Mal 3.16

Zusammenkommen

Einige Gedanken über den Tisch und das Mahl des Herrn,

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Einige Gedanken über den Tisch und das Mahl des Herrn,

Luderer.  

Scann ohne weiteren Kommentar   WF 27/28 .10.2016

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Im Prinzip gibt es über die Unterschiede und die Bedeutungen der
obigen, so eng miteinander verbundenen Themen in der Mitte der Brüder
kaum Schwierigkeiten. In den vergangenen Jahrzehnten ist auch darüber
da und dort ausführlich geschrieben worden.
Nachdem sich jedoch in der Mitte der Brüder, welche sich ausschliesslich
auf der Grundlage des Wortes Gottes zum Namen des Herrn hin zu versammeln
begehren, in der Vergangenheit und. Gegenwart eine unterschiedliche Auf-
fassung und Praxis hinsichtlich der Reihenfolge der Danksagung beim Bre-
chen des Brotes ergibt, seien hierzu und auch in Bezug auf weitere Fragen
einige Gedanken zum Ausdruck gebracht. Wie wichtig ist es doch als
'Versammlung Gottes' in "demselben Sinne und in derselben Meinung völlig
zusammengfügt zu sein" (l. Kor.1,10).
Überwiegend wird gemäess dem Vorgang der Einsetzung des Mahles gemäss
den synoptischen Evangelien und 1. Kor.11 vor dem Brechen des Brotes
zuerst gedankt, während einige Brüder ehedem und heute als erste Handlung
zuerst das Brot brechen, um alsdann zu danken und es-^daoh zum Essen wei
ter zu reichen. Bei der zuletzt genannten Handhabung geht man von dem
verständlichen Gedanken aus, dass zeitlich erst nach der Einsetzung des
Mahles durch den Herrn dessen Ted effektiv stattgefunden habe und des
halb die Verkündigung seines Todes von dem vollbrachten Werke an die
Tatsache eines bereits stattgefundenen Todes, d.h. eines gebrochenen
Leibes und deshalb auch eines bereits gebrochenen Brotes, zum Gegenstand
der Anbetung, d.h. der Danksagung haben müsse, um alsdann dieses in der
persönlichen,Einsmachung durch das Essen des Brotes in dem Gedächtnis
des Todes des Herrn anbetend zu bezeugen.

Dieser zweiten Auffassung gegenüber erheben sich indessen einige, zum
Teil auch schon früher geäusserte Bedenken und zwar:
* Wenn man an die Handlung in dem "Obersaale" denkt, dann redet auch
 "Der Kelch" von dem zu vergiessenden bezw. zugleich dem vergossenen
Blute und damit generell von dem Tode des Herrn, obwohl dessen Dank-
sagung auch zuvor erfolgt.
* Die Reihenfolge der Handlung gemäss den genannten Evangelien (Mt./
Mk./Luk.) ist eindeutig und auch dieselbe. Bei dem Evangelium nach
Johannes entfalten sich die göttlichen Ratschlüsse über den Tod
seines Sohnes von Anfang seiner Berichterstattung in dem 'Lamme
Gottes bis hinein in die Aussagen "und Handlungen vom 12.Kapitel
bezw. deren Verwirklichung vom 18. Kapitel, obwohl wir in diesem
Evangelium weder die Einsetzung des Mahles noch die Vorgänge im GarM
ten Gethsemane (u.a.m.) finden. •
* Nach dem Tode des Herrn, seiner Auferstehung, Himmelfahrt und der
Herabkunft, des Heiligen Geistes findet sich nun indessen "Das Mahl
des Herrn" in derselben Reihenfolge der synopt.Evangelien ausdrück-
lieh in 1.Kor.11 bestätigt. Nach der Gründung der Versammlung finden!
wir hier nicht etwa nur eine geschichtliche Erinnerung vergangener
Tage, sondern eine autoritäre, apostolische und somit absolute An-
Weisung an die Versammlung in Korinth - in Abänderung der bei ihr
vorhandenen Misstände - und auch an Alle, welche bis zu dem heutigen
Tage an jedem Orte den Namen des Herrn anrufen (1.Kor.1,1-2)!
Diese verbindliche Anweisung und somit auch deren Reihenfolge der
Handlung beruht darüber hinaus auf der Tatsache, dass sie der Apo-
stel der Nationen persönlich "von dem Herrn empfangen" hat und sie
hernach zunächst in mündlicher und alsdann in schriftlicher Über-
lieferung letztlich nur weitergegeben hat (siehe 1.Kor.11,23 bezw.
auch bezüglich des von ihm verkündigten Evangeliums im Allgemeinen
gem. Gal.1,11-12 bezw. im Besonderen gemäss 1.Kor.15,3-4 und Eph.3).
In Übereinstimmung damit erfolgte aber diese 'Offenbarung* (apoka-
lypsis/Enthüllung) an Paulus
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durch einen verherrlichten Jesus - Christus nach Gottes willen
(siehe Gal.1»15-17). Es handelt sich also bei dieser Anweisung
nicht nur um eine ausschliesslich geschichtliche Erinnerung an
die Ereignisse in jenem "Obersaale.

* Unter diesen Aspekten erhebt sich die bedenkliche Frage, ob bei
allem geistlichen Verständnis über die Danksagung für das gebrochene
Brot das Wort Gottes derart willkürlich geändert werden kann?

Ausserdem ist es offensichtlich - und diese Tatsache wird oft nicht be-
achtet  dass 1.Kor.10 vor dem 11 .Kap. kommt! Vielfach hat man zuerst
das Mahl d.H. gemäss Kap.11 vor Augen und bringt es alsdann in einem
untergeordneten Gedanken mit dem 'Tisch d.H. gemäss dem 10.Kap. in Ver-
bindung. Uns nahestehende Brüder gehen noch weiter und lehnen einen ur-
sächlichen Zusammenhang beider Teile ab und sehen darin nicht "die Lehre"
über den Tod des Herrn einerseits und dessen "Verkündigung" andererseits!

Diese Bemerkungen könnten nun allerdings dazu führen das "vor der Dank
sagung gebrochene Brot" zu rechtfertigen. Aber wie könnte man dann hin
sichtlich  1.Kor.10,17 angesichts des bereits gebrochenen Brotes für
das "e i n e Brot, den e i n e n Leib " noch danken, bevor dann alle
an demselben teilnehmen?

Die Reihenfolge der Kap. 10 + 11 hat eine weit erhabenere Bedeutung, in
dem der Tisch des Herrn die so teuer Erkauften in die gesegneten Resulta-
te des vollbrachten Werkes des Herrn vor der Verkündigung Beines Todes '
bereits eingetreten sieht. Darum ist auch in dieser Stellung vor Gott
zuerst von der Tatsache der Gemeinschaft des Blutes des Christus - als
dem Zeichen der stattgefundenen Erlösung - und dann erst von der daraus
resultierenden Tatsache der Gemeinschaft mit dem Leibe des verherrlichten
Christus die Rede. Dabei liegt die Betonung nicht auf der Bedeutung
dessen, was 'Gemeinschaft' an und für sich ist; 'Gemeinschaft' hat in
1.Kor.10,16 keinen Artikel und redet deshalb von ihrer praktischen Eins-

machung mit dem Blute bezw. dem Leibe des Christus und damit "Christi mit
Seiner Versammlung"!

Eine Illustration hierfür findet sich bei der Darbringung des Brandopfers
in 3.M.1,3-4. Bei diesem Vorbilde ist der Gott Nahende und Opfernde
völlig eins mit dem Endergebnis seines vor Gott dargebrachten Rindes und
zwar bevor das Brandopfer geschlachtet wird, weshalb sich auch 3 mal der
Ausdrück""Für ihn' vorfindet. - Im Gegensatz dazu finden wir bei dem
'Schuld- bezw. Sündopfer' das wiederholte "Und es wird ihm vergeben wer
den" nach der Schlachtung des Opfertieres .(siehe Kap.5).

Der Tisch des Herrn in l.Kor. 10 sieht also die Erlösten in ihrer gemein- !
samen Stellung und Verantwortlichkeit vor Gott*kraft des vergossenen Blu-l
tes Christi in ihrer Darstellung des 'Einen Brotes' bezw. des 'Einen Lei
bes' in praktischer Gemeinschaft mit dem verherrlichten Christus auf
Grund seines vollbrachten Werkes und aller seiner gesegneten Ergebnisse!
Und somit wird es deutlich, dass
+ niemals ein unerretteter Mensch daran einen Anteil haben kann und
haben sollte;
+ alle erretteten Menschen im gemeinsamen und persönlichen Bewusstsein
dieser Gemeinschaft daran teilnehmen sollten;
+ in Wahrheit errettete Menschen und somit wahre Christen, welche
unbewusst oder bewusst das gesegnete, volle Ergebnis des Werkes
Christi und die Existenz des 'einen Leibes' praktisch dadurch leug
nen, indem sie auf der Grundlage eigenwilliger Spaltungen und Lehr
grundsätze in Unabhängigkeit von dem Worte Gottes gemäss Eph.4,1-6
(und, vielen anderen Schriftstellen) zusammenkommen, durch ihr eige
nes, praktisches Verhalten für sich selbst die Existenz 'dieses
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einen Tisches des Herrn' und somit die Wahrheit von 1.Kor.10
ignorieren. Die Anfänge in Korinth (1.K.1,10-16), welche damals
noch zu keiner effektiven Spaltung geführt hatten, haben sich heut
zutage in Solche nur allzu offensichtlich ausgeartet, viele, wahr
haft Gläubige, verkündigen zwar gemäss 1.Kor.11 den Tod des Herrn
bis ER kommt, aber sie tun dieses in unbewusster oder bewusster
Leugnung der Wahrheit des 'Einen Tisches des Herrn' und des
•Einen Leibes Christi'. Darüber hinaus üben sie ihren Gottesdienst
in erschreckend zunehmendem Masse "im ungleichen Joche" mit weltli
chen und religiösen Verbindungen vielerlei Art aus! Und hierüber ;
ist schon Vieles gesagt und geschrieben worden!

Nun muss aber doch noch nach den wenigen genannten Gesichtspunkten
über 1.Kor.10,15-17 auch eine begrenzte Fortsetzung über das 'Mahl
des Herrn* in 1.Kor.11,23-34 beides miteinander verbinden. Aller
dings besteht diese Verbindung nicht nur in dem ganzen Kapitel 10,
sondern auch den Versen 1-22 des Kapitels 11. wie ausserordentlich
bedeutsam ist doch alles darin Gesagte, auch wenn diese Unterwei
sungen für die Heiligen in ihrem Verhalten sowohl 'ausserhalb' als
auch 'innerhalb* ihres Zusammenkommens in dieser Abhandlung von
viel zu weit führender Bedeutung sind. Wie umfangreich ist doch der
gesamte Komplex unseres Verhaltens innerhalb und ausserhalb des
"Einen Hauses Gottes"!

Die Belehrung des Wortes Gottes führt nun deshalb in 1.Kor.11,23-34
die mit dem Tode Christi Verbundenen und somit am Tische des Herrn
im Genuss ihrer Stellung vor Gott und Christo Versammelten im
Geiste zurück zu Jener so bedeutungsvollen Szene des Cbersaales in
Jerusalem. - Die ehemaligen Misstände in Korinth oder das Fehlver
halten gegenwärtiger Tage seien damit nur in unser Gedächtnis ge
rufen, um uns immer wieder an das Gebot unseres Erlösers und Herrn
zu erinnern: "Dieses tut .... " .

Hier wird uns die Tatsache Seines Todes, aber auch die Seiner Wie-
derkunft deutlich vor die Blicke gestellt. Vergessen wir nicht, dass
sich in der Person und dem Opfer unseres Herrn die Schriften erfüll-
ten und das Alte mit dem Neuen, das JA mit dem AMEN verbunden haben!
An jenem denkwürdigen Tage wurde kurz zuvor 'zwischen den zwei
Abenden', d.h. dem Übergang des 14./15. des Mts. Abib; mit dem
Schlachten des Passahlammes (2.M.12 + 5.M.16,7-8) im Tempel von
Jerusalem begonnen. Die durch die entsandten Jünger zubereitete
Mahlzeit wurde alsdann drei mal unterbrochen:

+ in der Fusswaschung (Joh.13,2...),
+ in der Offenbarmachung des Judas (Joh.13,21 ) und
+ schliesslich in der Einführung des Gedächtnismahles
des Herrn,

wobei gewissermassen eine Passendmachung des Einzelnen, sei es
durch den Herrn, durch sich selbst oder durch das Beispiel des
Herrn an die Seinigen erreicht wurde, wobei durch den Herrn selbst
der Böse aus der Mitte der Gereinigten hinaus getan wurde und
schliesslich in dieser Verfassung im Unterbruch und zugleich der
Beiseitesetzung aller Vorbilder des bisherigen Gottesdienstes
das Gedächtnis des ein- für allemal zu geschehenden Opfers des
Leibes Jesu Christi in der Mitte der wahren Jüngerschar bezw. der
Versammlung in Kraft getreten ist (siehe auch Mt.26,21.. + Mark.
14,22..).
Und in dieser Verfassung sollten nun fortan die Vielen sowohl als
auch der Einzelne - dazu passend gemacht - mit einem geübten Herzen

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herzunahen, um in wUrdiger Weise und in voller Kenntnis und in dem
gemeinsamen Genues der Resultate Jenem Werdegang und Werke in der
Darbringung jenes hohen Kaufpreises der Erlpsung in der wunderbaren j
Person des Herrn zu folgen und dieser Ereignisse so oft zu gedenken !
bis ER wiederkäme. Zu diesem Zeitpunkt würde alsdann für sie zur Er-
lösung ihrer Seele auch die Erlösung und Verherrlichung ihres Leibes .
hinzukommen, um derart den ganzen Menschen in die Herrlichkeit einzu-|
führen.
Unter der Beachtung dieses Rückblickes auf die Ereignisse in Jenem
Oberaaale, der Vorempfindung der ganzen Tragweite des von Gott
Verlassenwerdenmüssens im Garten Gethsemane und alsdann Jenes Ge
schehens bis.hin zu den 2x3 Stunden des Werkes am Kreuze von Golga
tha gibt es wohl keinen Zweifel der harmonischen Folge der Unterwei
sung der Schrift in der Verkündigung des Todes des Herrn zu entspre
chen.
Und dabei dürfpn die von der Schrift verwendeten Ausdrücke für das
Passah nicht mit denen des Gedächtnismahles verwechselt werden, sodass
es nicht korrekt ist, wenn man in Bezug auf das Letztere von
einem "Teilen des Kelches" spricht.
Unumstritten spricht nur die Unterweisung von Lukas bezw. von  1.K.11
bezüglich des Mahles des Herrn von einem bestimmten 'Kelch', indem
hier der "bestimmte Artikel" verwendet wird. Bei der Passahmahlzeit
gab es mehrere Kelche, deren man sich bediente. Man spricht davon,
dass jedoch dabei ein spezieller, gefüllter Kelch 'für den Messias'
unberührt blieb. Es mag somit durchaus annehmbar sein, dass der Herr
bei der Einführung seines Gedächtnismahles sich Jenen Kelches bedient
hat!
Wenn man dann, um dem Gedanken weiter zu folgen, nicht nur in den
synopt. Evangelien, sondern auch in 1.Kor.11 die zusätzliche Bemer
kung findet, dass dieser Kelch "den neuen Bund in Seinem Blute" dar-
stelle, dann ergeben sich zusätzliche Anwendungen. Warum wird -
speziell in 1.Kor.11 - dieser 'Neue Bund* in Verbindung der 'Versamm
lung' erwähnt? Sind der 'Neue bezw. auch der Ewige Bund' gemäss dem
Hebräerbrief nichti in ausschliesslicher Verbindung mit dem zukünfti
gen Jsrael, dem irdischen Volke Gottes, zu sehen (siehe Hebr.8 +
3. M.16,15-19 bezw. 20-22)?

Zunächst erfolgte - geschichtlich gesehen - der Tod des Herrn zugun
sten des irdischen Volkes Gottes und ist auch die ein für allemal
gelegte Grundlage seiner späteren Versöhnung. Es ist deshalb beacht
lich, dass Matthäus und Markus als spezifische Evangelien Jüdischen
Charakters im Anschluss an das erwähnte "Blut des Bundes" den zukünf-
tigen "Tag des Reiches" einführen.


Anders aber ist es bei Lukas und Paulus. Lukas erwähnt das Reich in
Verbindung mit dem Passahmahl und dieses auch mit zum Teil anderen
Worten und anderer Satzstellung wie hernach Matthäus und Markus.


Lukas und Paulus aber verwenden im Gegensatz zu Mt./Mk., bei welchen
das Mahl eine ununterbrochene Einheit bildet, zwischen dem Brote und
dem Kelche den Passus: 'nach dem Mahle* (Lk.22,10 ü I.K.11,25).
Der Charakter beider Schriftteile ist aber in besonderer Weise auch
auf die 'Nationen' ausgerichtet. Lukas ist ein Schreiber aus den Na
tionen und hat schon in dem Evangelium (ganz abgesehen von der Apg.)
immer auch die Einführung der Fernestehenden in das Heil Gottes
(und so auch das Evangelium der Ratschlüsse Gottes gemäss Johannes)
im Blickfeld. Über den Dienst des Apostels Paulus braucht in demsel
ben Sinne Ja kaum etwas hinzugefügt werden. Somit ist der Gedanke zu
erwägen, ob nicht der Heilige Geist durch diese Bemerkung: 'Nach dem
Mahle' auf eine noch zukünftig folgende Bedeutung dieses 'Kelches
des neuen Bundes in Seinem Blute' in Bezug auf Jsrael hinweisen
möchte.


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Möge deshalb nun der Leeer dahin geführt werden das Gesagte im
Lichte des Wortes und Geistes zu prUfeni ob es sich also, verhielte,
um uns eine Anleitung zu geben in einer so wichtigen Handlung
eines Sinnes zu sein.


xxxzzxxxxzxxxx

In der Anlage findet sich zur besseren Übersicht eine in etwa
chronologische Reihenfolge der Worte und Handlungen der genannten
vier schriftstellen, unterschieden nach der Feier des Passah und
alsdann des Gedächtnismahles des Todes des Herrn. Miteinander über- .
einstimmende Aussagen befinden sich von links nach rechts gelesen
etwa in einer Höhe. Zum, besseren Verständnis in der deutschen Spra-
che hinzugefügte, aber im Grundtext nicht enthaltene Worte
sind dabei in doppelter Klammer; (( - )) aufgeführt. Worte oder
Teile, welche sich im Grundtext nicht in allen wesentlichen Hand
schriften best'ätigt finden, sind durch eine einfache Klammer: ( - )
gekennzeichnet.
Die Worte und Handlungen des Herrn waren umfangreicher als der Be-
richt einer Schriftstelle allein; jeder Schreiber hat unter der
Inspiration des Hl.Geistes nur das den jeweiligen Schriftcharakter
Kennzeichnende mitgeteilt. Die Verbalinspiration gebietet es deshalb
die 'Worte aus Seinem Munde', welche im Übersetzungetext zwar eine
äussere Übereinstimmung zeigen mögen, dennoch aber im Grundtext
zum Teil eine andere Ausdrucksweise oder Satzstellung aufweisen, in '
einer Perspektiven Gliederung, zeitlich.voneinander unterschieden aus
gesprochen oder auch sich harmonisch ergänzend, zu sehen.


So zeigen sich, wie zuvor schon angedeutet, z.B. die Worte über 'Das
Trinken von dem Gewächs des Weinstockes' in einer dreifachen Verbin
dung und Betonung: Zunächst nach Lk.22,18 im Zusammenhang mit dem
Kelch des Passahmahles und in Bezug auf das kommende Reich Gottes
(und 80 auch zuvor das gleichfalls hervorgehobene 'N i c h t-
Essen des Passah); sodann in Verbindung mit dem Kelch des Gedächtnismahles
d.H. in dem Charakter einer feierlichen, amtlichen Feststel
lung in der Einleitung: 'Wahrlich, ich sage euch, dass..' im Blick
auf einen 'bestimmten Tag' des zukünftigen Reiches Gottes gemäse
Markus und schliesslich gemäse Matthäus eine nochmalige, jedoch
persönlichtfund im intimen Charakter an die Adresse der Jünger gerich
tete Zusage ihrer zukünftigen Gemeinschaft mit IHM in dem Reiche
Seines Vaters. Alle drei Aussagen zeigen z.T. wesentliche, textliche
Unterschiede und können somit nicht in einem Atemzug ausgesprochen
worden sein.

  1. Brotbrechen, zeitlicher Ablauf n. Luderer

    Matthäus 26, 20-30 Markus 14, 17-2 Lukas 22, 14-20 1. Kor, 11, 23-25
    Als es aber Abend
    geworden war.
    legte er sich mit den
    Zwölfen zu Tische.
    Und während sie assen,
    sprach er:
    Verse 21-25;

    Offenbarmachung des Verräters Judas -Jskariot
    Und als es Abend gewor
    den war.
    Kommt er mit den Zwölfen.
    Und während sie zu Tische
    lagen und assen, sprach
    Jesus:
    Verse 18-21:
    Offenbarmachung des Verräters Judas -Jskariot
    Und als die Stunde gekorranen
    war,
    legte er sich zu Tische,
    und die (zwölf) Apostel
    mit ihm.
    Und er sprach zu ihnen:
    Mit Sehnsucht- habe ich
    mich gesehnt dieses Pas—
    sah mit euch zu essen, ehe
    ich leide. Denn ich sage
    euch, dass ich hinfort
    nicht mehr davon es
    sen werde, bis es erfüllt
    sein wird im Reiche Gottes
    Und er nahm ((einen))
    Kelch, dankte und sprach:
    Nehmet diesen und teilet
    ihn unter euch, denn ich
    sage euch, dass ich
    nicht von dem Gewächs
    des Weinstocks trinken wer
    de, bis dass das Reich
    Gottes komme.
     
    Während sie aber assen,
    nahm Jesus Brot, segne
    te, brach und gab es
    den Jüngern und sprach:
    Nehmet, esset;
    dieses ist mein Leib.
    Und er nahm ((den))
    Kelch
    und dankte und gab
    rhnen ((denselben))
    und sprach:
    Trinket alle daraus
    Und während sie assen,
    nahm Jesus Brot, segnete
    und brach und gab es
    ihnen und sprach:
    Nehmet;
    dieses ist mein Leib.
    Und er nahm ((den))
    Kelch,
    dankte und gab ihnen
    ((denselben))
    und sie tranken alle
    daraus.
    Und er sprach zu ihnen
    Und er nahm Brot, dankte,
    brach und gab es ihnen
    und sprach:
    Dieses ist mein Leib,
    (der für euch gegeben
    wird;
    dieses tut zu meinem
    Gedächtnis I
    Desgleichen auch den
    Kelch
    nach dem Mahle
    und sagte;
    Denn ich habe von dem
    Herrn empfangen, was ich
    auch euch überliefert ha-be, dass der Herr Jesus
    in der Nacht, in welcher
    er überliefert wurde.
    Brot nahm und, als er gedankt
    hatte, es brach
    und sprach:
    Dieses ist mein Leib,
    (wbrtl.: Anstelle der syn.
    Ev.: Dieses ist der Leib
    von mir « hier in I.K.II:
    'Dieses von mir der Leib
    ist*, wodurch die Betonung
    stärker auf seinen Leib ge
    legt wird)
    der für euch ist;
    dieses tut zu meinem
    Gedächtnis.
    Desgleichen auch den
    Kelch
    nach dem Mahle
    und sprach:
    Denn dieses ist mein
    Blut, das des (neuen)
    Bundes,
    welches für Viele
    vergossen wird
    zur Vergebung ((der))
    Sünden.

    Ich sage euch aber,
    dass ich von nun an
    nicht mehr von
    diesem Gewächs des
    Weinstocks trinken
    werde, bis an jenem
    Tage, da ich es neu
    mit euch
    trinken werde

    in dem Reiche meines
    Vaters.

    Und als sie ein Loblied
    gesungen hatten, gingen
    sie hinaus nach dem Oelberg
    Dieses ist mein Blut,
    das des (neuen) Bundes,
    welches für Viele
    vergossen wird.



    Wahrlich, ich sage euch,
    dass ich hinfort
    nicht mehr von
    dem Gewächs des
    Weinstocks trinken
    werde, bis an jenem
    Tage, da ich es neu
    trinken werde
    in dem Reiche Gottes.
    Und als sie ein Loblied
    gesungen hatten, gingen
    sie hinaus nach dem
    Oelberg.
    Dieser Kelch ist der
    neue Bunde in meinem
    Blute,
    das für euch vergossen
    wird.)
    Dieser Kelch ist der
    neue Bund in meinem
    Blute;
    dies tut, so oft ihr
    trinket zu meinem Ge
    dächtnis .
    FLO