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Die Stiftshütte


Plan und Bau der Stiftshütte


Wie der Gedanke und das Verlangen von Gott Selbst ausging, ein Heiligtum für Sich in der Mitte Seines Volkes zu haben, in dessen Mitte zu wohnen, so konnte naturgemäß dieses Heiligtum auch nur nach dem Plane Gottes gemacht werden. Gott, dessen Herz und Liebe Sich sehnte, ein Zelt oder eine Hütte in der Mitte Seines Volkes zu haben, konnte auch allein nach Seinem Geist und Seiner Weisheit bestimmen, wie das Heiligtum gebaut werden sollte. Gott gab demgemäß Mose, Seinern Knechte, nicht nur den ganzen Bauplan an, Er schrieb ihm auch alle Geräte für Seine Wohnung vor und zeigte ihm ein Muster für alles: für Wohnung und Geräte. Wir hören, daß Gott sagt: „Sie .sollen Mir ein Heiligtum machen, daß Ich in ihrer Mitte wohne. Nach allem, was Ich dir zeige, das Muster der Wohnung und das Muster aller ihrer Geräte, also sollt ihr es machen". Und nachdem Gott dem Mittler Seines Volkes Seine Anweisungen gegeben, fügt Er hinzu: „Und siehe zu, daß du sie nach ihrem Muster machest, welches dir auf dem Berge gezeigt worden ist". (2. Mose 25, 8.40.) Und weiter nachher: „Und so richte die Wohnung auf nach ihrer Vorschrift, wie sie dir auf dem Berge gezeigt worden ist". (2. Mose 26, 30.) Dazu vergl; Apostelgeschichte 7, 44 und Hebräer 8, 5!)
Aber obwohl Gott Selbst bestimmte, wie Sein Heiligtum gebaut werden sollte, so durften doch die Kinder Israel, in deren Mitte Gott zu wohnen begehrte, für den Bau Seiner Wohnung ihre Gaben bringen. Wir lesen, daß Jehova zu Mose sagte: „Rede zu den Kindern Israel, daß sie Mir ein Hebopfer bringen, von einem jeden, der willigen Herzens ist, sollt ihr Mein Hebopfer nehmen" (2. Mose 25, 1—2; 35, 4 ff).
Auch wird uns gesagt, welches die freiwilligen Gaben waren, die das Volk als Hebopfer brachte: „Gold und Silber und Erz und blauer und roter Purpur und Karmesin und Byssus (feine, weiße Baumwolle) und Ziegenhaar und rotgefärbte Widderfelle und Dachsfelle und Akazienholz, öl zum Licht, Gewürze und Salböl zum wohlriechenden Räucherwerk; Onyxsteine und Steine zum Einsetzen für das Ephod und für das Brustschild". (2. Mose 25, 3—7; 35, 5—9.)
2)

Und siehe, die ganze Gemeinde der Kinder Israel wachte auf und freute sich, Gott eine Wohnung in ihrer Mitte bauen zu dürfen. Wir lesen: „Sie kamen, ein jeder, den sein Herz trieb; und ein jeder, der willigen Geistes war, brachte das Hebopfer Jehovas für das Werk des Zeltes der Zusammenkunft und all seinen Dienst und für die heiligen Kleider (der Priester). Und die Männer kamen mit den Weibern; ein jeder, der willigen Herzens war, brachte Nasenringe und Ohrringe und Fingerringe und Spangen, allerlei goldene Geräte . . . Und ein jeder, bei dem sich blauer und roter Purpur fand und Karmesin und Byssus und Ziegenhaar und rotgefärbte Widderfelle und Dachsfelle, brachte es. ... Und jeder, bei dem sich Akazienholz fand . . . brachte es. Und alle Weiber, die weisen Herzens waren, spannen mit ihren Händen und brachten das Gespinst: den blauen und den roten Purpur, den Karmesin und den Byssus. Und alle verständigen Weiber, die ihr Herz trieb, spannen das Ziegenhaar. Und die Fürsten brachten Onyxsteine und Steine zum Einsetzen für das Ephod und für das Brustschild, und das Gewürz und das öl zum Licht und zum Salböl und zum wohlriechenden Räucherwerk".
Wahrlich, das war ein schönes Werk vor Gott! Die Kinder Israel, alle Männer und Weiber, ja selbst die Kinder, also alt und jung, die Reichen und die Armen, konnten zur Wohnung Gottes durch freiwillige Gaben beisteuern. Wer nicht, wie die Fürsten und Reichen im Volke, goldene Geräte, Ringe und Spangen bringen konnte und Purpur und Karmesin und Edelsteine und Öl, der konnte wenigstens Akazienholz sammeln und Ziegenhaar, das auch die Kinder an den Dornhecken in der Wüste finden konnten. — O, daß doch zu allen Zeiten, das Volk Gottes mit gleichem Eifer und mit der gleichen Hingebung für Gottes Werk und Sache eintreten möchte! Wir lesen, daß der Eifer des Volkes so groß war, daß der Opferwilligkeit Einhalt geboten werden mußte. Die Bauleute sprachen zu Mose: „Das Volk bringt viel, mehr als genug für die Arbeit des Werkes, das Jehova zu machen geboten hat. — Da gebot Mose, und man ließ einen Ruf durch das Lager ergehen also: Weder Mann noch Weib soll ferner ein Werk machen für das Hebopfer des Heiligtums! Und so wurde dem Volke das Bringen gewehrt". (2. Mose 36, 5—6.)

Außer diesen Gaben als freiwilliges Hebopfer, an welchem sich die ganze Gemeinde mit solcher Hingebung beteiligte, hatte Jehova noch bestimmt, daß alle Männer, die über 20 Jahre alt waren, eine Kopfsteuer bringen sollten. Wir lesen: „Jeder durch die Musterung Gehende, von 20 Jahren und darüber, soll das Hebopfer Jehova geben. Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme nicht weniger als die Hälfte eines Sekels.*) Und du sollst das Sühngeld von Seiten der Kinder Israel nehmen und es für die Arbeit des Zeltes der Zusammenkunft geben". (2. Mose 30, 14—16.) Wir hören später: „Das Silber von den Gemusterten der Gemeinde betrug 100 Talente**) und 1775 Sekel, nach dem Sekel des Heiligtums. — — Und die hundert Talente Silber waren zum Gießen der Füße des Heiligtums und der Füße des Vorhangs . . . Und von den 1775 Sekel machte er die Haken für die Säulen". (2. Mose 38, 25—27.) Da aber das Silber in der Hl. Schrift ein Bild der Erlösung ist, und hier zur Sühnung der Seelen der Gemusterten gegeben wurde, so können wir sagen, daß die Wohnung Gottes, die auf silbernen Füßen in der Wüste ruhte, auch hierin schon ein schönes Vorbild ist von der Wohnung, die Gott jetzt auf Erden hat, die Versammlung oder Gemeinde Gottes: „die Behausung Gottes im Geiste" (Eph. 2, 20—22), insofern diese in der Erlösung Jesu Christi ihre einzige und ewige Grundlage findet. Alle, die zu diesem geistlichen Hause Gottes gehören, sind erlöst, und zwar „nicht mit verweslichen Dingen, mit Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blute Christi". (1. Petri 1, 18 und 19.)
Die Stiftshütte, die Wohnung Jehovas, war ein zerlegbares Zelt, das die Form eines Rechtecks hatte. Die äußerste Breite betrug 12 Ellen, die Länge 30 Ellen und die Höhe 10 Ellen, also etwa 5 m hoch, Das Innere war durch einen Vorhang in zwei Teile geteilt: das Heilige und das Allerheiligste. Diese bildeten zusammen das eigentliche Heiligtum. Dieses bestand, weil es ein Zelt war, hauptsächlich aus Teppichen, die über ein hölzernes Gerüst von starken, senkrecht stehenden Brettern ausgebreitet waren.
*) Die Hälfte eines Sekels oder ein halber Silberling --? 1.25 Mark.
**) Im Allgemeinen nimmt man als Wert eines Talentes Silber = 7 500 Mark.


Wenn man dieses Brettergerüst für sich betrachtete, ohne die Teppiche, so glich es einem Kasten (ohne Boden und ohne Deckel) von Bohlen aus Akazienholz, die aber von innen und außen mit Goldblech überzogen waren und je auf zwei schweren silbernen Füßen standen. Auf den beiden Längsseiten waren je 20 solcher Bohlen, auf den Breitseiten nur je 6; dazu kamen aber noch zwei Eckbohlen. Diese waren aneinandergefügt und durch mehrere lange, querlaufende Riegel miteinander verbunden. Die Ostseite der Stiftshütte blieb offen. Hier war der Eingang, der durch einen Vorhang verhängt war.
Wichtiger als das Gerüst waren die darüber gebreiteten mehrfachen Teppiche. Der innerste und unterste derselben bildete die Decke des Heiligtums und zwar mit Cherubimfiguren durchwirkt. Er war gewebt aus feinem, weis-sen Byssus (Baumwollstoff oder ägyptische Leinwand) und aus blauem und rotem Scharlach. Er war von besonderer Bedeutung und wird zuweilen selbst die Wohnung J e h o v a s genannt.
Der vordere Teil des Heiligtums, „d a s Heilige", enthielt'drei Geräte: den goldenen Räucheraltar, den Schau brottisch und den goldenen Leuchter.
Im „Allerheiligsten", das darunterlag und so breit und lang wie hoch . . ., nämlich 10 Ellen, das also gleichsam einen Würfel bildete, stand nur e i n Gerat: d i e Bundeslade. Sie war das wichtigste von allen Geräten im Heiligtum, deren sinnbildliche, oder vorbildliche Bedeutung auf Christus, Seine Person und Sein Werk, wir später zu unserer Erbauung einzeln miteinander betrachten wollen. Über den Cherubim, den beiden sich verneigenden Engelgestalten, die auf der Bundeslade standen, lagerte die Herrlichkeit Gottes und verbreitete Klarheit und Licht. Über der Stiftshütte selbst aber lagerte überdies noch die Wolke, die bei Nacht durch ein inneres Feuer erleuchtet wurde. (2. Mose 40, 34—38 und 4. Mose 9, 15, folg.) Diese Wolke zeigte Gottes Gegenwart an und verkündigte, daß hier Gottes Wohnung sei.
Rings um die Stiftshütte 'her lag der 100 Ellen lange und 50 Ellen breite unbedeckte V o r h o f. Er war durch einen Umhang von gezwirntem Byssus, der an 60 Säulen mit silbernen Haken befestigt war, von der Außenwelt abgegrenzt. In der Mitte des Vorhofes stand nun das, oben

äußerlich betrachtete, also eigentliche Heiligtum, doch so, daß es mehr nach hinten, also gegen das westliche Ende des Vorhofs, gerückt war. Auf der östlichen Seite war d*?r Eingang. Von dort kommend, begegnete der Eintretende zunächst, in der Mitte des Vorhofs, dem Brandopferaltar und gleich darauf, aber mehr nach der rechten Seite des Vorhofs, dem ehernen Meer.
Von außen gesehen bot die Stiftshütte mit ihrem Vor-höf dem flüchtigen Beschauer nichts Anziehendes, keine Schönheit, keine Herrlichkeit. Die Nomadenvölker, die durch die Wüste streiften, ahnten gewiß nicht, daß dieses Zelt mit seinem Vorhof die Wohnung Gottes sei; glich dieses doch mehr einem großen Sarge als einem Tempel des Herrn des Himmels und der Erde. Ganz so ist es auch mit Christo, dem hochgelobten Herrn der Herrlichkeit, von dessen Person und Versöhungswerke das Zelt der Zusammenkunft ein Abbild war. „In Ihm wohnt die ganze Fülle Gottes leibhaftig"; und doch schaut nur das von Gott geöffnete Auge Seine Herrlichkeit. Nur wer Ihm im Glauben naht, bei Ihm Einkehr hält und in Ihm bleibt, wird durch den Heiligen Geist Seine Herrlichkeit erkennen und — durch Ihn erlöst — Ihn anbetend bewundern.
Was bei der Hütte beachtenswert ist, ist die Kleinheit der Dinge nach außen hin; und doch enthält sie das, was so unendlich kostbar ist. Demgegenüber haben wir im salomonischen Tempel alles in größerem Maßstabe, und die Baustoffe, insbesondere die Hölzer, sind andere. Das Holz im Tempel ist meist Zedernholz (obgleich auch andere Holzarten verwandt werden), weil es sich hier um einen verherrlichten Ch'ristus und den Geist handelt; die Zeder und der Ölbaum kommen hier in Frage. Die Zeder deutet auf Größe und Stattlichkeit hin. Doch in der Hütte sehen wir den Herrn hienieden in Niedrigkeit und Unscheinbarkeit; aber dennoch enthält sie die kostbarsten Dinge. Die Betrachtung deil Lade befähigt uns das zu sehen, was bis ans Ende dauert. Das zu sehen, ist eine große Hilfe und zwar, weil besonders junge Gläubige infolge der Unscheinbarkeit dessen, was mit dem Zeugnis Gottes in Verbindung steht, entmutigt werden, während doch in Wahrheit alles sehr groß ist. Der Gedanke Gottes ist, daß wir im Lichte der Größe sein sollen, die diese Ordnung zur Zeit der Offenbarwerdung haben wird. Das hält uns in der Zeit der äußeren Kleinheit und Unscheinbarkeit aufrecht. Sein Kommen als Kindlein war etwas Unscheinbares. Es ist von Anbeginn der Gedanke Gottes gewesen, daß Sein Zeugnis immer in unscheinbarer Weise seinen Ausdruck fand. Wir sind geneigt enttäuscht zu werden, weil demgegenüber, was uns hier umgibt, alles so klein ist. Eine Kathedrale ist das Gegenteil vom Christentum. Aber nicht nur die jungen Gläubigen neigen dazu, nach großen Zahlen auszuschauen. Wenn Gott sie gibt, haben wir sie hinzunehmen; aber der göttliche Gedanke im Zeugnis ist ein Senfkorn, das äußerlich Geringste. Es ist ganz klar, daß mit Christo göttliche Größe in Verbindung steht (2. Chron. 2, 9), und wir haben teil daran; aber gegenwärtig ist es so nötige die Ausdauer Seines Wesens als Mensch zu sehen, auf daß wir uns im Einklang damit befinden.

Es ist eine große Ermutigung, mit dem Zeugnis einsgemacht zu sein, obschon es einen in den Augen der Welt verächtlich macht; aber vor Gott sind wir groß. Das Verlangen, etwas Großes darzustellen, ist leider sehr häufig bei den meisten Christen (Apstg. 8, 9). Man möchte gern mehr in Gemeinschaft sehen, aber trotz alledem können wir? mit einer geringen Zahl von Gläubigen vorangehen. Und das zu pflegen, ist etwas Großes. Der Herr fand den Schatz, ging hin und verbarg ihn; d. h. was Er aufrichten wollte, war in gewissem Sinne den Augen der Welt verborgen. Die Ansehnlichkeit des Baumes, sowie der Sauerteig brachte das Verderben. Wir können uns darauf verlassen, daß bei dem Bemühen, etwas zu sein, sofort das Verderben einsetzt, weil der Geist Gottes das nicht unterstützt. Ein solcher muß sich daher nach Unterstützung von anderer Seite her umsehen und wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem anderen Bruder verbünden, der seine Bedeutung anerkennt. Das ist Verderbtheit. Jede Unterstützung dessen, was in der Welt groß ist, ist verderbt. Wie anders war der Weg des! Herrn. Wie zufrieden war Er mit dem Platze, den Ihm die Menschen gaben. Er versuchte nie, etwas daran zu ändern, Er nahm diesen Platz einfach; an; und auf solchem Pfade haben wir immer die Unterstützung Gottes. Wir werden das immer finHen, wenn wir die Schmach willig auf uns nehmen, die es den Menschen gefällt, uns zuteil werden zu lassen.

Wir haben bis jetzt noch nichts gesagt über die Bezeichnung „Stiftshütte", die, obwohl sie sich in der von uns benutzten „Elberfelder Übersetzung" gar nicht findet, doch des allgemeinen Gebrauchs wegen von uns beibehalten wird.*) Die geläufigste Bezeichnung in der Heiligen Schrift ist „Zelt der Zusammenkunft" (Hebr.: ohel moed.) Das ist des Wortes schönste Bedeutung, denn Gott kam dort mit Seinem Volke zusammen. (2. Mose 29, 42.) An der Bundeslade nämlich, im Allerheilig-sten, redete Gott mit Mose, dem Mittler (2. Mose 25, 22; 4. Mose 7, 89.;**) und ebenso hatte der Hohepriester hier Zutritt zu Gott, wenn er einmal im Jahr das Blut der Versöhnung für das Volk zwischen die Cherubim auf die Bundeslade sprengte und ebenso siebenmal vor dieselbe, um das Volk zu versöhnen. (3. Mose 16, 12—17.)
Andere Bezeichnungen für die Stiftshütte sind „das Heiligtum", oder „die Wohnung" (2. Mose 25, 8. 9.), oder ,.das Haus Jehovas" (Jos. 6, 24; 1. Sam. 1, 7.), oder auch „das Zelt des Zeugnisses". (4. Mose 17, 7.) Unter „dem Zeugnis" sind die Gesetzesurkunden zu verstehen: die zwei Tafeln vom Sinai (die zehn Gebote) und das „Buch des Bundes" oder „Buch des Gesetzes". (2. Mose 24, 7; 5. Mose 31, 26.) Im Neuen Testamente wird die Stiftshütte einfach „Hütte" („Zelt") oder „Heiligtum" genannt. (Vergleiche Hebr. 9, 2.)
Wenden witf uns nunmehr zu den einzelnen Teilen und Geräten des Heiligtums, durch die Gott in Seiner Gnade und Weisheit von alters her von der Herrlichkeit der Person und des Werkes Seines Eingeborenen Sohnes vorbildlich redete. Weil es so war, forderte Gott immer wieder von Mose, alles genau so zu machen, wie es ihm gezeigt worden war. Darum auch die genaue Beschreibung der Geräte, groß und klein, von der Bundeslade an, die drinnen im Allerheiligsten stand, bis zu dem reinen weißen
*) Das Wort „Stiftshütte" hat Luther bei seiner Bibelübersetzung geprägt, weil „Stift" damals, wie vielfach noch heute, die Bezeichnung für ein zu gottesdienstlichem Gebrauch bestimmten Gebäude war.

**) Gott sprach zwischen den zwei Cherubim hervor, die auf der Bundeslade standen; deshalb wurde auch das Aller-heiligste „der Sprachort" genannt (1. Kön. 6, 16. 19. 20 usw.).

Vorhang, der draußen rings um den Vorhof herlief und die Wohnung Gottes von der unreinen Welt trennte.
Nun muß es uns zunächst auffallen und für unsere Herzen kostbar sein, daß Gott die Geräte des Heiligtums in zwei verschiedenen Reihenfolgen aufzählt. Einmal nämlich, und zwar bei der Anleitung zum Bau des Heiligtums und seiner Geräte, beginnt die Aufzählung der Geräte mit der Bundeslade im Allerheiligsten, der Wohnstätte Seiner Herrlichkeit; und sie geht niederwärts und endigt mit dem V o r h o f draußen und dessen Eingang. (2. Mose 25, 19—27, 19.) Bei der zweiten Aufzählung und Reihenfolge der Geräte beginnt der Geist Gottes nicht von oben, sondern von unten, fängt mit dem Tor des Vorhofes an und führt den Sünder aufwärts: aus der Welt, die draußen liegt, durch das Tor hin vor den ehernen Altar, wo die Frage der Sünde zwischen ihm und Gott erledigt werden muß. Erst dann führt der Weg zum Waschbecken oder ehernen Meere, der täglichen Wiederherstellung wegen, und von da erst zum eigentlichen Heiligtum. Und zwar führt der Weg bis hinein, bis zur eigentlichen Wohnstätte Gottes im Allerheiligsten.
Der erstere Weg ist der wunderbare Weg, den Gott in Seiner Gnade zu unserem ewigen Heil gegangen ist: Er sandte aus dem Allerheiligsten aus des Vaters Schoß und Herrlichkeit Seinen eingeborenen Sohn herab und zwar in Not und Tod, um am Kreuze unsere Sündenschuld zu sühnen.
Im Gegensatz zu diesem Wege steht der des sündigen Menschen, der „ohne Gott" und „ohne Hoffnung" in der Welt ist. Er muß erst zum Kreuz, dem ehernen Altar, geführt werden; und hat er dort die Sühnung seiner Schuld gefunden, so lernt er auch die Bedeutung der täglichen Fußwaschung kennen am ehernen Meer und tritt ein ins Heiligtum, um dort die Herrlichkeit des Herrn anzuschauen und dort anzubeten.
Der erste Weg ist der Weg niederwärts von Gott zu uns; der zweite Weg ist der Weg aufwärts von uns zu Gott empor. Aber es gäbe keinen Weg für uns hinauf, wenn nicht Gott zuvor in Gnaden zu uns herniedergekommen wäre.

Wie groß ist Gottes Weisheit und Gnade!
Ja, Er kam zu uns hernieder im Sohne aus des Himmels Herrlichkeit,
 damit wir durch den Sohn zu Ihm hinaufgelangen möchten in die ewigen Wohnungen des Friedens.
 Dort wird Sein Name ohne Ende von uns gepriesen werden.
Herr, Du kamst hernieder. Hast uns versöhnt;
Gingst zum Vater wieder, Wardst am Thron gekrönt.
Dein Eigentum sind wir, Gott zum Ruhm,
Sind durch Dich vertreten Dort im Heiligtum.
Ewige Gnade! Wer liebt wie Du!
O welch hohe Gabe, welch sel'ge Ruh'!
Jetzt die Deinen beten freimütiglich,
Weil Du sie vertreten Hohenpriesterlich.

Dein Angesicht Ist auch jetzt gericht't
 Auf die Deinen alle;
 O Du läßt sie nicht! Dein treues Lieben,
Dein Opfertod Brachte uns den Frieden in Sündennot.
Stehe auf vom Throne, Du Gotteslamm!
Nimm die Braut zum Lohne, Teurer Bräutigam!
Sie ist ja Dein, Rufe bald sie heim, In des Vaters Wohnung führ' sie mit Dir ein. An Deiner Rechten trifft sie kein Leid, Nahen keine Schmerzen in Ewigkeit.
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