Quell der Gnade,
Bald wird unser Aug' Dich seh'n.
In verherrlicht reinem Glänze,
In des Himmels sel'gen Höh'n.
Dort, in Gottes hellem Licht,
Schau' ich, Herr, Dein Angesicht.
Ewig dort mit Dir zu weilen,
Hören Deiner Stimme Ton,
Deine Herrlichkeit zu sehen,
Herr, vor Deines Vaters Thron;
Was muß das für Wonne sein.
Nicht faßt sie die Seele mein.
Du erfüllst mit Deiner Liebe,
Die schon jetzt das Herz erfreut,
Unsrer Seele tiefste Tiefen,
Schenkst uns, was die Welt nicht beut.
Geh'n wir auch auf schmaler Bahn,
Blicken wir doch himmelan.
75
Verlag R. Mfiller-Kersting, Zürlch-Höngg
Robert Lee
Abriss und Gliederung der biblischen Bücher
In Leinen gebunden Fr. 5.80
Robert Lee war Lehrer an der «Mildmay Conference Hall Bibel
schule» in London und gab dieses Werk unter dem Titel «The
outlined Bible»: «Die skizzierte Bibel» heraus. Wir sind der
Freude und Dankbarkeit des wissensdurstigen, forschenden Le
sers sicher, da diese Arbeit überaus hilfreich ist für jeden, der
wünscht, die Heilige Schrift zu einem Gegenstand des Studiums
unter Gebet zu machen. Auf vielfachen Wunsch ist die Arbeit
Lee's, welche in einigen Jahrgängen der «Die letzte Stunde»
erschienen ist, neu durchgesehen als Separatband erschienen.
Dr. theol. A. C. Gaebelein
Die Welt der Engel
Kartoniert Fr. 1.90. Leinen Fr. 3.75
Der Verfasser behandelt den erhabenen Gegenstand mit viel
Liebe und der ihm eigenen Gründlichkeit und eröffnet uns
tiefere Einblicke in die geheimnisvollen Dinge der Engelwelt.
Dr. theol. A. C. Gaebelein
Die Judenfrage
Gebunden Fr. 3.75
Die Judenfrage wird eingehend auf Grund einer Auslegung von
Römer 11 in klarer Sprache biblisch beantwortet.
Verlag R. MOller-Kersting, Zttrich-HSngg
Der Heiland-Gott im Schöpfungsbericht
von L. Vogel.
Leinen geb. Fr. 3.—
Ein ehemals römisch-katholischer Priester rtift Dir zu: Zurück
zu Jesus!
John Nelson Derby
Ein Lebensbild von W. G. Turner.
In Leinen gebunden Fr. 3.50
In einem Leben der Arbeit war es John Nelson Darbys einziger
Wunsch, der ganzen Kirche Gottes zu dienen.
Der Name, der über jeden Namen ist!
von G. B r i e g e r.
Kartoniert Fr. 1.50; Leinen geb. Fr. 2.40
Diese Schrift ist einem Gegenstand gewidmet, der bis jetzt in
seiner Gesamtheit wenig beachtet worden ist. In drei Ab
schnitten: Der Name Jehovas, der Name Jesu, der Name des
Menschen, behandelt der Verfasser das überaus interessante
und lehrreiche Thema. Tiefgründig und interessant.
Betrachtungen über die Briefe des Apostels Paulus
von H. C. Voorhoeve
I. Der Brief an die Römer
II. Der erste Brief an die Korinther
III. Der zweite Brief an die Korinther
IV. Der Brief an die Galater
V. Der Brief an die Epheser
VI. Die Briefe an die Philipper imd Kolosser
Weitere Bände sind in Vorbereitung!
Preis pro Band kartoniert Fr. 3.80: gebunden Fr. 4.80
Verlag R. MQlIer-Kersting, Zürich-Höngg
Die originellste Predigt der Gegenwart ist die
Drei-Stunden-Predigt
über Gott, Sünde und Erlösung.
Von Paul Kanamori, der japanische Moody genaimt.
Billige Volksausgabe, kart. Fr. 1.90; Leinen geb. Fr. 3.75
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besonderen Empfehlung mehr. Tausende haben sich durch diese
Predigt dem Christentum zugewandt. Es ist die Predigt für den
Westen.
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sich in der schlichten, sachlichen Auslegung als eine Fund
grube göttlicher Offenbarungen.
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Der Altar der Anbetung. 40 Rp.; 10 St. Fr. 3.60
Die Sünde des Acham. 40 Rp.; lOSt. Fr. 3.60
Sicherheit, GewlQheit und Genuß der Errettung.
40 Rp.; 10 St. Fr. 3.60
Konnte Christus sündigen? 25 Rp.; 10 St. Fr. 2.25
Ist die HSiienstraße zeitlich oder ewig?
40 Rp.; 10 St. Fr. 3.60
Zwölf Punkte, warum wir die Aiiversöhnungsiehre
ablehnen. 40 Rp., 10 St. Fr. 3.60
Zehn Gründe, warum wir den Sonntag und
nicht den Sabbath feiern. 30 Rp.; 10 St. Fr. 2.70
Können Kinder Gottes in diesem Leben sündios
werden? 40 Rp.; 10 St. Fr. 3.60
«Ich komme baidl» 35 Rp.; 10 St. Fr. 3.—
Die erste Liebe, die Bruderliebe und die Wahr
heit. 25 Rp.; 10 St. Fr. 2.25
Was ist's mit den sogen. Geistesgaben?
35 Rp.; 10 St. Fr. 3.—
Die letzte Botschaft. Eine schlichte Betrachtxmg
über den Propheten Maleachi.
40 Rp.; 10 St. Fr. 3.60
Händeauflegen und Krankenheiiungen.
40 Rp.; 10 St. Fr. 3.60
Aeon. Eine kurze Betrachtung über den Ge
brauch und die Bedeutung der Worte «Aion»
(Ewigkeit) u. «aionios> (ewig) in der Hl. Schrift.
Das Königreich Gottes. 35 Rp.; 10 S.t Fr. 3.—
Unsere Kinder. 35 Rp.; 10 St. Fr. 3.—
Seit wann gibt es Menschen?
30 Rp.; 10 St. Fr. 2.70
Der Christ und die Schulden.
30 Rp.; 10 St. Fr. 2.70
Die Werbung der Braut. 40 Rp.; 10 St. Fr. 3.60
Eine harte Nuß. Für Leugner der wörtlichen Eingebung der
Heiligen Schrift. 35 Rp.; 10 St. Fr. 3.—
Ist die Oxford-Bewegung biblisch? 50 Rp.; 10 St. Fr. 4.50
Grob^ty, Die Gemeinschaft am Tische des Herrn.
30 Rp.; 10 St. Fr. 2.70
W. J. Hocking,
W. J. Hocking,
G. Cutting,
R Mücke,
F Kaupp,
A. Küpfer,
A. Küpfer,
A. Küpfer,
H. Rossier,
H. Rossier,
L. Oppliger,
H. Smith,
Hygies,
Hygies,
Hygies,
Hygies,
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C. F. R.,
W.Zutter,