Mal 3.16

Prophetie

Amalek Israels Erzfeind

Amalek

Einziges nicht sesshaftes Nachbarvolk Israels (Beduinen)

Israels Erzfeind

 

Erinnere dich daran, was Amalek dir getan hat auf dem Weg, als ihr aus Ägypten zogt, wie er dir auf dem Weg entgegentrat und deine Nachzügler schlug, alle Schwachen hinter dir her, als du erschöpft  und müde warst; und er fürchtete Gott nicht. Es soll geschehen, wenn der Herr, dein Gott, dir Ruhe geschafft hat vor all deinen Feinden ringsum, in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir  als Erbteil gibt, es zu besitzen, dass du das Gedächtnis Amaleks unter dem Himmel austilgst. Vergiss es nicht!

(Deu 25,17-19)

 

Wer ist Amalek? Ist dieses Gebot des Herrn bereits ausgeführt oder wartet Gott noch, bis Israel ihn ausführt? Mit anderen Worten: Ist es eine Endzeitangelegenheit?

 

Amalek in der Geschichte des Alten Testaments

Gott bezieht sich bei der oben zitierten Aufforderung auf  Ex 17,8-16. Was damals geschah, war sehr  - bald nach der Durchquerung des Meeres, im ersten Jahr des Auszugs.

- Als  Moses bald nachher  zwölf Männer aus der Wüste Paran aussandte um das Land auszukundschaften, begegneten sie im Süden des Landes wieder den Amalekitern.

- Vierzig Jahre später, kurz vor dem Einzug in Kanaan, ruft Gott den Israeliten das Ereignis nochmals in Erinnerung und gebietet ihnen, das Gedächtnis Amaleks auszulöschen.

- Nicht lange vorher hatte Bileam noch zu folgendem Spruch angehoben: Die erste der Nationen war Amalek, aber sein Ende ist der Untergang. (Num 24,20) Beides stimmt überein mit dem Ausspruch in Ex 17,16: Krieg hat der Herr gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht!

Zur Zeit Josuas führte Israel keinen Krieg gegen Amalek und auch während der darauf folgenden Zeit der Richter blieb Amalek ein unbesiegter Feind.

- Aus der Geschichte Gideons lernen wir, dass Amalek einmal mit Midian und allen Söhnen des Ostens  verbündet war und  gegen Israel in den Krieg zog. Dabei wurden die zwei Fürsten Midians, Oreb und Seeb, gefangen und erschlagen. Bei der anschliessenden Verfolgungsjagd wurden die beiden Könige Midians, Sebach und Zalmunna, mit ihrem Restheer von 15‘000 Mann bei Karkor eingeholt und Gideon tötete sie. Die Amalekiter waren jedoch (auf ihren schnellen Kamelen) der Verfolgung entronnen. (Ri 7 und 8).

 

Amalek nimmt in der Geschichte Israels eine Sonderstellung ein. Es ist das Volk, das Israel auf dem Marsch durch die Wüste den Weg versperrte. Es figuriert nicht unter den Völkern Kanaans, die Gott bei der Besitzergreifung des Landes in die Hand Israels gab: zwei jenseits des Jordan(Jos 12,2-6) und sieben diesseits des Jordan. (Jos 24,11) Es wurde analog wie Ammon, Moab, Edom und die Philister von den Israeliten nie ganz vertrieben oder ausgetilgt. Diese Nationen treten deshalb in der Endzeit  erneut als Feinde Israels auf den Plan.  

 

Es blieb König Saul vorbehalten Amalek zu verbannen. Er hatte schon verschiedene erfolgreiche Kriege geführt, z. B. gegen die Ammoniter in Jabes Gilead (1 Sam 11), gegen die Philister, als sie in Mikmas  (1 Sam 13+14) und als sie bei Aseka versammelt waren (1 Sam 17). Er tat Mächtiges und schlug Amalek und rettete Israel. (1 Sam 14,47+48) Doch dann kommt die entscheidende Probe für Saul. Gott gebot ihm:   Ich habe angesehen, was Amalek Israel getan hat, wie er sich ihm in den Weg gestellt hat, als es aus Ägypten heraufzog. Nun zieh hin und schlage Amalek, und verbannt alles, was er hat, und verschone ihn nicht; und töte vom Mann bis zur Frau, vom Kind bis zum Säugling…(1 Sam 15,2+3) Doch Saul war ungehorsam und verschonte  Agag, den König der Amalekiter. (1 Sam 15,8) So wurde die Zornglut  Gottes an Amalek nicht wie verlangt ausgeführt. (1 Sam 28,18) Das war etwa 1090 v.Chr., also ca. 350 Jahre nach der ersten Begegnung Israels mit Amalek in der Wüste.

 

Nicht lange danach überfielen die Amalekiter das Lager des flüchtigen David in Ziklag  und brachten ihn in eine äusserste Notlage. Als er ihnen dann nachjagte, fand er auf dem Feld einen fast verdursteten Mann, der sagte: Ich bin ein ägyptischer Jüngling, der Knecht eines amalekitischen Mannes. (1 Sam 30,13). Das interessante an dieser Episode ist, dass sich die Amalekiter aus den Ägyptern Knechte nehmen konnten. Das war nur möglich, wenn die Ägypter damals noch den Amalekitern dienstpflichtig waren.

 

Amalek in der profanen Geschichte Ägyptens

Die Amalekiter haben kaum Platz in der profanen Geschichte. Sie sind dort bestenfalls eine unbedeutende Beduinenhorde, ganz im Gegensatz zur Bibel, wo sie eine Schlüsselrolle innehaben. In seiner Rekonstruktion der Geschichte Ägyptens setzt Immanuel Velikovsky in dem Buch ZEITALTER IM CHAOS die Amalekiter den Hyksos gleich und weist ihnen damit einen ganz entscheidenden Platz zu. Sie sind die Herren der Zweiten Zwischenzeit, in der nicht ägyptische Pharaonen herrschten, sondern die Hyksos, oder eben die Amalekiter. Es lohnt sich die Gründe für diese Annahme Velikovskys zu studieren

In der konventionellen Geschichtsschreibung  folgt auf  die letzte, das ist die13. Dynastie des Mittleren Reiches (ca. 1750?) die Zwischenzeit, die Hyksosherrschaft.  Sie waren in dieser Zeit die Herren Ägyptens  bis ans Ende der 17. Dynastie (ca.1580?).

Nun unterstellt Velikoysky die Amalekiter seien zur Zeit des Exodus in Agypten (ca. 1450) eingefallen, nachdem sie auf ihrer Wanderung von Arabien dorthin im Sinai auf die Israeliten gestossen seien. Sie seien dann  etwa 350 Jahre später durch Saul entscheidend geschwächt worden, so dass die Ägypter wieder die Herrschaft über ihr Land zurückerobern konnten. Das Neue Reich begann. Damit wird König Saul und David eine Schlüsselrolle in der Weltgeschichte zugeschrieben, was biblisch Sinn macht. Die Hyksosherrschaft in Ägypten begann gemäss Velikovsky jedoch etwa 300 Jahre später als in der konventionellen Geschichtsschreibung beschrieben. Er führt in seinem  Buch ZEITALTER IM CHAOS  viele Zeugnisse aus der Bibel an, die mit Ereignissen der profanen Geschichte übereinstimmen, aber dort anders interpretiert werden.

 

Amalek in biblischer Sicht

Trotz seinen ausserordentlichen kriegerischen Leistungen war Gott offenbar mit König Saul sehr unzufrieden, weil er Agag, den König Amaleks, verschont hatte. Die Zornglut Gottes an Amalek ist, soweit der biblische Bericht geht,  bis heute nicht ausgeführt worden, so dass sich die Frage stellt, ob sich Gottes Androhungen jemals noch erfüllen werden. Wir glauben, dass keines seiner Worte zu Boden fällt und somit noch eine endzeitliche Erfüllung des Krieges, den der Herr selbst gegen Amalek führt, zu erwarten ist.

 

Amalek war ein kriegerisches Beduinenvolk  (Bibelkonkordanz) das zur Zeit, als Moses das verheissene Land ausspionieren liess, im Land des Südens wohnte. (Num 13,29) Einen weiteren Hinweis zu dessen zeitweisem Aufenthaltsort gibt es in 1 Chr 4,42+43. Der Stamm Simeon hatte den Überrest, die Entronnenen Amaleks geschlagen und nahm ihr Gebiet  rund um Beerseba in Besitz. Die Amalekiter zogen hierauf weiter nach Süden. Dorthin machte David, als er noch nicht König war, mit seinen Getreuen von Ziklag aus auch Streifzüge gegen die Amalekiter bis nach Sur hin, bis zum Land Ägypten, d.h. tief in den Negev hinein. Auch später, als David König war, kämpfte er immer noch gegen die Amalekiter.

Die Amalekiter gehörten zu den Nachbarvölkern, die David unterjochte. Dazu zählten auch die Philister im Westen Israels, die Moabiter und die Ammoniter  im Osten, der König von Zoba, die Syrer und der König von Hamat im Norden, die Edomiter im Südosten und die Amalekiter im Süden. (2 Sam 8,1-12; 1 Chr 18,11)  Dies ist die letzte Ortsangabe von Amalek, aber nicht die letzte allgemeine Erwähnung der Nachbarvölker. In einer viel späteren Zeit wird in Psalm 83 von einem Bund  von Nationen gesprochen, die sich verschworen haben, Israel als Nation auszulöschen. Es sind wieder dieselben Völker: die Edomiter, die Moabiter, die Ammoniter, die Philister und die Amalekiter.  Der Schreiber Asaph betet: Mache sie, ihre Edlen, wie Oreb und wie Seeb, und wie Sebach und wie Zalmunna alle ihre Herrscher! Weil sie gesagt haben: lasst uns in Besitz nehmen die Wohnungen Gottes! (Verse 12+13)

Man muss beachten, dass es nicht die ganzen Völker sind, die Israel die Vernichtung androhen, sondern  ihre selbsternannten oder rechtmässigen Führer. Auf heute bezogen sind das: Im Westen die Hamas und im Norden die Hisbollah und vielleicht schon bald im Osten die IS-Terroristen.

 

Ich vermute, dass die meisten von uns den Unterschied ungenügend beachten, den die Bibel macht zwischen den Nachbarvölkern Israels (den Nationen) die das Geschick der im Land lebenden Juden bestimmen werden und andererseits die Nationen unter dem Tier aus dem Buch Offenbarung und von Daniel 7, die die Heiligen weltweit bekämpfen und töten, darunter auch die in der Diaspora lebenden Treuen aus Israel.

Das Wort Gottes unterscheidet zwischen den Nationen der gesamten Erde,  denen das Evangelium gebracht wird und den Nachbarvölkern Israels. Die einen nennt es die fernen (Jes 5,26, 49,6) die andern sind die Nationen ringsumher (z.B. Deu 17,14; Neh 5,17) Was den Zeitpunkt des Gerichts dieser Nationen sein wird und wer dabei die Werkzeuge in der Hand Gottes sein werden, bleibt meines Erachtens ein noch wenig erforschtes Thema der Prophetie. Eines steht jedoch bezüglich der Nachbarvölker fest. Es wird erst geschehen „wenn der Herr, dein Gott, dir (Israel) Ruhe geschafft hat vor all deinen Feinden ringsum, in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als Erbteil gibt, es zu besitzen. (Deu 25,19) Die Gesammelten Juden aus allen Ländern werden den Philistern im Westen auf die Schultern fliegen, sie werden miteinander die Söhne des Ostens plündern; Edom und Moab und die Kinder Ammon. (Jes 11,14) und womöglich dann ganz am Ende auch Amalek das wieder wie damals irgendwoher auftauchen wird.

 

Amalek als Vorbild für uns

Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben.(Rö 15,4)

Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er (Jesus) ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf. (Luk 24,27)

Wir müssen uns  immer wieder fragen, was hat das uns zu sagen. Was hier Jesus betrifft ist ziemlich schwer zu verstehen. Ausserdem ist ausgerechnet die Geschichte mit Amalek unter den Dingen, die der Apostel in 1 Kor 1,1-10 anführt, nicht erwähnt. Dennoch  hat auch sie uns bestimmt etwas zu sagen.

Es ging nicht um Versuchungen wie Unzufriedenheit, Hadern mit Gott oder sexuelle Begierden etc, vor denen wir uns in Acht nehmen sollen, damit wir nicht fallen. Vom Angriff Amaleks wurde Israel total überrumpelt als es erschöpft und müde war, wobei besonders die Schwachen zum Opfer wurden. Satan wird auch heute noch in Zeiten von physischer und geistiger Erschöpfung die Kinder Gottes mit grösster Aussicht auf Erfolg überfallen, besonders solche, die den Anschluss an die Gemeinde vernachlässigen.

Die Leidtragenden damals konnten sich nicht selber zur Wehr setzen. Josua musste kriegstüchtige Männer aufbieten zum Kampf. Aber auch diese hatten nur solange die Oberhand, als Moses auf dem Berg seine Hände zum Himmel erhob. Einzig durch die anhaltende Gebetsunterstützung von Aaron und Hur, zusammen mit den erhobenen Händen des Mose, konnte Amalek schliesslich zurückgeschlagen werden.

Erhobene Hände sind oft die Haltung der Anbetung, manchmal auch von Fürbitte. Sie werden auch zum Segnen erhoben. Aaron zum Beispiel erhob seine Hände gegen das Volk hin uns segnete es. (Lev 9,22) und Jesus nahm Abschied von den Jüngern indem er segnend über ihnen seine Hände  erhob. (Luk 24,50)

Als Aaron die Hände des Mose stützte war er noch nicht Hoherpriester; er war einfach der Bruder des Mose und somit kein Vorbild auf Jesus.

Moses brauchte die Unterstützung seiner Brüder. Er hat nicht einfach seinen Stab, die ihm von Gott verliehene Autorität gebraucht um Amalek zu schlagen wie das Schilfmeer. Er kann somit hirin kein Vorbild auf Jesus sein.

Josua war abhängig vom erhobenen Stab des Mose. Er kann auch kein Vorbild von Jesus sein. Was können wir also der Geschichte entnehmen?

 

Was wir aus der Geschichte lernen können

Moses,  Aaron und Josua erhielten jeder eine wichtige Lektionen, die auch wir lernen müssen:

Wir sind im Kampf abhängig  von Gott, von der Kraft von oben. (So wie Josua von Moses auf dem Berg)  

Wir bedürfen der Unterstützung unserer Brüder (So wie Moses von Aaron gestützt wurde)

Wir sollen gegen Geschwister, die im Glauben müde geworden sind, wie Moses segnende Hände ausstrecken.

 

Das Ergebnis von allem war ein Altar, ein Ort der Anbetung mit der Aufschrift  Jahwe-Nissi: Der Herr, mein Banner. Es war das Bekenntnis Israels, dass es fortan dem Herrn allein folgen wollte.   

 

Edi Rohner / Dez. 2014

 

 

Eine weitere Bibelstelle, in der Edom, Moab, Ammon und Amalek zusammen erwähnt werden, ist 1 Chr 18,11. Es sind die Völker ringsum.

- Zur Zeit Asas hatte Gott Israel Ruhe geschafft ringsum. 2 Chr 14,6

- Der Herr schaffte ihnen Ruhe ringsum. 2 Chr 15,15

- Der Schrecken des Herrn kam auf alle Königreiche der Länder, die rings um Juda waren. 2 Chr 17,10

- Und Saul erlangte das Königtum über Israel, und er kämpfte ringsum gegen alle seine Feinde, gegen Moab und gegen die Kinder Ammon und gegen Edom und gegen die Könige von Zoba und gegen die Philister.1 Sam 14,47