Mal 3.16

Prophetie

HAGGAI

VORWORT
Dieses Heft bringt das Wesentliche aus einer Reihe von Wortbetrach-tungen zu Teignmouth in den Jahren 1940-1943, sie sind von Bruder Coates sorgfältig durchgesehen worden und bilden die Fortsetzung der schon über einige der vorausgehenden Bücher der kleinen Propheten veröffentlichten Betrachtungen. Möge der Herr sie zur Hilfe und Segnung der Seinen benutzen.

HAGGAI
Der Prophet Haggai weissagte im zweiten Jahre des Königs Derius, das Werk des Wiederaufbaus des Tempeis hatte eine Anzahl Jahre stillgestanden. Es hatte hartnäckige Gegner (siehe Esra 4), und ein König war aufgekommen, der ihnen bereitwillig Gehör schenkte und befahl, diese Arbeit einzustellen; in Wahrheit jedoch hörte das Werk auf, weil es nicht mehr das Hauptinteresse der daran Beteiligten ausmachte. Widerstand hindert das Werk Gottes nie; das schwindende Interesse auf Seiten Seines Volkes ist das wahre Geheimnis aller Schwäche.
Nun, nach Verlauf von etwa fünfzehn Jahren, weissagten Haggai und Sacharja „den Juden, die in Juda und Jerusalem waren; im Namen des Gottes Israels weissagten sie ihnen." (Esra 5,1) Trotz alles Vorgefallenen weist Haggai nicht auf die eingetretene äußere Schwierigkeit hin, sondern wendet sich lediglich gegen den Zustand des Volkes und macht das wahre Hindernis des Werkes in den Worten offenbar: „So spricht Jehova der Heerscharen und sagt: Dieses Volk spricht: Die Zeit ist nicht gekommen, die Zeit, daß das Haus Jehovas ge-.baut werde. Und das Wort Jehovas geschah durch den Propheten Haggai und sprach: Ist es für euch selbst Zeit, in euern getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus wüste liegt?" (Hag. 1,2-4.)
Wenn etwas für Gott getan werden soll, stellen sich immer Schwierigkeiten ein, und wir nehmen das leicht als einen Fingerzeig hin, alles wie bisher weitergehen zu lassen. Wenn Gottes Hauptinteresse aufhört, das unsere zu sein, greift unvermeidlich eine Form der Rücksichtnahme auf uns iselbst Platz. Jehova hält ihnen vor,

daß Sein Haus wüste liegt, während sie in mit Holz ausgekleideten Häusern wohnen. Es war sehr traurig, daß Paulus über die um ihn her in Rom schreiben mußte: „alle suchen das Ihrige, nicht das, was Jesu Christi ist" (Philipper 2,21); Timotheus aber machte eine glänzende Ausnahme, er war von Herzen um die Heiligen besorgt. Uns selbst zu leben führt zu Armut und Unzufriedenheit. Gottes Ruf ergeht an uns, unsre Herzen auf unsre Wege zu richten; wir sollten wohl erwägen, wie es um uns steht. Madien wir wirklich Fortschritte in unsern Seelen? Oder befinden wir uns in Tagen, wie sie in Haggai 1. Verr 6 und 9-11 beschrieben werden? Gott will, daß Sein Volk erwägt, ob es nicht ein gut Teil Zeit auf das verschwendet, was so wenig einbringt. Es gibt eine Art Essen, die nicht sättigt, und ein Trinken, das dem inneren Menschen nichts nützt, und wir können uns mit Dingen umgeben, die der Seele keine Wärme brin-^ gen, und, was wir ernten, ist für einen durchlöcherten Beutel. Das sind treffende Bilder von dem, was die Folge davon ist, daß wir das Unsere suchen. Christen, die sich auf einem derartigen Pfade befinden, mögen durch Gottes Gnade durchs Leben kommen, doch es ist ein unfruchtbares, leeres und armseliges Leben verglichen mit dem, was es hätte sein können.
Gottes Ruf lautet: „Steiget auf das Gebirge und bringet Holz herbei und bauet das Haus, so werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden, spricht Jehova." (Kap. 1,8.) Gottes Haus kann nicht ohne Baustoff gebaut v erden, und dieser wiederum wird nicht ohne Arbeit erlangt. Jede wahrhaft geistliche Arbeit in der gegenwärtigen Zeit geschieht im Blick auf das Haus Gottes. Die Predigt des Evangeliums und aller Dienst des Wortes kann nur in einsichtiger Weise durchgeführt werden, wenn wir sehen, daß es darauf ankommt, Baustoff für das Haus zu gewinnen und es zu bauen. Laßt uns dies zu unsrer Hauptobliegenheit machen. Es ist kein leichtes Werk, in das Gebirge zu steigen und Bäume zu fällen, doch was für eine größere Ehre könnte es geben,

als etwas zu tun, wovon Gott sagt: „ich werde Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden"? Gottes rftoRer Gedanke m, hienieden eine Schar zu haben, die fjjt'icbsam zu Seinem Wohlgefallen auferbaut worden und unter der Er verherrlicht ist. Wir sollten alle an diesem großen Werk teilhaben. Wenn jeder, der etwas von diesem Hauptinteresse Gottes kennt, einen anderen zur Erkenntnis der Wahrheit des Hauses Gottes führte, sowie dahin, ihr zu entsprechen, welch ein Wohlgefallen würde Gott daran finden! Es handelt sich um dasselbe Werk, das vor neunzehn Jahrhunderten durch die Arbeit der Apostel und anderer begann, doch es ist jetzt in Tagen durchzuführen, in denen die Christenheit voller Körperschaften ist, die nicht zum Wohlgefallen Gottes sind, und in denen Er nicht verherrlicht wird, denn sie entsprechen nicht dem Bau und der Eigenart Seines Hauses, sondern vielmehr den getäfelten Häusern von Hag. 1,4, und es ist nicht schwer zu sehen, daß in dem Maße wie die religiösen Bauwerke größer und schöner werden, die innere geistliche Kraft schwindet. Der Herr hatte den Tempel Seines Vaters Haus genannt (Joh. 2, 16), doch die Zeit kam, wo er ihn „euer Haus" zu nennen hatte. (Mat. 23,38; Luk. 13,35.) Gott fand kein Wohlgefallen mehr daran, und so ist es heute. Die Christen laufen zu dem, was in Wahrheit ihre Häuser sind, während Gottes Haus wüste liegt, und das ist der Grund der geistlichen Dürre, über die viele Gläubige klagen.. „Ihr habt nach vielem ausgeschaut, und siehe, es wurde wenig; und brachtet ihr es heim, so blies ich darein." (V. 9.) Nach außenhin wird viel getan, wo aber sind die geistlichen Erfolge? Wo finden wir den Tau des Himmels? Wo ist das Kostbare, was bei uns dem Korn, dem Most und dem öl entspricht. Ist es nicht an der Zeit, daß die Christen ihre Wege betrachten sollten und fragen, weshalb der Segen zurückgehalten wird? Wir brauchen nicht weit zu gehen, eine Antwort zu finden, sie lautet: „wegen meines Hauses, das wüste liegt, während ihr laufet, ein jeder für sein eignes Haus." (V. 9.)



Was not tut, ist, das zu tun, was der Überrest an jenem Tage tat, sie „hörten auf die Stimme Jehovas, ihres Gottes, und auf die Worte des Propheten Haggai, so wie Jehova, ihr Gott, ihn gesandt hatte; und das Volk fürchtete sich vor Jehova." (Kap. 1,12.) Sowie sie diesen Boden einnahmen, erging die Botschaft an sie: „Ich bin mit euch, spricht Jehova." (V. 13.) Alles, dessen es auf unsrer Seite bedarf, ist, auf das zu hören, was Gott sagt, das heißt, im Geiste des Gehorsams vor Ihm zu sein und Ihn zu fürchten. Sowie wir diesen Boden einnehmen, wird Er mit uns sein, und Seine Gegenwart unter Seinem Volke ist ihre einzige Kraft. Wenn Gott nicht mit uns ist, so werden sogar unsre Anstrengungen, Sein Haus zu bauen, zu nichts führen. Wenn er aber mit uns ist, werden wir, im Geiste göttlich angeregt, kommen und am Hause Jehovas arbeiten. Es ist ein sehr beachtenswerter Tag, wenn das stattfindet, und deshalb wird uns ' in Vers 15 der Monatstag sowie der Monat und das Jahr angegeben. Seien ,wir dessen gewiß, daß, wenn unsre Herzen angeregt werden, zu kommen und am Hause Gottes zu arbeiten, dies im Himmel niedergeschrieben wird.
Am 21. Tage des 7. Monats ward dann ein weiteres prophetisches Wort gegeben, um die Herzen des Überrestes wider Entmutigung zu stärken, (Kap. 2,1.) Es scheint, daß etwa einen Monat nach der Wiederaufnahme des Bauens sich ein entmutigender Einfluß unter dem Volke geltend machte, der die frühere Herrlichkeit des Hauses mit der gegenwärtigen verglich. Das ist eine hinterhältige Form des Werkes des Feindes, weil es ganz recht erscheint, viel aus einer vergangenen Herrlichkeit zu machen; doch der offenbare Zweck war, die wunderbare Bewegung des Neuauflebens gering, ja für nichts zu achten. Der Glaube sah in der Tatsache, daß es Gottes Haus war, eine wunderbare Herrlichkeit, wie schwach auch nach außen hin der augenblickliche Ausdruck sein mochte. Die arme Witwe, die ihre zwei Scherflein in den Schatzkasten warf, zeigte, daß ihr das

Haus außerordentlich kostbar war, weil es Gottes Haus war, und dies trotz seines damaligen Zustandes. (Mark. J2, 42-44; Luk. 21, 2-4.) Wenn wir die frühere Herrlichkeit des Hauses wirklich gesehen haben, so können wir nicht annehmen, daß Gott, wenn Er dieses Werk Wiederaufleben läßt, etwas viel Geringeres vor Sich hat. Wir können nicht hinnehmen, daß es sich nun um ein anderes Haus handelt, oder daß etwas Geringeres als der völlige Gedanke Gottes bei unserm Bauen vor uns sein sollte, wie schwach wir auch, was solche erhabenen Gedanken anlangt, sein mögen. Wenn wir den rechten Begriff vom Hause haben, so sehen wir es in all der Herrlichkeit, die ihm von Anbeginn eigen war, und wenn Gott mit uns ist, so sind wir nicht bereit, einen Teil von dem aufzugeben, was Seinen Gedanken entspricht.
So ergeht denn der dreimal wiederholte Ruf in Kap. 2,4, stark zu sein. Wenn wir denken, daß das, womit wir beschäftigt sind, „wie nichts" ist, so werden wir tatsächlich schwach sein, denken wir aber an Gottes Haus und daß Er beim Bauen desselben mit uns ist, so werden wir vor der Furcht bewahrt. „Das Wort, das ich mit euch eingegangen bin, als ihr aus Ägypten zöget, und mein Geist bestehen in eurer Mitte: Fürchtet euch nicht!" (V. 5.) Es ist, als ob Gott -sagte: „Meine Gedanken haben sich nicht im geringsten geändert. Ich habe euch zu Mir Selbst gebracht, damit ihr ein Königtum von Priestern und eine heilige Nation seiet und mir ein Heiligtum machet, worin ich unter euch wohne (2. Mose 19,6. Offb. 1,6), und das habe ich noch vor Mir." Wenn Gottes Geist unter uns bleibt, so ist gewiß, daß Er nie Gottes ursprünglichen Gedanken aufgibt; die Christenheit und auch wir mögen das tun, der Geist Gottes aber nie. Wenn heute auch nur ein Stein auf dem andern liegt, so ist etwas da, was davon redet und das darstellt, was dem völligen Gedanken Gottes entspricht. Vielleicht mögen heute nur zwei Heilige in einer Stadt oder einem Dorfe sein, die durch ihr Verhalten anerkennen, daß sie



einen Bestandteil des Hauses Gottes ausmachen und dessen Bau zu fördern suchen, so ist etwas vorhanden, was dem völligen Gedanken Gottes entspracht, und das kann nicht „wie nichts" in unsern Augen sein. Satan wünscht, daß es dies sei, und daß wir es als etwas Geringes verachten, und das Bekenntnis in unserm Tun aufgeben, sowie das Einbauen dessen, was hierzu geeignet ist.
Gott will, daß wir wissen, was Er über Sein Haus denkt. Er steht im Begriff, alles im Blick darauf zu erschüttern, daß Sein Haus hienieden mit Herrlichkeit erfüllt werde. (V. 6 und 7.) Jede gegenwärtige göttliche Erschütterung hat zum Ziel, das freizumachen, was zu Seinem Hause beiträgt. Wir wissen, daß bald eine furchtbare Erschütterung stattfinden wird, um Gottes Weg zu bereiten, den Erstgeborenen in den Erdkreis einzuführen, und wenn Er kommt, wird auch Baustoff da sein, das Haus mit Herrlichkeit zu füllen. Gegenwärtig nun ist viel kostbarer Baustoff in der Welt, und Gott erhebt - auf ihn für Sich Selbst und Sein Haus Anspruch. „Mein' ist das Silber und mein das Gold, spricht Jehova der Heerscharen." (V. 8.) Das Silber und das Gold sind heute die für Gott gesicherten Heiligen, und zwar als die Frucht der Erlösung und als solche, die einer neuen Schöpfung angehören. Das „Ersehnte aller Nationen" (V. 7.) fasse ich als das Köstliche aller Nationen auf, als das, was in ihnen kostbar und wahrhaft begehrenswert ist. Es sind die Auffassungen und Wertschätzungen Christi, die von Gott in den Herzen Seiner Heiligen allenthalben gewirkt wurden, so daß Christus ihnen „die Kostbarkeit" geworden. (1. Pet. 2,7.) Das ist es, was vor Gott Wert hat, und Seine Absicht ist, daß es alles zu Seinem Hause kommt, es mit Herrlichkeit zu füllen. Gott hat also keine abnehmende Herrlichkeit vor Sich, sondern eine zunehmende: „Die letzte Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die erste, spricht Jehova der Heerscharen". (V. 9.) Jeder Bruder, jede Schwester kann mehr von der Herrlichkeit herbeibringen; Gottes 10

Gedanke ist, daß wir „von Herrlichkeit zu Herrlichkeit* gelangen. (2. Kor. 3, 18.) Wenn Gott .die Nationen erschüttert, so tut Er das, damit das, was kostbar ist, als die Herrlichkeit Seines Hauses ans Licht komme; es geschieht, damit die Menschen und Heiligen aus dem herauskommen, was Gottes Haus nicht entspricht, und dahin gebracht werden, zu dessen Herrlichkeit beizutragen.
Zwei Monate später empfängt Haggai ein anderes prophetisches Wort, und diesmal ist es eine ernste Warnung vor Unreinem. Das ist gerade das Gegenteil von dem, Herrlichkeit zu erlangen, das scheint ein Hinweis darauf zu sein, daß wir, wenn wir keine Züge der Herrlichkeit erlangen, höchstwahrscheinlich unrein werden, und zwar infolge der Berührung mit der Unreinheit von allem um uns her. Die von Jehova in Vers 11 bis 13 erhobene Frage brachte ans Licht, daß heilige Dinge nicht vermögen das heilig zu machen, was in sich selbst nicht heilig ist, das Unreine jedoch kann seine Unreinheit sehr schnell dem zu eigen machen, womit es in Berührung kommt. Das ist eine Warnung davor, Unreines anzurühren. Wenn wir dem Hause Gottes entsprechen wollen und begehren, Züge der Herrlichkeit zu tragen, so müssen wir uns davor hüten, Unreines zu' berühren. Die für ihr eignes Haus Laufenden waren in Wirklichkeit unrein; ihr Herzenszustand, dem zufolge sie ihren eignen Interessen nachgingen, während das Haus Gottes wüste lag, war unrein und hatte ein strenges Vorgehen der Regierung Gottes über sie gebracht. Dieser Zustand gleicht dem des christlichen Bekenntnisses unserer Tage sehr.
Der vierundzwanzigste Tag des neunten Monats war ein bemerkenswerter Tag, denn da wurde offenbar ein frischer Anfang mit dem Bauen gemacht, dem Jehova sofort mit den Worten Beachtung schenkte: „Von diesem Tage an will ich segnen." (Kap. 2, 19.) Es ist lehrreich zu sehen, daß dies nicht die erste Bewegung unter ihnen war. Jahre zuvor hatten sie begonnen, doch dann kam eine Zeit des Nachlassens. Das ist sehr oft so; man

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macht einen Anfang, läßt aber dann am Eifer nach, und die geistliche Kraft schwindet. Gott sendet dann ein prophetisches Wort und benutzt es, eine Neubelebung zustandezubringen.' So wird ein neuer Anfang gemacht, und Gott antwortet dem durch eine Zusicherung und Gewährung %ron Segen.
An demselben Tage empfing der Prophet ein zweites Wort, das sich aber an Serubbabel, einem Bild von Christo, wandte. Darin erklärt Gott, daß Er den Himmel und die Erde erschüttern werde, sowie den Thron der Königreiche umstürzen und die Macht der Königreiche der Nationen vernichten werde, in der Absicht, Serubbabel wie einem Siegelring zu machen. Das besagt, Christum wie ein Siegel zu gebrauchen und Ihn gleichsam dem ganzen Erschaffenen aufzudrücken. Gott bringt uns in schmerzlicher Weise zum Bewußtsein, daß die Nationen gegenwärtig nicht das Gepräge Christi tragen. Sie hätten es annehmen können, denn Gott hat Sein Evangelium in die ganze Schöpfung gesandt, und wenn man es geglaubt hätte, so hätten alle, die es annahmen, das Gepräge von Christo empfangen. Es ward aber nicht ge-.glaubt, und so muß eine schreckliche Erschütterung den Weg anbahnen, das Gepräge Christi, des Auserwählten Gottes, hervorzubringen. Gegenwärtig sind die, die einen Eindruck von Christo empfangen haben, passend, einen Teil von Gottes Haus zu bilden und es zu bauen. Aber das kann nur durch die Erschütterung alles dessen geschehen, was dem Fleische und dem natürlichen Menschen angehört. Wenn das Fleisch gerichtet und abgewiesen wird, kann Gott uns mit Seinem auserwählten Siegel versiegeln, und die also Versiegelten können Gottes Haus bauen und es mit Herrlichkeit füllen.
Alles dies ist entschieden eine Hilfe für uns, wenn wir unser Augenmerk darauf richten. Die Propheten Haggai und Sacharja halfen den Bauenden an ihrem Tage. In Esra 8,14 heißt es: „Die Ältesten der Juden bauten; und es gelang ihnen durch die Weissagung
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^s Propheten, und Sacharjas, des Sohnes
, ' Dt? Geis? Gottes hat diese Weissagungen
h riederleqen lassen, damit sie uns m den
r;£s übeTreles der gegenwärtigen Zeit eine Hufe
ennbdeim Bauen des Hauses Gottes. Möge Gott uns
-1--U geben, Nutzen daraus zu ziehen.

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SACHAR JA
Kapitel 1
Das erste Wort an Sacharja lenkte die Aufmerksamkeit auf den Zustand des Abfalls, der Gottes Zorn über Sein Volk gebracht hatte, es war ein Ruf, zu Ihm zurückzukehren, und dann wollte Er zu ihnen umkehren. (V. 3.) Die früheren Propheten hatten sie aufgefordert umzukehren, aber sie hatten nicht gehört. Nun sollten sie anerkennen, daß das, was über sie gekommen war, die Folge davon war. Für uns nun ist es wichtig zu beachten, daß Gottes Prophezeiungen im. Blick auf die Tage gegeben wurden, in denen wir leben, und unser Maß geistlichen Lichtes und Gedeihens hängt sehr davon ab, daß wir sehen, sie sind zustandegekommen. So sind zum Beispiel des Herrn Worte in Matthäus 13, 24-33 Prophezeiungen darüber, was aus dem Reiche der Himmel öffentlich werden würde, es endete damit, daß die große Masse ganz durchsäuert war. Des weiteren tun Pauli Abschiedsworte an die Ältesten zu Ephesus kund, daß nach seinem Abschiede verderbliche Wölfe zu ihnen hereinkommen würden, die der Herde nicht schonen, und daß sogar aus ihnen selbst Männer aufstehen würden, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her. (Ap. 20, 29 u. 30.) 2. Timotheus 3 gibt eine andere Prophezeiung über den Zustand des christlichen Bekenntnisses in den 'Letzten Tagen, und der zweite Thessalonicherbrief warnt vor dem kommenden Abfall. ? Offenbarung 2 und 3 geben uns einen prophetischen Überblick über die Geschichte der Kirche, er endet damit, daß der Herr Laodizäa als äußerst ekelhaft aus Seinem Munde ausspeit. Der zweite Brief des Petrus und 14

e,«. Judas sind in der Hinsicht beachtenswert. Wir
-i" nun anerkennen, daß alle diese Prophezeiungen
, c d, oder im Begriff stehen es zu werden, so daß
f Gliche Bekenntnis der offenbare Gegenstand des
i >- ist. Wenn wir das nicht sehen, werden wir
s i Licht von Gott über die Hilfsquellen erlangen,
! i treuen Überrest am Tage des Abfalls zur Ver-
, s.ehen. Es gibt Hilfsquellen, doch sie werden
r du en kundgetan, die die Wahrheit über die allge-
ic Lnqe anerkennen. Sacharja war ein junger Mann
Qp 2^ und stellt die jugendliche Kraft dar, die zu
, t 7„ 'reuen Dienste in den Tagen des Überrestes
i-i CT 1S>
Das zweite Wort an Sacharja geschah in Gestalt eines Gesichts, es versicherte ihm und denen, die auf ihn hörten, daß Jehova großes Interesse an Jerusalem hatte, obwohl Seiner Regierung gemäß Sein Zorn siebenzig Jahre wider dasselbe entbrannt' gewesen war. Der auf dem roten Rosse reitende Mann hat einen hervorragenden Platz in diesem Gesicht, in Vers 11 wird er der Engel Jehovas genannt; nach Vers 8 hielt er zwischen den Myrten im Talgrunde. Diese stellen, wie ich glaube, den treuen Überrest dar, und damit, daß der Mann auf dem roten Rosse unter ihnen war, gab Gott ihnen und uns die Zusicherung, daß mit uns Einer ist, der weit größere Macht hat als die Reiche, die nach Gottes Anordnung auf dieser Erde bestehen. Der Überrest, zu dem Sacharja gesandt wurde, war zweifellos mit dem Buche Daniel bekannt und wußte, daß auf Erden vier Königreiche auf einander folgen würden, das erste derselben bestand schon nicht mehr und so wird hier nur von dreien berichtet. Worauf es jedoch ankam, war, daß sie alle drei hinter dem Mann auf dem roten Rosse gesehen wurden. Die drei Rosse stellen alle d i e irdischen Mächte dar, mit denen das Volk Gottes in Berührung kommen würde bis zur Aufrichtung des Reiches des Sohnes des Menschen; sie alle werden hinter dem Mann auf dem roten Rosse gesehen, weil dieser in dem Ge-
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sieht den Herrn als Den darstellt, dem nach Matthäus 28,18 alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Es gibt große Mächte, die von Jehova ausgesandt sind, die Erde zu durc? ziehen, doch der Glaube sieht sie alle hinter dem Manne auf dem roten Rosse. Er steht unter den Myrten im Talgrunde, die ^solche darstellen, die zu Christo gekommen und Ruhe von Ihm empfangen haben und von Ihm, dem Sanftmütigen und Demütigen lernen, indem sie Sein Joch auf sich nehmen (Mat. 11, 28-30); nur solche haben Ihn unter sich und verstehen, daß Er ihre Hilfsquelle ist. Die aus der Gefangenschaft Zurückgekehrten liefen Gefahr zu denken, sie könnten den Bau des Hauses Gottes nicht fortsetzen ohne die Genehmigung der Könige von Persien. Gott aber, wollte, daß sie dieses Werk allein den von Ihm gegebenen Lichte gemäß wieder aufnahmen, und zwar, weil Er darin mit ihnen war. Nach Esra 5 begannen sie tatsächlich zu bauen ohne eine Erlaubnis des Königs Darius; sie handelten in dem Lichte dessen, was Haggai und Sacharja ihnen gebracht hatten. Diese Bewegung begann nicht in Verbindung mit dem Cyrus oder Darius oder Artaxerxes der Weltgeschichte, sondern mit dem Engel Jehovas und damit, daß er sich für sie verwandt hatte. „Da hob der Engel Jehovas an und sprach: Jehova der Heerscharen, wie lange willst du dich nicht Jerusalems und der Städte Judas erbarmen, auf welche du gezürnt hast diese siebenzig Jahre?" (V. 12.) Wenn wir das auf unsere Tage anwenden, so ist, denke ich, der Schluß gerechtfertigt, daß die gegenwärtige Neubelebung, die in den letzten hundert Jahren ihren Fortgang nahm, die Antwort auf die Fürsprache Christi ist. Jerusalem stellt das gemeinsame Teil und die Freude aller in Christo gesegneten Heiligen dar. Jerusalem war der göttliche Mittelpunkt, wo sich ganz Israel vereinte Gott zu nahen; es war die Stadt, die Er Sich erwählt hatte, Seinen Namen dahin zu setzen (l.Kön. 11, 36; 14, 21; 2. Chron. 6, 6; 12, 13), so daß kein anderer Mittelpunkt mit ihr in Wettbewerb treten konnte. Wenn Gottes die ganze 16

V-'cH umfassenden Gedanken einen Platz in unsern Her-;-ln bekommen, so sehen wir, daß wir und alle Heiligen 7n "Beziehung zu ihnen stehen; alles Engere, nur einen 7V;1 Umfassende und Sektiererische fällt dann weg, da ? ?-? c|cb mit unsrer geistlichen Anschauung nicht verträgt. V/;- wissen, daß des Herrn Gebet für die Seinen war, daß sie alle eins seien, und es ist höchst lehrreich zu ?•t5 en, daß Seine Fürsprache in den Tagen des Überrestes, wie wir sie auf selten des Engels Jehovas in Sacharja 1 finden, dahin geht, daß Gottes Gedanken mit B'->zug auf die ganze Welt wieder in Seinem Erbarmen zum Ausdruck kommen möchten. Er begehrt damit, daß sie einen derartigen Platz in dem Glauben und dem Herzen der Heiligen haben, daß sie ihrem Miteinanderwan-deln und ihrem Gottesdienste das Gepräge verleihen. Wenn Jerusalem das Weltumfassende darstellt, so können wir die Städte Judas als die örtlichen Versammlungen auffassen, in denen Gottes weltumfassenden Gedanken entsprochen wird und sie gemeinsam genossen werden, ungehindert durch irgendwelche menschliche Anordnungen. Ich denke, es ist recht, anzuerkennen, daß das Neuaufleben dieser großen und kostbaren Wahrheiten durch die Fürsprache Christi zustande kam, und wenn wir das bedenken, so wird ein Abweichen von ihnen etwas sehr Ernstes.
Die Reiche, die Gott erstehen ließ, als Er den Nationen die Obergewalt übertrug, taten zu der Zeit nichts für Jerusalem. Die Engel konnten nur berichten: „die ganze Erde sitzt still und ist ruhig", und das tat sie, trotzdem Jerusalem eine Ruinenstätte war und das Haus Gottes wüste lag. Gott hatte die Nationen gebraucht, Sein Volk zu züchtigen, sie aber waren in dem, was sie taten, bis zum äußersten gegangen. Er sprach: „ich habe nur ein wenig gezürnt, isie aber haben die Drangsal weiter getrieben." Gott war daher außerordentlich über die Nationen erzürnt, die es sich bequem machten und sich nicht um die Stadt kümmerten, die Er liebte, und so tat Er dem Propheten kund, daß Er „mit großem Eifer
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2 Haggai und Sat&arja

Hl! !

für Jerusalem und für Zion" eifere, und fügt dem in Vers 16 hinzu: „Ich habe mich Jerusalem wieder mit Erbarmen zugewandt; mein Haus, spricht Jehova der Heerscharen, soll darin gebaut, und die Meßschnur über Jerusalem gezogen werden." Das heißt, Gott übernimmt auf die Fürsprache des Engels hin diese Angelegenheit Selbst. Welch ein Trost ist es zu wissen, daß die Neubelebung in unser-n Tagen das Werk Gottes Selbst ist, und dies als Antwort auf die Fürsprache Christi! Wir können gewiß isein, daß Er Sich darum kümmert, wenn es auch nur ein kleiner Überrest ist, der Seinen Gedanken erfaßt hat. Es entspricht gar nicht dem Gedanken Gottes, daß die ganze Erde still sitzt, während Jerusalem von den Nationen zertreten wird. (Luk. 21, 24.) Alle menschlichen Anstrengungen, der ganzen Welt Frieden zu bringen, werden versagen. Der Friede auf Erden hängt davon ab, daß Jerusalem seinen Platz als die Stadt des großen Königs bekommt. (Psalm 48, 2.) Inzwischen haben wir zu erfassen, was gegenwärtig den Platz Jerusalems und des Hauses daselbst eingenommen hat und Gottes Hauptinteresse ausmacht. Ohne das klar zu sehen, können wir das Buch Sacharjas gegenwärtig nicht richtig anwenden. Paulus sagt uns in Gal. 4, 25, daß das jetzige Jerusalem mit ihren Kindern in Knechtschaft ist, doch er redet dort auch von dem, was unser Jerusalem genannt werden kann, und sagt: „aber das Jerusalem droben ist frei, welches unsre Mutter ist." (V. 26.) Sonach gibt es gegenwärtig ein geistliches Jerusalem, wenn wir auch zugeben müssen, daß dessen Wesenszüge durch das christliche Bekenntnis schon lange entsetzlich verdunkelt worden sind. Der Segen Abrahams ist in Christo Jesu zu den Nationen gekommen, auf daß wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben, und nun sind die Gläubigen alle Söhne Gottes durch den Glauben, und sie sind in Christo Jesu alle eins. (Gal. 3, 14, 26, 28.) Die Freiheit, die wir in Christo Jesu haben, ist von Anbeginn ein Hauptgegenstand des Angriffs des Feindes gewesen; er

i <= in Knechtschaft sehen. Als die Christen von r Linken der Segnung in Christo Jesu abkamen 1 - geschah sehr früh in der Geschichte der Kirche), r ri damit Gottes Gedanken und Seine wahre 1 ,uf, und Sein Volk geriet in Gefangenschaft. Das • t Lehrgebäude der Gesetzesknechtschaft kam in i vas Christentum zu sein bekannte, und dem öffent-1- n Zeugnis nach ward Jerusalem ein Ruinenhaufen. ,,'w konnte es irgendwelche Freiheit oder Freude vor s 'f geben, wenn die Rechtfertigung aus Glauben nicht rtkannt wurde und die Leute "in ihren Seelen auf dem j vlen dessen gehalten wurden, was sie dem Fleische : >ci waren? Die Reformation war Gottes Anfang, Sich Jerusalem voll Erbarmen wieder zuzuwenden, und von der Zeit an brach in das Dunkel der Christenheit immer mehr Licht herein, bis es Gott gefiel, vor reichlich hundert Jahren den Dienst Pauli, was das Evangelium und die Versammlung anlangt, wiederherzustellen. Gottes weltumfassende Gedanken der Segnung in Christo lebten im Gegensatz zu des Menschen falschen Gedanken über das, was „katholisch" (allumfassend) war, wieder auf. Und als der Glaube und das Herz derer, die Freiheit in Christo Jesu genossen, die Einheit aller Heiligen als solcher erfaßte, die in Christo gesegnet waren, kam man von der Knechtschaft des Sekten- und Priestertums ab, und die Heiligen fanden, daß sie im Lichte der Gedanken Gottes über alle Seine Berufenen zusammenkommen und anbeten konnten. Es mag manchen als etwas Geringes erscheinen, daß einige schwache Heilige imstande sein sollten, der Wahrheit gemäß miteinander zu wandeln, doch gerade darin sehen wir, daß Gott Sich Jerusalem wieder voll Erbarmen zugewandt bat. Damit machte Er das, was von Ihm herrührte, und was jahrhundertelang verdunkelt und geleugnet worden war, zu einer tatsächlich vorhandenen und greifbaren Wirklichkeit.
„Und Jehova antwortete dem Engel, der mit mir redete, gütige Worte, tröstliche Worte." (V. 13.) Es ist



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kostbar daran zu denken, daß Christus dafür eintritt, daß Gottes ursprüngliche Gedanken und Vorsätze am Ende der Geschichte der Kirche in einem Überrest neu aufleben sollten, und daß Gott Ihm darauf mit gütigen und tröstlichen Worten antwortet. Gott gab Christo den besonderen Trost, daß ein Überrest die Wahrheit erfassen sollte, 'daß Er das -Haupt sei, er sollte Seiner Liebe entsprechen und seine Vereinigung mit Ihm als Seine Brüder vor Seinem Gott und Vater kennen. O, daß die Christen allenthalben dahin kämen, in diese kostbaren Wahrheiten einzugehen, und die Wunder der großen Gedanken Gottes erfaßten, wie sie besonders in dem Dienste des Apostels Paulus zum Ausdruck kommen! Gott hat diese Gedanken in Seinem Erbarmen wieder aufgenommen. Er hat sie zwar nie aufgegeben, doch Er ist gleichsam zu ihnen zurückgekehrt in Seinen Wegen tatsächlicher Segnung, so daß Tausende von Heiligen über die ganze Welt hin ihre Freude und Gemeinschaft mit Gott und mit einander in diesen kostbaren göttlichen Wirklichkeiten finden. Auf diese Weise sorgte Gott für den Trost des Herzens Christi, und das am Ende einer Geschichte, in der so vieles in den Versammlungen aufkam, was Seine Züchtigung notwendig machte.
Jehova wollte, daß der Überrest wußte, daß, wenn sie an Seinem Hause arbeiteten, sie mit dem beschäftigt waren, was Er vor Sich hatte, und so sprach Er zu ihnen: „Ich habe mich Jerusalem wieder mit [Erbarmen zugewandt; mein Haus, spricht Jehova der Heerscharen, soll darin gebaut, und die Meßschnur über Jerusalem gezogen werden." (V. 16.) Was kann es Ermutigenderes geben, als die Gewißheit, eben das zu tun, was Gottes gegenwärtiges Ziel ausmacht? Würde nicht jedes Ihm ergebene Herz ein derartiges Vorrecht (wahrhaft schätzen? Ich glaube, wir können heute ohne Bedenken sagen, daß die Meßschnur über Jerusalem gezogen wird. Das heißt, die kostbaren und weltumfassenden Gedanken Gottes werden beständig in dem Dienste des Wortes in einer Weise voraus gebracht und begründet wie noch

, ,t den Tagen der Apostel. Wenn wir kein klares ( Jnis über den Bau der Stadt Gottes haben, so ,! q nicht am mangelnden Dienst. Jedes Jahr fügt i klar gekennzeichneten Gebiet etwas hinzu. Der 1 Gottes hört nicht auf, zu den Versammlungen zu , p, solange sie auf Erden sind, und dies, damit die ,'tidzuge der Wahrheit immer klarer hervortreten, r wissen, daß sie in der Schrift fortwährend dargetan werden, doch der Dienst des Geistes läuft beständig darauf hinaus, sie den Auffassungen und dem Verständnis d»r Heiligen der Versammlung klarer zu machen. Jede weitere Zunahme darin mehrt das Wohlgefallen Gottes an Seinem Volke.
Der letzte Abschnitt unseres Kapitels bringt uns ein anderes Gesicht. In Vers 18-21 heißt es: „Und ich hob meine Augen auf und sah: und siehe, vier Homer. Und ich sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Was sind diese? Und er sprach zu mir: Diese sind die Hörner, welche Juda, Israel und Jerusalem zerstreut haben. Und Jehova ließ mich vier Werkleute sehen. Und ich sprach: Was wollen diese tun? Und er sprach zu mir und sagte: Jene sind die Homer, welche Juda dermaßen zerstreut haben, daß niemand mehr sein Haupt erhob; und diese sind gekommen, um sie in Schrecken zu setzen und die Hörner der Nationen niederzuwerfen, welche das Hörn gegen das Land Juda erhoben haben, um es zu zerstreuen." Wir sehen hier, wie vier Reiche der Nationen ihre Macht dazu benutzten, das Volk Gottes zu zerstreuen. Der Vorsehung Gottes gemäß sind die obrigkeitlichen Gewalten dazu gesetzt, Böses Tuende zu bestrafen und die das Gute tun anzuerkennen (Rom. 13, 1-3), soweit sie nun dhrem göttlichen Auftrag nachkommen, sind sie zugunsten des Volkes Gottes und haben sogar unter außergewöhnlichen Umständen, wie unter der Herrschaft des Kores (Cyrus) und zu anderen Zeiten die Angelegenheiten Gottes gefördert. Wir verdanken gegenwärtig in diesem Lande einer Regierungsform sehr viel, die uns, was den Dienst Gottes anlangt,



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nicht nur keine Schranken auferlegt, sondern uns sogar bei jeder Art von Angriffen in Schutz nimmt. Laßt uns ernstlich beten, daß uns diese Freiheit erhalten bleibt, sie ist ein außergewöhnliches Erbarmen Gottes. Weit öfter ist es der Fall gewesen, daß die „vier Hörner" ihre Macht zur Zerstreuung benutzt haben. Alle können sehen, daß die Mächte der Nationen Israel und Juda zerstreut haben, und unter der Macht Roms wurde Christus gekreuzigt und die Heiligen hatten lange Jahre der Verfolgung zu erdulden. Den größten Teil der letzten neunzehnhundert Jahre haben die bestehenden Gewalten unter dem Einfluß eines verderbten Bekenntnisses gestanden, welches das Volk Gottes, wo es nur konnte, verfolgte und zerstreute.
Wie außerordentlich ermutigend ist es doch, daß immer eine dem entgegenwirkende Macht vorhanden war. Die vier Werkleute waren die ganze Zeit zugegen und waren mit einer Kraft und Geschicklichkeit wirksam, die wahrhaft größer als die der Hörner war, denn sie gingen der Macht und Weisheit Gottes gem^ß vor. Handwerker sind Personen, die eine aufbauende Tätigkeit ausüben, und ich glaube,,daß sie im Gesichte Sacharjas die Kräfte darstellen, durch die Gott Sein geistliches Werk ausgeführt hatte, das die Heiligen auf ihren aller-heiligsten Glauben aufzuerbauen suchte, damit sie gestärkt angesichts der Gegenwart und Wirksamkeit zerstreuender Mächte standhalten konnten. In all diesen Zeitaltern war jeder treue Heilige ein überwihder, und die Tatsache, daß es Uherwinder gab, zeigt, daß die ganze Zeit über ein aufbauendes Werk stattfand. Wie muß es die schwachen Bauenden in den Tagen Sacharjas ermutigt haben, zu wissen, daß, wenn sie wirklich für und mit Gott bauten, eine Macht mit ihnen war, die den zerstreuenden Mächten weit überlegen war! An einem Tage, wo solche am Werke sind, ist es gut, daran zu gedenken. Zerstreuende Mächte können sittlich nur dadurch überwunden werden, daß wir das tatsächliche Werk Gottes fortsetzen. Die wahrhaft aufbauenden
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4.,r sind stärker als die Hörner. Pauli Werk, zum
nu4 hat sich, weit stärker erwiesen als die ganze
~-> d^r Cäsaren, denn es hat in Myriaden Herzen
adferbaut, was keine irdische Macht zu zerstören
- » Mcj und so steht es bis zu einem gewissen Grade
i >\rm wahrhaft geistlichem Dienst am Worte und
^ ,'klich geistlichen Tätigkeit.
\Wlchem Druck wir auch ausgesetzt seien, wir haben - - mit dem, was aufbaut, zu befassen; der Bau des ; v.ses hat unser Hauptinteresse, unsre Haupttätigkeit ,< sein. Es mag dem natürlichen Auge nicht scheinen, J i£ die aufbauende Kraft größer als die zerstreuende ist, im göttlichen Lichte jedoch ist sie es ganz bestimmt. In Zeiten des Drucks ist es höchst wichtig, daß der Dienst des Wortes weitergeht und wir einander auferbauen. Die „Werkleute" müssen geschäftig am Werke sein, damit das Sammeln weitergeht, statt des Zerstreuens. Gott erschüttert die Weltlage um das im Blick auf Sein Haus Notwendige zusammenzubringen, wie wir in Hag-gai sehen. Er baut Seine Heiligen auf, damit die sie zerstreuende Tätigkeit, von wem sie auch ausgeübt werde, zuschanden wird. Möchte die Erwägung alles dessen dazu dienen, daß wir wie der Überrest vor alters in un-serm Bauen Fortschritte machen.
Kapitel 2
In einem weiteren Gesichte sieht Sacharja einen Mann mit einer Meßschnur in seiner Hand und fragt ihn: „Wohin gehst du?" Und er sprach zu ihm: „Jerusalem . zu messen, um zu sehen, wie groß seine Breite und wie groß seine Länge ist." (V. 2.) Das aus diesem Gesicht erkennbare Ergebnis der Tätigkeit der „Werkleute' ermöglichte es, etwas Bestimmtes über das Jerusalem nach den Gedanken Gottes festzustellen. Die ganze Breite und Länge der Gedanken Gottes über Seine Versammlung kommt vor uns. Der Mann mit der Meßschnur hat deren ganzes Gebiet vor sich, und zwar im Blick auf
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i:ii?

deren vier Seiten, die das Weltumfassende andeuten. Wenn Gott Sich Jerusalem voll Erbarmen zuwendet, so tut Er das im Blick auf ein Jerusalem von bestimmten Abmessungen, die Seinen eignen Gedanken entsprechen. Keine geistliche Person könnte auf den Gedanken kommen, daß das christliche Bekenntnis heutzutage den Gedanken des Herrn oder der Lehre Seiner Apostel entspricht. Nach außen hin ist alles in einem Ruinenzu-stand, wie in den Tagen Sacharjas, Gottes Eingreifen in Gnade aber lenkt unser Augenmerk auf das, was Er vorhat. Das aufbauende Werk heutzutage geschieht Seinem Plan gemäß. Wenn wir nicht darauf achten, daß alles den Abmessungen Gottes entspricht, so haben wir kein Ziel vor uns und wir werden tatsächlich wenig zum Aufbau beitragen, sondern mehr oder weniger zum Ruin.
Der Mann mit der Meßschnur lenkt unsere Gedanken auf das, was Gott vorhat, und deutet an, daß Er es in offenbarer Weise durchführen werde. Die völlige Erfüllung der Weissagung dieses Kapitels ist die Errichtung •:'es Jerusalems auf Erden, als Stadt der Wahl Gottes. Das wurde dem Überrest vorgestellt, um ihn an einem Tage kleiner Dinge zu ermutigen. Sie sollten die große Ausdehnung dessen vor sich haben, was Gott an einem kommenden Tage der Herrlichkeit für Jerusalem tun würde, damit es ihnen Anreiz und Stärke am Tage so vieler Schwäche sei. Was dem entspricht, haben wir in unsern Tagen: Gott hat die ganze Breite und Länge dessen, was Er mit der Versammlung im Sinne hat, vor Seine Heiligen gebracht, und dies deshalb, damit es beim Aufbau Gestalt gewinne, und zwar in einer bestimmten und lebendigen Weise. Gottes Jerusalem heute ' ist durch den Tod Christi zustandegekommen. Kajaphas weissagte: „Daß Jesus für die Nation sterben sollte", und dem wird hinzugefügt: „und nicht für die Nation allein, sondern auf daß er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte." (Joh. 11, 51 und 52.) Dieses In-eins-Versammeln der Kinder Gottes ist das Jeru-

- (las Gott heutzutage erwählt und liebt. Sodann
! " V . c;ohn Gottes als der Hirte der Schafe gesagt:
-?. / :i habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hofe
. ?? ?• ch diese muß ich bringen, und sie werden meine •-..-? hören, und es wird eine Herde und ein Hirte
?:?? * i,!oh. 10, 16.) Welch ein Gegensatz ist das den . , Yn Höfen der Christenheit gegenüber! Doch das ist <:.<Mf-s Gedanke, kein Gläubiger könnte das auch nur einen Augenblick in Frage stellen. Was dann die Gabe CJ.-S Heiligen Geistes anlangt, so sagte Petrus am Pfingst-t;iqe: ..Denn euch ist die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele irgend der Herr, unser Gott, herzurufen wird." (Ap. 2, 39.) Daß alle von Gott Herzugerufenen dieselbe göttliche Gabe empfingen, brachte eine solche Einheit zustande, wie sie nie zuvor auf Erden gekannt worden war. Davon redet auch l.Kor. 12, 13: „Denn auch in der Kraft des einen Geistes sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geiste getränkt worden." Alle, die in Christo sind, sind „ein Leib in Christo, einzeln aber Glieder von einander." (Rom. 12, 5.) Der Gedanke verschiedener Parteien und Meinungen könnte in der Tat nicht in den Kreis eingeführt werden, den die Schrift als „in Christo" und „in Christo Jesu" bezeichnet. Nichts mit der Wahrheit Unverträgliches darf in der Versammlung Gottes Fuß fassen, denn sie ist „der Pfeiler und die Grandfeste der Wahrheit." (1. Tim. 3, 15.)
Fassen wir diese Gedanken zusammen, denen noch gar manche andere Schriftstellen hinzugefügt werden könnten, so bekommen wir einen Begriff von dem, was jetzt der Stadt Jerusalem nach Sacharja entspricht. Gott wirkte eine Neübelebung Seiner kostbaren Wahrheit im Dienste des Wortes und in den einsichtigen Zuneigungen Seiner Heiligen und kehrte so dadurch, in Seinen Wegen des Erbarmens und der Segnung, zu Seinen ursprünglichen Gedanken zurück, daß Er sein Volk dahin 'brachte, zu ihnen zurückzukehren. Die Breite und Länge



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Seiner Gnade und Seines Ratschlusses in Christo sind uns gleichsam abgesteckt worden, damit wir sie erfassen, in ihnen leben und miteinander wandeln als solche, die in der lebendigen Kraft dessen stehen. Aus der vorliegenden Schriftstelle ersehen wir, daß Jerusalem nicht nur gemessen, sondern auch bewohnt werden sollte: „Als offene Stadt wird Jerusalem bewohnt werden wegen der Menge Menschen und Vieh in seiner Mitte." (V. 4.) Gottes Absicht ist nicht, die Wahrheit der Versammlung an sich vor uns zu haben, von uns aufgenommen, sollte sie in unserm Wandel ausgewirkt werden, denn sie kommt keineswegs als ein Zeugnis vor uns, es sei denn, daß lebende Personen darin wandeln. Gott führt Sein Volk in diesen letzten Tagen dahin, Jerusalem zu bewohnen. Wenn wir mit unsern Brüdern in der Wahrheit dessen zu wandeln suchen, was Gottes Gedanke für alle Seine Heiligen ist, so hat Er Wohlgefallen an uns, und wir erfahren Seinen Schutz in besonderer Weise: „Und ich, spricht Jehova, werde ihm eine feurige Mauer sein ringsum, und werde zur Herrlichkeit sein in seiner Mitte." (V, 5.) Wenn wir uns dem völlig widmen, was von Gott ist, so wird Er uns sicherlich beschützen; die Versammlung Gottes, „die er sich erworben hat durch das Blut seines Eigenen" (Ap. 20, 28), ist Ihm nicht weniger kostbar als Jerusalem, sie ist heutzutage das wahre Jerusalem, und Gott ist die Herrlichkeit in ihrer Mitte. Es gibt keine derartige Herrlichkeit wie Gott in der Mitte Seiner Heiligen. O, daß wir mehr erwarteten, das zu erfahren, wann immer wir zusammenkommen! Das kann natürlich nur dann geschehen, wenn ein heiliger Zustand vorhanden ist. Wo Christus von Herzen geschätzt wird und alle die Freiheit, die in Christo Jesu ist, genießen und dem Fleische kein Platz gegeben wird, steht dem nichts entgegen, daß die Herrlichkeit Gottes in der Mitte Seiner Versammlung gekannt wird. Solchen, die in Glauben und Liebe an Gottes Gedanken über Christum und die Versammlung festhalten, wird Gott „eine feurige Mauer ringsum
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t i «stlichen Bekenntnis gibt es viel, das des tu wert ist, denn sein Gerach kommt vom uid nicht von Gott. Die Frage an uns alle ist: % für Gott Wert als solche, die dem von Her-t lc" sind, was in Seinen Augen kostbar ist? Auch urq Heilige, die miteinander in Wahrheit und i \ andern, werden finden, daß Gott ihnen „eine" iqe Mauer ringsum" ist. Diese Erkenntnis war viel-t ü nie notiger als in unsern Tagen. Dann ergeht ein gnadenreicher Ruf an die vielen, die - ht in Jerusalem wohnen, die also die Freiheit, die in Christo Jesu ist, nicht wahrhaft kennen. „Hui! hui! fliehet aus dem Lande des Nordens! .spricht Jehova . . . Hui! entrinne, Zion, die du wohnest bei der Tochter Babels!" (V. 6 und 7.) Zu der Zeit war noch die große Masse der Juden in Babel, geradeso wie heute die große Masse des Volkes Gottes noch einer Kirchenwelt angehört, die sie der Freiheit der Versammlungsvorrechte beraubt. Doch sie alle werden aufgerufen, der Knechtschaft zu entfliehen und zu ihrem wahren Platz der Freiheit zu kommen, wie er den Erbarmungen Gottes entspricht, die Gott Seinem Volke heute erweist. Jeder wahre Gläubige gehört Jerusalem an und sollte seinem Herzen und seinen Beziehungen nach "dort sein. Was Gott für einige von Seinem Volke getan hat, ist Er bereit für alle zu tun.
Dann haben wir in Vers 8 ein beachtenswertes Wort: „Denn so spricht Jehova der Heerscharen: Nach der Herrlichkeit hat er mich zu den Nationen gesandt, die euch geplündert haben; denn wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an". Nach dem Einzüge der Herrlichkeit in Jerusalem wird Gott gegen jede sich Ihm widersetzende Macht vorgehen. Wir wissen, daß nach der Verherrlichung der Versammlung Gott das verderbte, götzendienerische Babylon richten wird. (Offb. 17 und 18.) Doch durch Wiederbelebung der Wahrheit über die Versammlung und dadurch, daß Er Sich eine Übereinstimmung mit ihr sicherte, hat Gott, wenn auch nur in
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einem kleinen Überrest, schon in einein geistlichen Sinne die Herrlichkeit eingeführt. Das erfordert nun mehr denn je, alles Babylonische und Verderbende zu richten, denn wir können uns darauf verlassen, daß Babylon dem Jerusalem Gottes allezeit feindlich gegenüberstehen wird, und deshalb ist es dem Gerichte Gottes auf immerdar verfallen. Er ist außerordentlich empfindlich gegen alles, was Sein Jerusalem antastet, „denn wer euch antastet, tastet seinen (d. h. Gottes) Augapfel an." Es könnte kein treffenderes Bild dafür gebraucht werden, wie empfindlich Gott gegen alles ist, was die antastet, die Ihn lieben und als eine Gesamtheit dn Seine Gedanken eingehen. Aus alledem wird uns wohl klar geworden sein, daß Jerusalem das darstellt, was die Heiligen miteinander gemein haben und gemeinsam miteinander genießen, es stellt also eine Gemeinsamkeit dar.
So sagt Jehova in Vers 10: „Jubele und freue dich, Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und werde in deiner Mitte wohnen spricht Jehova." Gott sichert Sich einen Platz, wo Er unter der Gesamtheit Seines Volkes wohnen kann. Glauben wir das wirklich? Sollte es nicht unsre Hauptsorge sein, Zustände aufrechtzuerhalten, die Seinem Wohnen in unsrer Mitte entsprechen? Wir können uns kaum vorstellen, daß Gott in der Mitte Seiner Heiligen wohnt, ohne Sein Evangelium zu segnen, wie es in Vers 11 zum Ausdruck kommt: „Und an jenem Tage werden sich viele Nationen an Jehova anschließen, und sie werden mir zum Volke sein". Da haben wir der, Gedanken, daß sich andere an den inmitten Zions wohnenden Gott anschließen. Was den Umfang der Gedanken Gottes anlangt, kommen wir zu kurz, wenn sich Seine Erkenntnis nicht ausbreitet; das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.
In Vers 12 heißt es dann: „Und Jehova wird Juda als sein Erbteil besitzen in dem heiligen Lande und wird Jerusalem noch erwählen." Gott hat Menschen zu Seinem Erbteil erwählt. Welch ein wunderbarer Ge-
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aef sollte uns das ergreifen. Wenn wir un-'<•- Semer wunderbaren dn Christo kundgemach-( am und von dem Besitz ergreifen, was Er % jllig gegeben hat, werden wir Sein Erb-1 ---en sicher sein, daß Gott nichts solche •et, wie diese Vorsätze der Liebe betreffs rv ahlten, die in Christo Gestalt gewonnen r is* ?wirksam, daß sie derart in den Herzen der r i oekannt werden, daß Er die Ihm gebührende ~ rief und Anbetung bekommt. In dem Maße wie •-,» i~n alles dessen, was Er kundgemacht, in die ^ Seiner Heiligen kommt, wird Ihm Preis und *•> chkeit werden. Es kommt vor Ihn nicht nur als was Er in Seinem eignen Herzen kennt, sondern das, was in den Herzen derer, die Seine Versamm-1 i iq bilden, gekannt wird. Wenn solche Seine Gedanken* mit großer Freude erfassen, werden sie Sein Erbteil. So wird es in Ewigkeit sein.
Dieses Abschnitt des Buches endet mit der Aufforderung: „Alles Fleisch schweige vor Jehova, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung." (V. 13.) Wenn Gott Sich aufmacht, Seine Gedanken und Vorsätze in betreff Seiner Versammlung durchzuführen, so wird Er das der Ihm eigenen Weise gemäß tun. Uns sollte vor allem daran gelegen sein, in dem, was Er tut, mit Ihm zu sein, und Ihm in Seinem Werke zur Verfügung zu stehen. Es ist wichtig zu beachten, daß das, was wir betrachtet haben und was dem in diesem Buche folgt, zu einem aus der Gefangenschaft zurückgekehrten Volke geredet wurde, das Gottes Werk vernachlässigte; sie wohnten in ihren eigenen Häusern, während Sein Haus wüste lag. Doch Er half ihnen und weckte ihre Tatkraft wieder auf, indem Er ihnen das vorstellte, was Er Sich in Seinem Herzen vorgenommen hatte, und ihnen darlegte, was es in sich begriff, daß Er Sich Jerusalem wieder mit Erbarmen zugewandt hatte. (Kap. 1, 16.) Das war es gerade, was Gottes in solchen Umständen würdig war. In unsern Tagen nun möchte Gott uns, trotz der
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allenthalben gefühlten Schwachheit und des geringer! Interesses an Seinen Dingen, daran erinnern, daß Er Sich aufgemacht hat, das durchzuführen, was Er im Sinne hat, und dies, damit wir nicht an das denken, was wir tun, sondern an das, was Er tut, und uns von Herzen damit einsmachen. Jeder -Gläubige sollte sich fragen: Tut Gott heute etwas mit Bezug auf die Versammlung, wie sie Seinen Gedanken entspricht? Hat Er Sich ihr wieder mit Erbarmen zugewandt? Wenn das der Fall, so möchten wir in dem, was Er tut, mit Ihm sein. Wie gering es auch erscheinen mag, wenn Gott das tu!:, so ist es in Wirklichkeit größer als alles andere in der Christenheit. Es ist in sittlicher Hinsicht wohlgeeignet, es mit alledem zu verbinden, was in der himmlischen Stadt entfaltet werden wird, eben deshalb verbindet Jehova in dem von uns betrachteten Buche die fortschreitende Neubelebung mit all der künftigen Herrlichkeit Jerusalems und der Seines Hauses, Nur also betrachtet, konnte das Werk in einer Weise in Angriff genommen werden, die Gottes würdig war.
.Kapitel 3
Hier kommt der das Volk in seinem tatsächlichen Zustande darstellende Hohepriester Josua vor uns; sogar das Priestertum war beschmutzt und für den heiligen Dienst unpassend geworden. Es war ein unreiner, Zustand vorhanden, den Gott nicht übersehen konnte, denn Er ist Licht und gar keine Finsternis ist in Ihm. (1. Joh. 1,5.) Doch wenn Er Jerusalem erwählt hatte und zu ihm mit Erbarmen zurückgekehrt war, so mußte Er die Unreinheit hinwegnehmen und, damit Sein Dienst ausgeübt werden konnte, passende Zustände dafür einführen. Zweifellos ist vieles unter dem Volke Gottes aufgekommen, was Seinen Gedanken des heiligen Prie-stertums zuwider ist. Unser Schriftwort zeigt, daß sogar unter einem zurückgekehrten Überrest, die Kleidung der Priester schmutzig sein kann. ? Obwohl äußerlich aus 30

' 'iingenschaft und Verderbtheit Babels zurückge-
- jr ein unreiner Zustand vorhanden, der es Gott
v. i machte, einen Dienst in der Schönheit der
i< zu bekommen. Doch Gott in Seiner wunder-
G'idde unternahm es sogar, einen solchen Zustand
m Ordnung zu bringen, weil es Sein Gedanke
uas Ihm gebührende Teil unter Seinem Volke und
^ u wohlannehmlichen Dienst zu empfangen.
£S ist zu beachten, daß Satan persönlich in dieser An-r;,.]egeaheit gesehen wird; Gott nimmt gleichsam den Vorhang hinweg und stellt die Quelle des aufgekom-Tv.onen Bösen bloß. Sodann zeigt Er uns, daß der, der dessen Quelle war, alles tun würde, die Absichten der Gnade zu verhindern. Doch der „Engel Jehovas" war zu-qeoen, und ich glaube, daß, wenn dieser Ausdruck in der Schrift gebraucht wird, er immer in Beziehung zu Christo steht. Josua stand vor dem Engel Jehovas, war also des mächtigen Eingriffs Gottes in Christo gewärtig, und dahin stellt uns der Glaube, wie beschmutzt wir auch sein mögen, oder vielmehr das unendliche Erbarmen. Wenn wir diesen Standort einnehmen, wird Satan, was immer er vorhat zu tun, gescholten werden. Es handelt sich um Gottes Unumschränktheit. Er hat Jerusalem erwählt, und Er hat ein Recht dazu. Und im Blick auf Josua sagt Jehova: „Ist dieser nicht ein Brand, der aus dem Feuer gerettet ist?" In der Gegenwart Satans besteht Gott auf Seinem Recht des Erbarmens; wenn Er gesonnen ist, einen Brand aus dem Feuer zu erretten, so tut Er das trotz Satans. Und je einfältiger und völliger wir bereit sind, den Platz von aus dem Feuer geretteten Bränden einzunehmen, desto mehr werden wir den überschwenglichen Reichtum der Gnade Gottes in Güte gegen uns in Christo Jesu kennen lernen. (Eph. 2, 7.) Wer in seinem Verhalten dem entspricht, ein aus dem Feuer geretteter Brand zu sein, ist mit aller Selbstherrlichkeit zu Ende gekommen. Ich denke nicht, daß auch nur einer von uns seine schmutzigen Kleider losgewor-
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den ist, ohne in ihnen in der Gegenwart Christi gestanden zu haben. Josua muß gefühlt haben, welch ein Gegensatz zwischen ihm und dem Engel Jehovas bestand,
Wir sollten beachten, daß das, wogegen hier vorgegangen wird, nicht das Ungöttliche eines Weltmenschen ist, sondern ein unreiner Zustand des Priestertums; es handelt sich hier um einen Verunreinigten, der, was den Dienst Gottes anlangt, die höchst mögliche Stellung innehatte. Daraus sehen wir, daß sogar unter religiösem Wandel und dessen Vereinigungen schmutzige Kleider sein können, die uns für den Dienst Gottes unpassend machen. Gott will uns solcher Dinge entkleiden, und ich denke, Er benutzt den Dienst des Wortes, uns von dem freizumachen, was die Geistlichkeit unseres Dienstes vor Gott hindert; denen, „die vor ihm standen", ward gesagt, Josua die schmutzigen Kleider auszuziehen. Ich glaube, das tat Paulus bei den Galatern, als er ihnen seinen Brief schrieb, und bei den Korinthern in seinem ersten Brief an sie. Der Dienst ist da eine Hilfe, doch . nur die wirklich vor Gott Stehenden können uns da helfen, denn sie allein wissen, was dem Dienste Gottes angemessen ist. Aus der Schrift lernen wir, daß das Jüdische, das in den frühen Tagen der Kirche eingeführt wurde, und wogegen der Apostel Paulus so beständig zu kämpfen hatte, in Wahrheit unrein war und „schmutzigen Kleidern" glich. Beschneidung, Gesetzhalten, Beobachten von Tagen, Monaten, Zeiten und Jahren (Gal. 4, 10), alles Jüdische konnte nur verunreinigen, nun Gottes Gedanken in Christo kund-getan worden waren. Vor Gott Stehende wissen, daß alles mit dem Menschen im Fleische Verbundene verunreinigt, denn Gott mußte es vor Seinem Angesicht im Tode Seines Sohnes hinwegtun. Der Mensch im Fleische kann keinen Platz vor Gott oder in Seinem heiligen Dienste haben. Daß Christus für alle gestorben, beweist, daß alle tot waren (2. Kor. 5, 14), und wir können nichts vor Gott in Seinem Dienste 'bringen, was
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tot erachtet. Philosophie und eitler Betrug, sowie uiogesinntheit seinen eignen Willen tun (Kol. ? i smd „schmutzige Kleider", weil das alles, "wie , - i uch von den Menschen geschätzt werden mag, C -iSfus ist. Pauli großer Dienst war, Christum zu nc'iqpn, um „jeden Menschen vollkommen in , darzustellen". (Kol. 1, 28.) Wie vieles ist in dem, benennt, Gottesdienst zu sein, aufgekommen, was i' nach Christo" ist! (Kol. 2, 8.) Es sind alles „schmut-Kle'der", die zum heiligen Dienst unfähig machen. menschliche Verstand ist seinem Wesen nach un-' r, denn er vermag sich nicht über Maß des Menschen ^lieben, und der von Gott abgekommene Mensch ist ^ilig Wir haben sonach alle, angesichts der großen ? jrsprache Christi, vor Gott zu stehen und zu sehen, ie Gott zu Seinem Wohlgefallen dafür gesorgt hat, uns sit Christo, also dem Wesen nach mit „Feierkleidern" zu bekleiden.
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Und zu Josua sprach der Engel: „Siehe, ich habe deine Ungerechtigkeit von dir genommen, und ich kleide dich in Feierkleider." (V. 4.) Es ist wichtig zu sehen, daß Gott dieses tut, daran hat kein menschliches Wirken einen Anteil. Es geschieht deshalb, damit Gott Sein Teil von den also Gekleideten bekommt. Gott hat Freude darüber, daß wir uns dessen bewußt sind, in Christo vor Ihm zu sein. Als von Gott berufene Heilige, können wir vor Ihm überhaupt keine andere Stellung haben; jeder Gläubige, der den Geist hat, ist in Christo, wenn auch viele nur „Kindlein in Christo" sein mögen (1. Joh. 2, 13), d. h. noch klein iSind in dem Erfassen dessen, was es ist, in Ihm zu sein. Ein Kindlein in Christo hat die Erlösung erfaßt, die in Christo Jesu ist (Rom. 3, 24; Eph. 1, 7), darüber kann kein Zweifel sein. Gott hat un-sre Ungerechtigkeit von uns genommen, nicht auf Grund eines Verdienstes auf unsrer Seite, sondern auf Grund der Erlösung, die in Christo ist, und kraft Seines Blutes. Wir sind in Christo gerechtfertigt (Gal. 2, 16), d. h., wir sind nicht in uns selbst gerechtfertigt, sondern in einem
3 Haggai und Sacharja



anderen Menschen; das ist eine Sache des Glaubens an Ihn. Ich denke, zuerst erfassen wir, was es heißt, jn Christo zu sein, wenn wir sehen, daß die Erlösung jn Ihm ist und wir in Ihm gerechtfertigt sind. Dann erfassen wir durch Gnade, daß es einen gesegneten Menschen gibt, der, der Sünde ein für allemal gestorben, Gott lebt, und daß wir uns durch Gnade der Sünde für tot halten können, und Gott lebend in Christo. Jesu. (Rom. 6, 10 und 11.) Es gibt keinen andern Weg, Gott zu leben, außer in Ihm; dem besten Bißchen Fleisch, das es je gab, war der Stempel des Todes aufgedrückt, Christus aber lebt Gott zu Seinem Wohlgefallen, damit wir die Gunst ergreifen, Gott in Ihm zu leben. So gibt es denn keine Verdammnis für die, so in Christo Jesu sind, denn in Ihm richten wir das Fleisch und wandeln nach dem Geiste, und die das tun, finden, daß sie vom Gesetz der Sünde und des Todes freigemacht sind. (Rom. 8, 1 und 2.)
So wunderbar nun das alles ist, so reicht es doch nicht an das hinan, was es besagt, mit Feierkleidern bekleidet zu sein. Das redet von höchster Vortrefflichkeit, wie das „beste Kleid" von Lukas 15. Wenn Gott in dem, was Er tut, Seiner eignen Wahl gemäß handelt, um Wohlgefallen an uns zu finden, so können wir sicher sein, daß Er uns in einer Weise ausstattet, die in Seinen Augen die allerhöchste Wohlannehmlichkeit besitzt. So lesen wir in Kol. 1, 12, daß der Vater „uns fähig gemacht hat zu dem Anteil am Erbe der Heiligen in dem Lichte." Und nach Eph. 1, 4-6 hat Er uns in Christo auserwählt „vor Grundlegung der Welt, daß wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe; und uns zuvorbestimmt zur Sohnschaft durch Jesum Christum für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, worin er uns begnadigt hat in dem Geliebten." Ich denke, das entspricht bei uns den „Feierkleidern" von Sacharja 3.
Es ist besonders beachtenswert, daß eine so kostbare Unterweisung wie diese an einem Tage der Neubele-

Zeiten des Überrestes gegeben wird. In langen
krten war das „schmutzige'' Wesen des Me--
,P Fleische nicht erkannt worden. Man glaubte,
v .iramente und religiöse Verrichtungen den Men-
-j befähigen, Gott zu dienen, hat aber dabei im-
r as Bewußtsein der Unfähigkeit hierzu gehabt.
i letzten Tagen wunderbaren Neuauflebens blieb
,• behalten, klar darzutun, daß der Mensch nach dem
jit. nie einen Stand vor Gott haben kann, es sei
den der Verdammnis, daß aber der in Christo ge-
•• te Mensch einen Platz bei Gott hat, der unmöglich
b ssert werden kann. Damit soll nicht gesagt sein,
,' die Heiligen zu der Fülle alles dessen auf einmal
-ingen. Wir beginnen als Kindlein in Christo, doch
, Wachstum schreitet fort, „zu dem erwachsenen
V lnne, zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des
C'instus" (Eph. 4, 13), also zu dem „Menschen in Christo"
von 2. Kor. 12, 2. Ein Mensch in Christo hat zur Reife
zu kommen; er vermag die kostbarsten Gedanken Got-
'tes zu erfassen und ihnen gemäß priesterlich zu dienen;
er ist mit Feieikleidern bekleidet.
„Und ich sprach: Man setze einen reinen Kopfbund auf sein Haupt." Das geschieht, damit der Dienst des heiligen Priestertums mit Einsicht ausgeübt werden kann. Man kann sich dann derart an Gott wenden, wie es den erhabenen Gedanken Seiner Liebe entspricht. Vieles, was als Gottesdienst angesehen wird, steht ganz und gar nicht im Einklang mit der Wahrheit. Es ermutigt den Menschen im Fleische hinzuzunahen, obwohl man dessen Unpassendheit hierfür zugibt, und man verdunkelt oder leugnet sogar damit alles das, was die Heiligen nach 1. Kor. 1, 30 sind, nämlich: „Aus ihm aber seid ihr in Christo Jesu, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung; auf daß, wie geschrieben steht: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn." Gott jedoch gibt Seine Gedanken nicht auf, und Sein ganzes Werk läuft darauf hinaus, Sein Volk in dem aufzuerbauen, was sie in Christo Jesu sind.



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Alles Werk des Dienstes geschieht im Blick hierauf, denn die vor Jehova standen, sind es, die Josua die schmutzigen Kleider auszogen und ihm einen reinen Kopfbund auf das Haupt setzten und mit Feierkleidern bekleideten. Das alles ist das Werk Gottes, doch es wird im großen und. ganzen durch den Dienst in den Seelen der Heiligen gewirkt.
„Und der Engel Jehovas bezeugte dem Josua und sprach: So spricht Jehova der Heerscharen: Wenn du in meinen Wegen wandeln und wenn du meiner Hut warten wirst, so sollst du sowohl mein Haus richten als auch meine Vorhöfe behüten; und du sollst ein- und ausgehen unter diesen, die hier stehen." (V. 6 und 7.) Daraus erhellt, daß alles, was für Josua getan ward, im Blick darauf geschah, den verantwortlichen Dienst im Hause Gottes aufzunehmen. Wenn Josua treu war, sollte er Gottes Haus richten und Seine Vorhöfe behüten. Mit der Sorge für Gottes Haus betraut zu werden, ist eine wunderbare Gunst, wie wir zugeben müssen, wenn wir Gott überhaupt kennen; doch es ist zugleich eine ernste Verantwortlichkeit. Wir können Gottes Haus nicht ohne priesterliche Einsicht in das richten, was dem Hause geziemt, und sodann haben wir diese Einsicht erfahrungsgemäß zu betätigen. In diesem Sinne zu richten, heißt unterscheiden und auseinanderhalten zu können, so daß das, was Gott gemäß ist, in unserm gemeinsamen Dienst vor Gott aufrechterhalten wird. Sodann sind Seine Vorhöfe zu behüten; es ist also darüber zu wachen, wer hinzunahen darf. Manche werden da sagen, daß nur der Geist weiß, wer passend ist, und daß- wir es daher der Verantwortlichkeit eines jeden überlassen sollten, Gott zu nahen. Doch damit wird der ganze Grundsatz des Hütens der Vorhöfe Gottes beiseite gesetzt, und wir lassen einen jeden das tun, was recht ist in seinen Augen. (5. Mose 12, 8.) Jeder wahrhaft treue und einsichtige Heilige muß zugeben, daß uns die

\ - Vorhöfe Gottes übertragen ist. Je größer im ' >..en die Verwirrung ist, desto mehr sollten wir diesen heiligen Auftrag durchzuführen.
., ward auch zu Josua gesagt: „und ich gebe dir, - Wandel zu haben, unter denen die hier stehen." - i Ich denke, das ist ein Hinweis auf die von Vers 4. , ? Schriftwort zeigt, daß es Diener gibt, die Gott sind und Ihm zur Verfügung stehen, an Josua das "Wohlgefällige zu tun; sie kennen Gottes Gedanken - «md zu jedem notwendigen Dienst für Sein Haus i :t. In der Hinsicht haben sowohl die Apostel sowie k- andere ihren Platz ausgefüllt. Wie gesegnet, un-.-. „Wandel" unter solchen zu haben! Ist uns jemand ? ; Dienste Gottes eine geistliche Hilfe gewesen, so ist o« Gottes Absicht, daß wir mit solchen in der Nähe Gottes wandeln und damit in Bereitschaft für jeden erforderlichen Dienst.
In Vers 8 wird dann Josua des weiteren angeredet. Es scheint, daß Josua in diesem Buche solche darstellt, -in denen uns der unreine Zustand des Priestertums entgegentritt und danach dessen Wiederherstellung kraft des unumschränkten Erbarmens Gottes. ? Also wiederhergestellt sehen wir, daß er „Genossen" hat. Wir wissen, daß Christus „Genossen" hat (Ps. 45, 7; Heb. 1, 9), doch hier hat sie der^ Priester, der seiner schmutzigen Kleider entkleidet, mit Feierkleidern angetan ist. Daraus erhellt, daß es eine priesterliche Schar gibt, die Gott Sich auf Grund Seines Erbarmens gesichert hat, solche, die bis zu einem gewissen Grade Josuas Erfahrungen durchgemacht haben und nun vor ihm sitzen, das in Gnade wiederhergestellte Priestertum zu betrachten. Für uns begreift das natürlich die Betrachtung Christi in sich, denn wir können keinen rechten Gedanken vom Priestertum bekommen, wenn wir es nicht in Ihm erfaßten. Der Hauptgegenstand von Sacharja 3 ist, daß Gott am Tage des Überrestes wieder priesterliche Zustände hergestellt, damit der Dienst Seines Hauses in einer Ihm wohlannehmlichen Weise ausgeübt werden kann.



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i'i

Gott sei Dank, daß es heute viele gibt, die wissen, was es heißt, angesichts einer solchen Wiederherstellung dazusitzen. Man möchte dabei weder die gegenwärtige Schwachheit vergessen, noch die Größe dessen, was Gott darin getan, gering achten, daß Er in diesen letzten Tagen in gewissem Maße wieder priesterliche Zustände hergestellt hat. Ich glaube, Gott wünscht, daß Sein Volk das anerkennt. Die, in denen Er gewirkt, können nichts von sich selbst halten, sie sind vielmehr dessen bewußt, wie Brände dem Feuer entrissen zu sein und fühlen sich nun gedrungen, das anzuerkennen, was das Erbarmen vollbracht hat. Wenn Gott heute priesterliche Zustände wiederherstellt, wer von Seinen Heiligen wünschte da außerhalb zu stehen? Laßt uns zum mindesten anerkennen, was Gott tut. Die das tun, nehmen anderen gegenüber einen hervorragenden Platz ein, sie sind „Männer des Wunders", ein Wahrzeichen oder Vorbild. Auf solche, die anerkennen, daß Gott priesterliche Zustände wiederherstellt und sich in dem Lichte dessen zu versammeln und anzubeten suchen, lenkt Gott das Augenmerk. Sie sind in der Tat der ganzen Christenheit gegenüber Seine Zeichen; sie sind dazu berufen, Seinem ganzen Volke Vorbilder von dem zu sein, was wahrhaft priesterlich im Dienste vor Gott ist. Sie sind Vorbilder für Seinen Dienst über die ganze Welt hin. O, daß wir das besser verständen. Wenn wir im Auge behielten, daß Gott von uns wünscht, solche zu sein, die von allen als der Ausdruck eines Seinen Gedanken gemäßen priesterlichen Dienstes betrachtet werden können: welche heiligen Übungen würde das beständig in unsern Herzen hervorbringen, wie würden wir, was den Dienst Gottes anlangt, auf jedes bißchen geistliche Hilfe bedacht sein. Könnte etwas Geringeres als das wirklich unseren geistlichen Übungen und Wünschen entsprechen?
Gerade an dieser Stelle sagt Jehova nun: „Denn siehe, ich will meinen Knecht, Sproß genannt, kommen lassen." (V. 8.) Die Augen Josuas und seiner Genossen werden damit auf Christum, den vollkommenen Diener Jehovas
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} < a'e ihnen gleichsam: Wenn ihr wohlan-r i, wollt, so müßt ihr Christum betrachten. / c.c1an, daß solche zugegen sind, die Chri-- , t.i'dier Weise betrachten können, das heißt 1 »I i ZJ Gott. Wenn wir dahin kommen, ist das ut \ *- qeßlicher Augenblick, anstatt an Christum r auf uns zu denken, Jangen wir an, an Ihn in i rj zu Gott zu denken. Das erste geht uns nicht da-\t loit-n, daß wir das zweite vor uns haben, es ersieh uns aber ungemein. Doch der Sproß ist Je-Knecht; er ist der, der binnen kurzem öffentlich das herbeiführen wird, was zum Wohlgefallen Got-i. Das wird Er, nach Kap. 6, 12, als Mensch tun, hoißt es: „Siehe ein Mann, sein Name ist Sproß". Er den Tempel bauen, und wenn Er das tut, wird jeder , desselben Herrlichkeit tragen. Das aber, was Chri--. in der Zukunft tun würde, sollten die Herzen des tnestes in den Tagen Sacharjas -vor sich haben; und ollte es auch bei uns sein. Alles Rechte wird dann i Wohlgefallen Gottes aufkommen, wenn Sein Sproß \ ortreibt; denn nach Jer. 23, 5 ist Er „ein gerechter rroß. Ein Sproß zeugt von Frische und Lebenskraft; t redet von Christo als Dem, der etwas ganz Neues einführt, und dies in einer Lebenskraft, die Ihm das völlige Wohlgefallen Gottes sichert. Gottes Wille ist nun, daß wir erfassen, daß nur das, was Christus brachte, recht ist. Was die öffentliche Folge des Hervorkommens des Sprosses ist, hat jetzt, in geistlicher Hinsicht, im Hause Gottes eine Stätte zu finden.
In Vers 9 wird dann ein anderes Bild gebraucht: „Denn siehe, der Stein, den ich vor Josua gelegt habe, - auf einem Steine sieben Augen - siehe ich will seine Eingrabung eingraben". Ein „Stein" redet vom Bauen, hier von einem Bauen, das seine Gestaltung von Christo empfängt. Ich denke, wir haben die sieben Augen in Jes. 11, 1 und" 2: „Und ein Reis wird hervorgehen aus dem Stumpfe Isais, und ein Schößling aus seinen Wurzeln Frucht bringen. Und auf ihm wird ruhen der Geist
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Jehovas, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rc.tes und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht Jehovas." Dies befähigt Christum, in der zukünftigen Welt die Regierung zu übernehmen. Wieviel mehr ist auf diesem Steine eingegraben, als auf den steinernen Tafeln des Gesetzes geschrieben stand! Da ist alles, was Gott in dem Manne Seiner Wahl und Seines Wohlgefallens zum Ausdruck bringen wollte. Wenn Gott Christum einführt, wird Er die Ungerechtigkeit Seines Landes hinwegnehmen an einem Tage, und ein jeder ist frei, den andern einzuladen unter seinen Weinstock und seinen Feigenbaum. Jeder wird vollkommene Freiheit vor Gott und seinen Mitmenschen genießen, und im Besitze des Guten kann er es freudig mit ihnen teilen. Gottes Volk .soll heute wissen, daß es auf immerdar vollkommen gemacht ist durch das eine Opfer Christi (Heb. 10, 14), so daß es frei und glücklich vor Gott sein kann in dem Bewußtsein unbeschränkter Gunst. Und Er hat uns Brüder gegeben, mit denen wir jedes Kostbare, womit Er uns in Christo bereichert hat, teilen können. „Die anderen" sind die, mit denen wir Gelegenheit heben, in Berührung zu kommen; sie sind uns in dem, was wir haben, willkommen; es ist das unsere Freude wie auch die ihre, und darin besteht der wahre Gewinn unserer Gemeinschaft.
Kapitel 4
Daß Sacharja zu Beginn dieses Kapitels geweckt wird wie ein „Mann, der aus seinem Schlafe geweckt wird", besagt, daß das darin Dargestellte besonders in einer Zeit des Erwachens verstanden werden isoll. Der Gegenstand des Kapitels ist „ein Leuchter ganz von Gold, und sein Ölbehälter an seinem oberen Ende, und seine sieben Lampen an ihm, sieben, und sieben Gießröhren zu den Lampen, die an seinem oberen Ende sind; und zwei Olivenbäume neben demselben, einer zur Rechten des Ölbehälters und einer zu seiner Linken." (V. 2 und 3.) In Vers 6 erklärt der Engel dem Sacharja diese Bilder und
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.f a&s Wort Jehovas an Serubbabel: Nicht
jr~ nicht durch Kraft, sondern durch meinen
]o ova den Heerscharen." Gott richtet unser
(ll,t ein wunderbares Gefäß des Lichts und
•• ver= ehen, daß es sinnbildlich eine Weltord-
'it c e fähig ist, von der Wirksamkeit Seines
cMrangen zu werden. Dieses treffende Sinn-
ui iins die Art des Gefäßes dar, wodurch und
I Sich betätigen würde. Es ist wichtig, das sorg-
• i. erwägen.
Weissagung ward gegeben, um in den Tagen des ~^ies und äußerer Schwäche, die am Hause Gottes i' en zu ermutigen, sie hat daher Anwendung in-t rhi.it auf unsere Tage. Gott will uns damit sagen: i, t:nn ihr mein Haus bauen wollt, so muß dieses Gesicht ?,-:: euch sein. Wir sollten aus dem Schlafe aufwachen :;r.d in diesem Gefäß des Lichts eine große geistliche Wirklichkeit sehen. Als Sacharja dieses Gesicht hatte, i.jb es kein solches Gefäß göttlichen Lichts, es mußte vielmehr als etwas erfaßt werden, das Gott im Sinne hätte, und wodurch Er dem Serubbabel einen Begriff ckvon gab, daß Er ein Gefäß des Lichts vor Sich hatte, das von der Kraft Seines Geistes durchdrungen sein sollte. Am Tage der Zukunft wird es ein solches Gefäß * in Verbindung mit Israel geben, doch uns will Gott damit zeigen, daß Sein gegenwärtiger Gedanke ist, daß Seine Versammlung als das offenbar werde, was die in Sacharja 4 sinnbildlich dargestellten Züge trägt, und daraufhin wirkt Er.
Wenn die Versammlung als „ein Leuchter ganz von Gold" vor uns kommt, so steht sie als das Ergebnis des Wirkens Gottes vor uns. So spricht Paulus zum Beispiel von den Gläubigen als solchen, „die nach dem Geiste sind", und sagt von ihnen, sie sinnen „auf das, was des Geistes ist." (Rom. 8, 5.) Sie haben also nicht nur den Geist, sondern sind „nach dem Geiste"; da haben wir die Art des Gefäßes. Und wiederum sagt Paulus: „Daher,
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wenn jemand in Christo ist - eine neue Schöpfung,- <jüt Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. AI 1P aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt h-, durch Jesum Christum", (2. Kor. 5, 1? und 18.) Johannes redet von den Heiligen als aus Gott geboren. Wenn sin also vor uns sind, denken wir nicht an das Fleisch oder die menschliche Unvollkommenheit, sondern an aus Gott Geborene, deren Wesen Ihm entspricht. Johannes sagt denen, an die er schreibt: „Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie (die Antichristen) überwunden, weil der, der in euch ist, größer ist als der, der in der Welt ist." (l. Joh. 4, 4) Wenn wir an die Heiligen als aus Gott Geborene denken, die den Geist haben, so stehen sie als „ganz von Gold" vor uns. Das ist es, was sie wirklich sind; weder das Fleisch noch menschliche Schwachheit kann das beiseite setzen, obschon beides uns als etwas zu Richtendes anhaftet, das zu überwinden göttliche Gnade erfordert.
Das Evangelium Johannes sagt uns viel über den Geist, über Ihn als dem einzelnen Gläubigen wie auch der Gesamtheit der Heiligen gegeben, doch in keinem Falle wird etwas Hinderndes oder Unangemessenes im Gefäß angedeutet, alles hat gleichsam den „Leuchter ganz von Gold" zur Grundlage. Wir finden das in der Schrift dargestellt, damit wir darüber geübt werden, in der geistlichen Wirklichkeit dessen zu stehen. In der Schrift gibt es kaum anziehendere Aussprüche als die über den Geist Gottes im Evangelium des Johannes, doch sie stellen auch Ansprüche an uns und bringen die beständige Übung mit sich, Gewinn aus ihnen zu ziehen.
Was hier im Sinnbilde vor uns kommt, unterscheidet sich sehr von den sieben goldenen Leuchtern in Offenbarung 1. Diese stellen die Versammlungen als verantwortliche Lichtträger dar, doch die meisten von ihnen werden als in ihrer Verantwortlichkeit versagend hingestellt. Das Geheimnis ihres Fehlens liegt im Abweichen von dem, was in Sacharja 4 dargestellt wird. Nur das, was Gott gewirkt, hat einen Platz in dem „Leuchter ganz 42

,]"? mit ihm in Verbindung gebrachte Kraft
'",i Geist. Wie bald ist man davon abge-
ii "j nahm das, was vom Menschen, vom
, z^an Platz ein! Doch die Wiedererlangung
in diesen letzten Tagen sollte, den über-
? ?,, Grundsatz nach alle wahren Heiligen, zur
Jessen zurückführen, daß das Fleisch nichts
nur das wahren Wert hat, was Gott wirkt,
I,o einzige Kraft, den Fortbestand göttlichen
t; ehern, der Geist Gottes ist. Das Fließen des
tollte uns allen sehr am Herzen liegen; den
' ien" und „Röhren" von Vers 2 und 12 liegt
• der Gedanke des Fließens zugrunde; eine regel-
•\ iederkehrende Ergänzung des Öls wie beim
'or der Stiftshütte haben wir hier nicht. (2. Mose
, 3 Mose 24, 3.) Die Olivenbäume, der Ölbehälter
'?o Gießröhren sorgen für ein beständiges Fließen
, - ( oistes und sind ein Ausdrudc davon. Hier kommt
' ^ eine Neuerrichtung wie am Tage der Pfingsten vor
, , sondern ein durch die beständige Wirksamkeit des
, < ,' igen Geistes gekennzeichnetes Gefäß, wie es an einem
n<"c der Wiederherstellung gekannt werden kann; das
r\angelmm Johannes hat das besonders vor sich.
Der „Ölbehälter an seinem oberen Ende" redet von einem Fassungsvermögen. Wenn es in Eph. 5, 18 heißt: ..seid mit dem Geiste erfüllt", so besagt das, daß die Heiligen der Versammlung ein Behälter für den Geist sind - ein wunderbarer Gedanke. Die klugen Jungfrauen von Matthäus 25 nahmen öl in ihren Gefäßen mit ihren Lampen. (V. 4.) Es genügt nicht, daß sich der Geist zu gewissen Zeiten wirksam erweist, die Heiligen sollten vielmehr beständig ein Gefäß des Geistes sein. Der Herr sagte: „er bleibt bei euch und wird in euch sein" (Jon. 14, 17), "und wir lesen davon, daß Gottes Geist in den Heiligen wohnt. (Rom. 8, 9, 11; 1. Kor. 3, 16; Jak. 4, 5.) Gott möchte, daß ein jeder Heilige sagen kann: Ich bin ein Teil dieses goldenen Ölbehälters.
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Weiter haben wir „sieben Lampen an ihm, sieben, tu-,,, sieben Gießröhren zu den Lampen, die an seinem obere; Ende sind". (V. 2.) Die Lampen, ein Teil des ganzen Leuchters und aus ihm, .sind es, von denen das Lieh; ausgeht. Das sich im Blick auf den Dienst des Hauses Gottes tatsächlich ergießende Licht geht von gewissen ?göttlich ausgerüsteten Gefäßen aus. Die Tatsache, daß der Lampen sieben sind, redet von der geistlichen Vollständigkeit des Beleuchtungskörpers,, und darauf wird, un-serm Schriftwort zufolge, durch den Hinweis ein besonderer Nachdruck gelegt, daß auch sieben Gießröhren vorhanden isind, für jede Lampe eine. In jeder „Offenbarung des Geistes" (1. Kor. 12, 7) erstrahlt ein gewisses göttliches Licht, und wenn nichts vom Fleische dabei war, geht dieses geistliche Licht der verschiedenen Gefäße gleichsam in einer Vollendung auf, die offenbar von Gott herrührt. Die Gaben des Geistes in dem Leibe, die von Gott in der Versammlung gesetzten Gaben, und die des aufgefahrenen Christus (1. Kor. 12, 4, 28; Eph. 4, 8) dienen vereint notwendig alle der Verbreitung geistlichen Lichtes. Die durch menschliche Schwachheit und die Beiseitesetzung göttlicher Ordnung aufgekommene Unordnung hat eine derartige Verwirrung angerichtet, daß man die göttliche Einrichtung aus dem Auge verlor. Das Gesicht in Sacharja 4 soll nun unser Augenmerk auf das richten, was den Gedanken Gottes entspricht, damit wir wieder geistliche Begriffe bekommen. Gott sorgt in Seinem Hause dafür, daß geistliches Licht in Fülle vorhanden ist, und zeigt uns in dem treffenden Bilde, daß die Lampen vom Fließen des Öls durch Gießröhren. abhängig sind, die aus einem Behälter gespeist werden, den die zwei Olivenbäume versorgen. Die ganze Einrichtung bleibt im Gange, so lange das öl fließt, und davon allein ist das Licht abhängig. Sowie geistliche Zustände aufgegeben werden, versagt alles, wie es sogar schon von den Tagen der Apostel an der Fall gewesen ist.
Durch den persönlichen Dienst Christi ward am Anfang eine Schar zubereitet, das Gefäß des Geistes zu sein. Die 44

• pr unter dem Einfluß Christi in den Tagen , - und den vierzig Tagen, in denen Er als unter ihnen weilte, gestaltet und so für •fies Geistes passend gemacht. Das Werk ,f i war ein derartig Durchgreifendes, daß den Geist empfingen, sondern auch durch * gekennzeichnet waren, und so stand dem i Fluß kein Hindernis entgegen, und das Licht , t-ubt Doch gar bald ward, wie wir ans der t -i dachte und den Briefen sehen, von der Geist-? alnc1* iChen, und der geistliche Fluß ward gehin-je Licht schwand dahin. Gegenwärtig wirkt nun v, iccer, geistliche Zustände herbeizuführen, mit - Wort, Geistlichkeit. Es ist nicht genug, anzuerken-• \if. der Geist hienieden ist, daß dieser Tag der des >ns ist, es sollte uns vielmehr sehr am Herzen liegen, -ilich zu sein. Nur in geistlichen Personen kann das ? ..-Tien, was geistlich ist, und ohne dies kann die Ver-- nnmhing kein wahrhaftes Gefäß geistlichen Lichts sein. '.'<?: Geist wirkt nicht unmittelbar in der Versammlung; .-'. istliche Personen sind es, die daselbst wirken, natür-'..cti in der Kraft des Geistes. Die Rückkehr zur Geistlich-f.oii ist daher von wesentlicher Bedeutung, wenn die Versammlung wirklich als das offenbar werden soll, was ,:ie Züge der in Sacharja 4 vor uns kommenden Sinnbilder trägt.
Ich denke, in der Versammlung zu Philadelphia sehen wir, was diesem Gefäß des Lichts entspricht, sie ist offenbar das Ergebnis der göttlichen Neubelebung in den letzten Tagen des Versammlungszeitalters. Der Umstand, daß der Herr sagte: „du hast eine kleine Kraft", zeigt, daß nach außen hin nichts Großes vor Ihm stand, daß Er aber die daselbst vorhandene Kraft anerkennen konnte, sie war also geistlich und nicht natürlich oder fleischlich. Das Bewahren Seines Wortes, die Nichtverleugnung Seines Namens sowie das Bewahren des Wortes Seines Ausharrens stellen die Wesensart dieses Gefäßes völlig ans Licht. In einem solchen Gefäße war nichts, was den
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geistlichen Fluß hinderte oder das Licht trübte. Darin trii; uns ganz klar die Wiederherstellung der Geistlichkeit in einer Versammlungsgestaltung am Ende des Versamm. lungszeitalters entgegen. Philadelphia kennzeichnet ei 1( wachsame Beachtung des Wortes Christi; die Liebe (, Versammlung gilt dem, was im Evangelium Johannes idin Ausdruck kommt. Sodann wird dort Sein Name nicht verleugnet, das umfaßt alles, was Ihn in der rechten Weise, hienieden darstellt. Von Seinem Namen gilt es, hiei Zeugnis abzulegen, also von dem, was Jakobus „den vortrefflichen Namen" nennt, „der über euch angerufen worden ist". (Kap. 2, 7) Ein philadelphischer überwinder steht mit diesem Namen im Einklänge, er ist ein wahrer Bekenner desselben und duldet nicht, mit etwas einsgemacht zu werden, was ihn verleugnet. Das Wort Seines Ausharrens bewahren besagt, keinen Platz in dieser Welt zu begehren, bis Er den Seinen bekommt. Das sind die wahren Züge der Versammlung als das Gefäß des Lichts. Es gab eine Zeit, wo großer Nachdruck darauf gelegt werden mußte, daß der Geist Gottes, eine göttliche Person, hienieden ist, die in den Heiligen wohnt, denn das ward gemeinhin sehr wenig verstanden. Doch gegenwärtig wird diese Wahrheit weithin anerkannt, und es erweist sich als notwendig, die Wesensart des Gefäßes zu betonen, worin sich geistliche Wirksamkeit offenbaren kann. Getrennt von Geistlichkeit im Gefäß gibt es kein Fließen des Öls, das geistliche Licht zu unterhalten. Geistliche Offenbarungen in der Versammlung hängen vom Vorhandensein geistlicher Männer ab. Man hat oft darauf hingewiesen, daß in 1. Kor. 14, 26-33, wo von geistlichen Offenbarungen die Rede ist, der Geist nicht erwähnt wird. Der Dienst in der Versammlung ist genau genommen, nicht die Tat des Geistes, sondern der einsichtige Dienst geistlicher Männer. Dienst ist die Betätigung durch den Geist verliehener Gaben, doch um von Nutzen zu sein, muß er in der Kraft des Geistes ausgeübt werden, doch die Art und das Maß des Gefäßes kommt dabei sehr in Betracht. Ist das Gefäß durch Geistlichkeit
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?,-,,.1. so wird der Dienst geistlich sein; gött-Vnmmen dann in einer geistlichen Weise vor 'j ?,-.üigen, als von Gott belehrt, werden das ?: i Nutzen daraus ziehen.
(..^st den Versammlungen sagt (Offb. 2 und 3),
, vicinerer Gedanke, er umfaßt alles, worauf der
, ;-icr besonderen Zeit das Augenmerk richtet.
:: ,-"istlieh bin, vermag ich das, was Er ihnen sagt,
TU'.n. Zur Zeit Luthers hat Er viel über die Recht-
/; aus Glauben gesagt, doch seit kurzem hat Er
(????.'? istum als Haupt und über die Versammlung als
..... Ahle Gefäß für den göttlichen Dienst geredet.
,: istlicher Mann begehrt einen Gedanken außer-
VrFe.n vor sich zu haben, was der Geist den Ver-
• Zungen heute sagt. Jeder Dienende möchte dem
ack verleihen, was der Geist sagt.
•>fcrn Geistlichkeit aufrechterhalten wird, ist ein ge-
cs Gefäß zur Aufrechterhaltung des göttlichen
'ts hienieden vorhanden. Die Eigenart des Gefäßes
in Sacharja 4 besonders hervorgehoben, und die
1 en Gießröhren zu den Lampen" besagen ganz klar,
Jie Gaben oder Glieder des Leibes die öffentlich zur
»breitung des Lichtes dienen, von den Zuflußwegen
cingig sind, die einen Teil des Gefäßes des Lichts
!tn. Diesem Sinnbilde gemäß sind wir nicht alle
' i mpen", wir können jedoch alle „Gießröhren" sein,
.•rch die ein geistlicher Fluß zur Unterhaltung des Lichts
a echterhalten wird. Die Schwestern können da einen
v*'oßen Platz, hierzu beizutragen, einnehmen; es ist tat-
--chlich so, daß wenn kein geistlicher Fluß in den Schwe-
.-'t-rn ist, die Brüder in ihren mehr öffentlichen Dienste
sehr schlecht vorwärts kommen.
Nachdem Serubbabel durch dieses wunderbare Sinnbild ermutigt worden war, ischwanden seine Schwierigkeiten, ihre Berge wurden gleichsam zur Ebene (V. 7), und es ward ihm zugesichert, daß er das, dessen Grund er gelegt, auch vollenden würde: „Und er wird den Schlußstein herausbringen unter lautem Zuruf: Gnade, Gnade
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II I I

ihm!" Das besagt, daß der Bau zu einer Volle
kommt, in der Christus Seinen Platz als Schluß- OCJ( '
Hauptstein haben würde. Wenn Er Seinen Platz bekorrir-
und als Haupt begrüßt wird, iso sind sich die Heine-,..
ihrer Einsmachung mit Ihm vor Gott bewußt; sie sjr,
in Ihm vollendet oder zur Fülle gebracht, da mangelt f.r
an nichts mehr. Serubbabel hatte das Haus gegrüna.
und seine Hände sollten es vollenden. Gottes Gedanl
in diesem Zusammenhange ist, die zu ermutigen, mit der
Bau fortzufahren, die ihn begonnen haben. Ich glaube
Gott will, daß wir bei jedem Zusammenkommen zun
Essen des Abendmahls des Herrn zu dem hingelanger:
was Seinem Gedanken völlig entspricht. Wenn Christus
Seinen Platz als Haupt bei uns bekommt, so sind wir, im
Grunde genommen, zur Vollendung gekommen. Wenn
der Lobpreisungsdienst Seinem Platz bei dem Vater und
bei Gott entspricht sowie Seinem Preisen, so ist dem
nichts hinzuzufügen.
Die „den Tag kleiner Dinge" verachten, zeigen, daß ?sie die Dinge nie so gesehen haben, wie Sacharja sie sah. Sie haben keinen Begriff von der Größe dessen, was Gott vorhat, und was Er Seinem Volke in den Tagen des Überrestes vorstellen möchte. Es ist ganz klar, daß sie die Dinge nicht sehen, wie „die Augen Jehovas" sie sehen, denn es heißt: „mit Freuden werden jene Sieben das Senkblei in der Hand Serubbabels sehen: diese, die Augen Jehovas, durchlaufen die ganze Erde." (V. 10.) „Die Augen Jehovas" freuen sich, wenn sie das Senkblei in der Hand eines am Hause Gottes Bauenden heute sehen. Ein solcher hat vor, der Wahrheit gemäß zu bauen, das heißt so, wie es den Gedanken Gottes entspricht, alles hat die Probe des Senkbleis zu bestehen. Dann ist vieles zu verwerfen, was den Augen der Menschen emp-fehlens- und bewundernswert erscheint, doch es ist etwas da, was den Augen Jehovas Freude bereitet.
Es war sehr geziemend, daß Sacharja als ein junger Mann ob dem, was er sah, Fragen stellte, er ist darin allen jungen Brüdern ein Vorbild. Unsere Wortbetrach-

* 'esselnder und hilfreicher sein, wenn
; - mehr frei wären, Fragen zu stellen.
-- die beiden Olivenbäume einen be-
aemacht, denn er fragte ihrethalben
. r zu fühlen, welch eine hervorragende
- „n. Verbindung mit dem sinnbildlichen
i, c *^ Von den beiden Zeugen in Offen-
- ,.; ausdrücklich gesagt, sie „sind die zwei
J.e zwei Leuchter, die vor dem Herrn der
• (V. 4-) Sie werden dort als im öffentlichen
. ibend gesehen, deshalb ist von zwei Leuch-
K' Je In Sacharja 4 dagegen stellen sie das dar,
(.•etliche Licht im Tempel unterhält; sie werden
5 4 , Söhne des Öls" genannt und nach Vers 12
- qt- das „Gold" von sich aus. Dieses Bild besagt,
•ch des Herrn Gnade ein Zustand unter Seinem
1 ebenen kann, der die Quelle geistlicher Hilfe
. \\ enden wir dieses Bild auf Serubbabel und Josua
\,ic es wahrscheinlich geschah, so weist es auf die
] chen und priesterlichen Wesenszüge hin, die, da
er.-, was vom Fleische ist, ausschließen und das, was
Cott ist, einführen, Quellen geistlicher Hilfe werden.
; - i< beachtenswert, daß alle mit diesem Gefäß des
- -:*-, in Verbindung stehenden Bilder, geistliche Zu-
:-ce zu betonen scheinen. Was allem zugrunde liegt,
der Gedanke, daß Kraft durch den Geist Gottes kommt,
« • r. hervorragenden Platz aber nimmt das ein, daß geist-
; rc Zustände vorhanden sind, die das freie Fließen
•-v<sen, was von Gott ist, begünstigen, und das ist ein'e
besonders nützliche Erwägung für uns heutzutage.
Kapitel 5
Dieses Kapitel ^steht in sehr auffälligem Gegensatze zu dem vorhergehenden. In Kapitel 4 sehen wir ein Gefäß des Lichts, das in sinnbildlicher Weise völlig den Gedanken Gottes entspricht; doch Kapitel 5 beschreibt den tatsachlichen unter Israel aufgekommenen Zustand, der uoites Gericht nach sich zog, und das, was hier im Bilde dargestellt wird, hat sich auch im christlichen Bekenntnis



-? Haggai und Sacharja

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M'Ü Siii

zugetragen. Sacharja sieht eine fliegende Rolle und uVr wird gesagt: „Dies ist der Fluch, der über die Fläche <j,'.'.' ganzen Landes ausgeht; denn jeder, der stiehlt, wird ot maß dem, was ai " dieser Seite der Rolle steht, wego,"! fegt werden; und jeder, der falsch schwört, wird gerncf dem, was auf jener Seite der Rolle steht, weggefegt w&r den." (V. 3.) Im christlichen Bekenntnis ist eine unerhört Unehrlichkeit aufgekommen; man hat sich das angeeia. net, wozu man durchaus kein Recht hatte. Jedes bißchen christlichen Bekenntnisses, das nicht die Frucht des Werkes Gottes ist, kann als gestohlenes Gut betrachtet werden; der natürliche Mensch hat sich das angeeignet, was nur dem Haushalt des Glaubens angehört. Josua im Kapitel 3 zeigt uns einen solchen, der rechtmäßig etwas in Besitz hatte. Sein Zustand ward völlig bloßgestellt, und es ward in einer göttlichen Weise ihm gegenüber gehandelt, so daß er ein Recht hatte, in der Gegenwart Gottes zu stehen, da er dann völlig passend war, das olbst zu sein. Es ward ihm kundgetan, daß er ein aus dem Feuer geretteter Brand war, doch seine Ungerechtigkeit ward von ihm genommen, und er ward in Feierkleider gekleidet. Getrennt vom Tode Christi und der Reinigung durch Sein Blut kann von keinem die Ungerechtigkeit hinweggenommen werden, und keiner kann mit Feierkleidern bekleidet werden, der nicht Christum als seine Gerechtigkeit hat. Das alles ist reines Erbarmen -und eine Gabe unendlicher Gnade, und wem das zuteil wird, der ist lediglich ein bußfertiger Sünder ohne irgendein Anrecht von sich selbst aus. Er braucht nicht zu stehlen, denn alles, was er braucht, ward ihm nach dem Reichtum der Gnade Gottes umsonst gegeben. Alles dies aber in Wahrheit zu erkennen, muß Gott mit der Seele persönlich zu tun gehabt haben, so daß sie wahrhaft von der Sünde überführt ist und den Wert Christi und der Erlösung in Ihm zu schätzen weiß. Jedes christliche Bekenntnis ohne diese Grundlage kann nur als ein Stehlen dessen, was ihm nicht gehört, betrachtet werden, und das endet in Verdammnis.



• .t. in Matth. 15, 13: „Jede Pflanze, die - Vater nicht gepflanzt hat, wird aus-und in Matth. 7, 2 und 23; „Viele wer-- ' e zu mir sagen: Herr, Herr! haben wir i n e n Namen geweissagt, und durch P Dämonen ausgetrieben, und durch viele Wunderwerke getan? und dann > -i bekennen: Ich habe euch niemals ge- von mir ihr Wirker der Gesetzlosigkeit." des Herrn Namen gestohlen und ihn in Weise gebraucht, ohne ein Recht dazu zu jg> 13-17 unternahmen es etliche jüdische zu Ephesus über die, die böse Geister hatten, - .;, des Herrn Jesu anzurufen, doch auf ihren v Cli das ein gestohlener Name, sie hatten kein t ihn und hatten die Folgen zu tragen. So wird t Bekenntnis ergehen, das nicht seine Wurzeln in v ahren Werke Gottes in der Seele hat. r*i schworen beim Namen Jehovas besagt, daß " t r.vas Unrechtes dadurch gutheißt, daß man jenen • .',-:. damit in Verbindung bringt. Jehova wird den .,,.. für schuldlos halten, der das tut. (2. Mose 20, 7.) 1-• Christentum hat man den Namen des Herrn mit vie-"-.--?. verbunden, das Er haßt, und das wird sicher Sein Gericht darauf herabführen. Wenn wir den Namen des Herrn nennen, müssen wir von Ungerechtigkeit abstehen, ,i:-;s heißt von dem, was in Seinen Augen nicht recht ist. (1 Tim. 2, 19.)
In Vers 5-11 sieht Sacharja ein anderes Gesicht, und diesmal ist es ein Epha in dessen Mitte ein Weib saß, welches die „Gesetzlosigkeit" genannt wird, sie wird wieder hineingeworfen. Das entspricht dem, was im Neuen Testament das Geheimnis der Gesetzlosigkeit genannt wird, das in den Tagen der Apostel zu wirken begonnen hatte (2. Thess. 2, 7), es wird weiterhin wirksam sein und im völligen Abfall enden. Daraus, daß das Weib in einem durch ein Bleigewicht verschlossenen Epha saß, können wir schließen, daß es Gott gegenwärtig gefällt,



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1 - ' !:?



1 I

der Gesetzlosigkeit gewisse Schranken zu setzen, Un, das ist ein großer Trost für das Volk Gottes. Welcft, Freiheit auch die Menschen im Bösetun zu haben scheinen, sie dürfen nicht über ein gewisses Maß hinausgehen Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit besteht gleichsan neben den goldenen Lampen vom Kapitel 4. Die Anfangs, gründe des Abfalls sind da, und Gott will, daß Sein Volk isie erkennt, aber auch sieht, daß Er ihnen Schranken gesetzt hat. Die Gegenwart der Versammlung auf Erden als das Gefäß des Geistes ist eine solche Schranke der Gesetzlosigkeit. Je mehr die Wesenszüge des Gefäßes des Lichts zum Vorschein kommen, desto mehr wird dem Bösen Einhalt getan. Das Offenbarwerden von Geistlichkeit in den Heiligen ist in dieser Hinsicht von höchster Wichtigkeit.
C ott geht zu Seiner Zeit auf Seine Weise im Gericht gegen die Gesetzlosigkeit vor. Er tut das nicht öffentlich, ehe es völlig zur Reife gekommen ist, und das geschieht nicht vor der Beseitigung der noch bestehenden Schranken. Unser Schriftwort sagt uns, daß dem Epha im Lande Sinear ein Haus gebaut werden wird, worin es seinen Platz findet. Dessen Grundgedanke wird schließlich zur völligen Entfaltung kommen, und dann wird Gott das richten. Hier sehen wir nicht, daß die Gesetzlosigkeit vernichtet oder verzehrt wird, es werden ihr nur Schranken gesetzt, ihr Gericht wird bis dahin aufgeschoben, wo ihr Wesen völlig offenbar werden, wird. Paulus belehrt die jungen Gläubigen zu Thessalonich darüber, es ist dies daher etwas, was wir alle verstehen sollten.
Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist das Werk Satans, das seinen Höhepunkt erreicht in dem Offenbarwerden des Menschen der Sünde. Das wird uns in dem Weibe im Epha dargestellt, sie ist ein Bild der Wirksamkeit des gesetzlosen Willens, und dies besonders in dem Kreise, wo Licht von Gott vorhanden war. Wenn wir diesen Grundsatz der Gesetzlosigkeit nicht richten, wird er in uns dem entgegenwirken, was von Gott ist, und die Wesenszüge des Gefäßes des Lichts werden in uns nicht
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,:,,'; dagegen wirkt in Seinen Heiligen dahin, ? ,; Leuchter ganz von Gold" entsprechen, also Geistlichkeit gekennzeichnetes Gefäß sind, in •'um Ausstrahlen göttlichen Lichtes beiträgt.
Kapitel 6
-fit von Sacharja 6, 1-8 enthält eine Beleh-mr uns ebenso wichtig ist wie für den Uber-•i, , Toge. Es zeigt uns, daß Gott nicht aufgehört tine Regierung in der Welt zu sorgen, wenn Er ^?Linen Thron von Jerusalem weggenommen hat. MIC daran gedenken, daß es im 1. Chron. 29, 23 .Und Salomo saß auf dem Thron Jehovas", und , t Konigin von Scheba sagte: „Gepriesen sei Jedem Gott, der Gefallen an dir gehabt hat, dich auf i Thron zu setzen als König für Jehova, deinen ( M1" (2. Chron. 9, 8.) Jehovas Thron war damals in -alem; es bestand eine unmittelbare Regierung Got-jjf Erden in der Mitte Israels. Diese hing jedoch Oem Gehorsam und der Treue Israels ab, und beson-s von der seiner Könige. Die Gefangenschaft zeigte, daß Thron Jehovas nicht länger mehr in Jerusalem war. , ->l hatte alles verwirkt, Gott gab die Obergewalt aus-1 rkhch in die Hände der Nationen, wie das in dem Pen Bilde von Nebukadnezars Traum dargestellt rd (Dan. 2.) Wir haben jetzt „die Zeiten der Natio-n (Luk. 21, 24.) Gott ließ nicht alles aufs Geratewohl \ iitei gehen, Er übergab die Obergewalt gewissen Mäch->i die Ihm dafür verantwortlich sind, wie sie diese Obergewalt ausüben. Wenn sie die ihnen anvertraute Macht mißbrauchen, so wird Gott sie richten, es wird schließlich offenbar werden, daß diese Macht, wie alles, was Gott der Verantwortlichkeit des Menschen anvertraut hat, ein Gegenstand des Gerichts ist. Der Stein, der sich ohne Zutun von Händen losriß, traf das Bild auf seine Füße, und all dessen Teile wurden zermalmt. Die Macht der Nationen wird gerichtet und zermalmt, und die ganze Erde wird unter der Herrschaft Christi mit Segen erfüllt werden. Der Thron Jehovas auf Erden wird
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wieder aufgerichtet werden, doch nicht zeitweilig, ai)! Grund von Satzungen, die durch des Menschet. Untreue gebrochen werden können, sondern auf <jjf, Dauer, da ihn Einer übernimmt, der in jede. Hinsicht die Herrschaft aufrechtzuerhalten vermag Das Volk, dem Sacharja weissagte, hatte zweifellos den Propheten Daniel gelesen und wußte somit etwas von den vier aufeinanderfolgenden Reichen, die vor der Aufrichtung des Reiches Christi ihren Lauf vollenden würden. Diese Reiche wurden dem Sacharja unter dem Bilde von vier Wagen dargestellt, doch der Geist Gottes betrachtet sie hier in einer Eigenart, die im Buche Daniels nicht vor uns kommt. Dort haben wir das öffentliche oder Geschichtliche der vier Reiche, wie es ihrer Darstellung dem Nebukadnezar gegenüber entsprach, doch hier erklärt der Engel die vier Wagen mit den Worten: „Diese sind die vier Geister des Himmels, welche ausgehen, nachdem sie sich vor den Herrn der ganzen Erde gestellt haben." (V. 5.) Sie stehen also in einer bestimmten Beziehung zur Ausführung der Pläne Gottes, des „Herrn der ganzen Erde". Gott will, daß Seine Heiligen die Reiche der Nationen derart betrachten; es ist dies gleichsam ein Sonderanblick, der dem Glauben vorbehalten ist, doch ein sehr tröstlicher, wenn wir ihn geistlich erfassen. Das zeigt, daß Gott in Seiner Regierung und Vorsehung während der Zeit der aufeinanderfolgenden Reiche der Nationen wirksam ist. Die Mächte der Nationen sind sich dessen nicht bewußt, doch dem Glauben des Überrestes wird das kundgetan. Es ist die nach außen hin verborgene Seite der Zeiten der Nationen. Diese ganze Zeit über geht etwas vor, was den Augen der Menschen verborgen ist, doch Gottes Vorsehung gemäß der Förderung der Pläne des Herrn der ganzen Erde dient, und dies während des langen Zeitabschnitts zwischen der Beiseitesetzung des Thrones Jehovas auf Erden und dem Kommen Christi, wo Gottes Regierung öffentlich in Macht aufgerichtet werden wird. Das zu wissen, ist ein großer Trost für den Glauben.
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Mütterlichkeit dieser geheimen Regierung in den zwei Bergen von Erz dargestellt, «tonen die vier Wagen hervorkamen. Gott r wissen, daß Er in allem festen Grundsätzen Obergewalt hat, so daß keine Macht des Mengen aufkommen kann, obwohl alles unbestän-nt und meist durch den Widerstreit mensch-l .mcizes gekennzeichnet wird, ja manchmal so-'n ein Übergewicht des Bösen.
,a weissagte zur Zeit des zweiten Wagens. Das Kt'upt der Macht der Nationen hatte völlig ver-K\c\ ihm anvertrauten Verantwortlichkeit zu ent->^n, und war unter Gottes Gericht gekommen, des-s^gt Er: „Siehe, die, welche nach dem Lande des ü> ns ausgezogen sind, haben meinen Geist Ruhe fin-' ias^en (oder meinen Zorn gestillt) im Lande des Nor-- " {V. 8.) Gott hatte Babel wegen seines Hochmuts, . es Götzendienstes und seiner Grausamkeit gegen - n Volk gerichtet, und deutete damit an, daß alle die * ?,. chte der Nationen, die ihrer Verantwortlichkeit nicht i 'sprechen würden, schließlich ebenso von Ihm gerich-werden würden. In Cyrus, dem Kores der Bibel, nun , tte Gott eine Macht erweckt, die Seinem Volke günstig «ar und den Bau Seines Hauses durch den aus Babel f'ietteten Überrest förderte. Die Welt sieht in ihm nur einen großen Eroberer, doch der Glaube des Volkes Gottes erkennt, daß durch ihn ein Geist des Himmels das Gericht Babels und die Befreiung des Überrestes vollzog. Man könnte sagen, das liegt so klar zu Tage, daß es kaum des Glaubens bedarf, es zu erkennen, doch was bei ihm so klar war, war und ist es bei all den Reichen der Nationen. Jedes war in gewissem Sinne das Werkzeug, Gottes Plan zu fördern. Wir haben deshalb die obrigkeitliche Gewalt, als von Gott eingesetzt und verordnet, anzuerkennen, wie es auch Paulus im Römer 13 zum Ausdruck bringt: „sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten" (V. l und 4), und desgleichen in Tit. 3, 1: „Erinnere sie, Obrigkeiten und Gewalten unterworfen zu sein, Gehor-
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sarn zu leisten". Und Petrus sagt: „Unterwerfet euch aut„ * menschlichen Einrichtung um des Herrn willen: es S(i-dem Könige als Oberherrn oder den Stadthaltern aj. denen, die von ihm. gesandt werden zur Bestrafung cj(, Übeltäter, aber zum Lobe derer, die Gutes tun." (l. pG, 2, 13 und 14.)
Alles das hat mit unserm Erfassen eines Umstandes zu tun, dessen sich die Obrigkeiten vielleicht ganz und gar nicht bewußt sind. Wir sehen, daß die „Geister des Himmels, die ausgehen, nachdem sie sich vor den Herrn ' der ganzen Erde gestellt haben", einen Platz darin haben. * Das ist die Wahrheit, selbst wenn schlechte Menschen I Herrschaftsstellungen innehaben. Gott teilte sogar dem | Nebukadnezar in den Worten mit, „daß der Höchste über ! das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wenn er will, und den Niedrigsten der Menschen darüber bestellt." (Dan. 4, 17.) Seit Beginn der Zeiten der Nationen sollte Gottes treuer Überrest darauf achten, die bestehenden Obrigkeiten anzuerkennen und ihnen unter-tan zu sein.
Von dem vierten Wagen heißt es: „und die starken ziehen aus und trachten danach die Erde zu durchziehen. Und er sprach: Gehet, durchziehet die Erde! Und sie durchzogen die Erde." (V. 7.) Wir können verstehen, daß das Römische Reich einen besonderen Platz in diesem Gesicht hat, weil zu dessen Zeit Christus kommen und die Versammlung auf Erden sein sollte. Das entsprach der Weisheit Gottes; die „starken" Rosse hatten daher einen besonderen Auftrag, der keinen der anderen zuteil wurde. Wir können sicher sein, daß Gott besonderen Anteil an der Art der Macht aus den Nationen nahm, die am Ruder war, als Er Seine größten Taten vollbrachte. Es war kein Zufall, daß das Römische Reich das Gebiet umfaßte, wo sich im allgemeinen das Christentum ausbreitete. Das war Gottes Fügung, und die Mächte wurden dem Christentum günstig. Welche menschlichen Beweggründe auch dabei wirksam sein mochten, es ward j 56

, c Licht über Gott verbreitet, das in der heid-
> 'L keinen Platz hatte-. Insofern das geschah,
,w. Menschen zugute. Es scheint mir, daß die
"r.qels in Sacharja 6 darauf schließen lassen,
inner in Verbindung mit den von Ihm hienie-
^-ten Regierungsmächten eine gewisse Wirk-
tnifdltet. Sie geschieht im Verborgenen, doch
,ic nimmt sie wahr. Ich denke Paulus hat dessen
\ zu Felix, Festus, Agrippa und Nero gespro-
?; e vertraten die göttliche Regierungsgewalt in»
Veit, er die göttliche Gnade, und er redet mit
i'ncr Stellung gebührenden Hochachtung zu ihnen.
Vers 9 kommen wir nun zu einem anderen Gegen-Dinige der aus Babel gekommenen Weggeführten , 1 ten Silber und Gold zu geben, woraus Kronen zu ~n waren, die auf das Haupt Josuas des Hohen-'-•ib gesetzt werden sollten. Die Regierung Gottes unter den ersten der vier Reiche einen schweren ck auf das Volk Gottes ausgeübt, doch die Folge dawar, daß sie etwas erlangten, wodurch das Priester-m Gewinn hatte. Das wirft ein Licht auf das, was die t j'erung Gottes in der Verborgenheit zustande bringt. ?> P Gefangenschaft war die Folge einer langen Untreue -1 des Abfalls, doch sie brachte denen, die sich ihr in < Furcht Gottes unterwarfen, Gewinn. Manche von uns lügen erkennen, daß sie infolge unseres Unrechttuns in f np Art Gefangenschaft geraten sind. Ich denke, es gibt sehr wenige Heilige, die nicht eine Zeitlang unter der Regierung Gottes zu leiden hatten, die ihnen das ernten ließ, was sie gesät hatten. Doch welch einen Trost können wir aus der vorliegenden Schriftstelle schöpfen, die uns zeigt, daß wir, wenn wir uns der Regierung Gottes unterwerfen, geistlichen Reichtum erlangen.
Der allgemeine Zustand des christlichen Bekenntnisses heutzutage ist einer der Gefangenschaft. Es ist nur wenig von dem zu finden, was der Apostel „unsre Freiheit" nennt, „die wir in Christo haben" (Gal. 2, 4), und das ist
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die Folge eines derart langen Abweichens von der Waj-> heit, daß die meisten es als ein normales Christen tu', hinnehmen. Doch die, welche diese Knechtschaft gefüv.i. haben, sowie den Gegensatz alles dessen, zu den Geda^ ken Gottes, sind mit großem geistlichen Gewinn darau--hervorgegangen. Viel „Silber und Gold" ward bei dener gefunden, die durch die Übungen der Gefangenschaft -ge. lernt haben, Jerusalem und das Haus Gottes zu schätzen Silber redet von' dem, was der in der Gnade der Erlösung gekannte Gott ist. Es gab einen großen Zuwachs an geistlichem Reichtum, als die Gläubigen im Lichte der Schrift das zu betrachten begannen, was das Ergebnis des Todes Christi war. Gewisse große und kostbare Dinge sind nun auf Grund der Tatsache Wirklichkeiten geworden, daß Christus starb und Sein Blut vergossen ward. So sind zum Beispiel die Sünden der Gläubigen hinweggetan worden, und Gott wird ihrer nie mehr gedenken; die Folge davon ist, Christus führt Seine Erlösten auf eine priesterliche Weise zu Gott, sie sind durch Sein Blut nahe geworden (Eph. 2, 13), kennen die Liebe Gottes und sind mit Ihm versöhnt. Im Werte der Versöhnung stehend, gibt es keinen Schatten der Entfernung zwischen den Versöhnten und dem gepriesenen Gott. Das „Gold" sodann läßt uns an die göttliche Herrlichkeit denken, die darin ausstrahlt, daß solchen ein gänzlich neuer Platz vor Gott verliehen wird, nämlich der von Kindern und Söhnen; es führt unsre Gedanken zu dem, was in der Kraft einer neuen Schöpfung Bestand hat, das umfaßt eine Weltordnung, in der das Alte vergangen und alles neu geworden ist, alles „aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesum Christum". (2. Kor. 5, 17 und 18.) Wie verschieden ist alles das von dem, was sich in der religiösen Welt durchgesetzt hat! Doch eben dies schafft Kronen für das Priestertum. In unsern Tagen ist nichts wichtiger, als das, daß der Priesterdienst einen höheren Platz bekommt, und ich glaube, daß es Gottes Absicht ist, dies durch alles das, was vorgeht, zustande czu bringen. 58

' ann bezweifeln, daß Gott gegenwärtig mit
* i Europas in besonderer Weise redet; und
' > iit in vielen Ländern durch große Drangsal.
uns Gewirkte, soll uns „Silber und Gold"
i das heißt eine zunehmende Erkenntnis Got-
befähigt, dem Priesterdienst einen größeren
< » en. Wir sollten mehr darauf bedacht sein,
bloß darauf, Trost zu erlangen. Es besteht die
L . i' daß der Dienst Gottes eine Gestaltung er-
. über das hinausgeht, was wir bisher in der
? ilung gekannt haben. Es können neue Kronen
werden; und die, die ihren erlangten Reichtum
, um sie herzustellen, denen werden sie „zum
Mnis sein im Tempel Jehovas." (V. 14.) Welcher
L/ebende würde nicht begehren, ein derartiges Ge-
nis zu haben, und das herbeibringen, was zur
ac und Herrlichkeit des iPriesterdienstes beiträgt!
La der Zeit nun, wo Josua die Kronen auf sein Haupt - -ctzt werden, empfängt er auch ein besonderes Wort Jehova über Christum. Wir können sicher sein, daß, .nn priesterliche Zustände unter uns gefördert wer-n, unsre Erkenntnis über Christum sich sehr erweitert. £ - wird als der erkannt werden, der in Wahrheit den "erapel baut. In Vers 12 und 13 heißt es: „Siehe ein Mcnn, sein Name ist Sproß; und er wird von seiner >;elle aufsprossen und den Tempel Jehovas bauen, ja, er wird den Tempel Jehovas bauen". Es wird kein geist-' dies Verständnis über den Tempel, wie er heute besieht, geben, es sei denn, wir sehen, daß Christus der ist, der ihn baut. Wenn unser verantwortliches Bauen nicht dem Christi entspricht, so ist es wertlos. Es ist lebenswichtig, den Mann zu betrachten, dessen Name Sproß ist. Seine Ankunft war in den Tagen Sacharjas noch zukünftig, doch wir kennen Ihn als Den, der als ein heiliger Mensch gekommen ist, und in dem alles, was zum Wohlgefallen und zur Herrlichkeit Gottes ist, zum Ausdruck kam. Gott hat dem David einen gerechten Sproß erweckt, und er ist der Verheißung gemäß



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aus dem Samen Davids. (Jer. 23, 5; 33, 15.) Die Tatsache
daß Er Sproß genannt wird, deutet die Frische und ]_/_
benskraft dessen an, was in Ihm hervorsproßte, damit F-:.
die Gerechtigkeit und Schönheit und Herrlichkeit Seitv-.
Heiligen sei, und so ist Er: „zur Vortrefflichkeit unr
zum Schmuck für die Entronnenen Israels." (Jes. 4, 2.1
Ein Sproß entfaltet Lebenskraft und ist ein passende;
Sinnbild oder Titel Dessen, der als „die Frucht der Erde"
erschien und auf so wunderbare Weise als Sohn einer
Jungfrau geboren wurde. (Jes. 7, 12.)
Das Wort: „er wird von seiner Stelle aufsprossen", zeigt, wie völlig Er allem entsprach, was der Wille Gottes Ihm ersehen hatte, und von Seiner Kindheit an bis zum Mannesalter einen .Gehorsam entfaltete, der allezeit vollkommen war, und bei jedem Schritt immer völliger offenbar ward. Dieses wunderbare Leben ist in der Tat ein ewiges Studium für die Herzen aller Erlösten. Ich denke, es geht nicht zu weit, wenn ich sage, dadurch, daß wir sehen, wie Er Seinen Platz hienieden im Fleische ausfüllte, haben wir zu lernert wie Er jeden Platz der Herrlichkeit ausfüllen wird. In gewissem Sinne ist Sein Platz im Fleische wunderbarer als jeder andere, den Er je ausfüllen wird, da Er in ihm „an dem, was er litt, den Gehorsam lernte". (Heb. 5, 8.) Er kam in einem für Ihn bereiteten Leibe in die Welt, um den Willen Gottes zu tun, und ward bis zum Tode gehorsam, obwohl Er der „Herr der Herrlichkeit" war. (Phil. 2, 8; l.Kor. 2. 8.) Sein Tod wird in Sacharja 6 nicht erwähnt, weil der Geist Gottes hier das Augenmerk auf Ihn als den Erbauer des Tempels richtet, sodann auf Den, der Herrlichkeit trägt und auf Seinem Throne herrscht und Priester sein wird auf diesem Throne. Aus anderen Schriftstellen aber wissen wir, daß Er das alles tun wird auf Grund dessen, daß Er Gott in Seinem Tode verherrlicht hat.
„Und er wird den Tempel Jehovas bauen, ja, er wird den Tempel Jehovas bauen." Welch einen neuen Gedan-.ken über den Tempel bekommen wir, wenn wir sehen, daß ,60

ut1 Das wird noch einmal wiederholt, damit wir L s beachten. Aus Heb. 3, 3 erhellt, daß Jesus ei des Hauses ist: „Denn dieser ist größerer ^^ würdig geachtet worden als Moses, insofern j-ire als das Haus der hat, der es bereitet hat." „ blte am Anfang Seines Dienstes Simon dazu, r. in diesem wunderbaren Bau zu sein. Denken , - Wohlgefallen an die Unumschränktheit der die uns einen derartigen Platz ausersehen hat? jn wir es .nicht gern sehen, daß Er uns in jenem er Tempel dahin setzt, wo Er will? Die Bauenden - >^srias Tagen ermutigte der Gedanke, wie Christus . empel bauen würde. Wir sind verantwortlich, dem ,u aemäß zu bauen, das uns Christus über Sein on aegeben hat. Wir werden da nicht in einer fleischten, sondern in einer geistlichen Weise tätig sein, da 1 wissen, daß nur geistlicher Baustoff für ein geistliches Haus geeignet ist.
Dann heißt es weiter: „und er wird Herrlichkeit tränen", Er ist der wahre „Eljakim", an den „die gesamte Herrlichkeit seines Vaterhauses" gehängt wird. (Jes. 22, 20, 24.) Er ist groß genug, die Herrlichkeit, die wir heute kennen, aufrechtzuerhalten, Er sagte: „Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben". (Joh. 17, 22.) Das wahre Wesen der Sohnschaft erkennen wir, indem wir sehen, daß Christus deren Herrlichkeit vor dem Vater trägt, es ist dies aber eine Herrlichkeit, die Er den Seinen gibt. Es gibt noch andere Herrlichkeiten, die Er trägt, auf die auch in Johannes 17 hingewiesen wird, und Er wird derer am Tage der Zukunft viele tragen, „wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel." (Luk. 9, 26.) Was die gegenwärtige Zeit anlangt, so trägt Er die Herrlichkeit der den von Gott Berufenen verliehenen Gunst oder Wohlannehmlichkeit, so daß wir die Herrlichkeit der Gnade Gottes in Ihm sehen.
In Vers 13 heißt es dann weiter: „und er wird auf seinem Throne sitzen und herrschen". Das verweist

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zweifellos auf Seine künftige Herrschaft, wo Er in Ri Sein Reich beherrscht, doch es ist gut, uns daran zu e.> innern, daß Er jetzt ein Reich hat: der Vater hat uj^ in das Reich des Sohnes Seiner Liebe versetzt, Er js> der wahre Salomo. (Kol. 1, 13.) Dieser Zusammenhang läßt uns daran gedenken, daß es Salomo war, der das Haus baute; sein Reich wurde eingesetzt, damit er dem Namen Jehovas ein Haus baue. Seine Friedensherrschaft war nötig, damit nichts den Bau des Hauses hindere. Christus kann nichts Unterwürfiges gebrauchen, nur unter Seine Herrschaft Gekommene sind ein geeigneter Baustoff für Gottes Haus. Doch Seine Herrschaf; ist, wie wir wissen, eine Herrschaft der Liebe; Sein Reich ist von Liebe durchdrungen, denn Er ist der Sohn der Liebe des Vaters.
Und Er „wird Priester sein auf seinem Throne". (V. 13.) Als königlicher Priester ist Er nach der Ordnung Mel-chisedeks, wie wir aus Heb. 6, 20 sehen. Er dient Seinem Volke priesterlich, der Größe' Seiner Person entsprechend und der Größe Seines Platzes gemäß, „zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln" (Heb. 8, 1), und wir können dem hinzufügen, gemäß der Größe des Wertes und des Ergebnisses der Aufopferung Seiner Selbst. (Heb. 9, 26.) Er dient auch vor Gott, damit nichts im Dienste des Hauses mangle. Wie sehr würde gerade diese Erwägung unsre Gedanken erheben! Den Bauenden in den Tagen Sacharjas ward dies prophetisch geoffenbart, um sie zu ermutigen; wie viel ermutigender ist das für uns, da das prophetische Wort nun eine große und wunderbare Wirklichkeit geworden ist.
Dann heißt es schließlich: „und der Rat des Friedens wird zwischen ihnen beiden sein." (V. 13.) Das ist eine der vielen Schriftstellen, die uns die Gottheit des Mes- j sias klar bezeugen, denn hier ist von dem Messias und | Jehova die Rede. Von einem „zwischen ihnen beiden" i könnte nicht gesprochen werden, wenn der hier ge- j nannte Mensch keine göttliche Person wäre. Kapitel 13, 7 i bestätigt dies mit den Worten: „Schwert erwache wider j 62

•'iten, ja wider den Mann, der mein Genosse
jehova der Heerscharen". Das erinnert an
, ,.rte im Evangelium Johannes wie: „Ich und
sind eins." (Joh. 10, 30.) Alles in Gottes Vor-
, ? Segnung ist zwischen Ihm und Seinem Ge-
, -i gesetzt worden, so daß da ein Zusammen-
.?noglich ist.
heißt es: „Entfernte werden kommen und am
Jehovas bauen"; die Nationen werden so-
i an diesem heiligen Werke haben, wie es jetzt
U ist. Aber alles Bauen hat in dem Lichte zu ge-
'i wie es der Überrest in den Tagen Sacharjas in
i 'ischer Weise empfing.
Kapitel 7
Viva zwei Jahre nach dem Beginn des Bauens des Simses kamen einige Männer, „um Jehova anzuflehen, ;ÜK1 um den Priestern des Hauses Jehovas der Heer-srharen und den Propheten zu sagen: Soll ich weinen im Sänften Monat, mich enthaltend, wie ich schon so Viele Jahre getan habe?" (V. 2 und 3.) Diese Männer halfen nicht das Haus bauen, sie entsprachen dem Laufe der Gedanken Gottes ganz und gar nicht. Sie hatten den Druck der Gefangenschaft in einer natürlichen Weise empfunden, und den äußeren Anschein der Anerkennung Gottes gewahrt, wie es die Leute so oft tun, wenn Seine Hand auf ihnen ruht, doch es war keine echte Übung vor Gott. Sehr oft beruhigen die Menschen ihr Gewissen dadurch, daß sie Gott nach außen hin in gewisser Weise anerkennen, aber überhaupt nicht wahrhaft zu Ihm umkehren. Deshalb lautete"das Wort Jehovas: „habt ihr irgendwie mir gefastet?" (V. 5.) In Zeiten der Drangsal wünschen die Menschen wohl, daß Gott ihrethalben eingreife, aber sie tun keine wahre Buße, und sogar Sein Volk kann dahin kommen, zu denken, daß es genügt, den eigenen Zustand der Form nach anzuerkennen oder in Niedriggesinntheit weiterhin den eignen Willen zu tun, ohne den Übungen, die unser Zu-
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stand erfordert, ins Angesicht zu schauen. Das ist je<j, eine eitle Hoffnung, Gott schaut bei denen, die mit zu tun haben, nach Wirklichkeit aus!
Das Wort Jehovas an Sacharja lenkte daher c\ v Augenmerk auf den sittlichen Zustand Seines Volke--und der Hauptgegenstand dabei war, daß unter <j(;,, Brüdern rechte Beziehungen zueinander bestehen sO]j^ ten. Ihre Beziehungen zu Gott konnten nicht die rechtet sein, wenn sie nicht recht gegen einander handelten Und so sprach Er: „übet ein wahrhaftiges- Gericht, un<j erweiset Güte und Barmherzigkeit einer dem anderen-und bedrücket nicht die Witwe und die Waise, den Fremdling und den Elenden; und sinnet keiner auf seines Bruders Unglück in euern Herzen. Aber sie weigerten sich, aufzumerken, und zogen die Schulter widerspenstig zurück, und machten ihre Ohren schwer, um nicht zu hören. Und sie machten ihr Herz zu Diamant, um das Gesetz nicht zu hören noch die Worte, die Jehova der Heerscharen durch seinen Geist mittelst der früheren Propheten sandte; und so kam ein großer Zorn von seiten Jehovas der Heerscharen." (V. 9-12.)
In den brüderlichen Beziehungen versagte die Versammlung zuerst; nach Ap. 6, 1 „entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Bedienung übersehen wurden." Wahrscheinlich kann die Wurzel alles Abweichens und der ihm folgende Verlust des Segens auf die Schwächung und das Aufgeben der Bande der Liebe zurückgeführt werden, die die Brüder ordnungsgemäß verbinden. Die Versammlungen wurden zu bald Zusammscharungen, und die Wärme und Freiheit des Familienkreises ging verloren. Wenn die Heiligen aufhörten, einander zu lieben, wie Christus sie liebte, so hatten sie ihre erste Liebe verlassen und waren gefallen und hatten Buße sowie die ersten Werke zu tun. (Offb. 2, 4 und 5.) Der Herr möchte, daß wir sehr empfindsam sind, was die Aufrechterhaltung glücklicher Beziehungen zu unsern Brüdern anlangt. In Mat. 5, 23 und 24 heißt es: „Wenn du nun 64

darbringst zu dem Altar und dich daselbst (, fi dein Bruder etwas wider dich hei s, so deine Gabe vor dem Altar und geh zuvor <, >r>ne dich mit deinem Bruder; und dann i nnne deine Gabe dar." Diese Worte des m, unsre Herzen sollten es beim Nahen zu den, wenn unser Bruder etwas gegen uns , v »uhlen, daß wir mit ihm versöhnt sein müs-r v ir Gott etwas darbringen können. Wenn achteten, so würden nicht so viele ungeord-r.n-p ?* orhanden sein, die manchmal lange Zeit r vi<j dadurch einen lähmenden Einfluß auf die irn Dienste Gottes ausüben.
Versammlung zu Philadelphia sehen wir pro-the Neubelebung der Versammlung in einem ' zur Zeit des Endes. Philadelphia bedeutet Bru-und die Wiederherstellung ist die Folge der int zu ihr. Wenn wir die Brüder lieben, werden, ohts Böses wider sie in unseren Herzen hegen, »i übel von ihnen reden oder ihnen etwas zuleide Wir werden in jeder Hinsicht ihr Wohl suchen, ,U3 kann nur dadurch geschehen, daß wir nach Hef-- ^ t und Wahrheit trachten. Wir begehren dann, daß <«• us an ihnen allen Wohlgefallen hat und dulden alb nichts in ihnen, was Christus haßt. 1 \~ *• sind sowohl in Wüstenzuständen Brüder als auch Lande. Es ist zu beachten, daß Paulus an die Kolosser ' Epheser auf Grund dessen schreib daß er von ihrer ,Liebe zu allen Heiligen" gehört hatte. (Eph. 1, 15; Kol. !, 4.) Das scheint die notwendige Voraussetzung zu sein, ihnen das Auferstandensein und die himmlische Stellung der Heiligen zu erschließen. Ich glaube, daß die Heiligen, als die Bruderliebe dahinschwand, die Fähigkeit verloren, diese beiden Briefe zu schätzen. Das Geheimnis dessen, daß Israel das Land verlor, war der Zusammenbruch ihrer brüderlichen Beziehungen. Und so ward hier festgestellt: „das Land wurde hinter ihnen verwüstet... sie machten das köstliche Land zu einer Wüste."
5 Haggai und Sacharja 65 .

(V. 14.) Es ist sehr ernst daran zu denken, daß die Versammlung „das Land* aus demselben Grunde erfah-rungsgemäß verlor wie Israel. Das Land kann nur in der göttlichen Natur genossen werden, also in der Natur, du. wir als aus Gott Geborene haben, und diese wird in der Bruderliebe offenbar. Damit können wir die Richtung verstehen, in der Gott zur Wiederherstellung an unserm Tage wirkt. Im einzelnen führt das das nächste Kapitel aus, was in der Tat davon redet, wie Gott Jerusalem zukünftig wiederherstellen wird, doch wir können das dem Geiste und Grundsätze nach auf das anwenden, was Gott heute tut. Das heißt, Er führt Seine Heiligen der Versammlung zu Seinen eignen Gedanken zurück, wie Er es am Tage der Zukunft mit Israel tun wird.
Kapitel 8
In diesem Kapitel sehen wir Jehova „für Zion mit großem Eifer" eifern und nach Zion zurückkehren, damit es kraft Seiner Gegenwart und Macht derart gestaltet werde, wie es Seinen Gedanken entspricht. Zion stellt, soviel wir wissen, das unumschränkte Erbarmen dar, Jerusalem dagegen Seine die ganze Welt umfassenden Gedanken, zu denen Er hier nach der langen Zeit des Abweichens Seines Volkes, wieder zurückkehrt. Gott hatte Seine Gedanken nicht aufgegeben, wohl aber Sein Volk, und nun wendet Er in besonderem Erbarmer: zu Seinem Volke und bringt es zurück. Das ist es, was Er gegenwärtig den Heiligen der Versammlung gegenüber tut. Die Folge davon, daß Gott mit Seinem Volke ist, offenbart sich darin, daß es Wahrheit und Heiligkeit kennzeichnen: „So spricht Jehova: Ich kehre nach Zion zurück und will inmitten Jerusalems wohnen; und Jerusalem wird genannt werden ,Stadt der Wahrheit', und der Berg Jehovas ,der heilige Berg'." (V 3.) Das steht in Beziehung zu dem, was wir über die Versammlung zu Philadelphia sagten, der Sich der Herr als „der Heilige und Wahre' darstellt. (Offb. 3, 7.) Wenn Gottes Erbarmen eingreift, Abgewichene wiederherzustellen, so
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Frucht dieses Werkes in Liebe, Wahrheit und r offenbar. Getrennt davon, kann nicht er-- "jden, daß Gott mit Seinem Volke ist. . „ Lt nicht dahin, bloße Grundsätze aufzustellen, -r wir bekennen, daß sie von Ihm herrühren, cldhin, daß Personen als solche, die an Seinem teilhaben, in ihrem Wandel gekennzeichnet wer-?Zo spricht Jehova der Heerscharen: Es werden >Mpise und Greisinnen in den Straßen von Jerusa-uen, ein jeder mit seinem Stabe in seiner Hand i?nge der Tage. Und die Straßen der Stadt werden c>in von Knaben und Mädchen, die auf ihren Stra-p'elen." (V. 4 und 5.) Das ist ein schöner Hinweis daß in Gottes Stadt Raum für jede Altersstufe dien Lebens ist. Die Greise und Greisinnen stellen i dar, die eine lange Erfahrung der Treue und des •mens Gottes durchgemacht haben; ihre Gegenwart t Versammlung ist sehr hoch zu schätzen. Die Zeit ter Arbeit ist vorüber, doch sie sind da als geruh-„ Zeugen dessen, was Gott gewirkt hat. Die „Knaben i Mädchen" reden von dem jungen Leben, daß kennen gelernt hat, in der Versammlung glücklich zu sein. Es ist ein Zug der gegenwärtigen Wirksamkeit Gottes, daß sich so viele junge Leute öffentlich mit dem Namen des Herrn und Seinen Heiligen einsmachen, die in der Wahrheit zu wandeln suchen, sie finden wahrhafte Freude daran, dies zu tun. Wie ermutigend, zu wissen, daß Gott sogar auf „Knaben und Mädchen" achtet, die ihren Platz in Seiner Stadt haben. Er liebt, sie in der Versammlung als solche zu sehen, die sich ihres Platzes daselbst erfreuen. Junge Leute sind der geistlichen Möglichkeiten in Verbindung mit ihnen halber hoch zu schätzen; diese werden das künftige Geschlecht kennzeichnen. Laßt uns ihnen in Wort und Beispiel die ganze geistliche Hilfe bringen, zu der wir imstande sind. Die zwischenliegenden Altersstufen werden hier nicht erwähnt, doch die Tatsache, daß von den Ältesten und Jüngsten gesprochen wird, deutet daraufhin, daß es der
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Stadt an keiner Altersstufe mangelt. Das ist Gottes Qe danke über Seine Versammlung, und Er stellt uns da>-vor, um uns sogar in den Tagen des Uberrests zu errn\j tigen. Nach Vers 6 mag das in den Augen des Übe». rests „wunderbar" sein, doch nicht in Gottes Augen, ?J-ist nicht zu schwer für Ihn, es zustande zu bringen, P, wird Sein Volk ;"ahin bringen, Seinen Gedanken 2„ entsprechen, auch wenn dieses nur ein Überrest ist.
Die nädiste Abteilung unseres Kapitels ist besonder.-ermutigend, weil sie zeigt, daß sogar die Grundlegung des Hauses Gottes einen gewaltigen Unterschied zur Folge hatte. Das ist für uns heutzutage eine Ermunterung, wenn wir eben erst einen Anfang mit dem Herzensvorsatz gemacht haben, daß Gott ein Haus haben soll, wo Ihm Seinen Gedanken gemäß gedient wird. Das verändert unsre ganze Lage in den Augen Gottes und sichert uns Seinen Segen. In der religiösen Welt um uns her dient man Gott den Gedanken der Menschen gemäß, doch wie kann das Gottes Haus sein, wo man Ihm nicht erlaubt, Seine eigenen Wege zu gehen? Deshalb gab es keinen rechten Ertrag des Erbes. „Denn vor diesen Tagen war kein Lohn für die Menschen und kein Lohn für das Vieh, und der Aus- und Eingehende hatte keinen Frieden vor dem Bedränger, und ich ließ alle Menschen gegeneinander los." (V. 10.) Daraus er-helit, daß wenn wir nicht daran denken, daß Gott Seinen Platz und Sein Teil bekommt, es uns übel ergehj Dann hört die Ackerpflege im geistlichen Sinne auf, die Felder liegen brach, der Weinbau wird vernachlässigt, und es gibt weder eine Getreide- noch Weinernte. Doch sowie nur ein Anfang mit dem Legen des Grundes zum Hause Gottes gemacht wird, ändert sich sofort alles. „Nun aber will ich dem Überreste dieses Volkes nicht sein wie in den früheren Tagen, spricht Jehova der Heerscharen; sondern die Saat wird gedeihen, der Weinstock wird seine Frucht geben, und die Erde wird ihren Ertrag geben, und der Himmel wird seinen Tau geben, und dem Überrest dieses Volkes werde ich das alles zum
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aeben." (V. 11 und 12.) Während so manche
den Mangel an geistlicher Nahrung beklagen, - die danach trachten, daß etwas für Gott ist, die Erfahrung, daß Er so viel gibt, daß iicht bewältigen können, es einzusammeln,
\ ers 13 wird der durch den Segen Gottes be-
Uuerrest anderen zum Segen, und nach Vers 15
,i unseren Tagen den Gedanken Seinem Volke
j xun, und das wird Er tun, wo immer passende
V hierfür gefunden werden. Wenn wir tun, was
] tot, und unsern Nächsten Treue erweisen, er-
-i i ir, daß Er uns Gutes tut. Unser Nächster ist der
,ae mit dem wir in Berührung kommen, und ihm
^uHer sollen wir die Wahrheit reden. (V. 16.) Das
'i nicht nur, daß wir ihm nichts Unwahres sagen, son-
die Wahrheit, wir haben also mit ihm über die Wahr-
zu reden, die wir kennen und lieben. Die Wahrheit
v ein wunderbares Band unter denen, die von ihr
nander reden, und dies insonderheit am Tage des
',bweichens, siehe den 2. Johannesbrief. Die Wahrheit
- £ M bei uns und wird mit uns sein in Ewigkeit. (V. 2.)
Lukas 1 wird von verschiedenen Taten Gottes be-
chtet, und dann heißt es in Vers 65 „auf dem ganzen
Neblige von Judäa wurden all diese Dinge besprochen."
über allen Dienst des Wortes gibt es ein gut Teil zu
reden, geschweige denn über den unendlichen Reichtum
der Schriften. Die Beschäftigung mit Heiligem bewahrt
uns davor, Böses wider unsern Nächsten zu ersinnen,
und wenn wir das nicht tun, werden wir auch nicht
Böses von ihm reden. (V. 17.)
Dann wird das „Fasten" zu „fröhlichen Festzeiten" (V. 19), also zu Gemeinschaftsversammlungen, und die Wonne und Freude des Volkes Gottes zieht andere an. Die Schlußverse dieses Kapitels kennzeichnet ein Evangeliumszug. „Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um Jehova der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und Jehova anzuflehen." (V. 22.) Die ...Bewohner vieler Städte" werden diese verlassen und
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zur Stadt Gottes kommen. „So spricht Jehova der Heer scharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer au*, allerlei Sprachen der Nationen ergreifen, ja ergreifen werden sie den Rockzipfel eines jüdischen Mannes uncj sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben ge. hört, daß Gott mit euch ist." (V. 23.) Die Kunde davon, daß Gott mit Seinem Volke ist und für ihr Wohlergehen sorgt, wird am Tage der Zukunft nicht ohne Folgen bleiben, und wir können uns darauf verlassen, daß dies dem Grundsatze nach auch heute gilt. Das Volk Gottes sichert sich am besten dadurch Bekehrte, daß es in seinen Beziehungen zu Gott und zueinander wahrhaft glücklich ist. In der Welt herrscht ein großer Mangel an Glück, so daß das Glück, dessen sich das Volk Gottes erfreut, in sich selbst eine mächtige Evangeliumspredigt ist.
Kapitel 9
Am Anfang dieses Kapitels sehen wir, daß das Gericht Gottes über gewisse Städte kommt, die mehr oder weniger Jerusalem zu übertreffen suchten; sie alle werden zuschanden und müssen der Stadt Gottes Platz machen. Am Ende von Kapitel 8 sahen wir, daß viele Bewohner ihre Städte verließen, um nach Jerusalem zu gehen; diese Städte stellen die in der Welt herrschenden Grundsätze dar, wie sie Damaskus, Tyrus, Zidon, Askalon und die anderen in Kapitel 9 erwähnten Städte kennzeichneten, die alle dem Gericht Gottes verfielen. Die einzige Stadt, die bestehen bleiben wird, ist . Gottes Stadt, Zion stellt Sein unumschränktes Erbarmen dar und Jerusalem Seine weltumfassenden Gedanken der Segnung in Christo. Den Menschen bietet sich jetzt die Gelegenheit, ihren Wohnsitz zu ändern, das zu verlassen, was unter dem Gericht ist, und dahin zu gehen, wo es eine völlige Segnung gibt.
In Psalm 87 erwähnt Gott Ägypten, Babylon, Philistäa, Tyrus und Äthiopien als die Geburtsstätte einiger. Diese Gebiete stellen die die Welt kennzeichnenden
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ut7e dar, sie suchen als Verkehrsmittelpunkte r nfluß geltend zu machen und sich gleichsam mit messen; doch weder Gott, noch Sein Haus ist L In diesen Wettbewerbsmittelpunkten wird auc dem Menschen gemacht, und wenn sie unsre * tatte sind, machen wir auch etwas aus den -nen doch all das wird ein Ende nehmen. Gott sei es gibt solche, die in Zion geboren sind, die ihr „OIR dem unumschränkten Erbarmen verdanken und 'en, daß nur das einen Wert hat, das aus diesem Er-nuen kommt. Es ist lehrreich zu sehen, daß Gott, ob-ü Er der Hochmut der Philister ausrotten will, Sich ~ar aus ihnen einen Überrest zu sichern gedenkt: „er *i übrigbleiben unserm Gott und wird sein wie ein •'.ist in Juda". (V. 7.) Das ist eine treffliche Erläuterung der Unumschränktheit des Erbarmens Gottes, von dem wir sprachen. Wir alle werden allein auf diesem Grunde gesegnet.
„Und ich werde für mein Haus ein Lager aufschlagen . . . .; denn jetzt habe ich dareingesehen mit meinen Äugen." (V. 8.) Ich denke, das besagt, daß Gott das anerkannte, was der Überrest als Sein Haus baute; es nahm eine bestimmte Gestalt an, obwohl es weit entfernt davon war, vollendet zu sein. Es war et^/as da, worum Er Sein Lager aufschlagen wollte. Er will nicht das verteidigen, was in den Augen der Menschen einen großen Platz hat, sondern das, was die wahren Kennzeichen Seines Hauses trägt, wenn es auch nach außen hin gering erscheint. Die Christen sind gespalten, weil man andere Mittelpunkte errichtet hat, die sich das, was von Gott ist, anmaßen. Man hat verschiedene Körperschaften gebildet, dem Lichte der Menschen gemäß, doch nun, wo die Wahrheit der Versammlung als das Haus Gottes ans Licht gekommen, haben dies die Gläubigen als die Wahrheit hinzunehmen und danach zu wandeln, oder sie unterstützen das, was dem entgegen ist. Gott wird Sein Lager nicht um das aufschlagen, was der Wahrheit entgegen ist, die Er in Seiner Gnade hat
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neuaufleben wahren Ke offenbar ma Gerade a Weissagung wird. Der Überrest so und ein Re kannte da „Tochter Zi anerkennen dergehalten lesen wir, Seine Herr bis an die tig, Vers 9' Weise und kennen kon ten, damit kennen ver Alles zur v war in ihr Jerusalem Glaube und geboten wa Weise, wie offenbart.
Der Herr lassen, ich sehe Wort König Zion; Ihm aussch und andere 25 und 38.) komme zu es zu erfü mehr unsre rum besorg
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und sie hilflos ihren Feinden preisgegeben wurde. Je-rusalem ward in der Tat eine „Grube, in der kein Wasser ist" (V. 11), und der gleicht alle fleischliche Religion. Doch es waren sogar in Jerusalem einige, die dort als „Gefangene der Hoffnung" weilten (V. 12), und das prophetische Wort erklärte: „Und du - um des Blutes deines Bundes willen entlasse ich auch deine Gefangenen aus der Grube, in der kein Wasser ist." Jerusalems „Gefangene" sind, denke ich, solche, die erkannt hatten, daß sie durch die Verwerfung ihres Messias alles verwirkt hatten, und daß ihre einzige Hoffnung in dem lag, was hier „das Blut deines Bundes" genannt wird. Hierdurch allein konnten sie befreit werden, wenn Gott aber auf Grund dessen handelte, so waren dem, was Er für sie tun würde, keine Schranken gesetzt. Er wollte sie nicht nur aus der Grube herausnehmen, sondern zur Festung zurückbringen und sie verteidigen. Und sie sollten „voll werden wie die Opferschalen, wie die Ecken des Altars." (V. 15.) Die Opferschalen, auf die hier hingewiesen wird, sind solche wie in Kap. 14, 20: „Opfer-schalen vor dem Altar", es waren mit dem Dienste verbundene Gefäße. „Die Ecken des Altars" sind es, wo dessen „Hörner" angebracht waren, die seine Kraft darstellen. (2. Mose 27, 2.) Welch eine mächtige göttliche Befreiung! Aus der Grube herausgenommene Gefangene werden zu vollen Gefäßen für den Opferdienst! So handelt Gottes unumschränktes Erbarmen, alle Segnung kommt auf dieser Grundlage, und zwar in derselben Fülle für uns wie für sie, und dadurch sichert Gott die Fortführung des Dienstes Seines Hauses.
„Und Jehova, ihr Gott, wird sie retten an jenem Tage, wird sein Volk retten wie eine Herde; denn Kronensteine sind sie funkelnd auf seinem Lande." (V. 16.) Gott hat Sich in ihnen eine Herde gesichert, die sich von dem Reichtum Seines Landes nährt und daselbst ein kostbarer Schmuck sein soll. Das Bild der Herde wird hier mit einem ganz anderen verbunden, da sie mit funkelnden Kronjuwelen verglichen wird. Gott bedient Sich
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vieler Bilder, um das Wohlgefallen auszudrücken, das Er daran hat, Sein Volk durch Christum zu segnen. Seine Gedanken sind in der Tat höher als alle Bilder, doch es gefällt Ihm solche zu gebrauchen, um uns den großen Reichtum Seiner Gedanken und Vorsätze in Christo Kundzutun. Wenn wir bedenken, daß sie alle der Ausfluß dessen sind, was Gott in Sich Selbst ist, so können wir verstehen, daß sie überaus wunderbar sein müssen. „Denn wie groß is' seine Anmut, und wie groß seine Schönheit!" (V. 17.) Was auch Gott für uns durch Christum und in Christo getan hat, es soll das zur Entfaltung bringen, was Er in Sich Selbst ist: „auf daß er erwiese in den kommenden Zeitaltern den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns in Christo Jesu," (Eph. 2, 7.) In dem gepriesenen Gott ist das, was so recht der eigentliche Gegenstand heiliger Bewunderung der durch Ihn Gesegneten ist, denn es ist eine Schönheit, die in unendlicher Gnade hervorstrahlt und der Schmuck Seines Volkes wird, denn man könnte mit dem Psalmisten sagen: „Und die Schönheit Jehovas, unsers Gottes, sei über uns!" (Ps. 90, 17.)
Zum Schluß heißt es: „Das Korn wird Jünglinge und der Most Jungfrauen wachsen lassen." Das beständige Sich-nähren von Christo hält die geistliche Kraft aufrecht. Es ist nicht genug, sogar die größten geistlichen Segnungen zu kennen; wir müssen durch geistliche Nahrung in Kraft aufrechterhalten werden. Viele denken, sie können von empfangenem Licht leben, und zehren dabei beständig ab. Wir bedürfen unser Maß Korn zu seiner Zeit, das heißt jene frische Auffassung von Christo durch die allein wir gedeihen können. Die Jungfrauen sodann stellen die untertänige Seite dar, und die gedeiht, wenn wir fortfahren, von einem Geiste zu trinken. (1. Kor. 12, 13.) Es war nie Gottes Absicht, daß wir nur einmal trinken sollten, sondern beständig, und es sollte uns kennzeichnen. Es ist oft gesagt worden, daß das auf den Kelch beim Abendmahl des Herrn anspielt, wie der eine Leib auf das Brot. An jedem Tage des
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Herrn v/erden wir durch die vor uns stehenden Zeichen daran erinnert, daß wir ein Leib sind und daß wir mit einem Geiste getränkt sind, doch das sollten wir in up-serm Wesen beständig offenbaren. Wenn das der FaP werden wir wahrhaft „wachsen".
Kapitel 10
Das Zurückkehren Jehovas, Israel nach seiner langen Geschichte des Abweichens zu segnen, ist mehr als einmal mit dem Spätregen verglichen worden (Hos. 6, 1-3; Joel 2, 23), so daß die „Zeit des Spätregens0 auf eine Zeit göttlicher Gunst hinweist, wo Jehova Sein Volk besucht, nachdem ihm lange „Nichtiges", „Lügen" und „Träume des Trugs" zu schaffen gemacht' haben. Er hatte zu sagen: „Darum sind sie fortgewandert wie eine Herde, werden bedrückt, weil kein Hirte da ist." (V. 2.) Als der Herr hienieden war, ward Er innerlich bewegt ob der Volksmenge, „denn sie waren wie Schafe,- die keinen Hirten haben." (Mark. 6, 34.) Aber Sein Zorn entbrannte auch wider die, die vorgaben, Hirten und Führer der Herde zu sein, deren Dienst aber leerer Schein und kein Trost war. Solche Zustände sind heute die vorherrschenden in einem großen Teile des christlichen Bekenntnisses. Wir können dankbar sein, daß es für die Versammlung eine „Zeit des Spätregens" gegeben hat, wie es eine solche für Israel geben wird.
„Denn Jehova der Heerscharen wird seine Herde, das Haus Juda, heimsuchen und sie machen wie sein Prächtroß im Streite. . . . Und sie werden wie Helden sein, die den Kot der Straßen im Kampfe zertreten; und sie werden kämpfen, denn Jehova ist mit ihnen, und die Reiter auf Rossen werden zuschanden." (V. 3 und 5.) Der große Beweis dessen, daß Gott Sein Volk heimgesucht hat, ist, daß sie zu überwindern werden. Die Tatsache, daß der Herr in jeder der sieben Versammlungen von Offenbarung 2 und 3. Uberwinder annimmt, zeigt, daß Er solche haben will, was auch der allgemeine Zustand
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-o mag. Je größer das Abweichen, desto nötiger das ;Jnvinden, und ich denke, das vorliegende Kapitel ;iL daß das überwinden der Wiederherstellung viorengegangener Vorrechte vorausgeht. Die über-i::äer in Offenbarung 2 und 3 erlangen das ordnungsgemäße Teil aller Heiligen, doch am Tage des Abwei-hens besitzen es nur solche, die überwunden haben; es y-Ird also nach dem Grundsatz der Wiederherstellung regeben, und nicht als etwas von Anbeginn Besessenes. Gottes gegenwärtige Wege mit Seinem Volke sind solche der Wiederherstellung. Er hat in der Tat ein besonderes Gefallen an Wiederherstellung, und deren örößte ist die der Versammlung. Das überwinden jedoch Ist das erste, wie wir es in Vers 3 und 5 unsers Kapitels sehen, erst danach spricht Gott in Vers 6, 7 und 12 von Wiederherstellung.
Die erste Folge der Heimsuchung des Volkes Gottes ist, daß sie Uberwinder werden. Sie haben Kraft, das zu überwinden, was den Gedanken Gottes für Sein Volk zuwider läuft. Sie mögen noch nicht viel von der Wahrheit der Versammlung und ihren Vorrechten verstehen, doch sie sehen, daß manches Gott mißfällt, und nehmen eine entschiedene Stellung dagegen ein; sie gehen nicht mit dem Strome. Sie weisen das von sich, was den Gedanken Gottes zuwider ist, und dies auch dann, wenn es einen Platz im christlichen Bekenntnis hat; sie überwinden es, indem sie sich davon trennen. Durch Abstehen von der Ungerechtigkeit erlangen sie eine Stellung, wo sie lernen können, Gutes zu tun.
Und ich „werde sie wohnen lassen; denn ich habe mich ihrer erbarmt, und sie werden sein, als ob ich sie nicht verstoßen hätte. Denn' ich bin Jehova, ihr Gott, und werde ihnen antworten." (V. 6.) „Und ich werde sie stark machen in Jehova, und in seinem Namen werden sie wandeln, spricht Jehova." (V. 12.) Was Gott „zur Zeit des Spätregens" für einen Überrest in Israel tun wird, tut Er jetzt für einen Überrest in der Versammlung. Der Herr führt Seine Heiligen dahin, zu
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sehen, daß Gnade und Kraft in Ihm ist, sie zu befähigen überwinde! zu sein. Sie können nur überwinden, ?wenn sie stark in der Gnade sind, die in Christo Jesu ist Doch also gestärkt, können sie alles überwinden, was die Wiederherstellung der Versammlung hindert. Der Herr bringt Sein Volk zu Sich Selbst, der Quelle von allem zurück, und dann kann Er uns alles das wiederherstellen, was Sein Gedanke für die Versammlung ist.
In Matthäus 13 wird die öffentliche Geschichte der Versammlung in den ersten vier Gleichnissen dargesteht, sie endet damit, daß die Masse ganz durchsäuert ward. Doch dann haben wir das, was die Versammlung für Christum ist, den Schatz und die Perle, und damit steht die Wiederherstellung in Verbindung. Wenn Gott wiederherstellt, so geschieht das Seinen eigenen höchst kostbaren Gedanken gemäß. Die Reformatoren und Gründer von protestantischen Sekten überwanden die Einflüsse der Zeit, in der sie lebten, nicht genügend, um für die kostbaren Gedanken Gottes über -0116 Versammlung frei zu sein. Doch ein gut Teil „Spätregen" ist seit ihren Tagen gefallen, und viele Heilige haben Kraft in dem Herrn gefunden zum überwinden, und infolgedessen wurden ihnen die Gedanken Gottes ihrem großen Umfange nach erschlossen, die seit den Tagen der Apostel nur wenig gekannt wurden. Doch sie kommen nun ans Licht mit einer Gnade, wie sie der Wiederherstellung nach den vielen Jahrhunderten 'beklagenswerten Ab-weichens entspricht. Wir sind es dem Herrn schuldig, diese besondere Gnade anzuerkennen. Er macht uns das kostbar, was viele Geschlechter hindurch aus den Augen verloren wurde. Alle Heiligen können dieses Kostbare haben, es ist in Wahrheit das Teil aller, doch nur der überwinder bekommt es als den wahren Reichtum und Gewinn seiner Seele. Täusche sich niemand von uns darüber. Wir mögen mit den geistlichsten Personen wandeln und doch wenig Gewinn davon haben, wenn wir die Übung des überwindens nicht auf uns nehmen. Nehmen wir aber diese Übung auf uns, so haben wir zu
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, Cr., daß,wir zum überwinden der Gnade des Herrn jrfen. Damit wird das eine Sache persönlicher Ab-- - gkeit. Unser Kapitel beginnt: „Erbittet .von Je-i iva", und in Vers 6 heißt es „und ich werde ihnen an-vorten"; das zeigt, daß der Wiederherstellung und dem • berwinden der Geist tiefer Abhängigkeit zugrunde pegt. Das Herz hat, nachdem es seine eigne Leere und Tjngenugsamkeit kennengelernt, in gesegneter Weise erfahren, was der Herr ihm sein kann, nicht nur in Seiner persönlichen Unterstützung, sondern indem Er ans dahin bringt, Seinen Gedanken über die Versammlung und unsern Platz in ihr zu haben. Wir denken dann nicht mehr bloß an die wiederhergestellte Wahr-fceit, .sondern an den Herrn als den Wiederhersteller. Er Selbst ist unsre Freude mit Bezug auf alles Wiederhergestellte. So können wir das Wort in Vers 7 verstehen: „ihr Herz wird frohlocken in Jehova." Die Lieblichkeit des Wiederhergestellten liegt hauptsächlich in der Tatsache, daß es durch die persönliche Wirksamkeit Dessen wiederhergestellt ward, der uns liebt. Der Phila-delphier bewahrt Sein Wort und verleugnet Seinen Namen nicht; der Herr ist dem treuergebenen Herzen alles.
„Und ich werde sie stark machen in Jehova, und in seinem Namen werden sie wandeln, spricht Jehova." (V. 12.) Das faßt die Stellung des wiederhergestellten Volkes zusammen. Die Starken im Herrn werden sicherlich überwinder sein, und sie werden stark sein, entsprechend dem Wiederhergestellten zu wandeln. Dieses Schriftwort ward gegeben, die Herzen eines schwachen Überrestes, durch das zu ermutigen, was Gott für Sein Volk „zur Zeit des Spätregens" tun würde. Wir befinden uns in einer Zeit, die dem in der Geschichte der Versammlung entspricht. Möchten wir aus dieser Unterweisung den rechten Nutzen ziehen.
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Kapitel i i
Wir sahen in Kapitel 10, wie Jehova Seine Herde heimsucht, um sie wiederherzustellen, und sie zu Überwindern macht, deren ganze Kraft in Ihm ist. Kapitel n jedoch zeigt die ernsten Folgen davon, daß Seine Gnade verworfen wird. Es kommt zwar noch eine Herde vor uns, sie kann aber nur als eine „Herde des Schlachtens" betrachtet werden, das heißt als ein Gegenstand des Gerichts. Das war der nationale Zustand des Volkes, als der Herr in den Tagen Seines Fleisches zu ihnen kam. Johannes der Täufer erklärte, daß die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt sei (Mat. 3, 10), ihre Besitzer schlugen sie wie Pilatus die Galiläer. (Luk. 13, 1.) Ihre eignen Hirten bedauerten sie nicht; die Schriftgelehrten und Priester halfen ihnen nicht; und in diesem Zustand waren sie durch das Gericht Gottes. So stand es, als Christus kam, und Er kam, sie alle in Gnade zu weiden, falls sie Ihn aufnehmen würden. Doch Er machte einen Unterschied zwischen der Herde des Schlachtens und denen, die Er „die Elenden der Herde" nennt, obschon alle in das der Nation drohende Gericht eingeschlossen waren. In Vers 11 jedoch •werden „die Elenden der Herde" als solche bezeichnet, „die auf mich achteten". Sie stellten den Überrest Gottes dar, die den Zustand der Nation anerkannten und sich der Taufe des Johannes unterzogen und als Bußfertige auf den wahren Hirten achteten, obwohl Er von denen, die den Platz von Hirten innehatten, verworfen ward, über diese Hirten sagt Er: „meine Seele wurde ungeduldig über sie, und auch ihre Seele wurde meiner überdrüssig." (V. 8.) Die drei in einem Monat vertilgten Hirten besagen, daß im Dienste des Herrn ein völliges Zeugnis über die wahre Wesensart der religiösen Führer des Volkes gegeben ward. Sie wurden sittlich durch Seine Bloßstellung ausgetilgt, Er ward ihrethalben ungeduldig, und sie wurden Seiner überdrüssig. Sie sollten umkommen und einer den andern vernichten. Durch ihre Empörung wider die Macht Roms brachten sie die Zerstörung auf sich und
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Stadt. Doch ihre Verwerfung des wahren Hirten zog > Folgen in den Wegen Gottes nach sich, die uns "ilde in den beiden Stäben Huld und Bande darge-* werden. Der Herr hatte in Seinem Dienst vor, den J, von dem die Schriften gesprochen hatten, mit dem ??uen Volke einzugehen. Wenn Israel Ihn aufgenom--, hatte, iso wäre Er in Israel auch der Mittelpunkt , orden, um den sich die Nationen scharten, und Juda t AI Israel wären als Bruderstämme vereinigt worden. i Dienst an der Herde hatte das vor sich, dodi die Seele der Hirten war wider Ihn, und so zerbrach Er Seinen Stab Huld, und so ward der Bund mit allen Völkern gebrochen, der durch Israel zustande gekommen wäre. Auch die Vereinigung zwischen Juda und Israel in Brüderschaft fand nicht statt, der Stab Bande ward auch zerbrochen. Gegenwärtig ist den Nationen die Segnung auf ganz anderer Grundlage zuteil geworden, nämlich auf Grund des Todes und der Auferstehung Christi, und Israel ist seines Unglaubens halber verworfen.
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Unser Gegenstand ist, ob es eine gegenwärtige Anwendung dessen gibt, was wir in diesem Kapitel haben. Ich denke, wir werden finden, daß es eine solche gibt, denn auch heute haben wir wie in den Tagen des Herrn eine große Anzahl Leute, die keine Beziehungen zu Gott haben. Christus dient ihnen, wie Er Israel (diente, denn der gegenwärtige Dienst Christi ist allen in der Christenheit zugänglich. Aller öffentliche Dienst, sowohl am Evangelium als zur Auferbauung, ist zum Nutzen aller im christlichen Bekenntnis, doch Sein gegenwärtiger Dienst bringt ans Licht, daß viele Christum verabscheuen. Er fragt die Leute heute noch, wieviel sie denken, daß Sein Dienst wer.t ist; Er sagt: „Wenn es gut ist in euren Augen, so gebet mir meinen Lohn, wenn aber nicht, so lasset es". (V. 12.) Ich glaube, wir alle werden beständig gefragt, wie hoch wir Ihn einschätzen. Die Hohenpriester entschieden, daß Er dreißig Silbersekel wert war, • ihn loszuwerden, und Judas erkannte , das als einen angemessenen Preis an. „Da sprach Jehova
6 Haggai und Sacharja

zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wertgeachtet bin!" (V. 13.) Wenn die Hirten Christum verabscheuen, anstatt Ihn zu schätzen, so werden sie Geld für sein Blut zahlen. Doch es ist sehr auffallend, daß obwohl diese Schriftstelle durch die Hohenpriester und Judas erfüllt wurde, so kann sie doch immerfort angewandt werden. Der Herr sagt gleichsam zu einem jeden von uns: „Was bin ich -dir wert? Wie 'hoch schätzt du meinen Dienst ein?" Die Angabe im Propheten redet genau genommen nicht vom Preis Seines Blutes, sondern davon, was sie dachten, was Sein Dienst in Israel wert war; so sah Er die Sache an. Es handelte sich um ihre unwürdige Einschätzung Seines Dienstes.
„Da sprach Jehova zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wertgeachtet bin! Und ich nahm die dreißig Silbersekel und warf sie in das Haus Jehovas, dem Töpfer hin." (V. 13.) Es war unmöglich, daß Jehova zugeben konnte, daß Er einen solchen „Lohn" annahm. Er war dem Töpfer hinzuwerfen, um zu zeigen, wie übel Jehova eine so unwürdige Einschätzung Christi aufnahm, und das sollte in Seinem Hause zu einem Zeugnis geschehen. Jeder in der Christenheit hat eine gewisse Einschätzung des Wertes Christi und Seines Dienstes, und die ist vor Gott in Seinem Hause. Wenn einige von uns Christum unwürdig einschätzen, was anders als Gottes Gericht könnte das zur Folge haben? Die Christenheit wird gegenwärtig ihrer unwürdigen Einschätzung Christi halber gerichtet, und der Stab Bande wird zerbrochen. Von Zeit zu Zeit kommt der Gedanke auf, als ob die Christenheit wieder eins werden könnte, doch das kann nie sein, solange Christus als wertlos beiseite geworfen ist. So dachten die religiösen Gestalter, die Hirten jenes Tages, von Ihm, und es ist heute gerade noch so, obwohl Sein Name bekannt wird. Es gibt wenig „Brüderschaft" heutzutage, weil Christus nicht geschätzt wird; die Spaltungen unter den Christen würden alle verschwinden, wenn das der
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>-6U wäre. Paulus sagte: „Ist der Christus zerteilt?" (1.
,;or, 1, 13.) Wenn Christus und Sein kostbarer Dienst
(dem Herzen kostbarer wären, wie würden dann die
•.lauern, die die Heiligen voneinander trennen, zer-
;alien!
Wer Christum nicht schätzt, wird den Antichrist bekommen, auf den in Vers 15-17 verwiesen wird. Die Menschen werden einen bekommen, der nichts für sie tun wird; er wird ein zerstörender Hirte sein, der da Ißt und in Stücke zerreißt. Johannes sagt uns, daß an seinem Tage viele Antichristen waren (1. Joh. 2, 18); und wir können sicher sein, daß sich deren Zahl seitdem nicht vermindert hat.
Es ist nun an uns zu sehen, daß wir unter den „Elenden der Herde" sind, die auf Christum achten. Er ist bereit, zu denen zu reden, und die zu weiden, die Ihn schätzen. Solche haben ihren alleinigen Versammlungsmittelpunkt in dem wahren Hirten, und indem sie Ihm folgen, werden sie eine Herde. Das ist eine andere Darstellungsweise Christi in diesem kostbaren Teile der Schrift. Wir haben Ihn als Sproß, Erbauer, König, Priester und nun als Hirten vor uns gehabt. Möchten wir Ihn in jeder Hinsicht, in der Gott Ihn vor uns bringt, immer mehr schätzen.
Kapitel 12
Um zu sehen, wie Jerusalem in den einleitenden Versen dieses Kapitels betrachtet wird, müssen wir des vorhergehenden Kapitels eingedenk sein. Es ist das Jerusalem, das Christum nicht zu schätzen gewußt hat und bereit war, den Antichrist aufzunehmen, das Jehova zu einer Taumelschale und einem Laststein für alle Völker macht, so daß sie alle dawider hinaufziehen. Dies hat die Zeit vor sich, wo Gott Seine Wege mit Jerusalem am Tage der Zukunft wiederaufnehmen wird. Sie ernten dann, was sie gesät haben, und machen ein schreck-
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liches Elend durch, doch es wird ein Überrest vorhanden sein, der in diesem Kapitel durch „das Haus Juda" (V. 4) dargestellt wird, über den wird Jehova Seine Augen offen halten.
Wir werden uns daran erinnern, daß Juda bei seinem Vater für Benjamin Bürge geworden war, und er -war es auch, der, was die grausame Behandlung Josephs anlangt, anerkennen mußte, daß Gott seine und seiner Brüder Missetat gefunden hatte. (1. Mose 43, 9; 44, 16.) Er bat dann, als Knecht anstelle Benjamins zu bleiben, und nahm die Verantwortlichkeit des Geschehenen auf sich. Alles das ist ein bildlicher Hinweis auf die Haltung Judas am Tage der Zukunft. „Das Haus Juda" ist der Überrest, der in der Zeit der Drangsal Jakobs die Verantwortlichkeit, für das, was sie herbeigeführt hat, auf sich nehmen und den wahren Zustand vor Jehova bekennen wird. Dann wird der Segen Moses, des Mannes Gottes, an Juda erfüllt werden: „Höre, Jehova, die Stimme Judas und bringe'ihn zu seinem Volke; seine Hände seien mächtig für ihn, und hilf ihm von seinen Bedrängern!" (5. Mose 33, 7.) Solch ein Überrest bildet ein Band, wodurch Jehova in Gnade wieder die Beziehungen zu Jerusalem aufnehmen kann. Jehova wird Seine Augen über denen offen halten, die den Zustand fühlen und Ihn anrufen; von da an nun erscheinen die Bewohner von Jerusalem in einer anderen neuen Wesensart. Wir haben hier den bemerkenswerten Ausspruch: „Und die Fürsten von Juda werden in ihrem Herzen sprechen: Eine Stärke sind mir die Bewohner von Jerusalem in Jehova der Heerscharen, ihrem Gott." (V. 5.) Daraus erhellt, daß nun alles in ganz anderer Weise betrachtet wird. Es handelt sich nicht mehr um die verderbte Stadt, die Christum nicht schätzte und bereit war, den Antichrist aufzunehmen, und infolgedessen dem Gericht verfallen war. Jerusalem wird von dem Standpunkte aus gesehen, daß Jehova der Heerscharen „ihr Gott" ist. Die „Bewohner von Jerusalem" sind Gottes auserwähltes Volk, und sie werden die Stärke der Fürsten von

; rria. Der betende Überrest wird ermutigt und gestärkt, -,-,nri er erfaßt, daß Gott trotz allem Vorgefallenen eine .usi/ahl der Gnade hat und Seinen Vorsatz, Jerusalem ? ; segnen, gewißlich ausführen wird.
Wenn der bereuende Überrest den wahren Zustand anerkennt und zu Jehova betet, so wird Er Seine Augen uber ihnen offen halten und sie gebrauchen, Sein Ge-richt an allem auszuüben, .was sich wider Sein Volk erhoben hatte. Er wird sie zu „einem Feuerbecken unter Holzstücken und gleich einer Feuerfackel unter Garben" machen. (V. 6.) Es wird zur Gewißheit werden, daß Sein Vorsatz zustande kommt. „Und fortan wird Jerusalem an seiner Stätte wohnen in Jerusalem." Und also verteidigt und gestärkt werden die Bewohner von Jerusalem durch sehr tiefe Herzensübungen über Den gehen, den sie durchbohrt haben. Sie werden auf Ihn blicken und „wehklagen gleich der Wehklage über den Eingeborenen, und bitterlich über ihn leidtragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen leidträgt." (V. 10.) Das ist Gottes Werk an Seinem auserwählten Volke. Sie werden mit tiefer Bewegung an Christum denken, nun sie, von Gott unterwiesen, Seinen Wert kennengelernt haben, und dem wird die Bitterkeit ihrer Wehklage darüber entsprechen, daß sie Ihn durchbohrt und zweitausend Jahre verachtet und verworfen haben. Jerusalem könnte nie die Stadt des großen Königs sein, wenn nicht jeder seiner Einwohner, und zwar jedes Geschlecht besonders, diese Herzensübung durchmachte.
Heutzutage herrschen Zustände, die in hohem Maße mit denen dieses Kapitels übereinstimmen. Die prophetischen Aussagen der Schrift über das, was in.den Letzten Tagen sein wird, lassen auf einen schrecklichen Zustand in ^ der öffentlichen bekennenden Körperschaft schließen. Das geht z. B. aus 2. Tim. 3, 2; 2. Thes. 2 und 2. Pet. 2 und 3 hervor. Wir leben in den Zeiten, von denen also gesprochen wird; viele feindliche Mächte haben sich miteinander verbunden, um das zu verderben und zu zerstören, was von Gott ist. Untreue hat dem

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Aberglauben, den Neuerungen und der Weltlichkeit aller Art in der Versammlung Tür und Tor geöffnet Das öffentliche Bekenntnis hat im allgemeinen das Himmlische und Geistliche aufgegeben. Nur wenige geübte Gläubige würden das leugnen.
Doch trotz alledem sichert Sich Gott einen Überrest der ein rechtes Empfinden über das Stattgefundene hat' und den iSelbstgericht und Gebet .kennzeichnen. Gott hält Seine Augen offen über solchen, die beten, weil sie die Zustände erkannt haben, die eingetreten sind. Jeder Gläubige sollte verstehen, daß Gott eine Versammlung hier hat, daß diese aber, was ihren öffentlichen Anblick betrifft, entsetzlich von dem abgewichen ist, was Er im Sinne hatte. Jeder Gläubige sollte sich wie Juda für den Zustand der gegenwärtigen Tage verantwortlich fühlen. Jede Versammlungs-Wiederherstellung am Tage des Überrests ward als Antwort auf Gebet gewährt. An diesen dunkeln Tagen müssen wir nach Gefährten ausschauen, die beten, nach solchen, „die den Herrn anrufen aus reinem Herzen" (2. Tim. 2, 21), sie bilden „das Haus Juda" heutzutage. Wenn wir beten, bekommen wir Licht über das, was die Versammlung nach den Gedanken des Herrn ist. Wir gelangen im Geiste von dem verderbten Bekenntnis hinweg und die Versammlung steht in ihrer geistlichen Wirklichkeit vor uns.
„Die Versammlung des lebendigen Gottes" ist sicherlich kein „Mischvolk" (2. Mose 12, 38; 4. Mose 11, 4), wie es eine Nationalkirche notwendig isein muß, sie hat auch nichts Sektiererisches an sich; sie besteht aus „den Geheiligten in Christo Jesu" (1. Kor. 1, 2), die Jesum als ihren Herrn bekennen, und in denen der Heilige Geist wohnt. Der betende Überrest lernt alle Heiligen gemäß dem zu betrachten, was sie durch die Gnade und das Werk Gottes sind, und vermag alles das zu richten, was nicht im Einklänge damit steht. Die Führer von Juda werden hier „gleich einem Feuerbecken unter Holzstücken und gleich einer Feuerfackel unter Garben" gemacht. {V. 6.) Gott will, daß alles, was Seinen die ganze
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Welt umfassenden Gedanken über die Versammlung zu-wider ist, durch einen treuen und betenden Überrest gerichtet wird, und dieser entspricht heutzutage den Fürsten von Juda". Alles das ist in dem Geiste zu richten, der Juda kennzeichnete, wir haben die Verantwortlichkeit für das zu Richtende auf uns zu nehmen und derartiges, was Gott nicht v/ohlgefällt, in unserm Geiste von uns zu weisen. Wenn so alles, was der Wahrheit entgegen ist, gleichsam in sittlicher Hinsicht verbrannt ist, so besteht kein Hindernis für die Heiligen den Boden einzunehmen, auf den Gott sie berufen hat, zu stehen.
Deshalb heißt es dann: „Und fortan wird Jerusalem an seiner Stätte wohnen in Jerusalem." Unser Platz ist nach dem Willen Gottes, daß wir von Seiner Versammlung sind; daher ist es sowohl unser Vorrecht als auch unsre Verantwortlichkeit, auf diesem Boden zu stehen. Wir mögen noch ein gut Teil über unsre Schwachheit und Gottes Genügsamkeit für uns zu lernen haben, sowie durch tiefe und demütigende Übungen gehen müssen, doch laßt uns am Boden der Versammlung festhalten, er ist der Boden Gottes für uns, genau so wie für Seine Heiligen in Korinth. Laßt uns jeden anderen Baugrund von uns weisen, auf den Gott uns nicht gestellt hat. Kehren wir uns nicht durch etwas Weiteres oder Engeres von dem ab, was Gottes Gedanke für alle Seine Heiligen ist.
Nach Vers 7 hat Juda den Vorrang. Die Geübten und Betenden werden Gottes Erstlingsfrucht am Tage der Wiederherstellung. Was es auch immer Gott gefallen mag, Seiner Unumschränktheit gemäß zu geben, es wird nie der Sonderstellung Eintrag tun, die Er denen ersehen, die, was Verantwortlichkeit und Beten anlangt, die Führung übernahmen und das richteten, was Seinem Willen entgegen war. Es steht jedem Heiligen offen, seinen Platz in den „Zelten Judas" zu haben. Gott hat Wohlgefallen, die zu ehren, die die Übungen und Verantwortlichkeiten der Versammlung auf sich nehmen.
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Gott nimmt nicht an, daß man den Boden der ?Versammlung einnehmen oder halten kann, ohne eine besondere Unterstützung von Ihm. Doch wenn wir uns dem widmen, was Gottes Gedanke für uns ist, so wird Er sicherlich für uns eintreten und uns stärken. „An jenem Tage wird Jehova die Bewohner von Jerusalem beschirmen.! und der Strauchelnde unter ihnen wird an jenem Tage wie David sein, und das Haus Davids wie Gott, wie der Engel Jehovas vor ihnen her." (V. 8.) Das erinnert uns an den sich seiner Schwachheiten rühmenden Paulus, er tat dies, auf daß „die Kraft des Christus" über ihm wohne. Unser sicherer Platz ist, in Furcht und Zittern zu sein, und dabei darauf zu rechnen, daß Gottes Treue uns die nötige Unterstützung gibt. Einige Worte des Neuen Testaments sind ebenso wunderbar wie unsere Schriftstelle: „Alles vermag ich durch den, der mich kräftigt" (Phil. 4, 13); „gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden" (Kol. 1, 11). „übrigens, Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke." (Eph. 6, 10.)
Nun folgt eine weitere Übung: „Und ich werde über das Haus Davids und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den Eingeborenen, und bitterlich über ihn leidtragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen leidträgt." (V. 10.) Es ist höchst rührend, daran zu denken, daß der Herr Jesus, der Redende in diesem Verse, dahin wirkt, daß Er der Gegenstand der Liebe Seines Volkes wird, und dies nach einer langen Zeit, während der sie Ihm Kummer bereiteten. Er ist gegenwärtig wirksam, damit Seine Heiligen voll inniger Zuneigung auf Ihn blicken. Das Ausgießen des Geistes der Gnade und des Flehens hat sein Gegenstück in jener gnadenreichen Bewegung, durch die ein Überrest an diesem Tage zubereitet worden, Christum so, wie Gott uns Ihn anbietet,
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... schätzen. Das ist einerseits reine göttliche Gunst, ..riderseits aber wird es durch „Flehen" gekennzeichnet. Wie viele hatten Gott in den letzten Jahren für ein tieferes Bewußtsein der „Gnade" zu danken! Wie viele t-nd zum „Flehen" um völligere Erkenntnis Christi geführt worden! Das ist des Herrn eigenes vorbereitendes Werk, damit wir auf Ihn demgemäß blicken, wie es ihm gefällt, Sich den Ihn Liebenden vorzustellen. Ein wunderbarer Dienst Christi nahm seinen Lauf die ganze Lebenszeit des gegenwärtigen Geschlechts hindurch. Wenn uns das nicht zum Bewußtsein gekommen ist, so sind wir der größten göttlichen Wirksamkeit in unseren Tagen verlustig gegangen. Dem Herrn ist ebensoviel daran gelegen, daß wir auf Ihn blicken, wie daran, daß der Überrest Israels dies am Tage der Zukunft tut.
Der Blick auf Ihn geht hier einer „Wehklage" voraus, die „groß" ist. (V. 11.) „Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben". Das erinnert uns an die Worte des nächsten Kapitels, wonach Er im Hause derer, die Ihn lieben, verwundet ward. (V. 6.) Das gilt sicherlich nicht nur den Juden, sondern auch dem, was man Ihm im christlichen Bekenntnis angetan hat. Wie ward Er da durchbohrt und verwundet! Wie sehr wurden die Ansprüche Seiner Liebe mißachtet! Wie ward die Versammlungsordnung, die Er einsetzte, beiseite gesetzt! Wie haben Menschen sich Seine Rechte angemaßt! Das alles ist ein Anlaß zu tiefer „Wehklage". Wenn wir Ihm zugetan sind, werden wir darüber trauern in dem Bewußtsein, daß wir mit dafür verantwortlich sind, sogar persönlich dazu beigetragen haben. Er würde Wohlgefallen daran haben, uns also trauernd zu sehen, weil wir Ihn lieben. Es gab eine „vergangene Zeit" (1. Pet. 4, 3) in unserm Leben, wo uns nichts daran lag, an Ihn zu denken oder Ihn aufzunehmen. Der Gedanke, wer Er war, was Er für uns getan hatte, oder was Er von Gott zum Ausdruck gebracht hatte, hatte keine Anziehungskraft für uns. Wenn Er nicht den „Geist der Gnade" über uns ausgegossen hätte, wäre Er uns nie
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kostbar geworden. Doch der Augenblick kam, als uns der Gedanke fesselte, daß Er Mensch ward, als Kind geboren wurde und der Sohn uns gegeben wurde, damit Er gekannt und von uns in Besitz genommen werde. Wie begannen einzusehen, daß wir Seiner zu unsrer Gerechtigkeit und Errettung bedurften, und wenn wir nun an Seine Leiden und Seinen Tod dachten, so stand uns die Kostbarkeit deren Sühnwertes vor Augen und die Liebe, in der Er Sich Selbst für uns hingab. Alles das war die Folge des Ausgießens des Geistes der Gnade auf uns.
Der „Geist der Gnade" war über Saulus von Tarsus ausgegossen worden, als er zu dem Verherrlichten sagte: „Wer bist du, Herr?" und „Was soll ich tun, Herr?" (Ap. 22, 8 und 10.) Sein Herz war augenblicklich bereit, Den zu schätzen, Dessen erbitterter Feind er bis dahin gewesen war. Derselbe „Geist der Gnade" ist es nun, der diese sittliche Umwälzung heutzutage in den Herzen hervorbringt, und der Geist des „Flehens" geht mit ihm Hand in Hand; der Herr sagte von Saulus zu Ananias: „siehe, er betet". (Ap. 9, 11.) Zweifellos betete er über das himmlische Gesicht und das neue und wunderbare Licht über Christum, das dadurch in sein Herz gekommen war. Wir dürfen nicht annehmen, daß Saulus vorher noch nichts über Jesum gehört hatte, sonst hätte er ja nicht so erbittert gegen Seinen Namen sein können. Zweifellos hatte er auch manches Zeugnis von denen empfangen, die er verfolgte; doch er meinte, viel wider diesen Namen tun zu müssen. (Ap. 26, 9.) Sein Gebet nun wird gewesen sein, alles im Lichte des verherrlichten Jesus zu sehen, er begehrte alles, was das Alte Testament über den Messias sagte, auf den verherrlichten Menschen im Himmel zu übertragen. Welche Wunder mochten sein Herz bewegen und seine Gebete erfüllen! Er begehrte zu verstehen, wie Heilige auf Erden eins mit dem verherrlichten Menschen sein könnten. Und sicherlich wollte er auch das Wort erfassen: „Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben". Nun, alles
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das gehört der Erfahrung eines jeden an, der einsichti-•germaßen in der Versammlung ist. Jesus muß uns kostbar werden und als der einzige Sohn, als der Erstgeborene geliebt werden; Er muß der überragende sein.
Dann kommt die Wehklage und Bitterkeit Seinet-halben. Welch ein tiefer Kummer, daß Der, der nun der Gegenstand unsrer Liebe, verachtet und verworfen wurde, und daß wir teil daran hatten. Während der drei Tage, die Saulus blind war und weder aß noch trank, hatte sicherlich diese Wehklage ihren Platz. (Ap. 9, 9.) Er wird den Kummer sehr empfunden haben, daß die, die Christus geliebt und denen Er gedient hatte, Ihn durchbohrt hatten. Er hatte teil daran gehabt, doch nun galt der tiefe Kummer Ihm, daß E r so behandelt werden konnte. Wie sollte diese Herzensübung uns veranlassen, Seinem Wunsche zu entsprechen, daß wir Seiner gedenken! Sie würde uns dahin führen, ernstlich zu begehren, uns für Ihn für das, was Er gelitten hat, aus inniger Zuneigung bereit zu halten. Unser Gedanke sollte sein, nie genug tun zu können, um Ihn für die Ihm zuteil gewordene Behandlung zu entschädigen! Das ist eine Übung für „jedes Geschlecht besonders, und ihre Weiber besonders." (V. 14.) Das bildet keinen Teil des ordnungsgemäßen Dienstes der Versammlung, doch es ist eine sehr wichtige Herzenszubereitung für die Versammlung. Denn ebendeshalb, daß wir darüber trauern, wie der Herr Jesus unter denen behandelt worden ist, die Seinen Namen bekennen, versammeln wir uns ja zu Seinem Namen hin und gedenken Seiner gemeinsam. Unser Teil beim Essen des Abendmahls des Herrn steht im scharfen Gegensatz zu dem, was uns zu trauern veranlaßte, denn wir sind bei denen, die Ihn lieben, wo frohe Herzen Seines Lobes voll Sein Kommen in ihrer Mitte erwarten, damit seine Liebe in der Schar der Seinen Befriedigung finde. Da trauern wir nicht, da gilt vielmehr das Wort: „Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen." (Joh. 20, 20.)
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1 • '

Kapitel 13
Wenn die Übungen von Kapitel 12 mit Gott durchgemacht wurden, so bereiten sie das Haus Davids und die Bewohner von Jerusalem zu, den Quell zu schätzen, der ihnen „für Sünde und für Unreinigkeit" geöffnet wird. ?(V. l.j Sie werden fühlen, wie notwendig die Reinigung von ihrem ganzen früheren Zustande ist. Jehova wird dann das Wort erfüllen: „Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von allen euren Unreinigkeiten und von allen euren Götzen werde ich euch reinigen." (Hes. 36, 25.)
Wenn wir auch nicht außer acht lassen, daß sich die unmittelbare Anwendung davon auf den jüdischen Überrest am Tage der Zukunft bezieht, so ist doch unser gegenwärtiger Hauptgegenstand, es als „eingegeben . . . zur Unterweisung" zu betrachten. (2. Tim. 3, 16; 1. Kor. 10, 11.) Die Wahrheit der Reinigung durch Wasser hat auf uns ebenso Anwendung wie auf Israel, sie wird vielleicht von den Gläubigen im allgemeinen weniger verstanden als die durch Blut. Doch wenn wir erkannt haben, daß wir von jeher Christum verworfen haben und dem Geschlecht derer angehören, die Ihn tatsächlich durchbohrten; wenn wir darüber getrauert, wie schrecklich Er behandelt worden, so werden wir dankbar sein, die Art der Reinigung zu kennen, die zu erkennen heute möglich ist. Wir bedürfen dessen, um frei zu sein, Herzensbeziehungen mit Christo einzugehen, und das besonders zu einer Zeit, wo Er nicht mehr nach dem Fleische gekannt wird.
. Der geöffnete „Quell" bezieht sich auf den Tod Christi, denn getrennt von ihm kann es keine Gott gemäße sittliche Reinigung geben. Der Tod Christi ist unser Rechtsanspruch der Trennung von unserm sündigen Ich. Der „Quell" bezeugt uns, was in jenem Tode vollbracht wurde, er sagt uns, daß unser früherer Zustand im Fleische vor Gott zu Ende gebracht ist in dem Tode
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Seines Sohnes. Wir können völlig vom Fleische getrennt vor Gott sein, können aber in keiner geistlichen Freiheit stehen, bis wir das wissen.
Es sei hier bemerkt, daß das Evangelium des Johannes, das Christum von Anbeginn als verworfen betrachtet (siehe Kap. 1, 11), das Evangelium ist, das hauptsächlich den Gedanken der Reinigung darstellt. Johannes allein sagt, daß Wasser aus- der durchbohrten Seite Christi floß, wie auch das Blut. (Joh. 19, 34-, 1. Joh. 5, 8.) Der Herr sagte dem Nikodemus, daß es, um in das Reich Gottes einzugehen, notwendig sei, „aus Wasser und Geist" geboren zu werden. (Joh. 3, 5.) Durch die natürliche Geburt kamen wir in einen Zustand der Sünde und Unreinheit, doch „aus Wasser geboren" leiten wir unser sittliches Sein von einer gänzlich neuen Quelle ab. Wenn wir „nicht wiedergeboren . . , aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes", so verleiht dieses Wort den dadurch Gebornen seine Wesensart. (1. Pet. 2, 23.) Ein wesentlicher Zug der Reinigung wird damit eingeführt. Nicht das Fleisch wird gereinigt, sondern der „aus Wasser" Geborene, er weiß nun, daß nichts Gutes darin ist. Beim Eingehen in das Reich Gottes kehrt er sich in seinem Wandel von dem Willen des Fleisches weg in den Bereich des Willen Gottes, und dadurch wird offenbar, daß eine sittliche Reinigung stattgefunden hat.
Das neue Testament redet von der Waschung der Heiligen mit Wasser immer als von einer vollendeten Tatsache. (Eph. 5, 26; Tit. 3, 5.) Der Herr sprach zu den Seinen, die in der Welt waren, als zu solchen, die „ganz gewaschen" waren (im Griechischen ist waschen hier ?dasselbe Wort wie in den soeben angeführten Schriftstellen), und nun mir der Waschung ihrer Füße bedurften. (H'er ist „waschen" ein anderes Wort der Ursprache, es ist aber das sonst im • Evangelium Johannes gebrauchte.) In diesem Zusammenhang sagte der Herr: „ihr seid rein, aber nicht alie. Denn er kannte den,
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1 'H

der ihn überlieferte,- darum sagte er: Ihr seid nicht alle
rein." Die Jünger, mit Ausnahme Judas, waren ge
waschen und waren rein. Der Herr sprach weiter: „Ihr
seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch
geredet habe." (Joh. 15, 3.) Dieses Wort hatte in ihnen
das Natürliche und Fleischliche verdrängt, es hatte Hin
ihren Herzen kundgemacht, und welch eine unermeßliche
innere Reinigung war das! Sie verstanden deren volle
Tragweite nicht, wohl aber Er, und sie als solche be
trachtend, die Ihn als Gegenstand des Glaubens und der
Liebe in ihren Herzen hatten, konnte Er sagen: „Ihr
seid schon rein". Das aus Seiner Seite fließende Wasser,
wie auch das Blut stellen sodann die große Wahrheit
dar, daß Sein Tod das Zeugnis davon war, daß die Rei
nigung völlig vollbracht war. Das Wasser beweist, daß
das Fleisch samt allem, was damit zusammenhängt, im
Tode Christ zu Ende gekommen ist. Es ist zur Befriedi
gung und Herrlichkeit Gottes völlig ihinweggetan, und
dies, durch den Geist in dem Herzen des Gläubigen er
kannt, ist es, was reinigt. ' .
Die Lehre Pauli steht im Einklänge mit dem, was wir bei Johannes gesehen hatten. Er hatte den Gläubigen zu Korinth gesagt: „ihr s"eid abgewaschen", als er ihren früheren Zustand dem gegenüberstellte, was nun durch das Werk Gottes in ihnen zustande gekommen war. In Eph. 5, 26 spricht er davon, daß Christus die Versammlung durch die Waschung mit Wasser durch das Wort" gereinigt habe. Da haben wir den vollständigsten Anblick der Reinigung durch Wasser, er begreift den gesamten Reinigungsdienst Christi für die Versammlung in sich. In der Anwendung des,.Wortes" kommt erfahrungsgemäß die Wahrheit des Römerbriefes zuerst. Wir lernen da, daß wir, auf Christum Jesum und Seinen Tod getauft, der Sünde gestorben sind (Rom. 6, 2 und 3), und weiter, „daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist", und, daß, wenn wir „mit Christo gestorben sind, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden." (V. 6 und 8.) Der Kolosserbrief geht noch weiter 94

und sagt nicht nur, daß wir mit Christo gestorben, sondern auch mit Ihm auferweckt worden sind. • (Kol. 3, 1.) Sowohl im Kolosser- als Epheserbriefe v/erden die Heiligen als solche angeredet, die den alten Menschen aus-und den neuen Menschen angezogen haben. (Eph. 4, 22 und 24; Kol. 3, 9 und 10.)
Die Waschung mit Wasser geschieht „durch das Wort", also durch die Anwendung dessen auf die Heiligen, was Gott der Seinem Sinne eigenen Reinheit und Vollständigkeit vor Sich hat. „Das Wort" enthält nichts Mangelhaftes, es ist nicht durch unsre fehlerhaften oder unvollkommenen Erfahrungen verdorben oder kraftlos geworden. Wenn wir Christum hören, und in Ihm gelehrt worden sind, so lernen wir, wie die Wahrheit in dem Jesus ist. (Eph. 4, 20 und 21.) In Jesu kommt nichts von dem, was Gott im Sinn hat, zu kurz, und die Wahrheit in Jesu besagt, daß wir den alten Menschen aus- und den neuen angezogen haben,- „das Wort" läßt den Gedanken nicht zu, daß dies nicht oder nur teilweise geschehen sei. Bei u n s e r m Waschen an der Quelle wendet Christus „die Wahrheit in dem Jesus" auf uns an, und diese besteht, wie Eph. 4, 21-24 klar feststellt, darin, unsern alten Menschen aus- und den neuen angezogen zu haben. Es handelt sich nicht darum, es zu tun, sondern um die zu unserer Reinigung auf uns angewandte christliche Wahrheit. Wir werden nie in der Lebenskraft irgendeiner Wahrheit wandeln, bis wir sie als die Wahrheit für uns annehmen. Dann sind wir ihr entschieden ergeben, sie beherrscht unser Herz . und Gewissen, ist der Gegenstand .unsrer Übungen und Gebete, und deren Betätigung in unserm Wandel folgt. Unser Kapitel fährt dann fort, von der Ausrottung der Namen der Götzen aus dem Lande zu reden, und auch von der der falschen Propheten und unreinen Geister. (V. 2.) Die am Quell Gereinigten werden keine Götzen oder falsche Lehre dulden; sogar Vater und Mutter eines falschen Propheten werden ihn durchbohren. (V. 3.) Wenn

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die Leute verständen, was christliche Reinigung bedeutet, so würden sie mit keiner fleischlichen Religion, religiösen Neuerungen oder falscher Lehre wandeln. Die in den Seelen der Gläubigen in Kraft aufrechterhaltene Wahrheit der Reinigung würde jeden Irrtum bloßstellen und dessen Lehrer beschämen. (V. 4.)
Gerade hier führt der Geist Gottes Christum prophetisch, ein, als ob Er den Gegensatz zwischen Ihm und allen falschen Propheten feststellen wolle. Die Absicht eines jeden, der falsche Lehre bringt, ist, sich selbst zu erhöhen; er hat es, wie Simon von Samaria, gern, daß die Leute glauben, er sei „etwas Großes". (Ap. 8, 9.) Der Herr Jesus kam nicht, um hienieden ein Großer zu sein, sondern der Knecht aller. „Und er wird sprechen: Ich bin kein Prophet, ich bin ein Mann, der das Land bebaut; denn man hat mich gekauft von meiner Jugend an." (V. 5.) Es gibt Schriftstellen, in denen die Herzensdemut des Herrn und Seine wunderbare Selbsterniedrigung in beachtenswerter Weise zum Ausdruck gelangt, und dies ist eine von ihnen. Er sagt: „Ich bin kein Prophet", und lehnt es damit ab, irgendeinen Platz von Bedeutung einzunehmen. Er kam, um zu arbeiten und zu dienen. Aus dem Zusammenhang geht hervor, daß es solche gab, die sich anmaßten Propheten zu sein, um dadurch ein gewisses Ansehen oder eine Vorrangstellung für sich selbst zu erlangen; doch der Herr sagte: „Ich aber suche nicht meine Ehre". (Joh. 8, 50.) Zu einem, der Ihn „Guter Lehrer" anredete, sagte Er: „Was heißest du mich gut? Niemand ist gut, als nur einer, Gott." (Luk. 18, 19.) Er, der in der Gestalt Gottes war, von dem Jehova in unserm Kapitel sagt: „der Mann, der mein Genosse ist" (V. 7), entäußerte Sich -Selbst, indem Er Knechtsgestalt annahm. (Phil. 2, 6 und 7.) Hüten wir uns vor denen, die solche Schriftstellen gebrauchen, um dem Herrn der Herrlichkeit (1. Kor. 2, 8; Jak. 2, 1) das zu nehmen, was Ihm als einer Mensch gewordenen göttlichen Person zukommt. Wenn Er sagte: „Ich bin kein Prophet", so geschah dies, um zu zeigen, daß Er keinen
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platz einnehmen wollte, der dazu angetan war, Ihm Ansehen in den Augen der Menschen zu verschaffen. Der Versucher stellte Ihn auf die Zinne des Tempels, damit Er Sich hinabwerfe, um eine Ihn als den Messias betreffende Schriftstelle zu erfüllen, dodi Er wollte Sich nicht verherrlichen und auch Jehova, Seinen Gott, nicht versuchen. Er war in der Tat ein Prophet vor allen anderen, doch Er wollte dieses Amt nicht als etwas hinnehmen, das Ihn unter den Menschen auszeichnete, und dies ebensowenig, als Er damit einverstanden war, zum König gemacht zu werden. Er war hier, um zu arbeiten und zu dienen, und nicht um öffentlicher Ehre in den Augen der Menschen teilhaftig zu werden.
So sagt Er in Vers 5: „ich bin ein Mann, der das Land bebaut". Er war hier, um zu arbeiten, damit Gott einige Frucht in Israel habe. Was die Nation anlangt, arbeitete Er allerdings vergebens und verbrauchte Seine Kraft nutzlos. (Jes. 49, 4.) Israel ward nicht gesammelt, Jakob nicht zu Jehova zurückgebracht, doch, wie wir wissen, führte die Verwerfung Seines Dienstes zu einer wunderbaren Erweiterung des Werkes Gottes. Er ward „zum Licht der Nationen gesetzt", und ward Gottes Errettung bis an das Ende der Erde. (Jes. 49, 5 und 6.)
Sein Dienst war den Menschen zugänglich, „denn man hat mich gekauft von meiner Jugend an." (V. 5.) Er stand den Menschen im Dienste zur Verfügung, keiner erhob vergebens auf Seinen Dienst Anspruch; Er war in unendlicher Gnade der Knecht aller. Zu den Seinen sagte Er: „Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende." (Luk. 22, 21.) Er, der Herr und Lehrer, unterzog Sich aus Liebe dem Dienst eines Knechtes und wusch Seinen Jüngern die Füße. Er hat Knechtsgestalt angenommen und dient auf diese wunderbare Weise immer noch in Liebe.
Die Antwort auf den Dienst des Herrn in Israel war, daß Er verwundet wurde. In Vers 6 heißt es: „Und wenn jemand zu ihm spricht: Was sind das für Wunden in deinen Händen? so wird er sagen: Die, womit ich verwundet worden bin in dem Hause derer, die mich lieben."
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7 Haggai und Sacharja



Man sollte meinen, daß die Menschen froh sein würden, einen solchen Diener zu haben, doch weit gefehlt. Alles, was Gott zur Segnung Israels bereit hatte, ward in Ihm dargestellt, und so kam dadurch, daß sie Ihn so grausam verwarfen, ihr innerer Zustand völlig ans Licht, Wenn Israel nach dem Fleische hätte gesegnet werden können so war die Segnung in Ihm da, sie brauchten sie nur anzunehmen; Er kam zu ihnen als dem Hause derer, die Ihn lieben, aber empfing Wunden. Das war Israels Anteil an Seinen unaussprechlichen Leiden.
Die Christenheit hat Ihn nicht besser behandelt. Man bekennt die Bibel zu ehren, liest sie in ihren Kirchen, ebenso wie auch die Juden in ihren Synagogen, dodi der lebendige Dienst Christi hat keinen Wert in ihren Augen. Er klopft noch an der Tür und begehrt Einlaß, aber als ein Draußenstehender, dessen man drinnen nicht bedarf. Kann es uns da wundernehmen, daß Gottes Gericht der Christum verwerfenden Christenheit nahe bevorsteht, wie es über das Ihn verwerfende Judentum kam? Glückselig dagegen die Ihn aufnehmen und als den Sohn Gottes, den Christus Gottes bekennen und durch Ihn zur wahren Erkenntnis Gottes, der Quelle aller Segnung gelangen! Furchtbare Gerichte Gottes werden über Jerusalem kommen, denn es wird von Jehovas Hand das Doppelte für alle seine Sünden bekommen, doch ein Überrest wird verschont werden und in ein großes, ihm bereitetes Tal fliehen. (Kap. 14, 4 und 5.) Furchtbare Gerichte werden auch über die Christenheit kommen, doch ein verschonter Überrest, der alle wahren Gläubigen in sich begreift, wird dem Herrn in die Luft entgegengerückt werden, ehe diese Gerichte in ihrer vollen Stärke hereinbrechen. (1. Thess. 4, 17.)
An dieser Stelle wird nun unser Augenmerk auf etwas gelenkt, was Christum unsern Herzen am allermeisten teuer macht, obwohl es uns eine Zeitlang tiefen Kummer bereiten mag. Es wird sicherlich einen erstaunlichen Wandel in unseren Anschauungen hervorbringen, wenn wir dessen göttliche Bedeutsamkeit erkennen. „Schwert
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erwache wider meinen Hirten, ja wider den Mann, der mein Genosse ist! spricht Jehova der Heerscharen; schlage den Hirten, und die Herde wird sich zerstreuen. Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden." Ein großer und ernster Wandel in der Stellung des Hirten Jehovas vollzog sich, als Jehova das Schwert wider Ihn erweckte, und wir "wissen, wann das geschah: In der Nacht, da Er überliefert wurde sprach Er: „Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: ,Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden'. Nachdem ich aber auferweckt sein werde, werde ich vor euch hingehen nach Galiläa." (Mat. 26, 31 und 32.) Seine Jünger nahmen Anstoß an Ihm und strauchelten, weil sie erwarteten, Er würde das Reich aufrichten. Daß Jehova das Schwert wider Ihn erweckte, stürzte alle ihre Vorstellungen um. Doch das mußte „nach dem bestimmten Ratschluß und nach Vorkenntnis Gottes" geschehen (Ap. 2, 23); doch für Seine Jünger, Seine wahren Schafe, war es etwas Schreckliches, sie waren in den Tagen Seines Fleisches zu Ihm- gezogen worden und mußten nun erfahren, daß Er geschlagen werden und sie zerstreut werden mußten. Die ganze Grundlage ihrer Vereinigung mit Ihm sollte verändert werden. Unter ihnen war Er, der Christus nach dem Fleische, der wahre Hirte Israels, der göttliche Mittelpunkt des Versammeins, und eben dieser sollte geschlagen werden, und die kleine zu Ihm hin versammelte Herde Schafe war zu zerstreuen. Damit ward die ganze Ordnung, deren Mittelpunkt Christus nach dem Fleische war, völlig beiseitegesetzt, und mit Bezug auf sie hatte Er zu sagen: „denn auch das, was mich betrifft, hat eine Vollendung." (Luk. 22, 37.)
Tatsache war, daß keiner der Jünger wirklich verstand, was ihnen dem Fleische nach gebührte, bis sie es dadurch kennenlernten, daß es über Christum kam. Sie dachten, Er könnte Israel ohne den Tod erlösen. Alle von uns denken, daß eine Veränderung nötig ist, doch wenn nichts Geringeres als der Tod die Abhilfe
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schafft, so bedeutet das unser völliges Ende. Christus mußte diesen Weg gehen, es bestand eine göttliche Notwendigkeit dafür: „Mußte nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?" (Luk. 24, 26.) Die ganze Schrift hatte davon gesprochen. „Also steht geschrieben, und also mußte der Christus leiden und am dritten Tage auferstehen aus den Toten". (Luk. 24, 46.) Darin, daß einer für alle starb, ward erwiesen, daß alle tot waren. Getrennt von dem, was Christus uns ist und was wir in Ihm, dem aus den Toten Auferstandenen, haben, sind wir alle tot. Ein gesegneter Mensch war für uns im Tode und ist auferstanden, und wir sind nur insoweit aus dem Tode, als wir in Ihm leben. Der Christus nach dem Fleische war in diesem Zustande, damit Er sterben konnte, und wenn Er nicht gestorben wäre, hätte es für uns keinen Weg aus dem Tode heraus gegeben. Nun Er aber gestorben, stellte Er Sich nach Seinen Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dar, indem er vierzig Tage hindurch von den Aposteln gesehen wurde und über Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen. (Ap. 1,3.) Das Reich Gottes war der Kreis, worin ewiges Leben genossen wurde, und in Gemeinschaft mit dem Auferstandenen .gingen sie geistlich in dasselbe ein. Wir kennen jetzt weder Christum nach dem Fleische, noch auch uns, denn wir sind in Seinem Tode zu Ende gebracht. „Daher, wenn jemand in Christo ?ist - eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. Alles aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesum Christum". (2. Kor. 5, 16-18.)
Es ist gut, das zu verstehen, doch obwohl es eine ?höchst wichtige Belehrung für uns alle enthält, bezieht sich das Schlagen des Hirten in besonderer Weise auf Gottes Wege mit Israel. Als Jehovas Hirte ward Er nicht zu den Nationen gesandt, sondern zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Jesus Christus ward ein Diener der Beschneidung „um der Wahrheit Gottes willen, um. die Verheißungen der Väter zu bestätigen".

(Rom. 15, 8.) Wenn irgendein Volk dem Fleische nach hätte gesegnet werden können, so war es Israel, denn sie hatten jeden Vorteil, den Gott geben konnte, sogar den, Christum in ihrer Mitte zu haben, doch ihr Zustand war derart, daß sogar Christus nach dem Fleische nichts ausrichten konnte. Sie waren unter dem Tode und dem Fluche, und infolgedessen konnte kein dauerndes Sammeln der Schafe zu Christo nach dem Fleische stattfinden; dem Fleische nach mußte Er geschlagen werden, und die in Israel zu Ihm hingezogen wordenen Schafe mußten zerstreut werden. Sein Schlagen war das Ende einer derartigen Vereinigung zwischen dem Hirten und den Schafen, und sie wird nie wiederaufgenommen werden. Israel wird nie wieder die Gelegenheit haben, Ihn nach dem Fleische zu kennen. Ich glaube, die Schrift unterscheidet zwischen dem Schlagen des Hirten und dem Sühnungswerk, obwohl beides am Kreuze geschah. Sein Schlagen machte Seinem Hirtendienst in Israel in den Tagen Seines Fleisches im Tode ein Ende. Er sollte hinfort nicht mehr dem Fleische nach gekannt werden. Der Zustand, der das Schlagen notwendig machte, war in Israel, nicht im Hirten, doch Er machte Sich in Gnade mit ihm eins und ward seinethalben geschlagen. Er wurde ausgerottet und hatte nichts. (Dan. 9. 26.) Er hatte Israel in Liebe gedient und war Jehovas Hirte unter ihnen gewesen und erlebte nun diesen tiefen Kummer. Anstatt Israel für Jehova zu gewinnen, ward Er geschlagen und die kleine von Ihm gesammelte Herde ward zerstreut. Das war das traurige Ende Seines Dienstes in Israel, doch Er ward dafür in der Auferstehung entschädigt und, indem Er die Versammlung bekam, und Er wird auch noch einen Überrest von Israel haben, wenn sie gelernt haben, daß Sein Schlagen ihres Zustandes halber geschah, mit dem Er Sich in Gnade einsgemacht hatte. Anstatt den Platz und die Herrlichkeit des Messias zu empfangen, ward Er geschlagen, doch dies geschah im Blick auf einen neuen und weit herrlicherem Platz in der Auferstehung.



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An dem künftigen Tage wird der Überrest in Israel sehen, daß ihres Zustandes halber Jehovas Hirte geschlagen ward. Sie werden fühlen, daß sie das Schlagen Gottes verdienen, werden es aber in ihrem Herzen tief empfinden, wenn sie sehen, daß ihr Messias Sich alle-dem, was gerechterweise ihr Teil hätte sein müssen, unterzogen und es erlitten hat, und sie werden darin Seine Liebe erkennen. Das Schwert mußte wider die Verkehrtheit des menschlichen Willens erwachen, der den Hirten von sich wies und verwundete, der in der Fülle des Segens kam; das ewige Wunder aber ist, daß es wider den Hirten Selbst erwachte, der ihre Sache zu Seiner eigenen machte. Was könnte das Herz mehr bewegen als dieses? Er war Jehovas Genosse, womit erklärt wird, daß Er Gott ebenbürtig war, wahrscheinlich aber wird Er hier so genannt, um die Sinneseinheit zwischen Jehova und Seinem Hirten darzutun. Er konnte sagen: „Ich und der Vater sind eins" (Joh. 10, 30), das heißt, Sie waren eins in Ihren Gedanken und Vorsätzen betreffs der Schafe. Jehovas Liebe und Treue Seinem Israel gegenüber brach nicht zusammen, noch versagte der Messias darin, Sich alledem zu unterziehen, was nötig war, damit Israel gesegnet werden konnte. Im Blick darauf erwachte das Schwert wider Ihn, und Er ward als der Hirte geschlagen. Das geschah, weil Er Israels Sache auf Sich genommen und Sich in Gnade mit dem - einsgemacht hatte, was ihnen gebührte. Wir lernen wie auch sie, was uns gebührt, wenn wir sehen, daß es über Einen kam, der es in Liebe trug.
Die Jünger Jesu waren der wahre Überrest Israels, als der Herr hienieden war, und sie wurden berufen, Christo nachzufolgen und in den Tagen Seines Fleisches bei Ihm zu sein. Es war die gesegnetste Verbindung, in der Menschen nach dem Fleische stehen konnten, doch das Schlagen des Hirten und die Zerstreuung der Herde machte dem ein Ende. Gottes Absicht war, daß der Überrest Israels durch den Tod Christi in eine neue Verbindung mit Ihm, dem aus den Toten Auferstande-
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neu, eingehen sollte. Das stellte sie auf einen Boden, wo sie an Gottes wunderbaren Gedanken über die Versammlung teilhaben konnten. Zu dem nach dem Fleische gekommenen Messias hin versammelt und auf jüdischen Boden stehend wurden sie zerstreut, doch das sollte Raum machen für weit größere und wunderbarere Gedanken der Segnung; dem göttlichen Vorsatz und Ratschluß nach sollte die Versammlung kommen. In der wunderbaren Zwischenzeit von Seinem Schlagen bis zu Seiner Rückkehr in Herrlichkeit ist die Versammlung dazu berufen und gereinigt worden, mit Ihm, dem Auferstandenen und Verherrlichten, vereinigt und Sein Leib zu sein, die Fülle Dessen, der alles in allem erfüllt. (Eph. 1, 23.)
Im Blick auf alles dieses sagte Jehova: „Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden." (V. 7.) Das bezieht sich . auf die Wege, die Gott mit den Jüngern in der Zeit von Gethsemane bis Pfingsten ging. Sie hatten eine tiefe Seelennot durchzumachen, als Er überliefert, verurteilt, gekreuzigt und begraben ward. Sie erfuhren, daß Er in der Tat geschlagen ward und sie nun keinen Sammelpunkt mehr hatten und zerstreut waren. Doch die Hand Gottes wandte sich ihnen auf wunderbare Weise zu, das Licht Seiner Auferstehung brach über einzelne und am Ende über alle herein. Sie fanden, daß Er bei ihnen und sie bei Ihm sein konnten, und dies einer ganz und gar neuen Vereinigung gemäß. Jeder der vierzig Tage, während der Er von ih-nen gesehen ward, fügte ihrer Erkenntnis von Ihm als dem Lebendigen etwas hinzu. (Ap. 1, 3.) Und dann sahen sie Ihn „emporgehoben" und verstanden, daß ihnen hienieden Sein Werk anvertraut war, und schließlich erfüllte sie der Heilige. Geist, um ihre Kraft im Dienst und Zeugnis zu sein.
Der Überrest Israels wird erkennen, daß das Schlagen und Wegtun des Messias allen Hoffnungen dem Fleische nach ein Ende machte. Sie werden sehen, daß weder Verheißungen noch Bündnisse denen, die unter
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dem Tode waren, etwas nützen konnten. Unter Gottes ernsten Wegen mit ihnen werden .sie lernen, daß sie unter dem Tode sind, doch sie v/erden das auf eine noch durchgreifendere Weise lernen, wenn sie sehen, daß Christus ihrethalben geschlagen wurde. Sie werden sehen, daß jede Segnung ihnen nur auf Grund Seines Todes und Seiner Auferstehung zukommen kann; sie werden sich in Ihm segnen und in das ewige Leben an dem Tage eingehen, von dem Sacharja 14 redet, wo lebendige Wasser von Jerusalem, der Stadt des großen Königs, ausgehen. (Ps. 48, 2.) Doch ohne die Läuterung des letzten Verses von Kapitel 13 werden sie das nicht empfangen.
Jehova wird in Seinen Wegen mit Israel in den Letzten Tagen das ganze Land in Betracht ziehen (V. 8), und Gericht wird über die kommen, die im Unglauben und im Geiste derer verharren, die Christum verwundeten: „zwei Teile davon werden ausgerottet werden und verscheiden, aber der dritte Teil davon wird übrigbleiben. Und ich werde den dritten Teil ins Feuer bringen, und ich werde sie läutern, wie man das Silber läutert, und sie prüfen, wie man das Gold prüft." (V. 8 und 9.) Die Läuterung wird des darin enthaltenen kostbaren Metalls halber vollzogen, also um derer willen, die Glauben haben. Petrus sagt hiervon: „auf daß die Bewährung eures Glaubens, die viel köstlicher als die des Goldes, das vergeht, aber durch Feuer erprobt wird, erfunden werde zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi". (Pet. 1, 7.) Die Läuterung in Sacharja 13, 9 geschieht im Blick auf die Offenbarung Jesu Christi in Kapitel 14. Gottes Vorgehen im Gericht gegen den Unglauben und die Läuterung der Glaubenden kennzeichnen die Letzten Tage. Ich denke, wir können das schon heute klar sehen. Gott handelt im Gericht gegen Nationen, die christliches Licht empfangen haben, Ihm aber nicht treu waren. Wir sollten nicht vergessen, daß Gott im Gericht gegen die Versammlungen ebenso vorgeht wie gegen Israel oder die
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Juden. So sagt der Herr zum Beispiel zu Ephesus: „so komme ich dir und werde deinen Leuchter aus seiner Stelle wegtun, wenn du nicht Buße tust," (Offb. 2, 5.) Zu Pergamus sagt Er: „Tue nun Buße, wenn aber nicht, so komme ich dir schnell und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Sdiwerte meines Mundes." (Offb. 2, 16.) Zu Thyatira spricht Er von Jesabel: „Siehe, ich werfe sie in ein Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken. Und ihre Kinder werde ich mit Tod töten, und alle Versammlungen werden erkennen, daß ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach seinen Werken geben." (Offb. 2, 22 und 23.) Zu Sardes sagt Er: „Wenn du nun nicht wachen wirst, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb". (Offb. 3, 3.) Und zu Laodicäa sagt Er: „weil du lau bist ... so werde ich dich ausspeien aus meinem Munde." (Offb. 3, 16.)
Während sich nun dieses gerichtliche .Vorgehen vollzieht und weiter vollziehen wird, so auch die göttliche Läuterung da, wo Glauben vorhanden ist; ihr Gegenstand ist, daß das Vertrauen auf Gott mehr zur Entfaltung komme und geläutert werde. Es ist wohl zu beachten, daß die Läuterung nichts Großes nach außen hin bewirkt, es werden keine Heldentaten vollbracht. Vers 9 sagt: „Es wird meinen -Namen anrufen, und ich werde ihm antworten; ich werde sagen: Es ist mein Volk; und es wird sagen: Jehova ist mein Gott." Was die Getreuen heutzutage kennzeichnet, ist, daß sie nach Gerechtigkeit, Glaube, Liebe und Frieden streben, doch sie tun dies als solche, „die den Herrn anrufen aus reinem Herzen." (2. Tim. 2, 22.) Sie haben keine andere Zuflucht und werden von Ihm anerkannt und unterstützt.
Kapitel 14
Zwischen dem Jerusalem des ersten Teiles unseres Kapitels und dem von Vers 8 an besteht ein großer Unterschied, er gleicht dem Gegensatz zwischen Babylon
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und der heiligen Stadt Jerusalem in der Offenbarung. (Kap. 14, 8; 21, 2 und 10.) In Vers 2 ist Jerusalem der Gegenstand des göttlichen Gerichts, das des Mißfallens Jehovas halber seinen Belagerern darangegeben wird, es kommt in die Hände der Feinde Jehovas. In dieser Hinsicht gleicht Jerusalem hier dem Jerusalem, wo unser Herr gekreuzigt ward, dem der gegenwärtige Zustand der Christenheit gleicht. Schreckliches kam über das Jerusalem, das Christum verwarf, und Schreckliches wird über die Christenheit kommen, die zwar Seinen Namen bekennt, ihn aber entehrt. „Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt eine plötzliches Verderben über sie . . ., und sie werden nicht entfliehen." (1. Thess. 5, 3.)
Doch zu der Zeit, als der Herr zu Jerusalem gekreuzigt wurde, gab es einen Überrest, der Ihn schätzte und liebte, und mit dem Er vierzig Tage nach Seiner Auferstehung war, und der Ihn nach Apostelgeschichte 1 vom ölberge auffahren sah, und daselbst ward den Jüngern gesagt, daß Er also kommen würde, wie sie Ihn hatten auffahren sehen. Und wie wir wissen, gab .-, es einen Weg, dem zu entrinnen, was über Jerusalem damals kam. Buße und Taufe in dem Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden sicherte allen, die Petri Wort annahmen, die Gabe des Heiligen Geistes. Der vom ölberge aufgefahrene Herr verleiht diesem Berge ein ganz bestimmtes Band mit Seinem gegenwärtigen Platze in der Höhe, und eben weil Er an diesem Platze, als durch die rechte Hand Gottes erhöht, anerkannt wurde, fand der verschont gebliebene Überrest am Tage der Pfingsten einen Weg zum Entrinnen.
Jehova wird am Tage der Zukunft in auffallender Weise für den Überrest eintreten. In Vers 4 und 5 heißt es: „Und seine Füße werden an jenem Tage auf dem ÖJberg stehen, ... und der ölberg wird sich in der Mitte spalten, nach Osten und nach Westen hin, zu einem sehr großem Tale ... Und ihr werdet in das Tal meiner Berge fliehen". Ehe Er in Jerusalem König ist, wird Er
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eine Stellung auf dem ölberg nehmen, und in Verbindung damit wird, soviel ich sehe, ein Tal gebildet werden, worein der Überrest flieht, um vor den Jerusalem drohenden oder sich darüber ergießenden Gerichten in Sicherheit zu sein; der Glaube und die Liebe des Überrestes wird das im Einklänge mit Apostelgeschichte 1 tun. Sie werden Ihn geistlicherweise als auferstanden und aufgefahren erfassen und werden die Psalmen verstehen, die derart von Ihm reden. In jenem Tale, einer niedrigen Stätte, werden sie Christum als aufgefahren erkennen, daß Er aber nun, nachdem Er lange Zeit eine himmlische Stellung innehatte, herniedergekommen war, um Sein irdisches Reich aufzurichten. Dann haben sie gelernt, den so lange verachteten und verworfenen Hirten zu schätzen. Sie werden auf Ihn geblickt haben, als Den, den sie durchbohrt haben, und werden um Ihn leidgetragen haben wie um einen innig Geliebten. Sie haben sich dann in dem geöffneten Quell gewaschen und sind nun sittlich passend, Ihn zu kennen und bei Ihm in Seiner Stellung auf dem ölberge zu sein, ehe Er nach Jerusalem kommt. In jenem von Gott gebildeten Tale hat man keine natürlichen Eindrücke von Christo, wie ? eie manche in den Tagen Seines Fleisches hatten. (Mat. 16, 14); alle ihre Gedanken über Ihn werden Gott gemäß sein; denn sie sind durch den Tag gegangen, der „Jehova bekannt" ist (V. 7), von dem es heißt: „zur Zeit des Abends, da wird es Licht sein." Sie kommen dann in das Licht ihrer Vereinigung mit Ihm, wie es prophetisch im Lied der Lieder und im Psalm 45 kundgetan wird. Dann werden sie mit Ihm in die heilige Stadt kommen. Sie werden das Licht der Psalmen und wahrscheinlich auch der Evangelien haben. '
Es besteht eine auffallende Ähnlichkeit zwischen den Umständen des Überrestes jener Tage und denen der Heiligen heute. Das große christliche Bekenntnis steht eben am Rande des Abfalls und reift schnell für das Gericht heran. Doch es gibt solche die gereinigt worden sind und zum mindesten bis zu einem gewissen Grade

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die wunderbare Bedeutung des Todes Christi verstanden haben,- durch Übung haben sie ihre Vereinigung mit Christo in Seiner himmlischen Stellung kennengelernt. Der einzige Weg, dem zu entrinnen, vvras unter Gericht ist, bestellt darin, seine Zuflucht zu Dem zu nehmen, der ganz und gar außerhalb desselben ist. Der Herr muß heute in dem erkannt werden, was Seiner Stellung auf dem ölberge entspricht, das heißt als auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Wer Christum wirklich zu rinden begehrt, muß gleichsam aus dieser Welt hinausgehen, ganz gleich, ob er dem Heidentum, oder der Christenheit, angehört. Das ist nicht so leicht, denn das läuft allen Gedanken des natürlichen Herzens zuwider.
Unser ölberg ist der Epheserbrief oder Joh. 20, 17, er ist das, was wir tatsächlich durch die Entrückung erreichen; doch ich bezweifle, daß jemand von uns kennenlernt, was es heißt, mit Christo im Himmel vereinigt zu sein, ohne eine Erfahrung durchzumachen, die Sach. 14, 6 und 7 entspricht: „Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird kein Licht sein; die Gestirne werden sich verfinstern. Und es wird ein einzigartiger Tag sein (er ist Jehova bekannt), nicht Tag und nicht Nacht; und es wird geschehen zur Zeit des Abends, da wird es Licht sein." Man hat die Abwesenheit von Licht hienieden zu lernen; jedes menschliche Licht wird verdunkelt. Ich denke nicht, daß sich jemand zur Stellung des Herrn auf dem ölberg begeben wird, solange er Licht in des Menschen Urteilskraft und Beobachtungen sowie seiner religiösen Vorstellungen zu finden meint. Die Weisheit des Menschen und sogar seine Religiosität ist im geistlichen Bereiche Finsternis, und Gott will, daß wir sie als solche erkennen. Wie fähig auch religiöse Führer und Philosophen sein mögen, sie sind unter dem Tode. Nur Christus ist außerhalb des Todes und passend für den Himmel, und nur insoweit wir mit Ihm gestorben sind und Ihn als unser Leben haben, leben wir vor Gott. Doch das steht so offenbar außerhalb der religiösen Welt, wie der ölberg außerhalb von Jerusalem. Wir kommen
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dahin durch die Übungen und Erfahrungen eines Tages, der ganz verschieden von irgendeinem Tage des natürlichen Kalenders ist. Es ist ein Tag der „Jehova bekannt" ist, der nach des Menschen Urteil „nicht Tag und nicht Nacht" ist, ein Tag, der, was natürliche Eindrücke anlangt, ganz gesondert dasteht, wie etwa die Zeit zwischen Gethsemane und der Auferstehung für die Jünger, oder die drei Tage, wo Saulus nichts sah und weder aß noch trank. Keiner von uns geht vom Natürlichen zum Geistlichen über, ohne einen Tag dieser Art erlebt zu haben, der nicht nach Stunden und Minuten mißt, sondern nach einer gottgegebenen Übung.
Doch „zur Zeit des Abends, da wird es Licht sein." Es gibt kein solches Licht wie das Licht, das von einem auferstandenen und himmlischen Christus ausgeht. Glückselig die, deren Herzen damit erfüllt sind! Sie sind für Sein Kommen bereit. Der ölberg liegt „vor Jerusalem gegen Osten" (V. 4), und der „Osten" redet geistlich von dem Kommen des Herrn, und so haben wir am Ende von Vers 5 den geisondert dastehenden Satz: „Und kommen wird Jehova, mein Gott, und alle Heiligen mit dir." Der Augenblick ist nahe, wo die Heiligen entrückt werden, dem Herrn entgegen in die Luft, sie werden tatsächlich aus dem 'hinausgehen, was unter Gericht ist, um bei dem Herrn zu sein, und dann mit Ihm zurückkommen, um an Seiner herrlichen Herrschaft teilzuhaben, wenn alle Ärgernisse und die das Gesetzlose tätigen aus Seinem Reiche zusammengelesen sind. (Mat. 13, 41.)
In der Zeit der Verwüstung Jerusalems wird der einzige Weg, dem zu entrinnen der sein, hinauszufliehen, denn dort wird der Abfall und Gottes Gericht darüber zum Abschluß kommen. Des Herrn Füße werden auch wohl deshalb mit auf dem ölberge außerhalb Jerusalems stehen, damit Er Sich dort dem Überrest kundtue, der aus dem abtrünnigen Jerusalem zu fliehen hatte. Es ist dies ein Platz, der mit bekannten Umständen in der Geschichte der Evangelien in Verbindung steht und besonders damit, daß der'Herr von dort in den Himmel auf-
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genommen wurde. Das durch die Spaltung des ölbergs entstehende Tal ist meines Erachtens ein anderes als das in Joel 3, 1 erwähnte Tal Josaphat; dieses dient zum Gericht - Josaphat bedeutet „Jehova richtet" - und die Nationen werden dahin geführt, um gerichtet zu werden. Das erstgenannte Tal jedoch erinnert uns daran,'daß die Olive in der Schrift in Verbindung mit der Verheißung und Gottes unumschränkter Güte steht und im Bilde das Geistliche darstellt. Deshalb glaube ich, daß Jehova auf dem ölberg eine Stellung der Gnade gegenüber dem Überrest einnimmt. Daß sich der Berg in seiner Mitte spaltet, um ein sehr großes Tal zu bilden, ist eine Vorsehung der Gnade für den bußfertigen Überrest. Sie werden aus der Stadt dahineinfliehen, da sie zu der Zeit dem Abfall und Gericht anheimgefallen ist. Wenn das so ist, dann besteht eine auffallende Ähnlichkeit zwischen ihrer Lage und der unseren. Wir ver^ lassen geistlich den Schauplatz des Abfalls, indem wir erkennen, mit dem Aufgefahrenen eins zu sein, tatsächlich aber verlassen wir ihn, wenn Sein gebietender Zuruf erschallt, Ihm in der Luft entgegenzugehn. Dann, „wenn der Christus, unser Leben, geoffenbart wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit." (Kol. 3, 4.) Alle himmlischen Heiligen werden mit Christo kommen, und die von den irdischen Heiligen, die in Psalm 45 durch die Königin und ihre Gefährtinnen dargestellt werden, werden auch bei Ihm sein, wenn Er in Herrlichkeit herrscht. „Alle Heiligen mit dir", ist ein allgemeiner Ausspruch darüber, was die Herrschaft Christi einleitet, der als derselbe wie Jehova hingestellt wird. Die Heiligen der Versammlung sind hier eingeschlossen, doch es umfaßt alle die mit Christo herrschen werden.'
Der Überrest wird nicht vor dem Ende dieses besonderen Tages vom Vers 6 und 7 in das klare Licht des Herrn kommen, denn erst „zur Zeit des Abends, da wird es Licht sein.1' Zwischen dem König und der Königin in Psalm(45 ist alles „Licht", obwohl noch gegen des Königs Feinde vorgegangen werden muß.
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. Dem Kommen des Herrn mit allen Heiligen folgt die Einführung völliger tausendjähriger Segnung. Lebendige Wasser gehen von Jerusalem aus, -und Jehova ist dort König über die ganze Erde. Jerusalem wohnt dann an seiner Stätte, und zwar in Sicherheit. (V. 8-11.) Alle, die gegen Jerusalem Krieg geführt haben, kommen unter Gericht, und alle von ihnen übriggebliebenen werden von Jahr zu Jahr nach Jerusalem hinaufziehen, den König Jehova der Heerscharen anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern, (V. 16.)
Dieses höchst lehrreiche Buch schließt mit dem Hinweis auf Heiligkeit: ,,An jenem Tage wird auf den Schellen der Rosse stehen: Heilig dem Jehova. Und die Kochtöpfe im Hause Jehovas werden sein wie die Opferschalen vor dem Altar; und jeder Kochtopf in Jerusalem und in Juda wird Jehova der Heerscharen heilig sein .. . Und es wird an jenem Tage kein Kanaaniter mehr sein im Hause Jehovas der Heerscharen." (V. 20 und 21.) Jede Bewegung und jedes Gefäß des Dienstes wird das Gepräge der Heiligkeit tragen. Die Selbstsucht des Menschen hat dann keinen Platz mehr. Das in Verbindung mit den Dingen Gottes so verderbliche Handeltreiben ist verschwunden. Wir stehen unter dem Eindruck der Helligkeit, einem höchst wesentlichen Zug allen Dienstes Gott gegenüber. Es ist sehr auffallend, daß die in diesem Kapitel erwähnten Wesenszüge des Jerusalem im Tausendjahrreich solche sind, die ordnungsgemäß das Zeugnis Gottes zu allen Zeiten kennzeichnen. Wo immer die Wahrheit aufrechterhalten wird, haben wir gleichsam ein Ausfließen lebendigen Wassers und den Wesenszug der Heiligkeit. Das ist sicherlich in Zeiten des Überrestes ebensowahr wie in denen der ursprünglichen Frische unserer Haushaltung.
Gott hat in Offenbarung 21 ein wunderbares Gesicht des himmlischen Jerusalems vor uns gebracht, doch sowohl dieses als das irdische Jerusalem von Sacharja 14 sollen dazu dienen, die Wesenszüge zu erfassen, die die Versammlung Gottes jetzt kennzeichnen sollten. Der
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Herr sagte von dem Uberwinder in Philadelphia: „ich werde auf ihn schreiben . . . den Namen der Stadt meines Gottes, 'des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herniederkommt", (Offb. 3, 12.) Jeder Heilige heutzutage, den der Herr zu einer Säule macht in dem Tempel Seines Gottes, stellt etwas dar, was in Wahrheit das himmlische Jerusalem zum Ausdruck bringt. Wenn das von einem einzelnen Treuen gilt, wieviel mehr ist das von denen wahr, die miteinander wandelnd, die Wahrheit der Versammlung zu bekennen und aufrechtzuerhalten suchen!
Zum Schluß unsrer Betrachtung der Prophezeiung- Sa-charjas weise ich darauf hin, daß sie gegeben ward, einen schwachen Überrest zu ermutigen, das Haus Je-hovas in einer Zeit der Wiederherstellung zu bauen. Sie soll uns eine Hilfe sein, wenn wir heute die Übungen eines zurückgekehrten Überrestes auf uns nehmen. In Esra 6, 14 wird gesagt: „es gelang ihnen durch die Weissagung Haggais, des Propheten, und Sacharjas". Möchte es auch uns in unsern Tagen gelingen!
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