Home       Bibelkreis.ch

Kurzübersicht               Matthäus Synopsis  JND   (Darby)   Siehe auch  638

Kapitel 5,6 u. 7 aus Synopsis von Darby

 

In der Erzählung des Evangeliums treten jetzt zwei Dinge in den Vordergrund. Das erste ist die Macht, welche die Verkündigung des Reiches begleitet, ‑ eine Tatsache, die in zwei oder drei Versen** und ohne be­sondere Einzelheiten angekündigt wird. Unter mächtigen Taten, die die Aufmerksamkeit des ganzen Landes, des ganzen alten Gebietes Israels auf sich ziehen, wird das Reich ausgerufen. Jesus erscheint vor Israel mit dieser Macht bekleidet. Zweitens wird der Charakter des Rei­ches, sowie der Charakter derer, die daran teilhaben soll­ten, in der Bergpredigt (Kap. 5‑7) dargelegt, indem zu­gleich der Name des Vaters geoffenbart wird.

 

* Es ist hier beachtenswert, daß Jesus, wie bereits bemerkt, die Juden und Jerusalem und auch Seinen sozusagen natürlichen Platz, der Ihm Seinen Namen gab ‑ Nazareth ‑ verläßt und Seinen prophetischen Platz einnimmt. Daß Johannes ins Ge­fängnis geworfen wurde, war ein Zeichen Seiner eigenen Ver­werfung. Johannes war hierin der Vorläufer des Herrn, wie er es auch in seiner Mission gewesen war (siehe Kap. 17, 12). Das Zeugnis Jesu ist dasselbe wie dasjenige Johannes' des Täufers.

** Der ganze Dienst des Herrn wird hier in einem einzigen Verse erzählt (Kap. 4, 23). Alle nachfolgenden Berichte enthalten Tatsachen, die eine besondere sittliche Bedeutung haben und uns zeigen, was in Gnade unter dem Volke bis zur Verwerfung des Herrn vorging, bilden aber nicht eine eigentliche fortlaufende Geschichte. Das bezeichnet sehr deutlich den Charakter des Evan­geliums Matthäus.

 

 

Es ist augenscheinlich, daß in diesem ganzen Teile des Evangeliums die Stellung des Herrn und nicht die Einzelheiten Seines Lebens der Gegenstand der Beleh­rung des Geistes ist. Die Einzelheiten kommen nachher, um völlig das zu zeigen, was Jesus inmitten Israels war: Seine Beziehungen zu diesem Volke und Seinen Wandel in der Kraft des Geistes, wodurch der Bruch zwischen dem Sohn‑ Davids und dem Volke, das Ihn hätte aufnehmen sollen, herbeigeführt wurde.

Als nun die Aufmerksamkeit der ganzen Gegend durch Seine mächtigen Taten angeregt war, belehrt der Herr Seine Jünger, und zwar vor den Ohren des Volkes, über die Grundsätze Seines Reiches. Diese Unterweisungen kann man in folgende Teile zerlegen:

1. der Charakter und das Teil derer, die in dem Reiche sein sollen (Kap. 5, 1‑12);

2. ihre Stellung in der Welt (Vers 13‑16);

3. die Verbindung zwischen den Grundsätzen des Reiches und dem Gesetz (Vers 17‑48) *;

4. die Gesinnung, in der die Jünger Jesu gute Werke verrichten sollten (Kap. 6, 1‑18);

5. die Trennung von dem Geist der Welt und ihren Sorgen (Vers 19‑34);

6. der Charakter der Beziehungen der Jünger Jesu zu anderen Menschen (Kap. 7, 1‑6);

 

* Es ist indes wichtig zu bemerken, daß wir hier keine all­gemeine Vergeistlichung des Gesetzes haben, wie oft behauptet wird. Es werden vielmehr die beiden Hauptgrundsätze der Sitten­losigkeit unter den Menschen (Gewalttat und böse Lust) behan­delt, welchen freiwillige Eidschwüre hinzugefügt sind. Die For­derungen des Gesetzes in bezug hierauf und das, was Christus fordert, werden einander gegenübergestellt.

 

7. das Vertrauen auf Gott, welches ihnen geziemte (Vers 7‑12);

8. die Energie, die sie an den Tag legen sollten, :um in das Reich einzugehen; doch nicht nur einzugehen ‑das würden manche zu tun versuchen ‑, sondern jenen Grundsätzen entsprechend einzugehen, die es für d= Menschen schwer machen: Gott gemäß, durch die enge Pforte. Sodann das Mittel, um die, welche sie zu täuschen suchen würden, zu erkennen, sowie die nötige Wach­samkeit, um sich nicht täuschen zu lassen (Vers 13‑23);

9. endlich der praktische und wirkliche Gehorsam gegenüber den Aussprüchen des Herrn, der wahren Weis­heit derer, die Seine Worte hören (Vers 24‑29).

Noch ein anderer Grundsatz kennzeichnet diese Unter­weisungen, nämlich die Einführung des Vaternamens. Jesus setzt Seine Jünger in Verbindung mit Seinem Vater als ihrem Vater. Er offenbart ihnen den Vaternamen, damit sie in Beziehung zu Ihm stehen und handeln möch­ten in Übereinstimmung mit dem, was Er ist.

Die obige Einteilung kann zu einer praktischen An­wendung der Bergpredigt behilflich sein. Hinsichtlich der in ihr enthaltenen Gegenstände könnte sie vielleicht, ob­wohl der Unterschied nicht sehr groß ist, noch besser in folgender Weise eingeteilt werden:

Kap. 5, 1‑16 enthält das vollkommene Bild Charakters und der Stellung des Überrestes, der die Unterweisungen des Herrn empfing ‑ einer Stellung, wie sie den Gedanken Gottes gemäß sein sollte. Dieser Teil ist in sich selbst vollständig.