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Vergebung  7. Gleichnis v.R. d. H

 

Das siebente Gleichnis vom König- Reich der Himmel Matthäus 18, 23—35

„Deswegen ist das Reidi der Himmel einem Könige gleich geworden,
der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er aber anfing abzurechnen,
 wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete.
Da derselbe aber nicht hatte zu bezahlen, befahl sein Herr, ihn und sein Weib
und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und zu bezahlen.

Der Knecht nun fiel nieder, huldigte ihm und sprach:
Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen.
Der Herr jenes Knechtes aber, innerlich bewegt, gab ihn los
und erließ ihm das Darlehen.

Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte,
 der ihm hundert Denare schuldig war.
Und er ergriff und würgte ihn und sprach:
Bezahle wenn du etwas schuldig bist. Sein Mitknecht nun fiel nieder
und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen.

Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis,
bis er die Schuld bezahlt habe. Als aber seine Mitknechte sahen,
was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten
ihrem Herrn alles, was geschehen war.

Dann rief ihn sein Herr herzu und spricht zu ihm:
Böser Knecht! jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest;
solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich
deiner erbarmt habe? Und sein Herr wur dezornig und überlieferte ihn den Peinigern,
bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war.

Also wird auch mein himmlisher Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebet.

Symbolik
 Im siebenten Gleichnis des Königreiches der Himmel wird ims die göttliche Fülle der Vergebung gezeigt.

 Nach der Zahlen symbolik bedeutet 7 = göttliche Vollkommenheit.
 Hier sei an die vielen Darstellungen des Alten und Neuen Testamentes erinnert,
in denen die 7 dominiert, zum Beispiel:
siebenarmige Leuchter,
sieben Sterne,
Sendschreiben,
Augen,
Gerichtszeichen, Gei ster Gottes usw.


Sinn und Bedeutung
 Das Königreich der Himmel in diesem Gleichnis ist einem Könige gleich geworden.
Allein der Auftritt Jesu als König will uns die gewaltige Bedeutung auf das kommende Königreich
des Friedens vermitteln, wo der Sohn des Menschen als König regieren wird.

Dort will er mit seinen Knehten abrehnen.
Verständlicher  wird es, wenn wir vom Tage der Abrehnung reden.
 Mit der Christlichen Versammlung hat der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha abgerehnet.

Dort wurde auch der imense  Kaufpreis vom Herrn selbst bezahlt.

 Im Tag der Abrechnung erkennen wir ebenso die Vollendung des Zeitalters.
 Dieser König wird am Ende einer Zeitepoche die Knechte des Reidhes zur Rechhenshaft ziehen.

Es fällt nicht schwer, zu erfassen, dass es sich im Gleihnis nicht um die Gnadenzeit handelt.

 Die hier benannten Knehte müssen ihre Schuld selbst abbüßen.
Hier stehen wir bezüglich der Vergebung Gottes auf dem Boden des Werkes,
worin die Knehte auch ihre Rechtfertigung haben.
In der Gnadenzeit hat unser Herr die Schuld selbst gebüsst und in folge des Todes am Kreuz
den Schuldbrief endgültig

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 zerrissen. Hinsichtlich imserer begangenen Sünden will er uns nicht nocheinmal ins Gericht bringen,
sondern ihrer nie mehr gedenken (Hebr. 10, 17). Aus diesem Grunde kann das Gleichnis nicht direkt
auf die Gnadenzeit übertragen werden.

Die Gottlosen, in der Gnadenzeit zur Abrechnung gezogen, dürften wohl nicht gemeint sein,
da sie gar nicht seine Knechte sind.
Viel mehr sind sie Knechte eines anderen Herrn.
Bei einer Abrechntmg geht es wohl immer um die Schlußwerte, bei denen Plus und Minus gegeneinander aufgerechnet wird.

 Eine Aufrechnung beinhaltet einen gewissen Abschluss. Hier handelt es sich um den Abschluß
eines Zeitalters. Am Tage der Abrechnung jener Schulden (Vers 24) bringt man einen Knecht,
der dem König 10 000 Talente schuldet.

Das ist zweifellos eine ganz gewaltige Summe,
Dieweil der Knedit des Königs gar nicht hatte zu zahlen, erhielt er den Befehl seines
Herrn, Weib, Kinder und alles, was er besitzen mag — zu ver kaufen.
Damit sollten seine Schulden gegenüber dem König beglichen werden.
In der Gnadenzeit gibt der Herr seinen Kindern keinen solchen Befehl,
denn sie sind nach Epheser 2, 8 durch Gnade bereits gerettet.
Bei imserer Errettung sind auch durch Gnade alle un sere Sündenschulden
gesühnt worden. In der Gnaden zeit ist es gerade lungekehrt.
So läßt der Herr die, wel che Vater, Mutter, Weib und Kinder nicht verlassen
wollen,  auch nicht seine Jünger sein (Matth. 19, 29).

Von der Vergebung

Hier im Reich der Himmel wird gezeigt, wie der Knecht
durch Werk selbst bezahlen soll. Dieser Knecht kennt
seinen Herrn sehr genau. Er weiß auch, daß er gar nicht

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hat, um zahlen zu können. So verbleibt ihm der letzte
Ausweg, er bittet seinen Herrn um Gnade und Geduld.
Der Herr wiederum läßt sich erbitten und handelt
nach seinem Wesen der Barmherzigkeit. Er läßt ihm gleich
alles. Der Knecht hat Gnade seines Herrn an sich selbst
 und seiner ganzen Familie erfahren und ist damit frei.

Der Herr hat ihm rucht nur alle gewaltigen finanziellen
Rückstände erlassen, sondern auch alle Schuld vergeben.
Das, was ihn hat frei werden lassen, ist durch die Gesinnung
seines Herrn geschehen. Der Herr wird dem Knecht allen
 Schuldenerlaß mit einer Hoffnung verbunden haben,
 nämlich daß dieser Knecht nun von sei nem Herrn lernt,
Schuld zu vergeben — ein jeder seinem Nächsten.
So möchte der Herr Jesus, daß auch

wir in der Gesinnung Jesu leben (Phil. 2, 5). Nur so
können wir das Gebot der Liebe vollbringen und dem
 lebendigen Gott gefallen, wenn wir am anderen die

Barmherzigkeit und tätige Liebe üben. Wenn nach
umserer Bekehrung die Welt keine Veränderung an uns sieht,
dann stimmt es mit der Gesinnug Jesu in unseren Herzen nicht.
Jüngerschaft Jesu heißt, Jesus, dem Sohne Gottes,
ähnlich zu sein. Da gelangen alle Lieblosigkeiten zum
Nächsten und alle Mißverständnisse in die Vergebung.
Wir stehen nicht in der Vergebung Gottes,
wenn wir unsere vermeintliche Rechtfertigung suchen.


Denn unser himmlischer Vater kann ims nicht verge-
ben, wenn wir einander nicht vergeben (Matth. 6, 14. 15).
 Wir suchen nicht die Vergebung, wenn wir unsere
Rechtfertigung und Unschuld suchen.

Wer Jesus sucht, trägt nicht nach und sucht nicht sein
eigenes Interesse des Rechtes! Tun wir's doch,
suchen wir nicht dem Herrn zu gefallen, sondern uns selbst.

 Wen, lieber Freund, suchst du?
 Laß das an dir begangene Unrecht

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dir mal tüchtig ins Herz schneiden, es macht nichts. Das
ist Teil der Beschneidung imserer Herzen.

Was hat dieser Knecht von seinem Herrn mitgenom-
 men, als ihm Gnade und Barmherzigkeit zuteil wurde?
Sobald dieser Knecht aus seiner ausweglosen Situation
entlassen ist,findenwir ihn,daß er einender Mitknechte
— seinen Nächsten — würgt.

Wie die Schrift in Vers 28 aussagt, war er ihm 100 Denare
schulcdig geblieben. Das ist auch die wiederkehrende Problematik
der Menschen in bezug auf die Vergebung.
Jene Summe von 10 000 Talenten stellte einen Wertbestand von
75 Mio Euro dar. Kein Mensch karm sich diesen Betrag mit seiner Hände Arbeit verdienen.

Die 100 Denare waren ein Betrag von etwa 73 DM.
Der Knecht, dem die unermeßliche Schuld erlassen wurde, fand das Verhalten
seines Herrn für recht und gut.
In gleicher Weise nahm der Knecht auch die gewaltige, ihm gegebene Gnade an.
Einen winzigen Bruchteil von der ihm er wiesenen Barmherzigkeit wollte
er seinem Mitknedit jedoch nicht zukommen lassen.

Ist unserWandel mit Jesus nicht auch von solchen Aspekten gezeichnet?
Unsere ganze, nicht in Geldwert auszudrückende Sündenschuld ist uns
durch das Sterben des Heilands am Kreuz erlassen worden,
so viele sich im Blute des Lammes haben reinwaschen lassen.
Trotzdem wird unser Verhalten zum Nächsten oft nicht im Lichte
der Vergebung gefunden. Vielmehr prüfen wir nicht einmal die Worte
unseres Mundes und lassen ohne Genehmigung vom Herrn
das von Satan aufgereizte Fleisch wirken.

Hierdurch treten auch, von Kindern Gottes verursacht, härteste Urteile
gegen den Nächsten in Erscheinung,
Warum finden andere an uns dieses christusfremde Benehmen?
Sicherlich doch des

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halb, weil es in unserer Gesinnung nichtr  stimmt. Man
hat vergessen, in Heiligung leben zu sollen, und hat
sogar die Vergebung Gottes hinsichtlich der Sünden
vergessen (2. Petr. 1, 9). Weil der Knecht die Gesinnung
seines Herrn nicht beherzigte, würgte er seinen Nächsten.

Er würgte ihn, weil er nicht bereit war, auch ihm zu vergeben.
Schuld bewirkt allenfalls Haß gegen den Nächsten,
wie dies auch bei Kain und Abel war. Wie viele Kinder Gottes sind
durch hartes Reden gewürgt worden und haben,
was den Glauben betrifft, Schiffbruch erlitten.
Die Zunge ist das kleine große Übel, Deshalb hat die Liebe Gottes
unsere Herzen nicht erfaßt, weil wir dem Wirken des Heiligen Geistes
 Widerstand entgegengebracht haben.

Wir kommen nur dann in eine gottgemäße Buße, wenn wir sie suchen.
 Über all dem Geschehen wurde dieser Herr zornig (Vers 34)
und übergab seinen Knecht der Pein des Gerichts.
Deim mit welchem Maß wir messen, wird auch uns ge messen werden (Matth. 7, 2).

 Nicht allein der böse Knecht wird das ernten, was er gesät hat (Gal. 6, 7).
Wer nun segensreich sät, wie es dieser Herr gezeigt hat,
wird in der Fülle Jesu ernten (2. Kor. 9, 6).

Die prophetische Dimension des Gleichnisses

 Das siebente Gleichnis vom Reich der Himmel zeigt uns
symbolisch die „Sieben" in der Zahl göttlicher Vollkom-
 menheit im Blick auf die Vergebung. Wir meinen, den
Inhalt an Israel und der Gerechtsprechung durch Werk
zu sehen, wozu das Wort auch geschrieben ist. Die exe-
getische Anwendung des Gleichnisses auf die Gemeinde
Jesu ist nur zum Teil gegeben.

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 Was die Angehörigen beider Zeitepochen belehren will,
ist die Tatsachie der Vergebung einer zum andern nach
dem Vorbild unseres Gottes. So dürfte auch in der vor erwähnten
 Auslegung in genügender Weise auf die Vergebung Jesu
in der Zeit der Gnade eingegangen sein.

Deshalb wenden wir ims hier der Vergebung Israaels zu und
 wollen die Gedankenführung dem Geist Gottes überlassen.

Daß im siebenten Gleichnis des Königreichges der Himmel die
persönliche Schuld mit „Vergebung" zusammenhängt (Vers 35)
 dürfte verständlich sein. Deshalb finden wir den Schlüssel
 des Gleichnisses bereits im 21. und 22
. Vers:
„Dann trat Petrus zu ihm imd sprach;
Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der wider mich sündigt, ver geben?
 bis siebenmal? Jesus spricht zu ihm:
Nicht sage ich dir, bis siebenmal, sondern
bis siebenzig mal sieben."

Petrus meinte, daß vielleicht bei siebenmal die Vergebung gegen
einen Bruder beendet ist.
Der Herr aber belehrt, daß die göttliche Vergebung
bei siebenzig mal sieben liegt.
 70 x 7 ist 490 mal.

 Die göttliche Vergebung und das Ende der Sünde Israels
 trifft nach 490 Gerichtsjahren ein.
So belehrt tms das Wort der Prophetie in Daniel 9, ab Vers 24;
 „Siebenzig Wochen sind über dein Volk und über deine
heilige Stadt bestimmt, um die Übertretung zum Abschluß zu bringen
und den Sünden ein Ende zu machen, und die Ungerechtigkeit
zu sühnen imd eine ewige Gerechtigkeit einzuführen . .

Aus der übrigen Mitteilung des Wortes Gottes wissen wir,
daß eine dieser Wochen 7 Jahre enthält. Multipli

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 zieren wir die siebenzig Wodien mal sieben Jahre,
erhalten wir 490 angekündigte Gerichtsjahre
über Israel.
Die Gerichtsankündigung von 490 Jahren läßt bei der Erfüllung
jener Gerichtsjahre am Ende die Sünden Israels zum Abschluß kommen.
Die Ungerechtig keit ist mit der duldenden Überlebung (Werk)
des Überrestes gesühnt. Oh, wie freuen wir uns, daß auch
 für das leidgeprüfte Volk Israel ein Ende der Drangsal
und des Gerichtes ausgerufen ist.
Dann ist auch für Israel ehe vollkommene göttliche Vergebung
 eingetreten.

Die an uns gerichtete Lehre des Gleichnisses
 
Was uns das 7. Gleichnis vom Reich der Himmel lehren
will ist, daß Gott bereit ist zur Vergebumg.
Und wie der Herr in seiner Liebe und Gnade völlig vergibt,
so will er, daß auch wir einander in der gleichen Bereitschaft
vergeben sollen. Halten wir nie dem Nächsten unsere Vergebung zurück.
 Dadurch würde solchen der Boden der Gnade entzogen,
und wir stellen nicht das Bild der Demut und Barmherzigkeit
 unseres Herrn dar. Gott wird uns einmal vor dem Richterstuhl
des Christus (2. Kor. 5,10) nach seinem Wort
Matthäus 6,12 beurteilen müssen, ob wir einem jeden
von ganzem Herzen vergeben haben.
 Die dem Nächsten nicht gewährte Vergebung wird dann unser eigener Schaden sein